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BIBLIOTHEK
DES
LITTERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
CXXXIX.
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TÜBINGEN
OBDBUCKT Knv KOSTEN DKS LITTBBASISCHBN YBBKIN3
1878.
PROTECTOK
DES LITTKRARISCHEN VEREINS IN STUTTGART:
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
VERWALTUNG:
Präsident:
Dr A. V. Keller, ordentlicher professor an der k. Universität in Tübingen.
Kassier:
I Kanzleirath Roller, universitäts-secretar in Tübingen.
Agent:
Fues, bucLhändler in Tübingen.
GESELLSCH AFTSAUSSCHUSS :
Professor dr Barack, oberbibliothekar der kais. universitäts- und
landesbibliothek in Straßburg.
Geheimer hofrath dr Bartsch, ordentlicher professor an der g.
Universität in Heidelberg.
K. Cotta freiherr v. Cottendorf in Stuttgart.
Uofrath dr Ilemsen, Vorsteher der k. handbibliothek in Stuttgart.
Dr Holland, professor an der k. Universität in Tübingen.
Dr Klüpfel, bibliothekar an der k. Universität in Tübingen.
Director dr 0. v. Klumpp in Stuttgart.
Dr K. V. M a u r e r , ordentlicher professor an der k. Universität in
München.
Dr Vollmer in Stuttgart.
Geheimer regierungsrath dr Waitz, ordentlicher professor an der k.
Universität in Berlin.
Dr Wattenbach, ordentlicher professor an der k. Universität in
Berlin.
Dr Zarnckc, ordentlicher professor an der k. Universität in Leipzig.
QUELLEN
ZUR
GESCHICHTE DES BAUERNKRIEGS
AUS
ROTENBURG AN DER TAUBER,
HERAUSG£G£B£N
VOM
Db FRANZ LUDWIG BAUMANN.
FÜa DKN LITTERAEISCHEN VEREIN IN STUTTGART
NACH B£801ILU8B I>£8 AUSSCHUSSES VOM HÜVEMBEK 1877
GKUBUCKT VOH L. FR. FUEB IH TÜBIMQEH
1878.
1
I
ROTENBURG AN DER TAUBER
IM BAUERNKRIEG.
VON
THOMAS ZWEIFEL,
STADTSCfIRKIBER ZU ROTENBURG AN DER TAUBER. •
Banemkrlef
Von der lutherischen, carolstattischen und andern
newen lern und predigen, das evangelion und christ-
lichen glauben belangend, wenn und \sie die in 'tewtsch
landen und daraus die bewrisch uffrur in denselben lan-
den angefangen hat.
Zu wissen, das in den jarn, als man zalt nach Cdsti, unsers
lieben herren, geburt funfzehenhundert und achzehen jar und darbey,
von Rom nosgieng ain volkomenlicher römischer aplas oder indufgenz,
den babst Leo, des namens der zehend, herren Albrechten, der
römischen kirchen cardinal, zu Meinz und Magdenborg erzbischof,
primas in Germanien, des haiiigen römischen reichs erzcanzler und
clmrfurst, administrator des Stifts Ualberstat, marggrafe zu Branden-
burg, zu Stettin, Pommern, der Cassuben und Wenden herzogen,
burggraven zu Nurmberg und fursten zu Ruegen etc., in den
proTinzen, furstentumben , herrschaften , landen und stetten in ge-
melten stiften, tewtscher nation gelegen und gehörig, zu verkünden
und die christglaubigen menschen zu ermanen, darein zu beychten,
gelt in die capsen, in den kirchen vor dem creuz stende, darzu
verordnet, für den aplas die ^ sein im fegfewr als ain almusen und
umb etlich beycht und portatenbriefe einzulegen, verlihen und ge-
geben bette. Dieselbig indalgenz ward nun allenthalben in gemeltea
Provinzen mit der scherpf und ufF das höchst durch etlich prediger
und sunderlich durch ainen, der Tetzel genannt, im land zu Sachsen
so hoch und ubermessig uff der canzel gepredigt, ausgelegt und
heraus gestrichen, das daraus ain grosse irrung, Verachtung und
vernichtigung dero und aller römischen und bischoflichen indulgenzien
und aplas entstunden.
Dann ein gelerter doctor der haiiigen schrift Augustiner ordens
1 Lies den«
zu Wittenberg, Martinas Luther genannt, stunde derbalben uff und
predigt wider denselben aplas und darbey etwanvil anderer artickel
etlicher mlGbreuch, so in dem christlichen glauben und der christlichen
kirchen durch die gaistlichen und weltlichen in dem und vil andern
stucken und puncten gehalten und dardurch im glauben geirrt wurde
etc. Wider den understunde sich ain thomistischer doctor der
hailigen schrift, genannt doctor PZck, prediger zu Ingolstatt, zu
disputiern [2] und derhalben heftig wider ine einzulegen, auch bey
dem stul zu Rom groß gnad und begabung dardurch zu erlangen.
Kamen also muntlich und schriftlich in schwer disputationes gegen
Einander, die sie und darbey etwanvil bucher irer opiniou und
maynungen lateinisch und tewtsch truckea und allenthalben in
tewtschen und welischen landen wider ainander ausgeen Hessen, also
das doctor «Martinas Luther in söUichem schrib, predigt und im
truck öffentlich ausgeen ließ etliche bucher von der christlichen
freyfaait, item von den guten werken, item die babilonisch gefängknub
und die roten hurn zu Babilonien wider die bähst, cardinel, bischof,
abbt und andere prelaten, auch wider alle ordcn, priester und glupt-
naß der closterlewt und gaistlichen, den gebrauch des gaistlichen
panns, der sacrament, der mess, des opfers und sunst aller anderer
corimonien, in derselben römischen und irer anhengigen kirchen
bißher gehalten, mit entdeckung aller boßhait und miGbreuch ge-
melter gaistlicher stende, darunder er den babst für die rote hurn
za Babilonien, uff dem roten trachen sitzend, und für den warn und
rechten ontchrist ercleret und abmalet und die ander gaistlichait sein
geschwurm nannte, wie dann desselben doctor Luthers und anderer
seiner anheuger bucher, von den und vil andern unzelichen Sachen
und materien gemacht und durch den truck allenUialben offentlicli aus-
gangeu, sölichs alles mit leugern maynungen und begriffen clerlicher
innen halten. Daruff dan vil gelerter doctores der hailigen Schriften
und ander gelerte prediger, als Philipus Melancton, Ecolampadius,
doctor Ulrich Zwinglin zu Zarch,' Erasmus Roterodamus zu Basel,
doctor Urbanus Regius, prediger zu Augspurg, her Ulrich von Hütten,
ain scharpfer po6t, Oslander, ain prediger zu sant Laurenzen zu Nurm-
berg, Johannes Frenz, prediger zu Schwebischen Hall, und sunst vil
ander prediger zu Kördlingen, Ulm, Straßburg, Frankefurt und vil
andern stetten on zal, die neben und mit doctor Martine Luthern
von solichen materien predigten und schriben, hyelten die als für die
recht ewangeijsch warhait und das warhaftig wort gottes, weliche
lang durch die alten lerer nnd prediger nnd ir philosopbej and
sopbisterey verdunkelt, undertruckt und missbraucht worden wem,
und deshalben alles anders, so die alten Thomisten nnd derglychen
lerer vorher gescbriben, gehalten, geleret und gepredigt betten, sambt
den cerimonien für gottlos, irrig, ketzerisch und dem ewangelion
und gots wort widcrwertig von inen, auch hohen und nidern, edlen
und unedlen, gaistlichen und weltlichen, reichen und armen, mannen
und weybem, alten und jungen und insunderhait von dem gemainen
mann nahend durchaus gehalten ward, demnach der cerimonien, des
Weichwassers, salzweyhen, Hecht-, palm-, wurzweyhen und vil anders
an yilen orten abgieng, ausgenomen in der bischof und etlicher
weltlichen fursten und herren landen und gebieten ward darob ge-
halten. Aus dem allem volgte, das menigklich der mererntails hoher
und niderer stende und sonderlich das gemain volk aller pfaffhait
und gaistlichait in clostern veind, hessig und widerwertig [3] warn
als denen, die das volk vom rechten weg des christenlichen glau-
bens und wort gottes verfurt und daneben mit vil uiftreglichen bfir-
dcD beschwert betten, weiten nicht mehr den priestern ire sund
muntlich, wie vor, sonder, wie doctor Martinus Luther und sein an-
henger schriben und Icrten, gott allein in irem herzen und gemut
beychten, auch kain begengknus mer für die abgestorben oder ab-
geschaiden seien, sonder dasselbig alles sambt den seimessen, vigilien
und andern für unnutz, nichtig und allain uff ain geltmarkt der
pfaffhait und gaistlichait erdacht sey, achten und halten. Vil wolten
kain mess mer hörn, vil von hohen und nidern stenden assen an
freytagen nnd andern gebotten vasttagen flaisch, wolten dero und
anderer stuck halb die gesetz der gaistlichen recht und Ordnung
nicht mer halten als menschenfund, die wider die evangelysch 1er
sein sollt etc.
Nun warn aber dannocht vil von hohen stenden als kayserlich
mayestat, auch gaistlich und etllch weltlich churfiirsten und fursten
nnd ander stende auch vil graven, prelaten, adels und gemains
volks, denen sölich des Luthers und seiner anhengern maynung,
schreyben nnd .1er missfellig, entgegen und wider was und sonder-
lich den gaistlichen, denen das alles an opfern, beychtgelt, begengk-
nassen und anderm merklichen schaden und abgang pracht, wolten
sOlichen lutterischen lern als new wi()er alten geprauch und gewon-
6
r
liait der römischen kircheu nit gehcllen, auch die zu predig<ni nit
gestatten. Denen ward der gcniain man sonderlich veind und
gehe^sig, hielten sie für ketzer, verfurer und verhyndcrcr des
wort gottcs.
Der babst und römisch kayser liessen derhalben etliche schwere
mandat und gebott allenthalben im hailigen reich dar wider ausgeen
und verpieten, söliche lutterisch und seiner anhenger bucher, 1er,
predigen und materien weder zu schrcyben, zu trucken, fail zu
liaben, zu verkawfcn, zu kaufen, zu lesen oder zu halten, noch das
sölichs durch die oberkaiten zugesehen oder gestattet werden sollt.
Ward aucii doctor Martinus Luther als ain ketzer mit sein buchern
und materien zu Rom, zu Mainz und an vil orten mit grosser
solennitct und zierlichait, und sonderlich zu Rom durch den babst
und stul zu Rom der Luther mitsampt allen seinen anhengern ver-
dampt, vermaledeyt und mit iren buchern und materien verprennt.
Aber er, Martinus Luther, wiewol er also zu Rom, zu Meinz und
an vil orten verprennt ward, blib doch nichtz dest minder zu
Wittenberg, schied im das alles nichtz am leben, sonder schrib und
schickt seine materien nichtz dest minder für und für aus, und umb
das der babst und ander ine und seine materien verprennt betten,
verprant er inen dargegen die babstlichen und gaistlichen rechte.
Und als Karolus, des namens der fünft, römischer kayser und
konig in Hispanien etc., des funfzehenhundert ain [4] und zwaiu-
zigsten jars nach empfangner seiner königlichen krönung, des newn-
zehenden jars darvor zu Ach ^ geschehen, seinen ersten reichstag
mit allen des hailigen reichs churfursten und fursten, auch andern
gaistlichen und weltlichen stenden zu Worms hielte, regalien und
leben alda verlihe, ward doctor Martinus Luther auch dahin er-
fordert und verglait und alda durch kayserlich mayostat in bey-
wesen churfursten, fursten und aller anderer stend furgefordert,
seiner 1er halben gefragt und verhört, der darnff seiner bucher, 1er
und Schriften bekenntlich und gestendig, die auch in disputationibus
mit warer hailiger schrift zu erhalten urputig was. Und wiewol
ime kayserlich mayestat, auch churfursten, fursten und andere stende
durch den fiscal von Trier furhalten und an ine begern liessen, das
er die widerrufen sollt etc., so wollt doch doctor Martinus Luther
1 Acfaen.
dasselbig mit niclitcn tlnin, sonder beharret ufT seiner maynung,
schied damit wider zw Worms mit glait ab und weg, nnd als er
weg kam, ward Luther ain zeyt lang uffgehebt, haimlich enthalten
und verwaret, das lang nyemand wist, wa er hinkomen was.
Nachmalen am mitwoch nach Trinitatis [29 Mai 1521], als
churfursten, fursten und ander stend vast all vom reichstag zu
Worms, der sich dann damals endete, abgeschieden und woggeritten
nnd gefarn warn, ließ die römisch kayserlich mayestat ufT emsig
und ernstlich anlialten des babsts bottschaft und anderer gaistlicher
fursten doctor Martinum Luther zu Wormbs uff aim hohen gerust,
so Tor der tumbkirchen und des bischofs zu Worms hofe uifgericht
was, an ainem briefe, daran der Luther gemalct was, mit etwanvil
buchern, die man undcr der münz uffgchaben hett und doch nit
latterisch oder der Sachen schuldig, sonder andere matcrien und
der Sachen merer tails ganz unschuldig waren, als lutterisch öffent-
lich verprennen. Und wiewol kayserlich mayestat öffentlich aus-
schreyeu und gepieten lassefn hett boy schwerer straf, welicher oder
weliche solicher lutterischer oder verfurischer materien betten, das
sie die daher pringen und zu verprennen uberantwurten sollten, so
beschah doch solichs nicht oder gar von wenigen.
Am freytag darnach [31 Mai 1521] schied die römisch kay-
serlich mayestat zu Worms auch hinweg und für zu schiff den Rein
abhin bis gein Meinz. Daselbst nam die kayserlich mayestat den
hawfen knecht an, so aus der tewtschen herren krieg zu Prewssen *
komen war und alda lagen, und bestallt Franzen von Sickingen da-
selbst zu ainem hauptmann, schickt ine mit ainem grossen raisigen
zewg, auch gemelten und andern fußknechten in dapferer, grosser
anzal in das land zu Lutzelburg wider den konig von Frankreych
nnd den graven von Arberg, die sein mayestat in dem land zu Lutzel-
burg überzogen, bekriegt und bcschedigt betten, und sonderlich der
konig von Frankreych vor dem, als kayserlich mayestat nocli den
reichstag zu Wormbs hielte, mit ainem grossen zewg kriegsvolk in
das konigreych Navara gezogen, dasselbig einzunemen, den aber
die Spanier wider daraus geschlagen und dem [5] konig von Frank-
reich ob zehentawsend Franzosen erschlagen, und also kayserlich
mayestat durch die iren dasselbig konigreych erredt und behalten
*
1 Gegen rolcn 1518 bis ^K
8
hette, weliche mer danu kayscrlicher mayestat gein Wornibs am tag
Corporis Christi [30 Mai 1521] zukamen etc.
Der zeit war ainer comentur und pfarrer hye zu Roteniburg
tewtschs Ordens, genannt Johannes Newkaim, nit ain clainer ca-
nonist und derselben wolgelert, der predigt ser wider die genieltcn
lutterischen matcrien und derhalben wider doctor Johann Dewschlin,
bestellten prediger zu Rotenburg, der sich solicher lutterischen
materien auch newlich underfangen hett, und den plinden munch,
her Hanns Schniid genannt, conventbruder des Barfußerclosters
hie zu Rotenburg, der auch der lutterischen materien gelert und
zu aim prediger worden was, und andere raer, die dann lutterisch
warn und die lutterischen und ander materien frey, öffentlich pre-
digten und lerten. Herwiderumb so predigten dieselben lutterischen
prediger wider gemelten comentur und pfarrer und alle tewtsch
herren, auch andere priesterschaft und gaistlichkait allhie. J)och
so warn etlich conventbruder hie im tewtschen haws, die auch
gut lutterisch warn, als nemlich ainer, her Mekher genannt, der
nam gemelts plinden munchs Schwester zu aim eeweyb, hett ain
grosse hochzeit alhie.
Aus dem allen vil zwitrechtigkeit zwischen den gaistlichcn
entstund. Zuletzst ward genannter Johann Newkaim durch seine
obern umb ungeschickter hawshaltung willen hinweg genomen,
und ain anderer, nemlich her Caspar Cristan, der darvor gemelts
Ordens pfarrer zu Munrstat ^ und den lutherischen oder seiner an-
henger materien ganz wol gelert, geschickt und berömpt was, an
sein statt durch den tewtschen maister, hern Dieterich von Cleen,
und andere desselben ordens gepietiger zu comentur und pfarrer
hieher gein Rotenburg verordnet und gesetzt, auch gein Wurzburg
presentirt, den aber der gaistlich fiscal, herr Caspcr Pfister, nit
hett wollen investirn, er wollte sich dann der lutherischen oder
newen materien zu predigen und zu lern verzeyhen und dasselbig
furtermer zu meyden schwern, über das ime doch die darvor zu
Munrstat als in aim wurzburgischen flecken zu predigen und zu
lern gestatt worden warn. Aber derselb new comentur und pfar-
rer hat solichs nit tun wollen, sondern sich in antwurt gegen
dem fiscal vernemen lassen, das er von solichen materien als dorn
1 Münnerstadt.
k
warn, lawtern wort gottes und ewangelion zu lern und lu predigien
gar nicht nffliörn, noch desselben sich begeben wollte, daroflf be-
melter fiscal ime nrnb sOlichs die Investitur zu geben versagte,
wollt ine nit investirn, und war also genannter oomentur and
pfarrer on dieselbig Investitur vom fiscal abgeschieden, sagende
zam fiscal, er bedorfe der iuvestitnr nicht, er wer doch coroentur
und pfarrer zu Rotenburg, ob er schon der Investitur nit bette,
nnd damit in sein herberig gangen. Dieweil aber dem fiscal solichs
Torher, wann er ainen pfarrer uff des ordens presentation gein
Rotenburg investirte, allwegen [6] zwainzig guldin ertragen bette,
damit dann seinem herren, dem biscbof zil Wurzburg, und ime
dieselben zwainzig guldin nit entgiengen, so schickt er dem gemelten
Caspar Cristan die investitur in die herberig nach, nam das gelt
Dnd ließ den lutlierischen pfarrer und prediger zu, gott geh, wie
es gieng, er predigt durkisch oder lutherisch. Damit kam also
der new conitur und pfarrer anhaims gein Rotenburg als ain pCarrer
ordeulich investirt. Der predigt fnrter uff die newen lutherischen
materien, als etliche darfnr betten, das hell, lawter, war evangelium
und . wort gotes , wie es in anfang der cristenlichen kirchen ge*
praucht worden were, verwarf und trib damit ab die cerimonien,
das orenbeichten , fladenweyhen und ander gepreuch. Dammb
ward er letzst von dem gaistlichen fiscal obgemclt gein Wurzburg
citicrt und erfordert, derhalben antwurt und beschaid zu geben.
Desgleichen ward auch der plind munch citiert. Aber sie funden
Tilleicht bey inen selbs oder andern im rat nicht, des sie erscheinen
sollten, dann es etlichen dergleichen hievor, die erschinen warn,
nit wol ergangen was.
Aber doctor Johann Dewschlin, als der in der Chorwochen
des viernndzwainzigsten jars der mindern zal [20 — 26 M&rz] auch
von seiner predig und 1er wegen, darumb red und antwurt zu
.geben, [citirt ward], erschin derselbig, doch mit ains rats zu Roien-
barg furschrift, zu Wurzburg in maynung zu antwuiien etc. Aber
als derselb doctor 'Johann Dewschlin mit kuecht und pferden, die
in^ ain rat zu Rotenburg zugeben bette, gein Won^burg komen
Has, sich bey dem weyhbischof, herrn Johann Plettenbarfern, und
dem prediger im tumb zu Wurzburg, die bed auch uff die newen
latherisclien materien predigten, angezaigt und irs rats begert,
betten sie ime mit antwurt begegnet, es were ime des erscheinen
j
10
Hit von uöten, auöh nft sölicbs, noch uff ainicben pan, bey dem
ime gebottCTi wnrd, icbtzig zu geben odrr geborsam zu laisten nil
scholdig, Fonder er solte das wort gottcs predigen und weder den
pan oder andere Verfolgung scbewen etc. Demnach war doctor
I>ew8cblin vor dem fiscal nit erschinen, sonder wider anbaims gein
Rotenborg zogen, zaiget solicbs, als er anbaims käme, ainem rat
an und predigt furpas, wie bißher, und füret dabey etwanvil bes-
siger roaynungen ein, als ob nyemand zu opfern, cloengelt ^
zefaenden und anders (wie man sagt) zu geben schuldig wcre.
Warde derbalben ain grosse murbelong in der gemaind wider
Hin rat albie als der oberkait, wie dann vor vier oder fünf jaren
darvor uff desselben doctor Dewschlins predigen ancb geschah, da
er wider die Juden und ir sinagog auch ganz hessig predigt, dar-
innen er ain erbern rat schwerlich antastet. Beweget dardurch
das gemain volk dermassen wider die Juden, das sie die Juden zu
Rotenburg an vil enden und in ircn aignen bewsern mit werfen,
nemen, schlagen und anderen vergeweltigten und betrangten, das
aie letzst an ain rat urlaub begerten and hinweg zugcn. So warn
dann etlicb, nemblich ob vierhunderten aus der gemaind zn Roten-
burg des gemainen geböfels nach [7] demselben mit gewalt an die
sinagog gefallen, rissen und brachen die gewaltigklich uff, satzten
Ton stand an ain Marienbild darein, nnnten es zu der reinen Marien,
welichen namen ir auch doctor Dewschlin geben, auch denselben
namen oder titel oben in die kirchen oder sinagog schreyben lassen
and damit also ein walfart oder gelewft zugericht hett. Furter der-
selbig doctor Dewschlin weyter mit vil bessiger einfurung und woi-ten
wider ain rat dermassen gepredigt, das ain rat, wollt er änderst
ruw haben und kains verrern ufflawfs gewarten, die gemeltc der
Juden sinagog zu ainer cappellen in der er der rainen Marien (wie
sie dann noch haist) und ain tau des Jndenkircbofs zu aim gots-
acker verordnen und weyhen lassen must, die auch der obgcmelt
weyhbiscbof, herr Johanns von Plettenberg, weyhet, und also haist
die cappell noch zu der rainen Marien. Und als ser sie doctor
Dewschel derselben zeyt gelobt und gepreyset und geewfeii, etTiche
wunderzeychen, so noch darinnen an ainer tafel geschriben steen,
1 Klaaengeld, eine 1522 im Rothenburgisclien eingefabrte hohe vieh-
steaer, s. Bemen, geschiohte des banemkriegs im Ostfranken 99,
zu erdichten and alda herfur zu pringen, todte kyndcr mit seiDem
atem zu erwecken und lebendig zu maclien, weliclis doch utt ge-
schehen wollt, anderstanden hett, also ser predigt er yetz (da
die newen Interischen materien uffstunden, und er die bogriffen
bette) darwider and hieß Mariam, die muter gottes, yetz ain gras-
maidlin etc. Und nachdem er sich dan in sein predigen wider
die Juden und zu uffriclitung der .cappelien zur rain Marien und
yetz in der newen lutterischen materien sonderlich von newem ganz
hes«igcr and affruriger wejs wider ain rat hören und vernemen
ließ, also das er ain grossen zulauff von dem gemainen geböfel
nit allein an sein predigen, sonder auch in seinem haws ab and
zugeen hette, deßhalben sicli ain erber rat besorget, es ward letzt
zo aim auflawf komen, uiul entschlussen sicli demnach, sölichs an
den ewssern rat gelangen zu lassen und mit desselben wissen und
bewilligung ine zu beurlauben.
Also ward gemelts vierundzwainzigsten jars am tag Burkhardl
[U Oktober], als Hanns Jagstiiaimer, der eher, damals burger-
maister was, durch bed inner und ewsser rate, so desselben tags
on das der jerlichen stewr lialben altem herkomen nach bey
ainander warn, beschlossen, durch den ewssern rat dem innern rat
liainigestcllt, gewalt geben und befoUien, doctor Dowschlin seines
predigambts zu Urlauben. Aber solichs ward durch den innern rat
viUeicht aus forchteu und clainmutigkait mit unfleyß verriebt und
nit volstreckt, und also blib doctor Dewschlin lenger prediger und
predigt uff seiner maynung für und für.
Der enthielt darzu ainen ufTgestanden bawrn, aus dem Rieß
(als man saget) purtig, der auch an vil orten predigt und ain grossen
Zulauf von dum geroainen volk hett, und andere mer personen. So
tet ainer, Valentin Yckelshaimer, ein gelerter Latinus, etlieh predig
zu den Barfüßer in dem rebental ^ da dann auch vil volks zuluff.
Item der obgemelt pawr [8] understnnd sich, hie zu Rotenburg in
der statt in ainer kirchen zu predigen, aber ain rat wolt dannoch
solichs nit willigen oder gestatten. Demnach tete der pawr ain
predig hie za Rotenburg vor dem Rödertor ufT der schießhutten
Veraas, ald^^ ain groß volk ufT ainer wisen aus der statt und sonst
Tom land zasamen kam, vor dem schießhaws ufT der wisen stunde
*
l Kefectoriam.
/
12
und zuhöret. Desgleychen hett er nachmalen ain predigt zu Kobel-
zcll auch getan. Item so stunden ain clains mendlin, ain knapp,
der (als man sagt) darvor ain priester gewest sein sollt, item
Barthel Alhrecht, Peter Sayler und vil ander, so die newen roaterien
gelesen hetten, allenthalben in der statt Rotenburg deraffter wider
und für am markt, in gasseu, uff den kirchhofeu und andern
enden, predigten und sagten, ainander, auch denen, so inen zu-
höreten, sölich new materien, was sie dero in buchern hetten,
lasen und wisten, und sonderlich was wider die oberkait diente, und
was omb die stund ain grosser hawf von mannen und gesellen, die
zuhöreten, und etlicher auch das sein darzu redte, clagt oder sagt
ainer von dieser, der iander von yener beschwcrd mit vil betrohen-
lichen, uffrurigen Worten und schwuren, der sie sich daneben wider
die Oberhand vernemen liessen. Das war nun alles ganz offenbare,
lag am tag und vor äugen, aber [ward] über viler personen warnen
und anmanen, auch selbs sehen und prüfen zugesehen, gedult
und gestatt.
Darbey ward der gemelt new comentur und pfarrer seiner
predig und 1er halben, auch umb das er das weyliwasser, würz,
palm, salz, liechterweyhen und ander cerimonien abgestellt hatt,
gein Wurzburg citirt und gevordert, vor dem bischof oder seinen
verordneten red und antwnrt darumb zu geben. Als er aber solich
ans vorcht veracht und zu Wnrzburg nit erschine, ward er daselbst
excommunicirt und in pan getan, und ime derselbig pan in schrift-
licher vorkündung oder execution zugeschickt. Die verkündet er
selbs an ainem sonntag an offner canzel allem volk. beclagt sich
darbey sölicher grosser, tyrannischer beschwernuss und Verfolgung,
dardurch man das gotswort und ewangelium zu predigen understund
zu verliyndern, derroassen hochlich und beherzlich, das desselben
sonntags, als das geschray was, ob oder bey drewhundert mannen
von burgern und andern zu dem pfarrer in das tewtsch haws ge-
loffen warn, hetten den pfarrer getrost und ine gebeten, uff dem
ewangelium und gottes wort zu bleyben, sich weder den pan oder
nichtzit irren zu lassen, mit dem zusagen, ine nicht für paurisch zu
achten und zu halten, auch sunst nit zu verlassen, sonder leyb und
gut zu ime zu setzen.
Dazumal were zeyt und not gewest, das ain rat als die ober-
kait die ding zu geraut gefast, denen zu begonnen, uffrur und un-
ni za furkomeu beratschlagt, ain hers mit vertrawtem [9] kricgs-
Tolk, wie ander stett getan haben, und inen auch geraten ward, zn
machen sampt andern erbern lewten, die damals nit allein in der
statt, sondern anch uff dem land gern bey aim rat bliben wem,
damit sie des andern nugeschickteu, uffirnrigen gemainen gepöfels
sambt den nffrorigen predigern mechtig nnd gewaltig gewest wem,
dieselben on far nnd sorg aus ihr statt und gepiet zu verweisen,
arlanben nnd verjagen oder in ander ernstlich weg gegen iuen han-
defai nnd sie nidertrncken betten mögen, wer die uffrur und grosser
muurt damit in der statt nnd uff dem land verhutt bliben. Aber
solichs ward alles veracht, also das sölichem nachmalen als dem
überhand nemenden wasser nit mer zu wem was. Doch hat vil-
leicht ain rat- damals den Ernfrid Kumpfen, alten burgermaister,
mid andere mer des rats, so der gemaind anhengig, gcschewcht ge-
bapt and vor denselben nichtz bestendigs furuemen dörfcn etc.
Und also kam das hailig ewangelium nnd gottes wort in ain
grossen, ergerlichen nnd schedlichen missverstand, das vil der welt-
lieben haupter, gemainen adels nnd gemainen volks sölichs alles uff
iren aigen vortail und nutz, auch gewaltig, tetlich frevenlicli, rauplich
und mörtlich handlnng und furnemen zu ziehen und zu geprauchen
understnnden. Also wann man predigt von christenlicher und bruder*
lieber Uebe des nechsten, und wie ain yeder Christenmensch seinem
nechsten sollte hilf, mitleyden und guts beweysen, srch ain yeder
gegen dem andern in bmderlicher und freuntlicher lieb erzaigen,
80 schöpften die weltlichen haupter, die dem ding anhiengen, anch
gemainllch alle nndertanen daraus, das der gaistlich stand nichtz
were, und sie die clöster nnd brobsteyeu innemen möchten, wie
dann von etlichen understanden nnd getan ward. So wollte das
gemain volk, es sollten alle ding gemain, auch kain oberkait, herr-
schaft oder jungkcrschaft, sonder ain gemaine brnderschaft sein, ainer
als vil, als der ander und nit mer haben, solt ainer dem andern
sefanldig sein zn leyben, aber kainer sölichs ime widerzugeben und
n bezalen fordern oder begern, sonder so ime kain bezaluug seiner
aosstenden schulden und gelihen geltz beschehe, sölichs gedulden.
Worden deshalben die nndertanen wider ir herschaften und ober-
kaiten allenthalben bewegt, weiten iren herren weder gult, rent,
stewr, zoll, zehenden, handlon, hauptrecht, noch anders geben,
biner mer leybaigen, sonder des alles frey sein, ja auch die ober-
14
kaiten gar zu erschlagen und auszodilgen sich nndersteen and be-
schuldigten die oberkaiten, sie wollten das gotswort nit lassen pre-
digen. Derhalben sich im fuufzehenlmndersteu, vierundzwainzigsten
und funfundzwainzigsten jaren im land zu Schwaben, im Hegau,
Allgew, Frankenland, in Sachsen und Bayern, am Rein, im Elsaß,
unib Salzburg und sunst [lO] allenthalben in ganzer tewtscher nation
durch den gemainen man und die bawrschaft in stctten, dörfern,
weylcrn, höfen und sunst ain merkliche, grosse uifrur, empörung
Und zusamenrottierung wider alle hohe und nidere, gaistliche und
weltliche oberkait und sonderlich den gemainen adel uud die crbcrn
burger in stetten erhub, also das sie sich an vil orten zusamen
tcten und rottierten und mit grossen, gewaltigen hawfen hin und
wider ruiseten und zugen, vil closter, Schlosser und befestigung er-
oberten, innamen, plünderten, auspranten, zerprachen und verwueston,
namen das hauptgeschutz, so sie in stetten und befestungen Funden,
mit inen in ire feldleger, also das etlich fursten, grafen, heri-en,
vom adel und reichsstetten von inen betrangt, benötigt und dahin
gezwungen wurden, das sie sich mit inen vertragen und verprudern,
inen ire geschutz, lewt uud gut zuschicken und darlegen niusten,
sampt andern unchristlichen, unbarmherzigen und schmehlichen haud-
lungen, so das gemain volk gegen hohen und nidern, edlen und
unedlen stenden und pcrsonen, die nit irs willens gehellen wollten,
und iren hab* und gutern übten.
In solichem ward sich das gemain volk und gebOfel alhie zu
Rotemburg in der statt und auswendig ufT dem land, gemainer statt
Rotenburg und den iren zugehörig, uff anregen der prediger und
anderer auch zusamenrottirn und tun, machten ain verstand und
beschluß mit ainander, sich wider ain rat alhie zu empörn uud zu
erheben, hetten sölichs gut zu tun, dann es ward über vilfeltige,
stattliche warnung veracht und nichtzit fruchtpars dargegcn furge-
uomen oder gehandelt, biß es gar überhand nam.
Und wiewol Peter von Premen und Hainrich Trüb, obervogt
zu Kirchberg, auch ander mer redlicher persouen des ewsscrn rats,
als newlich Gabriel Langenberger, der solicli als ein wirt in seinem
haws von den baurn und andern vermerkt und verstanden, auch
Oswalten Hebenstreyt uud vil andern, die des warhaftigs wissen
trugen, solich den burgermaistern und alten burgermaistern als den
vordersten regiereru diser statt merern mals anzaigten und sie
warnten mit bitt, sich zia versehen und vor sötiohem nnrat za sein,
nnd sonderlich Feter von Frenien and Uainrich Trab etlichen,
nemlich Erasmas von Maßloe als damals burgermaister iü Roten--
barg geraten, sich bey dem marggrafen, mit dem sie in aynung
und verstendnuß wem, oder wa ineu sölichs nit gelegen were, bey
den von Narmberg umb kriegsvolk zu ross und fuß zu bewerben,
die worden sie on zweyfel darmit nit verlassen, mit sölichcm kriegs-
volk und andern gehorsamen undertanen sie inen ain herz macheu,
sich selbs nnd ire undertanen vor auflauf, unrat, schand und schaden
bewaru möchten, als auch, wa solichs bedacht und zu gciuut gefurt
worden, leychtlich beschehen were, so ward doch das alles auch ver-
lacht, veracht und in luft geplasen, ja auch darzu etlich [llj aus
dem ewssern rat und der gemaind, so den burgermaistern und alten
borgermaistern solich oder dergleychen uffrurig und empörig con-
spirationes und handlang (die doch on das am tag lagen und vor
aogen warn, also das etlicher nit frölich in die kirchen oder über,
die gasseu dorften geen) anprachten und sie warnten, von denselben
darum b mit harten, ungeschickten Worten angestrengt und auge-
halten zu sagen, von wem oder wie sie das betten, gleych als ob
sie lagen sagten und gedenken oder warten sollten, was sie redten,
Hessen sich etlich der gewaltigen merken mit ernst, als ob man sie
daramb strafen sollt. Das macht menigen biderman entsetzt, das
nyemands den gewaltigen solicher ding uichtz anpringen oder sagen
dorft. £s hett auch Erasmas von'Mnßloe, burgermaister, das an-
zaigen Peters von Premen etlicher mass erstlich nit anncmen wollen,
war doch nachmals zu Petern von Premen komen, hett ime ange-
zaigt, wie er solidis den herren im rat fnrgehalten hett und son-
derlich denen von band werken, die betten dargegeu angc^algt^ sie
horten oder wisten nichtzit von der gemaind solicher uffrnr halben«
ward aber daneben von etlichen des rats gcrcdt, das sölich oder
dergleichen Warnung in rat nit komen oder gepracht worden were,
aber der alt bm*germaister Hanns Jagsthaimcr solle sölichs dem
bargermaister Erasmusen von MaGloe nit haben wollen raten, da-
mit were es underbliben, biß doch der bock zuletzst zu weyt in
garten kam, und die affrur uberwelzig ward, da must maniger bider-
man ain ding tun, darvor im snnst gegrawset und des darvor nit
hett dorfen gedenken.
Wider die obgemelten nffrurcn tet sich der schwebisch bund
16
merklich za ross and faß in rustnng schicken, zugen damit wider
die versamelten und rottierten hawi*schaften und derselben hawfen,
die an vil orten lagen, gewannen inen etwanvil schlacliten an, in
denen ain merkliche summa pawrn erschlagen, ir vil mit dem schwert
gericht und vil sunst gestraft, etwanvil dörfer und weyler geplün-
dert und ausgeprennt und anderer grausamer straf gegen inen ge-
handelt worden, wie dann hernach weyter beschriben wurd.
Under oder zwuschen den obgemelten lutterischen predigen,
lern und uffrurn stund noch ainer zu Wittenburg uff, doctor Andieas
Bodenstain, von Carelstat genannt. Der prediget wider das hailig
sacrament des leybs und bluts Christi und wider die bilder der
hailigen auch ganz uffrurischer weys, also das das gemain volk da-
von empörig und bewegig ward. Derselbig doctor Kareistat trib
ainen pfarer zu Orlmund durch beystand des gemainen manns mit
gewalt aus, erobert die pfarr, hett weyb und kynd, als dann der
zeyt vil priester weyber namen. Alda praucht sich Carolstadius
des pfarrlichen ambts als ain bischof und tet durch sein predig und
1er, die er wider das sacrament und die bilder tet, zu Orlamund,
zu Allstatt ^ und an andern enden derselben landsart das gemain
volk zu ainer solichen empörung bewegen, das sie die bilder aus
den kirchen sturmbten, zerprachen, verprennten und verwüsten. [12]
Umb soliches kamen doctor Martinus Lutter und der Carelstatt des
sacraments des leybs und bluts Christi in bedertail gestalten zu nenien
und der bilder halb in so heftig Schriften und widerschriften gegen
ainander, das sie etliche bucher derselben irer opinion und may-
nung wider ainander in truck öffentlich ausgeen Hessen. Aber her-
zog Fridrich von Sachsen, der churfurst, löblicher gedcchtnuss, der
dis jar [1525] mit tot abgangen ist, under dem sich damals doctor
Karelstatt, Luther und vil ander enthielten, fiel mit Ungnaden uff
doctor Karelstatten, stellet nach ime, ine zu erobern, dardurch
Karelstatt fluchtig und also des lands verjagt ward, und kam also
doctor Karelstatt als ain fluchtiger, eintrunniger umb sein bistumb
und pfarr zu Orlamund, dorft sich nyergend mer in kainem land
öffentlich enthalten, zog im eilend und haimlich im land wider und
für, tet sich indes heraus in das Frankenland gein Schweinfurt,
Kitzingen und sonderlich hieher gein Rotenburg.
1 Zweifel verwechselt «Uo Karlstadt mit Thomas Mänser.
17
Alda zu Rotenburg ward er durch doctor Johann Dewschlin,
Prediger zu Rotenburg obgenannt, auch Ernfrid Kumpfen, alten
burgerniaister , den pfarrer und comentnr im deutschen haws, den
plinden muncb, her Hanns Schmiden, Fuchs genannt, Stephan von
Menziugen und ander mer burger aihie zu Rotenburg haimiich und
sonderlich etwas lang zeit in Philips Tucbscherers haws gehalten,
gehawset, geherbergt, geetzt, getrenkt und undergeschlaift. In die-
selben und andere, so haimiich zu ime giengen und also zum dickern
mal zusamen kamen, goß und bildet er, Karelstain, sein gift, opinion
und maynung und ließ auch etwanvil buchlin derselben seiner
materien wider hochgemelts sacrament hie zu Rotenburg haimiich
tracken und ausgeen.
So füret Ernfrid Kumpf genannten Kareistat mit ime geih
Crelshaim zu dem pfarrer daselbsten, villeicht denselben seiner
opinion auch zu berichten. Als aber der durchleuchtig, hochge-
boren fürst, mein gnediger herr, marggraf Casimir von Branden-
borg etc. erfnr, das sich Karelstatt in seiner fürstlich gnaden
land underhalb dem gebierg ^ liaimlich enthalten und darinnen umb-
zielien sollt, schrib sein fürstlich gnad vom gebierg herab seiner
gnaden raten zu Onoltzpach ' und ändern iren amptlewten mit ernst-
lichem befelhe, ine weder zu hawsen, zu herben, noch im fursten-
tumb za gedulden, auch den seinen zu geschehen nicht zu gestatten,
sonder ine, wa er begriffen wurd, gefängklich anzunemen und zu
verwarn. Sölicher befelhschriften aine Heß seiner fürstlich gnaden
castner zu Onoltzpach Claus Herbort Tiioman Zweyfein, stattschreyber
von Rotenburg, als er damals in gemaiuer statt gesoheften zu Onoltz-
pach was, lesen. Sobald nun der stattschreyber hieher anhaims
kam, zaigt er solichs ainem rat an und darbey, wie ander fursten
in Iren landen und gebieten dergleychen verbot t und befelh auch
aasgeen lassen betten, und riet getrewlich, ain rat sollte solichs
auch durch ain [13] offen edict verbieten und sunst auch nach ime
trachten, damit er hie nie gedult wurd, schwer ungnad, straf und
anderer unrat, so daraus zu erwachsen vor augeu were, zu ver-
meyden, aber es ward auch veracht. Am nechsten ratstag hernach
reget Ernfrid Kumpf, der alt burgermaister, im rat an, wie aim
rat anzaigt worden, das die nechst umbligenden fursten in iren
1 Ficbtelgebirge. 2 Ansbach.
ß.vternkrieg i
IS
ambten und gebieten verboten haben sollten, den Karelstatt weder
zu bawsen noch zu herbergen, sonder wa er bctrettcn ward, ine
gefängklich anzunemen, das were nichtz und nit war etc., dar-
wider der stattschreyber redet, er wiste, das es war were, dann er
hett derselben befelhbriefe ainen zu Onoltzpach gesehen, in lienden
gehapt und selbs gelesen, das wurd sich also erfynden. In summa
der Karelstatt ward nichtz dest minder genielter massen haimlich
hie enthalten, wurden sein materien hie gestellt, geschriben, getruckt
und ausgetragen, deshalben aiu rat und gemaine statt bey den aus-
wendigen herrschaften in ain groß geschray kamen, und entstund
davon aim erbern rat und diser gemain statt Rotenburg gegen und
bey dem kayserlichen regiment, auch churfursten, fursten und an-
dern, die allenthalben nach ime stellten, auch in iren gepieten seine
buchlin, opinion und allstettischen gaist (als man es nennet) zu
predigen verpotten betten, ein merklich ungnad, nachred und ver-
weysung entstund. Solhes und auch die merklich straf und be-
schedigung, so daraus zu ervolgen künftig was, ward durch ain
erbern rat mit ernstlichem missfall und gemut gleichwol betrachtet,
ließ doctor Dewschlin, dem pfarer, dem plinden munch, Ernfrid
Kumpfen, Stephan von Meuzingen und andern und sonderlich be-
meltem pfarrer in beywesen herren Wolfgangs von Bibra, comenturs
zu Mergethaim dewtschs ordens, seins gepietigers, der damals hie
im tewtschen haws was, durch den stattschreyber ernstUch sagen,
gebieten und verbieten, das sie denselben doctor Carolstatten weder
haimlich oder öffentlich enthalten, essen oder trinken geben, sonder
sich seiner entschlagen und ine, so er bey inen were, wegweysen
sollten, inmassen sich ain rat zu inen allen versehe etc. Aber
unlang darnach langet ain erbern rat an, wie doctor Karelstatt noch
haimlich hie lege in der statt und enthalten wurd.
Neben dem schrib doctor Stainmez dem stattschreyber under andern
des Karolstatts halben, weliche schrift der stattschreyber dem burger-
maister und etlichen des rats zu verlesen behendigt, auch in abwesen
Ernfrid Kumpfen durch die andern im rat verlesen ward, also lawtende:
An Thoman Zweyfel, stattschreyber zu Rotenburg.
Mein willig, freuntlich dienst zuvor. Lieber herr und freund!
Diesen ewern hotten hab ich bis uff hewt dinstags fruw uffgehalten,
19
dann die vergangen wochen donnerstag, fre3rtag, samstag [19 — 21
Januar 1525] hofgericht meins gnedigen herren ^ ist gehalten wor-
den, [14] da hab ich mich anch mit bekommeren müssen, verhoffe
jnbiieus und frey zu werden, aber allererst, wann sich mein gaist
vom Icyb wurd schaiden. Mein gnediger herr von Wurzburg hat
drey furtreffeuliche, gelerte theologos und prcdiger angenomen, die
er hoch und erlich besoldet, den Lutherischen zu begegen und auf-
merken zu haben, wie das ewangelium gepredigt werd etc. Ich
wollt gern das ende diser zwayung erleben. Doctor Karolstat
speyt erst gift aus, ist fnrwar erschrockenlich zu lesen und zu hörn,
den halt ich für ein erzbuben und erzketzer, sein ding hat mir nye
gefallen, hab auch solichs nit lesen mögen, imo wer nutzer, das er
nye geborn were worden. So hab ich gehört, er sey wider zu
Rotenburg und halt ine her Ernfrid Kumpf. Das hab ich Kumpfs
halben von ainer dapfeni person mit beschwerden vernomen und
besoi^ aus vilen Ursachen, wann es also were und [er] zu Roten-
burg enthalten wurde, es möcht aim erbern rat nicht clainer nach-
tail daraus entsteen, were mein gedunkcn und maynung, ine fugk-
lichen hinweg zu weysen und sein zu entewsseini. Das hab ich
euch vertrawlicher maynung nit wollen verhalten , wiewol ich
dannocbt sölichem nit glauben geben habe, das er sich der enden ent-
halt etc. Vil seliger zeyt hiemit euch, ewer hawsfraw und kyndeu !
Datum uff dinstag nach Sebastiani [24 Januar] anno etc. 25.
« Kucharius Stainmetz, doctor.
Des alles trug ein erber rat abermals grossen schrecken, miss-
fallen und beschwernuss, entschlussen sich demnach uff sölichs, auch
anmanen des stattschreybers und ander mermals anlangens ains
ernstlichen cdicts und verbotts, das sie in Schriften am rathaws
öffentlich anschlagen Hessen, welichs von werten zu werten lawtet,
wie hernach folgt:
Edictum contra Carlstadium.
Zu wissen, das ain erbern rat diser statt hie zu Rotenburg
warhaftig anlanget, wie doctor Andreas Bodenstain von Karlstat
etlicb irrig, ketzerisch und verfurisch ler, Schriften und bucher, den
♦
1 Des bischofs von Wiirzburg.
2*
20
leyb und das bltit Cliristi Jhcsu, uuscrs scligmacbers, und ander
mer artickel, unsern hailigen, christlichen glauben belangend, aus-
geen laß. Nun wiewol die nechsten umb uns gelegen und ander
mer des hailigen römischen reichs churfursten, fursten, herrschaften
und reychsstette in ireu landen, stetten und gebieten allenthalben
den iren ernstlich verbotteu haben, söliche irrige, ketzerische und
vcrfurischen Schriften, buchern und lern nicht fail zu haben, zu
kaiivfen oder zu predigen, darzu auch denselben doctor Karlstatt
^eder zu hawsen, zu hofen, zu etzcn, trenken, underzuschlaifen [15],
zu halten oder zu gedulden, und derhalben ain erber rat etlichen
den iren, gaistlich und weltlichen, hievor auch gcpieten und sagen
lassen, doctor Karlstatten weder zu hawsen, zu herbergen, etzen,
trenken, underzuschlaifen oder zu halten, so langt doch ain erbern
rat glauplich an, das etlich Ire burger und inwoner denselben doctor
Karlstatt nochmals haimlicli uuderschlaifen, hawsen, herbergen, etzen,
trenken und furschieben, ime auch zu seiner irrigen, ketzerischen
1er hulf, rat und beystand tun, alles nit allain aim erbern rat alhie
als iren nechsten ordentlichen oberherren wider ir pflicht und ver-
wandtnuß, sonder auch kayserliclier maycstitt, unserm allergncdig-
sten herren, auch churfursten, fursten, herrschaften und stetten des
reichs zu ungehorsamer Verachtung und schmach, darvon dan aim
erbern rat und gemainer statt Rotenburg, auch andern den iren
nit claine nachred und versagung entsteet, daraus merklicher unrat,
straf und nachtails zu besorgen und zu erwarten ist, darunib ain
erber rat allen ireu burgern, undertanen und verwandten, gaist-
lichen und weltlichen, hiemit nochmals öffentlich bey iren aiden,
pflichten und verwandtnussen ernstlich tuet gebieten und verpieten,
den genannten doctor Karlstatten weder zu hawsen, zu herbergen,
underzuschlaifen, zu etzen, trenken oder furzuschieben , auch seine
bucher, Schriften und lern weder fail zu haben, zu verkawfen oder
zu kawfen , noch sunst auszutailen , dero auch an offen canzeln
weder zu predigen oder zu verkünden, hainilich oder offontlicli , in
kain weys noch weg, als lieb aincm yedcn sey kayserlicher niaye-
stät und des reichs, auch ains erbern rats schwere ungnad und
straf, die gegen aim yeden uberfarer gestatt werden und geschehen
soll. Damit wiß sich menigklich zu richten und vor schaden zu bewaren !
Actum in consilio freytags nach Gonversionis Pauli [27 Januar]
anno etc. 25.
21
Soljch vorgemelt cdict bieiig nit ser lang an aincr tafel am
rathaws, da ward sie gcstolen und weggetragen.
Langet auch nin erbern rat weyter an, wie unangcselicn so-
lichs cdicts und Verbots doctor Karlstat durch etlidi burger und
besonder durch den alten burgermaister Ernfrid Kumpfen nichtz
dest minder noch haimlich undergeschlaift und alhie enthalten wurde,
darumb ain erber rat genannten P>nfrid Kumpfen in versamelteu
rat ernstlich zu red hielten. Aber gemelter Ernfrid Kumpf ver-
antwurt sich und beaydigt sich selbs, das er seydher des edicts
and ains rats verbott den Karlstatt weder gesehen, noch gehalten,
noch inie ainiche underschlaif gegeben hett, were auch nit hie und
ime nit wissend, wa er were, hett darfur, das er zu Straßburg
were, alda er auch zu schaffen hette etc. Dabcy ließ es ain erber
rat bcleyben und besteen zu disem mal.
[16] Neben dem understund Ernfrid Kumpf den pfarrcr an-
zuligen und mit ime zu practiciren, darzu auch der pfarrer selbs
genaigt war, das man die engelmeß und andere ambt zu halten
abgeen lassen sollt, als dann zum tail beschach. Als aber gemelter
Ernfi'id Kumpf darvor mit dem alten burgermaister Cunrad Eber-
harten als seinem mitpfleger zu sant Jacob (als derselb Cunrat
Vlberbart hernach anzaiget) red davon gehabt hett, sollt ime Cunrat
Eberhart mit antwurt begegnet sein, wie solichs wider ain rat und
die gemaind were und nicht zu erleyden stund, aber ime Ernfrid
Kumpf daruff wider antwnil geben haben, wa er. Eberhart, ain
ia der gemaind, da hett er, Kumpf, allwegen zweu in der gemaind.
Wie doctor Johann Dewschlin an ain rat allhie sup-
plicirt wider den fiscal zu Wurzburg.
Gnad und find von gott, unserm vater, durch Christum Jbe-
suni. Erber, vest und weys, lieb herren und bruder in Christo!
Aim erber rat ist kund aus dem gehaiß gottes zuvor, darnach aus
ains erbern rats befelhe, das ich schuldig bin, das dar, lawter wort
gottes zu verkundigen, welichs ich dann aus verlihner gnad gottes
bißher getan hab, vil anstöß etwan nach evangelyscher art, weliche
mit dem krewz umbgeet, wie dann kundpar ist, erlitten vom alten
pfarrer und etlichen der monchen. Nun aber, so aus gnaden got-
tes wir mit andern reclitverstendigen , erleuchten yorgeern, auch
22
liebliabcr des wort gottes begnadet sein worden, hat sich der tewfel
erregt und bemuhet, uns in alter geföngknuß zu behalten mensch-
licher tradition, also das unser pfarrer vom fiscal ersucht ist wor-
den, wiederumb uffzurichteu erdichte, menschliche Ordnung ausser-
halb und wider dem wort gottes. Aber der pfarrer als ain reclit-
geschaffner diener Christi hat mer gott, dann dem lugcnhaftigen
menschen wollen gehorchen und also abgetane menschliche fund nit
widerumb wollen uifrichten, biß auch entlich dahin erwachsen ist,
das er on alle geschrift und christliche Ordnung vom fiscal oder
aber andern in pann getan ist worden, welicher aus christenlichcr
freyhait desselbigen wenig geacht hat, hat aber doch seine oberkait
angesucht, wcliche auch ine des orts haben erredt. Aus welichem
dann villeicht der fiscal dester eor verursacht worden ist, mich auch
sölicher massen anzusuchen, und also in ainer citation anzaigt, wie
das ich im furtragen sey worden mit etlichen gepredigten artickelu,
sam unchristlich , doch nach seiner maynung, welichs ansuchen ich
daim nit verachten wollte, sonder daruff geschriben, in maß und ge-
stalt, wie ir [17] in dieser eingelegten copey ei-finden werden. Uff
solich mein erpieten hat er wider christliche Ordnung ain excom-
munication an lassen schlagen über mich, welicher ich mich dann
vor gott frey waiß. Damit ich aber dannocht nit erfunden wurd
als ain venlchter und dann ewsserliche, angefangne tyranney sich
wcyter einreysscn möcht, bin ich verursacht worden, ain erbern rat
als meine herren umb rat, hilf und beystand anzusuchen, wes mir
zu tun sey. Tut nach dem befelh Pauli, welicher die Corinther
ermanet, als wir haben 1 Cor. 16, sprechent: „So Timotheus koinpt
zu euch, 80 sehent zu, das er on forcht bey euch sey, wann er
treybt auch das werk des herren, wie ich etc." „Wa ir auch blcybcn
werdt", spricht Christus (Joannis 8), „an meiner red, so seint ir
meine rechte jungem und werden die warheit erkennen, und die
warhait wurd euch frey machen". Seytemal und nun, als ich dann
verhoff, ainer christlichen comun hie das lawter wort gottes on
menschlichen hefel zuvor aus seinem selbs befelhe, nachfolgends auch
aim erbern rat durch mich verkündigt worden ist, versihe ich mich
genzlichen, das auch ein erber rat ains solichen christlichen gemuts
werde sein, mich nach der ler Pauli von ewsserlicher tyranney er-
retten, nit furnemlich umb meinetwillen, sonder damit das gottes
wort auch ander« stetten und flecken nicht benomen mOcht werden,
wa der arglistig den sig bcy nus erobern wurde. Cristus hat mich
berait und zuvor im gewissen frey gemacht ton sölichem toben und
blitzen, also das ich wenig achte des entchrists boldern, und bin
ewsserlich auch berait, fuß zu halten hie vor aim erbern rat und
ganzer christlicher commun, die mich dann gehört haben , uinb aller
gepredigten artickel willen, wie ich mich dann auch vormals gnug-
sam gegen dem fiscal erpotten hab. Will hiemit gebetten iiaben,
ain erber rat woU soliche kurz begriffene supplication pesser ver-
steen, wann ich sie gescheft halb auf dis mal gestellt hab, mir
darauff geben ain tröstlichen, christlichen beschaid. Wamit ich wi-
derumb aim erbern rat was liebs tun mag, will ichs geflissen sein.
Geben am montag nach Reminiscere [13 März] im 25 jar.
Jobann Dewschlin, prediger zu Kotenburg, ewer weysheit diencr.
Copey der schrift an den fiscal.
Gnad und frid von gott dem vatter und erkautnuG unsers her-
ren Jhesn Christi wünsch ich dir, lieber bruder Casi>er, mitsampt
deinen mithelfern. In vergangnen tagen ist zu mir komen ain gut
bruder, angezaigt ain zettel, daruff grob gestanden ist: „Universis
rectorlbos etc.'' Hab alspald daruff geantwnrt, ich nem in nit an:
„Sihe du, er gehört mir nit zu!^' Hab daruff auch kain ansagung
empfangen, doch soll er ine, als ich von etlichen vernomen hab,
mitsampt [18j ainem andern briefe an die kirchtur geschlagen [haben.
Hab] nit wcytern beschied könden cmpfahen, dann mein nam soll
in dem clainen zettel gestanden sein und am end des briefs „Casper
fiscal''. Hab ich dir im pestcn mein antwurt nit wollen verhalten,
wiewol meiner gescheft und predig sovil sein, das ichs schwerlich
liab mögen tun.
Und zum ersten sag [ich], gott sey lob, das das wort Christi
so lawtpar worden ist, und die orn der von Wurzburg so dünn
worden sein, das sie auch söliche stymm gehört haben, ob sie in
schon und andern wider ist. Bin ich ir prediger nit, noch von
inen besoldet, die weit mag die warheit nit leyden, wann sie ist
voller logen, irem vatter nach geartet etc. Hab mich darab ver-
wundert, das ir von Wurzburg, die ir nochmals mer achtet das
wort der menschen, dann das wort gottes, das da ewig bleybt, so
dasjenig zo boden muß ^een, auch uQchmal9 mit solicber gottloser
art umbgcet. llett vcniiaint, ir wcret nun so wol erfani im cvau-
gelio (auch aniptz halb), das ir kaincn bruder sölichcr gcstalt nier
ansuchet, sondern mit anderer christlicher weys (soverr irtunib ge-
wißlich erfunden wurde) nach dem wort Christi Jhesu. Auch, wa
ich schon ordenlich nach ewerm menschlichen brauch (das dann nit
geschehen ist, noch [ich] darfur acht) citirt wer worden, stet es
nit in meiner gewalt uff zu sein, so und wann es euch gelüstet,
wann ich handel aus gnaden, das mir Christus befolhen hat, nun
furan nit andere, dann sein selbst wort mit lesen und predigen,
hab auch dise vergangne woch überaus und alle tag müssen pre-
digen, in diser wochcn 4 tag, sunst in der wochen zwen tag. So
ist dir aus der geschrift kund, das man dem befelli gottes mer gc-
harsam muß sein, dann des selbs sundigen bruders, welidier mich
seine scheflin und erbkynder haist waiden und nit verlassen. So
bin ich auch mein selbs nit mechtig des leybs und christlicher ge-
main halben, weliche durst und hunger hat nach dem wort gottes,
mit nichten gestatten wurd mein abwesen, weliche du berait finden
wurst, zeugnuß meiner predig zu geben. Der gottlos hawf, der
sich dann an vilen orten hewflet. von welichem auch söliche falsche
beschuldigung kompt , mücht mein abwesen villeicht gern gedulden
etc. des leybs halb. Dann der herr nach seinem wolgefallen hat
mir über sein wort auch befolhen, zu arbaiten im stainbruch mit
steter, unge\\isser zeyt, seyt er angehaben zu prechen , [und zu]
warten, das ich schier weder ligen, steen oder aber, wie maus nen-
nen soll, kan oder vermag, aber dem herren gefeilt es, sein nam
sei gebenedeyt!
Damit aber die warhait an tag komme, und die vermainten
Christen mit irer verraterey, munch und pfaff mit etlichen gottlosen
entdeckt wurden, ist mein diemutige und bruderliche bitt, wollest
mir schriftlichen anzaigen, ob dir was unchristlichs von mir furge-
tragen wero. Als dann will ich sölichs schriftlich vcrantwurten,
daraus man dann erlernen mag, ob ich aus christlichem gemuet oder
aber flaischlich beschuldigt sey, recht oder unchristUch gepredigt
hab. Wa aber dises dir nit gefeilt, und dir sovil an der sei der
schafiin allain gelegen ist, und [du] allain die glori und er gottes
suchen willt, so ziehe mitsampt deinen gelartem rawfcr zu sölicher
befolhner gemain und frag die, die mich gehört haben. Als[19]-
4ann will ich mit fraidigkait aas gnaden gottes rechnung auch
roondlich geben meiner 1er. Man kan auch christliclier gemain
nit wol baß helfen und zu erkantnuß der warhait pringen, dann
durch Sülich öffentlich verhörung, welichs ich mich gegen ir er-
litten hab. Für der gottlosen afterret kan ich nit, laß mich be-
noegen , das ich das wort gottes hab und unbeschuldigt [bin] von
meiner christlichen conimun , darbey ich predig und lis , welichcr
ich mich allzeyt underwurf mit pesserer, ' schriftlicher, evangelyscher
straf (wa sie mag) erweysung. Sollt ich allen reden so leychtlich
glauben geben, auch alle winkel ausfegen, da§ wort gottes hat mich
lange zoyt erregt» wider euch zu handien, dann aus christenlicher
gemain und gewalt hab ich gleych den befelh von gott über dich,
als du über mich, aus welichcr christlicher gemain du dich mit-
sampt den deinen, als ich mich versihe, nit entschieden wurdst.
Will dich derhalb gebetten haben, das du nit bald sölichen bc-
schornen, falschen knaben, die nicht achten, wa sie ain wirs erregen
mögen, was sie auch für schein von oberkaiten furgeben , glauben
wollest. Ich acht es genzlich darfnr aus pruefung des gaistes, den
ich bey ainer christlichen comniun erfunden hab, wa etwas unchrist-
lichs alhie furgenomen wurd, es were vom pfarrer, unterm recht-
geschaffnen, christlichen bruder, prediger oder bruder munch (nun
im gaist gesehend), sie wurdens on sonderliche furpringung ainer
gauzen commun nit underwegen gelassen. Ich wollt, das ir mit
geschrift brufen sollt den gaist und gab desselbigen aus etlichen
der christlichen gemain (das sein all rechtgläubigen). Bistu aber
ja so durstig nach der gerechtigkait , lieber bruder, und so gierig
nach christlichem handel, so handel am tag und am liecht, schreyb
herauf an ain erbern rat und ganze chnstliche commun zu Roten-
burg, davon ich auch mein besoldung hab, wie das ich in etlichen
artidceln beschuldigt sey, und schreyb sie an, glaub genzlich, sie
werden recht, nit aus gunst kainer pnrteyen Wtailen oder sagen.
Sölichs will ich mich auch zu ainem Überfluß gegen dir und den
deinen erpotten hab aus christlichem gemut, versihe mich auch, du
werdest mein schreyben im pesten annemen. Wa du aber ausser-
halb dis erpietens, als ich mich dan genzlich nit zu dir versihe,
was gegen mir handien warst , wurstu mir ursach geben , dich als
ein unweyslichen bruder gegen der gemaind anzuzaigen. Es wurd
der not nit dörfen etc.
Johann Tewschlin, prediger rotenburgensis. .
20
Notal
Oben in doctor Dcwscblins supplication , an ain rat gestellt,
tut der doctor nieldung, wie der pfarrer von dem tiscal in pan ge-
tan worden, des er nit geacht, hab aber doch seine oberkait ange-
sucht, weliclie auch in des orts haben erredt etc. Das ist also ge-
schehen und zugangen, das uif ansuchen und bericht des pfarrers
an seine obern [20], des berurten pans halben beschehen, der
tewschs maister, her JDietcrich von Oleen, hat her Wolfgangcn von
Bibra, comentur zu Mergethaim, und Gregori Spiessen, secretarien,
zu bischof Cunraten gein Wurzburg geschickt und bey sein fürstlich
gnad sovil anpringen und handeln lassen, das gemelter bischof
den pfarrer zu Rotenburg wider aus dem pann tun und absolvircn,
auch furtaushin sein lutterisch und carlstattisch materien unverhin-
dert zu Rotenburg predigen lassen hat mer, dann vor etc.
Wes etlich mönch zu den Barfussen alhie an ain rat
suppli cirt haben.
Erber/i, vesten, crsamen, fursichtigen, weysen, gunstigen, lieben
hcrren in Christo , unserm lieben herren ! Wir arm bruder, hic-
unden benannt, pringen ewer erberkait und gunsten unser hoch
merklich beschwerden, anligen, die der seien hail und gewissen an-
treffen etc. ganz underteniger maynung nachfolgender maß zu er-
kennen, bitten demnach ewer erber weyshait, die wollen dise sach
gutwillig hörn, lesen, vernemen und zu herzen fassen.
Und erstlich, dieweyl in den orden nichtz änderst gesucht wurd,
dann ein sonderliche, aigne weys zu lern und zu leben und gott,
wie man vermaint, zu dienen, muß aintweder solicher gottsdienst
und sonderlicher foi*m zu lern und zu leben uff das wort gottes
gegi-undt wem, würd ain yegklicher crist, mann oder weih, jung
oder alt , weltlich oder gaistlich , bey seiner sei seligkait schuldig,
in ain muncbischen orden zu geen, dann ain yegklicher crist schul-
dig ist, dem wort gottes nachznkomen und kainem andern wort
(Johannis 10, Mathei 17). Christus hat ain ainichen orden uffge-
ricbt, allen Christen geniaiu , in soll man hörn, und seine scheflin
hörn seine stimm allain. Darumb was awsserhalb desselben worts
aufgericht wurd für ain orden, das ist ain zusatz zu dem wort
gottes, vou gott verboten (Deuteronomion 12), wie Christus selbs
27
lert (Matliei 24): „Wenn sie \Yerden sagen: „Hie ist Christus oder
dort", glanpt es nit»'; (1 Corinth. 8) „Seytemal eyfer und zank
und zwitraclit nnder euch seint, seyt ir dann nit flaischlich und
wandelt nach menschlicher weys'', dann so aincr sagt: „Ich bin pau-
lisch", der ander aber: „Ich bin apollisch", seint ir denn nit
flaischlich ?" Paulus haist es eyfer und zank, wa ainep sich paulisch
oder apollisch nennet, vil mer wann man sich francistis, dominiti-
stis, dewtschherrisch oder johannitiscb nennt? Solich manir ausser-
halb des göttlichen worts, sagt Christus, wnrd nit bestehen; Ma-
thci 15: „Ain yegkliche pflanzung, die nit von gott, meinem him-
liscben vatter, gepflanzt ist, wurd ausgerewt". Derhalb kain ander
regel, dann das evangehum on Verpflichtung und ayde soll ange-
nomen iverden , dann ain vei'pundnuß mit gott geschieht in dem
tawf, nach seinem wort zu leben und nach [21] kainer menschlichen
uffsatzung. Dieweil aber menschen regel, Ordnung und Satzung dem
wort gottes zuwider ist, wie kan man sich darzu verpflichten, oder
wann man sich darzu verpflicht hat, wie mag man es halten?
Es werden drey wisenlichc stuck von Ordenspersonen gelobt:
geharsam, annut und kewschait. Wann dise drcw stuck nit ain
yegklicher Christ zu halten schuldig were, so möcht man wol mai-
nen, die orden wern göttlich, so aber ain yegklicher gläubiger de-
nen dreyen stucken nadizukomen schuldig ist, warzu soll dann son-
derliche mOncherey? Christus hat uns oft und vil vor in ge-
warnt etc.
Nun der geharsam halben hat es die gestalt. Geharsanikait
ist nichtz anders,- dann dem göttlichen wort glauben und nach-
komen, nichtz darvon oder darzu tun, sonder dem stracks glauben
und nachkomen; Exodi 15. „Wann du wurst hörn gotcs stymm,
deines herren, und seinen gebotten geharsam sein etc." Von der
geharsam sagt auch Samuel 1 Regum 15: „Es ist pesser geharsam
dem wort und befelh gottes, dann opfer, aigne werk" gott zu lob
awsserbalben seins Wortes, wie in den orden uffgericht ist, wie biß-
ber. Aus sölicher geharsam fleußt dann, das ain kynd seinem vater,
ain knecht seinem herren, ain undertan seiner weltlichen oberkait,
wa sie nit wider das woi*t gottes gebieten, geharsam zu laisten
schuldig ist, wie auch Mathei 21, ad Romanos 13, 1 Petri 2.
Ausserbalb der geharsame waiG die schrift kain andere, dann wie
obsteet
28
Verrer was aimut sey in dem cvaugelio. Warbaftig arinut
Bteet nit in nichtz haben oder besitzen, sonder an kain zeytlicli
gnt oder andere creatur mit dem herzen angeheft sein, und das ist
die christlich armut, nit die weltlich, weliche wol in nichtz haben
ewsserlich besteet, von der redt Christus Mathei 5 : „Selig sein die
armen des gtists, die mit dem herzen an kainer creatur hangen
oder daran trost und hilf suchen, dann solicher ist das reich der
himmcl^'; Mathei 19: „Wiltu volkomen sein, gang hin, verkawf,
was du hast, und gibs den armen^S an welichcm ort Christus lert,
wie man die gebott gottes halten mag nit änderst, dann wann man
arm am gaist ist, als wollt er zu dem jungling, der sich ausgab,
als het er die gebott gottes gehalten, sprechent, man kan die ge-
bott gottes nit recht nach irer erfordrung halten, man sey dann
ledig von allem zeitlichen gut oder andern creaturen, ist nicht die
maynung, das zeytlich gut gar von sich zu werfen leyblich, sonder
wa gott beschert das gut, das mans auch nach dem willen gotes
geprauch, nemlich in ainem verkauf steen gegen den armen und
sich an das gut nit heften, wie geschribeu ist im ()1 psalm: „Wenn
die reiehtumb überflüssig sein, so stell dein herz nit darauf^ Also
ist Abraham arm gewesen und die andern Väter, wiewol sie ser
Teich warn, prauchten aber solichen reiehtumb in grosser armut.
Redet auch Paulus 1 Cor. 7: „Die zeyt ist kurz, die da weyber
haben, das sie sein, als betten sie kaine, und die da wainen, als
wainten sie nit, und sich frayen, als frewten sie sich nit, und die
da kawfen, als behielten sie es nit, und diser weit prauchen, als
prauchten sie ir nit". Das ist die warbaftig, evangelysch armut,
zu welcher alle Christen und nit sonderliche personen bey ir sei
.seligkait zu halten schuldig sind.
[22] Was aber die recht kewschait sey, vermerkt hie. Die
christlich kewschait ist nit sich ganz von mann oder weyb zu ent-
halten, sonder ains rainen herzen sein, und wurd castitas oder
kewschait ainem yegklichcn glaubigen gebotten, auch in dem elichen
stand; 1 Thessal. 4: „Ir wisst, weliche gebot mir euch gegeben
haben durch den herren Jhesum, wann das ist der will gottes ewer
hailignng, das ain yegklicher wiß, sein vaß zu behalten in haili-
gung und ern, nicht ewern lust sucht, wie die haiden*^; 1 Timoth. 2:
„Das weyb wurd selig durch kynder gebern, so sie bleybt im glau-
ben und in der liebe und in der hailigung sampt der zucht oder
29
kewschait"; ad Hebreos 13 „Die camer soll unbefleckt sein*'. Ausser
diser kevrschait ist ain aigae, erdachte kewschait, uenilich sich nit
verheyraten, got geb, das herz sey kewsch oder unkeusch. In sö-
licher kewschait mag sich nyemand verloben, sonder man muß von
got gewertig sein, ob er ain mann ain mann wollt lassen bleyben
nud ain weyb lassen ain weyb bleyben, denn von geschöpf der
Ordnung gotes ist mann zu weyb und weyb zu mann erschaffen,
aasgenomen drey personen, so erzelt werden Matliei 19: „Es sind
etlich verschnitten, die sein aus muterleyb also geborn, und sein
etlich verschnitten, die von menschen verschnitten sind, und sind
etlich verschnitten, die sich selbs verschnitten haben umb des himel-
reichs willen'^ Hie die dritt kewschait muß willige kewschait und
von got gegeben sein, nit mit gluptnuß erzwungen, aus aignem
fnrnemen erdacht und gelobt. Derhalben kan kain mensch von sich
selbs die ewsserlich und innerlich kewschhait globen, dann sie kompt
von oben herab, und wiewol sie von oben herab kompt, ist es
doch unmuglich, auch unvernunftig, sich ewig darein zu globen,
dann soliche kewschhait ist ain gab gottes, wie andere gaben, als
weysbait, kunst, gewalt, reichtumb. Wie nun kainer mag globen,
er wöU sein leben* lang weys , kunstreych und gewaltig sein , die-
weyl er nit waiß, wie lang im gott soliche gab zulassen wöU, also
kan kaiuer geloben, er wöU sein leben lang kewsch sein, wie mir
yetzt von der kewschait reden, dann die vorige kewschait ist ainem
yegklichen cristcn von nöten, er gelob sie oder nit. Hierumb ist
es nit nnpiliich, das Ordenspersonen iren orden verlassen, dann ir
gluptnuG aintweders ist nicht • anders , dann das gemain christlich
leben, so mögen sie es eben als wol awsserhalb der closter und
der claidung in dem elichen stand halten, oder aber es muß ain
Zusatz sein dem gemainen christlichen leben wider das wort gottes,
welichs gebewt, eelich zu sein (Genesis 2, Matthei 19, 1 Cor. 7).
Soliche yetz vermelte göttliche geschrift weyst den willen gottes
stra<;Ks zu tan und zu volgen und alle orden, closter, menschliche
fand und nffsetz zu verlassen.
Zum andern der priesterschaft halben spricht der prophet Da-
vid (109 psalm) von Christo: „Der herr hat geschworn, und es
hat in nit gerewet, du bist ain priester in ewigkait nach der Ord-
nung MelchisedecIl*^ Diser Melchisedech, als wir lesen Genesis 14,
hat wein und brod geschenkt den kriegslewten , und als ain hoher
30
priester hat er geopfert für die sund seines volks. Also haben
Aaron und alle priester im alten testament, wie wir lesen im an-
dern [23], dritten und vierden buch Mosys, geopfert für ire und
andere menschen sund, und sölichs opfern ist nymeu on blut ge-
schehen, wie mir lesen ad Hebreos 8 „Diser priester aller ist
Christus der höclist priester, weyt übertreffend die Ordnung Mel-
chisedechs; (ad Hebreos 7) der hat seinen kriegslewteU; die er am
end seines tods geliebt hat (Johannis am 13) brot und wein geben
(Mathei 26, Luca 22, Marci 14) als denen, die da alle zeyt kempfen
und streyten im flaisch wider die sund, den tewfel und die weit.
Das aber sölicher streyt, der alle zeyt unsers lebens beleypt, un-
schedlich sey, hat er bey dem brot und wein, so er den seinen
geschenkt und gegeben hat, ain gedechtnuß darbey wollen verlassen,
das er der sey, der für uns gegeben wurd in die verzeyhung der
sund. Und also hat Melchisedech wein und brot geschenkt und
darnach gott frembde opfer für die sund des volks getan. Christus,
der allerhöchst priester nach der Ordnung Melchisedechs, hat nicht
geopfert frembde, sonder sein aigen, unschuldigen leyb, und den
ain mal, und das wörtlciu „ainmar^ wurd oft ad Hebreos gemelt,
und sant Peter in seiner epistel am dritten capitel, desgleichen auch
Paulus zu den Römern am 5 aus kainer andern ursach on zweyfel,
dann das Cristus nit mer geopfert wurt, wie ad Hebreos 10: „unica
oblatione perfectos nos effecit in perpetuum^^ das ist: „Durch ain
ainichs opfer hat er uns ewig volkomen gemacht^', und also redt
Petrus darvon: „Christus ist ain mal gestorben für unsere sund".
Voigt daraus, er stirbt hinfur nymer für unsere sund, dann er ist
durch sein aigen blut eingangen in die hailigkait der hailigen und
liat ein ewige crlösung erfunden; ad Hebreos 9: „In disem hohen
priester haben uffgehört alle priesterschaft'' ; er ist wie gesagt ist,
der hoch priester und das opfer selbs in ewigkait.
Aus solichem allem ist dar, das priesterschaft, wie bißher,
und auch die mess (welichs verdolmetst ain opfer haist) vor gott
nichtz gilt. Was aber Christus, der war priester und unser selig-
macher, zu tun befohlen hat, findt man Luce am 24. Daselbst
stet: „Christus must leyden, auf das in seinem namen gepredigt
wurd büß und verzeyhung der sund allem volk''. Dise ding zu
predigen in seinem namen hat er befolhen Mathei 28 : „Gehet hin,
lernt das volk, was ich euch sag, und tawft sie im namen des
vatters, sons und hailigen gaists'^ Hier im Luca ist clar, waruinb
Christus gelitten l)at und gestorben ist, in Mathe, was das ampt
der apostel ist, nit messen oder opfern, sonder lernen, was sie
von Christo gehört haben und nicht von den menschen, das ist
predigen und tawfen ; predigen ist das evaugelium verkünden allen
creaturen, (Marci ultimo) die frölich Bottschaft von Christo, wer
das glaubt, der werd getauft im namen des vaters, sons und haiigen
gaist^. Daraus abermalen erkennt mag werden, das nit mer prie-
ster sollen sein, allain apostel, das sind mundbotten, die den Ite-
felh gottes durch sein wort muntlichen und [24] öffentlich predigen
sollen, und söliche apostel sollen erweit werden von der christlichen
gemain, wie Christus seine jungern auch erwelet (Luce' 6) und
derer ist das Joannis am 15 „Ir habt mich nit erweit, sonder ich
hab encb erweit, auf das ir hingeend und pringent frucht mit mei-
nem wort". Was man aber für person erwelu soll, weyst uns Pe-
trus (1 Petri 5): alte gaistliche gottsförchtige menner, die selbst-
willig, onbenötigt, auch nit umb des schentlichen lonsuchts willen,
die ancb nit herrscher über die hert gottes sind, sonder furbild
mit guten exempeln etc. Also besteet abermals, das nyemand ain
sonderlicher priester genant soll werden, dann alle Christen sind
Priester, wie Petrus sagt (1 Petri 2) : „Ir seyt das auserwelt volk,
das konigklich priestertumb , ain hailig volk, ain volk des aigen-
tnmbs, uff das ir verkündet sein macht des, der euch berufen hat
zu einem wunderparlichen liecht."
Zum dritten antreffend die fawlen und mussigen tag, welichs
die verlorn zeyt, aus den dann vil ubels entstanden, wie geschriben
steet Ecclesiastica am 33: „Das mussiggeen hat vil ubels gelert",
daramb der weis mann in Proverbiis am 12 sagt: „Es ist die
gröst torbait anhangen dem mussiggeen"; Proverborum am 28 sagt
er: „Wer anhanget dem massig geen, der wurd erfüllt mit lästern".
Darumb weret er am 32 capitel, das nyemand das brot soll essen
mit mussig geen. Der proplict Ezechiel am Iß klagt, was verur-
sacht hab die ubcl und laster Sodoma und Gomorra: die gnugsam-
kait des brots und mussig geen. Darumb der herr im evangelio
Mathei 20 zu denen, die an dem markt stunden, sagt : „Was steend
ir mussig hie, geet hin in meinen Weingarten, und was recht ist,
will ich euch geben". Summa summarum: mussig geen ist ain
groß laster, von gott verbotten. Arbaiten ist aber von gott ge-
32
botten yederniann am ersten buch der gescböpf am 3 capitel; Job
am 20 bekennt und sagt: „Du bast deinem volk zu arbaiteu ge-
lassen"; 120 psalm: „Das brot, das du issest, soll die arbait dei-
ner bend sein, selig bistu und wol wurd dir sein"; item ad Eplie-
sios 4: „Was arbaiten mag, soll arbaiten und den dürftigen, als
kranken, alten, die nit arbaiten mögen, mittailen, also das kain
bcttler bey uns erfunden werd" (Deuteronomion 15). So schilt
auch Paulus, die also unordenlicb \Nandeln, 2 Thessal. 3: „Mir
börn, das etlich nnder eucb unordenlicb wandeln und arbaiten nicht,
sonder treyben furwitz mit form und weys zu leben, solieben aber
gebieten mir und ermanen sie durch Jbesum Christum, nnsern her-
ren, das sie mit stillem wesen arbaiten und ir aigen brot essen'',
und verrer sagt er 2 Thessal. 3: „Wer nit will arbaiten, der soll
auch nit essen, wie sich die gaben des gaists in ainem yegklithen
crzaigen zu dem gemainen nutz"; 1 Coriuth. 12. „Also soll ainer
dem andern zu nutz leben mit arbaiten". Also hat Paulus gear-
bait, wie man list Actorum 17, 20, und er selbs auch sagt (1 Co-
rinth. 4): „Damit icii nye[25]mand beschwerlich sey, hau ich mit
hendcn gearbait, dann nyemand dem andern beschwerlich soll lebeus
sonder ainer dem andern sein bürden helfen tragen" (ad Galatas 6).
Aus disen oberzelten, gegrnndten und bewerten spruchen der
hailigen schrift, gunstigen, lieben berren, werden mir aus erinnerung
und ermanung des gaists gottes, von dem wir teglich darzu ge-
triben und beruft, zum höchsten verursacht, nit ainer, nit zwen,
sonder mer unsern angefangen orden, dieweyl er, wie gnugsamlich
gegrundt und angezaigt, an der sei vcrfurisch und verdamblicb,
denselben zu verlassen und lenger darinnen nit zu verharren, wie
dann der weys Ecclesiasta an dem 5 underricht: „Sawm dich nit
In der bekerung zu gott, ziegs nit auf von tag zu tag!" Auch
Christus im evangelio Matbei 8 sprach zu dem junger: „Laß die
todten ire todten begraben, volg du mir nach !" Bey Christo findet
man die wort des lebens (Joannis G), in soll man hörn (Matbei 17),
seine wort sein wort des gaists und des lebens , wie oben in Jo-
hanne stat. Aber bißher haben wir mit andern den gaist Christi
und das wort des lebens nit erkennt, noch gclert, sonder den wi-
derchrist gehört, wie Luce am 11 steet: „Wer nit mit mir ist, der ist
wider mich". Wer aber wider Christum ist, der ist offempar kunt-
lich und wissentlich der mensch der sunden und das kynd der ver-
derbung, der da ist ain widcrwertiger und sich überhebt über alles,
das gott oder gottesdienst haist, also das er sich setzt in den tem-
pel gottes als a!n gott und gibt sich für, er sei gott (2 Thessal. 2).
Seinem gebaiß nach und unserer vetter regel und statuta als sei-
nen gliden haben wir geharsam getan aus anraitzung irer 1er aus-
wendigs Scheins, auch aus anraitzung unserer eitern und freunden,
damit sie nur auch pnester betten in irem geschlecht, unangesehen
gott oder unser seien hail, derhalben wie ain blinder den andern
fürt, sein wir nachgestolpert und unser zeyt mit frembden werken
vertriben in der lernung für band werk mussig goen, für arbait
faulbait. Yetzund müssen wir und wollen mit der hilf gottes ar-
baiten lernen, wie uns und allen menschen von gott gebottcn und
in der dritten underweysung angezaigt.
Darumb, christliche, weys, gottliebhabend, beherzend gott und ^
sein wort, besteen ernstlich darinn, wie Joannes, der tcwfer, be-
rompt ist von Christo (Mathei 11). Hierumb vernembt unser die-
mothig supplicirn, flehen und bitt; dann uns nit furwitz, noch mut-
will oder leichtvertigkait darzu verursacht. Als war gott lebt, reden
wir mit gutem gewissen, das uns die tag rewen, die mir so gott-
los in Sunden dises gleißnerischen lebens also unnutzlich verzert
haben, darumb mir bitten ewer ersame, fursichtige weyshait, ain
ersamen rat umb ain gnedig, frey Urlaub, [26] uns zulassen nach
dem wort gottes im frid handwerk zu lernen. Wir bitten auch zu
soHchem lernen umb ain zimliche, erliche hilf und aussteur von
dem ansern, so man wol hat und ündt bey monstranzen und kel-
chcD, da man weder holz, noch höf, noch guter darf verkaufen.
Auch bitten wir, wie oben, durch gott und seins wort^ willen, uns
nusere eingeprachte bot und anderes gerettig mit lassen zu volgen,
das wir uns genzlich, getrewlich, onabschlegig zu ewer weyshait
als zu den gottliebhabenden verhoffen und vertrawen. Wir erpieten
uns dargegen gott und ainem ersamen rat bey dem wort gottes in
aller geharsam allzeyt willig und undertenig. In sölicher undertenig-
kait erpieten wir uns zu quitiern und alles das zu tun, das sich
^a der notturft aincs erbern rats, der ircn und unserthalb erliaischt
and gehurt. Bitten deshalb gunstige, unabschlegige antwurt.
Ewer erber weyshait undertenige
etliche arme christliche brudor alliie zu Rotenburg
im Franciscer closter.
34
Aber ain sapplication etlicher monch alhie.
Erbern, ersainen, fursichtigen, weysen, günstigen, lieben lierreu !
Nachdem ewer erberkait und gunst unser furnemen, geinuet und
willen durch unser übergeben suppliehation kurz verschiner tagen
vernomen, daruflf uns aber noch der zeyt nit endhch antwurt ge-
fallen ist, sonder uns furgehalten, das wir unser namen, weliche
alsdann die jhenigen sein, so aus dem orden begern, zu undemchten
bestimmen und anzaigen sollen, als dann werd ain erber rat irs
gemuts und willens mit der zeyt antwurt nicht verhalten, demnach,
gunstigen, lieben herren, erscheinen wir abermals vor ewer erber-
kait, hieunden benannt, schriftlich und mit unsern aigen pei*sonen
als die jhenigen, die sich hievor in übergeben supplication dahin
bewilligt haben, Inhalt dei*selbigen dem allen volg und statt zu tun.
Bitten ewer erberkait und gunsten hiemit nochmals umb gotts willen,
uns an unsern furnemen, dieweyl es unser seien hail antrifft, auch
uyemands uff erden in diser weit an leyb, seien, ern oder guten
verletzlich, noch beschwerlich ist, daran nicht zu verhyndern, sonder
darinn gnedige begunstigung zu tun und uns mit geburlichcr, zimb-
licher abfertigung dem closter oder ander, so es mit betreffen wurde,
on geverlichen schaden [27] und nachtail ersprießlich zu sein, uns
zu statten zu kommen, damit wir andern unsern nechsten cristen-
menschen desto weniger beschwerlich sein, auch in ander weg und
föllen, menigklichem hilf (damit wir auch dester pas erhalten werden
mögen) bekomen und erlangen mögen. Das wollen wir mit der
zeyt umb ewer gunst und erberkaiten lang leben gegen gott zu bitten
nymmer vergessen und bitten unverzogen, gunstige antwurt.
Joß Nata, Johannes Bernhaimer, Symon Pfeyfer.
35
[29] 1 Hernach folgt, wie sich die bewrisch uffrur umb dise
stat Rotenburg, in derselben landwer und gebiet, auch dameben
und mit alsbald hie in der stat nachgemelts jars angefangen,
und wie oder was darnnder ergangen und gehandelt worden ist.
Anno domiui tawscnd fünfhundert und im funfundzwainzigsten
jare an dinstag nach dem sonntag Oculi, der da was der dreyund-
zwainzigst tag des monats Marty *, haben Symon Nusser und Wendel
Ilaira, bede dorfmaister zu Orempach *, ainer gemaind daselbst in
aira schein etlichs vertrunken gclts halben zusamen lassen lewten,
und als sie zusamen komcn sein, hat ain gemaind bed vorgemelt
bawrenmaister herein gein Rotenburg in die statt in Hanns Cunrats
haws geschickt, ime etlich gelt zu pringen. Mit denen sein gangen
Jorig Yckelshaimer, Hans Geyssendorfer, Lutz Dicrolf, Mathis Geyssen-
dorfer, Balthazer Geyssendorfer und sunst vil ander, an der zal bey
den drcissigen, sein all samentlich mit pfeyfen und trumelschlagen
hie zu Rotenburg in der statt umb, auf und nider und darbey in
Hanns Cunrats egemelt, auch Hannsen Kretzers, Lorenzen Knoblachs,
Kilian Ettschlichs, des tuchscherers , und andern hewser aus und
eingangen, haben sich daneben wider ainen erbern rat und ander
erber, habhaft burgerschaft hie zu Rotenburg uffi-uriger handlungen
und cmpöningen hörn und vernemen lassen, darzu sie dann von
Barthel Albrechten, dem metzler, burger alhie zu Rotenburg, Jörig
Weydnern von Gcbsattel, genanntem Kilian Ettschlich und andern
mer burgern alhie, so in benannts Hans Cunrats haws bey den
bawm warn, von und zu inen giengcn, getrost und gesterkt worden.
Solichs langte an burgermaister und rat alhie, die betten dess merk-
lichen mißfallen und verdrieß, verordneten Jörgen Hörnern, der zeyt
Stattrichter hie zu Rotenburg, zu inen, inen zu sagen und zu ge-
1 Der rcst von blait 27 ist nnbcRchricbcn ; irrig läßt Zweifel auf ria»-
selbe sofort blatt 29 folgen. 2 In Wahrheit der 21. 3 Ohrenbach.
3*
30
pieten, von solicbcni uffrurigcm practicirn, trumclschlagcn und spaciern
in der statt abzusteen und sich von stunden aus der statt zu niaclicn,
wie dann gemelter Stattrichter tet und inen mit ernst sagte, sich
alsbald aus der statt und weg zu tun. Dem warn sie etwas mit
ungeschickten und ungestuemen Worten begegnet, dermassen das sie
nahend mit ainander zu schlahen komen warn, doch darufif alspahl
mit pfeyfen und trumelschlagen durch die statt hinaus, trutzig und
honisch weg und wider gein Orempach anhaims gangen.
Und als sie haira komen sein, da haben sie sich mitsampt den
bemelten dorfmaistern und andern in der [30] gemaind zu Orembach
wider zusamen getan und entschlossen, sich zu empörn, zu rottirn
und uff zu sein, auch die umbligenden dorfer und weyler uffzumanen,
und liaben also ir etliöh, nemlich Jos Kaisern gein Habeishain und
Stainach under Entsec ^, Jorig Yckelshaimern gein Gailshofen, Wendel
Stolzen gein Scheckenpach und andere mer.gein Guckelhawsen * und
andere flecken geschickt, die bawrschaft darinnen vordem und uff-
manen lassen, dieselben geschickten dann also aus der gemaind zu
Orempach und für sich selbs in aim yeden flecken sich zu den
dorfmaistern getan und inen gesagt, das ain yeder mit seiner ge-
maind in hämisch und wern uff sein und Orempach zuziehen und
ander auch mit inen uffmanen sollten.
Am mitwoch [22 Miirz] darnach
warn die dorfmaister und gemainden aller dorfer und weyler z wuschen
der statt Rotenburg und Orempach, auch daselbst umb gelegen,
uff vermelte, geschehen uffmanung mit iren hämisch und wern uff-
gewest und Orempach zugezogen, daselbst in Jorig Dyerolfs haws
zusamen komen. und hett inen Jörg Yckelshaimer angesagt, wie zu
Brethain bey den funfzehenhundert mannen bey ainander versamclt,
die auch des gemuets wern, mit inen zu ziehen. Also hotten die
versamelten pawrn zu Orempach aus yedem dorf zwen zu raten erweit
und also ainen rat und regiment under inen gesetzt und gemacht.
Am donnerstag [23 März] darnach
haben Synion Xussor und Jorig Yckelshaimer als zwen der ver-
ordneten rete von achzehen gemaind wegen alspald liUtzen Rewtnorn
*
1 riabflpcc, Steinach, Endßcc. 2 GickcUiauPcn.
37
von Orenipach und Hanns Rewtnern von Gailzhofen gcin Prethain
geschickt, sieb daselbst und bey den von Bretbain zu erkundigen,
ob es mit ircr vcrsaniblung geniclter massen gestalt, und was sie
gewillt wern, das sollten die von Bretbain inen, der vcrsamlung zu
Orempach, durcb zwen, so die Versandung zu Bretbain deslialb zu
inen scbicken sollten, zu erkennen geben und ansagen, dcrgleicben
wollten sie, die von Orenipacb, auch tun. Als nun die verordneten
2wen der Versandung zu Orempacb gein Bretbain komen, da w^arn
die von der gemaind daselbst und ander alda versamelt gewest, die
betten ufF der zwayen von Orenipach gesanten anpringen alspald
auch zwen, nemlicb Lienbart Metzlern, den wirt, Bayer genannt,
und Hans Bebaimen, bede von Bretbain, mit den zwayen oreni-
pachiscben dasclbstbin gein Orenipacb geschickt und der versameltcn
bavfcrschaft zu Orempacb ansagen lassen, wie sie auch versamelt
wern, und das die von Orempacb demnach uff sein und [31] gein
Bretbain ziehen sollten, so wollt furter die versamelt bawrscliaft zu
Bretbain mit inen ziehen.
Daneben betten die von Bretbaira Micheln Ilofman, damals da-
selbst gesessen, an den Tawberrain, Hannsen Flurbaim von Bret-
hain gcin Wettringen und uff die Staig ^ geschickt, die bawrscliaft
allenthalben in dorfern und weylern uffzumanen und uffzufordern.
SolJchs betten also Michel Kurz, Peter Wagner, Hanns Streng,
Hanns Munch, Lienbart Metzler, Michel Wagner, der pawrenmaister,
der new wirt Sigel Kurz und ander raer zu geschehen verordnet.
Die warn auch die ersten riit, anfänger, uflfwidler und angeber der
uffmr desselben orts gewest.
Als am donnerstag obvermelt solich der pawrschaft empörung
und ernstlich, beschwerlich furnemen und zusammenrottirung beder
ort an ain erbern rat alhie gelanget, bat ain erber rat des merk-
lichen schrecken, niissfallen und beschwernuss getragen und darumb
alspald etwanvil ernstlicher mandat oder gebotbriefe an alle irc
dorfer und weyler ausgen lassen, sich solicber uffrurischen vcrsam-
lung zu enthalten, merers inhaltz, derselben gebotsbriefe von Worten
zu Worten lautende, wie hernach folgt:
Wir burgermaister und rate der statt Rotenburg ufiF der Tawber
embieten allen und yeden unsern haubtlewten, schulthaißen, richtern,
1 Gegend um Ober-, Untoröstheim.
38
bawruinaistern , hiiidcrsesscn und uiidertaueu, in dorfern , weylerii.
höfen und sunst allenthalben gesessen oder wonlmft, wie uns statt-
lich und glaublich anlangt, das ir undor euch versamlung und eni-
porung zu machen understeen, das dann nlt allain >Yider ewer aid,
pflicht und verwandtnuss , damit ir uns und den unsern als iren
herrschaften verpflicht und verpunden seyt, sonder auch wider kayser-
liche mayestat und des hailigen reichs Ordnung, landfriden ond
Satzung ist, das auch kayserlicher mayestat, des hailigen reichs
hohen und nidern stenden und uns nit unpillich zu merklichem miss-
falleu und beschwernuss raicht, zudem das solichs auch wider gött-
liche, evangelische warhait, gebott und 1er ist. Demnach gepietcn
wir euch allen und yeden bey ewren aiden, pflichten und verwandt-
nusscn, damit ir uns uiid den unsern verpunden seyt, auch bey
straf und verlierung ern , leibs und guts , das ir euch solicher em-
pörung und versamlungen enthalten, auch den andern unsern und
anderer hcrrschaft ungeharsamcn undertanen, so oder wa sich die
zu Brethain, Orempach oder anderer end wider ir aid, pflicht und
verwandtnuss zusamen getan haben, auch über unser verbott und
abforderung, iiien beschehen, [32] noch bey ainander halten oder
zusamen tun, nicht zuziehen, noch inen ainich liferung, hilf oder
beylegung zu solichem irem bösen, uffrurigem furnemen tun wollen
in kainen weg. Des wollen wir uns geuzlich zu euch versehen,
dann wa ir solich unser verbott und ewer aid, pflicht und ver-
wandtnuss verachten, so werden ii* in ungnad, straf und pen kayser-
licher mayestat und des reichs, auch unserer und ewrer oberkait
fallen, und wir verursacht, mit solicher straf und anderm ernst
gegen euch furzunemen und zu bandeln, das mir lieber vertragen
wern. Darnach wist euch zu richten 1
Geben under unser statt secretinsigel am donnerstags nach Oculi
[23 März] im funfzehenhundert und funfundzwaiuzigsten jaren.
Söliche gebottsbriefe warden durch bed landknecht Hansen
Speltern und Ilannsen Rehgaiß behendigt und befolhen, das ain
yeder die in sein refir furn und antwurten sollt. Als aber Hanns
Rehgaiß in seiner rifir nit vil pawrn anhaims funden hett, sonder
die den merern tail zu Orempach in der versamblung bey ainander
gewest, war er den nechsten daselbsthin zu inen geritten, hett der
versamblung daselbst der brief ainen behendigt. Dem warn sie mit
ungestiemer und unschicklicher autwurt begegnet der mayuung,
39
wann söiicbs an aiucr keibcu gcscluiitteu stund, so wisstcu sie es
baß zu lesen, betten aueb der brief nit mer, dann ainen und sunst
kaiiieu mer anuenien wollen oder gelesen und daruff im verrer mit
ganz spitzigen und bessigen Worten begegnet, und bett er inen
zusagen müssen, nit ee widerumb anbaims in die statt Rotenburg
zu reyten, dann ufif morgen freytags [24 März].
Wes mein gnediger berr, marggrave Casimir zu Bran-
de nburg etc. insolicbera an den rat albie werben ließ.
An obgcmeltem donnerstag [23 März] ist Antoni Graber, des
durcbleucbtigen, bocbgebornen fursten und berren, berren Casimirs,
inarggrafeu zu Brandenburg etc., meins gnedigen berren, secretarius,
rat und diencr, mit einer credenz von sein furstlicben gnaden,
desbalb an ainen erbern rat abgevertigt, vor aim erbern rat albie,
damals uff der drinkstuben bey ainander, erscbinen und bat nacb
uberautwurtung der ci*edenz sein Werbung getan der maynung:
Sein gnedigen berren, mai'ggrafen Casimir zu Brandenburg
hett stattlicb und glauplicb angelangt, wie sieb ains erbern rats
and gemainer statt Rotenburg gepawrn und undersessen merklieb
rottiren und empörn sollten, des sein furstlicb gnad, wa dem also
wer, alter, berkomner aynung und verstendnuss nacb [33], so seiner
farstlicb gnaden vorelter und er mit gemainer statt und sie mit
ime betten, nit wenig miUeyden und bescbwernuss mit aim erbern
mt trugen, wer aucb sein gnad des gemuts und gnedigen erpietens,
zu abstellung und nidertruckung sölicber bösen, mutwilligen und
frcvenlicben empörung zu aim erbern rat mit bilf und rettung alles
Vermögens zu setzen, aucb seiner gnaden rat und gutbedunken,
solicbem bösen, uffrurigem furnemen bey zeyt mit ernst zu be-
gegnen, zuvor und ee dann sieb die zu nocb merer und bescbwer-
licber erweyterung zuge und uberband neme, dann so man dem zu
laug zuseben und es uberband uemen lassen, so wurd solicbem dar-
uacb gar bescbwerlicb oder gar nit wol mer zu begegnen sein,
daramb wollt sein gnediger berr sieb des biemit gegen aim erbern
rat angezaigt und erpotten baben, dann sein gnad aim erbern rat
und gemainer statt ye mit allen gnaden genaigt wern.
Daruff hat ain erber rat dem secretari durch £rasmusen von
Maßloe als damals burgermaister zu Rotenburg in versamelten rate
von rats wegen die antwurt geben, erstlich seiner fürstlichen gna-
40
den gnedigcn zubcliickens und crpiuteus zumal undertcnigeu dank
gesagt, mit erpietung, sölichs underteuigklieli un.b sein furstlu-k
gnaden zu verdienen, und daruff erzelt: Ks wer nit on, sich lictt
gleych Stumpfs und onbcwust ains rats ain Versandung und em-
pörung durch ire gepawrn uflf dem land an zwayen orten, als zu
Orempach und Drethain erhebt, was aber ir furnemen, das wer
aim rat unbewust. Aber ain rat gedechtc zu abstellung solichcr
cmpörung bey den pawrn gutlich zu handeln, dermassen das sich
ain rat versehe, sie on sonder plutvergiessen von irem furnemen
abzuwcyscn und wendig zu machen. Wa aber solichs gutlich bey
inen nit verfahen wollt, alsdann gedechten sie mit dem ernst gegen
inen zu handeln und zu sölichem sich seiner fürstlich gnaden hilf zu
geprauchen nyemand befor zu geben, betten auch on das alsdann zu
sein fürstlich gnaden ir ratzbottschaft zu schicken im willen gehapt.
Ulf solichs hat der secretarius verrer angezaigt und gcrcdt:
Ain rat sollt nur bey zeyt darzu tun und die sach nit verachten,
dann die pawrn an Oselberg ^ zu Weylting und daselbst umb betten
sich nechst vergangner Vaßnacht [26 — 28 Februar] zu Weyltingcn
in gestalt aines wursthofs zusamcn getan, das hett alspald au sein
gnedigcn hcrren gelangt, daruff sein fürstlich gnaden alspald ain
pfcrd oder sechzigc dahin geschickt, sie überfallen, durch die köpf
hawen und also mit inen handeln lassen, das sie niordio, rettio
geschrien, sich demnach von aiuander getan und verpflicht betten,
sie wollten ir leben lang nymmer mer ufif kain wursthof also zu-
samcn komcn. Das zaigt er also aim rat an im pesten zu under-
richtung, damit sie [34] bey zeyt zu der sach teten und solichs
in kain verharrung oder Verachtung stellten. Das wollt sich sein
gnediger herr versehen und in gnaden erkennen. Nahm darniit
sein abschied und begert abschrift der ausgangeu ains rats gebotts-
briefe. Die ward ime gegeben und zugestellt, und ist er damit
wider ab und weg geschieden.
Nach sölichem hat ain rat die sach verrer zu beratschlagen,
wie der sach mit der gut und on sonder plutvergiessen, und wa
die gut nicht verfachen wollte, mit ernst zu begegnen furgenomen.
Aber nachdem ain rat glauplich und warhaftig anlangt, wie
die uflfrürig versamelt bawrschaft ainen verstand und practica mit
1 Ueselbcrg.
41
dem nicrer tail ainer gemaind bic zu Roicmburg iii der statt wider
aiu i-at gcDiacbt, die den pawru verlröistuiig und zusagen getan
haben sollten der niaynung, so die pawrsebaft zusamen kernen, das
ain gemaind sie in die statt lassen und inen proviant zuschicken
wollt etc., besorgt ain rat, sollten sie ainer gemaind in ainer gehe
uff und in ir barnisch und wer gepieten, wider die pawrn zu ziehen
uud sie zu schlachen, das inen ain gemaind des nierer tails ab und
deu pawrn zufallen und alsdann mitsampt der pawrscbaft in ain
erbcm rat und andere ir burgerschaft fallen, sie todt schlagen und
ander mißhandlung mit inen begeen wurden, wie dann on zweyfel
geschehen wcre. Darurob aus den und andern mer beschwerlichen
Ursachen beschloß ain rat, zu morgens uff freytag frnw den ewssern
rat zu beschicken und mit ime die ding auch zu beratschlagen und
zu beschließen, wie sich in die sach zu schicken oder darinn zu
halten wer, und sonderlich ob den ewssern rat mit inen für gut
ansehen wurd, ain gemaind wachwcys ^ zu beschicken, Iren willen
und genmet auch darinnen zu vernemen, damit man sich alsdann
Ycrrcr darnach zu richten wisste.
Indes hct Cunrat Eber hart, der zeit alter bürge r-
ma ister zu Kotenburg, nachfolgend Instruction be-
griffen, also lawtend:
EM ich artickel uff ains erbern rats verpessern zu
mindern und zu mern aim ewssern rat für zutragen
gestellt.
Itero ain inner rat hat euch, meine hcrren und gut freund,
als uff hewt zu in erfordern und gepieten lassen [35] umb merk-
lich beschwert Sachen und handlung wegen, wie ir vernemen werdt,
ond sein das die obligen und beschwerd, so aim Innern rat vorsteen,
mit der kurz euch anzuzaigen:
Item ir vom ewssern rat vernembt und hört on zweyfel für euch
selbst, das gemainer statt pawrn, auch derselben erbern burger und
ander verwandten, gaistlicher und weltlicher, hie in der statt Roten-
burg sesshaftig, yetzo in empörung und nffrur sein.
*
1 In Rotenburg war die burgerschaft nicht in politisch beroclitigte
iQnfte organiaiert, sondern nur aus militärisch-polizeilichen gründen in 6 sg.
vtchten eingetheilt.
4-J
Item das dieselben gcmaiiicr statt und irer burger bawrii ^ uff
uütwocbeu nccbst vergangen [22 Märzj ir bottschaft und versanjluiig
bey und mit ainander an zwaycn orten in der landwer, ncndich
zu Brethain und Orempaeb gebapt baben und nocb.
Item und wie>Yol sie sieb ueebst niitwocb zu nacbt wider an-
baim getan, so baben sie doch das under inen Lescblossen, uff
gestern donnerstags vergangen wider zusamen zu komen, als dann
besebeben ist und nocb vor äugen sein sollen.
Item aus dem ain inner rat bedacht hat allerlay merklieber
bescbwerd, so nit allain uns, sonder allen unsern umbligenden bcrr-
scbaften bocbs und niders Stands daraus erfolgen möcbt, sonderlich
in disen lewften, so yetzt allenthalben vor äugen sein.
Item daruif bat sich ain inner rat allenthalben erkundigt und
erfarn bey dem hawfen der von Brethain, nicht änderst von den
zuziehenden pawrn vernemen könden, dann das sie uff ain kurbcn
gein Brethain ziehen und wein trinken wollen.
Item die pawrn, gein Orempaeb hinein zuziehend und uffrurig,
haben sich verneinen lassen, das sie ain hochzcyt zu Orempaeb haben,
daruff sie frölich wollen sein.
Item aber ainer der unsern bat uns uff dinstag [21 März],
ee und die pawrn zusamen komen sein, uns glauplich angezaigt, das
ainer, ain leichte person, zu seinem dorfmaister komen sey, hab sie
und die ganzen gemain zusamen fordern lassen gein Brethain, da
woll man sich underreden, wie sich ain yeder des ewangeliumbs
halben halten soll etc.
Item und wiewol wir wissen allenthalben aus der erfarung, au
andern orten vor äugen, das solich der unsern furnemen arglistigklich
und aus bösem grund wider das hailig ewangelium und göttliche 1er
fnrgenomen wurd, haben wir daruff ernstlich gebottsbriefe an baid
bawfen und versamlungen und sunst allenthalben in unser landwer,
dorfer und weyler ausgeen lassen des entlichen Versehens, das wir
daruff die sach und empörung vermainten, genzlich zu' ruw zu stellen
oder aber zu dem mindsten ir etlicb und dero \1l als die statt-
haftigsten [30] von inen zu ziehen, ir aid, er, leib und gut zu be-
trachten; was aber soliche gepotsbrief werken werden, das konden
wir noch nit wissen.
1 hs hat sinnstörond: und bawrn.
Item und lawt der botsbriof von wort zu wort also, ut supra
[s. 37j.
Item uiu iuiicr rat für cucb zu gemut mit der warhait ein, das
sie uff gcmaiuer statt pawrn und der iren kaincrlny new beschwerd
geschlagen, noch dieselbigen zu bescblageu bcfor haben änderst dann,
was sie vor 10, 20, 30, 40, 50, 60, noch lenger jar allwegen ye
and VC gegeben und Ire guter, daruff mit solcher beschwerd an sie
kernen, erkawft liaben.
Item und so nun das also die warhait ist, so ist sölich ir
cmpöruDg wider das hailig ewangeliuui , göttliche 1er, alt und new
testamcDt, darinn gott, der allmechtige, alle empörung hat gestraft,
ob joch cmporuug und uffrur uuib gerecht Sachen furgenomen ist
Wurden, dann gott will nit richten umb das ewsserlich oder zeytlich,
sonderlich umb das innerlich.
Item daruff ist die erst frag, ob nit aim yedern innern und
cwssern rats wider und nit lieb ist der pawrn uffrurig sach und
empörung, das gemainer statt und iren burgern zu irem verderp-
hchen schaden raicht, inen auch sölichs iren pflichten und ver-
wandtnuss nach nit gezimbt, noch gepurt hab etc.
Itcni ist zu stymmen, das pillich aim yedeu solich der pawru
empörung oder aufrur nit lieb, sonder ganz wider sey, haben in
auch irer verwandtnuss und schuldiger pflicht nach nit gezymbt, noch
gepurt, in solich uffrur zu begeben.
Item daruff gibt ain inner rat euch vom ewsserii rat mit in zu
beratschlagen für, wie sölicher uffrur und empörung zu begegnen were
und widerumb zu stillen, so sie uff die botsbriefc und abfordrung,
aim yeden wider zu dem seinem zu ziehen, nichtzit geben wollten.
Item daruff hat ain inner rat vorgestern und gesterigs tags
bedacht, ye ee man nach beschehner abfordrung und gebottsbriefen,
iu aberantwnrt und zugeschickt, zu der sach und handlung tue, die
empörung und uffrur zu stillen, ye mit minderm costen und gevere
leybs und lebens das geschehen mog, wa mau aber in der sach die
leng verziehen, ye beschwerlicher die sach zu stillen, und ir un-
zimlich empöru ye mer und mer sich Sterken und mern werd, wie
an andern orten beschehen ist.
Item wie aber demselbigen yetz im anfaug und noch in der
erst und new zu begegnen, will ain erber rat yetz mit euch das
beratschlagen und beschliessen, und ist das die ander frag.
44
[37] Item ich will diser einpürung, sovil mir ymmcr muglich
und gott die gnad vcrleyhcu will, mit meinen geharsamen burgern,
wa die gutlicliait nit statt soll haben, understecn, mit der tat, sovil
mir ymmer muglich ist, doch mit verschonung irs lebens und sonder
plutvergiessens zu stillen, wie sich gepurt, damit weyter uflfrur ver-
miten bleiben.
Item ain rat versiclit sich genzlich zu allen iren burgern, reich
und arm, aller geharsam und gnts willens und sunst kainerlay
änderst in kain weg etc.
Item aber nachdem sich -die pawrn on grund, sonder mit er-
dichten Worten vernemcn lassen, das etlich unser burger, dem wir
doch kain glauben geben, uff der pawrn partey und mit in haben
sollten etc., item daruff sieht ain erbern rat für gut an, ain wach
nach der andern zu beschicken, ir gemuet und maynung zu ver-
nemen, mit erzelung, wes sie zu der statt geschworn sein, und dic-
weyl dlse empörung und uifrur vor äugen, die gemainer statt zu
verdurplichcm und unwiderpringlichem schaden raich, ob man dann
ir zu Stillung diser empörung mit dem ernst und der tat ir not-
turftig wurd, ob sie nit solichs aus schuldiger pflicht mit irem leyb
und gut darzu gern tun wollten, und wicwol sjch ain rat kains
andern zu inen versehe, so wollten doch inner und ewsser rete ir
verstentlich antwurt von inen vernemen, wiewol sich ain rat ver-
sieht, noch dise uffrur in der gut hinzulegen, sovil gott die gnad
verleyhen will. Ist das die dritt frag, ob man ain wach nach der
«
andern beschicken soll.
* Item ist zu stymmen, man soll aus allerlay vorerzelten Ur-
sachen ain wach nach der andern beschicken, sie gutlich, wie be-
dacht ist, anreden, ir geharsam gemut und maynung vernemen.
Item ain ynner rat will sich kains wegs, dann aller irer burger
zusag zu in versehen, mit irem leyb und gut darzu tun, in massen
sie schuldig sein.
Item so das beschicht, wie man die sach angreyfen soll, ist zu
bedenken, nach dem sie arm lewt und die unsern sein, das man
eylends unser treffenlich bottschaft soll zu in schicken und ordnen
mit freuntlicher anredung, nochmalen anhaim zu ziehen, aller uffrur
yetz und hernach sich zu enthalten, iren herren und herrschaften
tun, was sie mit alter her tun betten, man begert nichtz news, und
80 das beschehe, so wollt sie ain rat das alles nichtz entgelten
45
lassen, wa sie das aber gutlich nit tan wollten, so hetten sie hievor
diiivb anser offen brief und sigel in dem gebott, so in von uns zu-
kamen were, geliort, das wir das nit erleyden konten, es were auch ir
furnemen zuforderst wider kayserlich mayestat, unsern allergnedigsten
licrren, des bailigen reichs Ordnung [38], landfriden und alle oberkait,
wie sie selbst das alles zu bedenken hetten.
Item darnacli zu fragen, ob man solich botschaft und Werbung
an sie tun solle.
Ist zu stymmen, das man sölichs umb pruderlicher lieb willen
mit allem fleyß tun soll, und ob man gleich gaistlich darzu bitten
sollt, sie durch göttliche, warhaftige schrift und christenlicher 1er zu
bewegen etc. helfen.
Item so aber das alles nit statt bey inen haben wollt, das dem-
nach gepurt, mit der tat gegen in zu handeln, wie man das an-
greyfen wollte.
Item daruff hat ain inner rat uff ewer beschliessen und mit-
stymmen bedacht, das man zu roß und fuß mit zimlichem feld-
geschotz mer dann die zwen drittail der statt burger und verwandten
darzQ mästen haben, und zu besorgen, das dannocht an den zwayen
drittail zu wenig sein möcht, disem unpillichen uffrnrigem wesen zu
begegnen.
Item man must auch von stund an umbschlagen, welicher hand-
werksknecht sich bestellen wollt lassen, das man dem ain monat ain
wartgeld geben wollt, nemlich alle wochen ain ort, und wann man
in hinaus schickt, ain wochen ain guldin reinisch, belib er dann
ain, zwen oder mer tag heraussen, so sollt ime am guldin nichtz
abgcen.
Item darnach zu fragen: Ist zu stymmen, das solichs die not-
turft erfordern werd, dann vil gehör zu aim krieg, wer pesser allweg
Med, wa es sein möcht?
Item nnd nachdem unser gnediger herr, marggraf Casimir gester
des tags e3;1ends sein secretarium, rat und lieben, getrewen Antoni
Graber zu uns verordnet hat mit dem befelh, uff ain crcdenz, so
^ein forstlich gnad ime geben, mit uns zu handeln, sein Werbung
darauf getan hat, dns sein gnediger herr gester des tags ganz spat
durch sein amptlewt zu Crelshaim ^ und Uffenhaim bericht sey worden,
*
1 Kraibbeiin.
4G
das unser bawrn in unser landwer uffrurig sein sollen ; nun sey sein
fürstlich gnad und seiner gnaden voreitern uns also gnedigklich lange
jar zugetan, und wir und unser vorfarn herwiderumb seiner gnaden
gewcst, das er uns in nöten nit kond verlassen ; bedenk sein gnad,
ye ee man sich understee, solich sach zu stillen, ye pesser das sey,
und mit niinderm costen und schaden es beschehen mög ; erpiet sich
daruff mein gncdiger herr, mit seinen raisigen und zu fuß in allen
seinen ampten uffzupieten und dise emporung stillen zu helfen, wie
sich gepurt, dann solich unser pawrn emporung belange, wa man [39]
nit darzu tun, zuvorderst kayserlich mayestat, sein und sunst alle
oberkait, und hab ime sein gnad befolhen, uns seiner gnaden hilf
uif das allerpest anzuzeigen, und das er unser gnediger hcrr sein wöll.
Item daruff haben wir sein gnaden des tröstlich zuentpictens
undertenigklich dank sagen lassen mit entdeckung der sach und
handlung, wie die als gester gestanden ist, und das wir selbst des
Torhabens gewesen sein , an sein fürstlich gnad zu schicken , mit
seiner fürstlich gnaden rat und hilf hierinnen zu handeln ; wir haben
aber etlich gebotsbrief an die unsern ausgeen lassen, so die bey in
wurken wurden, als wir zu gott verhoffen, das sie wider anhaim
ziehen und rechte geharsam laisten, so habs sein weg, es schick sich
die sach, in welichen weg es wöll, so wöll wir unser ratsbotschaft
in dreyen tagen bey sein fürstlich gnad haben, nach aller gepurnuß
in diser sach mit sein gnaden handeln zu lassen.
Item darnach zu fragen: Ist zu stymmen, das man pillich ain
pottsrhaft in angezaigter zeyt zu im schicken soll.
Item und ob sich die sach zutrug, das uns allain handlung zn
stillen zu schwer, dann wir in solichen dingen die unsern nit so
gar geschickt wissen, als seiner gnaden lewt sein, ob sich nit mit
meinem gnedigen herren zu underreden sey, wie den dingen seiner
fürstlich gnad bevorhaben were zu begegnen, und wie sein gnad und
wir zu hawf komen möchten, und was gut erstlich und nachmalen
für ain ernst gepraucht sollt werden.
Darzwuschen am selben donnerstag [23 März] zu aubends,
als die obgemelten zwen gesanten von Brethain gein Orempach komen
sein und der versamclten pawrschaft daselbst ir ansng, \vie obsteet,
getan, haben sich die pawrn, so zu Orempach versamelt gewcst, als-
47
palil in drey oder vier stunden darnach in der nacht mit iren
hämisch and wcrn, auch aincm raißwagen und etwanvil hacken-
bachsen, die sie uff den landturnen ^ gonomen hetten, zu roß und
fuß erhebt und sein in irer ordnnng mit uffgerichtem fetzen oder
fenlin gein Brcthain (dahin sie darvor, wie oblawt, ir bottschaft,
und hinwiderumb die versamelten bawrschaft zu Brethain ir bot-
schaft gein Orempach ainander zugeschickt hetten) gezogen [zu] dem
hawfen der versamelten bawrschaft zu Brethain, und sein in disem
zog biß gein Brethain erstlich iiauptle\\t und furer gewest nemlich
Fritz Mölkner von Nortenberg und Jacob Vogler von Hartertzhofen *,
die bettln den hawfen von Orempach gein Brethain gefurt, und war
Pauls Yckelshaimer von Orempach ir fenderich gewest, hetten sich
also bed hawfen zusamen getan und daselbst gelegert.
[40] Wes Hanns Spelter, der landknecht, damals aim
rat herein geschriben hat.
Den fursichtigen, erbern und weysen burgermais ter
und rate zu Rotenburg uff der Tawber, mein gun-
stigen, lieben herren.
Fursichtigen, erbern und weysen, gunstigen, lieben herren!
Ewer fursichtig weyshait fug ich zu wissen, das mir kuutschaft ist
zakomen durch den München, ain hecken zu Brethaim, der ist vom
hawfen geschickt worden und von den von Gamesfelt ' ain wissen
haben, kurz ab, wo sie nit mit in anligcn, wollen sie in leyb und
gut nemen und sein stark yetzo 8 hundert, und zcwgt noch stets
ZQ. Der Klug hat müssen entweychen gein Gamesfeld kawm zu fuß.
Solichs bab ich uff das fnrderlichst ewer erber, fursichtigen» weys-
hait Dil wollen verhalten.
Datum mein handschnft in eyl etc.
Ewer weyshait diener Hanns Spelter.
Damff schrib ain rat eylends dem versamelten hawfen zu Bret-
haui, wie hernach folgt:
1 Den thflrmeii, welche in der bcfcntigten grenze dos Rotenbiirger
gchicteii, der ng. landwchr stehen. 2 Ober, Unternordenberg, Ilartershofen.
3 Oammesfdd.
48
An unsere undertanen und pflichtver>YandteQ, bawren-
maistcr und alle ander die unsern zu ßrethain und
andern orten.
Burgermaister und rate zu Roteinburg uff der Tawber. Wisst,
hawreninaister und all ander die unsern zu Brethaim und anderer ende,
naclidem uns glauplich angelangt bat, und wir aucb ain wissen
tragen, wie ir eucb gesterigs tags in Verachtung ewrer pfliebt und
verwandtnuß ain nnzimlich emporung und versamblung on unser
wissen gehabt und villeicht noch, aucb etlich unser diener gefangen
haben, deß wir uns in betracUt gemelter ewer pflicht und vor-
wandtnuß zu euch gar nit versehen betten, darumben gepieten wir
euch bey ewern pflichten und verwandtnussen, damit ir'uns zugetan
seyt, auch bey verlierung und straf leyb, ern und guts, das ir von
stund an abziehen und euch hinfur sölicher unzimlicher versamblung
und emporung enthalten wollend, dann wa ir sölichs verachten,
werden wir verursacht -mit straf und ernst gegen euch furzunemen
und zu handeln, deß wir lieber vertragen wem. Darnach wisst
euch zu richten!
Datum donnerstag nach Oculi [23 März], anno etc. 25.
Dergleichen mutatis mutandis ward den von Orempach auch ge-
schriben, docli mit herauslassung der clausel „unser diener gefangen."
[41] Und wiewol die von Gamesfeld, Oberstetten und vil ander
dorfer und weyler in der landwer ire bawrenmaister herein für ain
rat schickten und anzaigen liessen, wie sie vom hawfen uffgemant
wem, mit anrufen, inen hilf zu tun, so war doch kain hilf da,
sonder denselben gesandten muntlich befoliien und daneben iren ge-
mainden geschriben lawt uachgemelter sciiriften:
An unser undertanen, schulthaiß, gericht und ge-
rn ain de zu Oberstetten.
Burgermaister und rat zu Rotenburg uff der Tawber. Scbult-
liaiß, geriebt und gemaiud! Uff ewer ansuchen, durch ewer ge-
schickten an hewt an uns gelangt, geben und tun wir euch disen
befelh, das ir euch zusamen in ewer gewer tun und bey ainander
lialten, ewer sach in acht haben, auch unseren schriftlichen gebott,
gestern an ander die unsern ausgangen, der wir euch auch ains
hiemit zuschicken, als geharsam undertanen nachkomcn, euch halten
49
als fromm undertanen und euch der andern unserer und anderer
licrrschaft ungeharsameu undertanen, die ir ufiFrurig furncnien wider
gütt und ir aid, pflicht, verwandtnuß und anders tun, nit irren
Oller verfurn lassen. Deß wollen wir uns genzlich zu euch ver-
sehen, dann wir gedenken, gegen den ungeharsameu zu handeln,
als sich gepurt.
Datum freytags nach Oculi [24 März] anno etc. 25.
An unser undertanen, dorfmaister und gemaind zu
G am es fei d.
Burgerraaister und rat zu Rotenburg uff der Tawber. Unsern
gros zuvor. Nachdem ir nechthin bey unserm burgermaister der
vor aagen wesenden uffrur halben ansuchen umb underrichtung ge-
tan etc. und daruff von unserm burgermaister antwurt empfangen
habt, das ir euch in ewerm kirchof zusamen tun, ewer sach in
acht haben wollend, auch gestrigem unserm schreyben volg tun, das.
wollen wir euch hierait auch befolhen haben und versehen uns, ir
werdcnt demselben und auch gestrigem unserm schreyben und ge-
bott, an euch bcschehen, als geharsam undertanen getrewlich nach-
kernen und euch der andern unser und anderer herrschaft unge-
harsamen bawrn uffrurigs furnemens, das sie wider gott, ir aid,
pflicht und verwandtnuß und anders tun, nit irren oder verfurn
lassen, dann wir gedenken, gegen denselben unsern ungeharsameu
ZQ handeln, als sich gepurt.
Datum freytags, am aubend Unser frawen verkundung [24 März]
anno etc. 25.
[42] Wie inner und ewssere rate zusamen kamen und
handelten.
Also des andern tags, am egemelten freytag fruw umb ain
ur uff den tag * sein bed inner und ewsser rate hie zu Rotenburg
«
1 Nach unserer tageseintheilung um 7 uhr morgens. In Rotenburg
lag 1525 die mittelalterliche stundenzählung, die von Sonnenuntergang bis
Sonnenuntergang den tag reichen lässt, mit der unserigen, die den tag mit
mittcrnacht beginnt, noch im kämpfe. Im ganzen aber herrschte 1525 die
alte zAhlungs weise in Kotenbnrg noch vor, weshalb Zweifel dieselbe öfters
als „Rotenburger, unsere uhr'^ anführt; seltener nennt er sie auch „kleine
uhr''. In sehr vielen fällen ist es deshalb unmöglich zu sagen, ob Zweifels
akten nach alter oder neuer uhr die stunde berechnen.
Baoonkri^ 4
50
zusamen körnen, haben sich erstlich entsclilossen und veraint, ir
leyb und gut in diser sach ob ainandcr zu lassen, daruff auch als-
pald Cunrat Eberharten, alten burgermaister , Jeronimus Haseln,
des innern rats, Cliristoffel Kressen und Gabriel Langenbergern,
des ewssern rats, hinaus gein Brctliain zu dem hawfen der ver-
samelten bawrschaften zu reyten und mit inen gutlich zu abstel-
lung irer uffrur und empörung zu handeln etc. verordnet, desgley-
chen alspald beschlossen, nach essens ^ die gemaind wachweys nach
ainander zu beschicken und auch mit inen zu handeln. So sind
die verordneten alspald hinaus zu der versamelten bawrschaft gein
Brethain geritten.
Nach sölichem und in abwesen gemelter ratsbottschaften haben
bed inner und ewsser rät gemelts freytags [24 März] nach essens
die wachen der gemaind alhie, ye aine nach der andern uff das
rathaws zu kommen beschickt und erstlich die wach am Viehmarkt,
die alspald uff das rathaws kam, und für bed retc in die grossen
ratstuben gefordert. Alda ward inen das bös, gewaltsam fur-
nemen der versamelten, uffrurigeu bawrschaft furgehalten und ge-
clagt, darbey auch inen zu erkennen geben, das bed inner und
ewsser rät ir treffenlich ratbottschaft von beden raten zu der ver-
samelten bawrschaft verordnet und geschickt, mit inen gutlich zu
handeln, von sölichem irem uffrurigen furnemen abzusteen, anhaims
zu ziehen, ir aid und pflicht zu bedenken und iren herrschaften
geharsam zu laisten, in massen sie schuldig und pflichtig wern,
versehe sich ain rat, sie wurden dem volg tun; wa aber solichs
bey der bawrschaft nit verfahen wurd, als sie sich dann gleychwol
auch besorgten, alsdann gedechten sie mit dem ernst gegen in zu
handeln, und [haben] daruff der gemaind alspald beder rät may-
nung in Schriften verlesen lassen, also lawtend:
Bede inner und ewsser rate alhie zu Rotenburg sind mit ain-
ander rätig und ainig worden, wider die uffrurigen empörung der
pawrn, so sie wider gott, er, ir aid und pflicht, wider evangelische
Satzung, kayserlicher mayestat, unsers allergnedigsten herren, und
des [43] hailigen reichs Ordnung und landfriden furnemen, ainan-
der hilf und beystand zu tun und zu Stillung diser bösen empörung
1 T^ngcfillir nm 9 uhr morgens; vgl. über diese nngefHlirc Zeitrechnung
dcR niitlclaltcrs Grotcfcnd, hnndbucli der historischen clironologic s. 43 bis 45.
51
gatlicli, oder wa die gutlichait uit statt haben wollte, furderlich
mit der tat und dem ernst dargegen zu handeln, das die notturft
orfordert, und sind demnach bed inner und ewsser rate der Zuver-
sicht zu euch als gemainer statt globten und geschwornen burgern,
andertanen und inwonern, ir werdent auch kains andern willens
and gemnts sein, dann euch in solichem als geharsam bnrger, in-
woner, nndertanen und verwandten innerm und ewsserm rat mit
lülf and beystand angespart ewer leyb und guts zu halten und zu
beweysen, and wiewol sich bed rete deß und kains andern zu euch
versehen, so wollen sie doch deß ewer verstendig antwurt von euch
hora and vernemen, damit sie wissen, was sie sich zu euch ver-
sehen sollen.
Wie sich die gemaind in diser wach daruff gehalten hat.
Nach Verlesung obgemelter schriftlicher furhaltung warn bey
den 25 personen von erbern und andern burgern uff ains rats
seyten getretten der maynnng, bey aim rat zu steen und zu be-
leyben. Under denselben war auch Lieuhart Stock, der ferber, der
ward aber bald darnach von inen abfellig, wie dann bald hernach
begriffen wart etc. Aber die andern barger all in derselben wach
vorden von Stephan von Menzingen (der sich, über das er seins
burgerrechtens und andrer derselben anhangender Sachen halb, wider
sein bürgerlich aid und pflicht geübt, mit aim erbern rat vor Iren
gefreiten richtern in ainer schwern rechtvertigung stund und ye
kain borger mer zu sein vermaint, noch sein oder tun wollte, das
sein bargerlich aid und pflicht auswisen und vermochten, und des-
halben im glait der gefrejrten richter hie lag etc. \ in diser ge-
verlichen uffi*ar anerfordert selbs aus aigner bewegnaß zu der ge-
maind and diser uffrurigen sach schlag and uff das rathaws mit
gemelter wach, darinnen er gleychwol saß, auch in gemelte rat-
stuben far bed ret käme) angeschrien und angcraizt, sagend und
schreyende zu inen, der gemaind derselben wach, sie sollten aus-
tretten and ain bedacht nemen, und sie dardurch bewegt, das sie
Solichs teten, traten aus, namen ain bedacht, antwui-t za geben, und
schrie Menzinger hynder inen umberdar: „Aashin, ausbin*', biß sie
aas der staben kamen.
1 Vgl. darftber Bensen, a. a. o. 93.
52
Lienhart Stock
trat darufF von aim rat widerumb ab und aus der ratstuben, sagt,
er were aiu alter, kranker, tawber mann, konnte niclitz zu den
Sachen, bat ime zu erlauben. Das beschach und ward ime erlaupt.
Damit [44] schied er ab, und alspald er hinaus für die ratstuben
uff das rathaws kam, trat er auch zu dem ausgetretten hawfeu der
gemaind in vermelter wache und zu Stcffan von Menzingen, stund
inen bey, ward auch, wie hernach folgt, von inen in den ausschuß
erweit, darein er sich setzen und gepra neben, ime auch die sacb
vor andern anligen ließ.
Und also wartet ain rat lang, wann die ausgetrettne wach
kerne und ir antwurt geben, und stunden diewcyl die personen, die
zu ainem rat getretten warn, in der ratstuben bey beden Innern
und ewssern raten. Aber die gemaind derselben wach, noch audi
ir vorgener Steffan von Menzingen kamen nit mer herwider in die
ratstuben zu gemelten beden raten, ir antwurt zu geben, sonder
hielten ainem rate dieselben vor, bliben gar aus, teten sich uff dem
rathaws im ring, darinnen man pfligt gericht zu halten, in ainen
bawfen zusamen, beratschlagten sich mit ainander, wie sie die sach
fnrnemen, angreyfen und handeln wollten.
Zu sölichem prediget und sagte inen Steffan von Menzingen
vor, wie sie sich in disem furnemen halten sollten, dem und sol icher
seiner 1er und underweysuug sie auch volgten und im anhiengen
biß zu end diser uffrurigen handlung. Und also ward derselbig
hawf uff das mal aus angeben und beratschlagung Steffan von
Menzingens rätig und schickten Kilian Ettschlich, den tuchscherer
obgemelt, selbvierd aus inen hinumb in die grossen ratstuben zu
beden reten in rat, Hessen sie bitten, inen die vermelt schrift, die
inen vorgelesen was worden, zuzestellen, die wollten sie überlesen
und sich darinnen ersehen. Daruff ward inen dieselbig schrift be-
hendigt, die betten dieselben vier genanten Steffan von Menzingen
und dem gemainen hawfen beuielter ausgetrettner wach pracbt und
Steffan von Menzingen inen die vorgelesen und daruff gesagt, sie
wollten ob der schrift sitzen und sich wol darob bedenken, das
sie dann also teten und mit diser schrift die sach so lang be-
dachten und antwurt ainem erbern rat uff das geschehen furbalteu
zugeben Verzügen, biß die ganz gemaind diser statt von allen andern
53
waclicu auch uff das ratliavvs kamen. Als aber ctlicli under inen
vernielter Verzug und die berurt schrift mittler zcyt bcy in zu be-
lialteu uit gut bedewehte, haben sie dieselb schriftlich verzaichnuß
alspald abgeschribeu und aineni erberu rat ir schrift >Yider zugestellt
und behendigt.
Und als indes die andern wachen der gemaind auch uff das
rathaws kamen und für bed rete gefordert, warden sie alle, ee sie
in die ratstuben giengen, von Steffan von Menzingen und seinen
anhengcrn angeraizt und angericht, das sie auch bedacht nemen
und austretten sollten, wie sie dann teten [45]. Demnach dieselbigen
andern wachen all, je aine nach der andern all, als sie für bed
ret kamen, und inen gemeltes schriftlich furhalten vorgelesen ward,
darnff austraten und bedacht namcn, antwurt zu geben, und was
aus denselben andern wachen allen gar nyemand zu aini rat getretten,
gab auch kain wach ir antwurt, sonder verweylet sich ir aller bedacht
so lang, biß alle wachen uff dem rathaws und alda also die ganze
gemaind diser statt zusamen uff ain hawfen in ain bedacht kamen.
Alda stund Stefan von Menzigen under inen uff, predigt und sagt
ineu vor, wie sie ime tun und ainen ausschuß under und aus inen
machen sollten, derselbig ausschuß furter zusamen geen und von
alucr gemaind wegen iibcr die sach sitzen, die beratschlagen, handeln
und Ordnung bescliliessen sollten, wie ir notturft erforder, auch ain-
audcr derbalben pflicht tun sollten, was die vom ausschuß handelten,
das sie sölichs in gehaimbd halten, verschwygen und nit offenparen,
auch ain yegklichs handwerk aus inen etliche personen zu solichem
ausscbuß geben und verordnen und ober ainandcr gctrewlich halten
und stcen sollten, so wollt er Stephan von Menzingen auch ob inen
lialten, bey inen steen, sein leyb und gut bey inen lassen, mit vil
andern und mer werten und maynungen, von ime Verla wt, daruff
dann ain gemaind mitsampt Menzingern alspald furnamen, Ordnung
zu machen und ainen ausschuß zu setzen.
Darzwuschen, zuvor und ee dann ain gemaind den ausschuß
ganz verordnet und gemacht betten, tete der durchleuchtig, hochge-
l)orn fürst und herr, herr Casimir, marggrave zu Brandenburg etc.,
mein gnediger herr, ain ernstliche, dapfere schrift bey seiner
fürstlich gnaden reytenden boten, der Ritsch genannt, eylends
hieher, weliche schrift lawtet von werten zu werten, wie her-
54
Den crsamen, wcysen, unsern liebeu, besoudern, bur-
gormaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber,
cito, cito, cito.
Casimir, von gottes gnaden marggraf zu Brandemburg etc.
Unser gunstlichen grus zuvor. Ersamen und wcysen, lieben, be-
sondere ! Wiewol wir euch gestern durch unsern secretarien, rat und
lieben, getrewcn Antoni Grabern gnedigklich anzaigen lassen haben,
wie an uns gelangt, das durch die pawrschaft in ewer landwer eine
mutwillige empörung und vcrsamiung vor äugen, das auch unser
gemut und maynung sey, euch solichs helfen zu wem und abzu-
stellen, so ist uns doch uff solich unser gnedig anzaigung und er-
pieten bißher kain antwurt zukomen [46] und hewt dato abermals
stattlich und glauplich an uns gelangt, das sich uit allain ewer
pawrn wider euch als ir oberkait frevenlicher und streflicher wej's
cmpörn, sonder sich auch understeen, unser undertanen in mer denn
ainem unsern ampten zu inen zu ziehen und also auch in uffmr
und empörung zu bewegen, das wir kains wegs leyden konden,
noch wollen. Und dieweyl dann gemelt der ewern unpillich uffnir,
versamlung und rottirung nit allain wider euch, sonder auch wider
römisch kayserlich mayestat, unsern allergnedigsten herrcn, und alle
oberkait furgenomen wurd, derhalben uns auch von pottschafteo,
hauptlewten und raten des kaiserlichen punds zu Schwaben inson-
dcrhait geschriben und befelh getan, uff soliche und dergleichen
uffrurisch bawrn unser fieyßig achtung zu haben und dieselben
kains wegs zu gedulden, sonder mit ernst und der tat dargegen
handeln, darzu wir dann von inen mit hilf und beystand nit ver-
lassen werden sollen, so begern und ermanen wir euch hiemit noch-
malen, das ir on Verzug gegen sölichen ewern uffrurischen, uuge-
harsamen pawrn und undersassen mit ernst handeln wollet, und
erpieten uns nach, wie vor, euch zu demselben gnedigklichen zu
helfen. Wa ir aber solichs nit tun wurdent, dess wir uns doch
der erberkait und pillichait nach nit versehen, so müssen wir ge-
mainer stende des kaiserlichen punds zu Schwaben schreyben und
befelh nach als ain gehorsamer fürst des hailigen reichs und ge-
trewer pundsverwandter mit gemelter pundsstende hilf und beystand
selbs uff weg gedenken, wir sölich mutwillig, böse handlang und
taten mit ernst abgestellt und verkomen, das auch dieselben leicht-
vertigeD, erloseu buben und ire anheng irem verschulden nach ge-
sti*aft [werden]. Und wiewol wir aus kains andern zu euch ver-
sehen, dan das ir euch in sölichcm obgenicltem unserm erbern,
pilliclien ansuchen genieß halten und erzaigen werdet, so begern
wir doch hieruff ewer schriftlich, unverzogenlich antwurt bey disem
boten.
Datum Onoltzpach freytags nach Oculi [24 März] unib sechs
urn vor mittag anno etc. 25.
Sobald aber Steffan von Menzingen und die von der gemaind
des Ritsch hotten, den sie kannten, und der schrift gewar wurden,
bat sie ain groß gemurbel uff dem ratliaws under inen erhaben,
daim Stephau von Menzingen hett inen, der gemaind, gesagt, wie
aiu rat sein bottschaft zu dem marggrafen geschickt hett, der kemc
und wollt die statt einuemen, und was die red, der marggraf kerne
mit hundert pferdon, und die obgenanten Conrat Eberhart, Christoffel
Kreß, Jheronimus Hasel und Gabriel Langenberger wern darumb
als ain ratsbotschaft zu dem marggrafen geschickt worden. Derhalb
betten Kilian Lutz, Jacob Vahman, genant Ilan, und Kilian Ettsclilich,
der taebscherer, geschrien, man sollt den torn zulaufen, die einnemen,
[47] zuschlagen, besetzen und die schlussel zu den torn nemcn und
uff das rathaws dem ausschuß pringen.
Uff solichs warn vil von der gemaind vom rathaws hinab und
allen toren zngcloffen, betten die tor eingenomen, zugeschlagen und
mit lewten besetzt, darneben auch die torschlussel von den tor-
schliessern zu iren banden genomen, uff das rathaws pracht und die
alle Ilanns Kretzern, dem wirt, zu behalten und zu verwarn gegeben.
Dann Stephan von Menzingen und ain gemaind vorchten sich und
hielten nit änderst darfur, dann ain rat hett, wie gemelt, die obge-
dachten ir bottschaft, so 'Sie zu den pawrn gein Prethain geschickt
hatten, gein Onoltzpach zu dem marggrafen verordnet, umb hilf
anzurufen und den marggrafen uffzupringen, und mainten die von
der gemaind, man zug gleich daher, deshalben ain groß gedumel
und geschray under der gemaind was, wie dann gemelter Ritsch,
ineins gncdigen herren bott, selbs gesehen und gehört hat.
Daruff Hessen bed inner und ewsser rät die gemaind uff dem
rathaws durch Ernfrid Kumpfen, alten burgermaister, und Georgen
Bermetern, des Innern rats, die deshalb zu inen geschickt warn,
zosamen berufen. Die blanden uff aim bank und teten uff befelhe
56
ains rats ainer gemaind nach der long von newcm mantlich erzelen
und anzaigen der pawrn frevenlich, mutwillig, bös furnemen und
darbey, das ain rat nit genaigt were, solich uffrur der pawrn mit
plutvergiessen zu stillen, sonder allain allen fleyß in der gut furzu-
wenden, sie von sölidiera uffrurigem furnemen abzuwenden, wa aber
die gute nit statt hett, alsdann selbs mit irer, der burger, hilf ernst-
lich darzu zu tun, damit soliche ufFrur ye nidergetruckt und fur-
komen wurd, dann wa das nit beschehe, so wurd solichs kayserlicher
mayestat, churfursten und fui*sten, auch andern stenden des loblichen
puuds zu Schwaben und andern mer stenden des balligen reichs nit
zu erleyden steen, sonder wurden sie alsdann selbs darzutun und
mit aim sölichen gewalt und schaden dargegen handeln, das es nit
allain der versamelten bawrschaft, sonder auch inen von der gemaind
als die, so auch ufFrurig wem und ains erbern rats pillich vorhaben
verhinderten, dcshalben sich der pewrischen uffrur und irer Verhand-
lung tailhaftig und anhengig machten, zu schwer sein wurde. Wie
inen dann Ernfrid Kumpf solichs alles nach der leng vorredet, er-
zelt und sagte, inen auch dar uff alspald hochgedachts meins gnedigen
herren, marggrafen Casimirs schrift selbs öffentlich verläse und [48]
dabey verrer redte, das ain erber rat nyemand zu meinem gnedigen
herren, dem marggraven gescliickt, sonder der fürst soliche schrift
aus aigner bewegnuß und gutem, fürstlichen gemut getan hett. Das
sagt mau inen bcy warhait und glauben zu, bat sie daruff, sie
sollten sich furdcrlich bedenken, aim erbern rat uff das beschehen
furhalten furderlich antwurt geben und inen die nit verziehen. Es
redet auch gemelter Ernfrid Kumpf darbey verrer zu der gemaind,
sie sollten sich an den man, den Menzinger, nichtzit kern, dann er
wurd sie verfurn, und sagten ir etlich von der gemaind darnach,
wa Ernfrid Kumpf damals mit sölichen reden und handeln nit gewcst,
es wern bed rate tod geschlagen worden etc.
Also traten Steffan von Menzingen und ain gemaind uff aiu
ort, und sagt Menzinger zu der gemaind, es wer nichtz, sonder
ejrtel narrenwerk und erdicht ding mit sölicher schrift, sie sollten
es nit glauben. Jedoch schickten sie daruff zum rat und liesscn
bitten, inen soliche schrift zu behendigen, wollten sie die besichti-
gen und noch ainmal hörn lesen. Das beschach. Also namen sie
die schrift in ring, besichtigten und verlasen die, fanden sie gerecht
und stallten die furter aim erbern rat wider zu. Indeß hett ain
57
X uff sülichc Schrift aiii antwurt stellen lassen, die ward in der
maind auch öffentlich verlesen, also das aiu rat mit ireni wissen
ni furston schriftlich antwurt gab, und vermainteu, mit dem und
derer gütiger erzaigang sie zu erweichen und von ircm furnemen
pringen, und lawtet soliche schriftliche antwurt, wie hernach folgt:
sni durchleichtigen, hochgehornen fursten und herren,
srreu Casimir, marggrafen zu Brandenburg, zu Stet-
n, Pommern, der Cassuben und Wenden herzogen,
irggraven zu Nürnberg und fursten zu Rügen etc.,
unserm gnedigcn herren.
Durchleichtiger, hochgeborner fürst, gncdiger herr! Ewern
i*stlich gnaden sein unser undcrtenig, willig dienst mit fleyß zu-
r bereit. Gnediger herr ! Ewer fürstlich gnaden gnedigs schreyben
id erpieten, uns yetzt der uffrurigen unser bawrn halb getan,
ben wir undertenigklich empfangen und verlesen, sagen ewern
rstlich gnaden dis alles zumal undcrtenigen dank mit erpietung,
ib ewer fürstlich gnaden in undertenigkait ganz willig und berait
in zu verdienen. Wir versehen uns auch, ewer fürstlich gnaden
y nnn mer unser antwurt, so wir gestrigs tags ewer fürstlich
laden secretarien und rat Antonio Grabern uff sein Werbung munt-
ch gegeben haben, zukomen. So sein wir yetzt in diser stund
il unserm ewssern rat und der gcmaind versamelt der maynung,
IS mit ainandcr zu verainen und zu cntscblicsscn, sölichem uff-
rigem furnemen der pa\sTn zu begegnen oder dasselbig abzustellen.
^as wir nun uns in sölichem [49] entschliessen zu tun oder zu
ssen, wollen wir ewer fürstlich gnaden tags oder nachtz eylends
t verhalten. Tun uns damit ewer fürstlich gnaden undertenigk-
:hen befelhen, dann ewern fürstlich gnaden undertenig, willig dienst
I erzaigen sein wir willig und berait.
Datum freytags nach Oculi [24 Mürz] in der dritten stund
)r nachtz, anno etc. 25.
ßurgermaister und rat zu Rotenburg.
Solich obgemelt Schriften und handlang sampt dem bedacht
IT gemaind haben sich gleichwol in die nacht verzogen. Indess
it die gemaind ain ausschuß verordnet und gemacht, darein sie
?y zwu und vierzig personen setzten, wie die hernach geschriben
id verzaichnet steen:
58
Der verordnet ausschuG der gemaiud:
Stephan von Menzlngcu, Hanns Kretzer, wirt, Kiliac Ettsclilicli,
tuchscherer, Jörg Spelt, der alt, Lorenz Knoblach, wirt, Wilhelm
Beßmayer, alter schulmaister, Michel Stroluntz, wirt, Lienhart Beck,
gerber, Lutz Beck, kremer, Sebold Stöcklin, metzler, Valtin Yckels-
haimer, tCNvtscher schulmaister, Cunz Kern, buchtrucker, Lienhart
Stawd, metzler, Fritz Dalk, metzler, Albrecht Nadipur, kursner,
Lienhart Stock, der gewandschneyder obgeuannt, Fridelhanns, verber,
Apelhanns, beck, Michel Redliu, wagner, Endris Bopp, bawr,
Michel Strebel, bawr, Michel Haylman, der sailer, Kilian Lutz,
Schuster, Burkhart Weydner, huter, Claus Mayer, schuster, Jos
Schad, Jörg Pfluger, gerber, Hanns Ellwanger, putner Lorenz
Prundel, Symon Muller, beck, [50] Peter Mark, Michel Weinprenner,
Hanns Begen, Paul Zurl, gerber, Jörig Keller, beck, Hanns Lewpolt,
beck, Fritz Kranz, Hanns Ziegler, sayler, Martin Hufnagel, hi»fner,
Jos Hofman, schneyder.
Georg Spelt, der alt,
gepraucht sich aber ainer sondern, bchendlistigen gcschicklichait,
kam des andern tags für ain rat, zaigt und prachte an, wie er
von dem ausschuj beschickt und erfordert were, auch als ainer des
ausschuß bey inen zu sitzen und helfen zu raten und zu bcsch Hessen,
was not were. Nachdem er aber der handlung selbs ain groß be-
schwernuss und missfallen hettc, und sonderlich inie solich wider-
wertigkait, ains erbern rats beschwcrnuss und bckuiuniernuss gc-
trewlich laid und wider were, hett er sich des gc widert, darfur
gebetten, aber sie wollten in des kains wcgs erlassen. Nun hett
er darfur, wa er bey inen seß oder were, und sie ine das ye nit
erlassen wollten, er wollte in sacheu nit unschiedlich und aim er-
bern rat bey inen mer nutz, dan schcdlich sein, dann wes er nit
gut machen könt, wollt er nit ergern und sich doch on wissen und
erlauptnuss ains erbern rats zu inen nit begeben, bat derhaib unib
autwurt, was aim rat darinn gelegen were oder nit, mit mer Worten etc.
Daruff bewog ain rat die sach und getrösten sich sein in be-
tracht seiner gcschicklichait nit wenig, vermainten, er wurd den
andern vom ausschuß allen einhalten und vil irs frevenlichen fur-
nemens furkomen, erlaupteu ime demnach, bedachten auch verrer
59
darbey, wa sie iuie gleycli nit crlaupten, das er dannocbt darein
komcn, und solichs darzu aim erbern rat gegen dein gemain aus-
scbuG noch grossem and merern haß und veindscbaft gepern ward.
Aber wie Jörg Spelt nochmals ain erbern rat ains alten handeis
Qüd erhaltner nppellationsach vor dem ausschuß verclagt und nmb
hilf angerufen hat, wurd sich hernach bey den artickeln der hand-
werker angemassten beschwerden erfinden.
Nun die obgemelten personen des erweltcn und gesetzten aus-
schuß der gemaind glopten und schwurn [51] all von stund an zu-
samen, das sie alles das, das sie handelten und macbten under
inen, ir leben lang bis in gruben vcrschweygen und nymmer offem-
parn sollten und wollten, und nam Stephan von Menzingen die aid
und pflicht von inen an, und das beschach auch des obgemelten
freytags.
Wie die bawrn weyter gezogen sein.
Dis freytags [24 März] zu morgens haben sich bed liawfen
der versamelten pa^TSchaffc zu Prethain erhept, sind gein Insingen,
Diepach, Ostbain * und Wettringen und von Wettringen wider gein
lusiugen gezogen, haben darzwuschen den pfarrern zu Betwer ^ und
Ostbain etlichen wein uff der Strassen genomen, angestochen, im
leger von Insingen ausgemessen und verpewt und sonderlich zu
Wettringen den scliulthaißen Michel Pranden, dieweyl er derselben
zeyt nit auhaims, sonder hie zu Rotemburg bey sein herren, aim
rate, war und den der pawrn uffrur und furnemen angezaigt, aus-
geplündert, ime ob hundert guldin parschaft und sunst vil guter
stuck von hawsrat und farender habe aus der kirchen und sein,
des schulthaißcn , haws genomen, uff wegen getragen und geladen,
weg gefurt und verpewd, darunder Cunz Lullig von YUeshaim ^,
Fritz Mölkner von Nortemberg und Hanns Metzler von Brethain
bauptlewt und Jos Wacker von Osthain (der mit uffprechen der
truchen in der kirchen und austragen der hab und anderm ser ge-
scheftig, hilflich und unmussig in solichem plündern gewest war).
So betten Hanns Kraws zu Wettringen und andere die parschaft
and farnuss, wie und wa die in der kirchen gelegen, verraten und
angezaigt. Und wiewol Michel Prand, der schultl^iß, dazumal, als
1 Ober, UDterostheim. 2 Bettwar. 3 lllesboim.
60
so mit dem seinen gehandelt, wie obsteot, abwesculicli bie zu Roten-
burg war und die saeb, wie die pawrn ainander uflfmanten, gein
Pretbain zusamen zugen und rottirten, unwissend, was ime mittlere
zeyt anbainis Schadens bcscbacb, aini burgermaister und etlichen
raten bie zeytlicb anpracbt und anzaigt bat, so ist doch solicbs
veracbt und nyemanden zu herzen gangen, und indem der hawf von
Wettringen wider gein Insingen zu den andern, die daselbst im
ersten leger ligend blibcn warn, komen, haben hcraussen uflf der
wisen von newem bauptlewt, rüt und ander amptlewt gemacht,
nemlicb :
Hauptlcwt, rät und ander amptlewt, zu Insing gemacht.
Fritz Mülkner von Nortenberg, Endris Windshaimer von Pret-
bain, [52] Hanns Pfister, genannt Metzler, von Pretbain, Cunz Lul-
ligen von Yllesbaim , Peter Kernern von Guckelbawseu , Lienhart
Grossen von Scbwarzenpronn, Symon Nussern von Orempacb, Lien-
hart NVeyscn von Orempacb, Hanns Clinglcrn von Bettenfeld, Lutz
Kutterolfen von Wildentierpacb , Martin Becken von Plumweyler ',
Sebastian Stainmetzen von Gebsattel, Erasmus Langen von Insingeu,
Peter Wegnern von Pretbain, Michel Waltraan von Stainsfeld, Hanns
Herman von Wettringen, Hanns Herman von Onspacb 2, Bernhart
Yckelsbaimern , der ersten uffwidler fenderich, Jacob Voglern von
Hartertzhofen , Hanns Scbmidlin von Nortemberg, Jörg Tawber-
schmiden von Wettringen, der die pawrn des orts am maisten uff-
pracht bat, Hanns Becken von Wettringen, der erstlich gein Bret-
haiu zogen zu Hanns Mctzlcrn und in diser sacb erstmals in an-
fang diser empörung sein waibel ist worden, her Lienhart Dennern,
pfarrverweser zu Lewzonpronn, der der versamelten pawrschaft prc-
diger, schreyber, ratgeber, vorgeener, heber, leger und der vor-
derst im spil gewest ist, item her Hanns Hollenpacb, frumesser zu
Lewzenpronn, gleichwie her Lienhart Denner und sunst ain grosser
bub, uffwidler und sollicitirer der uffrur.
Darzwuschen und an obgemeltem freytag [24 März], nachdem
als die gemaind die tor sambt den schlüsseln alle eingenomen, irs
gefallens gesetzt und verwart und also ain rat irer administration
des orts entset/t fetten, kam die obgemelt des inneru und ewssern
*
1 Blumweilcr. 2 Kleinansbacb.
61
'ats bottschaft von der versamelten bawrscliafl. Die warden mit
iiuw wider in die statt gelassen ganz spät, taten alspald beden
Uten ir relation ungeverlich der maynung:
Relation gemelter ratsbotschaften.
Als sie an bcwt uff befelh beder rate hinaas zu der bawr-
:haft geritten wern und sich gegen Brethain zu inen genehert,
ctten sie zu der pawrschaft hinein gein [53] Bretiiain umb sicher-
ait und glait geschickt. Aber der gewaltig hawf der versamelten
awTscbaft zu Brethain, so etwas uff tawsend stark, wem hinweg
ewest und uff Insingen und Diepach zugezogen, sich diso nacht
aselbsten zu legem, und noch ungeferlich bey den hundert pawni
m vier gemainden, als Prethain, Hiltgartzhawsen , Dierpach und
ewpach * daselbst zu Brethain gelegen. Hetten die von Prethain
:lich heraus zu den ratsbotschaften geschickt, sich verantwurten
tid entschuldigen lassen der maynung, das sie von solicher em-
ärung nichtz gewist, sonder die von Orempach und ander wern in
erklicher zal gerust zu inen gezogen, hetten sich dahin gelegert,
)er sie von Brethain nit gewist, was ir furnemen were, begerten
eh als getrew undertanen geharsamlich zu halten. (Das war von
enselben bawren erlogen.) Desgleichen wern ctlich von Dierpach
omen, hetten inen, den ratsbotschaften, anzaigt, inen wer von ains
ats wegen gebotten worden, uff Lewzendorf zu ziehen, als sie aber
ahin komen wern, hetten sie ain andere maynung vernomen, wern
och gleich vollend zum hawfen gezogen, zu hörn, was sie doch
uiinten oder vor hetten, dann der hawf der versamelten bawrschaft
ett sie und ander, wa sie inen nit zuzugen, merklich betrohet.
jölicber betrohung hetten sich die von Hiltgartzhawsen und Rew-
i^acb, die zu inen komen wern, auch heclagt und dabey angezaigt,
das sie allain ir leyb und gut zu behalten daher zogen wern und
gar nit der maynung, sich wider ain rat zu setzen oder yemand
zu beschedigen. Aber es hat sich hernach auch änderst erfunden
und beschaint.
Antwurt des ausschuß an den rat.
Soliche relation, auch das ander, so die gemalnd und der aus-
1 IlilgarfshauBcn, Dicbach, Renbach.
G2
Schuß darneben ander inen und mit ainander handelten, machten
und ordneten, Verzug sich biß in die nacht, biß nacli dem aus-
schlagen \ da schickten sie etlich aus dem ausschuß, nemlich Steffan
von Menzingen und andere, die ich nit gemerkt, zu beden raten,
Hessen durch gcmelteu Menzinger reden und furpringen: Nachdem
ain erber rat ain gemaind beschickt und inen ir vorhaben wider
die pawrn entdeckt, auch daruff begert betten, sie irs willens auch
zu verstendigen etc., also hett ain gemaind ainen ausschuß verord-
net, der von iren wegen red und antwurt geben sollt. Derselbig
ausschuß von' wegen der gemaind hett ine, Menzingern, und die
andern sein mitverordneten zu aim erbern rat geschickt und Hessen
in ansagen, das ain gemaind oder der ausschuß von irentwegen [54]
aim erbern rat uff sein begern noch kain entlich antwurt geben
könnten, dann sie, die vom ausschuß, wollten zuvor yemand aas
dem ausschuß zu den pawrn hinaus in ir leger schicken und sie
hörn, warumb sie dise empörung teten, oder was ir clag und be-
gern were, ob ir furnemen wider das evangeHum were oder nit.
So das beschehe und sie dann in sölichem vernemen, das ir fur-
nemen wider das evangeHum were, als dann wollten sie entlich und
dermassen antwurt geben, das ain rat darab nit missfaUen empfahen
sollt. Baten sölichs nit arger maynung zu vermerken, und wollt
ain rat yemand aus inen neben den verordneten des ausschuß auch
zu den bawrn verorden, das mochten sie tun.
Verrer zaigten sie an, wie sie aus dem ausschuß verordnet
betten, die tor und die wach zu versehen, desgleichen möcht der
richter mit sein knechten auch umbgeen, und ain rat yemand za
besetzung der wach aus inen auch verordnen.
Desgleichen begerten sie, ob der ausschuß ainer gemaind not-
turftig sein wurd, ain gemaind zusamen zu fordern, das ain erber
rat in vergönnen wollt, drew zaichen mit der grossen glocken za
lewten, als dann sollt ain gemaind on wer ufT dem Judeukirchof
zusamen komen, sich alda irer notturft nach mit inen zu under-
reden und zu handeln.
Sölichs alles must inen ain rat nach gestalt der Sachen aus
betrangter not, wiewol sie des gar kain gefallen, sonder merklichen
1 Der Avcinariaglockc, die um Sonnenuntergang gclHutet wurde.
63
schrecken und beschwernuss trugen, zulassen, dann sie sahen yetzt
Tor äugen der gemaind und irs verordneten aussei) uß ge verlieh,
gewaltsam, hessig und ernstlich vorhahen, damit sie ain erbern rat
irs regiments und gewalts, aller administration mit entwendung der
lorschlussel, besetzung der tor, hut, wach und anderm allgerait ent-
setzt hetten und verrer sie zu entsetzen, zu betrangen, noten und
mit inen zu handeln irs gefallens im willen warn, alles aim erbern
rat, iren erbern und andern burgern und gcmainer statt Rotenburg
zn merklichem verderben, schaden, nachtail, schimpf und spott, des-
balben ain rat nicht mer «änderst tun oder lassen kondt noch mochte,
iaun wie und was ain gemaind und ir ausschuß wollt.
Neben dem trug ain rat daunocht sonderlich beschwernuss, das
1er ausschuß, der ufF der pawrn seyten was, die schlussel zu allen
:oren hetten, besorgten, wa ain rat uit irs willens und gefallens
:ete, sie wurden die pawrschaft, wie sich dann ir etlich hörn und
rememen Hessen, herein in die statt lassen und durch die orden,
Klöster und hewser laufen, zu dem das on das kainer vom rat und
irbern [55], auch den gaistlichen vor der gemaind alhie selbs nit
ner sicher in iren hewsern warn, sonder in allen farn und sorgen
Ter lejb und guter stunden. Demnach begert ain erber rat an
den ausschuß, sie sollten dem innern burgermaister die schlussel
m den torn halb uberantwurten und zustellen, damit yeder tail die
scblossel zu yedem tor halb bette, und das man auch on den in-
nern burgemiaister und on sein wissen ainich tor weder auf oder
ZQ scbliesseu sollte. Das bewilligt der ausschnß uff das mal und
dieselbig nacht, und warden darufT die tor von beden tailen und
sonderlich vom ausschuß also verwart und fursehen, das nyemand
weder aus oder einkomen möcht, noch gelassen ward, dann mit irer
beder tail wissen und willen und irer verordneten.
Der ausschuß beschied daruff ain rat uff morgen sambstags
[25 März] fruw umb zwu ur nach der predig widerumb uff das
rathaws, alsda dan die jhenen aus inen zu der pawrschaft zu reyten
Qnd sie zu hörn verordnet werden sollten. Es wollte auch der
ausschuß ain schriftliche verzaichnuss oder Instruction begreyfen,
^ie oder uff was maynung die pawrn anzusprechen oder mit inen
zu handeln were.
So ließ ain rate ain schrift zn bericht der sach an mein gne-
^'gen herren, marggraf Casimirn ausgeen, wie hernach folgt:
64
An herren Casimir, marggrafen zu Brandenburg etc.
Gnediger herr! Nachdem sich etlich unser ungehorsam bawrn
on unser wissen wider ir aid, er, pflicht und verwandtnuss , auch
kaiserlicher mayestat, unsers allcrgnedigsten herreu, /und des hai-
ligen reichs Ordnung, landfriden, recht und alle Satzungen empört
und versamelt, die wir durch ernstlich verbott und handlung bißher
haben dahin nit pringen mögen, das sie abzogen wem und sich als
geharsam undertanen gebalten betten, sonder sich noch bey ainander
halten, haben wir furgenomen zu gedenken, wie solichem der unge-
harsamen unser bawrschaft mit dem ernst zu begegnen. Dieweyl
uns aber dabey glauplich angelangt hat, das sich etlich derselben
pawrn vernemen lassen, als ob sie ain verstand mit unserer ge-
maind betten, hau wir sampt unserm ewssern rat aus den [56] und
andern beweglichen Ursachen gestrigs tags unser gemaind, ain wach
nach der andern, beschickt, inen der pawrn bös, ungeharsani, uff-
rurig versamlung anzaigt, und das wir dan, so sie mit der gut nit
abzuweysen, aus der notturft mit dem ernst zu begegnen furgenomen
betten, versehen uns deshalben zu inen als unscrn geharsanicn, ge-
lobten und geschwornen burgern, sie wurden sich in solichem mit
hilf und beystand bey uns halten als die geharsamen und ir leyb
und gut bey uns lassen, als auch wir bey inen, und dess ir autwurt
von inen begert. Aber die erst und auch hernach die ander wachen
liaben solicher autwurt ains bedachts begert und damit solang ver-
zogen, das all wachen und also ain gemaind ganz zusammen komen
sind. Mitler zeyt ist das ander ewer fürstlich gnad schreyben uns
zukomen. Als aber ain gemaind des hotten gewar worden, haben
sie den torn zugeeylt und dieselben eingenomen, zugeschlagen und
besetzt und noch, nachfolgend ain ausschuß gemacht, der sieb ent-
schliessen soll, uns antwurt zu geben, ob sie uns geharsam soin,
hilf oder beystand tun wollen oder nit, und daruif uns anzaigt, wie
sie sich entschlossen haben, zu den pawrn zu schicken und sie in
irem furnemen zu hörn, und wir sollten oder möchten yemand zu
inen verordnen, die sie mit inen verhörten, alsdann wollten sie uns
verrer antwurt geben. Also haben wir inen etlich aus unserm
Innern und ewssern rat zugeordnet, die an hewt die pawrn sollen
helfen hörn, und [soll] uns alsdann antwurt gefallen. Nun achten
wir angelangten dingen nach, die pawrn werden etlich artickcl irer
beschwerden als ciain zehenden, cloenstewr, hauptrecht, handlon
und dergleichen anzaigen and hegern, desselbig abzustellen. Wa
nan die pawm der maynang sein, achten wir angelangten dingen
nach, nnser gemaind wenden in solichem wider die pawrschaft
nichtzit tun, deshalben wir auch nit allain verhindert worden,
gegen den pawrn zu abstellung irer rottierung ichtzit furzunemen,
sonder irem begern statt zu tun gedrungen. So haben ewer fürst-
lich gnaden auch zu ermessen, wes uns von unser gemaind mit
articnlierter antwurt daneben begegnet werden mag. Das aber
durch ewer fürstlich gnaden oder jemand andern gegen unser un-
geharsamen bawrschaft mit ernst ichtzit furgenomen werden sollt,
haben ewer fürstlich gnaden zu ermessen, zu was beschwemuss
[57] uns solichs raichen möcht. Darum ist an ewer fürstlich
gnad unser gar undertenig bit, ewer fürstlich gnaden wollen solichs
gnedigklichen und wol bedenken und uns in gnedigem befelh haben.
Das begern wir umb ewer fürstlich gnaden in undertenigkait ganz
willig nnd berait sein zu verdienen.
Datum am tag Annunciationis Marie [26 MärzJ anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotemburg uff der Tawber.
Als nun uff obgemelten samstag (was unser frawen tag An-
miDciationis) zu morgens fruw zu obgemelter ur bede inner und
ewsMr rate in der grossen ratstuben und der ausschuß in der pfend-
staben zusamen kamen, trugen Stephan von Menzingen (der dann
bandler, redner, heber und leger in diser sach was), auch andere
des ansschuü verordnete ir instruction, die Menzinger in ain Schriften
an die bawm gestellt bette, für bed rate, begerten, die zu verlesen.
Das beschach. Daruff zaigten sie verrer an, das sie die iren zu
den pawm verordnet betten, Inhalt sölicher instruction mit den pawm
zn handeln, dergleichen mOchte ain rat auch tun. Aber die in-
straction ist aim rat oder mir, dem stattschreyber, nit wider zu
handen worden.
SOliche instraction des ausschuß gefiel ainem rat nicht, bewag
snch die für ganz beschwerlich, dann die dahin under anderm ge-
stellt was, die bawrschaft als cristlich bruder freuntlich anzusprechen,
furter an sie zu begern, inen, dem ausschuß, anzuzaigen, was ir
beschwemuss, dag oder anfordrung wider ain rat were, das wollten
sie hörn nnd alsdann daruff zwuschen aim rat und inen handeln,
M derselben mit ainander gutlich zu entschaiden und zu vertragen,
Baaerakrtog 5
66
daraus nichtzit anders zn vermuten, und zu warten, auch allgerait
Tor äugen was, dann durch ditz handlung ain rat irer antwurt zu
verziehen, uffzuhalten und umbzufurn, biß sich mittler zeyt die pawrn
nur bass Sterken und zusampt der gemaind anderer mer herrschaft
undertanen uffwegig machen und zu inen pringen wurden, dermassen
das inen und irem bösen furnemen stattlich nit mer zu begegnen
were. Und ließ ain rat demnach auch ain sondere Instruction, we-
licher massen mit der pawrschaft zu handeln, sie auch für gut an-
sehe, stellen und begreyfen der maynung, das ains erbem rats und
des ausschuß botschaften die versamelt bawrschaft ersuchen sollten,
von solichem irem ufTrurigen [58] und emporigen furnemen abzu-
steen, sich von ainander ain jeder wider anhaims zu den seinen
tun und sich gegen irer oberkait geharsamlich verhalten sollten, so
were ain rat des erpietens, sölicher irer yetzigen uffrur und em-
pörung mit ainicher straf, noch sunst in kainem argem oder un-
gutem nit mer zu gedenken, und was sie dann clag, vorderung oder
beschwemuss gegen aim rat betten, darumb wollt inen ein erber rat
vor dem kaiserlichen regiment oder camergericht entlichs und un-
gewaigerts rechtens pflegen, und sollt yeder tail sein clag und ant-
wurt nur in ain schrift stellen und übergeben, und was daiiiff er-
kannt und gesprochen wurd, darbey sollt es beleyben, und solichs
in ainem monat vollendt und nit verzogen werden, mit mer andern
puncten ungeverlich der maynung gemeß; weliche Instruction auch
nit zu diser handlung komen, sonder verzogen worden ist, ward
auch vom ausschuß nit angenomen oder bewilligt, dann als soliche
ains rats Instruction den verordneten des ausschuß vorgelesen ward,
begerten sie inen die zu behendigen, dem ausschuß verlesen zu lassen,
sich daruff auch haben zu underreden. Also ward inen die In-
struction behendigt und durch die verordneten in ausschuß getragen,
nachmals dieselbig aim rat durch verordneten des ausschuß wider
gcantwurt, und ließ der ausschuß daruff dem rat zu erkennen geben:
Ain gemaind hett sich mit dem ausschuß, desselben ausschuß ge-
stellten instniction, die ain rat gebort hett, gemeß mit der bawr-
schaft zu handeln, verainigt und entschlossen, Inhalte derselben ge-
dechten sie mit der versamelten bawrschaft zu handeln, dann es
sollt inen nit gepurn, on ainer gemaind wissen daraus zu geen,
und uberantwurten also aim rat sein gestellte instruction wider.
Das muste nun ain rat also geschehen lassen und tun, wie und was
67
der aosscbuß nnd die geniaind wollten, und nit wie oder was aim
rat für nutz und gut ansähe oder wollte, dann das spil ward aas
irer band in der gemaind und irs ausschnß hand komen, die karten
und machten es nach irem gefallen.
Von den botschaften, die zu der bawrschaft geschickt
warden vom rat und ansschuß.
Damff wurden die botschaften, nemlich Jheronimus Hasel nnd
Jorig Bermeter vom Innern, Karel Wernitzer und Gabriel Langen-
berger vom ewssem rat, Hanns Eretzer, der wirt, Lntz Beck, Fritz
Dalk and [59] Sebolt Stock, bede metzler, und ander mer vom
aoasdioG verordnet zu der versamelten bawrschaft zu reyten und,
wie oblawt, zu handeln. Aber Georg Bermeter war im hinaus-
re^ten vor dem Spitaltor vom pferd uff den köpf herabgefallen und
gestürzt, dermassen das man ine wider herein in das spital hat
müssen tragen und in darnach zu nachtz in sein haws herein ge-
fort, alda er etwavil tag legerhaftig und schwach lag, das er nit
m rat gienge, also das er mit den andern verordneten nit zu der
pawrschaft käme. Aber die andern botschaften warn fürten zu der
bawrschaft gein Gebsattel, alda sie lagen, geritten; und als sie, die
gesandten, gein Gebsattel komen, wäre die versamelt bawrschaft
eben in ihrer Ordnung daselbst eingezogen, betten sich alda gele-
gert Zu denen beten die gesandten Hanns Kretzern, den wirt,
der mit den pawm wol ains und bekant, auch der hauptmenner
ainer im hawfen, der groß Lienhart genannt, sein schwebr was, zu
den pawrn umb frid und glait geschickt. Die betten inen durch
ire hanptlewt, nemlich Fritz Molknern von Nortemberg, Peter Eer-
nern von Guckelhawsen , Hanns Metzlern, den wirt, zu Bretbain
hinder aim rat sesshaft, und Lutz Kutterolfen von Dierpach ant-
wnrt geben: ja, doch das man inen auch frid und glait gebe. Das
betten sie ainander bewilligt. Damff warn die gesandten beder
r&te und des ausschnß zu den hauptlewten und der pawrschaft ge-
riten, und hett erstmals JheroDimus Hasel von beder inner und
ewsser ret wegen derselben beder rete instruction gemeß mit be-
melten haubtlewten der pawrschaft muntlich geredt und gehandelt
der mayunng: Sie betten ain beschwerlicli furnemen ainer empörung
uid versamblung on wissen und willen ains erbern rats furgenomen,
dess 8idi ain rat merklush und nit unpillich beschwert; nachdem
5*
68
aber ain rat besorgt, sie möchten sich damit hoch verdiefen, mid
die sach in ain solicbe weytemng komen, das solicbs zo merk-
liebem plntvergiessen raicben möcbt, welichs alles dann aim erbem
rat getrewlich laid nnd nit lieb were, demnacb betten bed inner
nnd ewsser rate, auch der ausschnß der gemaind sie, die gesandten,
zu inen geschickt, und Hessen ins werden unser rate inen erstmals
sagen, sie sollten ir er, aid, pflicht und verwandtnuß, auch den
grossen nacbtail und plntvergiessen, der aus diser bandlung, uffrur
und empörung volgen möcbt, betrachten und widerumb abziehen,
sieb ain yeder zu dem seinen tun nnd sich [60] als gebarsam
undertanen halten, so sollt solich ir ufFruiig furnemen gütlich be-
geben und nachgelassen sein, mit verrerm erpieten Inhalt beder rate
Instruction etc. Daruff betten die bauptlewt durch Fritz Mölknem
gefragt, ob ain rat nnd gemaind ain ding, nnd solicbs ir aller
maynung were, bett ainer under ains rats geschickten geantwurt:
„Ja", daruff Fritz Molkner gesagt: „So ist es ain fuchs".
Uff solicbs betten die gesandten vom ausschnß obgeschribene
ir Instruction, die dem allem, so ains rats geschickten gehandelt
betten, entgegen was, den bauptlewten der bawrscbaft uberantwurt
und inen darbey anzaigt, sie betten vom ausschnß befelh, der may-
nung gemeß lawt derselben Instruction mit inen zu handeln. Die-
selbig Instruction were den bauptlewten der versamelten pawrschaft
alspald verlesen worden. Nach Verlesung solicher Instruction be-
geilen die bauptlewt, inen dieselben instrnction zu behendigen, ab-
schreyben zu lassen, das dann auch beschach, daruff die bauptlewt
der versamelten bawrscbaft dise antwurt geben:
Sie betten ir anpringen und begem gehört, und were nit on,
sie betten ain versamlung, aber nit der maynung, wider aim erben
rat, gemainer statt oder nyemand ainichen schaden zu tun oder
zu nacbtail zu handeln, begerten auch kainer andern berrschaft,
dann ains erbern rats und sich in irer gebarsam zu halten. Allain
sie betten etlicb beschwernussen , die wollten sie aim erbern rat
und der gemaind anzaigen, aber zuvorderst bäten sie ain rat und
gemaind, sie sollten inen glait geben bewt den tag, die nacht und
morgen biß zum Sonnenschein, so wollten sie sieb [nit] verrücken,
nnd so inen solich glait zukeme noch in ainer halben stund, so
wollten sie morgen zu fruwsten ir antwurt und anligen rat und
gemaind zu Rotemburg in Schriften zustellen, wa aber kain glait
69
geben ward, so konnten sie da nit verharren, sondern musten in
iren vortail ziehen, dann sie besorgten ain raisigen zewg, und must
man alsdann inen noch wejter umb die antwnrt nachziehen.
Zam andern betten sie ainen abgevertigt mit befelh, ain aimer
weins oder ?ier in der statt zu kawfen und inen znzefaru, bäten
sölichs inen zu vergönnen, mit dem erpieten, das sie rat und
gemaind in solichem fall auch nit verlassen [61], sonder inen ir
speys und gctrank, was in not were, soverr sie es betten, mit-
tailen sollten.
Damit sein die gesandten beder tau von der bawrscbaft haupt-
lewten abgeschieden. Doch als die verordneten beder rate and des
aosschaß von der pawrschaft hauptlewten abritten, warn underwegen
die verordneten des ausschaß von der rate gesandten wider liinder-
sich zu den haaptlewten der vcrsamelteu pawrschaft geritten, betten
allererst ain lang gesprech bey inen gehalten, auch ein trank mit
inen getan, aber was sie mit inen gehandelt, das betten die ge-
sandten beder rete, die lang (wol fünf stund) ^ uff^ainem ort ge-
halten und des ausschuß gesauter gewartet betten, bis sie hernach
komeu wern, kain Wissens gehapt oder von in empfahen mögen.
Und sind also beder rete und des ausschuß gesanten wider in
die statt anhaims komen, und ir yedes tails gesandter handlung
and relation nach der leng alspald, nemlich durch Jheronimum
Haseln vor beden reten und durch des ausschuß gesaudteu vor
demselben irem aosschuß, der damals in der pfendstuben zu rat
sasse, fargetragen worden.
Aber uff der rate verordneter relation haben bed inner und
ewsser rate sich beratschlagt und entschlossen, dicweyl sie mit den
pawm der aufrur und versamlung zu Gebsattel in underhandlung
gestanden, das bed inner und ewsser rate sampt aiuer ganzen ge-
maind inen glait zuschreyben sollten diso naclit und morgens drey
stand uff den tag, dess dann alspald ain copey begriffen und dem
aasschaß der gemaind auch furgehaltcn ward, also lawtend:
Glayt.
Wir burgermaister, inner und ewsser rate und auch die ganze
gemaind za Rotemburg uff der Tawber bekennen, das wir der
1 Wol fünf stund] ist von Zweifel apttter beigefügt.
70
pawrscliaft, so yetz in der versamblang und empörung zu Gebsattel
sein oder ligeu, unser glait und sicherliait, dieweyl wir yetzt mit
inen in ainer handlang gestanden, dise künftige nacht und morgen
biß drey stund uff den tag geben haben mit urkund ditz briefs,
der mit unser statt secretinsigel versigelt und geben ist uff samstag
Unser lieben frawentag Annunciationis nach Christi, unsers lieben
herren, geburt funfzehenhundert und im funfundzwainzigsten jaren.
[62] Des begerten weins halben
haben bed inner und ewsser rate bewogen, das es nit zymblich
sey, inen in sölichem zu wilfarn, dann sie geben dardurch hilf und
ursach zu irem bösem furnemen. Zum andern so were es .wider
kayserlich mayestat und des hailigen reichs Ordnung und landfriden,
die da verputen, in sölichen bösen, uffrurigen, tetlichen furneroen
nyemand kain hilf, furschub oder beystand zu tun, und mocht sich
also ain rat dardurch tailhaftig machen ires freyenlichen , bösen
furnemens und der straf, so daruff volgen wurd, und konnten sö-
lichs, so es für kayserlich mayestat, auch churfursten, fursten und
ander stende des hailigen reichs und loblichen punds zu Schwaben
kerne, mit nichten verantwurten. Und dieweyl aber der ausschuß
an bed rete nit begert, sie zu verstendigen, wes sich ain rat in
sölichem entschlossen hetten, ist sölichs inen anzuzaigen underlassen
beliben.
Daruff ward das gemelt glait durch den ausschuß in bedacht
geuomen, besichtigt und zugelassen, auch verfertigt und der bawr-
schaft boten, der dammb hynnen in der statt lag, daruff wartet,
überantwurt und damit gleych spat hinausgelassen.
Kurzlich nach dem ausschlagen obgemelts sambstags,
nachdem der bawrschaft bot mit dem glait hinweg komen was, kam
ein marggrefischer bott für das Rödortor, ließ sich dem burger-
maister Erasmusen von Mußloe ansagen und darbey, er hett brief
von seinem gnedigen herren und befelhe, nyemand dieselben zu
uberantwurten , dann dem burgermaister , mit beger, ine hereinzu-
lassen. Demnach hat gemelter burgermaister mit wissen und rate
der alten burgermaister bed inner und ewsser rate ander das rat-
haws versamelt. Die hetten beschlossen, den hotten hereinzulassen,
doch mit wissen des ausschuß, aber doch das der burgermaister
71
ßolichs dem ausschuß samenlicb nit, sonder allain irem vorgeuern
Stephan von Menzingen anzaigen sollt, wie dann beschacb. Der
bett aber sölicbs on seinen ausschuü nit bewilUgeu wollen, aus ver-
mainten ursacben, die er desbalben anzaigt bette, ander andern
nemlich die, das von beden reten und dem ausscbuü bescblossen
worden were, kainen boten one beder rete und des [63] ausscbuß
der gemaind wissen und willen aus oder einzulassen, das aber von
aim rat nit bescbebe, sonder darüber vil boten von Boxperg, Mer-
gethaim, Nurmberg und andern enden aus und eingelassen worden
wern on wissen des ausscbuß.
Uff sölicbs ward durch bed rat beratschlagt, das nit gut were,
den boten dismals einzulassen aus den Ursachen, dicweyl die pawrn
so nahend bey der statt, als zu Gebsattel lagen, und Hessen dem-
nach den hotten in ain mul bescbaiden biß uff morgen fruw, sollt
er wider für das tor komen, das dann bescbach.
Am sontag Lsetare.
Zn morgens fruw desselben sonntags [26 Mürz], was der necbst
tag nach Annunciatiouis Marie, kamen bed inner und ewsscr rät
abermaleu zusameu, desgleychen der ausscbuß der gemaind, yeder
tail in vorgemelten rat und pfendstuben, und ward die necbtig hand-
lang dorch den burgermaister in beden raten anzaigt. So bett sich
d&r ausscbuß entschlossen, dass diejbenen, so von beden raten und
dem ausscbuß zum auf und zuschliessen der tor verordnet waru,
sampt dem burgermaister die brief vom hotten ander dem tor an-
nemen und alspald alda in ir aller beywesen uffbrechen und ver-
lesen sollten, und sollt der bot globen, das er sunst kain andern
brief bette, dann den, den er uberantwurt, und wa er soliche pflicht
tct, so sollt er herein in die statt gelassen werden^ wa nit, so sollt
man ine nit hereiu, sonder dawß lassen, desgleychen sollt es auch
mit allen andern hotten, so aus und einluffen, auch gehalten wer-
den; mau sollt auch sunst nyemand hinauslassen, es wer man oder
weyb, dann die firembden; so sollt man auch alle brief, so aus und
eingetragen wurden, besichtigen und verlesen, damit nyemand gegen
dem andern kain gefar geprauchen möchte. Solichs ward alles
durch bed inner und ewsser rete (aber doch mit Unwillen, aus
vorcht and betrangknuß) bewilligt und zugelassen, aber dannoch
von beder rete wegen darzu geredet, das sie nit gut deweht, den
72
margrafischen als ains fursten boten mit ainem aid zn beladen und
dermassen mit im zu handeln , dann sölichs wordo dem fursten zu
hohem verwies komen, nnd daruff von rats wegen an den aosschnG
begert, dass den hotten zu erlassen.
Also warden daruff von beden raten, nemlich der burger-
maister Erasmus von Mußloe, Sebalt Loffelholz nnd Lorenz Denner
vom innern rat [64] und etwavil personen, so nit gemerkt worden
sind, vom ewssern rat, auch ich Thomas Zweifel, stattschrejber,
mit inen, aber von dem ausschnß ain grosse zal, nemlich Steffan
von Menzingen, Eilian Lutz, Albrecht Nachpur, Hanns Ellwanger
und sunst vil ander, die nit zu merken warn, für das Clingentor
zu eroffnung desselben geordnet und durch sie oder in ir aller
beywesen dasselbig tor (darvor inwendig nnd auswendig vil lewt
mit wägen und karren zu ross und fuß hielten schier biß uff den
mittentag) mit grosser gewarsam geöffnet, und zwuschen sant Wolf-
gangs capellen und dem innern torn die brief von dem margrafischen
reytenden potten, item dabey ain brief ainer schriftlichen verzaich-
nuss oder clag der versamelten bawrschaft irer angemasten, ver-
mainten beschwerden von Hanns Clingern von Bettenfeld als aim
hauptman der pawrn, der den pracht und uberantwurt, nnd dann
ain brief von den von Dinkelspuhel, die besatzung des ampts Eirch-
berg betreffend, von Hennslin von Feuchtwang, der von Diukels-
puhel knecht, empfangen, alspald des orts zwuschen den torn und
sant Wolfgangs cappellen in gegenwnrtigkait der verordneten des
ausschuß geöffnet und durch mich, den stattschreyber, öffentlich
verlesen, furter dem bnrgermaister behendigt, und alspald vom aus-
schuß begert, inen abschrift der ersten zwayer Schriften zu machen
und zuzestellen. Darbey erforderten Stephan von Menzingen nnd
ander sein mitverordnete des ausschuß der gemaind von dem marg-
grefischen hotten, dem Kitschen, ain pflicht, inen zugelotten, das er
nit mer, dann die brief hette. Aber der hott hett bots marter ge-
schworn und sölichs nit tun wollen. Also warden die hotten da-
zumal und auch die lewt dazumal aus und eingelassen, und nach-
dem ctlich hotten mit briefen, an mein gnedigen herren, den
tewtschen maister und herwiderumb vom dewtschen maister an andere
ort lawtende, zu ross nnd fuß under dem tor hielten, ans und einge-
lassen wurden, [wurden] inen die brief durch Stephan von Menzingen
und andern vom ansschuß genomen, nnd begert alspald Stephan
73
)n Menzingen, noch bey dem tor stende, an den borgermaister
rmsmosen yon Moßloe, auch Sebolt Loffelholzen nud den statt-
threyber, sie sollten dieselben des ordens brief eröffnen und Ver-
sen, damit man wisst, was man darinn schrib, inmassen dann
>n beden tauen beschlossen und verlassen worden were. Aber
»Hielte burgermaister [65], auch Sebolt Loffelholz und stattschreyber
iben Steffan von Menzingen antwurt, sie betten dess von aim rat
ÜB befelh, wnrd sich ain solichs zu tun nit gezymen. Das aber uff
en ainen brief das wort cito (welichs der Menzinger ser anfacht)
nnde, ward ime gesagt, das solichs der tewtschen herren geprawch
ere, gemainlich uff all ir brief, so sie den gepietigem zuschickten,
18 wort dto zu schreyben. Darwider redet Menzinger, es wer
och also beschlossen und verlassen, darumb so wurden sie vom
osschnß die brief offen und verlesen. Antwnrten gemelte drey
itrverordnete, das Hessen sie geschehen, was sie, die vom aus-
:liaß, teten, soverr das sie, die ratsverordneten, solichs nit tun,
och gewilligt haben wollten, stund inen nit zu. Damff trug Stephan
on Menzingen der tewtschen herren brief mit ime hinweg in aus-
dioß. So pracht der burgermaister meins gnedigen herren, des
isrggrafen, auch der pawm und der von Dinkclspuhel Schriften in
«d rete. Alda warden sie auch verlesen, und lawtet der marg-
^refiseh brief, wie hernach folgt:
)en ersamen, weysen, unser lieben, besondern, bur-
ermaister, innerm und ewsserm rate zu Botemburg
uff der Tawber.
Casimir, von gots gnaden marggraf zu Brandenburg etc. Un-
em gnnstlichen grus zuvor. Ersamen, weysen, lieben, besondere!
Lls wir euch gestern aus gnedigem willen, damit wir gemainer statt
lotemborg genaigt, und in betracht, wie unser eitern und wir mit
iQch and ewem vor£Eu:n lang ze3rt in verschriben aynungen gewesen
ind noch sein, der aufrnrigen pawm halben geschriben und uns
^edigklich erpotten, wie wir auch darvor durch unsem secretarien
/kntonien Gräbern muntlich getan haben, das wir euch zu abwen-
dnng sölicher uffrur gnedigklich hilfiich sein wollen, ist uns hewt
dato von euch ain schriftlich antwurt zukomen, das ir uff dato
desselben ewers schreybens (welichs an gestern in der dritten stund
Yor nachts steet) mit rat und gemaind versamelt gewesen seyt der
74
maynung, euch mit einauder zu vcrainen und zu cntschliessen , sö-
lichem uffrurigem furnemen der pawrn zu begegnen oder dasselbig
abzustellen, und was ir eucli nun in solichem entschliesset zu tou
[66] oder zu lassen, das wollt ir uns tags und nachts uit verhalten,
inmassen uns gedachter unser secretarius, so nechtiu wider zu uns
hicher komeu, auch angezaigt hat, darob wir ain gut gefallen haben
empfangen. Aber gleich in diser stund sind wir stattlich und
glauplich bericht, das sich uechtin nach abfertigung unsers hotten
zwuschen euch und der geniaind ain widerwill und aufiawf begeben
hab. Deß betten wir uns kains wegs versehen, uns ist auch sö-
lichs alles als gemainer statt Rotemburg gnedigem herren getrewlich
layd, und dieweyl wir aus oberzelten Ursachen nichts liebers woll-
ten, dann das es gemainer statt Rotenburg und allen derselben inr
woneru glucklich und wol zustund, so sind wir aus demselben
gnedigen willen genzlich genaigt und hiemit urputig, uns (soverr
es euch von beden tailn gefeilt) in die Sachen zu gnediger und
gutiger underhandlung zu schlsdien und, was wir also in berurten
irruugeu allenthalben den Sachen zu gut handeln kamen, desselbig
gncdigklich und getrewlich zu tun, damit gemaine statt Rotemburg
als ain erliche, löbliche commun des balligen reichs gegen kayser-
licher mayestat und des balligen reichs stenden nit zu weytenn
schaden oder naclitail gedeyhe. Und wiewol wir uns kains andern
zu euch von allen tailen versehen, dann das ir uns also gutlicher
handlung gestattet und euch mit den uffrurigcn bawrn in nichten
begeben, sondern euch als fromm, erber lewt fridlich bey und gegen
ainander halten werdet, so begern wir doch hieruff ewer schrift-
lichen uuverzogeulichen antwurt bey disem unserm reytenden botten.
Datum Onoltzpach am tag Annunciationis Marie [25 M&rz]
zwusclien zwayen und dreyen hörn, anno etc. 25.
Solicher obverleypter Schriften begeret der ausschuß abschrift,
die must man ihm geben. Daruff ließ der ausschuß ain vermaiute
verantwurtung und glimpf Schriften irer bösen handlung an mein
gnedigen herren, marggrafen Casimir stellen, bed inner und ewsser
rät die zuvor lesen, vor inen versigeln und ausgeen, aber beden
raten davon kain copi gegeben oder gelassen.
So teten bed inner und ewsser rate ain denkschrift an mein
gnedigen herren mit wissen des ausschuß, dem die auch vorgelesen
und in irer gegenwertigkait versigelt ward, die lawtet also:
75
[67] An marggraf Casimirn zu Brandenbarg etc.
Gnediger lierr! Ewer farstlich gnaden guedig schreybeu und
erpieien zu hinlegnng etlicher geprechen, so sich zwnschen unser
gemaind und uns halten sollten etc., bey disem ewer fürstlich gnaden
reytenden hotten getan, haben wir alles inhaltz nndertenigklich
empfangen und verlesen, sagen daruff ewer fürstlich gnaden sölichs
gnedigen erpietens zumal undertenigen dank mit erbietung, sölichs
umb ewer fürstlich gnaden underteniglich zu verdienen. Geben
damff ewern fürstlich gnaden nndertenigklich zu erkennen, das wir
noch zur zeyt von kaiuer sondern Irrung oder spennung zwaschen
unserer gemaind und uns wissen, dann das wir gleichwol in denen
tagen fnrgenomen betten, bey unser bawrschaft, so sich embörct
und zusamen getan haben, sölich emporung oder rottierung mit der
gut, oder so die gut nit verfengklich gewest, etlicher mass mit aim
ernst abzustellen vorgehapt und aus den und andern Ursachen unser
gemaind für uns erfordert der maynung, sich mit uns zu solicheni
zu vcrgleychen. Das hat gleych bißher nit statt funden, änderst
dann das wir gestrigs tags etlich gesandten aus dem ausschuß der
gemaind und uns verordnet, zu gemelter pawrschaft in ir leger ge-
schickt, sie in iren anligenden und beschwerdcn zu hörn. Die
haben uff hewt gemeltem ausschaß der gemaind und uns vil be-
schwerden, der stewr, cloenstewr, zehenden, zoll, leybaigenschaft,
haoptrecht, handlon, bodengelt ^, ungelt und anderer Sachen halben
in Schriften verzaichnet, uberantwurt, aber unser gemaind und wir
noch zur zeyt uns daruff, was der versamelten bawrschaft für ant-
wart zu geben, noch wes gutlichs oder erustlichs zu handeln, nicht
entschlossen. Wa sich aber ainicherlay irrung zwnschen unser ge-
maind und uns, davon wir noch nichtzit wissen, ereugnen wurden,
sein wir der hoffnnng, durch die göttlich gnad dasselbig uuder uns
selbst mit ainander gutlich und freuntlich zu verrioliten dermassen,
das ewer fürstlich gnaden oder yemand andern darunder zu be-
mawen nit not sein soll, wa nit, dess wir uns doch zu gott nit ge-
trösten, mögen wir alsdann kayserlicher mayestat Statthalter und
regiment, auch ewer farstlich gnaden, aucM alle frey und reichsstett
za andertedingem mit beder taile wissen zu unserm tail wol leyden,
1 BodeDgelt war eine im Kotenburgischen 1524 eingeführte trank-
•teuer, s. Bensen a. a. o. 99.
76
ewor fürstlich gnaden undertenigklich bittend, solichs aus unser not-
turft gnedigklich im pesten zu vermerken. Das begern wir mnb
ewer fürstlich gnaden undertenigklich zu verdienen, dann cwern
fürstlich gnaden sind wir zu undertenigen , willigen diensten ganz
willig und berait.
Datum sontags Letarc [26 März] ain halbe stund vor nacbtz,
anno etc. 25.
Bnrgermaister, inner und ewsser rate zu Rotemburg uff
der Tawber.
[68] Und als bed taile, rat und ausschuß am sonntag Letare
vorgemelt zu nachtz umb das ausschlagen meines gnedigen herren
marggrafen rejtendeu hotten, den Kitschen, der ain ganzen tag und
ain ganze nacht uffgehalten worden was, mit den briefen durch die
verordneten beder rete und des ausschuß hinaus lassen sollt, die
nacht dahin zu reyten , hett Stefan von Menzingen als der ver-
ordneten ainer und der furnembst im ausschuß dem botten ainen
sondern briefe neben des ausschuß glimpüschriften zuschlaichen
wollen. Das hette Sebolt Loffelholz als der verordneten ainer vom
rat ersehen, sölichs beredt und nit gestatten wollen, warn deshalbeu
mit merklichen unworten an ainander gewachsen, und sonderlich
Menzinger mit so unzimlichen, zenkischen werten ganz hart an
Loffelholzen gewachsen, das das tor uff das mal verrer zublib und
nit geöffnet, auch der bott nit hinausgelassen ward, sonder must
mit den briefen noch lenger alhie beleyben biß am roontag darnach
[27 März] zu morgens fruw, ward er allererst hinausgelassen.
Der bawrschaft clagschrift irer vermainten beschwer-
den halb an den ausschuß gestellt nnd von dem aus-
schuß aim rat uberantwurtet etc. ^
Lieben bruder und nachburn! Es ist euch wissend, das yetz-
under, gott hab lob, allenthalben scheint und von tag zu tag nach
göttlichem willen ye lenger, ye mer ausbricht das war, ewig wort
gottes, befinden wir in demselben, das wir an vilen stucken hoch-
lich beschwert sein, weuche auch stracks wider gott, sein cwigs
wort, auch die liebe des nechsten sind, derhalben wir uns zusamen
1 Bereits gedruckt bei Benaen 520 bis 521.
77
Igt, und seytaiiunal ir als brnder und liebbaber der gerechtig-
t ewer mitverwandteo zn uns geschickt, euch za wissen tan, was
er prechen und anllgen, auch maynnng sey, wollen wir euch
selbig Vns brüderlicher lieb nicht verhalten.
So Temembt kürzlich nnser anllgen, nemlich das wir hodi be-
en sein mit haaptrecht und handlon, als ein yegklicher selbs in
lem gewissen ermessen mag.
Weyter mit der stewr sein wir auch nbermassen beladen.
Mer mit einem anerdachten and seltzamen affi$atz, mit dem
engelt, so es ye ain jemerlich ding ist, das kainer in der ganzen
dwer kain aigne kn haben soll.
Weyter das bodengelt und [69] ungelt, welichs aach ain
iderer uffsatz ist und clar wider das wort gots and die liebe des
rfasten.
Aach nachdem mir all (als ich hoff) zn ainem ewigen, warn
;t^aben ains tawfs getawft sein, ain ainigs, ewigs, zokunftigs
«o hoffen, hat der tewfel durch sein tawsendfundige list einge-
t Ein grossen grewel in die christenhait , das ainer des andern
;en sein soll, so wir doch all ain corper christlicher gemaind sein,
lidier haupt ist Christus Jhesus, unser erlöser.
Weyter sein wir beschwert sovil gaistlicher anderswa bey uns
«othalben einnemcn, groß und ciain zehend und sie doch gar
ilti darumb tun, auch damit ire caplon verursachen, das sie uns
^icb schinden und schaben mit iren lugen und menschentand,
Uen wir hinfor den, so bey uns die muw tragen, belonung tun,
an ain taglöner ist wirdig seins taglons, wer aber nit arbait, der
eß auch nichts.
Mer sollen abgetan werden all unpillich zoll, auch sein in-
iderhait etlich gemaind und nemlich Brethain newlich beschwerdt
rden, den von Rotemburg jerlich zu raichen von der gemaind
it gnldin und den Chorherren drei guldin, welichs auch ain grosse
wernng ist
Weyter befrembdt euch uff uns, so euch unrecht angezaigt,
cb mir mit nicht gesteen, das mir die marggrefischen, auch hinder
der herrschaft sitzend uns zuzuziehen benötigen und fordern, dann
r versamelt sein, der gerecbtigkait beystand zu tun, komen etlich
uns oder bey uns wer, die mir nicht wissen, treyben wir kain
g, notigen auch kain zu uns.
78
Aoch, lieben bnider ond nachbnrn, sehet ir yetz nnd fuelt die
höchsten beschwerd, weliche dar wider gott, sein ewigs, wars wort
und die liebe des nechsten sein. Über das hat ain erber rat in
allen flecken geschickt nnd angeschlagen, nns all maynaidig 'scheltend,
welichs mir nicht gesteen, dann mir gelobt haben, alles gepnrlichs,
nnd das wider gott nit sey, zn halten globt; nnser aber anligen ist
alles, als ir sehet in den artickeln obvermelt, [nit] ungepnrlich wider
gott nnd die liebe des nechsten, derhalben uns maynaidig zu schelten
geschieht nns anrecht.
Nun, lieben brnder, wist ir nnser anligen, nnd ob etlich a^
tickel der cyl halben nns noch nnbedacht wern, wollen wir vorbe-
halten mit der zeyt euch anznzaigen, und ob ir etwas nngebnrlichs
in nnserm schreyben oder artickeln befnndt, wollen wir bruderlidie
nnderweysung ufTnemen, als weyt die gerechtigkait raicht. Bitten
euch, uffis knrzst ewer maynnng uns kund zu tun.
Datum 1525 sambstags nach Oculi [25 März].
Die hauptlewt, auch aller ganzer heller hawf.
[70] Wes der ausschuß uff soliche der bawrschaft schrei-
ben bey beden r&ten anpracht und sunst gehandelt
haben.
Uff soliche der uffrurigen bawrschaft Schriften (dero herr Lien-
bart Denner, Lorenz Denners, des innern rats alhie, sone, vicarier
in der alten Unser lieben frawen cappellen und pfarrverweser za
Lewzenbronn, ain canzler oder schreyber und darzu in dem und
andern mitsampt herr Hanns Hollenpachen , frumesser zu Lewzen-
pronn und her Endris Nufer, sunst R9sch genannt, damals pfarrer
zu TawberzBll, der pawrschaft prediger, vorgener und verfurer zn
solichem übel warn) hat der ußschuß durch sein verordnete Stephan
von Menzingen und andere an bed inner und ewsser rete uff ver-
melter bawrschaft schriftlich anpringen furgetragen die maynung,
das der ausschuß genaigt wäre, wa sie das bei aim rat erheben
konten, zwuschen inen, dem rate, und der versamelten irer bawr-
schaft zu hinlegung gemelter geprechen und beschwerden gütlich
zu handeln mit beger, so sie, die vom rate, in soliche gütliche
handlang bewilligen wollten, das sie inen dess ir lawter, verstendig
antwnrt geben sollten.
Bed inner und ewsser rate
sein damff aber die sach gesessen, haben solichen farschlag des aos-
sdiuß fiir ganz beschwerlich nnd dabey bewegen und eqpessen,
sollten sie icbtzit gegen der versamelten bawrschaft in diser nffrur
und betrangter not begeben and nachlassen, so bcschche sölichs
aas ainer gewaltsam, and were nyemand sölichs schuldig zu halten,
und entschlussen sich bed rate, solichen farschlag des ausschuß ans
bemelten and andern mer Ursachen abzulainen und darbey den fur-
schlag za tun, die versamelten bawern sollten widerumb ab and
anhaimisch zu dem iren ziehen, sich solicher uffrur und empörung
hinfaro enthalten, daruff sollt sie ein rat all aus far und sorgen
lassen and sölichs in argem nymmer mer gedenken, betten sie dann
der angezognen, vermainten beschwerden halben ichtzit zu clageu,
so wollten sie mit inen derhalben zu gutlichem, entlichem rechten
uff kajserlicher mayestat regiment im reich oder des kajrserlich
cammergerlcht komen etc. der maynung gemeß, wie erstlich in irer'
instraction an die bawrschaft zu Gebsattel gepracht worden, gaben
[71] sölichs Steffian Ton Menzingen und andern sein mitverordneten
also far antwurt, die schieden damit von beden reten ab.
Wie der ausschuß ainer gemaind den ewssern rat
vom Innern rat abgetrungen hat.
Darnach uff den aubend desselben sonntags [26 März] kamen
Steffan Ton Menzingen und ander verordneten vom ausschuß der ge-
maind and forderten, inen etliche vom ewssern rat zuzeordnen. Das
beschach, und wardcn in also etlich vom ewssern rat zugeschickt.
Denen haben die verordneten des ausschuß anzaigt: Ayn gemaind
trag nit daine beschwemuss, das der ewsser rat, der anstatt ainer
gemaind da were oder sesse, wer von ainer gemaind zum Innern
rat getretten und sessen da bey inen im rat, da sie doch billich
bey aim ausschuß oder der gemaind sitzen oder sein sollten. Be-
werten daruff an den ewssern rat und ermaneten sie auch bey iren
pflichten, damit sie ainer gemaind verwandt wem, das sie vom
Innern rat abweychen und zu ainer gemaind tretten wollten, inen
in iren anligenden geprechcn und beschwerden das pest helfen zu
handeln nnd zu bedenken, haben daruff mit ernst dcss ir antwurt
be^. Daruff hat der ewsser rat zu antwurten ains bedachts be-
80
gcrt biß tff morgen, montag nach Letare [27 März] nmb drej nr.
Der Avard inen vom ansschuß zugelassen.
Und als aber bed reto neben sölichem uff die antwnrt, die
bed rete dem ansschuß uff sein anpringen und furbalten, der pawr-
Bcbaft vermainter bescbwerd halben, gegeben betten, yerrer anregen
teten der maynung, das inen, den reten, uff des ansschuß genomen
bedacht von dem ansschuß noch nit antwurt gefallen were, ob sie
aim rat wider der pawm uffrur geharsam, hilflich und beystendig
sein wollten, sonder bed r&te sehen und hörten, das sie sich dess
enthielten und vemcmen Hessen, wie sie in etlichen stucken be-
schwert sein sollten, demnach ain rat für gut ansehe und umb
fnrdemng willen der sach bette, das ain gemaind solich ir be-
schwerden zuvorderst anzaigten, und also ain rat und gemaind
sich derhalben zuvor mit ainander verainten und verglichen, damit
sie wisten, wie sie neben und bey ainander sessen, und so rat und
gemaind irer sachen und geprechen zuvorderst mit ainander ver-
tragen wem, alsdann so sehe ain rat für gut an, darnach mit der
bawrschaft auch zu handeln, was not und gut were. Uff das hat
der ansschuß durch Steffan von Menzingen und ander ir ver-
ordnete beden raten anzaigt, sie [72] betten sich uff disen puncten
entschlossen, das sie uff morgen montag umb zwu ur uff den tag
ainer gemaind uff den Judenkirchof zusamen lewten lassen und inen
solichen ains rats furschlag furzehalten, wollten sie daruff in iren
anligen und beschwerden auch hörn. Das ward durch ain rat be-
willigt und zugebissen.
Uff montag nach Letare fruw umb zwu ur
hat der ansschuß mit der grossen glocken drew zaichen und dar
durch ainer ganzen gemaind uff den judenkirchof zusamen lewten
und versameln lassen, die also alspald daselbst zusamen komen
sind, und haben alda ansschuß und gemaind verrern verstand und
beschaid mit ainander gemacht, auch ain gemaind dem ausschnß
pflicht getan, mit handgebenden trewen an aids stat globt, wcs der
ausschuß machen und handeln wnrd, das sie darbey beleiben, freven-
lieber taten, handlung und reden mussig steen, kain frevenlich band
an nyemand legen, sonder friedsam und ruhig sein wollten. Hetten
auch etlich, als nemlich Jacob Yahman, Lienhart Bogner, der beck,
nnd ander, so für das frawencloster auch etlicher priester bewser,
81
ins spital und andere ort komcn warn, sie ninb etlichen wein ge-
schätzt und das alles über und wider ir vorgetan pflicht geübt
betten, für sich erfordert und darumb übel angcredt, dermassen
das sich der ansschnß versehe, sie sollten deß liinfuro mnssig steen,
daneben sich auch ansschuß und gemaind mit ainander endlich ent-
schlossen, den ewssern rat von dem innern rat abzufordern.
Desgiejchen hat sich der ewsser rat diß morgens fruw umb
ain or uff nechtigen genomen bedacht uff das rathhaws znsamen
in die grossen ratstuben getan, haben den vertrag und die Ord-
nung des alten auflawfs \ im gcsetzbuch begriffen, desgiejchen die
aid, wie und wes der ewsser rat und die burger schwern, verlesen
lassen, sich darinnen ersehen und lawtcr funden, das sie aim in-
nern rat, und wes der inner rat oder der mcrcr tail des rats zu
rat werden, setzen^ gepieten oder verpieten, imc soliclis helfen zu
volstrccken schuldig globt und geschworen wem, und demnach die
ewssern rät ir antwurt, in Schriften mit inserirung derselben aid
and ai-tickcl gestellt, dem ansschuß uberantwurten und furpringen
lassen und den ansschuß für solich ir handlung und furnemen ge-
betten, weliche schrift also lawtet, wie hernach folgt:
[73] Ewssern rats antwurt.
Günstig, lieb herrcn und freund! Nachdem der ansschuß ainer
erbem gemaind gestern an den ewssern rat alhie gesonnen und
begert und sie bey iren aiden und pflichten, so sie ainer gemaind
getan oder in damit verwandt sein sollen, ermant haben, das sie
von dem innern rat abtretteu und zu ainer gemaind steen sollten,
dess sie dann bedacht genomen, nun betten sie sich in dem aid,
den sie als ewsser rate geschworen haben, desgleichen in dem
burgeraide ersehen und funden darinnen die artickel, nemlich in
des ewssern rats aid also:
Artickel aus des ewssern rats aide.
Des ersten, das sie der statt er sollen furdern und beholfen
sein mit Worten und mit werken on allerschlacht gcverde und auch
geharsam und beholfen sollen sein, wes der rate mit der mcrern
menge zu rat werden, und auch geharsam sollen sein, wes der rat
«
1 Im iMre 1455 n. Densen a. a. o. 92.
Bvaernkrfes ^
82
zu rat werden oder gcsetzen, and in aach darzu beholfen sollen
sein mit leyb und mit gut on geverde und soll auch das nit gc-
verlieh widersprechen an dhainer statt.
Ain artickei aus dem burgeraid.
Zum dritten, das du wollest aim rat in allen iren zirotichen
gebotten und verpotten geharsam sein, auch was sich der mcrer
taile des rats uberaint und zu rat werden, dasselbig helfen strecken
und volpringen, soverr dir leyb und gut raicht.
Gunstig, lieb herren und freund! Aus solichen beden artickeln
des ewssern rats aid und des burgeraids vernembt ir, das der
ewsser rat dem inner» rat, wes sie oder der merer taile ordnen,
machen, gepieten oder verpieten, geharsam, hilflich und bejstendig
zu sein globt und geschworn sein. Aus dem erscheint clerlich, das
sie ain gemaind bey kainen aiden oder pflichten zu manen oder
zu fordern haben, sonder ain ewsser rat schuldig und pflichtig ist,
aim Innern rat in iren Satzungen, gebotten und verpotten geharsam
zu sein, und das sie demnach uff des Innern rats erfordern und
begern zu irem vorhaben wider der ungeharsamen pawrn uflfrar
und empörung aus scliuldiger pflicht billich zu ainem innern rat
gestanden sein und bey inen steen und bleiben sollen, das auch
dem ewssern rat er halben nit gepurt, wider ir aid von dem innern
rat derroassen zu trotten oder zu weychen und zu ainer gemaind
zu steen [74]. Darumb bat der ewsser rat ain erbere gemaind
oder iren ausschuß mit dienstlichem und allem freuntlichen fleyß,
sie wollten den ewssern rat darbey beleyben und bey aim innern
rat sitzen lassen, wollen sie dannocht neben und bey aim innern
rat uff der gemaind furtrag irer beschwerden das best und nutz-
lichst, soverr sie ymmer könden und gesein mag, helfen handeln,
bedenken und beschliessen als wol, als so sie bey ainer ge-
maind wem.
Daruff hat der ausschuß, der damals noch in der pfendstuben
saß und darinn sein regiment bette, in ganzer versamblung des
ausschuß söliche schriftliche antwurt, die in allen vorgelesen ward,
von den verordneten des ewssern rats empfangen, daruff ain be-
dacht genomen und darnach durch ir verordnete Stephan von Men-
zingen und andere dem ewssern rat muntlich furpringen lassen die
maynung: Sie hetten iren fnrtrag und begem in Schriften gehört,
83
geben ine daruff za erkennen, ^as der ansschuß ain ganze gemaind
boy ainander gehapt, die hetten mit inen beschlossen, und ain ge-
maind dem ansschnß ain sölichen ernstlichen befelh geben and aach
darbey den ausschnß nmb das, das sie inen nechten deshalben ain
bedacht geben hetten, ganz schan^^ und ernstlich angehalten und
daruff den ernstlichen beschluß getan, der ^Yöllte dem ansschuß zu
endem, noch daraus zu geen gar nit gepurn. Darurob wer noch-
mals des ausschuß begern und majnung, das sie von aim Innern
rat abweychen und zu ainer gemaind tretten wollten; wa sie aber
uff irer maynung und beger ye beharren wollten , dess sich doch
ain ausschuß von ainer gemaind wegen ye nit versehe, als dann
wer ains ausschuß bitte und begern, das sie von aim rat abweychen
und liaim in irc hewser geen, anhaims bleyben und sich geruwigk-
lich halten wollten, solang biß dise sach hingelegt und vertragen
wurd.
Demnach hat sich der ewsser rat umb solichs verrer undcr
inen bei-atschlagt und zu bekommerten herzen und gemut gefurt
der gemaind so ernstliclie, gewaltsame handlung und bewegen, das
sie derselben nach der weg ainen, wie inen durch den ausschuß
furgcschlagen wer, geen oder merklichs, grossen Überfalls, far und
sorg an leyb und gut von der gemaind gewarten musten, aintweder
zu ainer gemaind tretten oder anhaims in ire hewser geen [75]
und also von aim rat abweychen, welichs iiren aber wider ire aid
und pflicht gar nit gepurte, es sagte sie dann ain inner rat der-
selben irer aid und pflicht ledig oder erlaupt inen solichs, und so
auch geschehe, das sie von aim rat ab und in ire hewser giengen
und bey kainem tail steen wollten, so ward inen ain gemaind
hessig und widerwertig werden und sagen, sie wern von inen, der
gemaind, auch abgewichen., möcht inen allererst geverlibher nach-
theil und beschwernuß von ainer gemaind daraus entsteen. Darumb
wer irs erachtens nach ledigung sölicher aidspflicht dem ewssern
rat der erlichst, glimpfigst und der Sachen nutzlichst und frucht-
parst weg, das der ewsser rat zu ainer gemaind tretten und zu
den Sachen das pest und nutzlichst helfen reden und handeln, das
mer für ain rat, dann wider sie. Doch so möchten sie zuvorderst
den ausschuß noch ainest, soverr es ain i*at erleyden könt, ersuchen,
sie beder weg zu erlassen und sie als mittelpersonen zwuschen
beden tailcn zugutlichcn underhandlern zu gedulden, wollten sie
6*
84
kain fleyß oder muw sparn, damit söliclie irrung und beschwerimss
under inen selbs in der gut vertragen und hingelegt, und nit frembd
herrschaften darzwuschen gefurt und eingelassen wurden, die ge-
inainer statt Sachen, gelegenhait und gehaimbd erkundigen. So so-
lichs bed taile willigten, wollten sie allen fleyß furwenden, sie mit
hilf gottes in zwayen oder dreyen tagen gutlich mit ainander zu
verainen und zu vertragen. Das hat also der ewsser rat nach der
leng an den innern rat pringen und begcrn lassen.
Der inner rat
liat daruff nach gnugsamer beratschlagung mit bekommertem, tru-
rigem gemut bewegeu, wie sie und der ewsser rat, von der ge-
maind und irem ausschuß in der statt versperrt, gefangen, schwer-
lich und hoch betrangt wem, auch tun mustcn, was sie wollten,
es wer gleich gut oder bös, geried wol oder übel, das auch der
ewssere rat gemelter zwayer weg ainen geen muste, haben daruff
aus betrangter not mit grosser beschwerd den ewssern rat, damit
die Personen desselben rats irer ern nit verletzt und angedast
wurden, im naroen gots erlaupt, sie irer pflicht in dem fall ledig
gesagt, also das sie den ainen weg, zu ainer gemaind zu tretten,
annemen und den andern, von der gemaind sich zu enthalten und
haim in Ire hewser zu geen, undcrlassen sollen, merern nachtail,
der inen und aim rat daraus entsteen möcht, zu furkomen; doch
sollen sie zuvor, wie sie selbst bedacht betten, den ausschuß er-
suchen [76], inen als mittelpersonen gütlicher nnderhandlung zwa-
schen aim rat und der gemaind zu gestatten.
Der ewsser rat
hat daruff durch ire verordnet zuvorderst an den ausschuß verrer
gesonnen und begert, sie beder furgehaltencn weg nochmals zu er-
lassen und als mittelpersonen zu gutlicher nnderhandlung zu ge-
dulden, aus den Ursachen, wie sie oben bewegen und aim innern
rat auch angezaigt hotten.
Stephan von Mcnzingen und andere vom ausschuß
teten sölichs ansynnen an iren ausschuß gelangen zu lassen und
nachmaln daruff dem ewssern rat widerumb diso antwurt vom aus-
schuß pringen t der ausschuß bedankt sich des ewssern rats erpietens
85
ZU gütlicher underbandlung, aber der ausschuß kondt sie zu mittel-
pcrsoncn oder guüicheu auderhaiidlcm nit gedulden, sonder wer
nochmals ir bcgcrn und maynung, das sie von aim i*at zu ainer
gemaind steen oder aber haiin in ir hewser geeu sollten, wie inen
vor furgehalten worden wer, dan solichs wer also mit der gemaind
beschlossen worden, und gepnret inen nit dauß zu geen.
Demnach ist der ewsser rat von dem Innern rat uff obgemelt
sein crlauptnuß und ledigzelung ircr pflicht ab und zu der gemaind
getrctten, und hat daruff der ausscimß etlich personen aus dem
cwssern rat, nemlich Jherouimum Öfnern, Cunz Ofncrn, Crist-
hainzen, Hanns Hubnern, Claus Freyen und ander mer in den
ausschuß genomen und gesetzt.
Der ausschuß
hat darnach wcyter an ain rat gesonnen: Nachdem die tor ver-
sperret und von beden tailen verwart, desgleychen die wach ver-
schen wnrd, daraus allerlay nachred und verdächtlicbait entstund,
als ob kain tail dem andern trawte und also in mißtrawen gegen
ainander stunden, so wollten dann etlich auch irer arbait ausserhalb
der statt gewarten mit irem viehe und anderm dem iren aus und
ein Webern. Damit nun sölicher mißtraw abgeschnitten, und ain
ycder zu seiner arbait und gewerb unverhyndert gelassen wnrd,
sehe den ausschuß für not und gut an, das sich der ausschuß von
iren und der gemaind wegen zu aim innern burgermaistcr und rat
und herwiderumb inner burgcrmaister und rate zu dem ausschuß
verpunden, globten und pflicht [77j teten, das sie ober ainander
trawen und glauben halten, kain tail von dem andern ainicher ge-
waltsam, far oder sorg gewarten sollten oder wollten, und daruff
die tor geöffnet und mit torwarten vei-sehen wurden, also das
yedermann mit seinem vielie und anderm frey aus und ein komen
möchte. Das ward also von aim rat angenomen und bewilligt,
auch dess zwen gleychlawtend versigelt brief verfertigt, die lawten,
wie hernach folgt:
Verschrcybung.
Die erbern, fursichtigcn und weysen, burgermaistcr und rate
bie zu Rotenburg haben sich gegen dem erbern ausschuß ainer
gauzen erbern gemaind daselbst und herwiderumb der ausschuß
8G
aiiier ganzen gemaiud daselbst gegen denselben burgermaister und
rat bewilligt, das etliche tor geöffnet, und yederniann geruwigklicheii
mit dem seinen aas und ein webcrn sollen und mögen, und doch
die tor sunst besetzt und verwart werden sollen. Und damit kain
taile gegen dem andern derhalben ain icher mißtrawen oder gevar
gewarten oder besorgen dorf, hat ain burgermaister anstatt ains
rats daruff alspald dem ausschuß und herwiderumb der ausschuß
für sich und ain ganze gemaind gcmeltem burgermaister und rato
globt mit handgebenden trewen an aids statt, das sie in diser zwi-
trechtigen Sachen, solang die unvcrtragen ist, aiuauder trawen und
glauben halten und beweysen, und hain taile von dem andern
ainicher far, gewaltz oder mißtrawens gewarten sollen und wollen
in ganz kain weg. Und ob ainem tail gegen dem andern in söliclier
Verpflichtung lenger zu steen nit gelegen oder vermaint sein wollte,
der mag des dem andern taile uffsagen, und als dann ain burger-
maister und rate gemeltes ausschuß und ganzer gemaind halben
unverhindert und herwiderumb der ausschuß und ganze gemaiud
ains rats halben unverhindert acht tag die nechsten nach sölichem
uffsagen in aller sicherhait, on far und sorg steen biß in ains
jeden gewarsam. Zu urkund istf gemainer statt secret insigel in
disem brief getruckt, so haben Hanns Jagsthaimer der alt, Cunrat
Eberhart und Ernfrid Kumpf ir aigen insigel auch hierein getruckt,
desgleychen so haben Stephan von Menzingen, Jheronimus und Cnnz
die Ofner, gevettern, als anstatt des ausschuß von iren und ainer
ganzen gemaind wegen ir aigen insigel, der sich der ganz aus-
schuß von ainer gemaind wegen mit gepraucht, in disen brief tun
trucken.
Actum uff montag nach dem sonntag Letare [27 März] nacb
Christi, unsers lieben herren, gepurt fanfzeheuhuudert und im funf-
undzwainzigsten jaren.
[78] Der ausschuß
ließ nachfolgends uff solichs verrcr durch irc verordnete Stephan
von Menzingen, Jörig Spelten, den alten, Christhainzen und vil
ander an ain erbern rat pringcn und begern : Nachdem ain uß-
schuß der gemaiud sich verfangen bette, zwuschen aim rat und der
gemaind der geprechen und beschwernuß halb, so ain gemaind hettc,
gütlich zu handeln^ und aber ain rat begert hette, das ainer ge-
87
maiud alhic beschwert vorgeen sollen, und sich aber aus solhcm
(wie der ausschuß bedechte) der bawrnsachcn verwcjicn und in
j^rösser weyteruug ziehen möchte, wollte demnach der ausschuß den
pawrn glait Inhalt aincr copey, so sie gestellt hctten und ain rat
verlesen Hessen, für sich und sunst für kain andere hcrrschaft
geben biß uff nechsten samstag [l April] und bcgerten, ain rat
sollt der pawrschaft auch glait biß uff denselben samstag geben.
Das hat ain rat zo tun bewilligt, und lawt ains rats glait, als her*
nach Voigt:
Glait.
Wir burgerwaister, rate und ganz gemaind zu Rotemburg uff
der Tawber bekennen, das wir allen unsern bawrn, die in diser
emporung versamelt bey aiuauder sein, biß uff samstag nechst
künftig unser sichcrhait und glait für uns, die unsern, und der wir
UDgevorlich mcchtig sind, und sunst fui' nyemand gegeben haben.
Mit urkuud ditz briefs mit unser statt secret insigel versigelt
und geben uff montag nach dem sonntag Letare [27 März] nach
Christi gepurt funfzehenhundert und im fuufuudzwainzigsten jareu.
Der ausschuß
hat dainiff durch seine verordnete aim rat zu erkennen geben, das
sie uff morgen zu ainer gemaind sachen und beschwerdc« greyfcn
und dieselben zu liandeln das erst sein lassen wollten. Sind damit
bcd taile dis abends abgeschieden.
Die versamelt bawrschaft
ist an disem montag nach Letare zum Reychartzrodt und zu Orem-
pacli, auch anderer end daselbst umb, dahin sie gestern sonntags
[2(5 Milrz] von Gebsattel gezogen warn, gelegen, bey vierdhalb-
tawsend stark, haben zum Rodt ^ den Uennsercomentur ^, lierr
Caspar vom Stain, angriffen, im ain merkliche [79] summa getraids,
vieh und anders genomen, gcpewt, vcrfutert und ains tails umb
brot geben und sunst mit cysen ausprechen und andere Verwüstung
im haws zum Rodt grossen schaden und unlust gefugt, und sind
in solichem pewtmaister gewest Uanns Haym zu Gailtzhofen ' und
1 Ucjchertsroth. 2 Ucnnscr] JobannitQr, 3 Gailshofen.
88
Hanns Han, der new schmid zu Orempach, die hetten die bab uud
sonderlicb das vicb ausgcpcwt und verkawft, das gelt darumb ein-
geuomen und betten von dem erlösten gelt aiu fenlin lassen macben,
Wirt uud bottenlon bezalt.
Her Zeysolf von Rosenbergs zu Halraerstettcn *, riters,
bawrscbaft und anderer berrscbaft undertanen
sind damals mit uffgericbtem fenlin in irer Ordnung in die roten-
burgiscb landwer zu der rotemburgiscben bawrscbaft, zu vorgemeltcm
Rodt ligende, gezogen, sie in ir bruderscbaft zu ncmen angesucht
und begert, die von den obgeuannten bauptlewten und raten der
rotenburgischen bawrscbaft angenomen worden sind mit zusagung,
inen hilf wider ir beri*schaft, herren Zaysolfen, zu tun. Daruff
haben dieselben roscnbergischen bawrn ain erbern rat und geniaine
statt Rotenburg mit den rotenburgischen bawrschaften helfen über-
ziehen und beschcdigen, und ist des cnds von anderer bcrrschaft
undertanen ain groß ab und zuziehen gewest der jhcnen, die von
den pawrscliaften darunder und für geschickt worden sein, sich der
sach zu erkondigen.
Profosen, hauptlewt uud rate zum Rod gemacht.
Daselbst zum Reychartzrodt sein Fritz Mölkncr von Norterabcrg
zu aim profosen uud Jorig Tewfel von Sclionach zu aiin hauptman
und rotmaister geordnet worden, demnach sich Jörg Tewfel der
sach underfangen, mit der pawrschaft ain Schlachtordnung gemacht,
und hat die bawi*schaft daselbst sunst etlich mer, nemlich Hanns
Kern von Rimpach ^, Hainz Nageln zu Scheckenpacli au dei
Tawber, Fritz Nageln, amptman zu Tawberzell, Michel Vögten z«
Lewzendorf, Kilian Bracken von Schmernpach * und andere zu haupt
Icwten, raten und fenderichen gemacht. Kilian Brack war bc-
schliesser und verwarer der proviand worden und ain weyl fen
derich gewest.
1 Das städtchon Niederstcttcn hieß nach dem über ihm liegendei
schlösse Haldonbcrgstettcn früher, ja noch bis 1807 Haldenbergstettcn
Haltmarstetten , Haldormanstetten u. s. w. 2 Oberrimpach. 3 Schmer
bach.
89
Zu Wyndshaiin ^
war diser zeyl auch ain grosse cmpörung und uffrur in der gemaiud,
die iren rat ticngeu, alle tor iunanieu, vcrsperteu und verwarten
sampt auderm.
[80] Wie der ausschuß verrer bandelte.
UfF obgemcltem moutag [27 März] fruw hat der ausschuß
aioer gemaind an den burgerniaister Erasinusen von Mußioe begcrt,
dem ausschuß die grossen ratstuben einzugeben. Das hat inen der
bargerioaister zugelassen und darbey gesagt, sie liaben es on das
alles in irem gewalt. Sind auch daruff alspald bcd obgemelt siehe-
mngsbriefe von bcden tailen vcrsigclt worden, und hat ufif sölichs
yeder tail dem andern, nenilich der ganz ausschuß in ains burgiT-
maisters band und ain ganzer rat in Jheronimus Ofners band (der
die pflicht anstatt des ausschuß vom rat eiuname) globt inhalt der
briefe, so alspald zwusclieu bedcn tailen verlesen und übergeben
worden sind. So ward dem ausschuß daneben von der versarnelten
bawrschaft geschriben, weliche schritt der ausschuß aim rat behen-
digt zu verlesen, die lawtet also :
Der bawrscbaft schrift.
Lieben bruder und nachpurn! Nachdem wir gestern euch zu-
i?escfalckt unser artickel ains tails, naclidem ir dann bruderlich be-
gert hapt, wollt ir uns als hewt antwurt gebeil bey zaiger ditz
brieis. Wollen wir nun weyter euch als bruder niclitz verhalten,
so wist, das uns alle stund an allen flecken zuzeucht ungemant und
genöt, auch wider unser maynung, begern bruderlich, ine aus brü-
derlicher liebe der gercchtigkait beyzusteeu, können wir inen solichs,
als vor euch anzaigt, nichtz abschlagen. Darumb bitten mir, wollt
tiff das freuntlicbst, auch uffs schierst handeln. Bitten auch weyter,
nachdem mir als bruder und nachpurn bey euch gern zu handeln,
wollt uns zulassen geen umb unser gelt pulvcr, stain und spieß, so
ir derselbigen empem möcht. Haben mir euch solichs aus brudcr-
Her lieb nichtz verhalten.
Datum etc. montags nach Oculi [27 März] 1525.
Hanptlewt und rät des hellen hawfens.
1 Windsheim.
90
I)er aussthuü begcrt, aiii ral sollt der bawru Le-
scliwcM'd halb uff ine, den ausschuß, zu eutlichcu
aussprucb komcn eto.
Nach Verlesung obgemeltcr schrift hat der ausschuß aim erbcm
rat verrcr anpriugeii getan: Wiewol sie nechten von aini erbern
rat abgeschieden wem, an hewt zu der gemaind beschwerdcn zu
greyfen [81], dess auch ganz willens gewest wern, so hett doch
der ausschuß betracht und bewegen, das die pawern etwas stark,
wie sie anlangt und wisten, bey ainander in irer vcrsamblung legeu,
und aiu merklicher zuzug von anderer herrschaft gepawrn wcre,
dermassen das zu besorgen und zu vermuten, wa sich die sach
verweylen, sich gemainer statt Rotenburg und der iren gepawrn
mit anderer herrschaft pawrn, so inen stetigs zuzugen, also merk-
lich Sterken, mit ainander verprudern und verpinden, auch so mecbtig
werden, das sie nachmalen von ireni furnemen zu bringen, nocb
ainiche gutliche handlung zwuschen ainem rat und inen statt zo
haben oder ichtzit zu verfahen, auch der von Rotenburg pawrn von
anderer herrschaft bawrn zu pringen, noch sie zu ertrennen nit mer
wol müglich sein wurde. Darumb so were des ausschuß maynung,
zu der pawrn sach zum ersten und fordersten zu greyfen und zu
gutlicher hinlegung derselben zu handeln, und begerten demnach,
ain erber rat sollt es solicher der pawrn beschwerd halben uff ain
ausschuß der gemaind zu entlichem aussprucb der sachen komcn
und bewilligen, so wollten sie zu der versamelten pawrschaft schicken
und mit inen handeln, das sie sölichs auch zu inen entlich stellten,
dai*uff ain rat und die pawrn entlich entschaiden und vertragen
werden sollten, dermassen das es beden tailen leydlich und treglich
sein, und sollt die versamelt bawrschaft daruff abziehen und sich
zu dem irem tun, begerten dess ains erbern rats antwurt.
Ain rat
hat daruff die sach bewegen und ermessen, das inen solicher des
ausschuß furschlag merklich beschwerlich, nachtailig und unerleidUch
were aus Ursachen, das sölichs etliche leben und etlichen im rat
sein lehenspflicht antreffe, darzu andern auswendigen herrschaften
zu entgang und nachtail raichen, dann sich die iren dess auch zu
bebelfen understeeu, und derselben herrschs^ften sich darumb an ge«
i
91
mainc statt Rotembarg und die iren henken wui'den. und aus den
aud andern nrsacben an den ausscliuß begern lassen, das sie noch-
xials deu necbtigen abschied für band ncmeu und zu der gemaiud
i>e»ch werden zum ersten groyfen wollten, dieselben zuvor forzn-
.iringen und za yertrag derselben zu handeln, desgleychcn das sie
n der pawrn Sachen und geprechen mit ains erbern rats vorwisseu
iiaudelu wollten etc.
[82] Der ausschuß
bat daruff aim rat für antwurt geben, das ain rat hievor in vilen
Sachen als in Mewters Kilian prudersons, Jörg vom Ranis und
andern vehden allwegen zu gar hart gewest sey, dcrmassen das
daraas gemainer statt Rotenburg merklicher nncosten, schaden nnd
naehtail ir nnd der iren entstanden were, da allwegen die sachen,
wa man bey zeyt darzu getan hett, mit vil geringerm nnd leichterm
sergangen und abtragen, nnd gemaine statt und die iren vor vil
nacbtuls nnd Schadens verhutt bliben wem. Darumb könnten, noch
wollten sie ains rats vorhaben und begern nit stat tun, noch zn-
Tor in der gemaind sachen handeln, ee dann sie die pawrschaft
vertragen hetten, wollten denselben handel vorgeen lassen und disen
zunickstellen.
Demnach in ansehung des ausschuß ernstlichs, gewaltigs fur-
nemen, und das ain gemaind sich an die pawrn und herwiderumb
die pawrn sich an ain gemaind, wie aus solicher des ausschuß hand-
lang za vermerken was, zu vertragen ain ungczwoyfelten verstand
mit ainander hetten, hat ain rat, wiewol mit ganz beschwertem und
missfelligem gemut, aus betrangter not die sach der pawrn ange-
masster beschwerd halben, inmassen sie die, wie oblawt, in Schriften
uberschickt hatten, dem ausschuß entlich nnd mechtigklich aus der
band za gütlichem ausspruch nnd entschied ergel}en des Versehens,
sie wnrden ain rat und sich selbs bedenken, darinnen sich halten,
bandeln und machen, das sie gegen kayserlich mayestat und menigk-
lichem za yerantwnrten wisten.
Der ausschuß
bt das also angenomen und aim erbern rat solicher gntwilligkait
rnmal freantlichen dank gesagt und redten darbey, sie wollten als-
pald zu der vw9ftmclten pawrsQlmft schicken, mit mn bandeln, sie
92
derinaäscn gegen aim rat uff den ausbcliuß zu verfasseu. llabea
sich damit also ain erber rat und der ausschuß mit ainander ent-
scldusscu, die pawrn, so Lieber in die statt zu wcbern und zq
bandeln betten, und andere aus und einzulassen, docb nycmand
mit kainer were, sonder das sie die nnder den toren lassen
sollten, es wern geraainer statt oder frembder berrscbaft pawrn
oder Untertanen.
[83] Doctor Andras Bodenstain von Karlstat ward
durch Ernfrid Kumpfen geoffenbart.
Dazw'uscben bat sich der obgenannt doctor Andras Bodenstain
von Kareistat in diser uffrur dis tags geoffenpart. Ernfrid Kampf
[bat denselben] uff das ratiiaws pracht und aim erbern rat ange-
zaigt, es were ain man vorbanden, den acht er zum friden gtr
dienstlich und furderlicb sein, bett darfur, es wer gluck und hail
bey ime, bat ain rat, man wollt ine hörn. Als aber ain rat damfl
fragt, wer er were, antwurt P^rnfrid Kumpf daruff und sagt, es
were doctor Kareistat, der stund dawß uff dem haws etc. Das
was aim erbern rat ain seltzams zu hörn, nam sie wunder on^
fragten in, wie er doch daher kerne über das edict und verbot!
bievor wider in ausgangen. Daruff antwurt Ernfrid Kumpf im rat
das der Kareistat seyder des edicts aus der statt nye komen, son
der allwegen hie zu Rotemburg gewest und baimlicb enthalten wor
den were durch ine und ander christlich bruder, und er wollte dt
nit lawgcn, wann es vor dem kaiser were, und der benker binde
im stunde, dann er hctt an ime als an aim armen, eilenden, ver
jagten menschen das werk der barmberzigkait umb gottes willei
geübt, wer in solichem gott und nit dem menschen schuldig gehu
sam zu sein, wiewol er sich boy aim erbern rat in aller gebarsai
und sein pflicht zu halten sich schuldig erkennte, auch dasselbi
zu tun willig und berait were, aber in dem fall, da es das got
wort autreff, da wollt er aim rat oder nyemand, sonder gott ge
harsam sein, als weyt im Icyb und gut raicbte, das sollt im got
zu helfen, wie er dann vor mermals auch im rat gesagt hette
Des name im ain rat nit ain claine beschwerd, sagten, sie liessei
sich bedanken, sie wern auch Christen als wol, als er und wolltet
als wenig wider das evangelium und gots wort sein, als er ode]
andere. Aber dabey muste es ain rat beleyben lassen, dann naqli'
93
diin yetz ain gcmaind hcrr \Yas und rcgirtcn durch ircii ausscliuG,
vie and was sie wollten, könnten sie darwider nichtz handeln, son-
der mosten es geschehen lassen, stunden dazumal uff und giengen ab.
Der ausschuß
bat desselben tags nach essens aus inen Cnnz Ofnern, Valentin
Yckclshaimem und andre hinaus zu der versameltcn bavvrschaft zu
reyten [84] und inen, was der ausschuß uff ir, der bawrschaft,
schreyben hewt bey aim rat gehandelt und erlangt betten, diis ain
lat der bawrschaft beschwernuss halb uff ine, den ausschuß zu ent-
liebem ausspruch und entschaid bewilligt bette, anzuzaigen und
damff an die versamelt bawrschaft zu begern, dermassen auch uff
in zu bewilligen etc. verordnet. Also sein gemelte verordneten zu
der versamelten bawrschaft, die eben dis tags zum Reychartzrod
Bffprochen warn und herein gegen der statt zugen, geritten. Und
als die versamelt bawrschaft, also in irer Ordnung mit dreyen uff-
gcrichten fenlin ziehende und zu beden seyteu mit den rais- und
andern wegen, damff sie die hackeupuchsen und ander geschutz,
das sie uff den land und kirchturnen, auch snnst genomen, ligeu
iietten, farende und reytende, biß zum Lindlinssee ' komen, sein
iie verordneten vom ausschuß in sölichem uff der straß bey dem
iffonnen gegen dem Lindlinsee den hauptlewten, desgleychen die
laoptlewt inen begegnet. Daselbst betten die gesandten des aus-
cliaß mit den hauptlewten der pawrschaft Inhalt irs befelhs ge-
andelt, und die bawrschaft mittlerweyl in irer Ordnung gehalten.
ach volendung der Werbung und handlung war der hawf in seiner
ndnang wider fürt geruckt und über den pruel awsserhalb dem
ilsgericht alhie hin und Newseß ' zu gezogen, allda sie sich des-
ilben aubends und die nacht gelcgcrt betten, und warn die ver-
rdnetcn des ausschuß alspald widcrumb in die statt geritten.
Damach haben die gesandten des ausschuß irem ausschuß ge-
andelter Sachen und empfangner antwurt relatiou getan, und nach-
>1geQd8 Stephan von Menzingen mitsampt gemeltem gesandten und
Odern verordneten vom ausschuß solichs dem innern rat auch fur-
ietragen der maynung: Der ausschuß hett uff hewt dem jüngsten
ibsdiied nach, von den pawrn genomen, ire gesandten bey der ver-
1 Lindlionsoe vor Rothenburg. 2 NouBitz.
Ö4
sameltcn pawrschaft gehabt, inen durch ain schriftliche verzaichnoss
furtragen lassen, was mit aim erbern rat gehandelt, und das ain
rat die sachen uff sie, den ausschuß, zu gutlichem and entlichem
ausspruch gestellt betten, daruff von den pawrn begern lassen, sölichs
an sie auch derniassen entlich zu stellen, wie dann ain rat getan
liett. Und betten daruff die pawrn die antwurt gehen [85], sie
bcgerten auch nichtz, dann gutlicher handluug und sich gütlich ent-
schaiden zu lassen, doch also, sovil der ausschuß lewte zu solichem
entliehen ausspruch und entschaid geben wurden, sovil wollten sie
auch ans inen darzu geben und setzen, die mit den verordneteB
des ausschuß solichen ausspruch tun sollten. Nun hctt die pawr-
schaft daneben dem ausschuß ain darvor ausgangen Schriften uber
antwurt, also lawtend:
Lieben bruder und nachpurn! Nachdem ir uns als liebhaber
der gerechtigkait nechsten tags bruderlich zugeschickt, unser anb'gen,
maynung und furnemen euch anzuzaigen, als wir dann tun haben,
ist uns von euch kain antwurt worden, wie wir vememen, knn
halben, ersuchen wir euch bruderlich, wollt uns schriftlich zu fe^
steen geben handlung sölicher euch zugeschriben artickel, so mir
dann wüsten bruderlich zu handeln etc.
Geben am sonntag Letare [26 März] etc. 1525.
Söliche vorgemelte schrift hett der ausschuß aim rat nit wollen
verhalten und zaigten darbey verrer an, wie die pawrschaft inen,
dem ausschuß, durch ire geschickten, so ine die brief pracht, hett
sagen lassen, sie wollten sich bedenken und uff morgen etlich ans
inen herein zu dem ausschuß schicken und verordnen, die ioen
verrer ir gemut anzaigen und zu erkennen geben sollten, und be*
gerten deshalben, dieselben ire geschickten herein in die statt und
wider hinaus zu verglaiten.
Solich glait
ward durch ain rat bewilligt und gegeben, wie hernach folgt:
Wir burgermaister und rat zu Rotemburg uff der Tawber,
dieweyl der ausschuß unserer gemaind hie zu Rotemburg zwuschcn
uns, auch unser und der unsern bawrschaft, so yetz in empörung
versamelt sein, gutlicher handlung zu pflegen furgenomen haben,
bekennen, das wir derselben ganzen unser gepawrschaft unser sicher-
halt und glait geben haben für uns, die unsern, der wir nngeverlich
95
;htig sind, aber sonst wollen wir inen far nyemand kain sicher-
:, glait oder Vertröstung hierinn getan haben.
Mit urkand dis briefs, der mit unser statt zu ruck ufFgetrucktem
retinsigel versigelt und geben ist uff montag nach Letare [27 März]
h Christi unsers lieben herren gepurt funfzehenhundert und im
jaren.
[86] Am dinstag und mittwoch nach Letare
die versamelt bawrschaft zu Newseß, und was der ansschuß
I inen uflf iren furschlag antwurt gcwertig. Am mitwochcn ob«
nelt [29 März] zu morgens hat die versamelt bawrschaft herein
die statt zu dem ausschuß geschickt Hanns Clinglern von Bet-
feld und Lutz Kutterolfen vqn Dierpach ^ und durch sie der
frschaft maynung und gemut dem ausschuß uff sein jungst an-
ngen und begem furpringen lassen uuder anderm sölicher' ge-
lt, das der liaft der pawrschaft halben atlain daran lige, die-
jrl der Zeysolfs von Rosenberg bawrscliaft auch bey inen im
vfen wern, die doch ire hauptlewt liinder dem hawfen und on
> hawfen wissen angenommen betten, die musten sie hierinnen
;h bedenken, dann inen wurd nit gepnrn, sie alsp zu verlassen
I on sie zu verrichten oder vertragen zu lassen, baten umb rat,
t sie sieb in solichem sollten verhalten, dann ob sie mit aim rat
tragen wurden, so begerten sie an ausschuß, er sollt alsdann
Zeysolfs lewt auch einsetzen etc.
Aber der ausschuß hat inen solhes abgelaint der maynung,
konnten sich herr Zeysolfs lewt nit annemen, noch sich der-
len mochtigeu. Es wurd gemainer statt und in allen zu merk-
ein, verdurplichem schaden komen, dann herr Zeysolf wer den
iten anhengig und verdient, könnt allwegen vil pferd uffpringcn
1 grossen schaden tun, wer des ausschuß maynung und rat, der
rf sollte, wa er sie nit angenommen bette, oder [sie] on ir wissen
lenomen worden wern, sich ir eutschlagen und nit annemen,
der sie auf die hauptlewt , die sie uffgenomen betten , weysen,
a dieselben haissen handhaben und einsetzen.
Indes and gieych zu mittemtag kamen uff obgeschriben glait
•ein in die statt geritten her Lienhart Denner, Fritz Mölkner,
ter Kemer und vil der obgeschriben hauptlewt und rate der
I Dicbach.
96
I
versaiiielteu pawrschaft, üb oder bey den dicyssigcn, bandelten ky
dem ausscbuß der gcmaiiid, dermasscu das der ausschuß vermerkt
und verstund, das der bawf oder ire geschickten des jüngsten an-
pringens und handlung, von wegen des ausschnß durch ire ge-
sandten an sie, die hauptlewt und rate, beschehen, nit recht ver-
merkt oder verstanden betten, und hat uff sölichs der ansscliol!
furgcnomen , den gescliickten der pawrschaft hewt nit antwurt zi
geben, nachdem sie yetz etwas weinig und ungeschickt waren, bil
uff morgen fruw, so sie geschickter sein wurden, wollten sie inei
des ausscbuß nechste mnynung baß erclern und erzelen etc.
[87] Von aim raisigen zewg ober Newses.
Gleych under solicbem nmb acht ur des tags kam ain gc
schray herein in die statt, wie ain raisiger zewg sich auf d«
Wachsenberg sehen lassen hott. Derbalben ward ain gi-oß geschra
und murbelung in der gemaind, man wollt die pawru schlahei
luffen etlich uff die inawrn und sunst znsamen. Deshalb ließ de
ausscbuß ainer genin ind mit der grossen glocken zusamen lewtc
und inen furbalten, wie die rachtung an aim rat nit crwund
dann ain rat hett die snch dem ausscbuß übergeben oder zu iiK
gestellt, aber die pawrschaft hett es noch bißher nit zu inen stelle
wollen, konnten derbalben kain antwurt von den pawru pringei
sonder wern nochmals antwurt von inen gewertig; darumb wer 4
mangel an inen und nit an aim rat, und wa nun den pawrn ab
solichs etwas begegnet, so wern sie selbs schuldig daran, hetti
daruff ain gemaind gepettcn, sieb der pawrn in solicbem nit anzuncme
Es haben sich auch uff sölichs der ausscbuß mit aim rat n
hinwiderumb ain rat mit dem ausscbuß, doch uff des aussdn
ernstlichs anhalten und begern verainigt, das yeder tail ain bot
Schaft hinaus zu dem raisigen zewg schicken und sie bitten solle
der pawrn nicht zu scblahen, sonder mit inen zu handeln, das !
sich uff gnad ergeben, ire wer von in legten und sich alspald ht
in ire hewser oder zu dem iren tun sollten, dann es stand xn
sehen aim rat und den pawrn in gutlicher bandlang dermassc
das sich ain rat versehe, es keme zu guten dingen aad za ai
vertrag etc. Sein daruff aus dem rat verordnet worden Com
Eberhart und Jberonimus Hasel und vom ausscbuß Hanns Hubn
und Valentin Yckelshaimcr. nnd sein alle tor zugeschlagen werde
97
Die von Nuhnberg haben indess beden, innern und ewssern
Täten nnd der gemaind geschriben, wie hernach folgt:
Den ersamen nnd weysen, bnrgermaister, inner und
ewsserm rate sampt der ganzen gemaind za Kotemburg
off der Tawber, unsern besondern, guten freunden.
Unser frenntlich, willig dienst zuvor. Ersamen und we3rsen,
besonder lieben freund i Uns langet glauplich an, das sich ^wuschen
ewer beder sejts allerlay widerwertiger beschwerungen zutragen sollen,
welichs wir aber ewern halben, denen wir bißher, [88] mit son-
dern), freuntlichen, genachpurten willen verwand und zugetan gewest
sejen, nit gern und mit aim getrewen mitleyden vernomen haben,
; xweyfeln auch nit, ir kunt bedenken, zu was beschwerlichem ende
[ die nffirnrn und zertrennungen der oberkaiten und undertanen
l jedesmals geraicht, und das nach den Worten unsers seligmachers
•Qe regiemngen, die in inen selbs zertailt und unainig seyen, zer-
r stört nnd wuest beleyben müssen, das auch aus ainigkait claine,
i' geringe ding hohe gewachsen, aus unainigkait und zwitracht aber
die grössten und höchsten in kurz ganz zu abuemen und verderben
komen und vergangen sein, in welichem uns die alten, vergangen
geschiebten, darzu die teglichen zufäll, so sich bey unsern gezeyten
bißher erewgt haben, unwidersprechliche zewgknnß und anzaigung
; gehen mögen. Ewer lieb haben sich auch dess nit schwer zu er-
^ iimern, das bißher etwavil jar der erbern frey und reichsstetten,
sonderlich aber denen, die vor andern ander den wolfen gelegen
Qd der waid gesessen sein, etwas hoch und mit merklichem nach-
ttil zugesetzt worden ist, darinn sie aber der allmechtig wunder-
barlich erbalten, und hat zu solichem sonders zweyfel nit wenig
mach geben, das dieselben communen under inen selbst ainig ge-
vest, getrewlich zusamen gesetzt und ir zugestanden ungefcU under
ainander in bürgerlichem mitleyden übertragen haben, welichs aber
dvch unainigkait und widerwertige haudlung, wie ain yeder ge-
ringer Vernunft ermessen mag, beschwerlich hat beschehen mögen.
Achten es auch darfur, der tewfel als ain sonder feind und ver-
Uger fridens und ainigkait, weyl der das liecht des evangeliumbs,
<o ffiser zeyt an allen orten, zuvor aber in den stetten beginnt zu
steinen, nit erleyden kau, feyert nit durch seine listige anschleg,
Btteni)crl«s '
98
dergleychen widerwillige zertrennnng anzurichten, ob er damit dester
eher den glänz gOttlichs worts undertrucken oder zma wenj^rtn
verhindern möcht. Dieweyl wir uns dann nit allein als christen-
lewt aus bruderlicher, christenlicher verpflichtnng, sonder auch ab
ein common des hailigen reichs schuldig erkennen, ewer lieb wol-
fart und ^ aufneinen zu furdern, herwiderumb alles das, so d^iselben
widerwertig und entgegen sein mag, sovil uns ymmer möglich, helfen
zo fm-komen und abzustricken, inmassen unsere vordtem jedeBnuüs
auch getan haben, so ist an ewer lieb unser freuntlidi bitt, die
wollen gelegenhait jetziger lewfte, auch was aus diser zertrenimni
ewem halben für unwiderpringlichs Schadens und nachtails erfelga
mag, zu herzen füren und sich demnach gegen ainander zu wejtor
verdiefung nit einlassen. So sein wir hiemit urputig [89], wis
wir für uns selbst oder neben andern stetten ewer lieb gefieUig
zwuschen euch beder seyts mit ewer beder tail gutem willen wit
guts handeln, die schwebenden irrungen beylegen und vertragen
mögen, das wir solichs mit dem pesten, getrewlichsten und solichem
fleiß tun wollen, als ob es unser selbst sacheh belanget. Ewer
lieb wollen hierinnen ir er, nutz, wolfart und gedeyen im pestoi
bedenken, dann wir sind ye genaigt, ewer lieb samentlich und son*
derlich allen guten und freuntlichen willen zu erzaigen.
Datum eritag, den 28 Martii anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Nurmberg.
Der ausschuß hat sich daruff an statt der gemaind für siA
selbst den von Nurmperg antwurt zu geben entschlossen, sölidiB
auch aim innern rat und darbey angezaigt, ob ain rat den vm
Nurmberg auch ain schriftlich antwurt geben wollte, das mochten
sie auch tun, und ließ es ain ausschuß geschrien. Auf das liel
sich ain rat gegen dem ausschuß vememen, das sie den von Nonn-
berg uff ir schreyben auch antwurt geben wollten, und veraintei
sich bed tail, ir Schriften ainander hörn und lesen zu lassen and
die mit ir yedes wissen abzufertigen.
So sein die verordneten des rats und ausschaß vorgemelt in«
dessen hinaus uff den Wachsenberg geritten, haben sich daselbst
nach dem raisigen zewg umbges^en und erkundigt) and als sie
unden am berg zwen kerner, zu den sie kernen, gefragt, ob sie
nicht reyter gesehen, betten sie geantwurt, sie hetten fiinf rewter
gesehen und aigentlichs Wissens, das gestern bey sibenhondert za
99
fa& ni Kitzing ^ ausgezogen wern, aber wahin, das wissen sie nicht.
Sölichs betten bed k^mer inen mit pflichten und handgelnpten an
aids stat bedewrt. Aber als sie, die gesandten, nff den Wachsen-
berg komen wem, betten sie ain getrett und gestuef von raisigem
zewg uff dem Wadisenberg gleich fomen am Luginsland fanden und
gespart, anch an aim bawm, der inen nffgestossen was and den
zewg ges^en hett, derhalben erkondigt, beriebt von ime empfangen,
das es mäns gnedigen herren marggrafen baaptman Wolfstainer
mit fnnfeig pferden gewest were. Der hett sich mit solicbem zewg
Seen lassen und herfar nff den Knock getan, villeicbt den bawfen
zn überschlagen nnd besichtigen, deshalben der hawf etlicb aas inen
za dem baaptman geschickt. Die hett der baaptman Wolfstainer
geragt, ob sie marggrefisch lewt ander inen betten, sie geantwort:
„Nain^\ daraff der baaptman mit inen gehandelt und geredt, sie sollten
[90] kain margrefischen ander sie annemen oder komen laitöen.
Ulf sölichs warn die verordneten des rats und aasschaß wider vom
Wachsenberg herab und zn dem bawfen der versamelten bawm zu
Newseß geritten. Denen hett der hawf, sobald er sie vemomen nnd
ansichtig worden, zugeschickt und mit in reden lassen die maynung,
es beschwert den bawfen, das sie so weyt umbgeritten wem und
also von verran mit aim nmbschlaif daher zu in ritten, gleidi als
kernen sie von Onoltzpacb her. Doi betten die gesandten die ant-
wart geben, sie betten es im pesten und inen, dem bawfen, zu
gute getan, dann sie b^ten sich dem raisigen zewg, der wider sie,
die pawrschaft, off den painen sein sollt, nehem nnd mit inen
handeln wollen, damit nit mit ernstlicher, strenger tat und schwerem
plntTergieasai gegesa inen gehandelt ward.
Damir war von wegen der geschickten der versamelten bawr-
sdiaft dardi obgeoannten her Lienhart Dennem geredt und den
gesandten des aosschuß und rats erzelt worden : Sie vernemen, das
die geschickten des hellen bawfens, die sie yetz zu Rotemburg bey
dem ansschuß gehapt betten, etwas nnverstandner bandlang gewest,
danunb wer des bawfens maynung, [das sie] uflF die schrift, so sie
afan rat und der gemain uff ir Werbung getan betten, uff morgen
durch ir bottschaft ir antwurt in Schriften in die statt Rotemburg
aatworten lassen wollten, b&ten daruff, man wollt, was man mit
1 KHiiiigeB am
100
tändelte, sölichs auch in Schriften tun. Dasselb and darbe]
erlich ward von den gesandten des rats und aosschoft inen zn
^j das es ain rat diser sacben halb uff den ausschoß entlid
tzt und bewilligt hette, also das an aim rat kain mangels damml
Bn sie sich entschliessen und irer sachen [halben] aoeh bey den
chuß ainer gemaind bleyben and sich nit weyter verdiefen ode
kssen mit frembder herschaft bawm etc.
donnerstag nach Letare [30 März] zu fraw om
drey ar
der inner rat and der aasschaß off dem rathaws and yede
in seiner, nemlich ain rat in der ciain, alten, gewonlicbe
der aussohuß in der grossen ratstaben bey einander gesess«:
in erstlich ir schriftlich antwart uff der von Nnrmberg schreybe
yeder tail seine in des andern tails beywesen abgevertigt, wi
lach folgt:
[91] Den von Nurmberg.
Lieben freund! Ewer erber fiirsichtigkait schreyben, yetz a
m ewssern rat, gemainde' und uns getan, belangend etlich Im
werden und geprechen zwuschen gemelter unser gemaind und oi
rebend, mit vil guter, christlicher, gegrundter und freantlidi<
nerungen, ermanungen und erpietungen etc. haben wir alles ii
verlesen, sölichs gar getrewer, freuntlicher, guter maynui
tanden, dess wir ewer erber fursichtigkait dienstlichen und freim
m dank sagen, erpieten uns, sdlichs umb dieselben ewer erbt
ichtigkait gutwillig zu verdienen. Und wiewol nit on ist, [das] sii
m etlich beschwerden und geprechen zwuschen unser gemaii
uns zugetragen, so steen wir doch gegen derselben unser g
id derhalben in gutlicher und freuntlicher underhandlung de
ien und zu gott unserm herren in solicher hoffiiang, das d
h die gottlich gnad zwuschen unser beyder seyts ander m
i gutlich und freuntlich hingelegt, vertragen und also za fnd<
sUt werden, das sich die zu kainer weyterung ziehen soUe
aber sölichs nit statt finden wöUt, dess wir uns doch kaii
i getrösten, alsdann wollen wir ewer erber fursichtigkait, aa<
T des hailigeu reichs frey und reichsstett in sölichem nyemai
101
befor geben. Das haben wir ewer erber fürsichtigkait dienstlicher,
freanüicher maynnng nit verhalten wollen. Ewer erber fürsichtigkait
angenem, frenntlich dienst zu beweysen sind wir willig.
Datum mitwochs nach Letare [29 M&rz] anno etc. 25.
Bnrgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Vorgemelts donnerstags [30 M&rz] kamen etwanvil schriftlicher
antwurt von den von Straßbnrg, Nurmberg, Ulm und anderer end
äff uns erbem rats schreyben und ansuchen, an dieselben stett der
galstlichai guter, gemainen castens und anderer derselben anhangen-
den puncten halb darvor beschehen. Die all und auch sunst ander
Schriften, so aim rat, auch sondern, ainzechtigen personen alhier
zukamen, must man all dem ausschuß uberantwurten aufzuprechen,
ZQ besichtigen und zu verlesen, könnt auch nichtzit aus oder ein-
komen schriftlich oder muntlich, es ward durch des ausschuß tor-
warten und bestellte erfam und angesagt.
Stettbotschaften.
Es warn auch gestern mitwochs [29 M&rz] hieher komeu der
statt Schwebischen Hall erber ratsbotschaften, nemlich Herman Buschler
and Dieterich Blank, des rats, die lagen alda und warn der von
Narmberg [92] und Dinkelspnhel ratsbotschaften auch hieher zu
bmen gew&rtig. Aber von den von Dinkelspnhel (die gleich in
SQ&hem hatz, wie Rotemburg zu steen begunnten) kam nyemand,
sonder ain rat zu Dinkelspnhel schrib, als hernach folgt:
Den ersamen und weysen, bnrgermaister, inner und
ewsser rftte mitsampt der ganzen gemainde zu Roten-
barg uff der Tawber, unsern besonderu, lieben und
guten freunden.
Unser frenntlich, willig dienst zuvor. Ersamen und weysen,
besonder lieben und guten freund! Uns langt glanplich an, wie
zwnschen euch unainigkait, irrtnmb und empörung erwachsen sey,
aber aus was Ursachen ist uns verporgen. Nun mögen ewer erber
wejrshait bedenken, was nachtails und grosser schad aus solichem
kan und mag entsteen, darumb ist an euch unser gar frenntlich
and fl^rssig bitt, ir wollend euch selbs zu gut empörung gegen
auiander vermeyden und ewer sachen zu friden stellen, hapt ir
dttin gegen idnander ainich spen oder irrung, sein wir unsers Udls
102
mitsampt andern erbern stetten, euch gefeilig, willig and erpietig,
was wir in sölichem euch allen zu gut frachtparlichen nnd fridlicheD
wesen handeln könden, wollen wir unsere ratsbotschaften zu eodi
schicken nnd zwuschen ench handeln lassen alles das jhen, so der
sadien zu gutem dienen mag und euch in sölichem allem dermassen
und also gutwillig beweysen, damit wir befinden, das unser gütlich
ans>imen bey euch ain ansehen haben. Das wollen wir mit freoni-
lichem und gutem willen darzu willigklich und gern verdiene und
bitten darumb ewer verschriben antwurt bey disem unserm bottea.
Datum aftermontags nach Letare [28 März] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Dinkdspuhdn.
Uff dise Schrift, die der von Dinkelspuhel knecht, der Gilgliii
genannt, pracht, gab ain rat kain antwurt, dann ain rat vermaint,
sie hetten pillich ir ratsbotschaft hieher geschickt. Der maynimg
warn auch der von Hall bottschaft. Man wist aber damals nit,
das den von Dinkelspuhel eben das anlag, das die von Rotemborg
trucket, darumb war es inen nit zu verargen.
Aber gleich in dem kamen des vorgemelten donnerstags nach
Letare [30 M&rz] der von Nurmberg botschaft, nemlich her Niclass
Haller und her Lienhart Schurstab [93], bede des rats, mit acbt
pferden und hetten ain treffenlich bottschaft zu Wyndshain hinder
inen gelassen, die der zwitracht halben daselbst zwuschen rat und
gemaind sich haltend zu vertragen handelten.
Der ausschuß
schicket daruff alsbald etlich sein verordnete zu aim rat, lieft in
anzaigen, sie vememen, das etlich rewter alhie aus und einritea
und gelassen wurden, und blies doch der tumer nyemand an, das
beschwert sie, baten, dem tumer zu befehlen, die rewter, ?ra sie
die sehen, zu melden und anzublasen etc.
Ain rat
gab uff sölichs den verordneten des ausschuß zur antwurt: Es wer
nit on, ain rat hett im allerpesten, grosser uffrur zu vermeydflii,
den tumern befolhen, so sie rewter sehen, nicht zu blasen, damit
das gemain volk, so sie vil rewter hörten melden, darab kain ent-
setzen hetten und ain zusamenlawf machten, aber sie wollten wjL
den tumern inhalt des ausschuß begem verschaffen, die rewter, so
103
« die s^en. zu melden. Das dann beschach, nnd ward den tnr-
m befolhen, was for rewter herein in die statt wollten, das man
ne zimlich melden und anplasen sollt
Der vouNurmberg und Schwebischen Hall erber rats-
botschaft haudlung.
Die vorgemelten erbern ratsbotschaften schickten in sölichem
n ahn rat uff das rathaws, liessen in sagen, sie betten von iren
krren und freund befelh, ain red oder anpringen bey inen zu tun,
winn es aim rat gdegen wer, begerten sie inen derhalben ain stund
a benenne. Demnach ward durch ain rat beschlossen, das man
ae oab acht ur uff das rathaws beschaiden und boren sollt, auch
soiidis dem aussdiuß angesagt werden, auch yemand darzu zu ordnen.
Du beschach also, und ward demnach von beden tailen besdüossen,
du ain rat und der ausschuß sie samptlich hörn sollten. Also
kunen gemeiter zeyt bed, der rat und ausschuß in der grossen
ntstaben zusamen.
Vor yetz gemeltem rat und ausschuß erschinen ulso beder
Torgemelter stett ratbotschaften, nnd redet her Niclaus Haller von
ir aller wegen [94] ungeverlich die maynung : Ire herren und freund,
ain erber rat zu Nnrmberg und zu Schwebischen Hall, nachdem
äe ?emomen, das sich etwas zwitracht nnd beschwemuss zwuschen
lim erbem rat diser statt Botemburg und ainer gemaind halten sollt,
larlnlben dan ain erber rat zu Nurmberg aim. erbem rat alhie ge-
ehriben, hettoi sie und auch ain erber rat zu Hall ire ratsbott-
ckaften hieher zu ainem erbem rat und der gemaind abgevertigt,
iraff sie, beder stett ratsbottschaften, bey inen, ainem erbem rat
id dem ausschuß ainer ersamen gemaind, erschinen, zaigten an
m wegen irer herren und freund, das inen sOlich zwitracht und
schwerungen zwuschen aim erbem rat and ainer ersamen gemaind
s getrewem, freunüichem und nachpurlichem willen, auch schuldiger
idit nicht lieb were in betracht des merklichen, verdurplichen
ditaüs und Schadens, der diser erbem statt künftig daraus entsteen
1 erwachsen wurd, dess sich ire herren und freund ganzlich nit
raelien hetten, die weyl diser zeyt ain kaiserlichen regiment und
nmergeridit im reich verordnet were, dermassen das ain yeder,
zu dem andern zu dagen vermaint, wisst, wa er den andern
rimb mit r^t er9^che^ sollt. So w^re hievor uff dem gehalten
104
stettag zu £ßlingen ^ durch der erbern frey und reichsstett bott-
scbaften auch beschlossen worden, wa sich in ainer reichsstatt der-
gleichen zwitracht und geprechen ereugen und zutrugen, und es in
die nechsten umbligenden reychsstett gelangte, oder sie das selbs ?er-
nemen, das sie alspald ir ratsbottschaft in dieselbigen statt yerorden
und schicken und zu hinlegung solicher geprechen das pest fumemen
und handeln sollten. Sölichs und das die statt Rotemborg aim erbom
rat zu Nurmberg und iren voreltem dermassen mit nachpurlichem
willen verwandt und gelegen were, und [sie] jeder zeyt in irenan-
ligen ainander rätlich und zum pesten fiirderlich gewest wem, hett
ain erber rat zu Nurmberg und zu Hall sie zu inen verordnet,
und wer hieruff ir ansynnen und bitt an ain erbem rat und ain
ersam gemaind, inen als gutlichen mittlem und handlem in solidieii
iren anligen und beschwerungen gutlicher underhandlung zu ver-
folgen, so wollten sie mitsampt inen, beden r&ten, die sachen in
der gut helfen hinlegen, vertragen, das pest darinn raten und for-
nemen helfen, das darzu dienstlich were, damit sie dero zu beder-
se}'ts zu friden und die sachen nit zu Weiterung komen etc.
[95] Ain rat und der ausschuß
haben daruff nach langer underred und beratschlagung, die yeder
tail für sich selbs hett, letzst ainhellig durch Cunrat Eberbarten^
alten burgermaister, diese antwurt geben: Ain erber rat und der
ausschuß betten ir Werbung und anpringen nach der leng gdiört,
sagten inen des und irer erscheinung zumal dienstlichen und freunt-
lichen dank, erputen sich, sölichs gutwillig und freuntlieli umb sie
zu verdienen. Und als sie in irer Werbung anzaigten, die zwitradit
und irrungen, so sich zwuschen aim rat und gemaind alhie halten
sollten, mit anzaigung des reichs Ordnung, und wes uff jungst ge-
haltem stettage zu Eßlingen durch der erbem frey und reychsstett
gesandten erbern ratzbotschaften beschlossen worden were, nüt mer
anzaigten Ursachen und angehengter beger, inen gutlicher handlang
zu gestatten und zu verfolgen etc., daruff geh ain rat sampt dem
ausschuß inen zu erkennen : Nachdem sich ire paurn in der landwer,
und wa sie dann gesessen, in ain emporung und versamblung be-
*
*
1 1523, 8. Klüpfd, Urkunden zur geschichte des schwEbiBchen buode»
II, 264.
105
derhalb^i ain rat sie durch ire versigelte gebotsbriefe bey
Aea und pflichten vermant hette, wider abzuziehen und sich
18 ZU dem Iren za tan, dann solich ir furnemen nit allain
ain rat, sonder auch wider kayserlich mayestat und des haiügen
Stande, ir Ordnung und Satzung were, aber sie betten sie
nit abwenden mögen, sonder sie sich mit irer versamlong also
st, das ain rat den ewssem rat und ir gemaind versamelt
, sich mit inen zu entschliessen und zu beratschlagen, noch-
nit der pawrschaft gutlich on sonder groß plutvergiessung,
ra es gutlich nit sein wollt, alsdann mit dem ernst zu sölicher
ng, doch leydlicher weys zu tun, und derhalben von ainer
id inen ir antwurt und gemut zu verstendigen begert. Aber
maind hett sich durch iren ausschuß in solichem gütlicher
ng, auch die pawm in iren anligen und beschwerden zu hörn
angen, wem deshalben aus dem rat und ausschuß etlich zu
twrschaft verordnet worden, die sie verhört. Darttff hett die
haft ir beschwerden in Schriften nberschickt. Nnn hett ain
rat demnach uff begem nnd ansnchen des ausschuß inen die
, umb all ir geprechen in schriften begriffen, tiberschickt, und
e [96] dero noch zutragen möchten, dem ausschuß entlich
ben und zugestellt, wie sie sie entschieden, darbey zu be-
etc., und hett ain ausschuß inen, der pawrschaft, sölichs
argehalten nnd begert, das sie sölichs auch, wie ain rat zu
teilen und inen dess ir antwurt geben wollten, dess- hett der
iß noch bißher kain entlich antwurt von inen pracht. Mittler
ett sich gleichwol die gemaind anch etlicher irrnng gegen
it vermerken lassen, aber aim erbem rat were nit wissend,
eselben beschwerden wern, hetten gleichwol begert,. aim rat
en znzestellen, das wer noch nit geschehen. Aber ain erber
tsampt dem ausschuß wern der hoffnung zu gott, wann sie
artickel irer geprechen aim erbern rat zustellen wurden, sie
durch die gnad gottes und des ausschuß der gemaind und
tail zusetze fleyß und zutun under inen selbs gutlich vertragen
ngelegt werden, also das sich die zu ainicher weyterung nit
sollten, und hetten ain erber rat und der ausschuß, yeder
bem rat zu Nurmberg gestern uff ir schriftlich ansuchen
t geben. Die ließ man inen alspald, nemlich ains erbern
itwort darch den stattschreyber und des ausschuß antwurt
106
(darinnen sie sicli under anderm liöm liessen, das sich der aossdnt
der saclien selbs ondersteen wollt, zwoschen rat, der gemaind und
pawrschaft vertrag and Ordnung za machen und nffisurichten) dttich
Steflbn von Menzingen verlesen.
Die gesanten ratsbotschaften der von Nnrmberg
nnd Hall
begerten nff sölichs verrer, ain erber rat nnd der aosschnß söUten
sie we}'ter verhörn und inen derhalben ain andere stund bestymmen.
Der ausschufi
hett aber under ime entlich beschlossen, das sie irs tails bey söHcher
irer yetz verlesen schriftlichen antwnrt bleyben und der zwayer
stett gesandten ratzbotschaften zu gütlichen uuderhandlungen garnit
zulassen, auch mit vil handlungen lenger uit uShalten wollten, sagten,
sich möcht die sach verweylen, sollten sie dann uff iren costen liie
[97] ligen und nichtz handeln, wer es schimpflich, sollt sie dann
ain rat auslösen, wer gemaine statt des costens nit notturftig, danunb
were des ausschuß maynung, man sollt sie reyteu lassen und lenger
nit uffhalten.
Der stett ratsbottschaften
aber, als inen solher maynung gemeß vom ausschuß mit abschlegiger
antwurt begegnet was, hielten yedoch verrer au mit beger, sie we}ter
zu hörn und inen derhalben ain stund zu bestymmen, so vil, das
gemelter stett botschaften nach essens umb acht ur wider nff das
rathaws beschieden warden.
IVütler ze}i; kamen etlich gesandten der versamelten bawrschaft
und brachten des hawfens antwurt in Schriften, an den ausschob
gestellt und uberantwurt, die der ausschuß furter aim rat zustellte,
lawteude, wie hernach folgt.
Der bawrschaft antwurt an den ausschuß.
Lieben bruder und nachpurn ! Nachdem mir gestern nach ewerm
beger und zuschicken mit dem ausschuß des ganzen hellen hawisn
bey euch erschinen sein, habt ir uns muntlich, auch vormals sohrift-
lich forgehalten, wie ir als bruder und aachporn, auch als liebhab«
107
der gereohtigksäi andh mit hoheai fleyfi bemawet habt in der band-
Ittng zwoflchen uns, der pftwvschaft^ and aim erbern rat und mit
grosser maw dahin gebracht, das euch ain erber rat die sach über-
geben hab also, was ir entlich schliest, soll also gehalten und kre£-
ti^ich erstatt werden, doch also das wir euch dergleychen die hand-
hing abergeben and in gleycher maß, wie ain erber rat euch ver-
trawen, begert daraflF, each ain entlich antwart zu tan, ob mir solichs
eingeen wollen oder nit. Haben wir nan, lieben brader, von eoch
Temomen, wie ir, aach ain gemaind zu Rotemburg in gleycher maft
aach etwas hart beschwert seyd. Ist in dem anser braderlich and
fireantlich beger, wollt ans solich ewer artickel zaschicken, wollen
wir alsdann weyter anser vorbehalten artickel, nachdem mir each
schriftlich anzaigt, affdedLen and zaschicken and darnach alle sach
as euch, den aasschaß der gemaind, als verstendigen der gerechtigkait
setzen, also was aasweyst das ewig, war gotteswort,* dasselbig kreftigen
ud wideramb, was dasselbig [98] ambstest and todt, soll todt and
oiditig sein, wann alle pflanzang, die gott, der himlisch vatter, nit
gepflanzt hat, soll aa^ierewd werden. Bitten wir nan, wollt ans
als schierst entUch antwart geben, ob ir sölichs tan oder nit tan
wollt. Haben wir sölichs each aas braderlicher lieb nicht wollen
verhalten.
Geben donnerstag nach Letare [30 März] etc.
Ain rat, dem sölich der pawrschaft antwart vom aasschaß
befaendigt ward, bewag die ganz biBschwerlich, vermaint, mit nichten
la bevrilligen, das man der bawrschaft ainer gemaind dagartickd
obo^chicken wollt.
Der stett ratsbotschaften.
Nach essens amb acht ar erschinen beder stett ratsbotschaften
wideramb äff dem haws in maynang, sich vor aim rat and dem
aasschnß verrer hörn za lassen. Sölichs ließ ain erber rat, der
damals in der dainen ratstaben saß, dem ausschaß in der grossen
ratstaben, darinnen er saß, ansagen, der ausschüß gab aber aim
rat daraff antwart, sie wisten die ratsbottschaften weyter nit mer
za hörn oder ichtzit mit inen zu handehi.
Ain rat bewag daraff verrer, das sölichs abzaschlagen and za
wiigem ganz schimpflich were, dieweU sie mitsampt dem aasschaß
besdiaiden w«m, be«chla99^ domoach deo ausschaß darfar za pitteu.
108
Aber ee denn soliche bitt an den ausschuß gelangte, warn die ?er-
ordneten des ausschuß, nemlich Stephan von Menzingen, Christ-
hainz , Lienhart Stock und ander selbs bey der stett botschaftoi
und teten inen ir begem selbs waigem und abschlagen.
Herr Niclaus Haller
saget inen gleychwol dargegen, sie hetten sie hewt fraw sampt iim
Tat beschaiden, das hett er, Niclaus Haller, selbs von sein, des
Menzingers, muud gehört, das wurd inen pillich gehalten, und worden
sie nochmals billich gehört, dann das sie vom ausschuß sich der
Sachen allain understunden zu vertragen und ain regiment zu machflo,
das stund inen nit, sonder dem kaiser zu oder dem kayserlichen regi-
ment, deshalben sich gepum wurd nit darzu zu schweygen [99].
[99] Indes kamen ains erbern rats alhie verordnete auch zu des
verordneten des ausschuß uff dem rathaws, begerten an sie : Nadi-
dem die stettbotschafteu von aim rat' und dem ausschuß herauf off
das rathaws beschieden wem, sie we}1;er zu hörn, das sie doch
dasselbig tun sollten, und wer ains rats maynung, das man sie ver-
samelt hat, nemlich ain rat und ausschuß mit ainander, od«' Wi
der ausschuß sie mitsampt dem rat nit hörn wollt, so begerten ae,
ain ausschuß sollt aus inen etlich zu aim rat verordnen, die darbey
wem, so wollt ain rat die stettbotschafteu verhorn in beywesen der
verordneten des ausschuß. Das namen die verordneten des ausschoB
ainen bedacht, sölichs an den ausschuß zu pringen. Uff sölichs
wlirden die verordneten des ausschuß wider heraus zu ains rats
verordneten, desgleychen zu der stett botschaften geschickt und inen
obvermelt ir aller begem frey abgeschlagen, dess sich die stettbot-
schafteu ser beschwerten aus den Ursachen, so sie dem ausschuß
anzaigt hetten, und das sie sölichs bey iren herren nit verantwurten
könnten, dieweyl doch Adam im Paradeys gehört worden were, be-
gerten die bottschaften, sie doch auch zu hörn.
Das es aber des ausschuß halben ye nit sein wollt, so begertea
sie doch für ain rat, sie daselbst weyter zu hörn. Demnach lieft
ain rat den ausschuß durch Cunrat Eberharten und Jheronimum
Haseln, ains rats verordneten, verrer ansuchen, ime, dem rat, etlich,
als nemlich vier, fünf, sechs oder mer aus dem ausschuß zuzeordnen,
in dero beywesen die stettbotschafteu in aim rat verrer gdiört
werden sollten, und wa sie nyemand darzu verordneten, so wollt
.:
109
am rat der stettbotschaften on sie aach nit verhorn. Dann ain rat
bedacht daneben, das sie alsdann in aim rat aach nit wem on den
aosschuß oder seiner verordneten zu hörn, za vermeiden allerhtjr
Verdachts, gevarlichait, sorg und unrats, der aim rat gegen dem
aoaschiiß und der gemaind daraus entsteen möcht. Uff solich an-
pringen hat der aosschoß ains rats verordneten Cunrat Eberharten
imd Jherommos Hasehi die antwort geben : Sie betten die von Norm-
berg hewt gehört ond inen antwort geben, das sie sie der pawm halb
vcnrer nit hörn wollten, betten es den von Nurmberg aach also
oiaigt und far antwort geben, aach sie verrer zo hörn abgeschlagen,
das wollten sie aim rat hiemit aach [100] fiir abschlegig antwort
geben haben, ond nyemand aas in, dem ausschuß, bey der verhör
sein lassen, dabey Hessen sie es beleyben, wollten aoch nyemand
darzo verordnen oder schicken, wollt sie aber ain rat far sich selbs
hörn, das Messen sie geschehen.
Uff sölichs hat ain erber rat der stett ratsbotschaften nach
widereferong hewtigs abschieds die antwort geben, das ain rat bey
dem aosschofi allen möglichen fleyß forgewendt, flehlich und bittlich
Qdt inen gehandelt betten, sie, die stettbotschaften, zo bestimpter
2eyt lawt hevrtigs abschieds im rat ond aosschoß samptlich zo hörn,
ond wa sie der aosschoß mit inen nit hörn wollt, das sie doch etlich
•BS inen zom rat ordnen sollten, die bey inen sessen, so wollt sie ain
rat in dero beywesen darnach hörn, dann ob sie, die stettbotschaften,
Dnrken oder haiden wem, worden sie bülich gehört etc., das wer
aber um rat abgeschlagen worden. Und wiewol ain rat genaigt,
«Kh pillidi were, sie verrer zo höm ond mit inen handdn zo lassen,
so bedechte doch ain rat, das sölichs bey aim rat allain zo ton ond'
ZB handeln onfrochtpar xtad ombsonst were, zod^n das aim rat
merklich far ond sorg g^^ dem aosschoß ond der gemaind daroff
slmid, ^e yetz on das wider ain rat ganz bewegig ond offrorig wem,
dann de, die stettbottschaften, sehen, welher gestalt ain rat saß ond
vom ansschofi ond der gemaind als den iren schwerlich betrangt
wem, mosten nor ton, wie ond was aosschoß ond gemaind wollten«
Bat demnach ain rat, sie, die botschaften, wollten ain rat verrer
verhör und handlang ans bemelten orsachen erlassen, ond dabey ^
das sie, die stettbotschaften, ain erbem rat bey kayserlicher mayestat
oder derselben regiment, aodi allen frey ond reychsstetten getrewlich
verantworten ond entscholdigen, inen die handlong anzaigen, wie sie'
110
dann die fanden and sehen, and sie on zweyfel za ton woL wisteA.
Sagte aach ain rat inen and iren herren and freunden, den erban
stetten, die sie bieher verordnet hetten, ihrer gehapten msw «nl
fleyß znmal dienstlichen and frenntlichen dank ond'erpaten aidi,
sölichs omb sie and dieselben stett mit gatwilligem and frenntlidMü
fleyß za verdienen.
Darnff sagten die stettbottschaften : Sie gedachten gl^di[101]-
wol bey inen selbs, das aim rat nit wol fugen wöUt, sie on da
aasschaß za hörn, wollten anch bey kayserUcher mayestat, im
regiment, iren herren and freunden, den raten gemelter stett die
handlang sagen und anzaigen und ainen rat nfb pest verantwarta^
on zweyfel, was sie der sachen zu gat handeln und fordern könnt«,
das wurden ire herren und freund gern tun.
Und also mit grossem verdrieß begegneter sachen sein die stett-
botschaften abgeschieden, Hessen sich etlich und nemlidi Christhaint
hörn (mit züchten zu schreyben), man schiß uff sie, es bette nyenuuid
nach inen geschickt etc.
Uff freytag nach Letare [31 M&rz] sein die gemelten stetttiot-
schaften wider fruw weg geritten, yedoch nachdem die tor lang Mt
in die dritten stund uff den tag versperrt warn, haben sie so lang
darvor halten müssen, biß man affgesperrt hat, dann sie warn nit
angenem gest bey dem ansschuß.
Der gemaind ward zusamen gelewt
Etkrzlich, nachdem die stettbotschaften weg kernen warn, lieft
der ausschuß ainer gemaind mit der grossen glocken zusamen lewteo.
Die kam abermals uff dem Judenkirchof zusamen. Alda ward der
gemaind durch den ausschuß fürgehalten, wie sie mit der versamettoi
bawrschaft gehandelt hetten, ir sachen und gq[Mrechen, so sie gegea
aim rat hetten, zu dem ausschuß zu stellen, inmansen daiin ain
erber rat getan hett, aber die pawrschaft wollten solichs nit tat,
sonder die pawrschaft widersetzten sich und wollten aller ding gm
frey sein, kain gult, zehend. zins, noch anders nkhtzit mar geben,
und das auch die schulden, so ain yeder zu tun were, vergbdm
und uffisehept werden sollten, hetten auch nechün im leger öffinillich
aussebreyen lassen, dieweyl inen ir begem, inmassen sie dem ans-
8cbufi in Schriften uberschickt und anpracht hetten, nit widerfiun
Bod gedeyhen möcht, das. sie bey ainander bleyben, and yederman,
ler ioeii zazoge, an nud nfiiemen und nit von inen jagen wöHten,
m gelangte sie auch nichtzit zn geben, heUen in Schriften an den
nsKluiß begert, der aoBBchoß sollt inen, der pawrschaft, ainer
gonaind bescbwerden zuschicke etc., hett sich aber der aasschaft
diniff entschlossen, das sie sölichs nit tan wollten, wer aach nit von
nOten, die bawrschaft h^ glait biß morgoi, in der ze}t soUten sie
te aasschaß irer antwart entlich yerstendigen [102].
In sölichem kam dis nachfolgend marggrefisch schrift, die sich
kUmt ainer abdag verglich. Die ward darch des forsten reytenden
betten, den Kitschen pracht and alspald in beywesen Lor^z Denn^rs
dai aosBchoß aberantwnrt, farter darch etlich vom aasschaß in ain
nt wideromb getragen and alda in beysein derselben verordneten
te ansschoß nlCgeprochen and verlesen, and farter die schrift den
verordneten im ansschoß oberantwart, in aasschaß za tragen,
Mbst auch zn verlesen and, ob sie wollten, ain abschrift davcm
n behalten, sollten alsdann aim rat das original wider beben-
%iL Das alles bescfaach, and lawtet vermelte schrift, wie hernach
Ugt:
Des marggraven abclagschrift.
Den ersamen, weysen, nnsern lieben, besondern, bar-
germaistern, innerm and ewsserm rate and der gemaind
der statt Rotembnrg äff der Tawber.
Casimir, von gottes gnaden marggraf zn Brandenbarg etc.
Umetü ganstlichen gros zavor. Ersamen, weysen, lieben, besondem !
Nachdem wir each, bargermaistem, innem and ewssem rats, disw
t$g za zwayen malen ewer ofiErarisch^ bawm halben gesehriben
md UM aas gnedigem willen nnd in bedacht der nachparlidien
ijnigaDg nnd verstendnnssi darinnen wir nnd nnsere eitern mit
ffmmaet statt Botemborg lang zeyt gewesen nnd noch sind, erbot-
ten haben, ench beystendig and hilflich zn sein, solich nnzimlich
oqionmg und uBrwc ahzawenden and zn farkomen, aach ob zwaschen
eodi, dem rate und der gemainde, irrnng were, gnedig^ch dar-
zwoscheB so handeln etc., darnfi ans von each, dem rat, antwart
itOQiak, wie ir wisst, desgleychen aach von each, der gemaind,
darbqr ir ans ain instraction zngeschickt, was ir mit der pawrschaft
habt haoddn lassen, nnd each daraff wider za antwart worden sey.
112
das wir ewern halben zu gnedigem gefallen yerstanden haben. Nun
sind'^ir yerarsacht, za der aifrarischen pawrn yersamlimg aadi n
schicken und inen anzaigen lassen, dieweyl sie dermassen an der
grenitz unserer ampt liegen and nmbziehen, auch etlich der nnsern
und ander nnser zugehörigen undersessen in ir versamblung zu komen
bewegen und uffhemen, das uns dasselbig beschwerlich und unleyd-
lieh ist, es seye auch demnach unser begem [103], das sie sidi
solichs furnemens enthalten und zuvorderst vermeyden, die uofler
oder ander unser zugehörigen undersessen zu inen zu ziehen, sonder
ob der etlich bey inen wem, dieselben nit bey sich zu gedulden
und uns entlich zu verstendigen, wes wir und die unsem uns za
inen versehen sollen etc., wie dann solichs gestern durch ainen
unsem truweter von unsem hauptlewten und raten, ob solichem der
pawm leger bey Newsess gehapt, yetz gemelter mass geworben, und
daruff derselben pawrn nachfolgend antwurt worden ist, das nc
ander gestalt nit in empörang oder versamblung sein, dann altoin
ire beschwerden gegen euch, gemainer statt Rotenburg, abzupringeo
und gar nit des willens, uns oder die unsem zu beschedigen, sie
versehen sich auch genzlich und unzweyfenlich, in kurz mit eod
vertragen zu werden, wie dann die irrung und sach von euch, den
rat, und inen, den pawm, frey, entlich und mechtigklich uff eodi
die gemaind, gestellt wem uff ma}'nung, wann dann die sach, w»
yetzt berurt, vertragen wurd, ain yeglicher wiederumb heim in sai
haws ziehen, doch mit dem anhang, wa sie aber mit euch nit ver
ti'agen wurden, wer dann darnach zu inen keme, die wollten sie lü
von inen jagen, damit sie gesterkt wurden, das sie auch bleyba
möchten etc. Aus welichem nun kain anders vermerkt werden kau
dann das der pawm fumemen sey, nit allain euch, gemaine (de
hailigen reichs) statt Rotenburg, sondern auch uns* und villeicfa
ander mer oberkaiten irs gefallens zu nöten und zu betrangen, und die
weyl dann sölich mutwillig uffrur, empörung und ungeharsam zuvorden
wider romisch kaiserlich mayestat, auch alle hohe und nidere stend
des hailigen reichs und darzu wider recht, des hailigen reichs or^
nung, landfriden und gemaiulich wider alle erberkait fnrgenome
werden und dem hailigen ewangelium (dess sie sich hemmen) n
gemeß, sondern ganz widerwertig ist, und sich also frey und offenl
lieh hörn lassen, wann sie mit euch irs gefallens nit vertrage
wurden, das sie zu iuen nemen wollten, wer zu inen käme, will m
US
ganz beschwerlich sein, desselben zu gewarten, wie ir selbs leychüich
bedenken mocht. Und dieweyl ir dann, wie gemelt, mit uns in
verschribner , lang hergeprachter aynigung und verstenduuss, auch
et er gemainer staU Rotemburg verpflichten undersessen billich mechtig
seyt, so ist an euch unser gutlich begem und bitt, ir wöUend uns
bey disem [104] unserm reytenden hotten on alles verziehen lawter
ud dar schriftlich verstendigen, was wir uns nit allain zu euch,
Inrgermaistem, rat und gemaind, sonder auch gemelten ewern under-
taiiai und verwandten in disem handel entlich versehen soUen und
oögm, uns entlich darnach wissen zu richten zu unser notturft.
Datum Onoltzpach donnerstags nach Letare [30 März] anno
«Ic 25.
Der ausschuß.
Und als soliche schrift im ausschuß verlesen ward, zaigt der
uasdmß durch sein verordnete aim erbem rat daruff an, ain aus-
schot hett soliche schrift meins gnedigen herren, des marggrafSen
kdrn Terlesen und finden darinn, das sein fürstlich gnad allen tailen
SBedigklich geschriben hett, und möcht nit änderst verstanden werden,
vid sie vom ausschuß wollten noch gern mit den bawm handeln,
BnUem inen furk&me, das der gemain hawf der pawrschaft von
te kanpUewtai nit lawter verstendigt were, sonder der merer tail
tebawfens gar nichtz darumb wisten. Deshalb vermaint der aus-
s^ zwen hinaus zu schicken und sie die marggrefischen Schriften
^ zu lassen, ob sich die pawrn destere er bewegen Hessen, daruff
nit inen zn handeln, ob sie noch in den aussdiuß willigen wollten
oder nit, und hetten dess ain Schriften an den hellen hawfen stellen
^ttsen, die sie aim rat alspald hörn Hessen, dann sie vermainten,
<fie hauptlewte hetten on den hawfen antwurt geben.
Ain rat.
Uff das hat ain rat dem ausschuß lassen furpringen : Ain erber
nit Heß im soHche schrift irer bedacht und furgenomne handlung
SeUlen, aber ain erber rat verstund meins gnedigen herren, des
Qttrggrafen schrift nit so für gnedig, als sie vermainten, sonder wa
f«t und gemaind meinem gnedigen herren nit darzu beholfen sein
forden, das mein gnediger herr alsdaiin nit allain gegen in, den
INiwrn, sonder auch gegea gemainer statt, irer laudwer, turn und
114
greb^, die einzuziehen und snnst merklichen schaden zn ton, handln
und fornemen, das dann beschwerlich und nnleydlich seiü wvd.
Baten ttonmach den ausschuß, sie wollten sich furdem und nmb
antwurt anhalten, damit noch antwurt [105] von pawrn gefiele, mi
man meim gnedigen herren auch antwurt geben mddite. Daroff tet
der ausschuß durch sein botschaft und Schriften bey der versamelteB
bawrschaft anhalten, betten alspald dis tags vor morgenessenszeyt n
inen geschickt, und lawtet ir schrift also:
Des ausschuß schrift oder Instruction an die
pawrschaft.
Und nachdem der verordnet ausschuß der gemaind zn Roten-
burg bericht ist, und glauplich anlangt, das ir euch understeen sollt,
unserm gnedigen fursten und herren, dem marggrafen die seinen m
seiner fürstlich gnaden ampten zu euch zu ziehen und seiner forstlidi
gnaden dieselben auch zu ungeharsam zu bewegen, das tregt lii
ganze gemaind neben ainem erbem rat den höchsten miss&llen, nad-
dem sein fürstlich gnad gemainer statt Rotemburg verwandt ttri
zugetan ist, auch lang zeyt ir gnediger fürst und herr, desgleydiA
der pawrschaft in der landwer gewest tet und noch. Sein fmrstBdi
gnad ist auch allen tailen inner und awsser der statt mit gnediger
hilf, rat und beystand nit wenig, sonder zum höchsten ersdiosseii,
dess sey ain ganze gemaind pillich herzlich dankpar und erkennt-
lieh. Bitten demnach wie vor, dl» sie söliehe alle, ck) marggrelM
sein, von inen widerumb anhaims in ir geharsam zu weychen ▼e^
schaffen, ain gemaind, wie auch sie selbs nit gegen sein ftarsClidi
gnad in verrer verdiefimg oder zu Ungnaden' einznfom mdersl^e.
Soliche obgemdte gestellte schrift war Steffan von Mmnsigm
handschrift, aber auswendig daruff mit ainer andern handsehrift g9-
schriben dise wort: „Es ist kain nutz^^
Darzwuschen und nach essens schickte der ausschuß Ste&n von
Menzingen, Jorig Spelten, den alten, Christhainzen, KUüan Etscfa-
lich, den duchscheerer, und vil ander zu aim erbem rat. Die tetes
von wegen des ausschuß im rat öffentlich vor notari und sewgea
nachfolgende, vermainte protestation ungeverHch solidier maynimg:
Protestation des ausschuß.
Sie. die verordneten des ausschuß ainer gemaind, von weg^
115
aach des ausschaß und der gemainde [106] pr&chten hiemit vor
i rat for, protestierten und bezewgten öffentlich vor notari und
rgen, so hie zugegen stunden, das sie in diser und künftigen iren
tdlungen und fnmemen wider die romisch kaiserlich mayestat,
tem allergnedigsten herren, nicht sein oder tun, auch nyemand
lern, dann sein kaiserlich mayestat für iren rechten und natur-
len herren zu halten oder zu erkennen, item wa sie zu ruck ver-
gt und angeben wem oder wurden, das sie solichs hiemit bey
iaerlicher mayestat, dem kaiserlichen regiment, des reichs chur-
fBten, fursten und stetten verantwurt haben und künftig zu ver-
twurt^ vorbehaben wollten, item das sie durch iren furtrag und
indlung nyemand an iren eren ii^urieren oder verletzen wollten,
sm das sie ire handlung kaiserlicher mayestat und dem reich nit
1 nachtail, sonder gemainer statt, iren bürgern und ime, dem
osdiufi, allen als bürgern zu er, nutz und gutem furgenomen betten,
laten daruff, solichs nit in argem oder aus Ungunst, sonder aus er-
iischender notturft im pesten uSzunemen, auch die zewgen, dess
ibo zewgen zu sein, und den notarium, inen darüber Instrument zu
Bidien etc. Zügen damit wider dahin.
Ains erbern rats protestation.
Darwider hat ain erber rat alspald auch protestirt Inhalt ains
Bitnnnents, hernach verleypt:
In gottes namen amen. Kund und offempar sey allermenigklich
urdi ditz offen urkund und Instrument, das in dem jare, als man
a nach Christi, unsers heylands, gepurt funfzehenhundert und im
Dfimdzwainzigsten jare in der dreyzehenden Romerzinszale, zu Latein
fictio genannt, am fireytag nach dem sonntag Letare, der da wt^s
r aynunddreyssigst tag des monats Marty, ungeverlich zwuschen
!ien und aylf Rotemburger um, bey zeyten, herrschung und regi-
Qg des aüerdurchleuchtigsten, großmechtigsten fursten und herren,
rren Karoli, des namens des fünften, erweiten römischen kaisers,
afien zeyten merer des reichs, in Germanien, zu Hyspanien, beder
cflien und Jherusalem konig etc., erzherzog zu Osterreych, herzog
iBm^nmdi etc. [107], unsers allergnedigsten herren, seines reichs,
SS römischen im sechsten jare, in des hailigen gerurts romischen
eidis statt Rotemburg uff der Tawber, uff dem rathaws daselbsten
^ der alten, vordem, grossen ratstuben, uff den markt heraus
116
geende, vor den erbern, vesten, ersamen und weysen herren^ d
erbern ausschuß ainer erbern ganzen gemainde zu gerurtem Rote
borg, auch mir, hieunden geschriben uotarien, und der zewgen, h
nach benannt, gegenwurtigkait sind personlich komen und erschii
die vesten, erbern, fursichtigen und weysen herren Erasmus \
Mußloe, der zeyt burgermaister, Cunrat Eberhart und Jheroniii
Hasel, des innern rats, als für sich selbst und an statt und }
wegen ains erbern ganzen innern rats zu vil bemeltem Rotembi
und Hessen durch genanten Cunraten Eberharten, alten bürg
maister, dis nachgemelt schriftlich protestatioA tun und lesen,
lawtet von wort zu wort, wie hernach folgt, also:
Vor euch, den vesten, erbern und weysen herren, dem »
Schuß ainer erbern gemaind alhie, erscheinen burgermaister n
rate diser statt Rotenburg, von irer selbst und gemainer statt
nutz und notturft willen und kainer andern maynung ir protestati
auch zu tun, nachdem ir yetzt von wegen ewer selbst und aii
ganzen gemaind ain vermainte protestation in aim rat vor noti
und zewgen in Schriften verlesen und furpracht haben, in etlic
artickel gestellt, das ir in diser sach, gemaine statt, ire burger o
euch selbs belangend, den allerdurchleuchtigsten, großmechtigsl
fursten und herren, herren Karein, romischen kaiser etc., unsc
allergnedigsten herren, für ewern rechten, naturlichen herren o
snnst kainen zu erkennen, ob ir auch in kayserlich mayestat, an
die stend des reichs, das kaiserlich regiment und cammergeric
auch unsern gnedigen herren, den marggrafen mit verclainung oc
versagung oder in ander wege getragen wurden, solichs ye
verantwurt zu haben, auch ainen erbern rat oder nyemand and(
hierinuen zu injuriern, und wes dann in sölichen artic^eln v«
4
melter ewer protestation verrer begrififen ist etc., sagen burgi
maister und rat von iren und gemainer statt wegen, das sie d
selbigen ewer protestation uff irem werd und unwerd an ir [IC
selbs sein und beruwen lassen, wollen derselben ewer protestati
und handlung nit bewilligen, noch darein bewilligt und gehol
haben, änderst dann sovil sie gegen gott, auch von ern, nutz n
rechtz wegen schuldig sein und auch gegen romisch kaiserlic)
mayestat, irer mayestat loblich regiment und cammergericht, (
hailigen reichs churfiirsten, fursten und andern stenden, derselfa
Ordnung. Satzung und gemainem rechten, auch aller erbern firey n
117
reychsstetten zu verantwurten wissen, darüber sie hiemit vor euch
allen, auch euch, dem notario and zewgen, öffentlich protestirn und
bezewgen und bitten ench, solichs aus ains erbern rats notturft zu
vermerken, und euch, offeuparu uotarium, inen hierüber ains oder
mer offen urkund und instrumenta sovil sie dero uotturftig sein, zu
I
Dachen und euch, gezewgen, das ir des alles also gezewgen sein
wöUend.
Das hau ich, der notarius, in aus pfiicht und schuldigkait
mains ampts zu tun zugesagt. Geschehen sind dise ding im jare,
iDdiction, kaiserlicher regirung, monat, tag, stund und statt, wie
oben geschriben gesteet, in g^en und beysein der ersamen, wolge-
lerten Wendalini Canzlers von Bischofshaim S Meinzer, Jos Zieglers
von Rotemburg, Wurzburger, Stephan Schurlinger von Nurmberg,
I Bamberger, Jörg Sjus von Scheftershaim und Cunz Sewlers von
Kodienstetten ', bede auch Wurzburger bistumben, alle layen, diser
zeit zu Rotemburg wonende, als gezewgen hierzu sonderlich erfordert,
berofen und gebetten.
Und dieweyl ich, Valentin Denner, zu gemeltem Rotemburg uff
der Tawber, ain lay, Wurzburger bistnmbs, von bäbstlichem gewalt
am offenbarer notarius und schreyber, sampt genannten zewgen bey
obverleypter protestation und handlang selbst personlich gewest,
solidis also ergangen und beschehen sein gesehen und gehört, hier-
QBb und des zu urkund hab ich sölichs alles in dis offen form und
iostroment gezogen und pracht, sölichs mit meiner selbst band ge-
^ben^ mit meinem tawf- and Zunamen underschriben, auch mit
oteinem gewonlichen notariatzaichen bezaichnet zu gezwegkuuss aller
obgeschribner ding, als ich dann des darzu sonderlich erfordert, be-
nifen und gepetten worden pin.
[109J Der ausschuß.
Unlang darnach sind Stephan von Menzingen und die andern
verordneten des ausschuß wider vor aim erbern rat erschinen und
haben farpracht: Uff hewtigen abschied wem die gesandten, so der
ansschuß zu der versamelten bawrschaft geschickt hett, wider er-
sdnnen, hetten anzaigt, das die pawm ir antwurt uff morgen geben
Wanten, 80 dem ausschuß die zukäme, wollten sie die antwurt aim
1 taaberbifcbcfsbehn, 2 SebKterBhehn, Kocfaerstetteo.
118
rat alsdann auch nit verbalten. Verrer so uberautworten sie aim
erbern rat hiebey etwavil clagzedel, die die handwerk hie za
Kotemborg dem aosschuß übergeben und zugestellt hette^, dariimeji
sollte sich ain rat ersehen.
Gemainer stat einnemen und aasgeben belangend.
Furter so tet der ausschuß der gemaind von wegen ir on(
der gemaind hiemit an ain erber rat ain schriftlicbs begem. Dai
alles sie baten zu verlesen und inen als dann ir antwurt auch ii
schriftlicher verzaichnuss daruff zu behendigen, und lawt solid
schriftlich begem, als hernach folgt:
Gunstigen, lieben herrenl Anfangs bitt und begert der verordne
ausschuß zu notturft irer sachen, das ain erber rat inen game
gemainer statt innemens und ausgebens von stucken zu stncka
dasselbig unverdunkelt, clar und lawter anzuzaigen, damit wir veire
zu fruchtparlicher, furderlicher handlung greyfen mögen, sich i
allen fällen darinn haben zu ersehen, wolle gutwilligklich und nn
verhindert zu stellen, mit. der Vertröstung und erpietung, das sölich
alles allain bey dem verordneten ausschuß in gehaim, unausgepni
und in craft irer selbs getanen aidspfiicht beleyben soUe.
Daruff ain erber rat inen antwurt zu geben bedacht genome
hat biß morgens samstags [1 AprilJ.
Uff samstag nach Letare
hat der ausschuß durch SteSian von Menzingen, andere sein mii
verordneten an ain erbem rat die maynung reden und furpringc
lassen: [110] Uff gestern hett ain erber ausschuß die snpplicaUc
und abschriften der gemainen handwerk hie zu Rotemburg uberan
wurt, und dieweyl dann dieselben streng darumb anhieltea, bftti
sie, man wöUt die in irer aller gegenwurtigkait verlesen, dan
sie sich alsdann mit aim rat underreden und sie abfertige
möchten.
Daruff ist ain erber rat zum ausschuß in die grossen ratstuh
gangen. Alda sind aller handwerk clag und supplicationzedeln n«
ainander öffentlich vor dem rat und ausschuß, die bed also b(
ainander sassen, verlesen worden, lawtende, wie hernach fcdgt:
119
UerAach folgen alle beschwernus der handwerker
hie zu Rotenburg. ^
I. Butner, gentner und schreiner clagzettel und beger.
£rstlich ain milteiimg der jerl^chen stewr.
Ziun andern ain ermilterung der unerleydlichen nachstewr.
Jjom dritten mit niditen kain bedenguldin zu geben.
Zam viorden, das das ungelt ^pch ermiltert mocht werden.
Zum fünften, das ain malter koms und ander getraid soll
gebea weggdtz 4 /^
Zum 6, das ain yeglcUcher zyQSgulden, so mit 20 fl. erkawft,
mag abgelöst werden, ye fünf guldin für ain ort.
Item zu dem sibenden, das ain yegklicher mltburger, so vor
m erbem rat rechtlich zu schicken hab, das derselbig miOg begeru
aioea fursprechen ans dem rat und mit ime in ain rat zu geeu,
Tcrhtoi selbst sein anpringen an ^m erbem r^ durch sein für-
9rech^.
Item zum achten, das ains yegklichen mitburgers gut, so herein
oiier zu der statt hinaasgefurt werd., ganz zoUfrey sein soll.
Item der wach halben soll es gehalten werden, das ain yegk-
üfiker mitburger soll ain genannt [111] gelt geben alle viertail
itttt, damit die ofuiwr uad markt versehen sey und sölichs gelt
iolellten wechtem 4aroh am erhetrn rat verordnet, damit nicht
sQüche irtnmb erwachsen, als vor, und ain yegklichem handwerksman
solicfaer verrer schaden entstee.
Ob auch eüidi handwerk begei;ten zunft und zunftmaister, soUt
ittdis von BBS anverhindert san.
2. Metzlerhandwerks clagzedel und beger.
Item nachdem, das ain erber aasschuß verordnet hat, yegklich
landwerk zusamen zu komen und zu underreden mit ainander, was
ff beschwemng sey, dasselbig darnach anzuzaigen ainem erbem aus-
sekuA der gemaind.
Item zum ersteu so begern mir, die stewr zu ringern und [das]
*a derselbigen ain «li^uch geschech, darmit das mir auch bleyben
kö&Den und unsere kyodlin ^em mit gott and aller billichait,
1 Aoisiiys weise mit^etfaailt bei fieosea 591 bis 5Sd.
120
Item das ander, bodengelt, ombgelt and wa^^elt, dasselbig
auch uns entladen.
Item zum dritten sein mir beschwert der gemainen weg und
nutz halben. Dieselben sind eingezogen von den flurem. Dieselben
begern wir auch frey zu haben.
Item zum vierden, so hinfurt ain priester stirpt, der begabt
ist von gemainer statt, hinfurt nit mer zu verleyhen, senden das-
selbig gut wenden an ain geinainen nutz, ausgenomen ofP den pfiirren
die irem volk das wort gots verkünden.
Item zum fünften begern mir, das hinfurt alle priestem wadien
stewm, raisen und ander bürgerliche bürden helfen tragen mitsamp
andern mitburgern.
Item mir begern auch, die nachstewr zu ringem.
Item zum sibenden sein mir beschwert nnsers viehs halb«
mit hueten, sonderlich so doch ist in der em, so mir ochsen, sdi
haben müssen, darmit das ain gemaine statt hab flaisch, so ist de
richter des synns und gemuts, so mir unser vieh und mitsani
gemainer statt vieh treyben, oder so aim ain schad geschidit
und mir uns des erpieten, so mir ain schaden teten [112], dassdbi
zu bezalen, wie biderlewt erkennten, so haben mir nit darbey könne
bleyben, so hat man uns oftmals, ain yegklichen umb ain goldii
so oft manicher acht tag kain vieh hat gehapt, und ob nyemai]
da gewest ist, der uns umb ain schaden angeclagt hat, so hats doc
alles nit geholfen sdlichs erpieten, sonder uns gestraft, so ist d
unser maynung und will, solichs nit mer geben etc.
Und zum achten sein mir we}*ter beschwert mit dem gema
bank, das ain ganz handwerk ain grosse beschwerd und merkli^<
schaden hat, darumb begern mir, denselbigen abzutun on am*
gemaind schaden, desselben gleychen auch on unsere beschwer
darmit das mir armen uns auch können ernem mitsampt each ui
unsere kindlich etc.
Item zum newnten seind wir auch beschwert: Unser am«
muß geben alle jar zwen guldin pankgeltz, dasselbig doch zuvil u
nit das mir gar nichtz wollen geben, das begern mir nit, sonderlic
was recht und billich und der balligen schrift gemeß, nit me
Der frid sey mit euch und uns allen etc., amen.
Da geben mir unser beschwernuss ainem erbem ausschufi i
erkennen, was unser gemut and ma3mung ist etc.
121
3. Der be«ken clagzedel.
Zu wissen, das ain verwilligung ains ganzen beckenhandwerks,
!8 sein ain handwerk dess beschwert, das man sie soll lassen bleyben,
ide es von alter ist herkomen, das sie uns lassen bleyben bey der
dteo gerechtigkait mit dem brot allem samen, weys und ruckes
irot, und sie haben uns vil schwerer büß uffgelegt, das von älter
udne ist gewesen, mit namen, das sie uns haben ain pruef gepacheu,
lad sem mit namen unser maister drey darbey gewesen, die ain
^udwerk darzu verordnet hat mit ains rats wissen, und dieselbig
nuef die ist aim handwerk noch unwissend, was sie daraus haben
Sepachen oder gelöst.
Item mer ist ain handwerk beschwert, wann prots zerrynnt
Q dem brothaws, so muß ain yeder beck ain pfund geben, das ist
rider gott und das hailig ewangelium, und wann schon zu zeyten
»rots genug an den leden ist gelegen, und so hat doch der richter
dm knecht glaupt, und hat ain ganz handwerk müssen liegen.
[113] Item mer ist ain handwerk beschwert mit den dorfbecken,
las sie vor der statt sitzen, und vor hat kainer bey ainer meyl
v^ dürfen sitzen.
Item mer ist ain handwerk beschwert mit dem datz in der
vag, das man denselbigen hinweg tun.
Item mer ist ain handwerk beschwert mit dem umbgelt und
<Bi dem bodengelt, und das man dasselbig hinweg tun.
Item mer ist ain handwerk beschwert mit der grossen stewr.
Item mer ist ain handwerk beschwert mit dem hauptrecht und
üt handlon, und [soll] man dasselbig hinweg tun und alle zinshunr.
Item mer ist ain handwerk beschwert mit den sewen , das ainer
it aim armen mitburger ain saw zu kawfeu darf geben on des
chters erlauptnuß.
Item mer ist ain handwerk beschwert mit allem zehend.
Item mer sein wir beschwert, das man ain mitburger straft
it dem straftum, wanns ainer verschult, und nit mit dem ver-
werten tum.
• Sailer, satler, stainmetzen, ziegler, hefner, zym-
merlewt und decker clagzedel.
Sailer, sattler, stainmetzen, hefner, zymmerlewt, decker be-
ihwenivss der wag aia ziodichs zu geben, von dem malter 4 /^,
122
Bebcliwernaß bodemgelt, uugelt, wie es geoannt sein, abzaton.
Gült abzulösen, 1 ort mit 5 fl., darneben abzaton haaptrecht,
kaudlon, hunr nach aosweysung des ewangeliums.
Beschwemuss der stewr, za ainer leychterong von handert
goldin ain halben goldin zu geben und mit der nadistewr huau
zu ziehen, von 20 fl. ain guldin.
[114] Beschwernuss raisgeltz halben, so es not were, dassdbig
zu geben, ain billichs einsehen yegklichem nach seinem vermAgen
Grosser zehend soll geurtailt werden nach dem hailigen ewan-
gelium.
Beschwemuss clainer zehend dameben abzuton.
Beschwemuss ufif dem markt, das man zufurt gemaiuer statt,
es sein brot, wein, schmer oder schmalz, wie es genannt sein, soll
frey ufif dem markt gehalten werden, es sein salz oder visch, nidiU
ausgeschlossen, es sein obs, was es wöll.
Beschwemuss der wach halben, da ain grosser abbrach ge-
schieht den armen, hart beschwert vil hoCstet oder hewser, die
gemacht sein, gerten daraus werden, und auch vil herren knecht
und auch vil gaistlicher, das nichtz verwachten, doch so es not wer,
so ain ungnad gemainer statt zusteen sollt, so wem wir aLoaiider
schuldig, zu bewarn mit leyb und gut, dasselbig zu lurkomen.
Und alle aigeuschaft des leybs soll abgetan werd^, daim
Christus ist unser haupt und aigeuschaft nach der 1er sancti PaaH
5. Schmid, wagner, Schlosser, kantengiesser, spörer,
platner und was im fewr arbait.
Alle die hernach benannten handwerker, nemlich als schmid,
wagner, platner, kantengiesser, Schlosser, der löblichen reychsstatt
Rotemburg ufif der Tawber in versamblung gewesen in Ganz Sibers
haws, daselbst beclagen und begem dess etc.
Zum ersten ist unser maynung und begem, das man soll ain
rat verendem, und soll kaiu vetter, noch sone in Innern, noch
ewsserm rat sitzen, noch gesetzt werden.
Zum andern ist unser begem und maynung, ain zunft zu habeOi
wie dann in etlichen umbligenden stetten des reichs bey ow
auch ist.
Zum dritten begem wir und beclagen uns der stewr hilbeOi
mit welicber wir beschwert sein [115], begeru an demsoUbea^
123
in lejchterang und ain einsehen zu haben mit dem armen ge-
nain man.
Zom vierden mit der wag, [die] gar abgetan solle werden.
Zum fifjuiftea mit dem ^enguldin, [den] gar aj^utun, und
noUn nynttuer mer dess gedacht werden soll, inmassed wie mit
k wag.
Zmn sechsten mit dem umbgelt, dasselbig zu mindern oder zu
ifcbem nach der erbem ausschuß furpringung oder ains erbern
tUB erkanntnnss.
Zorn sibenden ist unser beger, das furohin in allen kewfeu
«
(dar todsftUen kains handlons, hauptrechts oder gulthunr nymtner
ledaeht werden soll, jedoch der kawfer oder der erb soll der oberkait
tt ziniliche gluptnuss tun.
Zum achten, was von essenden dingen, so uns herein gefort
od getragen möcht werden, kain zoll under kainem tor oder uff
iem markt g^eben soll werden.
Zun newnden ist unser begem, den clainen zdienden nymmer
ner zu gedenken, noch gegeben soll werden.
Zum zehenden, das alle wiltnuss aim yegklichen frey zulassen
n jagen und zu schiessen.
Zum ailften, das alle priesterschaft, so von gemainer statt
Udmet und begabt sein, alle bürgerliche recht mit uns zu halten
[seUdig sei], es sei wach, stewr, raisen etc., was das mag sein,
loea yegklichen mitburger gezimpt zu tun.
Zum zwölften begern wir, das wir ain schlussel wollen haben
1 allem geschutz und wer, nemlich zu dem pulver, spiesen, buchsen
id zu aller w^, wie man die gqpraucht zu streyten, heraus zu
n in all gassen nach aller notturft zun torn, die kettin einzu-
gen in allen gaßsen, als lang und vil biß zu ainem austrag.
Zum dreyzehenden begem wir, das man nit also leychtlich
neu gemainen mitburger soll legen in den turn, darein die ubel-
ter gdiOm. Nemlich wir haben ain strafturn, so ainer etwas
nchnlt, das nit wider gott und er ist, derselbig soll uff den
aadten tum gelegt und daruff gestraft werden, dann es sich oft
igeben hat, so ainer bey nechtlicher weyl bey [116] ainem guten
tood gewesen ist, so hat mau im sein wer genomen und ine vil«
acht gestraft on alle nrsach. Solichs wollen wir verrer von i^e
1er y(» ain andern a« §ei9Qr 9t^ yertragen sein wollen und soUqdu
124
6. üienach folgen die artickel, die ain erbers hand-
werk der suster begern.
Erstlich ward begert, nachdem man bißher von hundert galdii
Bin zn stewr jerlich hat müssen geben, das man hinAir diesdbiga
stewr nff ain halben goldin ringer, solang man dess nottnrftig m
wurde.
Zum andern, so ain barger hin aus der statt ziehen ward mi)
uffgebung burgerrechts, wie sichs gepurt, so soll er ye von hander
galdin wert ainen halben, guldin zu stewr geben, gleych wie dii
andern stewr.
Zum dritten soll ain yeder burger uuder dem schusterhandweri
12 /i^ zu wachgelt geben ain viertail jars, er sitz in der statt
wa er wöU, und alle pfaffen, clöster und orden sollen als wol, ab
ander bnrger stewm und wachen sampt andern bürgerlichen be*
schwerden.
Zum vierden soll man kain bodenguldin geben weder von wdn.
noch von pier.
Zum fünften soll man kain ungelt geben weder von wdn.
noch von pier.
Zum sechsten soll man kain weggelt geben von dem getndd
doch nichtz dest minder soll die wag von dem gemainen gat erhatt«
werden.
Zum sibenden soll kain burger kain zol geben, er für fai
war und guter, was er wöll, so weyt rotemburgische landwer U
oder raicht, so es änderst sein erkawft oder ererbt gut ist.
Zum andern soll kain burger kain handlon, hauptrecht, vaB
nacht oder herbsthunr, auch kain cloengelt und ciain zehenden gebei
doch soll er nichtz dester minder sein leben von seinem lehenherre
empfangen, wie recht ist [117], auch soll kainer des andern leyb
aigen sein, dann gottes allain.
Zum newnten wurd begert, wie auch naturlich und göttlid
ist, das alle holzer, die gemainer statt angehörig, frey sein, da
auch ain yegklicher burger seiner notturft nachabhowen, in seinen
haws prennen und pawen mag.
Desgleichen auch wurd begert, das alle waid und fliesseoA
wasser, wdiche von alter her zu gemainer statt gehört haben,
widerumb frey gelassen werden and an ainen gemainen nutz gewendt
125
Zorn ailften, das ain yeder wirt allen wein durchs ganz jar
ongeschatzt schenken mög.
Zum zwölften, das man hinfuro kain stattgelt vom pflaster
geben soll.
Zorn dreyzehnden sollen alle büß, die off dem schosterhandwerk
gebost wurt und gefeilt, dem handwerk bleyben, wie von alter her
ist komen.
Zum vierzehnden, das man kain burger soll in diebsturn legen,
er habe dann todtliche vebd begangen, snnst soll man ainen bür-
gerlichen strafen nach Verschuldung der tat.
Zum funfzehnden, das kainem fourger sein wer uff der gassen
genomen soll werden, er halt sich dann auch im wirtzhaws nnge-
parlich.
Zum sechzehenden, nachdem erwelung ains rats das maist tail
lin gemaind betrifft, welichs ir bißher lang entzogen ist, und ain
rat geweit ist worden mer nach reichtumb, freuntschaft, schwager-
schaft, dann nach verstand, ist ains handwerks begem, das uff
schierst künftigen sant Walpurgen tag [1 Mai] und hinfur ain ge-
main ainen ewssem rat zu weki hab, darnach ain erweiter ewsser
nt macht hab, ainen innem rat zu erwelen, das auch hinfur alle
jtt auf Walpurgis ain ewsser rat mit aim erbem Innern rat handel,
^ sie alles irs einnemens und ausgebens rechenschaft tun in bey-
sein aines ewssem rats.
Zum sibenzehenden der pawm empönmg halben ist ains hand-
werks maynung und begem, das gedachte pawm weyters in kain
ttder [118J recht gektden oder getrungen werden sollen, dann
iUain für ain erbera rat diser statt und ain erbem ausschuß der
gemaind, weliche sie gutlich und freuntlich entschaiden und in der
«ch handeln sollen.
Zum achzehenden und letzsten, weyl ain handwerk allem dem,
das mit gott und der lieb des nechsten ist, nit widerstreben, und
was hierinnen nit begriffen oder bedacht were, will sich ain hand-
werk unbegeben haben.
7. Die knrsner.
Alle die hernach benannten des erbern handwerks der kursner
^ loblichen reychsstatt Rotßmburg uff der Tawber, in versamblung
126
gewesen in Peter Reycharts haws dasMbst gewesen, beclagen and
begern dess also: ^
Znm ersten, ir lieben brader des ansschuß, erweit von ainer
ganzen gemaind, ewer furhalten von wegen der bmder, die sidi
auswendig versamelt haben, gefeilt ans ganz wol, und ist unser be-
gern, dise hernach geschriben artickel, so sie ans hewt za tag ii
ainer ganzen comman geschriftlich verlesen sind, and derselbigen
artickel kainen abzuschlagen, als weyt wir dieselbigen mit der ge-
scfarift verantworten mögen.
Der erst artickel ist der bodengaldin. Begern wir, denselben
ganz nnd gar abzatan and farohin njmmer mer za gedenken geben
wMletti noch sollen.
Der ander der stewr halben, mit welicher wir ganz beschwert
sein, begern aach an demselbigen ort ain erleychterang and ain
einsehen za haben mit dem armen gemainen man.
Der dritt ist der des angeltz halben, dasselbig za myndeni
od^r za erleychtern nach des erbem ansschaß forpringang andains
erbem rats erkantnass.
Der vierd der wag halben, gar abzatan werden, inmassen wie
der bodengaldin.
Der fünft ist der nachstewr halben, damit sich der gemain
man ser beschwert dankt sein, dieselbigen nachstewr za erleychten
nach dem, wie in andern ambligenden reychsstetten der gepraad
ist and gehalten ward.
Der sechst artickel ist der, was von essenden ding^ so Ott
herein gefart oder getragen [119] mag werden, das dasselbig kaioei
zoH ander kainem tor oder äff dem markt geben solle werden.
Der sibend ist, das farohin in allen kawfen oder todsfUhi
kains handlons oder haaptrechts nymmer gedacht werden soll, yedod
der kawfer oder erb sollen der oberkait ain zimliche ghiptnass tan
Der acht, alle die galthönr and ewig galt farohin nymmer g^
dtu^ werdein za geben sollen and wöUen.
Der newnt artickel ist, das alle priesterschaft, [die] von ge*
maines statt belehnet and begabt sein, alle bnrgerliche recht mil
ans halten,, es sein stewr, wachen oder raisen etc., was aim anden
mitbarger gepart za tan, and so ain pfaff tods halben abgieng, s(d
binfaro dasselbig leben kainäm andern gegeben werden, sonder das*
»eibig in den gemainen natz gewendet tfnd g^eben soll werdcai.
127
Der zeh^d, so ds* fttib liederliches weys ain mitburger etlras
erscholt oder verdient hett, das nit wider er were, soll man den-
elbigen nit alspald legen in den diebstnm, der zu solicher ver-
rnrkong gemacht vmd gepawt worden ist.
Der ailft artickel ist der, das forhin kainer des andern leyb*
i^en soll sein, sonderlich ain yegklicher bey seinem geschworen
lid, den er seiner oberkait getan hat, bürgerlich Satzung za halten,
»y demselbigen zu beleyben nnd nit weyter angefochten werden
M als ainer, wie der ander.
Ö. Gerber.
ßemaine maynung der erbem zwayer handwerk rot- und weys-
jerber.
Zum ersten in und mit der jerlichen und nachstewr darinn
bchwert sem.
Zum andern so groß gelt zu geben beschwert sein.
Zmn dritten mit boden und umbgelt beschwert sein.
Zun vierden gemaine greben, weg, wesen umb die statt, so-*
Ums, was es wöll, beschwert sein.
[120] Zum fttttftoi, so etwan ain mitburger sich rerscherzt^-
Wer üSm haws, oder etwan ainer zu ainem guten freund ge-
Ua wurd und bey nechtHcher weyl begriffen an seinem haymgeen,
faeUngen zu strafen mit und im diebstnm, den bntteln grofi gelt
9 geben, dieselbigen reych zu machen, gefuttert rock und schawben
iMragen, damit die barger zu verderben ser beschwert sein, son-
itfifieselbtgen off ddn straftum zu weysen und alda zu strafen
fll nit den bitttdn in ir straf zu geben.
Zum sechsten mit handlon und hauptrecht beschwert sein.
Zum sibenden mit grossen und ciain zehenden, nemlich wa sie
it erkauft worden, sein beschwert.
Zum achten die gaistüdien, munch, pfoffen, nunnen etc. wachen,
dsen, ^wn, alle gemasn recht tun sollen.
Zum newnten ob ain mitburger durch ainen ausw^digen pawm
der, getraid, holz, was es sein, underm tor, und in der landwer
noUen beschwert sän, doch dieselbigen verstawm.
Zum zehenden die gerbermaister uff dem pflaster zu steen, d»
gut fafl zo haben, vor r^;en und wind nnbeschawrt^ nH 4eni
188
stattgelt beschwert, wa sie aber under dem tach standen, sich soll
nit zu waigem.
Zorn ailften den ewsseru rat hinweg zu tun und viertailmw
darfur zu machen und selbigen mit ainem rat von w^en ainer
main, nemlich zwen in aim viertail.
Zum zwölften vater, son oder schweher als zwayer schwfi
man oder brudersöne, dieselbigen in rat zu geen beschwert sein.
Zum dreyzehnden, ob sich pfrund ledig wurden, soliche fort
[121] nit w:ider hinzuleyhen, sonder sölichs in ainen gemainen not
zu legen, sonderlich wa die rechten fuudatores nicht da sein.
Zum letzten, welicher frembder herein zeucht, mit uns in gleyc
stawr und beschwerd sitzen soll.
9. Die verber.
Uff hewt alle furgeprachte und angezaigte artickel, auch
ains erbern rats erpieten ist unser aller, der tuchmacher hie
Rotemburg, uff vorgelesen sachen und handlung und unser beschw
nuss ibmassen also geantwurt:
Zum ersten, das ain ganze gemaind hohe beschwemuss trc
mit dem handlon zu besteen in kawf und verkawf.
Zum andern uff dem land hauptrecht etc.
Zum dritten den ciain zehenden, was er in sich begreyft.
Zum vierden alle aigene lewt, so hie ainem rat und gemaii
statt underworfen sind.
Zum fünften von aim yeden fuder weins ain guldin zu bodeng
Zum sechsten der datz in die wag von ainem yeden mal
12 ^, sollen furohin 4 ^ geben werden von aim malter, und
8 ^ abgetan werden.
Zum sibenden die stewr, wie sie von altem geprauch bift
uffgelegt ist worden ainem yeden burger zu geben, reich und m
soll der halb tail abgeprochen und nit mer, dann der ander hi
tail gegeben werden, und der obgeschriben articul hinfuro kai
zu ewiger gedechtnuss gerügt und genomen werden.
Weyter so fürt ain handwerk ein und beclagt sich hoch, <
etlich bißher sich understeen, die wollen am markt vor der v
aofkawfen, und ir kainer dieselbigen verarbait, das uns dann al
zu merklichem, verdurplichem schaden erwechst, bitten uns hieri
129
ledig^ch za bedenken und ansehen, wie vil armer [122] leut sich
m imserm handwerk enthalten und emern.
Zum letzsten stat in anserm gesatzbuch, von aim erbem rat
sfestigt, das kainer, als die gewandschneyder kain leychter tuch,
um ailf pund zn kawfen, aosgenomen futertach weys, das bißher
'enig gehalten ist, dardorch ain handwerk, zuvor die armen hoch
«Bchwert sein, bitten solidhen artickel nochmals zu bekreftigen,
rdiche oder wer der seyen, in dem ubergeen, die nffgesatzten be-
lumten büß zu nemen, das bißher uns nye hat gedeyen mögen,
n besichtigen. Solichs ist unser aller beger und maynung zu ge-
sdiehen, das wollen wir forterhin, als die geharsamen undertenigk-
Heheo bewilligen.
Weyter pringt ain ganz handwerk ein hie der tuchmacher, wie
unser yegklich, der tuch machet, jerlich muß geben 2 *& zu zins
■f dem flaischhaws, das er alle dinstag mag fall haben, desselben
wöU^ wir uns gar nit widersetzen, aber in sant Endris mess, so
naer ainer will fail haben neben aim frembden, gleich ain guldin
stettgdt geben, darinnen wir uns beschwert vermainen, zwey stett*
f^i ain jar zu geben, hierumb unser beger, uns als denjenigen, die
dodi willig alle purden helfen tragen mit gemainer statt, und biten,
Üben tail nachlassen und an aim halben guldin gnug sein und
& frembden in altem stettgelt bleyben lassen.
10. Die wirt und gastgeben.
Ein ganze erbare Wirtschaft und offen gastgeber der löblichen
^efdlisstatt zn Rotembnrg uff der Tawber, in versamblung gewesen
B Hanns Waltmans haws alda , bedagen und begeren dess etc. :
Zum ersten den bodenguldin gar abzutun und furohin des
lymmer mer gedacht werden, noch geben sollen noch wollen.
Zum andern b^em wir, das man sechs pfenning wert prots
D8 pfond geben soll, -wie vor alter auch gewesen ist.
Zum dritten das kainer Wirtschaft halten oder umb das gelt
V essen geb^ soll, nemlich die becken, es sein dann sach, das er
Oft Oientlich kracken heraus hab gesteckt.
[123] Zum vierden mit dem umbgelt, dasselbig zu mindern
Ar zu erleychtem nach der erbem ausschuß furpringung und ains
cAern rats erkaontnuss. ,
Zum fünften bedagen wir uns dess, das der richter zur zeytea
9
mgfmfit'fc jric Toa an» ist oiai^ ami •acSKiiBnL b«f bh
v^l 3II1& rvn itcer tmr Iiar. banra wir. <iK vob dtm
m am imte aifaeiMiL. liiiseibDr ^araöeit zu iiebat ■■! es
wad niz j^ul ms.
Zam ^üdisfaL »Ser iOgwr Mbm. xmc weikiiff vir b<
2S haben, mit »ioi armai. »namai obuii.
Zma HbeofiäL siic «ier ww scaera wir. ^jo^ ae] cmr ahm
wf^Hea., DunaäBexL wie ms 'Im soiiaeKliia imnner mer im k
IIIX& m fi&b«!ii. •iesakji'&a tqil <jai zwaLjm lisini wefvn ia
oaTBonr. «ins ä» ie zefceK mer ift am va& fiänL daaa dan
2B fÜ
2mm, newvten b«icam wir alkt maam&At mB^r^imdk nd
ab dem reydfees od oMCSGnft dnnm sein wol
soD» mfefteriidL
11. Da» ist der kecker majaaa^ die clagen to
zatern. wie sie besckwert sein.
Item der er^ artickeL d» die anKn hecker anzaigen.
dfiTi Wenn in der wein weckst, wbi wann sie ine zn sant ]fi
[29 SeiiCember] ablesen, so ist er m ferbotten. das sie in ni
sckenken. bift in ain rat erlaapt. so nm sie ains md schätze
in. md ist in kainer statt smst der gepraKh. md vehena
das onser md bieten ms. das wir geben stewr« goh nnd
ond zwingen mis darmit, das mir den wein mnssca geben,
wollen, md sie schenken iren oi das tewrst. mid schätzt
mand. nnd mir sein arm lewt md haben daraff gessen mi
bift off den herbst, darnach wollen die scholdiger bezalt s
Terhemmen sie das gnt. nnd sie woDen znvoran bezalt sei
mir bitten euch als liebe herraL das mir arm burger hie d
holfen, das mir wider nngelt, noch bodengelt Ton nnsenn
fdral^ sein, was mir hie bawen nff nnser mark, was i
onsem henden erpawen, darnach kooten mir msere guter
Ue nff diser mark, nnd Inst ain guten armen ipeseOn, jm
131
berg zu machen, und ward die mark schon erpawt, und lust ain
armen gesellen etwas zu pawen sunst, muss ainer den halben tail
schier verlieren, und lust nyemand nichtz zu machen.
Item der ander artickel ist der, das ain rat ain newen boden-
galdin hat gemacht uff unser gewechs, das ist geschehen in dreyen
' jaren, des vor hie nit gewesen ist, mir haben unsern wein geben
geiii Lewtershawsen oder gein Onolzpach oder in ain dorf, so hat
nyemand nichtz geben, und yetzund bey dreyen jaren ist das auf-
[ komea, wann mir in naws geben in das nechst dorf dem wirt zu
i kawfen, so müssen mir ain news bodengelt geben, das vor nye er-
; hört ist worden von unserm gewechs, das können mir armen mit-
'. hnrger nit erleyden.
\ 12. Comenturszedel. *
Ich Caspar Christan, comentur und pfarrer zu Rotenburg uff
der Tawber dewtschs ordens, bekenne mit diser meiner handschrift,
wie ain erbare gemain von Dettwang bey mir erschinen und ge-
hetten, er, ganzen gemain alda, nachzulassen das halb tail des gerichtz,
so dem dewtschen orden zusteet, das ich der genannten gemain für
mich and meine nachkomende comptur sölich ire beschwcrnuss nach-
ZQkssen zugesagt hab, soverr ain erber rat das ander halbtail des
Nchtz ine nach[125]lassung tut. Dess zu warer urkund hab
ich meinen keller gesandt zu aim erbern ausschuß mit diser schrift.
13. Gemaind zu Tettwang clagzedel.
Ain ganze erbare gemaind und gericht zu Dettwangen beclagen
^ begem dess, nemlich des gerichtz halben alda, so wir im jar
<bew mal haben müssen uff unsern aigen costen, und gesteen uns
<lieselbigen gericht ungeverlich bey sechzehn guldin vorderlich, und
<ferselben beschwemuss bitt und begert ain erbere gemaind alda
ioi erbem ausschuß ain einsehen zu haben und dasselbig gericht
^d beschwernuss ganz hinweg zu tun, dieweyl wir auch mit-
httger mit euch sein und alle bürgerliche recht mit euch zu halten
kegem, wir desselben orts bey euch recht geben und nemen wollen,
«ad tonem yegklichen inwoner des vermelten dorfs rechts geholfen
mög werden, wie sunst ainem yegklichen mitburger, und die vogtey
i<^ sie vorbehalten hie vor den dewtschen herren. Es hat auch
^ erbare gemaLod des genannten dorfs den comentur ersucht und
9*
w^BsEi Iir'icJiicniir mic -siotü nc -sbmianBE
▼ UI ^ -»S Uta. lii*^Tii5L ÜB»^?!!. I*??
1A laii^r im. idK fr^g^'nr.n*^ jhss. imcsäs
'A 9 Ü^- «kKÄ ir^?«!^ ä^ OET B!9lllt imf
14. S^li*T.i*r »lÄ iicksckerer.
BttBii n aiaai aas§<ta£ im kizkir^ I^-^j" ^^™ »ggrii aine
msiisd d^ »iKfak&ah kil^c. als vie don der berr i
cwif vort Tcrordoec bi: €tc^ hi: «=5 lia flriüer asssdmfi fori
am }r€<kfi<li§ famiwerl: soD acxaimi ^ bes<bv«nns$ ainer g
§tatt o4«?r bnrra*. So xüren vir sdmerder oder todisdi
artkkiel. wie heraacfa susuM
Zum ersten der stevr hilbeiL von kmdert gikfin 4 fl. r
Der ander, das man das bodeng«h abcim soIL
Item das dntt von dem maher 4 ^ zu geben weggeit
sollen die knecbt ir bdonmig baben.
Item das rienL das die ahen maß geben werd. wie t<
Das fonft das die gaistlosen lewt, als pfaffen« nonnen, I
berren sollen ^ercbe purden tragen, wie ain mitborger, al
wag. rais nnd derglercben« and so ain pfidT al^eet. soll (
affengespenst gewendt werden in ainen gemainoi nutz and
kainem andern geliben werden.
Item der nacbstewr balben soll man geben. Ton bondei
5 fl. gegeben werden, nnd was guter äff dem land ligen,
galt and der^eycben. die brnder der stewr ligen oder gebön
in der stewr verkawft werden.
Das sibend der wach balben, soll ain yeder von seine
aml bofstat, da hewser gestanden seia, verwaeben and von j€
183
o&tet, sie sein gebawt oder iiit, soll er 15 >^ aia viertail jar
S^n], darmit soll man die wach verlonen in allen wachen? '
Das acht, soll hinfart kain mitborger gestraft werden mit dem
iebs oder mördersturn, dann er habs peinlich verschalt etc.
ichald halben oder anderer sach halben, die zu dem peinlichen
eehten nit gehöm, soll ain yeder bey seiner pflicht, die er aim
rbem rat verwandt ist, uff den straftum gemant werden.
' Item der zoll halben am tor und uff dem markt, das gemainer
itatt zugefnrt wurd zu nutz und gut, soll geringert werden.
Item aigen lewt, so gemainer statt verleypt sein, sollen umb
;ots willen ledig gezelt werden.
Item das handlon und das hauptrecht sollen abgetan werden,
lann der herr verbewt [127] uns Luce im 20 capitel, da er spricht:
,Huet euch vor den, die fressen die hewser der wittwen". Dieweyl
US der herr haist, uns vor denselbigen zu hueteu, sollen mir im
blgen, dann der herr spricht Mathei im 23 capitel: „Wee den,
m den, die da fressen die hewser der witwen !^^
Item das doengelt und der ciain zehend soll abgetan werden
dt dem land und in der statt.
Item der pawrn halben, irer versamblung halben; sollen in
ain recht genötigt werden, sonder es soll ain erbem rat und ain
fber au^chuß ain mittel treffen nach dem befelh des herren.
Item das hailigengelt und bruderschaftgelt soll in ainen gemain
Qtz gewendt werden.
Item witwen und waisen die werden beschwert mit zwifeltigem
irbott durch die kndknecht und Stattknecht mit furbott in der
itt and uff dem land.
£s ist bißher gewesen, das gesipt freund und schweger er weit
ain erber rat, soll abgetan werden.
Item ain newfundig ding gemacht, welicher tawsend oder mer
ddin rein pring, soU etlich jar frey sitzen von stewr und nachstewr,
U abgetan werden, sonder es soll gehalten werden, wie ain ander
itborger mit gerechtigkait.
15. Bawrslewt in der stat Rotenburg.
Alle die hernach benannten, mit namen die pawrn der löblichen
ychsstatt Rotenburg uff der Tawber beklagen und begern des:
Zma ersten bej;em wir des der stewr halben, mit welicher
IH
Zürn. laiKrn. üb tjiz zar JOizicin.. jji'Aik 4Er mimu kt
Zam. trinHflnuL ist ms^ ksüsu bk jonfaiit ii aüen kswftB odn
*.>iä£LiIi!iL ijixus iaotilaiL. moKr^räss. snt&nnr. vss ivmzig gilfii
ÜL m 2Pn<»L 27:101117 Tu^ iRifik!»: ^oiL i>4iJe!L> pniock [139 '] dn
TiefiKL. ttSL MfOaiasiiimL ar aäoB^ mad des fvrolni
hkt rx »iessHü. ic«^ iz kml aiiitta5C& vir Bit der iig.
Der-rr^tiu^ nn itsu iniE^. ttsgebör za MiMlnn oder n
li»7<±Crn iat!k ii>r -srstfr^ cbk<!^ii5 far^ränaK lad aiss erben
Zorn, rci^ai bes»ra vir xünrü^j -laieaden £w. so ans heraa
xui iBtrxr!s. x&r ▼«rasi. das «iKs^fibK kam 20U hinfortiin
t.:r '>ii3' zf ion aarfcs «gebgm soQ veHeiL
rr%:bszfSL b<t:!a.^*a S3d Si^5<A»'a!i vtr ik dess. das hioiir
ve^^Q vs»i hßizrT ai3»*SL T<e<klktai frer sä s<AeB md werden
dem im:^^. ils iStm r^Hkru.
Zam ab^^oiai «kr i^ibm^ kalbA. ae snn clain oder grot,
hf^pffTiL drXÄelbeii aadi za aiii^i^ra ovfer za tekhteiu nacfa des er-
Wn aasÄ«±nS emprinzniLr mad ani5 erbera rats erkaantiiiBS.
Der7ley<:fapn alk mmatiidie w^i.-iKr oder galt, säe sein gestift.
«^unff =k vöILen. aach ain eri^Tohcema:; darimieii za machen
fnroimi Djnm^r m€r redadit verden sollen and wollen, was
ain yegkHciKT an diier gah bat eebeo. die sollen im wider abgeen
Zum a«:hten der naciistewT halb, damit aach die gemain sei
be^'.'hwfTt ist and bedmu^ sein, dieselbigen nachslewr zn lerditen
naiTrh d^^iD. wie in analem nmbligen*Jen stecten des revchs der g^
pranirh i*t und gehalten wnnL
Zorn newnten. das alle die priesterschaft. so von gemainei
statt belehnet and begabt sind, alle borgerüche recht mit ans n
halten, es sein stewr. wach^i. raisen. was aim andern mitbarg^
gepart za ton.
Zam zehenden ist anser beger. das farohin kainer des anden
leybaigen soll sein, sonderlich ain yedlicher bev seinen geschworö
1 Die zahl 128 hat Zweifel fiber^nmgen.
135
iden, den er seiner oberkalt getan hat, bürgerliche satzong zn
laltoi^ bey demselbigen zn beleyben nnd nit weyter angefochten
oll werden ainer als der ander.
Zum ailften, so aus liederlicher weys etwas ainer sich vermeß
n tan oder getan hette, soll man denselben nit also mit dem
üebstum strafen, sonderlich mit dem strafturn, der dann zu solichem
{emacht worden ist.
130] 16. Dis ist der maister halblerer nnd baderband-
werker beschwerd und bit.
Erstlich biten und begem sie, die stewr den halben tail weg
n tau und ze ringem.
Zum ander, [das] der bodenguldin gar abgetan werde.
Zum dritten soll man das ungelt auch zimblieher weys ringem.
Zum vierden, das man es mit dem waggelt auch etlicher maß
inger.
Zum fünften, das man des richters halben, der mit seiner straf
^as vil zu heftig, auch ain einsehen hab, und sonderlich uiider
uiderm mit dem, das, so schon ein eeman ungeverlicb von ainer
Mong anhaims geet und villeicht nit allwegen ain liecht tregt oder
lin wer an im hat, man ime nit eben ain guldin oder sunst straf-
älig sey sampt anderm.
Zum sechsten, das alle bißher geprauchte messen abgetan.
Zum sibenden, so ain priester abstirbt, und aim rat die leben-
chaft der pfrunden haim feilt, soll ain rat fnrter kainem pfaffen
der dergleychen, wie vor beschehen, die hinleyhen, sonder die ge-
iO derselbigen sunst in gemaine uutzuug oder casten bewendt werden.
Item das vor allen dingen ain gemainer casten, wie sich ge-
«rt, ut^gericht werd.
Item das alle pfaffen auch in gemainer burger beschwerd sein
nd bleyben sollen, wie andere burger.
7. Kremer, höckner, seckler, maier, goldschmid, glaser.
Alle die hernach benannten haudwerker, nemlich als kremer,
ödmer, seckler, maier, goldschmid, glaser der loblichen reychstatt
totemburg uff der Tawber, in versamblung gewesen in Cuntz Habens
IW8 alda, beclagen, und begem de? etc.
I
136
Ix«B ZV dem er^^n bwTL ?^ dfs. Dfsfick den bodeogaUk
$SMT äbnmmn mnd farc^nn dess [131] synaDcr pedbAt werden, nock
g(4Kii £<41en nnd vöIküL
Der iDder artkkd üt der. da« die vag cu- abttn soll wenki {
iBmasEcn vie mit dem bodeogaldin Bvmmer ta bcdoikai. Dodi n
geben etc.
Derf^ercheo aüerlay es&enden ding, so ans kereiB gefart oder
eetraeen mae verden. Ton demselbicec kainen noA mder kiioa
tor oder uff dem maikt gegeben soH weiden, das in genaincrsUtt
nidergelegt wnrt.
Znm Tierden beclagen vir nns der slevr balben. mit vdkber
vir beschwert sein, begem an demselMgen (htI ain kiditenmg ui
ain einseben zu haben mit dem armen gemainen mann.
Znm fünften mit dem nngelL dassdbig zn mindern oder u
erlerchtem nach der erbem aossdinft ferpringong und ains erben
rats erkantnnss.
Zum sechsten der nachstevr halben, damit sich der gemain
man ser beschwert dnnkt sein, dieselbig nachstewr zn erleychterft
nach dem. wie in andern nmbügenden stetten des rdchs der ge-
pranch ist nnd behalten wnrt
Zum sibendea, das aUe priesterschaft, so Ton gemainer statt
belehnet nnd begabt sein, alle bürgerliche recht mit nns zn haltei,
es sein wachen, stewnu raisen etc.. was das ist^ zn tnn [schuldig ser],
wie ain ander mitbnrger.
Znm achten mal ist unser beger, das fnrohin in allen kawfen
oder todsflülen kains handlons oder gnlthnnr. hanptrechts nymmff
mer gedacht soll werden, yedoch der kawfer oder der erb soUeo
der oberkait ain zimliche gluptnus tnn.
Znm newnten ist unser beger, das furohin kainer des anden
leybaigen soll sein, sonderlich ain yegklicher bey seinem geschworen
aid, den er seiner oberkait getan hat. bürgerliche Satzung zu haltaif
bey demselbigen zu bleyben und nit we}*ter angefochten soll werdeOi
wie der ander etc.
Item in sonderhait beclagen sich die kremer des, nemlich so
in der jarmess alhie. das sie betrangt wurden aus iivr behawsnngen
und ins rathaws getrungen und ire hewser zuzeschliessen, oder od
alle gnad ain guldin geben sollen und müssen.
Zum zebenden begem wir, als bißher etwan geschehen ist, das
137
Hcfaer mitbnrger liederlicher weys gestraft ist worden mit dem
ebstam [132], das wir ans beclagen und unpillick bedunken, au-
ssen das wie ain straftum haben, der von alter her zu sölichen
icht?ertigen dingoi der burger zu ainer straf gemacht ist worden.
Zum ailften, da haben wir auch ain beschwernass, das der
rm mit dem reichen gleych raisen soll und maß.
Zum zwölften begern wir, nachdem vil handwerk und hendel
ifii&der größlich beschwem, das man daroff ain einsehen habe und
ioen yegklichen bey seinem handwerk und handel durch geordnete
iertailmaister uftsehen haben, was dann ainem yeden not wurt sein.
Zum dreyzehenden ist unser aller obgeschribner bitt und be-
ern, ob es sach were, das wir in disen vermelten artickeln unver-
(eodlich wem gewest, die etwan wern wider kayserliche mayestat
der forstentumb, das setzen wir zu ainem erbern ausschuß und
tten den, die darzu verordnet sein, soliche artickel zu mindern und
lern und zu bedenken ains gemainen nutz.
• •
8. Beschwernuß der erbern zwayer handwerk huter
und leynweber.
Dem erbem und weysen rat, Innern und ewssern, auch den
rbera sechs und dreyssigsten erweit von der gemaind beklagen sich
K erbem zwey handwerk huter und leynweber und zaigen an die
idifolgenden beschwemuss; nemlich bitten und begern, das man
ea innem rat verender und zertrenn von wegen irer gesipt, grosse
^nntschaft, verhofifen auch, es sein unpillich, soliche nahe freunt-
dttft ainhellig urtail zu sprechen.
Auch begert das bemelt handwerk, zunftig zu werden, wie von
Itar herkomen ist und als in herren und reychsstetten prauch und
ewonheit ist.
Item die genanten handwerk begern auch, das man die wag
Ito und erleychtem, und das man abtun das bodengelt ganz
od gar.
Item des ungelt halbs und handlon und hauptrecht gar abgetan.
Item wasser und weid frey und all unpillich [133] zoll, wie
^ sie praucht hat, in die statt und hinaus. Auch begern die
■ttdwerk obgemelt, halbe stewr zu geben.
Item ain erber rat hat nemlich ain geding aus lassen erschallen,
II tin reycher vil hundert guldin in die statt bringt, setzt man in
138
so vil jar stewrfrey und wa es ime nit geviel, vergönnt man ime
widerumb hinaas zu ziehen on alle nachstewr, das will ain gemaind
nit haben.
Item in der nachstewr ist ain gemaind ser beschwert, bitt und
begert, man wöll sie ringern. Auch begert ain gemaind, man soll
ain mitburger strafen mit dem straftum und nit mit dem diebstun^
damit die buttel das gelt abschinden.
Item der richter ist des synns, wa ain biderman mit seinem
weyb bey ainem guten freund zu nacht gessen hat und nachmals
haim geet, wa in dann der richter ergreyft uff dem weg, nimbt er
ime sein wer, das doch unzimlich und ain gemaind groß beschwerte
ist. Auch bitt ain gemaind, man wöll pfaffeu, muuchen, nonnen dar—
zuhalten, das sie raisen, wachen und stewm, wie ain gemainer*
burger.
Item die gemain begert, wa ainer gelihen hat uff hewser, acker^
wisen, hölzer und doch gultweys die hauptsumma empfangen hat^
f erhofft ain gemain, das gut sein ledig und frey aller verpfendung.
Auch ist ain gemain beschwerd in dem, das ain rat so vil
herren knecht wachfrey gesetzt hat und begert, man woU alle burger,
reich und arm, herren und knecht darzu halten, das sie wachen.
Item die dreyssigsten garben zu geben verwilligt ain gemain
den armen und den predigern, wie dann geschriben steet Thobie
am 1, Mosy am 5 buch, capitel 26 und 14.
Auch beclagen sich die leiuweber das zaichen, das sie haben,
wie dasselbig dem rat, noch dem haudwerk kain frommen pring,
bitten, man woll es abtun, dann die weber uff dem land haben kain
zaichen und machen yedoch in die statt, das ain handwerk groß
beschwert.
Item die furkewfler, es sein mit ayer, kes, wollen, schmalz und
desgleychen, begern und bitten die handwerk, ain erber rat woll
schaffen, das sie kawfen, wann man uff dem [134] markt fail hat,
und nit in beygassen oder uff dem land oder in hewsem, wie man
dann ins haim tregt. Auch bitten und beclagen sich die huter, wie
in etlich lender verpotten sein und doch umb gelt erlaupt, wann sich
ainer in die bruderschaft kawft, bitten, man wöll sie frey machen
gegen allen merkten.
Und solich uffgezaichnet beschwernus uqd artickel wollen die
erbem zway handwerk huter und lejuenweber aiftein erbem Wt,
139
innen und ewssern, auch den sechs und dreyssigsten erweiten ange-
zaigt haben, bitten und begern, man woll sie darvon entledigen.
Doch wa mer b^chwernuss in der gemain wurden erfunden, sollen
sie uns vorbehalten sein.
Hüter und leynenweber, ewer ersam weyshait und rats
willig mitburger.
Nach Verlesung aller obgeschribner clag und bittzedel hat sich
ain erber rat widerumb vom ausschuß in die ciain ratstuben getan.
Damach hat ain rat alspald dem ausschuß uff obverleypt sein schrift-
M begem, der statt inkomens und ausgeben belangend, dis nach-
gemelt schriftliche antwurt furpracht und inen öffentlich verlesen,
auch ain abschrift darvon geben lassen, welich Cunrat Eberhart,
aher burgermaister, selbs gestellt hat. und lawtet also:
Ains rats antwurt der stat einnemens und aus-
gebens halb.
Gestrigs tags haben der inner rat der verordneten des aus-
schuß der ganzen gemaind gehört und in Schriften vernomen der-
selbigen vom ausschuß bitt und und begem, das sich ungeverlich
^ahin streckt, sie vom ausschuß unverdunkelt und aigentlich zu
krichten gemainer statt innemen und ausgeben, damit sie verrer
lad der notturft darinnen zu handeln wissen, mit dem erpieten,
^7 getaner aidspflicht in gehaimbd zu behalten und verrer nit komen
n lassen etc. Daruff gibt ain rat dem ausschuß [135] die antwurt:
Karolos der fünft, römischer kaiser, könig in Hispanien etc., unser
•Dergnedigster, rechter und naturlicher herr, hab kurz verschiner
JWTi gnedigklich von newem alle der statt Privilegien und freyhait,
Mch alle ir alt gepreuch, gewonhait und herkomen, so sie von
hisem und königen, seiner kaiserlichen mayestat voreltem hoch-
löblicher gedechtnuss, herpracht und gehapt haben, confirmirt und
fctttettigt, daruff sie vom rat von derselben irer mayestat wegen
in em und gewalt sitzen, der statt und des hailigen reichs nutz, er
^ wolfiirt zu bedenken, wie sie dann der statt herkomen und ge-
wonhait nach darzu erkorn und erweit sein. Das aber sie vom aus-
•'tal begem, wie vor gehört, das sey öffentlich wider kayserlicher
lÄyestat hochhait, confirmation und bestettigung, auch wider der
^ Rotenburg selbst herkomen, gewonhait und geprauch, auch ains
nts selbst aid und pflicht, die sie zum rat, dem ewssern rat in der
140
wal geun hab^iL Dammb Unen die yooi ianeni nt ain ausschult f oi
solidiem irem bitten und begem abznsteen. ain erbern nt bey iraa
aid nnd pflichten bleyben lassen and äe darüber nit tringen, n
aber nit. so müssen die Tom innem rat ton, das sie vor gott, den
kaiser nnd ir äeib;&t aid and pdicht. auch gewonhait und berkomeA
der sutt nach nit schnldig. päichtig, nodi aadi zimlich oder ge-
poriich sej.
Per ansschnfi
hat damff durch seine Terordnete aim erbem rat wider ansagn
lassen, sie sollten den knechten beleihen, dem ewssem rat morges
uff ain nemliche stand beruf uff das rathaws zo gepieten. Das ward
also zu geschehen von rats und Ausschuß wegen befolhen.
Verrer pracht der ausschuß aim erbem -rat für, wie die pawm
inen ir antwurt uff gesterig der gesandten des ausschuß handlonl
in Schriften zugeschickt und behendigt betten, die w^ollten sie ai0
erbem rat lassen verlesen, und wes ains erbem rats ma^nung danl
were, das mOcht er inen auch zu erkennen geben, Damff ward di^
Schrift verlesen, die lawtet also:
Bawrschaft antwurt.
Lieben brudem und nachpum! Nachdem ir gestern dnrd
etlich ewers ausschuß schriftlich zugeschickt habt [136], uns wider
umb bruderlich ermaut, euch zu vertrawen und die sach euch baim
zusetzen in der geäUlt, das ir uns wider gott. noch der pillichai
in ewerm aussprach nit wollt beschwern, das mir auch vor gott ob
der weit euch nit sollten beclagen kOnden, gefeilt uns solich ewe
empieten herzlich, nachdem mir nye anders b^ert haben, auch be
gem wollen, und setzeu euch also die sach haim in den angezaigte
artickeln und bitten durch gott, wollt euch annemen unser vorbe
halten und noch unbedachte artickeU weliche mir euch eyl halbe
yetzund nit könden auzaigen, wollt euch dieselben beherzigen aai
zu gleycher maß, wie in den angezaigten bruderlich nach ewen
erpieten handeln. Auch last euch nit befrembden, das wir fortruckei
dann mir verhofifen, in kurz die sach dero, so mit uns verpunda
sein, zu enden, welicher mir uns gar nicht entschlagen konden etc
Datum samstags nach Letare [1 AprilJ anno etc. 25.
Nach Verlesung diser schrifteu ließ der ausschuß verrer r^ea
141
Wa nun ain rat bey dem auch beleyben und nochmals zu dem aus*
sdinß die sacb entlieh setzen wollt, so wern sie der maynong, hin-
aos zn schicken and mit inen, der pawrschaft, zu handeln, das sie
linen aid schwnrn, was der aasschaß machte, das sie darbey bleyben
wollten, and za den letzsten artickel, in irer antwart angehangen,
das sich die pawrschaft etlicher anderer, die sich za inen verpanden
betten, anch nit entschlagen könten, sonder mit inen ziehen mästen,
wollt der aasschaß sie aach darfur affs höchst ersachen and bitten,
lach getrewlich warnen als fromm, christlich brnder, was verdurp-
Gchen Schadens and nachtails inen daraas entsteen möcht, mit bitt,
das sie äff disen beschlaß ab and haim ziehen sollten, wa sie aber
solichs nit ton warden, wollt man sie ir abentewr besteen lassen.
Ain rat
bat daraff meinem gnedigen herren, marggraf Casimim za Branden-
barg uff seiner fnrstlich gnaden schreyben, nechst vor Yerle}'pt, ain
sdiriftlich antwart mit wissen des aasschaß abgevertigt, wie her-
nach folgt:
[137] An marggrafen Casimir za Brandenbarg etc.
Gnediger herr! Das dritt ewer farstlich gnaden schreyben,
yetz nnserm ewssern rat, der gemaind and ans nach der lenff ge-
tio, belangend die matwillig affrar, empörang and angeharsam an-
drer bawrschaft, ander anderm anzaigend, wie ewer farstlich gnaden
9ttz beschwerlich sey, derselben anserer bawrschaft Vorhabens za
gewarten, mit gnediger beger and erinnernng der gnedigen and un-
dertenigen aynigang and verstendnass, darinnen ewer farstlich gnaden
md gemain unser statt bißher gegen ainander gestanden sein, ewer
fiffstlich gnaden bey disem irem reytenden hotten za verstendigen,
was sich ewer farstlich gnaden nit allain za ans and der gemaind,
sonder gemelten onsem ondertanen in disem handel versehen sollen,
Bit mererm inhalt, derselben ewer farstlich gnaden schrift haben
^ alles inhaltz andertenigklich empfangen and verlesen, and ist
Vtt gemelte aynigang and verstentnass, and wes dieselbig vermag,
vol gedechtig and wissend, wern aach derselben nach und far uns
säbst, kayserlicher mayestat and dem reich za allerandertenigster
SAarsam, aas schuldiger pflicht, gemainer statt und uns selbst zu
nttz und gutem gegen vermelte unser uugeharsamen pawrschaft zu
m
ÜeSfelilllliC JT^ JUITTÜlUhlL -^sm^cmir ^Jc^ Slfi^E^ ViTStOfSDi helfet
n ZBL laoii irlüic oiiL 'ir£:äÄii JLhf vö: 'v-srtts &äer ädlve^^ vor
JM'ii w^srn, nuL zl i*-*ik^hSrSL laüßsu öetsl sui sack «S^dben ewer
i'.b, osiäitu. 3e: iQi^ JuiL ölt ixxä«£3. käcas m diäcm ktmU
1 i*«-^ ZMnr.-.y'i cakitsL 2>t«^räU!> 12 r-ssüKoiGK Tawaool, ever
inrüi-jL riAieL miiHr;'nrj^;ii :i itnyaif. o^ siäer ä^krüÜidi antrat
t7 i2ii rix n &jcc!iL»re «f tier Tawber.
«{? ixrfU.-3. XXM3I rfr;«Bier bott ist bÜ
ii.:ä:r{L tCxiii xi ittü uj: sbiTäL vss«cr vr [138] ■ip*
ö^r r*x>.-Äe« cnr mwTäicttft «sd uns bißher ii
»Cc^c. i>f<ccr£ r^rT «er bivrschJLft mit Te^
Trrm^Jiec rv^ isri^ilkä cui>£ «e^ukielc kit. die sadtfi
iner le§^*ft«rfvkc if är, öit& 42s&<cm£^ dttäck im ätelkn. wie daü
vir gtetjLii Bai äes^ toc iavs i&rrzn prv^in kdJ)<a. die ist det
a«s^a5 al^r^Ts« tot äi>)cr s^aai imkooKti lavi hier innligeiMkr
üs^Ärin. voilicfi vir cvcra far^ücii jasikn Uhiertenigiklidi 9aA
■it TcrkikaL
DaiBiii. m in lii«cris.
I>er aoäediBfi aber b^: «ieci »rstai dimeben ftin sondere
ädriniicbe antvort g^^en. die dibcT nit kcaiea oder registrirt worden,
äooder mit anderer des aos^ofi haihiUng renoeen oder vergangen ist
Wie die bawrscbaft verrer ceruckt und cebandelt haben.
An obgiemeltem lionneri^a^ nach Leian? [30 Mirz] za anbeiMb
hat die TersamiJt bavrsohaft la Nevsefi ' uf^iiroeheii. ir leger ver-
rackt Bod siiid binober gezogen nun Schandhof*, sich daselbstUi
1 KMUtL 2 Sudkoi bei lanB««.
143
felegert und im selbigen leger verharrt biß uff hewtigen samstag
[1 April] nach Letare obgenannt und alda dem spital zu Rotemburg
mit Teretzung und Verwüstung hews, stroes, holz, habems und an-
dos getraids, dess Hanns Schmidlin von Nortemberg, der darvor
hie zu Rotemburg und ausserhalb der statt eUich uffgemant hett,
ain aosmesser und futermaister gewest ist, und andern merklichen
sdiaden gefugt haben. Und als der ausschuß indess gestern frey-
Ugs [31 März] etlich, als nemlich Valentin Yckelshaimer, Lutz
Beden und ander hinaus zum Schandhof zu den pawrn geschickt
od verordnet und sie hat ansuchen lassen, nochmals uff ains rats
Uodei^ang und des ausschuß mermals schriftlich und muntlich [an-
suchen] antwnrt zu geben, die sachen irer beschwerd hinder den
aosschuß zu stellen und daruff ab und haim zu ziehen, haben die
haoptlewt der versamelten pawrschaft darüber rat gehalten, und ge-
nuintich alle hauptlewt und rät, auch der merer tail der versamelten
hawrschaft solichs verwilligt. Aber Lutz Kutterolf von Dierpach
htt uff anregen her Zeysolüs von Rosenberg bawm und anderer,
nck für sich selbs die ganze versamelt hawrschaft angeschriep
[139] und geraizt, weyter zu ziehen. Warn daruff hauptlewt, rät
od ganzer hawf dis samstags [l April] zum Schanthof aufgewest
ttd Oberstett^ zuzogen, betten daneben dem ausschuß obverleypte
tAriftliche antwurt zugeschickt. Und als sie dis samstags gein Ober-
Men kernen sind, sich auch daselbst gelegert, haben sie durch ge-
ttonteo Hanns Schmidlin von Nortemberg daselbst zu Stetten ge-
mi&er statt Rotenburg getraid, welichs die hohenloischen pawru,
denelben art gesessen, und anderer herrschaft lewt kawft und weg
fS^ort hetten, ausgonessen und vil Schadens getan, darzu dann der
({raven von Hohenloe, her Zeysolf von Rosenbergs und anderer herr-
schaft undertanen geholfen und geraten band.
Indess als die vermelt botschaft des ausschuß von der ver-
lunelten pawrschaft zum Schandhof abschid genomen, anhaims komen
wA dem ausschuß d^ pawrschaft vorhaben mit uberantwurtung ob-
netter ^hriftlicher antwurt angezaigt haben, ist der ausschuß über
die ach gesessen, hat sich entschlossen, ir bottschaft wider hiaaus
a der versamelten pawrschaft zu schicken, mit inen zu handeln,
^^^enelten iren schriftlichen hindergang mit aim aid zu befestigen
M dabey, das sie weyter nit, sonder ab und haim ziehen sollten,
^ begeret der ausschuß dameben auch an ain erbern rat, das aia
ÜL'igJlfltiPiL miL m*-i*|i— '" 11117 in. tipfinn
Miiiäx!^ m: nr nc saskät^. iJiräirHfli
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bttvncbaft «nd den B«rer tau des -keU» kivlai gffkmdch. abo dl
<fie Tcraaeii pavrsichaft irai iK^ind layn aim crtan ral odic
2mtk pecan imd den n kahen «f das kailig emngrKott offMflifi
p^diwon. doek ketten sie inen dn^y vockoi lang kediagi» in doM
pavm. lue !»irk n inaa lerpuidai kettei
14&
tadi helfen sollten nnd wollten, and wer auch des ansscfanß majimng,
MiDem gnedigen berren, dem marggrafen zu schreyben, waruff es
ler pawrn balb yetz stand. Das ließ nun ain erber rat geschehen
lad off im selbs berawen.
Aber neben der obgemelten verordneten des aasschaß handlang,
A der pafrrschaft zn Oberstetten gehapt, haben die pawrn, ee dann
ie in den anlass oder die verfassang gangen sind, ire beschwerd
nch anzaigt der maynang, wann sie schon yetz mit aim rat gesont
ad gericht wem, so ward in doch solichs von aim rat nit vergessen,
oader in ain wechslin getrackt, also das nichtz dester minder sie
Inf, &r, sorg nnd beschwerlicher bandlang gegen inen darnach ge-
rartig sdn mästen, die inen hernach folgen ward, and wa es ain
ift gleych selbs nit tete, so worden es aber andere tun. Darnff
leiten die gesandten des aasschaß von des ausschaß and ainer ganzen
tniaind wegen der pawrschaft zugesagt und verhaissen, auch dess
iit inen aid geschwom, wa ain rat oder yemand anderer aus ains
nts anrichten daraber ichtzit g^en in famemen ward, es wer, in
iilidi^ weg es wollte, das sie sampt ainer gemaind inen dar vor
Win ood darwider hilf und beystand, so weyt ir leyb und gut reichte,
tn md zu in setzen wollten. Daruff betten die pawrn sich in be-
seiten anlass ergeben und den mit dem [142] aid, wie obsteet, be-
cnKgt, Aber es ist aus solicher verpindung und Verpflichtung des
OKfauß gesandten darnach in disem handel vil unrats, wie hernach
imigi wurd, gefolgt, . dann die pawrschaft sich darnach derselben
vvpflichtung und verpyndung gehalten, hoch daruff gestewrt und die
airem bösen, gewalttedgem, frevenlichem fum^men gepraucht, in
^nög derselben an den ausschuß und gemaind derhalben mermals
Uf erfordert und heuert haben. Aber der ausschuß hat sOlichs
zusagen, verwilligung und verpundnuss mit dem aid on wissen und
bewüligong ains rat» getan, auch aim rat sölichs in dis^r relation
vcriialten nnd nicht angezaigt.
Ausschuß begert ains anlehens,
Item nach obgemeltem des ausschuß ansagen, wie die pawrn
fa inlaft geschwom betten etc., hat der ausschuß an ain erbem
itt begert, in^ dreyssig guldin zu leyhen, davon sie zur nottorft
aisebea mosten, die wollten sie nachmals irs tails audi wider ver-
'^Aneo. Das ward durch ain rat bewilligt ans merklicher be<
10
146
trangknuss mit Unwillen und zu irem und gemainer statt naditaiL
dann mit solichem gelt sie wider ain rat, gemaine statt und ander
ire geharsam burger, auch den kaiserlichen landfriden handelten.
Des geschntz halben.
Zum dritten begerten die vom ausschuß^ nachdem allerlay offiror
und empörung allenthalben vor äugen, das dann ain erber rat wöHte
alles geschutz herfur tun und zu weg setzen lassen, das zur nottsrft
haben zu geprauchen. Das hat ain erber rat auch tun und znlassen
müssen, dann da war kain anders, dann zu tun, wie und was der
ausschuß wollte, und darbey war man dannocht weder leybs, oock
guts sicher, auch ganz wider ain rat, das man das geschntz herbr
tun sollt, dann es uff nichtz guts fiirgenomen war, wie es sich he^
nach beschaint hat
[143] Fewrstet.
Item der ausschuß begert verrer, das man fewrstet besichligei
und wasser gepieten sollt, das ain rat gleichwol für kain UQi»Uidii
ansähe, ward also auch zugelassen.
So hat auch ain rat an den ausschuß begert, das man nift mer,
dann drew tor, nemlich Kobolzeller tor, 6algent<Hr und Qmgealir
offira und die andern versperren lassen sdlt Das hat der auaMhil'
bewilligt.
Von wegen des plinden munchs predig.
Und als gestrigs sonntags Judica [2 April] der pljnd moBch)
herr Hanns Schmid, sunst Fuchs genant, Barfusser Ordens alhie, «i
predig uff die karlstattischen opinion und mayunng^ gleych als if
den ausschuß getan, hat der auschuß in anhewt beschickt und dar-
halb zu red gehalten, ime undersagt, das er solicher predig nil if
den ausschuß tun dorft, noch sollt, sonder er sollt predigea für ack
selbs, das er zu verantwurten wißt. Da hast der ausschuß tia
erbem rat, dem soliche predig vorab ganz wider und mißfellig waS|
anzaigen lassen, damit ain rat wissen sollt, das solich predigeD ob
sie beschehen were, und gestattet doch nit allain dem plinden nanckf
sonder dem Kareistat selbs, solich predig alhie öffentlich in der ]ßui-
und im Barfusser closter zu tun, darzu dann ain grosser xnlmf W'
von dem gemaineu volk und andern derselben materi aidiengig.
141
m
ie bawrschaft hatten ain rat der aasgangen mandat
halb verclagt.
Yerrer hat der aosschnfi aim erbern rat anzaigen lassen, wie
e ?ersaiiielten pawrschaften sich bey dem ausschnß wider ain rat
dagten, das ain rat hie in der statt am raUiaws nit allain, son-
r aach aoswendig nff dem land wider die pawrn öffentlich etlich
W anschlagen nnd ansgeoi lassen hetten, darinnen die pawrn an-
ngen wurden, als ob sie trewlos und maynaidig wem, begerten
raff die Tom ansschuß, ain rat sollt den brief am rathaws herab
A weg tan oder nemen lassen. [144] Also hat ain rat dasselbig
ttdat, der dann ains, wie sie an die pawrn aasgangen, am rathaws
igesdilagen was, w^ tan verschaffen müssen, wie dann auch als-
ild besGh^en ist.
rnstlich anpringen des ansschufi, verrer an ain rat
beschehen.
Daneben hat der aosschaß weyter ain ernstiich, schriftlich an-
logen an ain erbem rat nff jangst ains rats schriftlich gegeben
itwort getan, wie hernach folgt:
Wir die als der verordnet aasschaß haben ains erbern rats
mgig nnd vermaint antwurt, gemainer statt innemens and aos-
kms belangend, wie gestern gebetten nnd begert ist, gehört, nnd
tt sich der verordnet ansschuß darinn waigerong oder aasflucht
1 tm nit versehen, können, noch mögen sich der von w^en der
azen gemaind nit settigen lassra, sonder bitten und begem noch,
0 vor, das um orbem aasschuß die noch on beschwernnss und
[ verrer anhalten, wie erstlich begert und gebetten ist, zugestellt
vi. Vtd dieweyl aia diser ewrer, des rats, gegebner antwurt
mr gevidgt, und die notturft das merklich erhaischt, bitten die
mrdneten vom aasschuß, das ain erber rat inen aller aufgesetzten
Uktf die aid bemrend, die aach inner und ewsser rate sampt den
lim, «fienstlewtad und gemainer statt verwandten schwern und
i^^wusen and genomai werden, sampt den kaiserlichen freyhaiten
i iaa aid, so ir, der rate, kaiserlicher mayestat [geschworn], und
i ain erber rat b^imibt und daruff zu entsclialdigen vermaint,
tes on verrer uffhalten zu banden stellen. Darinn will sich ain
ber aasschuß, verrer uürat, so' bey der ganzen gemaind daraus
Tolglir mOdil, [sa verboten];» kains absdfaiags versehen.
10*
148
[145] Ainß erbern rats widerantwnrt, mit schweren
bekumertem gemut und missfallen dem ansschafi in
Schriften daruff gegeben.
Uff dis yetzig des erbern aosschoß schriftlichen fortrag and be-
gern an ain erbern rat in zwayen artickeln, erstlich omb eröffimog
gemainer statt Rotemburg innemens nnd ausgebens, zum andern nnb
behendignng ains innem und und ewssem rats, auch aller genmm
statt dienstlewt nnd verwandten aidspfiichten nnd freyhaiten gettt
etc., antwnrt ain erber rat, das sie ir begem aas merklich^ red-
lichen, beweglichen und billichen arsachen and irer em nottorft
nach getan, hab inen auch gezimen nnd geport. Dieweyl aber am
erber rat sehen und vermerken des aussdiaß and der g^naind 00
ernstlich und gestreng furnemen nnd anhalten, so bitt ain erber nt
den ausschoß ainer erbem gemaind, sie in iren aiden and pflichteD
zn bedenken und sie derselben in disem fall durch den ewssem nl
ledig zelen zu lassen, alsdann will ain rat nit wider sein, inen das
jenig, so sie in irer Schriften begert haben, zu o&en and zu be-
h^hdigen.
Der ewsser rat
ward in dem uffis rathaws versamelt. Mit denen handelt der aas-
schuß, das sie den innem rat irer aid und pflicht ledig zelen söUteOf
damit er dem verordneten ausschuß alles gemainer statt innemens
und ausgebens, auch beder inner und ewsser rftt, burger, dienstlewt
und verwandten aidspflicht, Privilegien und anders eröffen und n-
stellen möchten, daruff verrer gemainer statt ^ nutz and nottorft
nach zu handeln haben. Daruff und nach langem bedacht und
boratschlagung des ewssem rats, der damals in der pfendstubei
bey ainander saß, auch ains erbem rats antwurt und underrichtiing
dargegen zu vememen begert, die inen von rats w^^n nach der
leng sampt ains rats entschuldigung, auch beder tail obgemelte pro-
testation und anderer handlung, damnder schriftlich und mondlick
seydher [146], wie obstet, ergangen, schriftlich und muntlich farge-
tragen und erzelt ward, hat der ewsser rat dem ausschaß in schrift-
licher verzaichnuß antwurt geben, wie hernach geschriben stet:
Antwurt des ewssem rats.
Nachdem der ausschaß der gemaind an den ewssem rat begert
149
hibeo^ das sie den innern rat irer aid und pflicht,^die sie zum
rate, den ewssem rat getan hetten, in dem fall, inen, dem aasscbuß,
gemainer statt einnemens und ausgebens, darzu auch beder inner
ood ewsser rftte, burger, dienstlewt und verwandten aidspflicht,
loch freyhaiten und anders zu offen und zuzestellen, ledig zu zelen,
duroff, wiewol Mn ewsser rat solichs für beschwerlich und nit gut
wdAßa und bewegen, so wollen doch ain ewsser rate diser vor
•Igen wesoiden schweren lewft und ursach halb in obgemelten fällen
dem innern rat söliche eröffhung und Zustellung des ausschuß be-
gem nach zu ton zulassen, und das dem innern rat solichs irer
lid and pflicht halb gegen inen, dem ewssem rat, kainen nachtail
oder Verletzung pringen soll, sovil ain ewsser rat dess macht habe.
Solichs ist also durch den ewssem rat und den ausschuß dem
innem rat angezaigt und für antwurt geben worden. Daruff hat
der inner rat dem ausschuß ain stund uff morgen, dinstag [4 April]
mh ain ur uff den tag uff das rathaws bestimpt, so wollt suu rat
ineo, dem ausschuß, oder iren verordneten die bucher alles innemens
tmd ansgebens sampt anderm auflegen.
Uff dinstag nach Judica obgemelt umb ain ur
ist der ausschuß uff das rathaws komen, solichs ufflegens und er-
Mens gewartende, und hat der ausschuß alspald zwölf personen
ÜB m^ erweit und verordnet, die rechnung alles einnemens und
Umsehens annemen und darbey sitzen sollten an statt und im namen
der andern vom ausschuß und der ganzen gemaind, [147] und sind
is die zwölf verordneten :
StefEan von Menzingen, Iheronimus Öfner, Jörig Spelt, der alt,
Hainz Crist, Lienhart Stock, Kilian Ettschlich, Claus Frey, Jörig
KeDer, Lienhart Stawd, Hanns Kretzer, wirt, Hanns Hubner,
Hanns Fridel.
Damff sind dieselben zwölf verordneten vom ausschuß und der
ni&er rat zusamen gesessen, haben aus den buchern und registern
itrlesen und überlegt alles gemainer statt einnemens und ansgebens,
^ alles furter der inner rat den verordneten zwölf personen uber-
ifitwnrt und zugestellet, und sind also die obgenannten zwölf per-
sonal des ausschuß furter den dinstag und mitwoch danach [4 5 April]
vber solichen buchera, registern und rechnungen aller und yeder
(ttnainer statt einnemens und ansgebens sampt deiu buch, darinnen
150
alle zyns- und leibgedingsbriefe geschriben und rogistiirt sein, ge-
sessen, haben das alles besichtigt nnd verlesen.
Am mitwochen nach Jadica
haben die zwölf verordneten personen des ansschoß verrer an den
innem rat begert, inen alle des spitals, sant Jacobs pfarrkircfaen
und aller anderer gotshewser, anch aller vogteyen und ambt bucher
and register ir aller einnemens und ausgebens auch zu aberantworten
und zuzestellen. Das ist durch den inpem rat alspald anch te-
schehen, und inen alles zugestellt worden. Das haben die verord-
nete vom ausschuß alles also dankparlich und zu gnugen von im
innern rat und zu iren banden genomen.
Und sind dis die bucher und register, die sie von den
stewrern empfangen band:
Zynsbuchlin, gemain gultbuch, Dottenhaimer und Westbaiaer
gultbucher, Argshover ^ gultbuch, Oberstetter gultbuch, der zwaycr
vogt bucher *, der statt stewrbuch, schultbuchlin , schnldzeddf
spitals register gelts und getraids, das buch, darinnen alle freyhaiteB
und andere Urkunden registrirt sind.
Doch haben die zwölf verordnete personen vom ausschuß sOliflhe
bucher mit der protestation angenomen, ob sie ichtzit v^rers dB^
gleychen notturftig sein wurden, das sie solichs zu erfordern ibbb
auch vorbehalten haben wollten. Darbey zaigten die zwölf veroid-
neten des ausschuß dem innern rat verrer an, das der awschit
und sie under inen selbs auch irrig und unainig wem worden oker
der wal ir^ der zwölf verordneten aus inen, dann die andern vom
ausschuß wollten diser aufgelegten und überantworten bucher ^
mainer statt und irer ampt, auch spital und gotshewser reclurangeB
einnemens und ausgebens wissen haben und ye nit darvon WBf^
schlössen sein, betten etlich derhalben gemaind wollen lewten, dammb
*
1 Archshofen. 2 Das gebiet der Rotenburger gebiet innerliAlb der
befiwtigten, 1430 angelegten landwer war in iwei landTogteien eingeihMl^
deren grenze etwa die Taaber bildete, die grössere derselben hieas ^im Zwefcb-
mayer'' ; die kleinere, auf der rechten Tauberscite liegende „im Qaa.* Kt^^
mit dieser eigentlichen Rotenburger landschaft verbunden waren dieanff^
halb der landwer zerstreuten besitzangen der Stadt, wie DottenMm, Weif*
heim bd Windfheia und Oberstetten bei Niedentettea o. ■« w.
151
Verden sie ^liehs der gemaiüd farhalten und mit ioen daraus
^ddn.
Die bawrschaft.
Obgeinelts dinstags [^ April] liat sich die versamelt bawr-
chtft za Haldenbergstetten ' heraus uff ain wiseu gelegert und
ter Zeysolfen vou Rosenberg, ritter, der in seinem schloß daselbst
ut etlichen vom adel gelegen, zu aim anstand und vertrag [genötigt],
len Albrecht von Adelzhaim, Cunz von Rosenberg, Wilhelm von
tecbberg und ander vom adel, so bey her Zeysolfen in seim schloß
iH^, betaidingt und abgeredt betten z wuschen her zeysolfen vou
toseoberg und sein under [149] tauen uff vier vom adel also,
ras dieselben vier vom adel zwuschen ime und sein undertauen
Dachen und sprechen wurden, das es darbey bleyben sollt.
Daruff hett sich der hawf der versamelten bawrschaft zu Hal-
enbergstetten erhebt, warn gein Scheftershain zogen [zu] Wilhelm
on Vinsterloes ' und Hanns von Rosenbergs pawrn, die wie her
eysolfs pawrn zu den rotenburgischen pawrn gezogen warn und
len geholfen hetten, ain rat zu Rotenburg zu überziehen und nöten
1 irem willen, deshalben die rotenburgischen bawrn inen wider
herrschaft zu helfen auch zugesagt hetten, und wiewol des haupt-
IBS Peter Kemers und anderer mer pawrschaft maynung darwider
mest were, die gern gesehen heften, das sie wider ab und nit
mr gezogen wem, aber der merer taile der hauptlewt und der
(vradiaft hetten ye verrer zidien und den andern auch voUend
Um wollen. Damit warn Ae aufgewest und desselben mitwochs
April] gdn Scheftershaim zogen, hetten sich daselbst in das
Mter gelegert«, darinnen gessen und trunken und dasselbig zum
ile dem doster genomen sampt anderer Verwüstung, darinnen geübt.
Vom Tawberhawfen.
Und alsbald sich die rotenbnrgisch versamelt pawrschaft sampt
idern, die sich, als obsteet, zu inen geschlagen hetten, gein Schef-
nhaim komen, da war der Tawberhawf rotweys, ye zway oder
"^ feodlio mit ainander, von Gronsfeld, Lawden, Mergethain,
♦
152
Weykershain, Markeishain, Bathart ^ und all ander daromb gelef^
flecken gein Scheftershain gezogen, und dieselblgen versamelU«
bawrschaften des Tawberhawfens vil sterker worden und gewest,
dann der rotenburgisch hawf. Alda hetten all hawfen zu dem ro-
tenburgischen und der rotenburgisch zu dem Tawberhawfen gescbwoni
also, wann die rotemburgischen bawrschaften, die der Tawberhavf
hett haissen anhaims ziehen, gemant wurden, das sie auf sein ood
inen zuziehen sollten, und hett also der Tawberhawf das regimeDt
ganz selbs zu inen genomen, alle rät und amptlewt des rotemburgi-
schen hawfen abgesetzt, und der Tawberhawf darnach ain new
regiment geordnet, new hauptlewt, rate und amptlewt, nemlich den
grossen Lienhart von Schwär zenpronn widerumb, auch Fritz Büttnern
von Mergethain und ander mer zu hauptlewten, den profosen [15D]
ab und Hanns Stierlin von Zymmem * zu aim profosen, Loti
Kutterolfen von Wildentierpach ... * zu wachmaistem . . .* und ander
zu proviandmaistern gesetzt, die all ir ampt biß zu end des pewri-
sehen kriegs behielten oder darvon beliben, und ahjo der Tawber-
hawf furter das regiment und den krieg gefurt, warn daruff die
rotemburgischen bawrschaften uff gehaiß des Tawberhawfens ab ood
anhaims gezogen, auch still sitzen beliben ungeverlich bey acht tagen.
Fraw Katherina Ewlerin, priorin des frawenclosters
hie zu Rotemburg
Ueß durch iren schulthaissen Gilg Re}inund Beringem aim erben
rat anpringen, wie sie glauplich anlangte, das etlich in der gemaind
sie überfallen, aus dem closter treyben, das closter plündern and
in das ir nemen wollten, baten umb rat, hilf und schirm.
Item es triben die pawm uff dem land dazumal ire vieh in
alle gemainer statt und der iren, gaistlicher und weltlicher, hölzer,
wälde und schleg, vermainten, die für frey zu halten, understundeo.
die irs gefallens zu nutzen und zu geprauchen, selbs herren darüber
zu sein und aim erbern rat und den iren kains vorsters oder an-
derer Verwaltung mer darinnen oder darüber zu gedulden, noch ZQ
gestatten, sonder Hessen sich hörn, ain rat zu Rotemburg wer nit
♦
1 Grünsfeld, LandA, Mergentheim, Weikershoim, Markeisheim. Bütthtri
2 Zimmern bei Grünsfeld oder ilcrrenzimmcm oder Vorbachzimmcrn bei
Mergetheiro? 3 Zweifel hat hier räum für einen namen gelassen«
153
ner h&rr darüber and aber ire knechte souder sie wem herren,
ond die kaecht mosten yetz sie amb ire dienst bitten, and farnem-
Udien hett sich Ganz Mölkner von Nortemberg, der profos, gegen
Wilhefan Webern, dem flarheyer, hörn lassen, wann er in mer in
tim hob ergriff, wollt er in an ain pawm henken.
Uff Torgemelter der closterfrawen anpringen and begem hat
ain erber rat dasselbig dem aasschaß anzaigen and derhalben bitten
imd bc^em lassen, die ding bey der gemaind abzaschaffen and zu
forkomen, auch darob zn wachen und zn halten, damit von dem
^eböfel and matwilligen gesind nit ain frevenlicher eingriff oder
an£al in das frawencloster beschehe [151]. Darnff hat der aas-
sdioß ime gefallen lassen and bewilligt, in sölichem ain nottarftig
Tersdiong za tan and darvor zn sein, solichs aach ain rat far
antwurt geben.
Wes der aasschaß verrer verordnet hat.
Item der aasschaß ließ diser zeyt all bachsen äff den tarnen
besddessen, wider laden, aach die veldschlangen and ander geschatz
vnder das rathaws fom and za weg ziehen äff ain fnrsorg, ob ain
giscfaray von veinden oder sanst keme, das sie sich dess wisten za
i^raachen.
Der aasschaß hat aach seyd anfangs der anfrar bißher alle
flicht die wach äff den mawm, äff der drinkstaben and sanst, desr
glejrdi^ die hat der tor, alles aas der gemaind versehen, ond
desgleychen der inner rat aas inen and ireu knechten allwegen aach
<^ zu solicher wach gegeben and verordnet.
Yerrer tet der aasschaß an ain erbem rat biten and begem,
ime za verzeyhen, das sie, die verordneten des aasschaß, so laug
ob den bachera ond der rechnang sassen als die, so solicher dapfem,
Khwera rechnang kainen verstand betten oder doch wol daraas
komen möchten, sonderlich der rechnang des drey and zwainzigsten
Jan nechst vergangen beschehen.
^m donnerstag nach Jndica. Von der versamelten
bawrschaft.
Vmnelts donnerstags [6 April] war die versamelt pawrschaft
^ Tawberhawfens (die nnn biß an den andem tag zn Schefters-
^ lelegeii warn, das doster und die closterfrawen daselbst ge-
154
plündert, das ir genomen, auch das doster zerprodieii und ai
merklich Verwüstung and beschedigong und, als man sagt, mit
Heben closterfrawen geonkewscht and allen matwiUen darinnen §
und getriben betten) ol^ebrocben, gdn Markelsbaim gesogen,
sie ob fanftawsend stark geacht [and] geschätzt warden, und eots
•daseibst md allenthalben ander der versameiten pawrschaft ain
maine [152] red and sag, die auch die pawrschaft selbe ausga
inen möcht nyemand widerstand tun, inen auch kain gesc
schediich sein, dann, gott hett es mit in^ und verlihe in dar
so lang aeyt schon wetter, als es auch gleychwol, so lang c
pewrisdi krieg weret, vom anfang biß an das end ain schöne, wai
truckene zeyt und darzu ain ganz fruchtpar jar was.
Aber darbey wollt von der pawrschaft nit gehört, beda
noch zu gemut gefurt wurden, das das puudisch, auch anderer
sten und herren kriegsvolk, so wider die pawrn handelt, sie schwer
au vil orten schlug und straft, die solicher schonen, trucken wet
und frnchtparen zeyt auch notturftig warn, gieng aach damsel
pandischen und auderm kriegsvolk wider die pawrn ganz gludd
sighaftig und wol, aber die pawrn wurden an vü orten, wie hen
folgt, allehthalben jemmerlich mit grossen hawfBi erschlagen, c
dergelegt, gestraft und gedembt, also das man pillicher sagen m
gott hett es mit dem pund und andern fursten und herroi, i
gar nit mit der uffrurigen pawrschaft gehabt. Und wiewol
pawrschaft vermelt schlachten und sig dickermals warhaftig hft
und vernameu, daunocht wollten sie dem kain glauben geben, i
nyemand gestatten, solichs under inen zu sag^ biß sie es ye a
innen wurden und empfunden.
Uff freytag nach Judica [7 April]
ist Endris Stellwagen als ain stewrer von den zwölf verord«
vom ausschuß zu inen gefordeit und ainer guten stand lang
inen behalten worden, inen uuderrichtung der rechnung and bad
der sie, die verordneten des ausschuß, nit versteen konnten o
wollten, zu geben.
Wie die verordenteu des ausschuß ain hessig handlo
mit aim rat furnamen.
Am Palmafaend [8 April] aameQ die zwölf vom anssduift, >
Iqö
der aossckiifi aus [153] ioea zu d^ Tai;huang und besichUgoug
fODaiaer staU Rotentiurg kuiemenß und ftu^gebcats, ftuch anderer
pdttsabd, ak obstat, ^erordoet hatt, aia schwere, iiassige und er-
lekroakQDUcbe handlniig für, dann sie wollten wi der anmma gel^,
K0 sie ober alles eiaaemen und ausgeben fundea and im tritel seki
iollt, Bit geseltigt sein, sonder nudnten, es were we>ts ain aaderQr
Kkatz da, bM auch ainer des ewssern rats, nemlich Jacobs Jacob
ädi darvor gegen etlichen des ausschuß und andern hörn und vei-
omen lassen, es sollten achtzig tawsend guldin im schätz sein oder
Kgen. Das war nun weyt fei, sonder kawm acht tawsend vorhan-
dm. Nun mainten die zwölf des ausschuß, sie wollten es also und
Yil änderst, dann sich in der rechnung erschaint, fynden und ver-
ortaetai denmach aus inen zwen, nemlich Kilian Ettschlich und
Gbos Freyen, die hinein für ain rat gieng^, und forderten erstlich
da bargermaister Elrasmusen von Mußloe, das der zu den zwölf
verordneten des ausschuß geen sollt. Das beschach, und als er für
die zwölf des ausschuß kam, ward er mit aim aid beladen, inen
ZQ sagen und anzuzaigen, ob er von kainem andern oder merem
sdiatz in dem trisel wisst, dann wie sich im beschluß der rechnung
prümde, und als er den aid und sein ansagen oder anzaigen, das
er ?on kainem andern wiste, getan oder verpracht hette, ward
m bey seim aid in die pfendstub^ und nit wider in den rat zu
|Mi gebott^ und dabey uffgelegt, das er der andern seinen mit-
nvifreund kainem nichtzit darvon sagen oder offempam, auch aus
der pfendstnben nit komen sollt biß uff weytern beschaid ir, der
Ewölf verordneten des ausschuß. Daruff trat der burgermaister
Erasmus von Mußloe ab, gieng in die pfendstuben und wartet alda
DDd kam nicht wider in den rat. Dem kamen gleich alspald die
rorgemelten zwen Küian Ettschlidi und Claus Frey, forderten den
dten burgermaister Cunrat Eberharten, zu den zwölf verordneten
dn ausschuß zu komen, das dann beschach. Mit dem handelten
dn inoU gl^ch, wie mit dem burgermaister Erasmusen von Mußloe,
»dem er audi gleycher maß [154] in die pfendstuben beachieden
vnd verpannt ward. Und als dero kainer wider in rat kam, er-
idiradceii die andern, so im innem rat sitzend beliben warn und
Bit wisten, wa die zwen hinkomen warn, darob gar übel, vermuten
^ besorgten sich, man möcht inen die köpf abgeschlagen haben.
^ dir stattschrqrber Thoma« Zweyfel, der damals bey den heirep
156
im rat was, gieug in solichem aus dem rat in die pfmdstaben. n
besehen, was darinnen were. Also hat er den bargermaister Eru-
mnsen von Mnßloe und den alten burgermaister Cunrat Eberharten
darinnen funden, die betten im nichtz sonderlichs sagen wöUeL
Damff ist der stattschre} ber von inen und wider zu aim rat gangeo,
hat inen solchs angezaigt. In solichem wurden die andern vom rtt
auch all, wieder von Mußloe und Eberhart, ye ainer nach den
andern erfordert und mit inen gehandelt, ausgenomen die drej
stewrer Hanns Jagsthainer, den eitern, Hanns Homburg, den eitern
und Endris Stellwagen. Die Hessen sie all drey allain bey ainao-
der sitzen, und was damals nyemand bey inen, dann der stattschre^-
ber. Die andern ratherren sassen all in der pfendstuben bey am-
ander. In solichem kamen die zwölf vom ausschuß all sampUick
mit ainauder in die ratstuben zu den dreyen stewrem, hiessen deo
stattschreyber hinweg geen und handelten darnach mit den drey
stewrem auch ain maynung irs gefallens, davon dem stattschreyber
nichtz wissend, auch dasselb hieher zu beschreyben nnderbliben ist
Nota!
In disen und andern nachfolgenden tagen sind die vom ausschil
über die clagzedel und artickel, als obsteet, die die band werker
und ander der gemaind darinn verleypter beschwemuss halb dfli
ausschuß übergeben betten, neben anderer obgeschribner irer hand-
lung bey ainander gesessen, haben etwanvil artickel ainer newes
Ordnung und regierung gemacht und begriffen, aber wie oder was,
das ist damals aim rat verporgen und unwissend gewest.
[155] Was Görg Spelt, der alt, handelte.
In solichem als der ausschuß mit obgerurten clagzedeln der band-
werker und gemaind beschwerden umbgieng, gedewcht villeycht Jorig
Syelten, den alten, der ainer des ausschuß und der zwölfer war, a
hett yetz wedel und fug, sein anligen und beschwemuß auch dem
ausschuß anzupringen, stund auf und trug dem ausschuß wider iid
rat clagend für, wie er vor etlichen jaren vor aim rat gegen «■
burger alhie in clag und rechtvertigung gestanden, und alda ain nrtaS
für sein widertail und wider in ergangen were, dess er merklich b^
Schwert gewest, hett derhalben an das kaiserlich cammergerkkt
geappellirt, daselbst er die sach wider sein gegentail erhalte if^
167
abd geartailt and wol davon geappeUirt wer, das nanmer
und zwainzig jam inhah des ortailbriefs, den er dem aas-
spald farlegt, derhalben wer er in merklich Ungunst ains
ilen und bißher gestanden, das ime noch bißher kain exe-
ler hilf solichs seins erlangten rechten beschehen were , hat
m ausschnß angerufen, ime zu helfen, damit ime verrer
; gestatt, und sein erlangt urtail und recht volstreckt
9
Lienhart Stocks anpringen.
leben was obgenannter Lienhart Stock als ainer des ausschuß
iden, hett den innem rat auch verclagt, wie sie ine hievor
em rats und seiner em unpillicher weys und unverschulter
itsetzt betten etc.
)n den yersamelten pawrschaften zu Schwaben
und anderswa.
liser Palmwochen [9 bis 15 April] sind die versamelten pawr-
nr von Ulm und anderer herrschaft im lande zu Schwaben,
ain grosser hawf bey Lewpen an der Tunaw ^ von dem
m rennfenlin angriffen und geschlagen, ob sechs tawsend
. und in der Tunaw, darein sie geflohen warn, ertrunken,
*n gefangen und sunst an vil orten zu Schwaben die hawfen
"Schaft angegriffen und emider gelegt, die aufwidler, haupt-
IlnfQhrer, pfaffen und prediger, so bey inen betretten wurden,
enomen und die köpf abgeschlagen.
1 so lagen der ze>i; im Rieß in der grafen von Ottingeh
t ob 15000 pawrn an etlichen orten, und sonderlich ain
rm uff dem Ypf * bey Popfingen, der hett Bopfingen ein-
>
Yön den hohenloischen bawrn.
1 diser zeyt warn der grafen von Hohenloe undertanen
kwm zu Dringen und sunst allenthalben in irem land mit
ff, zugen gein Schontal ', namen dasselbig closter ein und
Ipkeim an der Donan. Die schlacht bei Lcipboim ward am. 4 ^^rll
I. 2 Ipf oder Nipf, berg bei Bopfingen. 3 Schönthal. '
15»
verwüsten das sampt der plnnderong, die sie darinnen teten jemerlicL
Desgleychen hetten sie Newenstain ^ eingenomen, deshalben grave
Albrecht and grave Jörg von Hohenloe, ire herren (die darvor
zu Langenberg ' lagen und daselbst, auch in andern iren heniien,
die nur vest sein, wol betten mögen beleyben) nff gemeKer painr-
schaft scbreyben und verglaytung zn inen in das feld ritten, villeycfat
d€T maynnng, gütlich mit inen zn handeln, das sie abzogen, aber,
wie die handlang ergangen, last man sein, dann allein in sunntt
bed grafen hetten sich mit der bawrschaft vertragen and verainigt
äff etlich artickel der newen reformation, wie dann dieselben artickd
ziun taile hernach folgen and verzaichnet sind.
[157} Artickel, so die graven von Hohenloe mit iren
bawrn angenomen band'.
Erstlich das ire gnaden sich anhaims enthalten und still sitsen,
biß die furgenomen new reformation gemacht und ufijgericht, noi
wie die oder was darinnen in den vier landen gemacht und be-
schlossen ward, darbey sollt es beleyben und sollchs von Iren gnadea
gehalten werden.
Item wes sich zwuschen iren gnaden und derselbe andertanen
in stetten, dörfern und andern flecken verloffen und begeben heltt
in diser uffrur, sollt alles uffgehaben, tod und ab, und von irei
gnaden oder iren wegen inen darumb kainer ungnad oder stnf
gewart werden.
Zum dritten das ir gnaden die ausgetretten ire andertaaflB
widerumb zu iren weyb und kynden lassen sollten.
Item umb die spruch und vorderung, so yeder tau zu dem
andern hett oder vermaint zu haben, sollten sie bey der zwölf
mann, so aus dem hawfen zo machung der reformation verordnet
wurden, ausspruch bleyben.
Item ain yeder sollt macht haben ^ das wildpret za schiessen.
Item das yeder tail gegen dem andern still sitz und nicbuit
fürnemen sollten, biß die new reformation gemacht und alQs^riciit
wurd, als dann sollt sich ain yeder derselben halten.
Soliche obgeschriben artickel mit mererm Inhalt sind in iöd
1 Neaenstein. 2 Langenburg. 3 Ihr wortlätit steht bei Öehsle.
Bauernkrieg in den Bcliwttbiscb-frttnkiselion grftnzlanden 267, nr. liK
15»
riefe hegnSem- nndi mit. iren^ der grafen, iusigel versigeH
«ia daiu soüche? tertrag nachmalen vor marggraf Jörgen
ndenborg etc^ in ainer gatUchen verhör zu Onoltzpach,
gemehen grafen and den von Botemborg gehalten, von
m selbe eingelegt und öffentlich verlesen worden ist.
Za Franken etc.
a etwan vil stett, markt, dorfer und ander flecken warn
t im land zu Franken [158] vor der Ron \ im Schwein-
w, am Mayn, Staigerwald nnd der fuldiscfaen art allenthalben
ilt nff, zogen znsamen und rottierten sich.
Von Warzburg and irem bischof.
1 nachdem die statt Warsborg auch etwas ser offwegig
naint mein gnediger herr, bischof Canrat, ainer des ge-
voo Thnngen, bey vierhundert pferden dahin za legen ftt
tz, die statt und das land dest stattlicher zu behaKeit.
) von Warzburg betten sie nit einnemen wollen, deshalben'
lof das schloß bey WurzKurg. Unser frawenberg genannt,
tomprobst, marggraf Fridrichen von Brandenburg etc. und
in r&ten, gaistlichen und weltlichen, und sunst vil guten lewten
I und knechten besetzte, hielte darnach^ mit der burgerschaflr
gemaind zu Wurzberg, zu den er, der bischof, herab in
geritten was, am tag in maynung, sich gutlich mit inen
nen und sie dardnrcfa von iren fumemen zu pringen, aber
dess bey inen nit statt finden mögen, deshalben er skh
das schloß. Unser frawenberg genannt, getan'hett, daselbst
Zusatz sein bescfaaid gemacht, was daruff weg und* zum
en geritten. Und wiewol darvor guter knecht bey vier
nid^lendisch vorhanden gewest warn, die mein gnedigster
Izgraf Ludwig, churftirst etc. dem bischof in ainer schrift
m geraten, der bischof auch die vast wol hett zu wegen
mögtti, so hett er es doch nit getan und dardui'ch selbs
veriiecierL.
gleyefaen warn in der zeyt vor dem, ee der bischof von^
4t
Angebirgoc
160
seinem schloß den abschied genomeu, die ?on Markt Bibert neb«
und mit andern uff dem Staigerwald und sampt der herren ▼(
liympurg undertanen umb Speckfeld mit gewaltiger rottierung an
zagen für Yphofen ^, vermainten, alda durch diejenigen in der stat
so ain verstand mit inen gemacht betten, eingelassen zu werde
inmassen sie von denselben iren gesellen in der statt vertröst gewe
warn, und also die statt zu erobern. Aber [159] es feiet in di
mal, dann als sie mit iren raiswegen und anderer wer und gerail
Schaft fQr Yphofen komen warn, villeicht der biderlewt mer, dan
der abfelligen hüben darinnen gewest, die betten die versamdte
bawrschaft die statt nit offen, noch sie einlassen wollen, sich auc
in dess schenk Asmus * mit etlichen rewtern sehen lassen, deshalb«
die pawrn alspald von der statt geflohen und wider weg gezoge
warn.
Damals hat der hochgedacht, mein gnediger herr, marggra
Casimir zu Brandenburg etc. dem bischof von Wurzburg geschribe
und sich erbotten, so es ime gewilt, dieselben seine abfelligen mi
dertanen im Biberter grund zu strafen und emider zu legen, daini
sich die sach nit in weyterung zuge. Wiewol sein fürstlich gnadfi
in rat funden hett, das solichs ansuchens nit von nöten were^ f
bett doch der frumm fürst, marggraf Casimir umb merers glimpfs wüla
diewejl der bischof ain fürst und glid des punds were, damit <
sich deshalben künftig nit ainicher unpillichen tat zu beclagen hett
den bischof zuvor darumb ansuchen wollen, aber der gemelt biscb
zu Wurzburg hett sölichs nit gestatten wollen, sonder dem mari
grafen geschriben, das er vermaint, die selbs in ander gutlich m
von irem furnemen zu pringen. Damit wer des marggrafen vorhib(
underlassen beliben und kam die sach dardurch in dis und andi
nachfolgend we>'terung, unrat und beschedigung.
Uff montag nach Palmarum [10 April]
hat der ausschuß der gemaind zu Rotemburg sich aller widerBO
znsamen getan und versamelt in die grossen ratstuben, alda fk
irer newen Ordnung und regierung halb, so sie begriffen, beratschtac
und entschlossen sampt andern sachen, daneben auch dem inner
rat dise hernach geschribne supplicationsschrift, die doctor Kard
1 Marktbibert, Limpnrg, Iphofen. 2 von Limpnrg.
161
statt wider ain rat [160j an den ansschoß gestellt und abergeben
^ [abergeben], die ward im rat verlesen und lawtet also:
Doctor Karlstats sapplication wider ain rat ^.
)enerbern und vesten, fursichtigen und weysen, dem
erordneten ausscbuß von wegen der ganzen gemain
uRotemburg uff der Tawber, meinen gunstigen bru-
dern und gepietern.
Erbem und vest^n, fursichtigen und weysen, lieb herren und
frnder in Christo! Ich wünsch euch von gott, dem vater aller
tarmherzigkait, gnad, frid und erkanntnuss seiner uberschwengklichen
lebe, weliche er durch den tod seines sons reichlich bezewgt und
Beselbe liebe durch den balligen gaist in alle weit volkomenlich
nisgossen und unser hoflfhung der urstende befestigt und versichert
nt, amen. Gunstigen, lieben herren und gepieter! Mich langt an,
rie imd welcher mass ich alhie in diser löblichen, kaiserlichen reychs-
tatt uff ainen ungleychen bericht zu ruck und, als ich gedenken
laß, von meinen missgönnern in ainen erbern rat alhie getragen,
ersagt und verunglimpft worden sey uff ma}'nung, als sollt ich
Mer den artickel, das fiaisch und blut des herren Jhesu Christi
chngend, mich understanden, dasselbig zu bemasigen und in meiner
Bf bemelts artickels für irrig, verfurisch und ketzerisch gemerkt,
rtmden, geschriben und geacht werden, daraus volgt, das ain erber
it mich unverhört, mich unüberwunden, auch über das inen sölichs
OB der romischen kaiserlichen mayestet und den stenden des hai-
gen reychs etc., wie sich nach gottes und der weit Ordnung gepurt,
it befolhen, sonder allain aus unmenschlicher macht, mute für sich
^ öffentlichen anschlagen, ausrufen und ausprayten lassen der
^It, das mich in diser statt und in Iren gepieten nyemand hawsen,
ofen, essen, trenken, furschieben, noch enthalten soll etc., das
och alles wider christliche Ordnung und nach vermug des hailigen
'Vttgeliums nit sein soll, dieweyl doch soliche uberflussigkait, gegen
Bir armen geübt, gegen [161] Tattern oder haiden überflüssig und
^ gehandelt were, angesehen das mein 1er und vorhaben änderst
^ gestalt, dann allain christlich und dem hailigen ewangelio, gött-
^^ ler gemeß ist, welichs ich mit der hilf gottes in allen enden,
l Qodniekt bei Bensen «. 523—625.
162
orten and stetten, wie sich nach Ordnung nnd vermnis^ der hailigei
gescbrift [gepurt], darzutun, zu beweysen und zu erhalten hiemi
öffentlich erpewt und erpotten haben will, derl^lben ich, und ni
unpillich^ dermassen ganz unverschult nnd unverdienet, mich sölich
anschlahens, verdammnuss und dem elend zu befelhen gar nit ver
sehen und zum höchsten beschwert bedunkt, das doch wider all
christliche Ordnung und lieb des nechsten ist. Aber wie dem alleno
damit ain erber rat und menigklich nit änderst spum, merken ode
erkennen sollen, dann das ich nit änderst, wie ich mit gott bezewgei
mag, lern, schreyben oder predigen will, dann allain, das ich mi
grund der warhait dem balligen evangelio gemeß beweysen und
ausfum kan, vorhab etc., es soll auch bey mir ainicher rachsaJ,
neyd oder haß nit gemerkt, noch gespuret werden, sonder ain rat
umb dasjenig, so alsdann uberflussigs gegen mir in Iren edicteD
gehandelt, inen, soverr sie das von mir annemen wollen, umb des
leydens Christi willen entlich verzigen und vergessen sein. 1^
demnach ewer gunst, freuntschaft nnd erberkait als meine li^
herren und bruder umb gots willen, ir wollend mich hierinnen gnnst-
lich bedenken und bey aim erbem rat meinthalb mit hohem fl^ft
handeln, damit sie iren Ungunst gegen mir armen abstellen usi
mich zu gepurlicher verhör und ausfurung meiner sach und zu eot-
schuldigung komen lassen. Dargegen bin ich urputig, einem yeden
umb mein 1er, den vor angezaigten artickel betreffend oder aii
anders, das mir not zu verantworten were oder aufgelegt werdeo
will, nach vermug und gepumuss als ain fromer Christ dem e\^
gelio gemeß zu verantwurten, zu vertreten und darumb stülstaml
zu tun, und so ich derhalb überwunden, will ich christliche undor-
weysung gedultig und willig ann^nen, und so ich strafwirdig er
funden, dasselbig nach evangelischer Ordnung zu gedulden zmn
Überfluß auch erpotten haben. Wa ich aber, als ich zu gott liof
und nit zweyfel, platz behalten wurd, beger ich aus christlidier
milte gegen meinen widertailen, wa sich [162] die erfynden werden^
kain gegenstraf, noch ainichen rachsal, sonder mich als uberwynder
gedult, sanftmutigkait nach der 1er Christi das alles genugeo und
settigen zu lassen. Solichs aUes will ich umb ewer gunst und frennt*
Schaft als mein lieb herren und bruder g^^en gott umb ewer seiig*
kait zu bitten nymmer vergessen und darzu mit höchstem fl^yl^
verdienen, bitt demnach, wie vor, ewer frenntliche, gonsüiche, bro-
163
derliche, christliche, gewierige antwnrt, mich verrer haben zti
halten.
Datum Kotemborg an der Tawber freytags nach Jadica [7 April]
anno etc. 25.
Andreas Bodenstain von Gareistat, ewer williger diener.
Antwnrt ains rats.
Uff sölichs hat ain inner rat dem ansschnß dise antwnrt geben:
Es were nit on, doctor Karelstatt hett sich hievor bey etlichen bür-
gern alhie enthalten, nnd wer ain rat deshalben allerlay missfelliger
and verweyslicher nachred bey den answendigen herrschaften, chur-
forsten, furstm, herren nnd stetten, gaistlichen nnd weltlichen ent-
standen, dermassen das ain rat gegen der kayserlichen mayestat oder
irer mayestat regiment im reych, chnrfursten, fursten und andern
reyehsstenden gleych in nngnaden und gefarlichen sorgen der straf
gestanden wem. Darnmb nnd dieweyl er sich dann in andern enden
offaitlich nit enthalten dorfte nnd sich hie zu enthalten vermaint,
wer sölichs aim rat schwer gewest, betten darumb aus den und an-
dern merklichen, beweglichen nrsachen seiner newen 1er pialben], die
nodi nit approbirt oder zugelassen, sonder dem bißher gehaltem,
alten geprauch der kirchen öffentlich entgegen und wider gewest
were, nnd dem [nach], das sich die und ander sein handlung, wan er
damit bißher gewont oder gewesen were, zu uffrur und empörung
der andertanen und gemainen maus zuge, wie sich dann an
ner orten erschaint bette, darumb und nit unpillich ain rat sölichs
edict ansgeen lassen, sich dess auch schuldig geacht betten. Ob ime
aber hie sein anwesen gestatt werden [163] sampt seiner 1er und
predig, das stellten sie diser zeyt zu inen, dem ansschnß, der yetzt
^ regiment und den gewalt hie an sich pracht und in iren banden
litten, Hessen in das verantwurten.
Der ansschnß
Sib aim rat die antwnrt: Sie Hessen den Karelstatt also hie umb-
IM und sein abentewr, dieweyl er sich zn recht but, besteen.
Ain rat.
Dameben ließ ain rat dem ansschnß verrer anzaigen, wie etlich
^ der gemaind sich nechtin zusamen verpunden betten, das frawen-
11*
164
dosier zu aberfallen and za plandern, and Hessen sich etlich Ter-
nemen, das die pawrn etlichen aus der gemaind angesagt hetten, si«
sollten das frawencloster hie zwoschen hie and dem Osterdinstaf
[18 April] einnemen and plündern, and wa sie sölichs in der zey
nit teten, wollten aber sie, die pawrn, komen and sölichs tan. Si
betten sie aach des nechst vergangen samstags [8 April] vil dei
pawrn, so hjunen in der statt wern, vernemen lassen, sie wölltei
die statt einnemen and den reychen bargern darch die hewsei
lawfen and sie plandern. Solichs war aach in warhait der pawro
anschlag nit allain in dem, sonder aach ir beschlaß and maynoog,
ain rat and die erberkait gar tod za schlagen, aber die ma¥n* aos-
zahenken and furter selbs za regiren. Neben dem Hessen sich etlich
in der gemaind hörn gegen dem Henuserhaws ^ und andern pfaffeo,
gleychwie gegen dem frawencloster mit der tat za handeln and ein-
griff za tan.
Aasschaß.
Daraff hat der aasschaß beschlossen and aim rat far antwurt
geben, das sie alle tor besteUen and verhaeten lassen wollten, kaioeo
pawrn, dann sovil man ir mechtig sein möcht, and on wer, einin-
lassen, desgleychen das frawencloster za bewachen.
Bawrschaft des Tawberhawfens.
Item in der zeyt hett der Tawberhawf der [164] empörten mid
versamelten bawrschaft das Newhaws *, aach schloß and statt Merget-
hain eingenomen and innen, planderten bede schloß an wein, brot,
getraid, briefen and anderm, das sie darinnen fanden, betten dam
aber den vertrag, den her Wolfgang von Bibra, com^tor sa
Mergethain, tewtschs ordens, darvor mit her Lienhart Denner, pftr
Verweser za Lewzenpronn, dem grossen Lienharten von SchwarzeD-
pronn, and andern als hauptlewten der versamelten bawrschaft an-
genomen, inen ain dapfere samma gelts entricht, sie ime aach uai
seiner hab and gat sicherhait and trost zugesagt and versprochen
betten, den gedachten comentar gefangen, doch das er im schloi
bleyben hett müssen, alda betten sie ime selbs liferang geben wA
ander obgemelt plundernng, taten and Verwüstung im schloß Merget-
1 Johannitorcomtnrei. 2 Nenhaos bei Mergentheim.
165
haiu aber vermelten vertrag geübt. Damals waru auch die pawrn,
ob acht tawsend stark, der end zu Mergethain und Markelshaim bey
ainander gelegen und teten daselbst die rotemburgischen pawm wider
and das erst mal uffmanen« inen mit ainer anzal knecht und anderm
zuzuziehen, demnach die rotemburgischen bawrschaft wider uffbnten
and der versamelten bawrschaft ain fenlin knecht zuschidcten. Das-
selbig fenlin knecht zug am Osteraubend [lö April] aus gein Merget-
hain und Markelshaim, alda sie die hawfen noch bey ainander ge-
fanden hetten, und was Hanns Klingler von Bettenfeld ir hauptman
ond herfurer.
Am dinstag nach Palmarum. Des kayserlichen regi-
ments botschaft handlung.
Obvermelts dinstags nach Palmaram [11 April] sind die wol-
f!:ebornen, edeln and vesteu herren, herr Ruprecht, graf zu Mander-
ahied and Plankenhaim, herr zu Gerbelstain ^, des kaiserlichen
cammergerichtz beysitzer, und Fridrich von Lidwach zu Duttingen,
des kaiserlichen regiments rat, als von romischer kaiserlicher mayestat
ond irer mayestat regiments [165] wegen im heyligen reich, za
solicher affi*origen handlang hieher verordnet, hie zu Rotemburg vor
dem tor erschinen, haben herein in die statt begert. Das hetten
die torwarten alspald an den Innern rat and den ausschuß gelangen
lassen, die sich deshalben zu beden tailen zusamen versamelt, und
hetten daruff ain rat den alten burgermaister Cnnrat Eberharten,
Jheronimas Hasel and Jörg Bermettern, bed desselben rats, und
der aasschaß Stephan von Menzingen und vil ander, wol bey zehen
Personen, die nit all gemerkt worden sind, hinaus für das tor zu
gemelter des kaiserlichen regiments botschaft geschickt, inen durch
die verordneten des rats anzaigen lassen: Es hett an ain rat gelangt,
das ir gnaden und gunst als kaiserlich rät da wem, in die statt za
reyten, demnach hett ain rat zu inen geschickt, ließ inen ansagen,
das sie wol hinein in die statt reyten möchten ains rats halb anbe-
schwert. Die verordneten vom ausschuß hetten des kaiserlichen
regiments botschaft daneben durch Steffan von Menzingen gefragt,
ob sie nachtsold hie nemen woUten oder nit etc.
1 Maodertebeid, BUnkenbeiin, Gerolstoin,
166
Regiments botschaft.
Daraff hett Fridrich von Lidwach geantwurt: Das kayserlicb
regiment hett angelangt, wie sich zwoschen rat und gemaind irnuig
und zwitracht hielten, darnmb wem sein gnediger herr, der graf vou
Manderschied und er von romischer kaiserlicher mayestat und irer
mayestat regiments wegen mit ainer credenz und instraction an ain
rat und ain ersame gemaind abgevertigt mit dem befelh, zu hin-
legong solicher geprechen zu handeln, und darumb wem sie da.
Also ward des kayserlichen regiments botschaft daraff herein
gelassen. Als nan die kaiserlichen rate in die herberig kamen und
vemamen, das die gemaind ainen aosschoß hette, haben sie aim rat
und dem ausschuß zugeschickt und begert, sie in irem furpringen
zu hörn. Daruff hat ain rat zu dem ausschuß nach essens geschickt
und beg^t, das sie yemand aus inen zu den verordneten ains rats
schicken wollten, die die kaiserlichen rate uff das rathaws fum nnd
belaiten sollten. [166] Damff hat sich aber der ausschuß etwas
lang j>edacht und letzt die antwurt geben, das sie uff ains rats he-
gem auch ainen ausschuß darzu ordnen wollten. Das beschachosd
[ward] nemlich Steffan von Menzingen von aim ausschuß verordnet.
So ordnet ain rat die drey, die vor auch zu den kaiserlichen r&ten
under das tor geschickt warn worden. Die band die kaiserlichen
r&te uff das rathhaws gefurt und belait.
Kaiserlichen regiments rat.
Und als die kaiserlichen rate, auch ain rat und der aussdiiifi
von der gemaind nach essens in der grossen ratstuben zusamen komen
sind, haben gedachte kaiserlich r&t und geschickte ungeverlich die
maynung (die Fridrich von Lidwach redet) geworben:
Die romisch, kaiserlich mayestat, unsers allerguedigsten berren
und seiner kaiserlichen mayestat regiment im balligen reich wer
stattlich und glauplich angelangt und furkomen, wie sich zwitracht
und irrung zwuschen* aim rat und der gemaind hyelte, dess kayserlM^
mayestat, auch churfursten, fursten und ander stende des kaiserlicfaeo
regiments im reych nit ciain missfallen und beschwemuss, auch des
mitleyden mit aim rat und gemainer statt trugen, und nadi d^
kaiserlich mayestat oder irer mayestat regiment im reich solidis t^
höm und zu gedulden nit vermaint, wem sie bede von kaiserlidter
;
167
mayestat and irer mayestat regimeut mit ainer credenz und instruction
abgevertigt, weliche credenz sie alspald dem burgermaister behen-
digten. Die ward alda öffentlich verlesen^ also lawtende:
Den ersamen, weysen und erbern, unsern besonder,
lieben iHid guten freunden, burgermaister, rate und
gemainde der reychsstatt Rotemburg uff der Tawber.
Statthalter, amptzverweser etc., fürst und ander verordnet rete
des kaiserlichen regiments im balligen reich. Unser gunstig gras
uod freunUich gutwilligkait zuvor. Ersam, weys und erber, beson-
der, liebe, und auch gute freund! Uns hat glauplich angelangt, wie
das zwuschen euch ^was irrung, zwitracht und empörung zugetragen,
die mir ye nit gern gehört, und haben derhalb als kaiserlich Statt-
halter und regiment an statt und im namen kaiserlicher mayestat
den wolgebomen herrn Kuprechten, grafen von Manderschied, des
kaiserlichen cammergerichtz beysitzer, und den vesten Fridrichen von
Lidwadi, berurts regiments [167] rat, zu euch verordnet mit beifelh,
die irrungen, geprechen und beschwerungen, so ain tail gegen dem
andern hette, zu verhorn und daruff mit euch sambt und sonder
alles das, so zu hinlegung, abwendung und vertrag, und was auch
a ewer aller und gemainer des reichs statt er und wolfart dienen
nag, bey euch furzunemen und zu handeln. Und langt demnach
an euch von wegen kayserlicher mayestat unser ernstlich beger und
sonst unser gunstig gesynnen und freuntlich bitt, ir wollend den
obg^ianten unsern geschickten in irer handlung gehorchen und wie
ans selbs glabben geben' und euch sunst dermassen darinn schiedlich
und sdiiekerlich erzaigen, als unser vertrawen zu euch steet, und
ir euch und gemainer statt zu er und wolfart und allem guten
schuldig seyt, das wollen wir romischer kayserlicher mayestat von
(«eh ruemen und das für un» selbst gunstig und freuntlich be-
scholden.
Geben zu Eßlingen am sibenden tag des monats Aprilis anno
etc. im funfundzwamzigsten.
Nach Verlesung der credenz ward durch Fridrichen von Lidwach
von ff, der geschickten, wegen verrer geredt, wie sie bed als ver-
ordnete kayserlicher mayestat und regiments bey beden tauen er-
<duaea, und beerten daruff, wes ain gemaind geg^ aim rat und
168
hinwiderumb aiu rat gegeu der geniaind zu (lagen oder zu handeln
hatte, das yeder tail inen dasselbig als verordneten commissarien
furtrageu, so wollten sie solichs hörn and daruff allen muglicheu
fleyß furwenden, solich inung und geprechen gutlich hinzulegen und
zu vertragen, mit mer dienstlichen Worten etc.
Ain rat
hat daruff durch Cunrat Eberharten, alten burgermaister, der bifiher
in diser sach allwegen von rats wegen geredt und gehandelt hett,
die ma}iiung reden und furpringen lassen: Sich hett hievor gemaintf
statt Rotemburg bawrschaft zusamen gerottirt und getan, und der-
selben zeyt, als sie noch in geringer anzal gewest, hett ain rat inea
durch ir offen brief und sigel gepieten lassen, sich solicher empönmg
zu enthalten, anhaims zu ziehen und zu beleyben, alles bey irea
aiden, pflichten und penen, der sie in sölhem allem uff höchst
erinnert und ermant worden. Das alles wer aber bey der pawr-
schafb veracht und unangesehen gewest, sondern wer sie [168] nut
irer rottierung furgefarn, betten andere durch betrohung und sunst
bewegt und sich also gemert, das ain rat die gemaind hie zu Rotem-
burg, nemlich ye ain wach nach der andern erfordert und von inen
begert bette, ain rat zu verstendigen, ob sie aim rat in sölichem
auch geharsam, beystendig und hilflich sein wollten als getrew, fromm
burger, inmassen sie globt und geschworn wern, und sich ain rat
genzlich zu inen versehen wollt. Daruff betten sie aim rat antwnrt
zu geben bedacht genomen und indess ain ausschuß under inen ver-
ordnet. Der bette furter von wegen ainer gemaind die antwnrt
geben, das sie zuvorderst die pawrschaft in iren anligen and be-
schwerden hörn wollten, was dieselbig were, sie möchten also be-
schwernuss haben, die nit wider das ewangelion und das wort gotts
wern, ain gemaind wurd nicht wider sie tun, sie möchten es auch so
unpillich vor inen haben, sie wollten aim rat gute antwurt geben.
Zum andern hett inen ain gemaind anzaigt, wie sie etwanvil
beschwerden gegen aim rat betten furzupringen. Daruff hett sich
der ausschuß entschlossen, etlich aus inen zu der pawrschaft ver-
ordnet, sie zu hörn, dergleychen möchte ain rat auch tan, und
wern also etlich vom rat und etlich vom ausschuß zu dem hanfes
geschickt worden, bette ains rats verordneter sie, die bawrschaft,
ermant und ersucht, sich von ainander und anhaims zu tun, W6S
169
«e dann für beschwerden und anligends betten, wollt aiu rat der-
lialben mit inen zu göttlicbciu rechten uff das kaiserlich regimeut
oder cammergeriebt bewilligen, und sollt es yederman uff ain
Schrift setzen oder stellen and in aim monnt zu enden laufen,
toch in aim halben jar dem nechsteu angefangen werden. Das
hett aber bey der pawrschaft nichtzit verfahen wöUen, sonder
die pawrschaft ire beschwerden darnach in Schriften dem ausschuß
ttberantwurt , die betten sich gehalten von wegen der zehenden,
lU, angelt, bodengdl, leybaigenschaft , bandlon, hanptrecht und
anders. Daneben hett sichs zugetragen, das ain yedes handwerk auch
dfich beschwerden wider ain rat furpracht und in Schriften eingelegt,
ud hetten die von der gemaind sich zu den tom getan, dieselben ein-
genomen, auch die torschlussel zu iren banden pracht, die tor zuge-
sddagen, ans der [169] gemaind dieselben torwach und anders irs ge-
iilleos besetzt und aim rat sein gewalt genomen, und gleichwol
bvgermaister und rate an den ausschuß b^ert, inen die torschlussel
nyedem tor halb zu uberantwurten. Das wer auch geschehen und
kett ain rat sunst kain gewalt mer gehapt, dann sie hetten daneben
dem aossclraß alle gemainer statt gehaimbd von buchem, registern,
beyhaiten, auch rechenbucher, darinnen aller gemainer statt, auch
Spitals, der gottshewser einnemens und ausgebens begriffen, sampt an*-
fan uberantwurten müssen und geantwurt, die sie noch in irem ge-
ölt hetten. In dem hett der ausschuß zwuschen aim rat und der
piwrsehaft sovil gehandelt, das aiu rat die sachen zu dem ausschuß,
dtrinnen mechtigklich ausspruch zu tun, gestellt, desgleichen hett auch
die pawrschaft letzt getan. So wem dann daneben die einprachten
tkgen und artickel aller handwerker und der gemaind auch verlesen
worden, die hetten ain rat und der ausschuß mit ainander gehört.
Aber es were nun in die dritten wochen gestanden, das aim rat noch
bin entlich antwurt von der gemaind worden were, und wißte ain rat
Hit, was sie und der ausschuß doch gemacht hetten, seß ain rat also
lUa und hett kain gewalt nit. Aber ain rat als geharsam undertanen
bjserlicher mayestat, die sie für iren rechten und naturlichen herren
Indtca und erkannten, wern ganz willig und berait, inen an statt
byserlicher mayestat und derselben regimeut in dem und anderm ver-
tor und onderhandlung zu verfolgen und zu gestatten, sovil an inen
were, und sich in dem und anderm als die geharsamen kayserlicher
^7^6tat zu er^aig^,
170
Ausschuß.
Darufif redet Stefifau von Menziugen wegen des ausschuß: Esier
nun etwas spat und die nacht vorhanden, bäten umb ain clainen be-
dacht biß morgen umb ain ur, so wollten sie ii* antwurt in schrifta
stellen und inen noch hewt oder morgens fruw uberantwurten.
[170] Die kayserlichen rate.
Darwider redet Fridi'ich von Lidwach : Wie sie vor gehört wen.
darbey Hessen sie es bleyben und wollten kain schrift^ von in« n
handeln oder zu hörn annemen. Darbey wollten sie, die kayserlidM
rate, inen anzaigen, das kayserlich mayestat und irer mayestat m^
ment warhaftig und glauplich anlanget, dess auch gut wissen, und yeb
in ains rats furtrag zum taile verstanden hetten, das sich ain gemiU
hie zu Rotemburg wider ain rat empört hetten und in uffirnm stund«
inen auch die schlussel zu den torn und andern iren gewalt geaomei
und sie entsetzt hetten mit gewalt und on recht, das inen nit zustoid,
noch gepurt. Kayserlich mayestat trug dess auch merklichen nusfi*
fallen und wurd sölichs in gar kain weg erleyden oder geduldoi
Darumb bäten sie den ausschuß an statt der gemaind, sie wollten flick
ire weyber und kinder, er, hab und gut bedenken, was grossen, nok*
liehen, verdurplichen Schadens und nachtails inen daraus erwackM
und entsteen möcht, und sagten und geputen inen daruff von vngBt
kaiserlicher mayestat und irer mayestat regiments im reich, daf m
von irem fumemen abtretten, aim rat die schlussel zu den tom wida
uberantwurten und in allen ganzen gewalt einsetzen, sich auch sölicha
frevenlicher handlung furter enthalten sollten. Das wollten sie ad
zu geschehen zu inen versehen und sölichs zuvorderst von iM
gehapt haben. So das beschehe, was sie dann fiir beschwenm
hetten, die soUten sie inen als kaiserlichen commissarien und rata
furpringen, so wollten sie sie darinnen gnedigklich und gütlich hon
und allen muglichen fleyß furwenden, sie mit ainander gutlich zu w
tragen. Wa sie aber uff irem fumemen verharren, so vmrdoi sie ii
kayserlicher mayestat straf und ungnad fallen und kayserlich mayeiti)
oder das regimeut, das ganz reich oder den pund mder die statt ht
wegen, das zu grossem schaden und nuchtail inen, iren weyb, kyniff'
haben und gutern komen, und wurd der unschuldig mit dem sM-
digen geen, das sollten sie bedenken und furkomeu.
171
Ausschuß.
Daruff ließ der ausscbuß durch Stephan vou Meuziogen fur-
dogni: Dieweyl inen kain bedacht geben wollt werden, sonder ir
ud and gonst inen anzaigt, wie sich ain [171] gemaind oder der
Bsschuß wider ain rat empört und aim rat die schlussel zu den
trn and andern iren gewalt genomen haben soUten, daruff sagten
e, sie wissen von kainer empörung oder nffrur, die ain gemaind wider
B rat gehapt bette, aber die pawrschaft hett ain empörung ge-
ipt and etlich beschwerden anzaigt, die wem uff ine, den ausschoß,
leditigklieh gestellt. Daneben betten sich gleychwol auch etlich
ndiwerden, die ain gemaind bette, zugetragen, die sie dem aus-
huA auch in Schriften uberantwurt betten, darob sie gesessen wern
id betten dasjenig, so sie gemainer statt für erlich, nutz und gut
Mehen^ gemacht. Das sollt morgen ainer gemaind geOffiiet werden.
)lichs mochten ir gnad und gunst auch hörn, wem sie der hofhung.
dl wurd daraus finden, das sie kayserlicher mayestat, audi dem
idi, churfursten und forsten nit zu ungeharsam oder wider, sonder
nuuner statt zu em, nutz und gutem gehandelt betten, und das
en mit kainer warhait uffgelegt werden möcht, das sie etwas Un-
Bdis oder unformblichs furgenomen oder gehandelt, und was sie
hnidelt, das betten sie zwuschen aim rat und der gemaind als
tfdie underbendler getan, betten die gemaind zu pflichten der-
Ib genomen, also das ain rat on far und sorg vor inen hett
igen sein, und das sie irer sachen und beschwerden dem ausscbuß
rfidgen wollten, das dann aim rat zu gutem ersprossen were, an-
rät möcht inen mit kainer warhait uffgelegt werden. So gestun-
a sie auch nit, das sie aim rat die schlussel genomen, noch ine
Mis gewalts entsetzt betten, sonder ain rat und ain ausscbuß
tten sich mit ainander gutlich und freuntlich verainigt, das der
rgermaister die schlussel zu den torn halb und der ausscbuß den
dem halbtaü haben und zu iren banden nemen sollten, die dar-
r die torsdüiesser innen gehapt betten. So betten sich auch ain
t md der ausscbuß darbey ainer verschreybung mit aynander ver-
it und eingangen, das kain tail dem andern ainichs gewalts, argen
ior gfiir gewarten sollt, darumb sie befrembdt, das der ausscbuß
wr sotidis von aim rat dennasseu hessig in sie getragen und ver-
(t wurde und dannocht nut unwarhait, und wa sie gever betten
172
•
¥föllen geprauchcn, so bctteu [172] sie auch wol furzupringen gehapt,
wie uugeschicklichen es von aim rat in zwainzig jaren gehandelt
und gehalten were worden.
Daruff redet Cunrat Eberhart: Er gestand, das man »ch der
Schlüssel halb gutlich mit dem ausschuß verainigt bette, desglejchet
ainer verschreybung, und das sölichs im pesten von inen bediflkt
und beschehen were, sie wern aber der gemaind halben dam
gezwungen worden, also das sie auch inen alle gemainer statt
innemens und ausgebeus, stewr, gult and anderer bucher hett«
müssen cröffen und behendigen.
Damit kamen Cunrat Eberhart und Stephan von MenzingMi
auch ander von ansschuß in ganz spitzigen nnd hessigen wortoi
etwas heftig an ainander.
Aber die kaiserlichen rate oder commissari hielten aller diag
verrer, wie vor, an nnd bewilligten darbey uff begem nnd anbaltai
des ansschuß, durch Menzingen deshalben sonderlich fargetragei^
das sie morgen die artickel der newen Ordnung neben der gemaiii
auch hörn wollten. Damit schieden sie von allen tauen ab.
Wie der ausschuß ainer gemaind zusamen lewtenand
in gegenwurtigkait der kayscrlichen rate die newei
Ordnung verlesen Hessen.
Uff mitwochen nach Palmarum [12 April] hat der aassdml
lassen ainer gemaind alhie in sant Jacobs pfarrkirchen zosamai
Icuten mit der grossen glocken, dahin dann die gemaind znsamei,
auch die kaiserlichen rete, der ausschuß nnd etlich von dem ent-
setzten rat kamen, und hat alda Steffan von Menzingen in namci
und von wegen des ausschuß die artickel der newen Ordnung aMt
in beywesen oder gegenwurtigkait der kaiserlichen rate der gantti
gemaind öffentlich über die porkirchen herab verlesen, darbey aiidi
ain [173] erbern rat und die stewrherren irer stewrrechnong ud
handlung etliche jar her und sonderlich den alten burgermaistir
Cunrat Eberharten der gestrigen seiner rede und handlang halbei
gegen ainer gemaind ganz hessig und schmehlich angezogen ud
aasgeschrien und gesagt, das ain rat und die stewrer also gehanddl
und gerechnet betten, das es nit wol docht an das liecht oder ai
tag zu pringen, und sie vom ausschuß sich dero selbs scbempten Ate.
Und lawten die artickel der newen Ordnung, wie hernach folgt:
173
Die newordnung, so der ausschaß gemacht hat.
Liehen herren, gut freund und hruder! Als ir alle wist, wie
lad in welicher gestalt wir als von euch der verordnet ausschuß
wrentbalben als diser loblichen, kaiserlichen, freyen reichsstatt
auen gemaine ewer und unser aller pbligenden, merklichen, ver-
urpUchen besch werden halben, die wir ungeverlich neben unsem;
oreltem ob hundert oder mer jarn erlitten haben, als nemlich mit
iierborten, jerlichen stewm und nachstewrn, raisen, angelt, wach-
[eh, bodengelt, waggelt, freveln, puessen, handlon, haaptrecht und
Ladern, mit welichen yetzt erzelten bürden, zwangksailen mir bi&
iff den aller hindersten grad ersucht, ersogen und ausgemergelt
forden sein, das uns, wa das nit durch ander, erleydlich mittel
und weg, wie hernach steet, vorkomen und abgestrickt wurd, zu
ewigem schaden und unart geraicht, gewachsen und gelangt bette,
dis mir aber mit hilf des almechtigen, ewigen, gutigen gottes und
durch göttliche verleyhung seiner gnaden alles uff nachfolgende
weys, form und maß, sovil und sich das gestalt der Sachen nach
erleyden kan und mag, zu furkomeu understeen wollen, haben auch
demnach zu aufuemung, merung und furderung des gemainen nutz,
er und wolfart diser löblichen statt und commun dis nachverleypt
new Ordnung, regiment und Satzungen, wie es in allen feilen zu
entschuttung unser der ganzen gemainde ewigen schaden und nach-
ttUs, ja auch entlicher verdurptnuss der ganzen statt kunftigklichen
oad fortan zu ewigen zeyten in gebotten und verpotten, im rate
und gerichten, auch allen und yeden andern ampten und [174]
[illen zu erhaltung cristlichs, gottliebends, burgerlichs und bruder-
licfas Stands und wesens, ern, fridens und rechtens gehalten, vol-
»treckt und volzogen werden soll, mit ewer aller und yeder gutem
iksen und willen furgenomen und gemacht und wollen sölichs mit
mcfa allen beschlossen haben, und dem ist also, wie nemlich von
Krtickein zu artickeln dar und lawter von Worten zu worten hernach
leet und vwleypt ist etc.
Und zuförderst haben wir von ewer, unser aller der Sachen
lottnrft wegen, als unser aller will und maynung nye änderst ge-
resen ist» dann wie hernach bemelt instrument werden ausweysen,
Q der kurz zu melden und protestirt, das sollt ir alle vernemen,
rir auch daaselbig yetzund sondcrhch, auch wie hernach zuletzst
174
verner verleypt, auch i)rotestirt und bezeugt haben, und ist ei
das Instrument.
(Alhie ist das instrnment, darinn die obgescbriben ^ ti
des ansschuß vennainter protestation verleypt, verlesen w
aber solich instrnment dem stattschreyber nit zn banden Ic
hat darumb in dis buch nit mögen verleypt werden etc. Nac
lesnng des Instruments volgt weyter:)
So und dieweyl wir alle jetzt berurt instrnment und prc
tion euch öffentlich verlesen und gehört haben, haben wir dei
alle dis nachbemelte beschwerliche artickel begriffen, die la
von Worten zu worten artickels weys begriffen also:
Erstlich soll der inner rat verendert nnd von newem wid<
gesetzt, erweit und verordnet werden, nemlich acht von den €
und acht aus der gemaind, ycdoch soll kainer dem ander
sipschaft, frenntschaft oder schwagorschaft verwandt oder angi
sein, damit dieselben menigklich in vermög ires uffgelegten
den ain yeder darumb tun soll, ain göttlich, gleich urtail spri
nrtailen und feilen mögen, darmit auch der alt verdacht dar
abgeschnitten sey.
Am andern soll der ewsser rat in vorbestimpter anzal blf
so aber ainer oder mer darinnen begriffen ^ der ainen vater,
oder bruder im innern rat sitzen hett, der soll verendert au
anderer an sein statt genomen werden.
[175] Am dritten so sollen bede, der inner nnd ewsser rat
newbestimpte, geleychmessige aidspflicht tun, die sich allaiu oi
geroainen nutz erstrecken sollen, welicher aid ainem yeden,
gemelt bed rete erkiest und gesetzt werden, soll vorgelesen w<
und sich das gepurt.
Item es soll auch ain ewsser rat macht haben, den i
rat zu welen nach irem pesten gutbedunken und in vennQi
v^angezaigten aids.
Item soll dergleichen der ewsser rat ainen innern richter,
herwiderumb ain inner rat den ewssern richter zu erweln h
Item das Stattgericht soll besetzt werden, wie von alter
komen ist.
Item das burgermaisteramt soll furtan mit gleychem zasat
1 8. 115.
175
Ainem halben jar zu dem andern aus dem Innern rat, damit die
wal umbgee, an die erbem and sovil aus den gemainen, als am
yede partey gingen möge, erweit und ersetzt werden, also das
Bit oben vier oder fünf allain, sondern ain jeder des Innern rats,
er sey aus den erbem oder den andern der gemainde, so doch
nvtxlich, togenlich and gat darza geacht, zam bargermaister, wie
obsteet, erkiest werden.
Item der stattschreyber soll furter mit dem obgemeltem aid,
der sich äff den gemainen nutz erstrecken tut, beladen werden,
dieweyl derselbig aas gemainer statt bewtel besoldet ward, und in
ädnem ampt anentsetzt bleyben.
Item so zwen oder mer barger inner oder awsserbalben der
sUtt Botemburg spaltig und anains wurden, so soll ain rat sie in
der gat nach gestalt und gelegenhait der sach za vertragen mit
ileyß andersteen , darmit die lieb des nechsten in vermög der gebott
goUes gefordert werd, wa aber die gut nit statt haben möcbt,
mOgeo die parteyen furter zu entschaiden für rat oder gericht ge-
insen werden.
Item wa ain rat oder ain ratsperson mit ainem burger, und
Uowidenimb ain burger mit ainer ratspersonen im recht stunden
oder komen wurden, wellchs ain rat aus gemainem pewtel, und aber
der burger oder gemainsman aus seinem aigen verlegen muß, das
dann baiden parteyen zu schaden und verderben raicht, auch das
jenig, so [176] in gemainen pewtel lang zeyt yetzt furgespart und
den armen gemainden abgenomen, nit also, wie vor beschehen ist,
aas stolz, pracht, neyd oder hass zu nachtail aller seytz verschwendt
and verrechtet werd.
Die stewrherren, so gemainer statt bißher einnemens und aas«
gebem and derhalben alle ding in irer band zu verwalten gehapt,
biß uiF hewt dato gewesen, von denen auch die rechenschaft in
bQrsem des ganzen Innern rats von den zwölfen des clainen aus-
schoß gehört und genomen worden ist, darinn dann die yetzt ge-
mdten zwölf merklichen mangel und beschwernuss laider funden
haben, welichs sich nit alles öffentlich will vertewschen lassen, der-
halben von wegen der ganzen gemaind die notturft erhaischt, dar-
laneD enderung und den gemainen nutz in ain pessem stand zu
pringen, sollen demnach furter vier darzu verordnet werden, die
Mch zugleych alles einnemens und ausgebens aller ding verstand
176
und lawteru bericht empfalien mögen, darmit furtau offenüicb, frey
und unverduukelt und on ^ ainichcn verdacht umb und von wegeo
gemainer statt gut, wie sich das zu frumbkait, erberkait und am
glauben gezimpt und gepurt, gute rechnung beschehen und genonm
werden möge.
Item die vier obgemelten verordneten sollen auch mit sonden
aidspflichten, wie sich geburt, beladen werden.
Item es sollen auch alle jar furtan zehen person von d»
ewssern rate zu dem innern rate, die jarrechnung neben inei n
hörn, gegeben werden, weliche, als oft die notturft erhaischt, lavtv
und clar umb alle einnemen und ausgeben, auch all andere sack,
und sich gepurt, guten beschaid geben konden und tun sollten.
Item es sollen auch furtan und ewig die vier verordnetei
stewrherren alle einnemen und ausgeben und besonders das ungeH
und was von mindsten biß zum maisten in gemainen seckel fdk
und hinwiderumb wider ausgeben wurd, von stucken zu stnckea,
nichtzit ausgenomen, aufgeschriben und jerlich, wie sich gepvt,
gnugsam verrechnen.
Item es sollen auch furtan vier gemainer maister gesetzt and
geordnet werden, dieselben sollen [177] der ganzen gemaind be*
schwemuss vor rat, und wa es die notturft erhaischt, anpringa
und zum trewlichsten handeln, yedoch weliche handwerk maiata
haben, die sollen irer handwerk Sachen selbs anpringen und, wii
sich gepurt, handeln, und yedes handwerk sein maister selbs erweta
es soll auch ain yeder maister, der also erwdt wurd, die pflidU
vor ainem innern rat empfahen und tun, und ob sich zutrug, d«
die gemain maister die gemain zusamen verpotten wurde[n], das so!
allweg mit erlauptnuss burgermaister und rats wissen besch^en.
Item so sich begeben wurd, das ain burger sein borgerredit,
er sey reich oder arm, uffsagen wurd oder wollt, das soll ime g(-
statt werden, und ob derselbig guter zu verkawfen hett, die ii
gemainer statt oberkait oder bottmessigkait begriffen wem, die soD
der verkawfer zuvor dem rate und den eingesessen bürgern, ob a0
die kawfen wollten, anpieten, inen auch ain jar lang das nechst
den vorkawf vor menigklich gönnen und gestatten, und so der nf
kaw fer also bey gemeltem rate oder bürgern zu dem verkawf koii0i
*
1 H0. nmb.
177
irde, yedoch alles nach gleychmessigeu, laudlcwftigeu dingen, so
tt es sein w^, und sol der verkawfer die nachstewr mit parem
It, wie hernach bestimpt, als nemlicl'i den zehenden pfenning zu
zalen schuldig sein, wa sich aber kain kawfer erfinden wurd,
d der verkawfer kain par gelt hett, so soll dann ain rat schuldig
in den wert fui* die nachstewr, alles nach achtung und erkanntnuss
)mmer oder nnpartey scher biderlewt, zu nemen, darmit alsdann
m verkawfer sein gut fuiter volgen mög und soll, also das er
B alsdann ainem andern, ob er gleichwol nit burger were, ver-
ivfen und zustellen mög, doch mit dem anhang, das soliche llgende
tter mit aller herrlichait, botmessigkait, oberkait gemainer statt
)temburg bleyben sollen.
Item das newgestimpt raisgelt, so ain rate on wissen und be-
ustigen ainer gemaind, sonder für sich selbs gesetzt haben, soll
igetan worden und sein, und bey der alten Ordnung bleyben.
Item so freyhait^in bey romischer kayserlicher mayestat, alte
1er new, on wissen, willen und begünstigen [178] der ganzen
malad angepracht wern, die dem gemainen nutz zugegen, zu scha-
ll oder nachtail und dem rat zu aignem vortail gelangten, die
31 ain ganze gemaind yetz öffentlich widersprochen und nit an*,
aomen, sonder inen ir notturft, wie sich gepurt, darinn vorbe-
ilte& haben.
Item alle gaistliche personen, so in der statt sitzen und mit
fronden belebet und versehen sein, die sollen gleych mit andern
ir^rn alle bürgerliche beschwernuss tragen und den burgeraid tun,
Item welicher alter, vertagter, verlebter priester fünfzig guldin
rlicb fallen hat, die sollen ime zu erhaltung seines Stands folgen,
Bücher aber mer oder darüber hett, soll die ubermass, wes über
e gemelten fünfzig guldin betrifft, in gemainen nutz gewendt werden,
Desgleychen, so derselben alten priester ainer oder mer dar-
ich über kurz oder lang auch tods abgiengen, sollen der oder
Tselben obberurten jerlich gefallend fünfzig guldin alsdann, wie
«teet, auch in gemainen nutz gewendt werden.
Item ob ain priester, der alt were, ain ungepurlichs wesen den
potten gots nit gemeß, als nemlich under anderm mit vigilien^
esshalt en oder dergleychen hielte oder halten wurde, dem oder
Äen soll solichs auch ernstlich abgestellt werden, und wa aber
irselben ainer oder mer sich desselben darüber nit enthalten oder
178
massen ward, dem oder denselben sollen alsdann die obbernrteii
fünfzig guldin, noch ichtzit anders von der pfmnd gevolgt, sonder
solichs alsdann anch in gemainen nntz komen nnd gezogen werd^
Item weliche priester der jaren jnng und zn arbaiten geschickt
und am leyb vermuglich, die sollen handwerk lern, sich auch ver-
eelichen, wa sie sich nit enthalten mögen, denselben, so sie es also ton,
die nutzung irer pfrund zu hilf und stewr ungeverUch ain jar oder
zway ganz volgen lassen, wa sich aber ainer oder mer dess, wie
vorsteet, also widersetzen wurd, dem oder denen soll man die nutzong
der pfrund nit volgen lassen, sonder die in gemainen nutz zuwaideo.
[179] Item alle gaistliche omaten, kelch, clainoter und derglej-
chen soll alles in den gemainen nutz genomen werden.
Item wa sich begeben wurd, das jemand von frembden, aas^
wendigen personen, von fursten etc., dem adel oder sunst von wcsgen.
der gaistlichen Stiftungen vorderungen tun wurden, darumb soll ain
yeden nach gepumuss seins Stands beschaid gegeben werden.
Item Stattknecht, Schröter, weinschreyer, hawsknecht, ander-
kewfler, fronweger, bottenlawfer und dergleychen knecht, die solleii
auch nit weyter aus gemainem se^kel besoldt werden, dann sotiI
man dero nit empem mag.
Item und sonderlich so soll furter nur ain visierer, ain florer
und nit mer gehalten werden.
Item dem stattmaister, mawrer, z^mmeriewt, decker, pflastercr
und handwerkmaisterlewt, die sollen, sovil man der nit geraten km,
aus dem gemainen pewtel erhalten werden nach erkanntnuss aios rat&
Item der stainbruch soll aim yeden burger in der statt bef
sein, und die aufsatzung tod und ab sein, auch aus gemainem pewtd
erhalten werden, darmit die burger die statt mit gepewen zu pessem
geraitzt werden.
Item die wein sollen das ganz jar ainem yeden bnrger za
schenken frey sein, und doch das ungelt davon in gemainen pewtd
ain yeder zu geben schuldig sein.
Item das kain burger furtan umb bürgerliche Sachen mer mit
dem diebstum soll gestraft werden, sonder nach seiner verhandliDf
mit dem strafturn nach erkanntnus des rats.
Item den stewrem, so künftig verordnet werden, denen «oD
das holz und andere essende vererung volgen, und das gelt ab soOt
und ainer als \i\ haben, als der ander.
179
Item den bawmaistern soll ir alter Ion bleyben.
Der bnrgergaldin aach bleyben den jenen, so von alter her-
komen ist.
[180] Item der yetzig richter nnd sein knecht sollen entsetzt '
imd ab sein, and andere person an ir statt, wie sich ^epnrt,
genomen und gesetzt werden, sein Ion nnd pflicbt soll ime von den
newen gesetzten recht gesetzt werden.
Der bnrgeraid und nachpflicht soll in allen eingepflichten Worten
ain jeden burger zu tun gleych sein, anch der newen Ordnung der-
sdbigen gemeß gesetzt, geordnet und gestellt werden.
Item die hailigenpfleger sollen an allen orten gleich zwen,
ainer von den erbem und der ander von der gemaind, alle des
rats genomen werden, die dammb gepurliche pflicht tun sollen.
Tetzo folgen die beschwernas, so abgetan sein und
werden sollen.
Erstlich soll die jerlieh stewr der halb tail tod und ab sein
ond furtan ewigklich nit mer gegeben werden, es were denn sach,
te man sie aus merklichen, zufallenden Ursachen, die gott lang
Traten wöU, ains andern mit wissen und willen bed^rseyts, rat
oad gemaind, bewilligte etc., das doch on merklichen notzwang nit
bestMien soll. Item soliche yetzt berurte stewrgebung soll frey,
ofenüich und nit dermaß, wie vor, heimlich gegeben werden.
Am andern so soll die alt nachstewr, als der fünft pfenning
; tod ond ab sein und ewigklich nit mer geben oder genomen werden,
r dieweyl es wider gott ist, auch dem Judengesuch gemeß und den
zan tau übertrifft, yedoch soll furtan der zehend pfenning, wie
. fsemainglich in andern umbligenden stetten der geprauch ist, genomen
* »öd gegeben werden.
Item das bodengelt soU furtan ewig ganz tod und ab sein und
'; Bit mer genomen oder gegeben werden, was aber an dem alten
K h)deQgelt schuldig bleybt, das soll biß uff sant Michels tag nechst-
l kimftig [29 September] genomen und gegeben werden, doch an münz.
Item in der melwag soll furter nit mer, dann zwen pfenning
^OQ dem malter gegeben und genomen werden, das uberig tod und
A sein [181], doch soll die wag bleyben und [von] den obgeschriben
'^ ^yen Pfenningen erhalten werden.
12*
180
Item die metzler sollen den gerbern zu abbruch irs handwerks
anch nichtz kawfen.
Item die gerber und schuster, so under dem hellen himel
on obtach fail haben, die sollen derhalben unbeschwert bleyben.
Item den becken furtan ain pruef, wie von alter gewest, za
bachen erlaupt sein nach erkanntnuss erberer lewt, die es ain ver-
stand haben, die ein rat darzu ain verordnen soll.
Item so sich erfinden, das in dem brothaws am brot zu kawfen
geverlicher mangel erschin, und der becken geverd darinnen ver-
merkt wurd, so soll man sie darumb gepurlich strafen, wa aber
von in kain geverd oder mangel oder mutwill gemerkt oder gespiui
sollen sie ungestraft bleyben, und darinn kain neid oder haß ge-
praucht werden.
Item das furtan kain beck uff dem land soll gedult werden.
änderst dann das alt gesetzt buch vermag.
Item der becken schwein sollen den burgern in der statt zu
kawfen frey sein, aber auswendig der statt soll es mit erlauptnoss
ains rats beschehen.
Item die gemainen nutz, so von den flurem eingezogen and
den gemainen Auren ungeverlich schaden sein, die sollen der ganzen
(^emaind frey und offen sein.
Item mit den metzlern soll es mit huetung irs viehs und on
straf des richters gehalten werden, es were dann sach, das ir ainer
mit clag überwunden, das soll ain yeder nach erkanntnuss ains
rats entgelten und genyesen.
Item es sollen auch die gemainden uff und umb die greben,
schütten und torn, die nit verschlossen, zu grasen macht haben.
Item welicher sich bey tag oder nacht im wirtzhaws verwurkt,
der soll dem wirt one schaden und onentgolten gestraft werden.
Item es soll kainem burger bey nacht on redliche verscholdong
sein wer genomen werden.
[182] Item es soll aus dem gemainen bewtel aus der stewrstabea
von wegen gemainer statt, daruff traw und glauben, als umb ewiK
zinsgelt, leybgeding, dienstgelt, darumb verbrieft und bekenntlicli
Urkunden sein, menigklich on alle auszug, geverd oder arglist g^
halten und volzogen werden.
Item nnserm gnedigen fursten und herren, dem marggraven von
Brandemburg soll die gnedig ayuigung und pundnuss nach vennV
181
des bnchstabens in aQweg undertenigklich gehalten und volstreckt
werden.
Item die new Ordnung and Satzung, so von dem alten rat allain
fiir sich selbs und on bewilligen der ganzen gemaind furgenomen
und gesetzt ist, wie und in was massen die frembden aus und ein-
gelassen werden, das soll tod und ab sein, sonder wer aus oder
einziehen wurd, der soll in craft und vermög der vorbestimpten
nod gesetzten newer Ordnung gleych neben anderer burger beschwer-
noss aus und eingelassen werden, dann gleiche bürden pricht nyemaad
den rucken.
Der handwerker beschwernuss.
Item den verbem wegen der wollen soll der new rat zu taxiren
macht haben, ^ darbey es bleyben soll.
Des Zolls halben, der soll furter gegen den burgern tod und
ab sein, was aus der statt und frembden zufurt, das soll verzollt
werden.
Item es soll fmlan ain yeder wirt zwayerley weins in seinem
haws zu geben macht haben, yedoch verschlagen.
Item es sollen alle kremer und ander, so doch burger sein^
in der gewonlichen jarmess in iren selbst hewsern fail zu haben macht
laben, und man sie mit ainichem stettgelt zu begeben nit betrangen.
Item es sollen die huter, so burger alhie sind und in der statt
sitzen, umb die herbstwollen, so zu herbstzeyt yedes wochenmarkts
alhie in der statt fail gehalten wurt, drey stund den ersten uff den
tag ain fireyen vorkawf vor den andern haben, aber nach ausgang
derselben dreyer stund soll es damit ain freyer markt sein.
[183] Item dergleychen sollen auch ebnermaß die verber, so burger
^e sind, vor allen andern umb die flemischen wollen yedes
Wochenmarkts gehörtermaß drey stund den vorkawf haben, und es
(iarnach auch ain gleycher, freyer markt darumb sein.
Item von wegen der öden hofstett und öden hewser in der statt,
•Ke man nit bewacht, soll zu künftigen zeyten von dem newen ver-
kneten rat zu notturft der sachen gehandelt und einsehens gehapt
werden.
Item wie arm und reich kunftiglich mit ainander raisen, und
^ damit gehalten werden, soll der vorbestimpt, yetz new verordnet
rat zur zeyt irs r^punents zu taxiren macht haben, doch auch der
1S2
gestalt, das die armen uebeu dem reichen , waran uud mit sie be-
schwert, nach gleichait and pillichen dingen nottorftigklich bedacht
und erwogen werden.
Item wa ain clag oder mangel an holz ist, daran undmitaiu
gemaind beschwert, und dero nutzong verhindert etc., das soll vou
gemelten new erweiten rat auch bewilligt werden.
Item weliche burger aus der pawrschaft oder ander, so in
der statt alhie sitzen, bawrn oder andere guterhaben, die vormals
(wiewol ungöttlich) mit handlon, hauptrecht und dergleychen be-
schwerden betrangt gewest, die sollen soUche handlon, hauptrecht
und dergleychen beschwerd zu begebnen fällen nit schuldig sein,
sonder iren lehenherren yedes falls nit mer, dann zway viertail
.besteen weins entrichten und darüber nit betrangt werden.
Item den gaistlichen in der statt soll man furter von dem
jenen, so in der statt ist, kainen zehenden zu geben nit i^uldig sein.
Item weUcher oder weliche ainem oder mer anderm zu gevef-
liehen schaden huet oder handelt, als nemlich in garten, wisen, ackern,
holzern und dergleychen und uff frischer tat awsserhalben der ver-
stainten weg farn, der yeder soll, so oft es geschieht, umb ain
guldin straffeilig und den nemlich halb dem rat uud den andern halben
tail dem beschedigten bezalen, auch dem beschedigten darzu d^
gefugten schaden abzulegen schuldig und pflichtig sein nach erkennt-
nuss des rats.
[184] Item nachdem der comentur und pfarrer alhie gericht mit
sein undersessen zu Tettwangen bisher gehalten, dasselbig ergeben
und nachgelassen hat, von dem soll durch gerurten, new gesetzten
rat, wie und weUcher maß darmit zu handeln, weyters zu betrachten
und zu erwegen beschlossen werden.
Und zuletzst wollen der erber ausschuß mitsampt ainer ganzen
gemaind in lawt berurts, vorgelesen Instruments alles das jen und
wes inen sunst zu gemainem nutz ersprießlich und notturftig i^
oder sein mag, hiemit auch protestirt, erzeugt und gesetzt haben,
wie das berurt Instrument und obberurte artickel mit allen punkten
inhalten, doch damit nyemand zu injuriem oder zu schmehen pro-
testirn, wie obsteet.
Die kayserlichen rate.
Nach Verlesung solicher obverleypter newen Ordnung des aos-
183
chaß haben die kaiserlichen rate oder commissari alspald ir credenz,
Q rat und gemaind lawtende, in obgemelter pfarr über die canzel
^pald auch öffentlich durch iren schreyber, den sie mit inen hie
jtten, verlesen lassen und darbey der gemaind ernstlich gebotten
ul gesagt, irs fumemens, uffrur und empörungen gegen aim rat
»zusteen bei schwerer straf und ungnad, die inen, wa sie solichs
rächten, hernach folgen wurd, mit erpietungen, >vie sie dann
SD ausschuß auch gesagt hetten. Aber es hetten etüch in der
maind und sonderlich ainer, Peter Sayler genannt, bös, ypig,
litzig red getriben, sagend, der tewfel [hett] nach inen geschickt.
0 hett etlicher in der gemaind sich hörn lassen, er wollt der ver-
teil und verkundten artickel nlt halten, sonder vermainten, man
)llt inen noch mer beschwerd abtun, und under andern hett der
rewsserin mann, N genannt, vor dem rathaws zu dem ausschuß
eschricn^ sein maynung were, man sollt den kaiserlichen commis«
irien waiß wie tun, inen die köpf abschlagen, und war ain groß
emorbel in der gemaind.
Nach essens kamen die kaiserlichen commissari uff das rathaws
1 aim rat und erzelten aim rat, wie sie bey dem ausschuß hewt
mb abstellung irs furnemens gehandelt und allen muglichen fleyß
irgevendt hetten, aber nichtz fruchtpars bey inen erheben mögen,
m sovil, wa die artickel, wie die hewt vor der gemaind offent-
di verlesen, von aim rat unverendert angenomen und bewilligt
vden, alsdann wollten sie die sach zu inen, den kaiserlichen
»mmissarien, stellen und bewilligen, sie gutlich mit ainander zu
ertragen, das wollten sie, die kaiserlichen rate oder commissarien,
so aim erbem rat also im pesten anzaigt haben. Wa nun aim
bem rat annemlich oder gelegen sein wollte, die gestellten und
irlesen artickel zu bewilligen und also unverendert bleyben zu
ssen und furter die sach sunst zu inen, den kaiserlichen com-
issarien zu stellen, so wollten sie allen muglichen fleyß furwenden,
6 mit ainander gutlich zu vertragen. Doch die artickel, die gaist-
^Q guter betreffend, der wollten sie sich mit nichten beladen,
oder die zu ruw stellen biß uff ain künftigen reichstag oder con-
^lun, dann sie wem dem hievor ausgangem kaiserlichen edict ent-
igen, was aber künftig uff den reichstagen oder concilien, andern
^en in solichem zugelassen wurt, dess sollen sie auch vehig sein
\i ^euyessen.
184
Uff sölichä bat ain rat gcautwurt, sie betten der artickel nlt
gehört, wisten aach nit, was die innen hielten, bäten, «inen die zn
behendigen, sich darinnen zu ersehen und bedacht darza zu geben
biß morgen umb zwu ur uff den tag. Das haben die kayscrlichen
commissari an den ausschuß gepracht, aber der ausschuß hat aim
rat die aiiiickel zu antwurten und besichtigen zu lassen gewaigcrt
und abgeschlagen, doch sich darbey erpotten, aim rat die vor den
kayserlichen commissarien und dem ausschuß, so oft sie wollen, [m
verlesen]. Demnach ist ain rat alspald mitsampt den kaiserlichen
commissarien zum ausschuß gesessen, haben die artickel der newcn
Ordnung, die Steffan von Meuzingen selbs verlaß, hörn verlesen, und
äin rat daruff den kaiserlichen [186] commissarien uff ir anpringen
und begern antwurt oder beschaid zu geben bedacht genomcn biß
uff morgen. Der ist inen zugelassen worden etc.
Am gron donnerstag [13 April] fruw umb zwu oder
drey ur uff den tag
ist ain rat uff dem rathaws in irer gewonlichen ratstuben bey ain-
ander versamelt gewest. Desgleychen sind die kayserlichen rate
oder commissari auch uff dem rathaws erschinen, denen hat ain rat
uff ir begern antwurt geben der maynung: Uff den furschlag, so
ir gnaden und gunst gestern uff des ausschuß gestellte und ver-
lesen artickel getan, daruff ain rat inen antwurt zu geben bedacht
genomen hett, geb ain rat diese antwurt: Wiewol sie etwanvil and
manigerlay grosser beschwerden in den verlesen artickeln tmgen
und anzuzaigen betten, yedoch dieweyl der ausschuß die also ge-
stellt der gemaind publicirt betten, und wol zu gedenken were, das
6ie sich davon leychtlich nit dringen oder zu ainicher minderang
derselben weysen lassen wurden, wollten sie, weyter uffrur und
inerern unrat zu vermeyden und zu furkomen, auch umb fridens ond
ainigkait willen und sonderlich irer gnad und gunst zu undertenigen
und dienstlichen ern und gefallen dieselben verlesen artickel be-
willigen und annemen und daruff im namen gottes die sach mecbtigk-
lich zu vertragen uff ir gnaden und gunst gestellt haben, und als
ir gnaden und gunst die artickel der gaistlichen guter halben ver-
mög des kayserlichen edicts wollten zu ruw stellen biß uff ain
künftigen reichstag oder concilium, das wollte inen ain rat auch ge-
fallen lassen und sich demselben gemeß gebarsamlich und unter-
185
weyslich halten, sovil an inen were, auch die zeyt der lewfte und
afrurigcn empörungen erlcyden möchten, halten und erzaigen, und
rersehe sich hieruff ain erber rat zu iren gnaden und gunsten, sie
wisten den vertrag in ain gute form zu pringen, die haimlichen aid
Dod verpundnussen, so darunder zwuschen ausschuß, rat und ge-
EDaind geschehen, abzutun, craftlos und unpundig zu sprechen und
uew aid zu begreyfen.
Solichs namen die kaiserlichen rate und commissarien zu dank
ID oud teten daruff mit dem ausschuß auch weyter davon han-
ddn [187]. Nachmalen kamen die kayserlichen rate oder commissan
wider für ain rat und zaigten an, wie sie mit dem ausschuß ge-
bändelt, die betten die sach auch zu inen gestellt und bewilligt, das
sie es der gaistlichen und irer guter halben auch also, wie sie vor
gehört wern, bleyben lassen wollten, aber der newen aidspfiicht
balben das wer nit allain inen und der gemaind, sonder auch aim
rat nachtailig, dann man wurd sagen, es were yeder tail dem andern
trewios worden, das sie dann irs tails nit erleyden konnten, dann
sie wollten durch dis ir handlung von aim rat nit gewichen sein.
Daruff ist ain rat dis puncten halb von seinem begern gutlich
abgestanden. Demnach Hessen die kaiserlichen conimissari ain ver-
trag zwuschen aim erbern rat und dem ausschuß begreyfen, lawtende,
'fie hernach folgt:
^ertrag der kaiserlichen commissari zwuschen aim
rat und dem ausschuß.
Wir Ruprecht, grave zu Manderschied und Plankenhaim, herr
'0 Gerbelstain, des kaiserlichen cammergerichtz bcysitzer, und ich
Fridrich von Lidwach zu Duttingen, des kaiserlichen regiments
i^t: Als sich yetzt urab die statt Rotemburg uflF der Tawber ain
^T und empörung derselben statt Rotenburg und anderer ge-
pawrscbaft von wegen etlicher beschwernuss begeben und erhept,
^as gevolgt, das die erbern und weysen burgermaister und rate
gemelter statt Rotenburg ain gemaind in dci'selbeu statt erfordert
^d begert haben, sie zu verstendigen, wess sie, die gemaind, in
diser sach bey aim rat bleyben und tun wollen, daruff ain gemaind
^ antwurten ain bedacht genomen und in demselben bedacht sich
*ich etlicher beschwerd gegen aim erbern rat angemast, das sich
^ zu allerlay zwitracht gezogen hat, deshalben ain gemaind in
186
BÖlichem ain ausscbuß aus iueu verordnet und erweit, dem sie solle
ir beschwerden und geprecheu in scbriftlicben verzaicbnussen zag<
stellt baben, also das sieb [188] daruff ain erber rat an ainemoi
der gemelt ausschaß an statt und von wegen der gemaind am ai
dem tauen etlicber artickel aiuer newen Ordnung, darinnen der g
malnd etlicbe bescbwerden gcringert, und aucb sunst, wie es binfoi
gebalten werden soll, begriffen sind, mit ainander gutlicb verain^
und vertragen baben, indes stattbalter und regiment im reich obg
melt an statt und von wegen kayserlicber mayestat in die gemelt sti
Rotemburg zu ainem erbern rat und ainet* ersamen gemaind daselb
verordnet und gesannt hat mit dem befelbc, zu verhöre und hii
legung derselben geprecben zu bandeln, alda wir dann also erschiiK
sind und baben die gemelten artickel der newen Ordnung sam]
anderer bandlung und geprecben bederseyts von wegen kayserlidM
mayestat und irer mayestat löblichen stattbalter und regiment um
erhaltung und merung willen gemains nutz und wolfart der stai
Rotemburg, auch guts fridens und ainigkait des rats und der ge
maind daselbst verwilligt und zugelassen, doch ausgenomen, wi
darinnen dem kaiserlichen edict zu gegen und wider, als die gaist
lieben cerimonien und guter betreffend, begriffen und gesetzt b)
das haben wir biß an ain künftigen reicbstag oder concilium bindii
gesatzt und zu ruw gestcUet. Wes alsdann andern reicbsstetten al
Straßburg, Nurmberg, Augspurg, Ulm und dergleichen den merer
tail zugelassen wurt, des sollen sie aucb vehig sein und unb^be
baben, doch der gestalt, das den gaistlichen mittler zeyt derohalbe
kain gewaltsam gegen inen oder iren gutern gepraucbt oder forge
nomen werd. Und uff solichs baben wir aucb zwuschcn beden tauen
rat und gemaind, diser sacben und aller zwitracht, Unwillen um
geprecben halb, sich derbalben zwuschen beden tailen gebalten, id
ir beder tail verwilligung gutlich ausgesprochen und entschaideo
das aller Unwillen, gramschaft, injurien und schmehe, wie und we
sich des mit Worten oder werken von ainem gegen dem anden
samptlich oder ir yedem besonder biß uff dato dis briefs verleib
und begeben hat, desgleichen alle und yede haimliche aidspflicbt vm
verpundnuss und wes der yemand aus der gemaind und pawrschil
in diser irrung ainander (doch awsserhalb [189] die aid und pflidit
so zwuschen dem ausschuß und der gemaind geschehen sind) geti
betten, und was dem allen anhangt, nichtzit ausgenomen, ^enzlic
187
li^ehaben, craftlos, tod und ab, und derhalb allen tauen an Iren
era unverletzlidi, und yeder tail in dem alten Innern und ewssern
nU and bürgerlichen aid und pflichten, damit sie zu allen tailen
rorbin ainander verwandt sein, denen, wie sich Inhalt derselben und
r^melter artickel und newen Ordnung gepurt, zu geleben und ge-
lanam zu laisten verpflicht und verpunden, und damit also bed
ifle aller irer irrung, zwitracht und geprechen genzlichen und gar
lericfat, verainigt und vertragen sein und bleyben, auch kain taile
Itfwider nicht tun, noch den andern hinfuro dero, noch ainicher
nrioffeuer handlung, missreden oder anderer Sachen halb in argem
Ddor ungutem weder mit werten oder werken, inner, noch awsser
rechtens, nicht anziehen, belaidigen oder bekömmern sollen in kainen
weg bey vermaidung kayserlicher mayestat hoher straf und ungnad,
iuBassen dann bede taile uns als den gesauten gemelter kayser-
Idier mayestat Statthalter und regiments solichs also zu halten mit
ktidgebenden trewen an aids statt angelobt, zugesagt und ver-
i^rodien haben.
Das alles zu warem urkund haben wir obgenannten Ruprecht,
grafe zu Manderschied etc. und ich Fridrich von Lidwach, unser
yeder sein aigen insigel an diser brief zwen, der yedem taile ainer
Meben ist, gehangen. So haben wir obgcdachten burgermaister
ttd Ute unser statt secretinsigel, und wir StelTan von Menzingen,
Aerooimns öfner und Cunz Öfner fttr uns selbst und von bitt wegen
<lei usschuß und ganzer gemaind, unser yeder sein aigen insigel
Mcfa öffentlich an disen brief tun henken, welicher siglung wir, die
udem vom ausschuß und der gemaind uns mit geprauchen, die
leben sind uff den hailigen Osteraubend, den funfzehenden tag des
liooats Aprilis nach Christi unsers herren gepurt funfzehenhundert
^ im funfundzwainzigsten jaren.
Am Chorfreytag fruw [14 April]
iknotwurten die kaiserlichen commissari oder gesandten dem aus-
Kboß die gestellten copey des Vertrags obverleypt, sich darinnen
Q ersehen [190]. Darnach zaigten die kaiserlichen commissari aim
crbem rat an, wie inen der ausschuß uff Verlesung des gestellten
Vertrags wlderumb ir gemut zu erkennen geben, das sie den ver-
eng dermassen, wie sie, die commissari, den stellen und uberant-
virteo lassen betten, nit annemeo wollten oder könnten, besonder
188
auch den artickel der gaistlichen guter halb nit bewilligen, son
der ausschuß wollt sclbs ain vertrag stellen, sie den hörn las
darunib möchte aiu rat abgeen, und so sie darmit vertig w
wollten sie, die comissari, ain rat solichs wissen lassen. Alsc
ain rat das mal abgangen.
Indess kamen von denen von Straßburg etlich briefe mit a
lay abschriften der Ordnung und artickel, darumb ain rat uff etli
des rats und der gemaind, den solichs am heftigsten anlag, denen
Straßburg darvor geschriben hett, betreffend die gaistlichen pers<
und ire guter etc. Die war den erstlich dem ausschuß aberantn
von ime auch uffgebrochen, verlesen und darnach aim rat behent
Wie die rotenburgischeu bawrn wider aufgemant i
den, auch die gemaind zu Rotenburg.
Dis obgemelten, auch des andern nachfolgenden tags [U,
April] sind die rotemburgische pawrn, wie obgemelt, von ha
lewten und raten der versamelten bawrschaft des Tawbcrhaw
Avidcrumb, doch viertails wcys mit iren i-aiswagen und wem ge
wider aus und dem hawfen zuzuziehen gemant worden.
Darbey hat die vorsamelt pawrschaft gemelts Tawberhaw
ain gemaind alhie zu Rotemburg gemant, inen etlich lewt, d^
zwu schlangen, buchscn, spieß, pulfer und stain etc. zu leyhen
zu schicken. Das ward aber inen damals durch den ausscboG
waigert und abgeschlagen, sonder ließ der ausschuß etUch o
bricf und Schriften an die rotenburgischen hauptlcwt, bawmmai
und gemaind aller rotemburgischen dorfer, weyler, höfe und aiMJh
guter, darneben auch ain offen briefe an hauptlcwt und rete
versamelten pawrschaft vermclts Tawberhawfens ausgeen, lawt«
wie hernach folgt:
[lülj Wie der ausschuß an die rotenburgischen dor
und weyler schrib.
Wir der verordnet ausschuß der ganzen erbern gemaind
Rotenburg uff der Tawber embieten allen und yeden hauptlcit
bawrnmaistern und gemaindon aller rotenburgischcr dörfer, wey
hofe und anderer guter, so sich yetz zu Spilbach oder anderer
versameln, unsern grus und frenntlich dienst zuvor. Lieben bn
und gut freund! Wir sein glauplich bericht, wie ii* euch wider
189
erheben und dem grossen hellen hawfen zuziehen wollend. Nun
trist ir, wie wir uff vilgehapten unsem fleyß euch ewer beschwernng
und geprechen halb, darumb ir euch vor dem erhept, gegen aim
erbern rat der statt Rotenburg uff uns, also wes wir in sölichem
zvQSchen euch beden tauen machen und sprechen werden, das ir
) darbey bleyben wollend, vertaidingt haben, welichs ir auch zu halten
und darbey zu bleyben als der großmechtig hawf des merern tails
zu Oberstetten under dem hellen himel, und darbey under andeim,
das ir euch (sobald her Zeysolfs und Hanns von Rosenberg, aucli
des Yinsterloers pawrn, mit den ir in Verpflichtung gestanden, mit
denselben gesetzt und vertragen) anhaim zu tun, nyemand zuziehen
oder helfen wollt, uff das hailig ewangelium mit ufferhaben vingern
geschworn hapt, darumb uns soliche ewer widerumb emporung und
das ir andern auch zuzuziehen villeicht Vorhabens, beschwert. Bitten
und ermanen euch daruff, ir wollend solich ewer aid, er und pflicht,
wie oben steet, uff das evangelium geschworn, denen sölich ewer
emporung entgegen were, liierinnen bedenken, euch des enthalten
und anhaims bleyben, dann wa ir solichs verachten und euch in
verrer emporung begeben und andern zuziehen wurden über und
vidcr obgemelt ewer verwilligung, aid und pflichten, so teten ir da-
mit wider got, sein ewangelische, göttliche gebott und lere, bruderliche
liebe, trewen, ewer er, aid und pflicht, das ir vor gott und der weit
zu laisten und zu halten pflichtig und schuldig, inmassen ir uff das
ewangelion geschworn hapt, konden auch das gegen gott und der
weit und besonderlich kayserlicher mayestat, irer mayestat regiment
und menigklichem nit verantwiirten und wurdt dardurch in merk-
liche straf, nachtail und schaden, [192] an euch selbs, ewern weyben,
kindern, haben und gutern verdiefen und verwurken. Das wollend,
bitten wir euch, in bruderlicher trew und lieb zu gemuet und herzen
fam, uff das höchst bedenken, verhüten und euch in solich verrer
emporung mit Zuziehung, hilf und andern verdiefungen nit begeben.
Sind wir als der ausschuß, dem ir, wie obsteet, alle ding entlieh
und zu grund mechtigklich auszusprechen befolhen und ergeben hapt^
des willens, gar in kurz ain erbern rat und euch umb ewer ge-
prechen zu entschaiden und zu vertragen, wollen uns daruff versehen^
ir werdet desselben also gewarten, diser unser ermanung und er*
suchcns statt und volg tun und darinnen kain auszug suchen. Dag
begem wir freuntlich und gutwillig umb euch zu verdienen.
190
Datum under unser Stephan von Menzingcns, Jberonimns and
Cunzen der Öfner bey end der scbrift hiefur getmcktem insigel ib
von unser und des ganzen aussebuß wegen an Gran donnerstig
[13 April] anno etc. 25.
Der aussebuß schrib dem ganzen hellen hawfen.
Wir der verordnet aussebuß der ganzen erbem gemaind n
Rotemburg uflf der Tawber empieten allen und yeden hauptlewtea,
scbnltbaißen, burgermaistern, gemainden und allem ganzen beDa
hawfen, so bey Lawda und daselbst urabber bey ainander versamd
ligen, unsern grus und freuntlicb dienst zuvor. Lieben bruder tad
gut freund! Wir fugen euch zu wissen, nachdem und wlewol sid
gemaine pawrscbaft, bindcr der statt Rotemburg in derselben land*
wer und gepiet gesessen, bievor etlicher beclagter irer beschwerdei
balb zusamen rotiert und empört, dermaß das, demnach wir der
verordnet aussebuß von wegen der ganzen gemaind vorgemelt nu
in die sach geschlagen, die gut an sie gesonnen und nach vil g^
hapten und furgewendtem unserm fleyß, inen zu gut beschehen, dtf
also bey aim erbern rat zu gemeltem Rotenburg, auch inen, da
pawrscbaft, erlangt, auch sie, alle rotenburgische undersessen, ms
daruff die sachen, entlich und mcchtigklichen darinn zu sprechet,
haimgesetzt und ergeben, auch der merer tail des ganzen beDei
[der] rotenburgischen bawrscbaft hawfens, wes also in craft gerurts.
creftigen hindergangs [193] durch uns zwuschen bederseyts gemacht
gesprochen werd, solichs zu halten und darbey zu bleyben, anßl
darbey, das sie, die rotenburgischen bawrn, nach volendung uo^
vertrag der sachen, so sich damals zwuschen herren Zeysolfs uai
Hannsen, beden von Rosenberg, auch Pbilipsen von Vinsterloe mü
irer pawrscbaft und hindersessen gehalten, von stund an anhaims n
verfugen und furter nyemand anderm zuziehen, noch ainiche UM
tun wollen, zu Oberstettcn under hellem himel mit uiferhaben vingern
leyplicb aid uff das ballig ewangeliura geschworn haben, so ve^
nemen wir doch, das über sölichs gemelte rotenburgische bawrschiS
vilieicbt uff ewer ermanen zum tail noch bey, zu und under codi
sein, zuziehen, hilf und beystand tun sollen, das alles zuvorderst
wider gott, sein hailig, göttliche, evangelische gebott und 1er, brü-
derliche liebe, obberurte ir zusag, hindergang, er, aid, pfllcht, trüwcn
und glauben were (uns, wie obbestimpt, uff das hailig ewangeOno
191
geschworu), sie auch vor gott and der weit zu laisten und zu halten
plichtig und schuldig, auch weder vor got, noch der weit and be-
Moder romischer kayserlicher mayestat, derselben mayestat regiment
und menigklichem nit verantworten könden. Haben sie alle and
jede deshalb lawt hieneben ligender schriftlichen abfordrung dessen
aQes erinnert and ennant, in craft irer aid, pflicht und znsag an-
liahn za ziehen and za bleyben, wie sich derselben nach gepnrt.
Ktten demnach euch all und yedc samptlich und sonderlich mit
nmal gütlichem fleyß gar brüderlich und freuntlich, dieweyl gernrte
ttehen des Zeysolfs und Hanns von Rosenbergs, auch des Yinster-
ken sach, sich zwaschen inen und irer bawrscbaft gehalten, schon
ugestellt, and den ansern nit mer bey euch zu bleyben gezimbt,
fr wollend euch demnach den gemelten rotenburgischen bey euch
n enthalten entschlagen und inen wider anhaira zu ziehen und zu
Ueyben erlawben, damit sie des aussprach in craft vilberurts cref-
tigen hindergangs gewarten und ir aid und pflicht, wie obsteet, ge-
tin, halten mögen, unrat, verdiefung und nachtail, so inen allent-
balben gegen gott, beschwerung irer seien hail und sunst daraus
entsteen möcht, zu farkomen, und wollend euch also hierin in diser
User bit als der pillichait gemeß unabschlegig erweysen [194], be-
gern wir gatlichs fleyß amb euch zu beschulden, and wiewol wir
wkains abschlags hierinn versehen, gewarten wir doch dess ewer
tatfort
Datum ander unser etc., at in literis.
Am Osteraubend [15 AprilJ
wrd aim erbem rat ain andere copey ains Vertrags, die der aus-
•Auß begreyfen lassen hett, uberantwurt. Die lawtet der vorigen
^opey, so die kaiserlichen commissari stellen lassen hetten, fast
Slejch biß on zwen artickel. Nemlich der gaistlichen personen und
irar guter halben hett der ausscbuß etwas pesserung getan, dieselbig
POBerung hetten die kaiserlichen commissari darinnen gar nit leyden
<^er bewilligen wollen, darumb ward dieselbig pesserung heraussen
S^lassen, and blib der artickel deshalben, wie den die commissari
^^^kn lassen haben.
Zum andern so hett der ausscbuß in seinem gestellten vertrag
fe drey personen, nemlich Hanns Jagsthainer, den alten, Hanns
Homburg, den alten, und Endrisen Stellwagen als stewrer (mit den
192
allen Steifaii von Meu/ingen in sondern) Unwillen, ncyd und
stund) ausgenomen und ausgeschlossen, also das sie in vcrm«
vertrag gar nit begriffen sein sollten, darunib das der aus»
noch ain gemaind an irer rechnung nit gesettigt sein, sonder
inen haben wollten, sie sollten inen ain grun'dt rechnung und la^
verstand oder beschluß irer rechnung machen, darinnen ain sol
mangel crschine, das sich die summa des ungelts nyergends e
den oder rewmen wollt, sonder stund der stewrer grund d
was über alles innemen und ausgeben über das ander verre
einnemen weyter sich erfund oder Überschuß , das ward dem ui
das von demselben jar gefallen wcre, zugelegt, und erfund
gleychwol also von alter her allwegen gehalten worden, gesti
auch die stewrer selbs, das die rechhung sölichs ungelts nye
sondern titel ainicher gewissen oder gestimpten summa gehapt
und allwegen allain uff der stewrer trawen und glauben gesta
were aus merklichen, beweglichen und notwendigen Ursachen
nit aim yegklichen zu offenparn were etc. Daran wollten abe
ausschuß und ain gemaind nit gesettigt sein, sonder ain la
rechnung habeiK Darwider [195] aber gemelto drey persone
stewrer sich verantwurten und anzaigten, das soliche rechnung
nit also bey inen angefangen, sonder mit alter dermassen herpi
gepraucht und von den alten uff sie komeu were, sie betten
jerlich vor aim ganzen innern rat und zehen personen von ew
rat, darzu verordnet, rechnung getan, dermassen das dieselbev
innern und zehen personen von ewssern rate daran allwegen
gesettigt gewest wern, dess wollten sie sich nochmals uff die&
gezogen und sich, wa der ausschuß oder yemands aus der gCD
ainichen mangel an sölicher rechnung zu haben verniainten,
für den innern rat oder das kaiserlich regiment und camergc
gegen in zu recht erpotten haben in getrawen, sie wurden ir
rnrtem vertrag pillich mit andern der rate begriffen und nit
geschlossen. Und beschwert sich gleychwol der inner rat
daneben, das dise drey personen vom vertrag ausgeschlossen wc
sollten, begerten, man sollt kain person in solichem vertrag son(
dann sunst wer es ain lochereter frid, blib ain ay im nest 1
und ward allererst hernach sich ain new zwitracht erhcl)en
wer die sach unvertragen, das bjlt ain mt zu furkomen. Abei
ausschuß wollt sich von solichem furnemen nit dringen lassen, so
ieliirreteii strenklich uff irer maynung, konnten auch die kaiser-
liehen comroissari über vil gehapte underhandlung und fnrgewendten
Ibyß kain anders erheben, dann das dise drey personen als stewrer
io berortem vertrag nit begiiffen sein.
Aber der vertrag, inhalt obgemelter gestellter copcy verfertigt
und uffgericht, und daneben bemelter drey er personen halb ain
oebenvertrag oder beybriefe (der maynung, wiewol obgerurter ver-
trag zwnscben innern burgermaister und rat ains und dem ansscbuß
tt statt und von wegen ainer gemaind anders tails, wie obstet,
rfjsericht were, so sollten doch die obgemelten drey personen als
stnrrer der gmndrechnung halb, so sie inen noch tun sollten,
Uodangesetzt und in solichem vertrag nit begriffen sein, so lang
Uft sie soliche gmndrechnung, dermassen das der ausscliuß an statt
der gemaind daran gnugig sein mocht, getan betten) gestellt werden
s5Ute [196]. Das ward letzt von allen tailen und sonderlich durch
die obgemelten drey personen, aber doch aus betrangter not als
tin muGessen mit beschwertem gemut bewilligt.
Stephan von Menzing^ns halben.
Als nun die parteyen dess ainig, ward durch den ansscbuß
ui die kaiserlichen commissari verrer anpracht, wie sich zwuschen
iia rat und Stephan von Menzingen ain irrung und rechtvertigung
^ der statt Rotenburg gefreyten richtern und dann zwuschen
äepkaD von Menzingen ains, genanntem Hannsen Homburg, dem
^tem, auch Hanns Hornburg, dem jungern, seinem sone, und
Karel Wemitzern anders tails in ainer appellationsach am kaiser-
Ucben cammergericht nmb injurien und schmehe sich hielten. Damit
BtD nun allenthalben zu gutem, bestendigen finden und ainigkait
2v Tertrag komen möcht, bäten sie ir gnaden und gunst umb gots
^eo, sie wollten sich derselben bedcr Sachen auch qndcrsteen,
die in der gut zu vertragen und hinzulegen. Uff solichs haben
die iuuserlichen commissari sicli in bemelten sachen zu gutlichem
▼ertrag und hinlegung derselben geprechen zu handeln underfangen
N bemuwet, und erstlich die sach, zwuschen aim rat und Stephan
^n Menzingen schwebend, für band genomen, derhalben bey aim
^rt)em rat anpringen und handlung getan mit vil guten, darzu
Menden worten, also das ain rat dieselbig sach auch mechtigklichen
^ den kaiserlichen commissarien stellte, darinnen ain entlichen
194
ausspruch zu ton. Als aber die kaiserlichen oommissari solidift
Stephan von Menzingen und dem ausschuß angezaigt, hett uff solidis
der ausschuß aus anrichten und anprickeln Stefan von HenzingeoB
an die commissari begert, sie sollten etlich von dem ansschoß zs
inen nemen, die sach mitsampt denselben verhörn und durch ain
gutlichen ausspruch entschaidcn. Als solichs die commissari tn
ain rat prachten, ward solichs durch ain rat auch bewilligt.
Demnach ward die ander sach, zwuscheu Stephan von Men*
zingen, beden Hornburgern, vatter und sone, auch Karel Wernitzeni,
als obsteet, schwebend, auch durch die commissari an ain rat [197]
pracht und begert, solichs zu inen, den kaiserlichen commissarien,
zu gutlichem, entlichem ausspruch zustellen etc. Daruff handelte
ain rat mit irem ratsfreund Uannsen Homburg, dem alten, das er
und sein sone für sich selbs und Karel Wernitzern, der damals nit
hie was, dess sie sich mechtigten, solichs auch hindergiengen, damit
die sach irenthalben zum friden kcme. Desgleychen tet auch Stephu
von Menzingen, und stund also die sach damals nach gestalt des
handeis und der lewft gleych wol und fridlich an dem ort. Aber
die pawrn zugen nichtzit dest minder für und für.
Also nach essens kamen die kaiserlichen commissari mitsampt
Ilainzen Crist, Gwilhelm Beßma3'ern, Jos Schaden, Kilian Tudi-
scherern ^ und Valentin Grychsendorfern ^, die alle fünf des ausschiA
und von dem ausschuß zu den kaiserlichen commissarien zu b^-
sitzern verordnet warn, weliche auch mitsampt andern vom ausschufi
darvor gemelten Stephan von Menzingen ains dapfern, guten ve^
trags in seiner sach gegen aim rat mit ainer guten, dapfern summt
geltz, damit er diser seiner handlung, muw und arbait, von ainer
gemaind wegen in diser uffrurischen sach bißher gehapt, verglejdit
und ergetzt werden sollt, vertröst hetten, in der pfendstuben zn-
samen, verhörten Stephan von Menzingen und ains rats verordnete
1 U&ufig setzt Zweifel anstatt des familiennamens ainer peraon derea
handwerk, so nennt er hier Kilian Etschlich einfach Kilian Tucbfcherer.
Es scheint demnach, als ob in Rothenburg 1525 die bürgerlichen nameD
noch im flusse gewesen sind und leicht verändert werden konnten. 2 Ein
mann dieses namens saß nicht im ausschusse, gemeint ist wohl der dentseh*
Schulmeister Valentin Ickelshaimer, denn nur dieser bat letztem tanfbuncB
unter den ausschußmitgliedcrn.
195
eng gegen ainander, doch yeden tail in des andern
ain und besonder.
icher verhör stellet Stephan von Menzingen sein vor-
in dapfere snmma, nemlich nff vier tawsend and sechs
Idin far etlich scheden, die er seins austrettens halb,
von wegen des gezcnks, sich zwuschen den Hombnrgem,
Wemitzern nnd ime hievor verloffen, nach ime gestellt,
in der rechtvertigung, zwaschen aim rat nnd ime vor
en richtem geübt, desgleychen in der rechtvertigung,
sn Hombnrgem, Karel Wemitzern nnd ime ergangen,
n ander mer wege erlitten haben sollte, sampt der tet-
ien, ime mit obverroeltem nachstellen oder nachgreyfen,
von dem seinen zn weychen getrnngen worden were,
^. [198]. Sülichs ward ime von den verordneten ains
mit erzelang herkomen nnd gestalt ainer yeden Sachen
en handlang, nnd wes Stephan von Menzingen in den-
lin globter nnd gcschworncr barger verpflicht and ver-
rest were, verantwnrt nnd abgelaint nnd sonderlich dabey
i er in solichen handlangen vermainter schaden empfangen,
ime durch sein ungeschickte und unbilliche handlung
»einer aid und pflicht selbs verursacht, wie dann das und
len grichtzacten allenthalben wider und für begriffen, und
m also seiner vermainten, unpillichen vorderung, noch
len ichtzit schuldig zu sein, gar nit etc. Dargegen ließ
.t durch ire gesantcn ir clag und vorderung, so sie zu
1 Menzingen betten, auch wider ine furtragen. Die stund
Stephan von Menzingen aim rat von gemainer statt wegen
rsessner, verfallner und unbezalter jerlicher stewr, auch
80 sie in execntion und volstreckung etlicher urtaile am
camcrgericht und hie zu Rotemburg vor rate wider ine
e von Kreglingen ^ ergangen, betten müssen aus dem
•leyhen und für ine entrichten, damit den executorialman-
kaiserlichen cammergericht, deshalben au ain rat aus-
ig geschehe, mit anrufen und bitt, sie, die kaiserlichen
und verordneten beysitzer vom ausschuß, wollten Stephan
gen darzu halten oder mit ime verschaffen, aim rat von
diesen rechtsstreit vgl. Bensen 93.
13*
im
gemainer statt wegen nmb das alles aasrichtaDg nnd bezalmg'ii.
tnn etc.
Und als bed tail verhört warn, stellten sie es zn beden tauen
alles zn den kaiserlichen commissarien nnd des ansschuß yerordneteH'
beysitzern, derhalben mechtigklich nnd entlich ainen aossproch n
tnn, nnd wie sie es machten nnd sprechen, darbey sollt es nnge-
waigert blejben.
Desgleychen in der ander sach, zwnschen Hanns Hombnrgai
nnd seinem sone, anch Karel Wemitzern als clegem nnd Stephu
von Menzingen als antwnrter nmb injnrien nnd schmehe sich bil-
tende nnd in ungcendter rechtvertignng am kaiserlichen camerge-
richt schwebend, [199] stellten [sie dieselbe] wiewol Hanns Hori-
bnrg, der alt, mit beschwemnß, nachdem ime nnd den seinen merk-
licher nncosten nnd schaden nff die sach gangen were, auch zn Iren
entlichen ansspmch.
Uff sölichs sassen die kaiserlichen commissari nber die sbA&l
Und erstlich diser nffrurischen handlnng nnd empörnng halb wtrl
zwnschen aim rat nnd dem ausschnß an statt der gemaind fotil
gehandelt, das es nochmals bey dem vertrag Inhalt obverleypter
copey bleyben, nnd der also verfertigt werden, doch sollt damebei
ain beybriefe anch gemacht nnd verfertigt werden, nnd warden des-
nach solicher vertrag inhalt bemrter copey nnd der nebenbrief, wie
hernacli folgt, alspald nff bergamen biß nff die stylang, die offeot'
lieh vor aim rat nnd dem ansschnß geschehen sollt, verfertigt
Nebenbrief, die drey stewrer betreffend.
Wir Rnprecht, grave zn Manderschied nnd Blankenhaim, bor
zu Geroltstain etc., kaiserlichen camergerichtz beysitzer, nnd Fridridi
von Lidwach zu Tuttingen, kaiserlichen regiments rat, bekenoeo
nnd tun knnd öffentlich mit disem briefe: Als sich immgen n'
spen zwuschen den erbern und weysen, burgermaister und rate der
statt Rotenburg uff der Tawber an ainem nnd dem erbem anssdiv'^
ainer ersamen gemaind daselbst zu Rotenburg am andern tauen ge*
halten, [und wir] uff etlich von beden tailen bewilligt artickel ain^
newen Ordnung ain gütlichen vertrag und entschied gemadit und
getan inhalt desselben Vertrags und ausspmchs, under nnsem ni
anderer mer sigler anhangenden insigeln nff he?rt dato geschehen
197
an^gangen etc., das ^ir in demselben vertrag und aussprach
eüidi sonder personen, mit iiamen Hans Jagstbaimer, den eitern,
nad Endrisen Stellwagen als der zeyt stewrberren, aucb Hanns
Homburg, den eitern, als ain alten ste^sTer, die alsdann mit ver-
eng etlicher irer recbenscbaft und Verwaltung gemainer statt guter
in innemens und ausgebens halben in allen feilen biß zu entschaft
der dmg in vermog irer Verpflichtung [grundrechnung] zu tun schuldig
fldn, hierinnen hindangesetzt und ausgeschlossen sein sollten, aus-
laomen haben. Wa aber von den obgemelten dreyen stewrern
solch gnind [200] rechnung in beysein des verordneten rats und
des clainem aosschnß beschicht, daran ain erber rat sampt gemeltem
aossdinß von wegen der gemaind benugig und gesettigt ist (wie sich
dann das allerseyts zu beweysuug vor got und der weit traweus
ud glaub^is gezimbt und gehurt), alsdann sollen die obgemelten
drey stewrer in obvermeltem entlichen vertrag in allen feilen, puncteu
und artickeln neben und mit aim rat auch eingeleypt, vertaidiugt.
tertragen, bestettigt und begriffen, auch sie alsdann diser brief
fegen dem ausschuß und der gemaind nicht mer davon ausschliessen,
ben auch diser briefe wider zu iren banden und gewalt gestellt
lad aberantwurt werden on Verzug und Widerrede. Wa sich aber
in solicher rechnung erfinden wurd, das der gemelt rate und aus-
«U ans redlichen Ursachen darinn beschwert zu sein bedcucht,
80 5011 darin ainem yedeu tail sein verrer clag und anvorderung,
wie sich gepurt und recht ist , bevor steen , alle geverd und arg-
list hindangesetzt, dess dann wir obgemelten drey stewrer und wir
Tom ausschuß solichs also, wie oblawt, gegen ainander zu halten
fcfy guten, waren trewen an aidsstatt zugesagt und versprochen
Dess alles zu warem urkund haben wir obgenanten grave Ru-
precht von Manderschied etc. und ich Fridrich von Lidwach, unser
y^er sein aigen insigel öffentlich au disen briefe gehangen, der
8^ ist am hailigen Osteraubend, den funfzehendeu tag des monats
Aprilis, nach Christi, unser s herren gepurt funfzehenhundert und
in fanfondzwainzigsten jarn.
Darbey machten die kaiserlichen commissari mitsampt des ans-
chiß verordneten beysitzern zwuschen Stephan von Menzingen und
^ rat obgeschribner beder tail anfordrung halben ain ausspruch
Od vertrag, wie hernach folgt :
198
Vertrag zwischen aim rat und Steffan von Menzingen.
Wir Ruprecht, giave zu Manderschied und Blankenhaim, herr
zu Geroltstain etc., kaiserlichen camergerichtz beysitzer, und Fridridi
von Lidwach zu Tuttiugen, kaiserlichen regiments rat, bekamen imd
tun kund öffentlich mit disem briefe: Als [201] sich irningen nni
spen zwischen den erbern und weysen, burgermaister und rate da
statt Rotenburg uff der Tawber an ainem und dem erbem niu
vesten Steffan von Menzingen anders tails gehalten haben, und erst
lieh hat sich Stephan von Menzingen wider ain erbem rat m
nachgriffs bedagt und dieselbig injuri und schmehe uff vier taw
send guldin angeschlagen, auch die aufgelaufen costen und schl^lei
uff sechshundert guldin geschetzt, welicher clag ime ain erber ra
dermassen kains wegs gestanden etc. und dagegen angezaigt, iv
Steffan von Menzingen inen, ainem rate, ausstendiger und verfaUo«
stewr dreyhundert sechs und di*eyssig guldin und andern darge
lihen schuld zu tun sey, das aber Stephan von Menzingen aina
erbern rat zum tail auch nit gestendig etc.; dieweyl nun ain erbe
rate mitsampt ainem erberu ausschuß und Steffan von Meuziogei
beder seyts solich irrung und geprechen uff unseni gutlichen im
entlichen spruch und entschaid mechtigklich gestellt, das wir das
nach ainhelligklich gesprochen und entschieden, das z wuschen aina
erbern rat und Steffan von Menzingen alle injuri und schmach ni
gehcpt, tod und ab und kainem tail au seinen ern unverletzlid
das auch ain erber rat Stephan von Menzingen umb den nachgri
nichtzit zu tun schuldig sein, dargegen soll auch Stephan von Mei
zingen die vermaint stewr und dargelihen gelt ainem erbem r
zu bezalen nichtz schuldig, auch all costen und expens, in di»
Sachen allenthalben uffgelaufen, yeder tail für sich selbs trage
und daruff kain tail von dem andern ainigs argen gewertig seil
Das sie uns dann zu beder seyts bey gutem glauben zu halten zi
gesagt, auch mit handgebeuden trewen an aids statt angelobt habe
Dess zu warem urkund haben wir grave Ruprecht zu Mandei
schied etc. und ich Fridrich von Lidwach, unser yeder sein aig(
insigel öffentlich an disen briefe gehangen, der geben ist zu Roten
bürg uff der Tawber am hailigeu Osteraubend, den funfzehenck
tag des monats Aprilis, nach Christi unsers lieben herren gep«
funfzehenhundert und im funfundzwainzigsten jaren.
199
[202] Desgleychen machten die kaiserlichen rät zwuschen
innsen Homburg und sein mitverwandten ains und Steffan von
BQzingen anders tails ain gutlichen aussprach und vertrag, das
nelb handlung und sach auch alle uffgehaben und mitsampt
r rechtvertigaug tod, ab und gutlich vertragen, auch die in-
nen und schmehe yedem tail an sein em unschedlich und un-
rietzlich sein sollt, auch kain taile den andern derhalben verrer
dangen oder bekömmern in kain weg etc., wie dann dess auch
irtragsbriefe gemacht wurden, die daher nit komen oder registrirt
Orden sind.
Und ah» die obverleypten und gemelteu vertreg all biß uff die
aruglung gevertigt worden sind, haben die kaiserlichen rät solichs
issen ansagen, daruff ain erber rat und der ausschuß sich zu den
liserlichen raten oder commissarien in die grossen ratstuben zu-
unen getan. Alda haben die gemelten, nemlich erstlich ain rat,
mach der ausschuß, auch alle andere tail und parteyen, ob ver-
leiten vertragen sachen verwandt, und sonderlich Stephan von
[enzingen zuvor mit handgebeuden trewen an aids statt in grave
nprechts von Manderschied etc. band globt, versprochen und zu-
estgt, wie es die commissari in allen sachen gemacht betten, aus-
pitchra und da verlesen lassen wurden, das sie darbey bleyben,
oldis war, stet und onwidersprochen halten wollten, daruff alle
crtreg, nebenbriefe und ausspruch obvermelt nach ainander offent-
ck verlesen wurden.
Aber sobald bed ausspruch, Steffan von Menziugeu gegen aim
it, auch Homburgen und sein niitverwandten belangend, zum
tzten verlesen worden sind, sagt Stephan von Menzingen, der
ytfel sollt in danken, luff damit von stund an aus der grossen rat-
aben hinwegk haim in sein haus, humbset und was schellig worden,
M der vertrag kainen helfen versiglen, und musten die kaiser-
hen commissari also dis abends mitsampt aim rat und ausschuß
ibesigelt der vertreg abgeeu, und warden die vertreg mit der
«ä(|^iuig zu verfertigen uffgeschlageu biß uff morgen, den balligen
itertag. Und wiewol die kaiserlichen commissari Steffan von
Hattingen zum nachtessen in Malscheu [203] haws zu inen laden
b1 fordern Hessen, so belib er doch aus, wollt nit komen, sonder
^iockt er den kaiserlichen commissarien alnen brief in die herberig
iker den disch, der lawtet also:
200
Steffan von Menzingens brief an die kayserlichei
commissari.
Wolgeborner, gnediger herr! Ich hett mich zu ewer gnad,
auch Fridrichen von Lidwachs des unpillichen aussprnchs, nnd in-
sonders den rat und mich belangend etc., gar nit vertröste noch
versehen, und insonders über den hohen vertrawen, den ich in ewer
gnaden und euch bede gestellt hab, so bin ich auch von den jenen,
so von dem ausschuß dazu und darbey gewest, ewer gnaden die
verloffen handlung zu berichten, aius andern vertröst worden. Dem-
nach trag ich sölichs ausspruchs die allerhöchsten beschwerden,
nachdem mir solchs, meinen weyb und kynden zu unuberwintüdieM
verderben und schaden gelanget, bitt ewer gnaden und gunst de^
halben nochmals ganz underdienstlich und freuntlich, ain ander ein-
sehen bey dem rat zu haben, damit mir für mein erlitten scheden
tetlich iiijurien und schmehe ain ander gepurlicher, erleydlicher ak-
trag oder erstattung beschehe, dann also diser gestalt must idi I
sölichs, so ich das gedulden sollte, gott und der weit clagen, dun
das jenig, so mit dem rat uffgeloffen, hat dem gemainen bewtel oi
ir yedes beschwemuss zu schaden nnd nachtail geraicht, daran ich
selbst auch das mein gestewrt, darzn mein ufiigeloffen scheden sdM
tragen und darbey unsicher sein müssen. So hat auch der ver-
ordnet ganz ausschuß in solich ewer gnaden und gunsten aussprach
öffentlich und frey gewilligt, darbey sie sich auch kain anders ver-
sehen haben, als sie mir dann hiemit zum tail diser nacht beridit
getan, dann ewer gnad und gunst werden mich in sölichem spmd
nit so hoch und merklich beschwert haben, sonder mich umb mein
erlitten scheden, die ich mit der warhait dargetan, auch beweyslich,
zu dem es offempar sampt dem nachgriff und am tag ligt, anderer
gestalt, dann noch der zeyt beschehen ist, bedacht haben. Ich setz
auch in kain zweyfei, ich wollt durch den allerwenigsten, so im
ausschuß begriffen, mit gar [204] geringer muw ain merers n
vertrag bey aim rat der sach erlangt haben, wa ich mich andent
in diser gestalt hett darein begeben wollen, will mich zu ewer
gnaden und gunst noch versehen ain ander einsehens zu gley<i-
messigerm vertrag, wie ewer gnaden zu tun wol wissen zu habes,
und mich nit also diser gestalt mit so hoch beschwertem gamt
stecken lassen, dann also der gestalt wer meinthalben on not, diB
201
ft schreyber dinten. papir, ainichen buchstaben damit verben und
rliem bedörft, dann so ich kains gewynus, souder allain spott,
badens and uachtails hierin gewarten pin, will ich die stewr,
vil mir gepart und sich mit grund erfindt, auch gutlich bezalen,
d bedarf mich darinn kains vortails berumen. Bitt hieruff ewer
laden and gonst gegenantwurt , mich verrer zu haben richten etc.
Steffan von Menzingen.
Am Ostertag [16 April] fruw
»Ben die kaiserlichen commissari ain rat und den ausschaß wider-
nb affis rathaws vordem und versameln, die dann auch, nemlich
in rat in der clainen und der ausschuß in der grossen ratstuben
Bsamen kamen, und Hessen erstlich die kaiserlichen commissari aim
it verlesen die obverleybt schrift, die inen Steffan von Menzingen
Kditen getan hette, täten daruff ain rat bitten, sie wollten irs
taüs sie, die commissari, des spruchs in beden sachen erlassen, also
ks die bed sachen wider zum rechten steen sollten , wie vor , so
wMlten sie mit Steffan von Menzingen reden, ob er bey dem spruch
Heyben wollt oder nit, und wollte er den halten, so sollt ine ain
ni Mch halten, wollt er aber den spruch nit halten, so sollte er
fa Ton aim rat and Hornburgen auch erlassen sein und furter
As zum rechten steen , wie vor , diser beder stuck halben. Das
wd also durch ain rat zu tun beschlossen und bewilligt, doch
<h8 solichs dem ausschuß, mit dess wissen und bewilligung ain rat
Ssoi hindergang gegen Menzingem getan betten , auch furgehalten
od Urs willens darinn verstendigt werden sollten.
[205] Indem, als der ausschuß zusamen kam, und Steffan von
Ke&zingen als ainer vom ausschuß auch gefordert ward, wollte er
Bidit komen, man manet ine dann bey dem aid, den er zum aus-
idniß getan hette, das dann alspald durch den ausschuß beschahe.
I^miff käme er auch in den ausschuß. Desgleychen gieng auch
iia rat off erfordern der kaiserlichen commissari in die grossen
ntstaben zum ausschuß, also das der rat und ain ausschuß daselbst
^ tinander warn, und kamen die commissari zu inen und hiessen
Xeozingem ain weyl abtretten, das tet er. Daruff teten die kaiser-
Wieo r&te ir begem mit Verlesung Menzingers Schriften vor rat
m aosschoß allermassen , wie sie e^ vor vor aim rat allain getan
teeo, traten daraff die kaiserlichen commissari, auch ain rat aus
202
dem ausschuß aud Hessen den ausschuß sich mit ainander uid
redeu. Nachmalu kam aiu rat wider zum ausschuß und zaigte d
ausschuß au, das sie das begeru der commissari bewilligen wdUti
soverr dem ausschuß solicher der kaiserlichen commissari fnrschl
auch gefallen wollt«. Daruff gab der ausschuß aim rat dis ai
wuil, sie betten sich entschlossen, das sie es nit tun, sonder
bey dem geschehen spruch bleyben lassen und auch darbei beleyb
wollten.
Und nachdem sich Menzinger vernemen lassen hetle, wie i
etlich aus den fünf beysitzern ains anders v^rtröst hetten, verai
warten sich etlich und sonderlich der alt schulmaister Gwilhej
Beßmayer. der etlich red getan hett. desselben dermassen, das dan
wol zu vermerken und zu versteen, da^ es nit on. Es was dar
ir ainen und sonderlich durch gemelten Gwilhelm Beßmayer, de
sein verantwurtung deshalb nit wol ausgieng und gleych etw
durch ine geManden ward, soliche Vertröstung gescheen, und fi
aim beschluß . den der ausschuß under ime Menzingers halben gel
bette, dem Menzinger etwas eröffnet was worden. Darumb saf
auch Jorig Spelt, der alt, als ainer des ausschuß daruff, wie
selbs im ausschuß davon geredt bette, er acht und hielte es darfi
es wurd zu gleych uffgehept werden, dann wann ainer fluhe,
jagt man ine, das wurde Menzingern auch beschehen etc. Sdic
sein rede wer nun Menzingern furkomen und gesagt worden i
deshalben Stepfan von Menzingen [206] ine, Spelten, zu kain
beysitzer haben wollen , sonder andere genomen , und wer also <
stub löcheret worden, darfur er nit könnt, geschehen sunst ai
vilerlay reden, die er sein ließ.
Auf sölichs wurden ain rat und der ausschuß dess mit ainau
ainig. das sie die spruch zu den kaiserlichen commissari stell
und bewilligen wollten inlialt irs furschlags, wurden denmadi <
kaiserlichen commissari zu aim rat und dem ausschuß geforde
inen die antwurt geben, das ain rat und der ausschuß, desgieycb
Hornburg und seine zugewandten die geschehen auspruch, Mc
zingern betreffend, und wes sie irer gnaden und gunst derhalb
globt und zugesagt betten, irs tails, sovil an irer were, zu halt
willig und berait wern, aber uff ir gnaden und gunst begem an
die auch widerumb haimstellen wollten, also das ir gnad and gm
mit Menzingern handeln sollten, ob er die spruch halten wollte od
203
>llt er die halten, so wollten ain rat, aach Homburg und
B die auch halten, wollt ers aber uit halten, so sollt es
n aach nichtz sein, sonder furter yedeiu tail zum rechten
«rie vor.
[so ward StefEan von Menzingen für die kaiserlichen com-
in rat und ausschuß beschickt. Mit dem redten die kaiser-
commissari durch Fridiichen von Litwach vor dem rat und
iß mit erzelung der schriften, die er inen nechten getan
uff die maynung, das sie ime ain ausspruch getan betten,
3 sich als fromm graven und edellewt nit schempten, es keme
für den kaiser, das kaiserlich regiment oder andere. Aber
sie von im unausgeschrien und des verclageas, dess er inen
Mr Schrift trowete, vertragen bleyben möchten, betten sie mit
bem rat und aim erbern ausschuß gehandelt, dermassen das
I irs tails bewilligen wollten, wa er, Steffan von Menzingen,
aelten sprach, ine betreffend, nochmals halten wollt, das sie
lg auch tun wollten, .wa er aber die nit halten, so wollten
chs irs tails auch widerumb inen, den commissarien, haim-
ond die sachen dem rechten, zu dem es furter steen sollt,
n haben. Uff solichs antwurt Steffan von Menzingen, es wer
vermaint, wollts annemen und die sprucb nichtz sein lassen,
ft er gewist, das ime ain solicher sprach sollte geschehen
oUt [207] er nit tawsend guldin geuomen haben, das er dess
sie gangen wollt sein, gieng damit wider us und hinweg.
dess Hessen die kaiserlichen commissari die Vertrags und
rief der uffrur halb gegen ainauder coUationirn und ver-
die man alspald daruff versigeln und uffrichten sollte, ward
lenzinger gefordert, dieselben brief mit helfen zu versigeln,
tm die brief uff ine, die mit helfen zu versigeln, gestellt
Daruff kam Steffan von Menzingen wider für die commissari
rat and ausschuß, ließ sich abermals vil böser, tretziger,
essiger red vernemen, als ob er die brief nit versigeln wollte,
irmals zomsweys hinweg und sagt doch darbey, er bette das
It bey im, wollt es aber holen und heruff schicken. In so-
heiten etlich vom ausschuß sovil bittlich mit ime gehandelt,
sich bewilligt bette, die sprach anzunemeu, ließ solichs also
iserlichen commissarien in beywesen des rats und ausschuß
L, aber die kMaerlichen cpmnuss$iri ^aben daruff deq besqhaid,
204
er sollte selbs komen und es ansagen, das er es halten wollte,
sie wollten es selbs von ime hörn. Das ward Menzingem al
auch anzaigt, der kam daruff wider hinein für die kaiserlichen
missari in rat und ausschuß. Alda ward er von den kaiserli
commissarien gefragt, ob im also were, das er die zwen sp
also halten und annemen wollt, wie dann die begriffen und
schriben wern, und er inen hett ansagen lassen, antwurt Ste
von Menzingeu daruff und sagte: ja, er wollt die annemen
halten.
Daruff musten der burgermaister Erasmus von Mufiloe von
wegen, Steffan von Menzingen für sich selbs und der alt H
Hornburg für sich und seine mitverwandten dem graven solchs
massen gestern die spruch verlesen und geöffnet wem, zu hi
mit trewen an aids statt in des grafen band globen. Daruff wa
die vertreg und spruchbriefe all gesigelt, und die sach also in
gemelten fällen das mal gericht, und konnten sich die commi
des Stephan von Menzingens und seins wankein gemuts nit gnoi
verwundern, sagt auch Fridrich [208] von Lidwach: ,,Menzi
hett nit tawsend guldin wollen nemen, die sach hiuder mein
digen herren von Manderschied und mich zu stellen, wann er
wist bette, das im ain solicher spruch geschehen sollt, und na
die spruch geöffnet sein, und ways, wie die lawten, der er
wider sein pflicht und zusagen gewidert hat, nimbt er yeti
nichtz und sagt die spruch zu und globt dieselben za halten^S
Wes die bawrschaft im Weinsperger tal etc. dao
gehandelt haben.
Diser zeyt betten die bawrschaften in der graven von Höht
land, auch im Weinsperger tul sampt des dewtschen maisters m
tanen zu Neckersulm und anderer end derselben art allentbf
sich zusamen rottiert, das closter Schontal ^ ausgeplündert und
wüst, auch grave Albrechten und graf Georgen von Hobeiilo<
herrschaften überzogen, dermassen das dieselben bed graven,
zu inen ins feld geritten warn, sich zu denselben versamelten p
Schäften verprudern und verpunden betten, warn darnach für Seh
berg *, das schloß ober Neckersulm gelegen, dem dewtschen o
1 Scbönthal. 2 tkheuorberg.
.205
tendig, gezogen, hetten dasselbig, nachdem es nit besetzt gewest
i in«i nfigetan worden was, pald erobert, geplündert und aus-
prennt.
Von der tat zu Weinspurg.
In sölichem, als ain treffenlicher zusatz von wegen des erz-
ROgen Ferdinand! zu Osterreich, Infanten in Hy Spanien etc., zu
^dnsperg von graven, herren und geraisigen, die zum tail her-
idi gemelt werden, gelegen warn, etwanvil schriften und wider-
kriften zwuschen demselben zusatz und vermelter bawrschaft er-
KDgen, und aber durch dieselben Schriften der zusatz zu Weinsperg
i dahin pracht werden mocht, das er sich zu der pawrschaft in
verpruderung und pundnuss ergeben wollte, zugen dieselben ver-
BBdten bawrschaften demnach uff Weinsperg und emputen dem zu-
ib zu, wa sie sich nit an sie begeben, musten sie gegen in fur-
nen. In sölichem zuziehen hetten sich etlich [209] vom zusatz
it etlichen geraisigen pferden aus Weinsperg getan, warn binden
i hawfen der versamelten bawrschaft gefallen, hetten ir etwanvil
(itodien und beschedigt, dardurch der hawf der versamelten pawr-
daft erzürnt und bewegt wurden, und zugen also am balligen
Irtertag [16 April] im grymmen für das schloß Weinsperg, erstigen,
itempten und eroberten das mit gewalt und namen darnach die
titt Weinsperg (die sich selbs on not an die pawrn alspald er-
iben, die stattor öffneten und die pawrn darein Hessen) ein. Dar-
iDen und auch im* schloß warden durch die pawrschaften und die
ngo* zu Weinsperg alspald gefangen und heraus vor der statt
Dreh die spieß gejagt und elendigklich entleybt dis nachbenamten,
dt nameS:
'amen deren, die zuWeinspurg umbkomen und durch
die spieß gejagt worden sein.
Erstlicfa grave Ludwig von Helfenstain, Dietrich von Weiler
1er ward von aim kirchtum oben herab geworfen, und hemiden
^ spieft in ine gestochen, und sein sone, der ime den spieß
»Ageftirt hett, durch die spieß gejagt), Hanns Cunrat schenk \
'ogt zu Faichingen *, Hanns von Westerstetten, Eberhart Sturm-
*
1 Von Winterttetten. 2 Vaihingen.
206
feder, Fritz von Newhawsen, Kudolf von Ehingen, her Radolfe som
Philips von Bernhawsen, Hanns Spät von Höpfigkain ^, Jörig vo
Kaltental, der jung, Wolf Rew von Kepfenberg *, Rudolf von Elter
hoven, zwen von Ruxingen ', gebruder, Sebastian von Aw *, oi
ander vil geraisigen, dero namen oder zal man nit aller waist, d
und all obgemelt herren und vom adel sind all durch die spieA g
jagt worden, ausgenomen Dietrich von Weyler,. mit dem ist, i
obsteet, gehandelt worden. Und als die versamelt bawTSchaft ob^
raclt [210] volpracht, haben sie furter das schloß geplündert n
ausgeprennt.
Am andern Ostertag [17 April]
sind die obgemelten kaiserlichen commissari, nachdem sie gaste
Ostertags zu abends spat iren abschied von aim rat und dem ai
schuß genomen und inen darbey allerlay, was not, gesagt betten, ^
weyter uflfrur und beschedigung zu sein, dann es wurd ungestr:
nit verbleyben, der unschuldig mit dem schuldigen geen etc., v
hynnen weg geschieden und geritten. Und wiewol ain rat und d
ausschuß neclithin neben der danksagung die commissari mit drinj
geschirren zu verern anputten, so wollten sie doch die nit annen
mit anzaigung, das sölichs iren pflichten entgegen were. Aber
warden aus der herberig gelöst, und irem schreyber das schreybg
für die Vertragsbrief und ander sein muw entricht. Damit sind
wider Eßlingen zugeritten und fro gewest, das sie ans der st
komen sind.
Der Tawberhawf.
Diser zeyt hat die versamelt bawrschaft an der Tawber c
doster Gerlshaim •'^, schloß Gronsfeld, Lawden^ und ander flecl
erobert, geplündert und ains tails und sonderlich Lawden gar ao^
prennt und ist darnach wider herauff gein Mergethain und für c
Newhaws gezogen, haben das erobert und eingenomen, war dann
das geschray, wie sie im willen wem, heruff für die statt Rotenbu
zu ziehen, die zu belegern und zu erobern.
1 nöpfigheim. 2 Rauh von Winncndcn zu Ilolfenbcrg. 3 Riexing«
4 Ow. 5 Gcrlachslieim. G Grünsfeld, Lauda.
207
>6n andern Ostertags [17 April] zu abens kam nach-
jggrafische scbriften:
men, weysen, unsern lieben, besondern, burger-
r und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
r, von gottes gnaden marggraf zu Brandenburg etc.
stlichen grus zuvor. Ersamen, weysen, lieben, beson-
hdem die uffrurischen bawrn und ander berrschaft under-
e zu inen gezogen, wie wir bericht werden, [211] schloß
lergethain und Lawden erobert, zum tail ausgeprennt,
ind in willen haben sollen, da nechsten für Rotting, Aw ^
uff etlich unser flecken zu ziehen, gedenken wir mit der
ilf gottes, auch ander unser herren, freund und aini-
idten unser land und lewt zu retten und zu bewam.
l wir dann mit gemainer statt Rotemburg in lang her-
verschribner aynigung sind, die under anderm vermag,
, das yemand, wer der oder die wern, unsern tail ainen
zugehörigen überziehen, bekömem, bekriegen oder be-
öUten, das ain taile dem andern one alle sewmnuss zu-
solichs getrewlich helfen, wern und retten in gleycher
3b es ainen yeden selbs angieng, so ersuchen wir euch
•aft der gemelten aynigung, gutlich bittende, ir wollend
Jen den ewrem in rustigung und geraitschaft schicken,
ssen darinn enthalten, wann wir oder unser hauptlewt
ansuchen werden , oder das ir für euch 'selbst unsers
isem Überzugs oder bekömernuss gewar wurdet, das ir
erkst zuziehet, uns und den unsern hilf, rettung und
tun, wie wir uns unzweyfenlich zu euch versehen, wi-
pillichait gnedigklich zu vergleychen und zu erkennen,
hieruff ewer richtigen, verstendigen , beschriben antwurt
tnserm hotten.
Onolzpach am andern balligen Osterfeyertag, anno etc. 25.
se Schrift sassen ain rat und der ausschuß wider zu-
b^atschlagten dieselbig, und sonderlich wes gemaine
lurg den marggrafen verschriben und schuldig wern zu
zu halten, bewagen aber darbey, nachdem die lewft
*
gtn, Anb.
208
diser uffrur halben mit den pawrn (die sich dise statt auch einzim-
nemen, zu plündern und zu misshandeln hörn Hessen) sekam und
geschwind stunden, könnt man dem marggrafen mit lewten gar nit
helfen, dann inen wem ire pawrn selbs abgefallen and widerwertig.
und inen weder die pawrn, noch nyemand geharsam, wider die
pawrn zu ziehen, und ob man gleych vil lewt oder knecht hie in
der statt hette, so wurd doch [212] kainer wider die pawrn ziehen,
zu dem das ^ man die lewt in besatznngen und erhaltung der statt
selbs bedorfte, und was etlicher vil im rat und awsschuß maynang,
damit dem marggraven etwas gelaist und gehalten ward, man sollt
ime mit aim zimlichen gelt helfen und die sach abtragen, doch das
sölichs in höchster gehaimbd gehalten wurd, dann sollte es ander
den gemain man erschellen, das man dem marggrafen wider die
pawrn hilf tete, es wer mit lewten oder gelt, das der gemain man
als ser wider ain rat und den ausschuß sein wurd, als vor ye.
a
?■-
Uff dinstag in Osterfeyren [18 April]
ließ ain rat ain schriftlich antwurt an den marggrafen begreyfou
also lawtend:
• -— ■
r.
s
An mein gnedigen herren, marggrafen Casimir zu
Brandenburg etc.
Gnediger herr! Ewer fürstlich gnaden schreyben, uns yeti^
bey disem hotten getan, mit anzaigung der uffrurigen pawrn band' \¥i
long, in erobörung schloß und statt Mergethain und Lawden geob^^
und das sie nun für andere mer und sonderlich für ewer gnad6<^
flecken zu ziehen vorhaben, denen ewer fürstlich gnaden zu begegne^
gedenken und derhalben uns gnedigklich erinnert ains arückels i^
der gnedigen und undertenigen verstendnuss , zwuschen ewer fnrst ^
lieh gnaden und uns uffgericht, uberziehens halb begriffen, donnacl
gnedigklich begerende, uns mit den unsern in rustung and gerait
Schaft zu schicken, ob ewer fürstlich gnaden oder die Iren aber
z<^en oder bekomert, das wir dann, so bald das an ans gelangei
wurd, zuziehen sollen, hilf und rettung zu tun etc. merers Inhalts
sölicher ewer fürstlich gnaden schrift haben wir undert^ügkli
empfangen und verlesen und sind in undertenigkait ganz willig an
berait, berurten artickel, in vermelter aynigung begriffen, nac
seinem lawt und Inhalt, sovil uns diser zeyt nach gestalt diser vo:
•ogen wesenden lewfte ymmer maglich ist, volg za tun. Wollten
aolidia ewer forstlich gnaden uff ir begern undertenigklich nit ver-
Uten, denn ewer fürstlich gnaden undertenig, willig dienst zu er-
aigen sind wir berait und willig.
Datum den dritten Osterfeyertag, anno etc. 25.
Bnrgermaister und rat zu Kotenburg uff der Tawber.
[213] Söliche schriftliche antwurt, auch den angeregten ar-
tidcd in der aynigong begriffen, ließ ain erber rat dis tags ge-
■dtem ansschuß verlesen und begerten daruff an den ausschuß, sie
tollten ain erbem rat irer maynung auch verstendigen. Daruff gab
der aosschuß dise antwurt, sie wollten vor gemaind lassen lewten
md ain gemaind versameln, inen die artickel der newen Ordnung
wider verlesen und darbey anzaigen, das sie und ain rat mit ain-
inder vertragen wem, daruff auch Iren willen und gemut veruemen,
wes man sich zu inen versehen sollt. Darbey ward durch ain rat
Bttd d»i aosschuß beschlossen, das man dis tags kain pawrn mit
der wer herein in die statt lassen sollte etc.
Antwort der gemaind uff den vertrag und gemelt für-
halten etc.
Denmach ward ainer gemaind wider zusamen gelewt, ir die
aitickel der newen Ordnung wider mitsampt dem vertrag vom aus-
schaß vorgelesen und darbey der bawrschaften beschwerlich fur-
iMBMn oder vorhaben angezaigt mit beger, ain ausschuß daruff irs
Wittens und gemuts [zu verstendigen], und sonderlich wes sich ain
rat ond der ansschoß zo inen wider die bawrn versehen sollten etc.
Damff ist ain gemaind dem ausschuß mit antwurt begegnet, das sie
an dem vertrag und der newen Ordnung wol benugig und gegen
aim rat zu firiden wem, aber ir kainer wollte -wider die pawrn ziehen
odor tnn, liessen in snnst alles das gefallen, das man handelt und
tcCe. Und wiewol daneben Peter Sayler, der Kneplin und ander
wider den vertrag vil ungeschickter, böser red triben, so ward doch
dardi den aasschoß mit inen sovil gehandelt, das sie dis mals auch
n friden stunden.
Demnach ward durch ain rat und den ausschuß verrer von
to schriftlichen, gestellten antwurt vorgemelt geratschlagt, und Hess
te aassdioß ime die also an den marggrafen ausgehen zu lassen
f^üka, dann es wer damit, wie der ausschuß mainte, weder ge-
14
210
tan, noch gelassen', kerne [214] es dann dem forsten zum angrül
so möchte man alsdann zum forsten ain ratsbotschaft sdiicken uai
seiner gnaden begeren ablainen mit erinnerong, das ain rat seO»
heftiger in denen nöten stecken, dann sein gnad, ond aim rat od
gemainer statt pillicher hilf von sein gnaden geschehe ond bedörften,
dann sein fürstlich gnaden von inen, ond off solicha sein gnad darliir
ondertenigklich zo bitten etc., dann sollte man es yetzt also roh
abschlagen, worde es sich mit nichten gezimen, ond so dann ain
rat hilf not tete, worden sie aoch verlassen. In somma es Imbdt,
Stack nichtz gots hinder dem ausschoß ond der gemaind.
Weinspergisch bawrschaft hat nveyter gehandelt
Diser zeyt hat die versamelt bawrschaft des weinspergisdiea,
hohenloischen ond Neckerhawfens, als sie ir taten ond handlang n
Weinsperg, wie vorgemelt, nach irem willen verpracht, die stitt
Ilailpronn oberzogen ond der gaistlichen ond anderer prelaten woi
herrschaften hofe ond hewser darinnen einzonemen ond plondernn
lassen an die von Haylpronn begert. Und wiewol solichs aim rat
ond der erberkait daselbst laid, wider ond nit lieb was. so haben
sie uachmaln irer gemaind, die aim rat abfellig worden, ond ain
rat von inen obergeben, irs willens verhengen ond zosehen rnnssen,
sind in solichem die bawrschaften zo Hailpronn eingelassen wordei.
Die haben darinn alle hof ond hewser der prelaten ond berrschaftoi
eingenomen ond geplondert, ond daneben die von Hailpronn sich
zo derselben pawrschaft verponden, die darnach ine lewt ond andos
in krieg gehörig zogeschickt ond mit ine geraist haben. Daadhat
zo Hailpronn ist diser hawf der versamelten pawrschaft damala der
weinspergisch hawf genant worden. Der hat in gemelter prdatea
ond herrschaften hof ond hewser zo Haylpronn m^klich gelt oid
got von getraid ond wein ond anderm geftmden, erobert ond
gepewt, alle briefliche orkond, register, bocher ond ander
wa sie dero fonden, zerrissen, verprennt, verdiigt ond verderbt,
dergleychen sie dann aoch zo Weinsperg, Schewrberg, Schontal oad
[215] andern clostern ond schlossern, so sie erobert, getan betten.
Damach als derselb weinspergisch ha?rf die hof ond hewser
der prelaten ond herrschaften zo Hailpronn geplondert nnd alle
verwostong darinnen geobt haben, ist er von Hailpronn fainweg
gerockt ond for Homeck ond Gondelshaim, dem dewtschoi noMar.
211-
der daselbst sein forstlichen sitz und hofhaltung hett, ge-
nd als' der Dcwtschmaister, her Dietericli von Cleen, mit
in ritter, bmdem und hofgesind dis weinsporgischen haw-
nischer handlnng und taten zu Weinsperg, Schewrberg,
und anderer enden, desgleychen das im seine burger und
I zu Gundelshain und in andern des ordens flecken und
er das dannocht die von Gundelshaim darvor sein gnaden
letten, bey ir zu steen und zu bleyben) alle abfeilig und
igen bawrschaft zufellig und anhengig wurden, sich zu
ruderten und verpunden, sich auch dieselben des ordens
nndelshaim und anderswa allgerait alspald selbs, ee dann
hawf dahin kam, wider ir herrschaft empörten und wider-
saigten, flöhe hochgedachter dewtscher maister mitsampt
ritter, prudern und hofgesinde gein Haidelberg zu pfialz-
wigen, churfnrsten, nam etlich gelt haimlich mit ime, aber
musten sie grosser eyl halben, und das sie vor den von
im nichtzit flöhen oder wegfurn konnten oder dorften, da-
isen. Und als sie kawm weg komen und entritten warn,
reinspergisch hawf schon da, namen das schloß Homeck
mpt allen andern hewsern, daselbst dem tewtschen maister
Q hofgesind zustendig, ein, plünderten dieselben, namen,
Irinnen funden, und verpewten dasselbig, betten auch von
aid, Silbergeschirr und anderer famuss groß gut darinnen
lamach das schloß Horneck ganz aus und in grund ver-
Ue brief, bucher und anders zerrissen, verwust und ver-
pt anderm.
Q furter in und über den stift Meinz, prachten alle des-
fts stett und flecken uff dem Ottenwald, an der Tawber
l snnst allenthalben in ir pruderschaft und verpundnuss,
kQch den bischof von Straßburg, damals Statthalter des
QZ, dahin, das er sich zu inen mit allen des stifts under-
imnden und in darzu für plunderung und Verwüstung der
nfzdien tawsend guldin verschreyben must zu geben.
.warn desselben weinspergischen hawfens hauptman und
Göts von Berlichingen , Jörig Ballenberger von N, und
Byber Ludwig Hofman. stattsrhreyber zu Oringew ^ So
lllfWt.
14
212
warn der schulthaiß zu Oringew Albrecht Eysenhnt, bnrgermaiste
daselbst and andere hohenloische verwandten dis hawfen rät, pr<
viand nnd pewtmaister, Hnbschhans, der schulthaiß zu Sinderiogei
dis hawfens venderich gewest, weliche alle (biß on Göts von Be
lichingen) bey der tat nnd handlang za Weinsperg , Hailpronn m
an andern enden gewest. Doch warn gemelter stattschreyber u
schulthaiß zu Iren ampten gefangen, gezwungen und getrungen wo
den, die betten sich auch in irer rais etwas beschaidenlicher m
dermassen gehalten, das inen sölichs nachmaln gegen der herrsch!
Hohenloe zu gnaden und guten komen was. Aber Göts von Bc
lichingen war zu Gundelshaim der pawrn hauptman und heerfiir
worden und furaus bliben biß zu endung diser pewrisdien uSn
Diser zeyt warn auch gedachtem pfalzgrave Ludwigen, cha
fursten, seine undertanen zu Haidelberg und anderswa allentha
hiedisset und jenhalb des Reins umbgefallen, und stund Pfalz gegi
denselben sein undertanen in merklichen far und sorgen, und w
deshalb der Dewtschmaister mit den seinen zu Haidelberg auch i
sicher. Doch betten Pfalz und Dewtschmaister etlich graven, herre
vom adel und ander rewter bey inen, aber gern vil kriegsvolks li
stellt, so war kain gelt vorhanden. Und nachdem vil niderlendiscl]
fußknecht im Niderland vorhanden gewest warn, hett hochgedadil
churfurst, der pfalzgraf, bischof Cunraten zu Wurzburg geschrili
und geraten, die[217]selben zu bestellen und anzunemen, wie
dann an gelt wol vermocht, aber es hett es der gemelt bisdiof
tun wollen, das ime dann nachmals zu grossem unrat käme s
andern mit ime.
Am mitwoch in Osterfeyertagen. Von verenderui
des alten rats.
Obgemelts mitwochs in Osterfeyem [19 April] hat die gemii
alhie zu Rotemburg iren ausschuß noch grosser gemacht nnd ii
etwanvil personen und unendlichen hüben aus der gemaind ersei
Derselbig ausschuß hat daruff desselben tags den innem rat n
endert und aus dem rat gesetzt dise hernach geschriben persmie
Dise sint des innem rats vom ausschuß entsetzt worde
Hanns Jagsthaimer, der elter, Hanns Homburg, der elter. Cooi
Eberhart. Endris Stellwagen, Seyz Schmid, Jörig Homer.
213
Antwort ist dis tags dem ausschnfi off sein schreiben und er-
bukh, hievor dem Tawberhawfen and der rotenborgischen bawr-
Schaft getan, von inen zukomen, also lawtend :
Den farsichtigen und weysen des aasschaß der ge-
maind za Rotenburg, ansern nachparn and bradern.
Gnad and firid in Christo. Lieben brader and nachparn ! Ewer
sdireyben haben wir verlesen, and in dem ir anzaigt, die sach [sey]
zu euch gestellt, gesteen wir sölichs, so ir sprechen werdt, das ir
gegen gott and der weit [219] verantworten könnt, wie ir dann
angezaigt hapt, and so ir farhalt, das ir ans, auch dem ganzen
bawfen, so yetzand versamelt, frevenlich zaschreybt ans ma^naidig
scheltrad, nemlich das wir geschwom sollen haben za Oberstetten
ander dem hellen himel mit affgehaben vingem ain leyplichen aid
iff das hailig evangeliam , das wir , sobald her Zeysolfs und Hanns
von Rosenbergs, auch des Vinsterloers pawrn, mit ans in verpflich-
tnng gestanden, mit denselben gesetzt aud vertragen, anhaims za
ton, nyemand zuziehen oder helfen wollten, welichs wir gar nit ge-
steen, dann es euch wol wissend ist, das wir zum Schandhof ^ aus-
gescfarien haben, allen denen, so sölichs, wie wir begern, behilflich
n lein, auch zu Scheftershain uns mit andern verpflicht haben, ee
te Hanns von Rosenbergs sach ausgetragen , weliche auch bißher
oodi nit angestellt ist, in dem zu erachten ist, das die jenigen, von
nch ans zugeschickt, mit uns zu handeln, zu unser antwurt etwas
gesetzt haben, und uns also zugemessen wurd, das wir wider gott,
sein göttlich, ewangelische leer und bott und bruderliche liebe, er,
lid, Pflicht, trawen und glauben handeln sollten, welichs alles nit
ons, sonder denen, die sölichs uns zumessen, zugeschriben werden
soll, betten wir aber sölichs getan, wer unser fumemen nit christ-
lich nnd ewangelisch , sonder wider gott und die bruderliche lieb.
Za dem andern taile gesteen wir, das wir geschwom haben und ir
nü ans, so sich die notturft erforder, euch behilflich zu sein, der-
gle7cben ir widerumb uns. So erhaischt nun die notturft, nach-
^ wir an etlichen stucken mangel haben, bitten derhalben, uns
Tctzond behilflich zu sein mit zwayhundert mannen, gerust uffis best
1 Svidbof.
214
mit langen spiessen, auch mit aiuer schlangen und nnem hanptstuck
mit seiner zugehorong mitsampt aiuer gezelt. Könnt ir uns solidto
aus brüderlicher liebe, auch von wegen ewers aids und pflicht, n
uns getan, gar nicht abschlagen. Und wa solichs nicht geschehe,
befunden wir euch nicht als bruder, auch Stiefbruder, sonder TorkeD
und haiden und ain volk on alle [220] bruderlidie liebe. Ver-
hoffen aber, ir werdt uns dis unsers begems und notturft nichtiü
abschlagen, wollen wir alsdann alzeyt gegen euch als christenlidi
bruder handeln etc. Das alles begem wir uff das schierst m
schriftlich antwurt.
Datum dinstags nach Ostern [18 April] anno etc. 25.
Gemaine rotenburgische bawrschaft, yetiood
zu Markeishain im l&ger.
Der ausschuß hat daruff der rotenburgischen bawrschaft widemob
geschriben, als hernach folgt:
An hauptlawt, bawrnmaister und anderer gemainer
rotenburgischer bawrschaft, yetz im leger zu Markel»-
haim und daselbstumb versamelt
Unsern gunstlichen und freuntlichen grus zuvor. Lieben freimdf
bruder und nachpurn! Ewer yetzt antwurt, uns uff unser jungsl»
bruderlich, getrew und euch zu gut beschehen schreyben, abfor*
derung und erinnerung etc., an den gemain, hellen hawfen und in*
sonders euch getan, gefolgt und zukomeu, haben wir mit mererm
Inhalt derselben petition und beger verlesen und betten aus solicber
ewer antwurt und hessigen anzugs, ah> sollten wir uns insonders
zu euch verpflicht, noch auch, so ir uns ermanen und erfordern
wurden, euch alsdann mit geschutz, lewteu, gezelten, wer und an*
derm lawt ewers begems zuzeziehen oder zu helfen aiuiche Ver-
tröstung getan, gar mit nichten versehen, sind auch desselben der-
maß, wie ir schreybt, beschehen sein, mit nichten gestendig, daan
sich auch sölichs zu dem (dieweyl die sachen zwuschen euch und
gemeltem rat uff uns als den verordneten ausschuß ainer ganzen,
erbern gemaind alhie zu Rotenburg entlich und mechtigklich ewer
schwebenden und angezaigten irtumb und geprechen halb zu bey-
legung und vertrag derselben zu grund hinder uns als bewilligte
und angenomen teidings und spruchlewt hindersetzt, wie ir dana
215
Bdbst wist) gar mit. nichten [222] gezimben, noch geburn will. So
kaben wir auch unser schriftlich begern und abfordrung, wie ob-
'steet, an euch beschehen, euch gar zu kainer schmach, noch aiui-
chem bessigen anzug (wie ir dann beschehen sein euch angemast
ond vertewtschen wollt), sonder nui* allain dasselbig und alles an-
ders, so wir getan, euch, ewern weyben, kyndern, haben und gutem
za ewerm aigen nutz, vortail und gutem, euch damit vor verrerm
anrate, Vertiefung, schaden und nachtail, so euch alsdann daraus
eotfiteen und volgen mocht oder wurde, zu furkomen und zu ver-
hueten, guter, bruderlicher, getrewer warnungsweys getan und aus-
geoi lassen, das ir euch dero und ganz kainer andern gestalt oder
ma}iiang beschehen sein vermerken, noch versteen sollend, aus dem
allen ir lejchtlich zu ermessen und zu erachten, das wir (nachdem [wir],
wie ir wist, aus teglicher wamung und trohe unser selbst aigen
leyb, lewt, guter und geschutz von unsem widerwertigen fursorgklich
n geprauchen notturftig) berurter ewcr bitt und beger mit nichten
statt oder volg tun mögen, noch könden, uns auch sölichs aus ob-
erzelten und andern merklichen Ursachen mit nichten gepurn will,
abermals mit gar bruderlichem, nachpurlichem fleyß euch zu gut
bittend und beerend, wa ir mit fugen und glimpf, als ir dann un-
sers erachtens wol tun [möcht], abziehen und von dem ganzen hawfeu
aksondern könnt oder möcht, das ir euch nochmals widerumb zu
ewern weyben, kynden, haben und gutern tun und den ausspruch,
vie der hindersetzt und, als obberurt, gestellt ist, auswarten und
eter zusag, wie ir euch selbst erpietend, volg tun wollend, daran
alsdan an uns kain geverlicher verzug geschehen soll, mit dem über-
lässigen erpieten, wa euch oder den ewern, so rotemburgisch sind,
tt were gleych von aim rat alhie oder andern aus irem gehaiß
M u^n w^en, über den künftigen vertrag, so uffgericht werden
soll, diser sachen halb mit überziehen, vergeweltigen oder andern
adualen aber kurz oder leng [223] ainiche betrangksal begegen
oder nigemessen werden sollt, das wir alsdann euch uff ewer er-
fordern mit allem unserm vermögen, sovil yendert an uns ist, mit
Uf nnd beystand nit verlassen. Haben wir euch guter maynung nit
Yerliatten wollen.
Datum dfHmerstags post Pasce [20 April] anno etc. 25.
Der verordnet ausschuß ainer ganzen, erbem
gemaind zu Botemburg uff der Tawber.
216
Weyter vom newen regiment.
Am donnerstag nach Ostern [20 April] hat der obgemelt ansscbnl
ainer gemaind alhie den innern rat wider ersetzt und an der ent-
setzten Personen statt dis nachbenannten personen gesetzt:
New ratspersonen.
Jörig Spelt, der alt, Christoffel Kreß, Hanns Jagsthaimer, jtmg,
Lienhart Schwarzman, Benedik Maisch, Hainz Crist, Cunrat Hdd.
Alt ratspersonen.
Und ließ der ausschuß vom alten, entsetzten rat wider im
newen innern rat bleyben dis nachbenannten: Emfrid Kämpfen,
Erasmusen von Mußloe, Peter Haiden, Pauls Wackem, Jheronimiii
Haseln, Jorig Bermetern, Bartolmes Freyen, Lorenz Dennem, Hamv
Furpringern, dise all wider iren willen und gefallen. [224] Ab«
nachdem Christoffel Kreß mit krankhait seines leybs beladen wts,
enderten sie denselben von stund an wider und satzten an sein sUtt
Carel Wemitzem.
Ewsser rat.
Yerrer hat der ausschuß ainer gemaind alhie verendert da
ewssern alten rat und den von newem erweit und darein Stein
von Menzingen und vil ander vom ausschuß und der gemaind ge-
setzt, die nit gemerkt oder verzaichnet worden sind. Aber doD,
so des alten innern rats, wie obsteet, entsetzt worden sind, habet
sie kainen in ewssern rat gesetzt, dan Seyz Schmiden.
Burgermaister.
Item hat gemelter ausschuß gesetzt und geweit zwen, nemlkli
Jörig Bermetern zu ainem innern und Jacobs Jacob zu ainem ews-
sern burgermaister.
Stewrer.
Item hat gemelter ausschuß alspald Erasmusen von Hnßloe
und Jheronimus Haseln zu innern, Steffan von Menzingen und Jo-
hann Schemeln zu ewssern stewrern erweit und gesetzt,
217
Richter.
Item hat der ansschuß erweit und gesetzt, nemlich Peter Haiden
KL innerm and Bonifacium Wernitzern, genannt Beham, zu ewsserm
richtem.
Bawmaister.
Item die alten bawmaister Bartholmes Freyen und Jos Kergen ^
bbcn sie bleyben lassen.
Tat etlicher weyber.
Item dis tags haben sich etliche weyber alhie, nemlich die
Aicfahomin. Hans Elen, Hanns Begens und anderer mer hawsfrawen
ZQsamen gerottiert, haben ain wagen mit geladnem [225] getraid,
her Conrat Volkmaner, priester und altaristen in der alten Unser
lieben frawen capellen [zugehörig], auch vor seinem haws stende,
AogefaUen, das traid ausgepewt und weg getragen, darnach sein
baws ufijgebrochen und zu plündern understanden. Das langet alü-
pald an den ansschuß. Der schicket darüber und ließ solichs ver-
pieten, also das weyters nichtzit gehandelt wurd. Aber was die
weyber hin hetten, das was hin und verclagt, mau fragte nach
denselben nichtzit Es war schier alles recht, was der gemain ge-
pftU fumame und tete, war kain straf da.
Barthel Albrechts, der ainer des ansschuß was, schrieb Hanns
Holienpachen, wie nachfolgt:
I^em ersamen, beschaiden herren Hanusen Hollen-
PAch, priester, frumesser zu Lewzenproun, yetzt im
beer bey Markelshaim.
Mein freuntlich grus zuvor. Lieber her Hanns! Gestrigs tags
^ ich empfangen, und ist mir worden ain brief, den ich an ain
l^*e gemaind alhie antwurten sollt etc. Daruff gib ich euch zu
^kennen, das ich solichs mit nichten tun kan, will mir auch gar
Bit gezimen, noch gepum zu tun, dann ich bin ain burger alhie
^ zu dem ansschuß globt und geschwom, weyß on denselben aus-
sdml kain gemaind zusamen zu pringen, must auch, wa ich es
^n tun kunt, darab meines leybs und lebeus in far und sorg steen.
*
l 6 nennt erstem „innem*, letsttern „ewBper bi^wmiMSter^.
218
Zu dem, so ich also mit dem ain empöruug machen oder ernfeckm
.ward oder möchte wer es ye dem ewangelio, das lu allem fridoi
aijQigkait dient, entgegen und wider, nachdem auch der rat undfa
ausschuß und ain ganze gemaind in iren geprechen und sach6nfl|i-
lich mit ainander geriebt und vertragen sein, darumb ich solidiir
obberurter ewer beger und mutung nit statt tun kan, noch wil,
euch bruderlichs fleyß bittend, mich demnach verantwort und eär
schuldigt zu haben. Beger ich umb euch brüderlich zu Terdiawii
dann euch in ander weg zu willfarn und zu dienen hapt und fiii
ir mich willig.
Datum donnerstags nach dem Ostertag [20 April] anno etc. 21:
Barthel Albrecht zu Rotenbors.»
[226] Kirchberg * belangend.
Dem ersamen, weysen burgermaister und rate der stiHi
Rotenburg uff der Tawber, unsern besondern, lieb«li|
1
und guten freunden.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Ersamen und weyMii'
besondern, lieben und guten freund! Ewer und unser gut &eul»j
die von Hall haben uns geschriben lawt beygelegter copi, bitten ik;
ewer weyshait sonders Heyß, uns in solichem ewer gemut und gt^
bedunken bey disem unserm boten auch schriftlich zu bericML
Daneben wollen wir ewer erber weyshait nit verhalten, das Kink*
berg noch mit fuufunddreyssig mannen besetzt und verwart lÄ
"Wollten wir ewer erber weyshait zuzeschreyben nit underlassea
Ewer erber weyshait sonder lieb und dienst zu beweysen smd «ir
willig.
Datum donnerstags nach dem hailigen Ostertag, anno etc. 35.
Burgermaister und rate zu Dinkelspuhd
Den von Dinkelsbuhel.
Lieben und guten freund! Nachdem, wie ewer erber wfyv
hait Wissens haben mag, dero auch unsere besonder lieben und gntn
*
1 Schloß und herrschaft Kircbberg an der Jaxt war von 1384biil5tt
gemeinsamer besiti der slMdte Rotenburg, Hall und DinkebMUil. JtiB
jähr sandte abwechselnd eine derselben aus ihren bürgern einen oberrogt gn
Kirchberg, und zytat 1525 DlnkelsbühL
k^X/1, \Aft*V'W I
A**L7U\.AA mVH. »A%mAV\yäA ■
va««w WAV »?avitA
iing and auflewf enthalten, bey den Iren bleyben und, als
i nndertanen gepurt und wol ansteet^ gegen uns erzaigen, dar-
wir günstig eynsehen irer beschwerden, ob sie mit ainicken
den, haben and zu aller maß, wie es andere umbligende herr-
91 und stett mit den iren halten, sölichs auch furzunemen,
ch verners nit zu dringen, sonder bey demselben handvestea.
ich sehe uns für not und gut an, das ewer erber weyshait
i statt, daran yetz die manung, soverre es derselben ewer
weyshait als wol, als uns gelieben wollte, dem vogten zu
berg schreybeu, das sie sölichs daselbst zu Kirchberg und in
ecken, darein gehörig ^, gleycher maß verkundten, uff das der
erwandten ruwigklich sitzen bleyben, und dardurch unrat verhut
1 möchte, das auch ewer erber weyshait den newen, ange-
I obervogt uff das furderlichst, nachdem sich die zeyt nehert,
a auch die notturft erhaischt, uffzuziehen abfertigen. Das
wir ewer erber weyshait im pesten nit pergen wollen, dann
ben anneme, freuntwillige dienst zu beweysen seyen wir gewillt.
Datum mitwochs nach Pasce [19 April] anno etc. 25.
Stettmaister und rate zu Schwebischen Halle.
[227] Am freytag nach Ostern [21 April]
ir ausschuß ainer gemaind nahend alle ampt alhie zu Rotem-
entsetzt und von newem besetzt.
Die gaistlichen.
220
sitzen mtisten, erscMnen und haben gebetten, das man sie wollte
za bargern uffhemen, mit erpietnng, alle bürgerliche bescbwerden
zu tragen, wie andere burger. Das ward von inen angenomen.
Daruff taten dieselben gaistlichen bürgerliche pflicht Inhalt des bv-
garaids.
Die Schwestern im schwesterhaws snpplicierten, all
hernach folgt:
Den erbern, vesten, fursichtigen und weysen, bnrgermaister
und rate, auch aim erbern ausschuß ainer gemaind, ansem gonsti-
tigen, lieben herren, empieteu wir, muter und ganz versamlung des
schwesterhaws alhie zu Rotemburg uff der Tawber der dritten re-
geln sant Franciscen ordeus, unser andechtig gebett gegen gott nsd
zimlich, willig dienst in disem zeyt zuvor berait. Gunstigen, Heben
herren ! Nachdem ie in diser vor äugen wesenden empörung des
gemainen manns und der pawrschaffc manigerlay beschwerlicher reden,
alle ordenslewt betreffend, wider und für geen der maynung, wain
ainer kurz ain gemaind zu Rotemburg nit werd nemen alles das.
so wir haben oder besitzen; das es in ainer kurzen ze}i; die pawrn,
die sich dess und anders vernemen lassen, tun wollen. Nun wiewol
unsere vorfarn und wir des schwesterhaws hab und guter on meoigk-
lichs rechtlichs widertreyben besessen und inngehapt haben, diewerl
aber yetz das hailig ewangelium solichem entg^en gepredigt ond
angezaigt, deshalben das gemain volk mit der tat gegen uns m
handeln bewegt wurd und vermainen, dess vor gott fug und recht
zu haben, damit den also die aufrur gegen dem gemain mann fnr-
komen und underlassen bleyb, erpieten [228] wir uns hie mit disem
uuserm briefe, aller unsers schwesterhaws hab und guter, inhabeos
und beseß gegen gemainer statt Rotemburg und derselben gemain
nutz zu übergeben und zuzestellen, doch also und der gestalt, uns
in vermeltem schwesterhaws, sovil deren bleyben, unser zinüiche
narung und nnderhaltung zu raichen und zu geben, weliche sich
aber vereelichen wurd, das derselbigen mit aim zimlichen heyratgut
verholfen werd. Dagegen wollen wir uns auch mit unsem personen
in ewer burgerrecht verpflichten und begeben, alle bürgerliche bürden
zu tragen, wie ander ewer burger alhie. Bitten, ewer erberkait
wollen sölichs also gunstlich von uns annemen. Das b€gern wir io
aller Zimlichait, wie sich gepurt, zu verdienen.
221
Za arkund haben wir mit fleyfi erpetten die erbern nnd vesten
arat Eberharten und Gilg Reymund Beringern zu Rotemborg,
günstig, lieb jonkherrn, das sie ire aigne insigel öffentlich in
briefe getruckt haben, dess wir yetzgenante zwen sigler der-
ben von bitt w^en, doch nns nnd unsern erbern on schaden
tan [zn] haben bekennen, der geben ist uff freytag nach Ostern
l April] nach Christi, onsers lieben herren gepurt funfzehenhun-
rt nnd im 25 jaren.
Daruff warde gemelt mnter nnd Schwestern alspald dis tags
Imrgerin an und uffgenomen, welichs burgerrecht ir sechs under
i Schwestern Inhalt der artickel mit trewen an aidsstatt globten.
isschnß hat weyter begert, gemainer statt gelt den
»wen stewrern sampt den schlüsseln zu behendigen.
Am samstag nach Ostern [22 April] hat der ausschuß an den
w gesetzten rat begert, mit den alten stewrern zn handeln, das
) alles gelt, nnd was sie betten, den newen stewrern zustellen,
rwam nnd inen die schlussel behendigen sollten, also das die alten
Btrer kain schlussel oder gewalt mer darüber betten oder haben
llai, wie dann sölichs vom ausschuß an ainen rat des newen re-
iMBts, der doch kain gewalt hett, pracht ward. Und wiewol dem
rat solichs ganz beschwerlich was, wider die alten ratsper^
nit gern [229] handelten, dann der new rat merer tails wider
willen zu solicher regirung kamen und in dem und anderm
m mwülig zu der sach warn, yedoch dieweyl der ausschuß, der
Higs neben und bey dem newen rat saß und noch für und für
loi gewalt von wegen ainer gemaind übet und geprauchet, sölichs
gr inen *al80 beschlossen hett , und sein ernstlich fumemen was,
wmok sie inen das auch gefallen und dem sein furgang lassen.
il damif der new rat solichs an die alten stewrer gesonnen, die
«nn sich dess zu tun nach gestalt [der sach] ganz willig finden,
liui mit dem anzaigen und geding, das gelt zuvorderst, wie dann
ft BOtturft irer rechnung das erfordert , zu zelen , darumb es sich
i gdücken wurd, das gelt von sich zu geben, ee dann sie es ge-
ll md dess Wissens betten, wie vil dess were.
Darnff haben die newen stewrer das gelt und anders in d^
wrstaben verwart, die schlussel zu iren banden genomen, und ist
i gdt durch den newen rat und ausschuß versigelt worden mit
222
dem erpieten, wann sie das gelt znm zelen bedorften, das min inet
das wider behendigen wollte.
Her Casper vom Stain, comentar zu Sant Johanns hie
zn Rotembnrg
ist dis samstags [22 April] zu morgens fruw für den newen nt
und den ausschuß komen, hat an sie begert, ine zu verstencfigei,
was er tun oder sich halten sollt in diser uffrur. Ward ime tob
newen rat und ausschuß antwurt geben, er bette gestern dank'
seinen knecht, den Knoblauch, und ander seine diener an ain ntl
gelangen lassen, wie er was anzupringen bette, mit beger, in
hörn, daruff wer er uff hewt beschieden worden der maynong,
in seinem anpringen zu hörn, wa er nun etwas anzupringen und
begern hett, wollten ain rat und der ausschuß ine hörn und iM
daruff gepurlich antwurt nit verhalten. Aber comentnr hat dani
verrers nichtzit anbracht, sonder ist daruff abgeschieden.
Tawberhawf.
Dis samstags nach Ostern hat der Tawberhawf der versamelttt^
bawrscliaft Rottingen, schloß [230] und statt eingenomen, das "^^
auch geplündert, alles dem stift Wurzburg zustendig.
Am sontag Quasimodogeniti [23 April]
hat der Tawberhawf drew fenlin knecht als ain verlornen hawfea
von Rottingen aus gein Puthart * geschickt, dasselbig schloß BBr
zunemen. Nun warn in demselben schloß, das dann dem stIft Wart-
burg zugehört, bey anderthalbhundert wurzburgischer rewter, dar
under etwanvil vom adel gewest, mit etlichem geschutz gelegen, dto-
hatten sich, sobald sie die mer vernomen, mit dem geschvti aü J
dem schloß getan, uad das geschutz under den verlornen hawfah^
abgeen lassen, warden ir etwanvil im verlornen hawfen erschosMi.-
Daneben warn etlich geraisig under die parwn des verloren hawfaf^ !
gerennt, betten ir bey den sechzehn erstochen und etlich simsl ver*^
wundt, warn darnach, als sie vernamen, wie der gewaltig hawf d«-
pa,,wrschaft hernach zuge, mitsampt dem geschutz in guter gewarsaa
1 Bflthftrt.
222
m inen gezogen, besorgten, der gewaltig hawf möcht sie ubereylen.'
M sölichem hat der hawf der yermelten bawrschaft das schloß
tQthart alspald auch erobert, geplündert und aasgeprennt.
Comentur zu Sant Johanns
tt dis sonntags [23 April] an den newen rat und ausschuß sup-
idrt, wie ime geraten werde, burger zu werden, wie dann ander
istlich Personen auch teten, das wer er zu tun ganz gewillt, es
iUi ime aber on wissen seiner obern uit gepum, darumb wollt er
an seine obern gelangen lassen. Daruff ist ime kain sondere
itwurt worden, dann das ain rat oder ausschuß im nichtz geraten
ib, dorft auch des rats oder ausschuß halb bey sein obern nichtz
uideln, dann sie betten nichtz an ine begert, so begerte man auch
)ch nichtz an in.
[231] Am montag nach Quasimodogeniti [24 April]
tt die versamelt bawrschaft des Tawberhawfeus die statt Aw \
m Stift Wurzburg zugehörig eingenomen und das schloß Raigels-
rg' darbey, auch dem stift zustendig, erobert, geplündert und
^geprennt and die burger zu Aw sampt dem ganzen ampt zu
m verpunden, ain merklich getraid und andere hab im schloß
iden.
Der ausschuß
;.d]e tags Kilian Ettschlich, den tochscherer, zu dem hawfen der-,
enbargischen versamelten bawrschaft, so damals zu Aw lagen.
1 die statt sampt dem schloß Raigelsberg innen betten, geschickt,
r inen ansynnen lassen, inen die übrigen artickel irer beschwer-.
I, der sie sich beclagten, zuzestellen, damit ains mit dem andern
scbiiden und ausgesprochen wurd, und dameben alspald zu er-
neo, was fumemens der hell hawf gegen der statt Rotemburg
m, und daruff mit inen auch handeln wollen, und war Kilian
idischerer derhalben ain Instruction gestellt, die er den haupt*
wtoi des hawfens zu Aw zustellen sollt, die er ine auch zu Aw
I dem ratbaws aberantwurt bette. Und sobald sie die v^lesen,
1 Aab. 2 Beiohelsburg.
224
hetten die hauptlewt gesagt, es were eytel narrenwerk, auch Ui
ander antwurt geben.
Wie hauptlewt und rate der versamelten bawrscbaU
zu Aw her Hanns Hollenpachen und Hanns Clingleri
mit ainer schrift hieher gein Rotenburg an ain g«-
maind fertigten etc., und was daruff hie gehandelt
ward.
Uff obgemelts Kilian Ettschlichs Werbung und handlung
hauptlewt und rate vermelts hawfen alspald aus inen her
Hollenpachen, frumessern zu Lewzenpronn, und Hanns Clinglem
Bettenfeld als rate mit ainer schrift hieher gein Rotenburg an [:
ain gemaind geschickt. Und als sie hieher komen sind, haben
an den ausschuß begert, inen ain glait zu geben und ain
zu versameln, damit der brief, den sie hetten, ainer gemaind
lesen wurd. Und wiewol den newen rat, auch zum tail den
schuß sOlichs nit für billich und gut ansahen und demnach
inen den brief zu behendigen, so wollten doch sie, die
kain anders, auch sunst gar nichtz, dann wie sie, als vorstet,
hetten, sich hörn oder vermerken lassen wollen. Demnach
Schlüssen sich der new rat, wiewol merer tails mit grosser beschnfrii
und der ausschuß mit ainauder, das sie ainer gemaind zosaaü
lewten lassen wollten, welichs dann alspald beschach. Und als dl
gemaind in der pfarrkirchen zusamen kam, wurden erstlich dietk
gemain maister, so der ausschuß verordnet hett, ainer gemaind itt^
gerufen und eröffnet, damit ain yeder sein anligen und besehiNP
nuss, 80 er hett, hinfur denselben viem wist anzuzaigen und Intf
derselben Ordnung zu handeln.
Die vier gemain maister:
Conrat Ofher, Hanns Kranz, Gilg Raymund Beringer, UlfiA
Zehender.
Damach ward der brief von den genannten zwayen gesaaM
desselben hawfens empfangen und alda in der pfarrkirchw vor «■
rat, dem ausschuß und ainer ganzen gemaind durch den stattschreybtf
öffentlich verlesen, also lawtende:
225
in ain christliche gemaind der statt Rotemburg uff
der Tawber, ansern christlichen brudern K
Gnad und tnd in Christo. Lieben bruder in Christo! Nach-
lern sich ans der Verordnung gottes ain empörong erhaben hat zwu-
dien [233] dem rate und der pawrschaft der statt Rotenburg,
tachmals ir in dem besten furgenomen habt, ain verainigung zwuschen
Den zu machen, und darumb ain ausschuß von euch erweit, das
firselbig söliche empörung, zwitracht und zerspaltung entrichten
oOf demnach der erweit ausschuß solichen iren befeih angenomen
Dd gehandelt, also das sie ain spruch wollen machen zwuschen
m, den sie vor gott und der weit verantwurten konden, und der
e9 ewangelio gemeß se^, uff solichs ir furpringen irer wort hat
ia rat, auch die bawrschaft die sach dem ausschuß haimgesetzt
nd der rat und die bawrschaft ir glupt und aid gegeben, bey so-
dion irem erpieten, welichs dem ewangelio gemeß ist, zu bleyben,
iraber auch ain ausschuß begert, so sie der bawrschaft notturftig
Brden, das sie inen sollen behilflich sein, desgleychen wollen sie
Ä der pillichait willen auch tun, seytmal wir alle brüder sein.
nf sölichs ir b^em hat die bawrschaft zusagen getan. Nun in
itler zeyt hat es sich begeben, das die bawrschaft umb der not-
rft willen an euch hat erfordert mit zwayhundert mannen und
lichem geschutz und gezelt, dasselbig ir wider die pillichait ab-
schlagen habt, und uns auch hoch befrembdt ewers furnemens,
la ir wider die pillichait abgeschlagen und wider die bruderlich
ib ist, das ir hofft, so die notturft erfordert, euch zu tun, ir aber
flu gar kain pillichs zu «tun, welichs nit brudern gezimbt, fur-
meiis seyt. Ist unser maynung, soliche unchristliche liebe und
npaltnng in ainigkait zu ziehen und pringen, das sie euch und
ine und uns allen die gerechtigkait gottes zu erstrecken und
undzohaben behilflich sein wollt, welichs ir auch uff trawen und
toben zugesagt hapt. Darumb vermanen wir euch umb des waren
ort gottes willen, [das ir] zu uns innerhalb zwayen tagen komen
öOt mit zwayhundert mannen, gerust mit langen spiessen, zwayen
inptgeschutzen und zwayen gezelten, und so ir sölicher begerung
ud anfordning der pillichait uns werdt abschlagen , werdt ir uns
ff
1 (Mraekt b^ Jktmn 586.
226
erfinden brnder, [234] die each nichtz gats werden pringen, ia
auch mit euch werden handeln, das wir lieber vertmgen wölltai
sein, and daran ir kain gefallens werdt haben, and auch euch er«
manen aas christenlicher liebe , darmit die pawrschaft and auch ir
in der gemaind nicht weyter zu schaden möcht komen. Sölich TUuer
vermanang wöUt ir beherzigen etc.!
Datum an sonntag Quasimodogeniti [23 April] anno ^. 25.
Hauptlewt der versamelten pawrschaft, yetzol
zu Awb gelegert
Nach Verlesung yetz verlpypter Schriften ward durch den stitt-
schreyber uff befelh des newen rats und ausschuß geredt : Ain eriier
burgermaister und rate, auch ain erber ausschuß hie zugegen betta
sich entschlossen, und wer ir beger, das ain yeder in der genuai
allain und besonder sein antwurt, maynung und gutbedunken, ftf
dem hellen hawfen uff dis sein schreyben sie für antwurt gebs .
wollten, und sich mit aim rat und ausschuß ainer ainhelligen m^--
wurt vergleychen sollte, was man tun oder lassen wollte, damit im ^
in kain weyter verdiefang keme. Daruff haben sie sich in tiflS
gemaind verainigt, das ain yedes handwerk die stimm aines yegic*
liehen in irem handwerk einnemen , und ain yeder besonder gehört ;
werden , und sollt darnach ye ain handwerk nach dem andern db
antwurt aim rat und ausschuß furpringen.
Verantwurtung etlicher vom ausschuß.
Daneben verantwurten sich Steffan von Menzingen, Cristuiii
Hanns Kretzer, der wirt, und Lutz Beck, so zu dem hawfen dff
versamelten bawrschaft, als er zu Oberstftten lag, geschickt worda
waren, des zusagens halben , so in der gemelten schrift uff sie ir
zogen wurd, und warn desselben zusagens, dermassen dem heihi
hawfen getan , gar nit gestendig , sonder zaigten an , das es dh
maynung bette : Als sie zu Oberstetten bey dem hellen hawfen p*
west wem und die pflicht von inen genomen betten, das sie irtf
Sachen [halben] bey dem ausschuß der gemaind entlich UeyiMi
wollten etc., betten etlich der hauptlewt meidung getan, als ob in disi
handlung unangesehen dis Vertrags dannocht in ain wachslin p"
truekt und nit vergessen wurd. Daruff betten sie, gesanten dei
ausschuß, inen, der bawrschaft, zugesagt, das es nit die maymoS
haben sollt, sonder wa ain rat oder yemand anderer den sprach
227
nt halten, sonder darwider ton ward, das sie iuen dargegen helfen
Md ir leyb nnd gut bey inen lassen wollten, und gestunden kains
ndem zusagens. Wer auch darbey nemlich geredt worden, das
lie sich awsserhalb her Zeysolfs von Rosenbergs, Wilhelm von Yin-
rterloes und Hanna von Rosenbergs pawm zu kainer andern herr-
schaft pawru und undertanen mer verpinden sollten. Darumb die-
vcyl sie dann yetz dermassen sich weyter zu anderer herrschaft
pawm wider des ausschuß wissen und willen verpunden betten,
wer ain ausschuß oder yemand inen kain verrer hilf mer schuldig
a tun.
Und wiewol pfaff Hollenpach als der gesanten ainer von der
pawrschaft auch vil darwider redte und das zusagen anzaigen wollte,
10 war es dannocht Menzingers anzaigen nit ungemeß, dann allain
ward darbey gemelt, es wer Hanns von Rosenbergs lewten noch
bilUier nicht verhelfen gewest. Daruif saget Menzinger, dieweyl
Hanns von Rosenbergs pawm noch nit verhelfen wer, so möcht
man ine dai^iocht etwas schuldig sein etc. Damit schied man allent-
halben ab und aus der kirchen hinwegk.
Der handwerk antwurt.
Nach essens kamen alle handwerk, und nemlich ye ains nach
im andern uff das rathaws, und ward ye ain handwerk nach dem
tndern in seiner antwurt verhört, die gemainlich alle und yedes
bindwerk besonder eim [236] rat nnd ausschuß antwurt geben,
wdiche antwurt des mem tails alspald durch Emfrid Kumpfen uff-
ICBchriben ward Inhalt nachgemelter verzaichnuss :
Das verberhandwerk
pd> aim Cjirbern rat nnd ausschuß die antwurt, was sich ain erber
rat verainigt und beschluss, darbey wollten sie all ainhelligklicli
bdeyben, und das beschließlich , das sie den pawm irs bogerens
n kainen weg volg tun, wollten bey aim erbem rat leyb und gut
assen.
lailer, aattler, mawrer, zymmerlewt, hefner, decker.
Diae bandwerk, sie geben dise antwurt: Hetten die gesandten
m inaachaß den pawm etwas versprochen oder verhaissen. das
ritten sie inen halten, doch one der gemaind schaden etc. Zum
15*
228
andern woUten sie bev aim erbern rat and ansßdnifi bleyben, 1^
und gut bej inen lassen nnd sind in disen hindwerkoi Torhandei
gewest: Jörig Waltman, sattler, Steffian Kasel, sayler, Hanns FloB,
Jörig Korn, Micbel Gering, Tboman Bdiaim. Hanns Feynawer, ^
Lienhart Zymmerman, Hanns Werner, Sattelbanns, Hanns Dondier, -
Hanns Metzner.
Nota! Ir vil in disen obgemelten bandwerken des necfastei
titeis sind ausbliben nnd nit erscbinen, ist rerlassen nacbzofirageB}
wer dieselben, dann sie sein on zweyfel geverlicber maynnng aus-
bliben.
Barbierer nnd bader.
Dise zway bandwerk geben nff den artickd der pawm m
erbern rat und dem ansscbnß [237] die antwnrt: Was ain rat od
der ausschuß tun, darbey wollen sie ir leyb nnd gut lassen.
Huter und leinweber.
Dise zway bandwerk geben zu antwurt: Man soll den pawn
irem begem volg tun. Und nachdem die hnter nit all ersdüofli
bind, sonder durch ain befelhaber geantwurt haben, ist yerlasMii J
i>ie wider zu beschicken und verrers mit inen zu handebi.
Hainrich Bronzendorfer , Hanns Waltman, der wirt, Gahid
Langenberger , Jos Verg, Hanns EnUin, Jörg Ballenberger, geniat
Höckner, und Hanns Kunmier, dise antwurten, sie wollte bey ain
erbern rat und dem ausschuß beleyben und ir leyb und leben b9
inen lassen.
Die becken
antwurten, sie wollten auch all mit leyb nnd gut bey ainem erben
rat und ausschuß bleyben.
Schmid, wagner nnd Schlosser.
Die wollen bey aim erbern rat und ausschuß bleyben, was sie
in diser sach machen, und leyb und gut bey aim erbern rat ist
dem ausschuß lassen.
Hainrich Burkhart, seydensticker, Stephan Ooldsdimid, Bork*
hart Hetzer antwurten: sie wem aim rat und dem aosschofi ^oH
229
mi Terpflicht, was sie machten and handelten, darbey wollten sie
Hqrben, soweyt ir leyb und gut raichte.
Knrsnerhandwerk
latwnrten: Sie wöUten bey aim erbern rat und ausschuß bleyben,
las man inen die antwurt, so man der bawrschaft geben werd,
»Ute verstendigen und ainer ganzen gemaind.
Die hecker.
Sie wollten all bey aim erbem rat und ausschuß, was sie
Bichten, bleyben, leyb und gut bey inen lassen.
Hans Ul aber sagt, er wollte sein leyb allain retten, *wa er
tOont, und ist von den heckem und Ton rat und ausschuß allen
ibgetretten.
[238] Gerbermaister handwerk.
aben durch Fritz Kränzen, Jörig Keydeln und Jörg Pflugern lassen
langen: Das ain ganz handwerk wollen leyb und gut bey aim
m lassen, doch soll man sich bey dem ganzen hellen hawfen er-
bndigen, ob der obverlesen briefe von inen, dem ganzen hellen
bwfen, ausgangen und also zu handeln befolhen sey, dann sie betten
n nreyfel daran.
Schneyder und tuchscherer
U iü erschinea, geben antwurt, sie wollen bey aim rat und aus-
iMi bleyben. Und wiewol sie erstlich mit solicher antwurt zwi-
peitig warn, so trat^ sie doch letzt zusamen, wiewol beschwerlich.
Karins ^ Albrecht, metzler, antwurt für sich selbs, wes ain rat
ad ausschuß machen, tun oder lassen, darbey wollt er bleyben und
7b und gut bey inen lassen.
Metzler handwerk
od personlich erschinen, antwurten, sie wollten bey aim rat und
ttsdiaß beleyben, gleychwol mit seltzamer, verdunkelter red, doch
■tet mit lawtern, guten werten.
Thoman Seybot, Jörig Erb, Hanns Frieß, Dieterich Seckler
♦
1 QtUfBt auf Bneharius.
230
antworten, sie wollten bej aim erbern rat sterben und genesen «nl
der pawrschaft gar nichtz geben oder leyhen.
Schustermaister
'i
geben antwurt, sie wollen ains rats und ausschuß maynung und '
gutbedunken vorhin hörn.
Die bawrn hie in der statt
wollen bey aim erbern rat und ausschuß er, leyb und gut lasso. ;
Kremer, glaser, hockner, goldschmid und maier 1
geben 'die antwurt: Sie sind burger, wollen [239] auch bey aii \
erbern rat und ausschuß bleyben und ir leyb und gut bey in lasset. '
Peter Sayler
antwurt, er wollt bey Stephan von Menzingen bleybeu.
Hanns Sayler,
er wollt bey aim erbern rat und ausschuß sein leyb and gut lasseii
Hanns Feyerlin, der jung, ain zymmermann,
er wollte bey aim erbern ausschuß bleyben.
Dis hernach benannten
i
wollen bey aim erbern rat sterben und genesen mit leyb und git^ j
£rhart Sander, putner, Hanns EUwanger, Peter Mark, Sixt Bev- -^
schel, Oßwalt Barchat, Fritz Buttner, Fritz Bamberger, Hanns Bis* ;
berger, Mertin Kupfer.
Melcher Schreyner
sagt, so er sich mit seim handwerk nit ernem möcht , und in in /
1
erber rat versehe mit zimlicher cost , wollt er lassen bey aim ü^ - 1
leyb und gut.
■(
Dis nachbenannten
wollen bey aim erbern rat und ainer ganzen gemaind mit Iqrbvri
gut bleyben, so aber den pawrn etwas verhaissen sey worden, wAIki
sie, das inen dasselbig gehalten werden soll, damit gQjmaiAor stttt
231
nit onral daraus entstee: Lienhart vorster, Endris Vorster, Fritz
Hofman, Peter Schreyner, [240] Peter Butner, Casper Büttner,
Lienhart Scfareyner, Hanns Seckel, Mertin Putner, Lienhart Bayer,
Reyhlin, Hanns Kern, Hanns Seßler.
Dis nachbenannten hater
haben verrer antwurt geben, sie wollen uff irer maynung beharren
and dem hellen hawfen schicken, was sie begern : Hanns Weydner,
Peter Grill, Lorenz Geyer, Caspar Hochmayer, Lienhart Xagengast,
Christoffel Westermayer, Hanns Kraft, Jörig Bonn.
Ain Schrift
ward indess alspald an mein gnedigen herren, marrgrafen Casimir
von aim rat und ausschuß, doch im namen ains rats abgevertigt
lind bey Hanns Speltern, dem landknecht, reytend dem fursten zu-
geschickt, also lawtend:
An marggafen Casimir zu Brandenburg etc.
Gnediger herr ! Wiewol die geprechen zwuschen der uffrurigen
unserer bawrschaft irer angemaßten beschwerden halben und uns
uff den ausschuß unser gemaind zu entlichem ausspruch gestellt und
Ter&ßt, auch die sach, sich aus gemelter pawrschaft empörung zwu-
schen unser gemaind und uns zugetrage;i, durch kayserlicher maye-
stat Statthalter und regiment verordnet rete gutlich vertragen und
za friden gestellt sind, derhalben wir uns verrers Widerwillens oder
aozngs gegen der uffrurigen bawrschaft nit mer besorgt oder ver-
idien betten, so understeen [241] doch yetz dieselben, unser uff-
mrige pawrschaft, die sich über vermelten anstand weyter zu an-
derer herrschaft ungeharsamen und uffrurigen pawm verpflicht und
T^rponden haben und sampt inen yetz in ainer merklichen anzal
und sterk zum Raigelsberg und zu Aw ligen, sampt dem ganzen
hawfen ernstlich an uns und unser gemainde zu erfordern, inen
lewt, spieß und geschutz zuzeschicken , mit betrohung, wa wir so-
ficbs nit tun werden, uns zu uberzihen und zu belegem, wie sie
dann deshalben an hewt ir bottschaft und Schriften alhie gehapt
haben. So lassen sich dann etlich haupüewt aus dem hawfen bey
uns vememen, wie ewer fürstlich gnaden mit inen in handlung steen,
sich auch mit ainer merklichen anzal zu inen zu tun und mit inen
232
in ziehen, dem wir doch gar nicht glauben geben. Dieweyl
dann dis der pawm affrar and ernstlich fdmemen sampt dem ib<
fall des gemainen manns merklich engstigt and beschwert, ist u
ewer fürstlich gnaden unser gar andertenig, flejssig bitt, ewer fnntr
lieh gnaden geruhen , uns in sölichcm bey disem ansern botten ii
scliriften gnedigklich geraten zu sein, wes uns in solichem gepi
dem hawfen der uffrurigen pawrschaft za tun oder zu lassen Mf,
und sonderlich wes sich e^er fürstlich gnaden in disem handd
gegen dem hawfen der pawrschaft zu halten vorhaben, sovil ans b
muten gezymmen will, und ob wir von dem hawfen der p•w^
Schaft überzogen, wie wir dann unlangs zu geschehen besorg«, j
ewer fürstlich gnaden wollen uns in craft der aynung mit Ulf
und rettung nit verlassen, als wie wir uns undertenigklich geü9>
sten, mit gnediger beweysung. Das begem wir umb ewer iM*
lieh gnaden in undertenig[kait] ganz willig und berait zu seiii U
verdienen.
Datum montags nach Quasimodogeuiti [24 April] anno etc. 2i
Burgermaister und rate zu Rotemburg uff der Tawber.
[242] New zeytungen
sind nechthin spat dem burgermaister Jörg Bermetern zugescUdl
worden, die hat er hewt in aim rat and ausschuß verlesen huMBt
lawteud, wie hernach folgt:
An mein gnedigen herren, marggrave Casimirn etc.
Durchleuchtiger, hochgeborner fur-st, gnediger herr! Ich lik
ewer fürstlich gnaden eylends wissen, das wir uffdinstag vergtngB
[13 April] für ain stettlin gezogen mit namen Wurza ^, das kff
Jörgen trugseßen ' zugehört, so ime umbgefallen, und dasselbig widff
zu erobern. Aber als wir umb den mittag darfur kamen, sein A
pawm und landsknecht wol gerust mit irem veltgeschoß in ir ort
nung in ainem grossen vortail gestanden und unser gewart, ee anitf
geschutz hernach komen ist. Da sein noch grosser hawfen zw«
zu inen gezogen wol gerust. Aber alspald sie unsem raisigen zevgi
auch das geschutz und fußvolk gesehen, haben sie sich in gBii
1 Wufsaoh. 2 von Waldburg.
233
flen ergeben, hat man sie wollen annemen. doch also das sie sich
len in gnad nnd ungnad geben und ire hauptlewt, auch die fenlin
1 die wer nberantwurten. Das haben die pawru also wollen an*
men, aber die knecht, so bey inen gewest, haben sölichs nit an-
neii wollen. Hat man das geschutz, bei den 26 falkennettel
1 notschlangen, uuder sie lassen geen, das sie sein in ain grosse
dit komen, der merklich vil erschossen sein worden, nnd den-
ben anbend and den mitwoch frnw ob den 2000 pawrn gehal-
lt und gefangen worden.
Nun sein wir denselben mitwoch abgezogen und nnsem weg
^WakLsbnt ^ zu genomen. Ist uns bey Bibrach zway fendlin knecht
i pawrn beg^piet and sich in gnad ergeben , die man also hat
gODonen.
Weyter ain meyl W0g8 von Bibrach sein zwey fendlin knecht
A pawin in ainem dorf gewest und zwa schlangen bey inen ge-
ft and sich heraasgetan äff ain hoch. Also sem wir in sie ge-
Dea am' ir vil erstochen und die andern all gefangen genomen,
mmder nl rechtgeschaffiaer lewt und nit [243j all bawm gewest.
her dieweyl wir uns mit denen geschlagen haben, da sein noch
nj fendlin daher zogen und zu inen gewollt, die uff vier acker
lg ob unser gewest. Aber alspald sie uns haben ersehen und
lil denen handeln, haben sie sich in die flucht geben, aber die
üffsk haben sich an sie gehangen und ir vil erstochen und er*
ftossen in dem holz. Aber am donnerstag zu morgens da kamen
B and begerten gnad, die man dann also hat angenomen.
Am donnerstag zu aubends, als wir haben wollen für Waldshut
Aen, da sein sie zu allemechst bey ainem dorf bey zehentawsenden
atnem grossen vortail gestanden, nichtz, dann eytel Seeknecht
d ober- und unterallgewisch knecht, wol gerust, als ich noch in
inem krieg bey ainander gesehen hab, und guter schlangen und
kmiettel 9 bey inen gehapt. Sein wir den nechsten zu inen
ngen, aber habens aus irem vortail nit könden pringen, wir
fflten dann ain grossen schaden haben wollen nemen, und bey
9 dreyen standen in dem geschutz haben müssen halten und steen
id etlich knecht, fußknecht und gewl erschossen, auch sie ain
MUiehen schaden von unserm geschutz empfangen haben, das wir
1 WaldMe.
234
dann im nachziehen gefunden haben. Nun haben wir uns diebclba
nacht uff allernechst bey inen nidergeschkgen and haben etlich
knecht bey der nacht verordnet, die in das dorf komen, dariniua
sie gelegen, dasselbig angezundt und verprennt. Also sein sie ej*
lends in der nacht uffgewest und vor uns fluchtig hinweg ga- '
3;ogen.
M
Aber au dem Ostertag sein wir inen nachgezogen, aber nittt ="
sie komen könden. Uff den montag umb den mittag haben wir lii 1
zwuschen Weingarten und Ravelspurg ^ in ainem vortail gefondo^ i;
und sie sich her gesterkt, und uff ain meyl wegs 6000 guter knecht |
gewest, die auch zu inen haben gewollt. Wir haben mit inen |ft- I
handelt, gescharmutzelt und geschossen, das sie sich haben in gsil ^
ergeben [244] und ire fendlin uns im feld uberantwort, und ik U
hauptlewt, feuderich und waibel und der großt und boßist haw&i ^
umb gnad gebetten nach lawt des Vertrags, den ich vermain emr "
fürstlich gnaden auch zu schicken oder selbs zu pringen, auchir
geschutz wider uberantwurten, da sie es genomen haben, die kiiecK -^
mit irer wer zu ziehen, die pawrn iren herren die wer ubenot-
wurten und globt, kaine wider ir herren zu geprauchen, wie diu
die artickel lawten.
Ich hab auch herren Jörgen truchsessen gebeten omb ain feai-
lin, die dann da genomen sein worden, die dann offis aUerhnbsckt
gemacht und abeutewrisch ding darinn steet. Sagt her Jörg, 9
muß den pundischen uberantwurten, aber wa ewer gnaden daruk
wurd schreyben, wurd man ewer gnaden kains versagen.
Und versihe mich, die pawrn werden all wider huldigen, Joi
hettens auch leiugst gern getan, wa sie nit also hart mit dfli
knechten wem übersetzt gewest, die dann nur iren nutz haben i^
sucht, es gee den armen lewten, wie es wöll, wie dann solidi ui
ander verdorben buben tun. Und ich hoff, wir wollen, ob gott ffiDt
pald mit dem pundischen beer bey ewern gnaden sein und danita
die uffrui'ischen auch zu strafen. Wollt ich ewer forstlich gnidei
in undertenigkait nit verhalten. «
Datum im läger vor Weingarten am dritten Ostertag [l8Apfü] \
anno etc. 25.
Balthazar von Wol&tain, bauptman.
1 RaTeOBbarg.
235
Meinem frenntlichen, lieben vatter Petro Weyglin
zn Onoltzpach zu aigen handen ^
Fretmtlicher, lieber vatter! Mir hat der bot Finkenmewslin
fO guter nacht von dir gesagt, der ich mich bedank nnd dir hin-
lider in gleychem fall zu beschehen wünsch, hett aber dannocht
inaint, da solltest den verdrieß nicht gehapt haben, mir ain claine
Ririft zo schicken, daraus ich dein gemut und maynung het ver-
tan m(ygen. Und fiig dir erstlich für new zeytigung zu wissen.
Im gemainer punds [245] stende kriegsvolk in diser vergangen
Oidit bey dem stettlin Wnrzach, so herren Jörgen truchsessen zu-
lehorig, die pawm, nemlich biß in die 4000, darunder 1500
Bdrararzwdder gewest, an ainem see betretten, gegen denselben ge-
Mboesen nnd in sie gefallen, zum merer tail erwürgt und ertrengkt,
iho das von den 4000 nit vil hinwegk komen sein, wie dann her
Jftrig obgemelt dasselbig den stenden des punds angezaigt und ist
hiter mit dem leger für ain stettlin, darein sich vil pawm getan,
fBttgen nnd das zum stürm geschossen in willen, uff hewt dato an*
agr^fen nnd zu erobern.
Die bawm alhie umb Uhn sein zum tail gut Christen worden,
Üben der merer tail den stenden des punds widerumb von newen
iMligt und wollen sich uff ain gut pan richten, doch etlich under
fasdben, die haben sich nach der huldung, nemlich aus ainem
tef Lempach * zwu meyl wegs von hynnen uff die 400 wiederumb
nsunen getan und alle post und proviand, so zum läger geen
vollen, nidergeworfen. Daruff haben die puudstende etlich pfert
Uten nnd straifen lassen, die haben den merern tail der pawm
«itochen. Also kamen die armen lewt elendigklich umb, wie die
dTemunftigen tier, wiewol es ir aigen schuld, wöUens nit änderst
haben, lawfen im feld und weiden zusamen. Wann schon ain dorf
hewt gnad begert, und im die erzaigt [wurd], so anderstwa ain
iorf geplaudert oder geprennt wurd, fallen sie von stund an ab
nd vergessoi ir glubt, er und aid, halt es genzlich darfur, das
oKchs von gott ain sondere, geordnete und geschickte plag sey,
Im die armen lewt umb im mißverstand geplagt, und die bösen in
"em fornemen mit sölicher räch zu handeb gesterkt werden, dann
«
1 Oe^bruckt bei Bemen 537f 2 Lilupheim?
236
mdner erachtung und geiivißlicli war, das alhie im Ried \ LeyphiB,
CtUDzberg ^, Worzach und andern mer orten in disem krieg bift ii
die siben oder acht tawsend menschen umb[246]komen sein, dasj«
ain groß plutvergiessen und pillich under nns als christenmensdM
vermiten werden sollt. Gott, der allmechtig, wöU sölichs alles nack
seinem gottlichen willen und unser allen seien seligkait schietal
und verfugen!
Ich yersihe mich auch, wa die sadien hieoben gestillt, da
nechsten mit dem ganzen kriegsvolk in das land Franken zu zidM
und die umb ir gewaltig furnemen auch zu strafen, so will ich &k
besuchen und zu dir gein Onoltzpach komen.
Mit Wurzburg, Bamberg und Werthaim hastu on zweyfel Torkii
gut wissen. Desgleichen ist Hailpronn die statt auch zun ptwit
gefallen. Das alles hab ich dir für newe zeytigung nit unangeai^
lassen wollen.
Datum Ulm am 17 Aprilis anno etc. im 25ten.
Wollest auch meiner muter und Schwester vil guts sagen. U
wollt ir gern ain pewtpfenuig schicken, so hab ich kain gewoniM
Es wer mir auch layd, das ich ain pfennig hett, der ains ariM
manns gewesen were, der besorgknuss, er wurd mir nit vast et-
schießlich sein.
SteSan Weyglin, dein sone.
Wolf Öfners schrift.
Den erbern, fursichtigen und weysen, burgermaister
und rate der statt Rotenburg uff der Tawber, meinei
gunstigen, lieben herren und freunden.
Mein freuntlich und willig dienst zuvor. Gunstig, lieb herM
und freund ! Ich schick euch hiemit bei diesem meinem knecht Mit
zeytigung, und wiewohl die an in selbst nit gut sein, 80 bewegtt
mich doch allerlay Ursachen und sonderlich die geschwinden lewft, B
Bamberg und Weinspurg geschehen, und auch das Rotenburg bm
vatterland ist, und ich euch allen des innem und ewssem rats wai.
der ganzen gemaind ern und guts guud, und darzu das ich, meii
brnder und ander mein freunde das unser bey euch haben, eadi ikr
1 Bei Laupheim. 8 Leipheim, Untergfinibuig.
237
selben newen zeytang nit zu verhalten, ewer statt [247] dar äff in guter
adiUmg zn haben, dann mich glanplich anlangt, das die uffrurigen
pawm für euch ziehen werden und sollen uff den weinspergischen
hawfen warten. Es sein auch etlich knecht hie zu Onoltzpach zu
kriegsvolk angenomen, dero etlich bey den pawrn an der Tawber
im lager gewesen, die seltzam red von den pawrn sollen gehört
lüben etc. Ist also mein rat und gutbedunken, das ir die pawrn,
10 off manigerlay herrschaft schaden gewest sein, auch in bedacht
de», das gesagt werden will, die rotenburgischen pawrn sein des
ersten mit irer Wagenburg zu feld gezogen, daraus alle empöruug
im land zu Franken entstanden, nit einlassen oder die verfechten
und vertaidigen wollt, sonder euch dero on mittel entschlagen, und
ob sie Ire guter in die statt flöhen wollten, die nit annemen, zu
vermeyden, das ir nit geacht werden möcht, der tat tailhaftig zu
sein, dann es möcht sich noch allerlay zutragen. Das hab ich euch
Dit wollen verhalten, dann euch gepurlich dienst und freuntschaft
<a beweysen bin ich ganz genaigt.
Datum Onoltzpach am sonntag Quasimodogeniti [23 April]
^mo etc. im 25.
Wolf Öfner, licentiat, canzler.
Und sind dis die newen zeytigung, davon in obgemelts canzlers
•durift meidung geschieht, nemlich die zwu darvor verleypten Schriften,
Vom hauptman und Weiglin ausgangen.
Zedula, so gemelter canzler seinem stieffatter Petern
von Premen in ainer schrift zugeschickt hat.
Lieber vatter! Gleich in diser stund ist mir wamung komen.
Im die pawrn von Weinsperg uuf Hall zuziehen und wollen zu den
ödem pawrn, so an der Tawber versamelt sein, vermainen auch
ie statt Holle, Lympurg und Camperg ^ zu erobern. Wollend
jrlends [248] den von Rotemburg disen zettel hernach schicken,
18 er noch heint vor nachtz gein Rotenburg kome, ainer, der rit,
ff möchte wol tun. In summa sie werden für Kotenburg ziehen
id den nechsten in mein gnedigen herren, wie zu besorgen, fallen.
Üo, dto.
Wolf Ofher, licentiat, canzler.
1 Kombuig.
238
Und wiewol vom uewen rat der merem tails solicbe Schriften
boch beherzigt, zu gemut genomen und sieb darg^en in rnstimg
zur gegenwer zu scbicken für gut angesehen und geraten, so ward
doch sölicbs von dem ausschuß, auch etlichen des newen rats veradit
und für nichtzit gehalten, sonderlich das die pawrschaft in Scbwabeo
sovil schlachten und Schadens erlitten haben sollten.
«
Copey, wie die pawrschaft glait oder trostnng und
sicherbait gaben^
Wir, die hauptlewt, veldwaibel, vendericb und ganz versamblong
des bellen, Hechten hawfen, so in rotenburgischer landwer aasge
zogen, bekennen öffentlich mit diesem briefe, das sich der erber etc.
N von N von seiner undertan, diener und verwandten wegen, gaist*
lieh oder weltlich, es sey in stetten, dorfern, weylem und fledeo,
aller derselben armen lewt beschwerden halben gutlich, freontKch
und mit wissen veraint, gesetzt und vertragen haben. Demnacb ist
an ain yeden, wes Stands oder wesens der sey, unser emstlicke
maynung, sonderlich euch, so in disen hawfen komen sein oder
hinfuro komen werden , wider oder gegen obgedachten N und N,
sein diener, undertan oder verwandten zu argem oder ungutem mit
tatlicher oder gewaltsamer handlung, in was w^ das were, gar
nichtzit zu üben oder furzunemen, sonder sie und die iren, andi
sein und der seinen le}'t hab und guter helfen schützen und schirmen
bey verlierung ewers leybs und lebens.
Dass zu merer sicherbait haben wir unser gewonlich insigel n
end diser schrift getruckt etc.
[249] Am dinstag nach Quasimodogeniti [25 April]
ist der Tawberhawf der versamelten bawrschaft vom Raigelsberg tui
Aw verruckt, und wiewol sie daselbst beschlossen und entlieh fiir-
genomen betten, sich für die statt Rotenburg zu legem und die ein-
zunemen, dieweyl inen aber die statt Ochsenfurt entgegen gesdddrt
und sich an sie ergeben, betten sie sich gewendt und warn alspiM
gein Ochsenfurt gezogen, alda sie ir leger geschlagen und eUicfa tag
daselbst gehalten, betten des tumbbrobsts und capitels kellereyai
geplündert und ausgerewmbt ; was sie von wein, getraid und anderer
1 Gedruckt bei Bensen 540.
2d9
hmden hab darinnen fanden, das hetten sie alles veroset und
nmiest«
Schriften an das kayserlich regiment und ander.
Item obgemelts dinstags [25 April] warden zwu Schriften, aine
lA Statthalter und regiment gein EßUngen und die ander an die von
Knrmberg gevertigt, welichs dann Stefan von Menzingen aUo an-
pb und riete, damit, ob diser statt nit rettung und hilf geschehe,
mi sie sich zu den pawm verpinden oder an sie ergeben wurden,
Im solichs mit dester stattlicherm grund verantwurt werden möcht.
An Statthalter und regiment im hailigen reich
zu Eßlingen.
Gnedigst, gnedig und gunstig herren! Als ewer churfurstlich
Bd fürstlich gnad, gnad und gunst kurz vergangner tag die wol-
kriicmen, edlen und vesten herren, herren Ruprechtea, graven zu
Ihnderschied etc., des kaiserlichen camergerichtz beysitzer und
iMdrichen von Lidwach, des kaiserlichen regiments rat, unser gtiedig
mi günstig herren, hieher verordnet, etlich geprechen zwuschen
iMr gemaind und uns, aus unser pawrschaft empörung entstanden,
l|tfeh beyzulegen und zu vertragen, wie dann ir gnad und gunst
ift höchstem fleyfi getan und dieselben Sachen zu gutem friden ge-
Mt haben, sein [250] mir ewer churfurstlich und fürstlich gnaden,
IMdai und gunst dess zum undertenigsten und dienstlichsten dank
äsen mit erpietung, in geharsam undertenigklich und gutwillig
n verdienen. Und wiewol wir demselben und auch dem anstand
Hhr der Verfassung nach, darvor zwuschen unser und unser uff-
nrfgQD bawrschaft irer angemasten beschwerden halben uff den ans-
idU unserer gemaind zu entlichem ausspruch beschehen, uns kains
nrfan anzugs oder Widerwillens zu der uffrurischen bawrschaft ver-
Aen, sonder vermaint hetten, wir sollten gleych in gutem friden
IfHi inen steen, so haben sie doch über sölichs in disen tagen
• den ausschuß und die gemaind schriftlich und durch ir bottschaft
fliÜidi zum merer mal begert, inen etlich lewt, buchsen und spieß
it unser statt zu schicken. Als inen aber dis mit guten Ursachen
ifdalnt und abgeschlagen worden ist, sein sie yetzt sampt anderer
rrsehaft nffirarigen undertanen, zu den sie sich über obvermelt
240
Verfassung on unser, auch des ausschuß und der gemaind wissen
und willen weyter verpflicht und verpunden haben und sambt iim
yetz in ainer merklichen summa und sterk bey ainander ligen, des
willens und furnemens, wie sie dann gemeltem ausschuß und onser
gemaind schriftlich und muntlich zu empotten, sich darumb tat
unserstatt zu legem, die understeen zu erobern, und so sie die
erobern, die zu plündern und zu verwuesten. Und nachdem sie
yetz das schloß Raigelberg sampt der statt Aw und andern mer
schlössen und stetten erobert und innen haben, steen wir in sorgei
und sind all stund kains andern gewertig, dann das der ganz kB
hawf, wie sie sich nennen, vom Raigelberg, das nur drey meyl voi
uns ligt, da nechsten für uns ziehen und uns belegern werden. Dee-
halben und dieweyl der gemain mann allenthalben den pawm gau
zufellig ist, dermassen das kain herrschaft sich uff ir undertmei
ainicher hilf oder beystands gewißlich zu vertrösten hat, wir med*
lieh betrugkt und beschwert sein, und wurd uns, wie ewer dmr»
fürstlich und fürstlich gnad, gnad und gunst gnedigklich und gmiir
lieh zu bedenken wissen, dem furnemen und belegernog der pawm
on ewer churfurstlich und fürstlich gnaden, gnad und gunst, aadk
anderer stend [251] des reichs hilf, die durch ain besatzung T8^
trawter kriegslewt oder ain furderliche rettung beschehen must, t<v-
zttsteen nit muglich sein. Darumb und aus betrangter not und soif-
veltigkait ist an ewer churfurstlich und forstlich gnaden, gnadn
und gunst unser gar undertenig, dienstlich und fleyssig bitt, iMi
gemeine statt Rotemburg als ain statt des reichs in sölichm unsem
anligen und nöten gnedigklichen und gunstlich zu bedenken, uns ift
furderlichst gemelter massen rat, hilf und rettung zu tun oder ai
geschehen verschaffen und uns in solichem ye nit verlassen, dairit
wir durch die pawrschaft nit zu irem begem wider unsem wüki
und gemut benötigt oder getrungen werden, wie andern beschelMi
mit gnediger und gunstiger beweysung, inmassen wir uns und&cUai^
lieh und dienstlich getrösten. Des begern wir umb römische kayaer-
lieh mayestat, unsern allergnedigsten herren, auch ewer chorfarstlkh
und fürstlich gnaden, gnad und gunst in allerundertenigster gdiarsaft
undertenigklich und gutwilligklich zu verdienen und bitten des gnedigtf
und gunstiger antwurt hie mit disem boten.
Datum dinstags nach Quasimodogeniti [25 April] anno etc. tf*
Burgermaister und rate zu Rotemburg auf der Tawber.
241.
Kaiserlichen regiments antwurt.
en ersamen, weysen burgermaister and rate der
att Rotenburg an der Tawber, unsern besondern,
lieben und guten freunden.
Kaiserlichs regiments Statthalter, amptsverweser und ander des-
ben regiments verordneten rät. Unser gunstig grus und freunt-
k dienst zuvor. Ersame, weyse, besonder, lieb und gute freund 1
ir haben ewer schreyben, uns bey disem hotten getan, inhaltz
n verlesen und daraus vemomen, wiewol etlich geprechen, so
■eben euch und dann der gemaind bey euch entstanden, derhalb
■I wir an statt kayserlicher mayestat von regiments wegen unser
Ischaft zu euch verordnet, die auch solich geprechen und sachen
gutem friden gestellt, und ir demselben, auch dem anstand oder
rbssnng nach, darvor zwuschen euch und ewer uffrurigen bawr-
aft irer angemasten beschwerden Jialben uff den ausschuß ewerer
■und zu entlichen ausspruch beschehen, euch kains verrem an-
p oder Widerwillens zu der u£&urigen [252] bawrschaft versehen,
ider das ir vermaint hetten, ir sollten gleych in gutem friden
gm inen steen, das doch über sölichs alles newlicher tag dieselb
VTSchaft an den ausschuß und ewer gemaind schriftlich und durch
I bottschaft muntlich zum merern tail begert, inen etlich lewt,
ritten und spieß aus ewer statt zu schicken, und als aber inen
• Bit guten Ursachen abgelaint und abgeschlagen worden, das sie
tmd sampt anderer herrschaft aufrurigen undertanen, zu den sie
k über obvermelt Verfassung on ewer, auch des ausschuß und der
■aind wissen und willen weyter verpflicht und verpunden hetten.
Mfi denselben yetz in merklicher anzal bey ainander Ugen des
lens und fumemens, wie sie dann gemeltem ausschuß und gemaind
niftlich und muntlich zuempotten hetten, sich darumb für ewer
itt zu legem und die understeen zu erobern, zu plündern und zu
nrottten etc., mit weyterer anzaigung und etlicher bit und beger
i6wejl sölichem furnemen und belegerung der pawm one unser
i anderer stende des reichs hilf, die durch ain besatzung ver-
ftfer kriegslewt oder- ain furderliche rettung beschehen muste,
msfteen nit wol muglich sein sollte), euch zu bedenken und uffs
Miclis gemelter maß rate, hilf und rettung zu tun oder zu ge-
eben verschaffen und ye nit verlassen, damit ir durch die pawr-
16
242
Schaft nit zu irem begern wider ewern wülen nnd gemnt (wie
aDdern beschehen) benötigt und getrungen wurdet.
Uff solichs geben wir euch zu erkennen, das wir ye gern allei,
so gemainer statt zu ern, wolfartund gutem, auch zu abwendaaf
aller ewer beschwerd dienen möcht, ganz wol gewilligt [sind]. Uli
als ir in solichem anligen rat, hilf ond rettoog begert, erstlich be-
langend den rat, und sovil wir euch raten mögen, so könden, mA
sollen wir euch ye nit änderst raten, dann das ir each in sotidMii^
als erbem, wolgeachten, frommen lewten wol ansteot und euch, ik
bißher, und ewer voreltem, ain loblidi statt nnd commmi Botonbm
lang zeyt her bey kayserlicher mayestat and dem reich getan, redkfef
erberlich und wol haltend und dieselbig erberkait nnd woltat bittff
uff euch gepracht, yetzt nicht [253] endem, noch ychtdt, im
ewer pflicht und verwandtnuss gegen kayserlicher mayestat udta
hailigen reich widerwertig nies möcht, handeln, farnemen oder dfl^
halb euch clainmutig erzaigen , sonder bedenken wollend die gepi«
und das ir ain veste und gegen sölichen lewten nach gelegeohait oi
irer unvolkomenhait und zu gewonlicher kriegsmstong ans mtigä
geschutz und anders ganzer ungeschicklichait ain werliche, nngsfii*
liehe und unuberwintliche statt habt, wie wir dann nit zw^jtMb, k
für euch selbst sampt ainem erbem ausschnK nnd gemain bey eich ab
fromen lewt zu tun selbst genaigt und ander erber stett nnd fl6ctai^
die dermaß von den nffirurigen pawrn angefoditen , auch getan wd
groß lob und er darvon pracht und sich vor schaden Terhnt habik
Hinwider habt ir auch zu betrachten, so ir eadi dainmntig wi
änderst, dann euch als erbem, manlichen lewten gepnrte, emiftt
wurden, was Verachtung, uner, bös nachred, schmach and geschray oMk
davon entsteen möcht, wir geschweygen des unnberwintlichen schadeMi
so euch und gemainen inwonera der statt daraas volgte, wie ir
ob der statt Hailpronn und mer andern ain bey^ oder
nemen möcht, den von den nffirurigen bawm weder trawen, niA
glauben gehalten und dem wenigsten , als dem maisten , amen oi
reychen schaden geschehen, zu deme auch dieselben, so sidi du
wider ir er und aid on pillich wer, rettung und not oiCgdMi, k
straf on zweyfel bald erfarn, und die furnembsten nrsacher in sOMdM
für ander hertigklich gestraft werden, wie auch zam tail aU^enil
beschehen, dess ir aus newlich geübten des ponds handloagen gll
wissen haben mögt.
243
Zum andern, sovil ewer begern der hilf und rettnng anlangt,
0 haben wir von den pnndräten warlich wissen, wie wir euch in
^ben zoscbreyben mögen, das her Jörig truchseß, des punds
ikerster feldhaaptman, auf ernstlichen befelh der pundsstende und
Ate, zu Ulm versamelt (dleweyl er und das pundisch heer die ober-
tediidien uffirurigen hawfen am Allgew, Bodensee, Baltringen und
oder der ort zu ainem vertrag getrungen, darmit sie all abgezogen
■i in ruw sind) yetznnd mit allem seinem kriegsvolk zu ross und
01 [254] fuß ulQseprochen und den nechsten herab zu dem weins-
psgisdien hawfen und Iren anhengem zuzeucht, und haben unser
fandsdiaft, das er morgen nit weyt von inen und sonderlich denen,
n umb Stattgarten iigend sein, und denselben hawfen, wie auch
rii groß not zu geschehen, zeilrennen und den nechsten den an-
iam hawfen, den ir besorgt, angreyfen, desgleichen, wie wir bericht,
fc churfursten und fursten Mainz, Trier, Pfalz, Hessen, marggraf
UL Baden und ander mit grosser anzal kriegsvolks zu ross und zu
M gegen demselben weinspergischen und andern der art hawfen
iMh anziehen. So sein ander anschleg und Verordnungen auch
Urinnden, derhalben ir euch trostlicher und unzweyfenlicher hilf
Hd rettvog in aller kurz zu versehen habt.
Wir sollen euch auch nit pergen, das uns unser gnedigster
krr, erzherzog Ferdinand etc. vorgestern für gewiß und glauplich
■ekn andern kayserlicher mayestat gesundhait und wolfart zuge-
■hriben, und das sein mayestat in starker mstung und anzug sey
wm Hyspanien in das hailig reich dewtscher nation, eylends anzu-
hw» fnmemens, gegen sOlichen uffruren und empörungen uffs
miliidist zu handeln.
SöHchs alles haben wir euch als die, so ainer löblichen statt
lotenborg und aller derselben inwoner er, nutz und wolfart ye gern
Hhoi und fordern wollten, im allerpesten nit verhalten wollen, noch-
Mb des tröstlichen und unzweyfenlichen Versehens, ir werdent euch,
aich ain erberer ausschuß und gemaind bey euch als from-
erttchen lewten irem wolhergeprachtem lob nach gleychmessig
ntfgen mid bey kayserlicher mayestat und dem reich, wie ander
rfcer, fnnnm lewt unabfellig bleyben und erhalten, das wurd euch
■ lob, er und allem guten langen, ir werdet auch darmit grossen
■d imwiderpringlichen schaden und nachtail verhüten.
Geben in eyl am achtundzwainzigsteu tag Aprilis anno etc. im 25.
16*
244
Zednla inclnsa.
■
Wa ir auch aber sölichs ye aines zasatz von kriegsknedta
nottarftig sein gedeckten, so mögt ir uns das bey fdrderlichar bot- '.
Schaft wider [255] zuschreyben, so wollen wir zu Ubn bei da
pundsreten und sunst fleyß furwenden, damit ench ain fendlin knedik^
oder sovil ir uns anzaigen und uns muglich zu bekomen, off ewv
costen und bestellung, was inen erstlich uff die händ zu geboi, n-
geschickt werde. Wir achten aber, das ain solidier eylender znsiti -
furderlicher und bequemlicher bey der statt Nurmberg uff ewer o* ,_■
suchen und bitt erlangt werden. So möcht [ir] auch nachmals rf
künftigen reichstag bey den stenden angesucht und villeicht »-
halten, damit ir sölichs darlegens und costens ergetzt werdoi
möcht.
Datum, ut in literis.
Den von Nurmberg.
Lieben freund! Römischer kayserlicher mayestat stattbiltff
und regiment im hailigen reich haben kurz vergangner tag die wol-
gebornen, edlen und vesten herren , herren Ruprechten, graven u
Manderschied etc., des kayserlichen c^unergerichtz beysitzer, nnl
Fridrichen von Lidwach, gedachts kayserlichen regiments rat, it
uns verordnet, die zu vertrag und hinlegung der zwitracht and gB*
prechen, aus unser ungeharsamen pawrschaft anfror and empönofi
zwuschen unser gemaind und unser sich zugetragen, gehandelt. 80
ist dann darvor die sach unserer bawrschaft angemaster besdiiMr-
nuss halb von uns und derselben unserer bawrschaft auch meddi^
lieh zu entlichem ausspruch uff den ußschuß onserer gemiind g^
stellt, dermassen das wir allenthalben zufriden gewest sind and aas
demnach verrers anzugs oder Widerwillens zu der aufrorischen bav^
Schaft des hellen hawfens, wie sie sich nennen, nidit versdien. Aber
über sölichs haben unser bawrschaft in disen tagen an vermeltea
ausschuß und nachfolgends an unser gemaind schriftlich and mvsA'
lieh gesonnen und erfordert, inen lewt, geschatz and spieß ZII10-
schicken, auch gestern der ganz hell hawf, zu den sich die unsen
über vermelte Verfassung on unser und des aasschuß wissen sni
willen verpunden und verpflicht und yetz zum Raigelberg ond Air,
das sie erobert und innhaben, in ainer merklichen aazal und steik
245
[256] bej ainander ligen des willens and fornemens, wie sie dann
mser gemaind, auch dem ausschuß und uns zugesagt hüben, des
hrnemens, aus darumb zu belegern, und so sie die statt erobern,
ik zu plündern and zu verwüsten, also das wir yetz in sorgen
fteen and kains andern gewertig sein, dann das sie vom Raigelberg
fa neehsten für uns ziehen und uns belfern werden. Dieweyl
ibor der gemain man allenthalben den pawm dermassen anheugig
ind zafellig ist, also das kain herrschaft sich uff ire undertanen
tider solichs ainicher hilf oder beystands gewißlich zu versehen
iBkk zu vertrösten hat, ist uns sölich der pawrschaft vorhaben
■erklich sorgklich und beschwerlich, wurd uns auch, wie ewer für-
ichtigkait zu bedenken wissen, sölichem furnemen und bel^erung
fe pawm on hilf und rettung vorzusteen nit muglich sein. Darumb
aas merklicher betrangter not, auch dem abschied nach , durch der
erbem frey und reichsstett erber ratsbottschaflen zu vor gehalten
itettagen beschlossen, ist an ewer erber fursichtigkait unser gar
^ffieostlich und freuntlich bitt, ir wollend sampt andern erberu frey
od reychsstetten ans und gemaine statt in sölichem unsern anligen
od nöten getrewlich bedenken und befolhen haben, und so wir von
der pawrschaft aberzogen und belegert wui'den, uns hilf und rettung
In und sonderlich yetzt zwen buchsenmaister und zwayhundert ver-
tnwter knecht zu ainer besatzung zu schicken, auch ewer erber
farsichUgkait hiemit alspuld ir rat und gutbedunken mittailen, was
IK gegen dem hellen hawfen zu halten, zu tun und zu lassen sein
viB, and ans in sölichem ye nit verlassen, ininassen wir uns genz-
Hch getrösten. Das begern wir alles unsers Vermögens in dem und
iBdenn hinwiderumb gutwillig zu verdienen und biten des beschribuer
aitwort hiemit.
Datum dinstags nach Quasimodogeniti [25 April] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotemburg uff der Tawber.
[257] Der von Nurberg antwurt.
Den ersamen und weysen burgermaister und rate der
statt Rotenburg uff der Tawber, unsern besondern,
guten freunden.
Unser freanUich, willig dienst zuvor. Ersamen und weysen,
«sottder, lieben freund! Ewer weyshait schreyben, uns getan mit
246
i
aozaig , was beschwerlichs sich hey euch der pawrschaft halben n- 1
trag, haben wir alles inhaltz and etwas mitleydlich vemoiii«i, wcAltt s
ewer weyshait gönnen, das alle sach recht und mit guter ordnug
bey euch stunden, was wir auch dai'zu furdem könten, wollten vir
mit allem willen gern tun. Wir wollen aber ewer weyshait nit
verhalten, das die lewft under unser bawrschaft so nahend umb ui
[sich] beschwerlich zutragen und also, das unser nottnrft ufi hOcfat
will erfordern, geschickt und gefast zu sitzen. Wir sind auch vm
etwanvil fiirsten und unsern pundsgenossen gleychmessig ewer lieb
angesucht, den wir solich ir bitt aus merklicher unser notUirft |5-
waigert. Darumb uns diser zeyi nit muglichen sein will ewer lieb
zu willfaren. Uns sehe aber bey disen geschwinden lewft^i nit u-
bequem an, welichs wir auch vor disen tag^ unsern ratzfreondai
yetz uff dem pundstag zu Ulm geschriben und befolhen haben, ach
derhalben mit den andern stett gesandten zu bereden, das ain gfr-
mainer stettag ausgeschriben und sich zusamenkomens verainigt ward.
Was man alsdann guts handeln und beschliessen kan, das zu tni
und ainigkait dient, dess wollen wir von uns kain fieyß erwinte
lassen, und haben solichs ewer lieb uff ir schreyben nit wollen nr-
halten.
Datum 26 Aprilis 1525.
Burgermaister und rate zu Nnrmberg.
1
[258] Der marggraven zu Brandenburg etc. r&t haai* ]
lung und Werbung an den newen rat in beyseiü de* -;
ausschuß beschehen.
Uff obvermelten dinstag nach Quasimodogeniti [25 April] mA
alhie vor aim erbern rat und dem ausschuß der gemaind erscfaiBai
her Hanns von Seckendorf-Aberdar, her Sigmund von Heßberg, bed
ritter, Melchior von Birkeufels und Antoui Graber, secretarios, als
j
rate hochgedachts meines guedigen herren, marggrafen Casimirs za
Brandenburg etc., uff obvermelte ains rats Schriften hieher gQB
Rotenburg verordnet , haben erstlich ain schriftlich antwurt oft ob-
vermelte Schrift mit ainer anhangenden credenz von gedachtem ui'
serm guedigen herren, marggrafen Casimir ausgangen aim erben
rat des newen regiments in beywesen des ausschuß aberantvmri ■>'
zu verlesen begert, also lawtend:
247
Den erssmen, weysen, ansern lieben, besondern bar-
germsister und rate zn Rotenburg uff der Tawber.
Casimir, v(m gottes gnaden marggrafe zu Brandenburg etc.
UBsem gonstlicheo gros zuvor. Ersamen, wejsen, lieben, beson-
ikren! Wir hab^ ewer schreyben bey gegenwurtigem ewerm knecht,
iuinn ir uns anzaigt, was euch durch die aufrurigen bawrn zuem-
, fotten und beg^^et sey, alles verrers inhaltz vemomen und von
^ Mud an etlich unser stattlich rftt abgevertigt, die noch hewt ze>t-
I fidi zu euch komen und derohalben verrer mit euch handeln wer-
f im, wie ir von in vern^nen werdt. Wollten wir euch dismals in
; tfi. gnediger maynung nit verhalten, dann euch zu allem gnedigen
t linen sind wir genaigt.
Datum Onoltzpach am dinstag nach Quasimodogeniti [25 April]
etc. 25. •
Werbung.
[259] Daruff haben gemelte marggi-efischen rate durch her
Hinsen von Seckendorf, ritter, tun, reden und furpringen [lassen]
iBgeverlich die maynung:
Der durchleuchtig, hochgeborn fürst und herr, herr Casimir,
I aarggraf zn Brandenburg etc., ir gnediger herr, hett inen befolhen,
iien, aim erbem rat und erbem ausschuß, anzusagen irer fürstlich
paden gnad und alles gut, furter auf die schriftlichen verlesen
t credaiz inen befolhen anzuzaigen uff die Schriften, so sie gestern
ttbeods seiner fürstlichen gnaden getan, darinu sie angezaigt betten,
^- Mnlich welicfaer gestalt inen von der pawrschaft, die zum taile
m Raigelberg ligen, sollten begegen, das sie an ain ausschuß be-
im, inen geschutz, lewt und spieß mitzutailen mit angehengkter
ktrobung in ains rats schrift gemelt etc. Zum andern so ver-
lacht die getan schrift ains erberu rats, als ob ir gnediger herr,
fa* marggrafe in handluug mit den pawm stund , inen etlich volk
titzatailen. Zum dritten bftten sie in irer schrift, inen rat mit-
ataUen. Zum vierden, das sein fun«tlich gnaden inen hilf tun und
lie nit verlassen sollt etc.
Daruff wem sie von sein fürstlich gnaden abgevertigt, inen
St aotwurt zu geben, und zum ersten, wann es aim erbern rat,
•scb aiuer ganzen gemaiud sollt änderst, dann glucklich und wol
248
zusteen, das sein fürstlich gnaden solichs getrewlich laid were, i
auch sein fürstlich gnad inen darzu rätlich und hilflich sein köm
das sie solichs alter, hergeprachter aynnng nnd verstendtnuss nac
so sie mit sein fürstlich gnaden und derselben voreltem liuig u
gehapt nnd noch hetten, ganz genaigt wem nit mynder, dan seil
fürstlich gnaden voreltem getan hetten.
[260] Znm andern, das sein forstlich gnaden der pawrsdi
lewt zuschicken wollten etc., darzu geben sie antwnrt, das s
fürstlich gnaden ain fürst des hailigen reichs, auch dem pimd i
pflichten verwandt were, darinn wollt sich sein forstlich gnac
halten als ain frommer, christenlicher forst
Zom dritten off das begern, inen, aim erbem rat ond ai
schuß, zu raten etc., wem sein fürstlich gnad^ genaigt, inen (
pesten, wa sie konnten, zu raten. Sein fürstlich gnaden versel
sich, ain erber rat wissten das baß, und sonderlich nachdem Roti
bürg ain lobliche statt und comun des hailigen reichs sey, das
sich bey demselben mit allem fleyß fursichtigklichen enthalten soll
Kain anders oder pessers wissten in ir forstlich gnaden zo rat
Zum vierden off beger der hilf wiß sein forstlich gnad, ^
wie sein eitern und er mit gemainer statt herkomen ond verwan
inen mit aUen gnaden genaigt, sich dem gemeß zo halten, ii
hilf und beystand zu tun, und hab demnach sie abgevertigt, i
inen zu ratschlagen, wie ain taile dem andern helfen, und das
ja und nain nain sein sollte.
Daruff haben ain rat und der aosschoß
sich damber zu beratschlagen bedacht genomen, sind demnach
marggrafischen rät abgangen, und haben bed inner ond ewsser ri
aoch der ausschuß, so deshalben all zusamen gefordert und i
samelt wurden die sachen zu beratschlagen, für band genon
und bat uuder anderm uff geschehen umbfrag ain yeder des i
gestimpt, wie hernach folgt:
Jörig Bermeter, burgermaister.
Sich wer zu bekennen, das ain rat meinem gnedigen hen
dem marggrafen lawt und inhalt der aynnng hilf zo ton schul
und verschriben wem, dem auch ain rat gern nnd undertenigk]
volg tun wollt, wie unge verlieh ire eitern getan hetten, darbey-«
249
■in es bleyben lassen und yetz kainer hilf, vorab kains pferds be-
fern, wer auch yetz noch zar zeyt nit von noten.
[261] Ernfrid Kampf.
Eß kondte ain rat yetz sein fürstlich gnaden mit lewten and
ti&er solichen hilf, wie die alten getan betten, nit erscheinen, son-
Mich in disem handel, dieweyl aim rat die pawrschaft und der
gmain man in disem fall nngeharsam und abfellig wern, redet dar-
ky, rewter tan den ^ bawm schaden, möcht uns zu nachtail komen,
iBd wem weder pferd, noch knecht yetzmals zu begem, auch nit
not darzu auch nit gut.
Erasmus von Mußloe.
Vil gewisser antwurt yetz den rftteu zu geben wer er unbe-
t iicht, wollt erstlich von den raten hörn, was ir furschlag were,
^ Od alsdann sich mit den raten ainer maynuug zu vergleycheu nach
; iBserm vermögen und ge^talt der lewfte.
Jörig Spelt, der alt.
Ine gedawcht, den geschickten meins gnedigcu herren furzu-
^ Wim, wes ainen rat zur gestrigen schritt bewegt bette.
i
Hanns Jagsthamer, der jung.
Es were zuvil, ain soliche merkliche sunnna, als hundert pfert
tatd drewhundert zu fuß zu begem, dann mein guediger herr, der
ttrggraf wurd maynen, und sich auch gepum, sein fürstlich gnaden
Mch mit ainer solichen summa zu helfen.
Lienhart Schwarzman
(tiapt, den abfall der pawrn den raten zu erzelen, und das sie
'omutch sein fürstlich gnaden so stattlich in diser sach nit helfen
tarnten, als so es on die uffrar oder derselbeji fal were, wollten
^ gern ir strengkait davon hörn reden, wie ainer dem andern
k disem Hall hilf tun sollte oder könnte.
Dergleychen . gemeß stimpten die andern persouen des innem
1 I» und.
250
rats vast all . dann allain das etlich mainten , man sollt an den
marggrafea hundert pfert und drew hundert fußknecht begem.
Und in summa die schrift, die ain rat gestern an mein gM-
digen herren getan hett, gefiel yeiz aim rat nichtzit mer, hett de
übel gerawen, dann daraus was dise handlung geflossen, das mflü
[262] gnediger herr, der marggraf an die statt Rotenburg hilf be*
gerte, die doch selbs betrangt, rettung und hilf notturftig wcce.
Sölichs alles ward erstlich durch den innem rat allain und be*
sonder bedacht.
Aber als daruff alspald bed inner und ewsser rate, auch der
ausschuß ainer gemaiud in der grossen ratstuben zusamen kamea
und versamelt worden sind, ist dem ewssern rat und ausschuß aios
rats bedacht und beratschlagung angezaigt worden, sonderlich wii
für hilf von dem fursten, als obsteet, zu begem were. Daruff M
aber etlichen des innem und ewssern rats und gemainlich dem wr
schuß durchaus gar nit gefallen wollen, das gemelter massen lii
summa zu ross und fuß von dem marggrafen zu begem und herai
in die statt zu nemen wern , see sie nit für gut an , dann wa M
geverlichait alhie üben wöUten, möcht man ir nit wol mechtig seil,
zu dem es aim rat oder dem ausschuß nit angepotten worden wen,
es wurd sich auch gemaine statt gegen dem marggrafen verdiefeii
dermassen das sie ime mit stattlicher hilf dess vergleychung oder
erstattung zu tun auch angezogen und angefordert worden, das dock
in irem vermögen nit stund, daraus alsdan nichtz, dann vordnog
und ungnad erwachsen möcht.
Haben demnach inner und ewsser rate, auch der ausschuß be-
schlossen, meins gnedigen herren, des marggrafen, r&te uff die fv^
gehalten puncten dise antwurt zu geben: Bed inner und ewsser
rate, auch ain erber ausschuß ainer gemaind bekennten sich, du
sie in der a}iiung meinem gnedigen herren, dem marggraf»! der
massen verwandt und verpunden wem, so sein forstlich gnadei
überzogen wurden, das die statt Rotenburg sein forstlich gnadei
hilf und rettung zu tun schuldig were, als treff es sie selbs an, wie
dann vor jarn ire eitern uugeverlich getan betten. Aber yetz der
zeit in disem haudel dermassen sein fürstlich gnaden ain hilf A
tun, wie ire eitern, dess wurden sie aus den orsachen [268] d«
inen ir pawrschaft und landvolk, auch andere abfeilig und widsr*
wertig wem, verhindert, wie dann uit allaiu inen, sonder asdiai-
251
rn und vil hohern und merern herrschaften , dann sie wern, be-
gnet. Aber wie sich meins gnedigen herren rate an statt seiner
rstlich gnaden mit aim rat und gemainer statt und herwiderumb
t mit inen der hilf, so ain tail dem andern in Überziehungen und
ten tun sollten, zu veraynigen und zu vergleycheu were, wollten
ur und ewsser rate sampt dem ausschuß ir strengkait und erber-
it davon reden und sie dess den furschlag tun lassen. Sölichs
ord also hochgedachts meins gnedigen herren geschickten r&ten
r antviurt geben.
Furschlag der marggravischen rate.
Uff Termelt, gegeben antwurt haben die marggravischen rete
d geschickten iren furschlag und gutbedunken dem innem und
«em rate, auch dem ausschuß eröffiiet der gestalt: Erstlich das
i von Rotemburg mein gnedigen herren oder die seinen, so zu
if wider die uffrurigen bawrscbaft handeln wurden, hie zu Roten-
irg in der statt aus und ein re}'ten lassen und iren pfenning zu
rn gestatten sollten ain nacht zwu, drey, oder sovil sich unge-
riich die notturft erhaischen wurden. Dergleychen sollt den von
itenburg in meins gnedigen herren schlössen, stetten und flecken
Kh zugelassen und gestatt werden. Zum andern das kain tail in
MT uSmr und emporung nyemand, der wider den andern tail
sre, handelt oder tete, enthalten, ein oder aus lassen sollte. Item
18 ain rechter vertraw in diser sach da sein sollt, also was ain
Qe angieng, das es dem andern taile getreulich laid und wider
ia sollte, dem andern taile darwider hilf, rettung und beystand
il lewten nach lawt und inhalt der ayniguug zu tun. Ob aber
Ihchs mit lewten nit sein, und ain rat söllicbs an irer [264] ge-
dod und pawrschaft nit haben köndt, das alsdan söliche hilf mit
It geschehen sollt, und bewogen sie, die rate, wann mein gnediger
rr yetz hette ain tawsend knecht uff ain monat oder zway be-
Dt, so achten sie, das sein fürstlich gnaden sunst für sich selbs
dl 3000 guts kriegsvolk betten, die sein gnaden als gut, ge-
tarn und gewertig wem, so hett ain rat dieselben und darzu
k meins gnedigen herren kriegsvolk, macht und hilf darbey in
I niMea und belegerungen zu «geprauchen und zu nutzen, wer
II nieio gnediger herr dem von Rotenburg hilf notturftig,
252
so betten sie iu mit disen Iren taw^eud knechten bezalt und
gnagt etc.
Antwurt der vom rat mitsampt ewsserm rat und s
scbuß.
Den ersten artickel Hessen sie inen gefallen, wie der von s
gnedigeu berrn raten gestellt oder erzelt worden. J)ea andern
tickel Hessen sie inen gefallen, das man den auch bewilligen m
doch mit der untersebied, uaebdeme der von Rotenburg undert
iu der statt und uff dem lande in und zu dem bellen hawfen, ;
den andern pawru zu und ab zugeen, und sonderlich die pawrsd
so dem bawfeu verpfiicbt wem und nacbzügen, derbalben die
Kotenburg der ii*en nit mechtig wern^ das nichtzit dest minder
pawrn uff dem land in der statt aus und einzuwebem gestatt,
nyemand derbalben mit kewfen, verkawfen und andern handtient
und handeln zu gepraucben verbotten, noch daran verhindert we
sollten, aber das sich yemand wollte herein in die statt ton
ainer ciain oder grossen anzal, die wider mein gnedigen be
oder die seinen handelten oder teten, das sollt inen nit ge
werden. Zum dritten schlugen die von Rotenburg für, das i
gnediger herr den von Rotenburg yetz drewhuudert man zul
sollt, und ob sich begeh, das die von Rotenburg belegert woi
das dann sein fürstlich gnaden sie retten sollt, [265] als s
sein gnad were. So dann sein fürstlich gnad überzogen wui
so wollten sie sein fürstlich gnaden helfen mit zwayhundert knec
aiu monat lang, und wa sie sein fürstlich gnad^ die knecfal
zuschicken könnten, wollten sie sein fürstlich gnaden das gelt ds
entrichten und damit helfen.
Marggravisch rate.
Denen wollt sölicher der von Rotenburg furschlag m etli
puucten nit gefallen. So gefiele beden raten und dem ausschofl
marggrafischeu rete furschlag in vil puncten auch nit, dann
der weyl bedewehte rat und ausscbuß, es wäre der marggrafis
rät furschlag über deru von Rotenbuig vermögen, zu zeyten
sorgten sie, sie mochten sich gegen dem marggrafen* auch verd
und zuvil über sich laden. Etlicb und sonderlich der merertK
ausscbuß konnten und wollten den marggrafen oder die seinen
253
einzulassen, noch ime ainicherlay hilf wider die pawrn zu ton gar
iut erleyden, noch gedulden.
Zoletzst nach vilen anderreden und handlangen haben sich
meiüs gnedigen berren margrefen rate ains, burgermaister , inner
Dod ewsser rate mitsampt dem ausschaß anders tails diser nach-
folgenden artickel und abschieds mit ainander ainhellig veraint und
vertragen, aber sich erhub derhalben in der gemaind, an die es
von etlichen des ausschuß, den sölicher vertrag und verainung ent-
gegen and wider war, gelangte, ain groß gemurbel und geschray
und sonderlich von dem losen geböfel, das diser ze}t ser überhand
gcnomen hette, denen auch vil habhafter lewt in der gemaind an-
hengig warn worden, schrien und sagten, man wollte lewt zu ross
und zu fuß herein legen, das sie mit nichten leyden wollten, be-
sorgten^ sie mochten übergeben und etwas beschwerlichs gegen inen
fiirgenomen werden, etlich besorgten der weyber etc. Deßhalben
mast man alspald des tags datum nachgemelts abschieds gemaind
iewten lassen etc.
[26(>] Donderstag nach Quasimodogeniti [27 April]
Ward obgemelter rumorischer murbelung nach ainer gemaind in die
Pfiurkirchen zusamen gelewt, und der nachverleypt abschied ainer
Sirauund aber die porkirchen herab öffentlich vorgelesen, darbey
Hoch znvorderst muntlich erzelung und erinnerung geschehen der
Imngen herprachten aynung und verstendnuss, darinnen das fursten-^
tmnb Brandenburg und die statt Rotenburg vil jar gegen und mit
ainander gestanden, und was ain rat und gemaine statt derhalben
meinem gnedigen herren, dem marggrafen in diser uffrur verpflicht
were etc., weliche erinnerung und Verlesung des abschieds alles in
heywesen der marggraiischen rät beschahe, und lawtet der abschied,
wie hernach folgt.
Abschied.
Entlicher abschied, den des durchleuchtigen, hochgebomen
hrsten, meins gnedigen herren, marggraven Casimir zu Branden-
Wg etc. gesanten rate, nemlich her Hanns von Seckendorf-Aber-
^, amptman zu Feuchtwang, her Sigmund von Heßberg, ober-
DÄWchalk, lehentrftger in österroycb, amptman zu Cadoltzburg, bed
ntter, 8tel&in von Birkenfels zu Leerberg und Antoni Graber, se«
264
cretarios, mit den fursichtigen, erbern und wejrsen, bargermi
innerm nnd ewsserm rate, auch dem erbern ansschaft aii
maind zu Rotenburg uff der Tawber, und sie hinwidemii
den raten gemacht und genomen haben.
Item nachdem die gegenwurtig uffirur der nngeharsamen
schwerlich überhand nimbt, und sonderlich dieselbigen ofl
pawm diser tagen die statt Rotenburg on alle pillidie nr»
trohet haben, also das $ich zu vermuten ist, sie moditen fu
sie vermainter und unpillicher weys zu betrangen etc., derg
mein gnedigen herren, marggrafen Casimir vorgemelt seiner
land und lewt halben auch besorgen muß, damit dann sein f
gnaden und gemaine statt Rotemburg und die iren yor unpi
gewalt gehandhapt, geschützt und [267] beschirmbt werden, 8(
sich vorgemelts meins gnedigen herren, marggraf Casimirs ri
benant und burgermaister, inner und ewsser rate und der ai
zu Rotemburg derbalben gegen und mit ainander verainigt «
tragen, auch ainander bewilligt und zugesagt, wie undersr!
von Worten zu Worten hernach folgt.
Item dieweyl die sachen dermaß gestalt sind, das wedi
gnediger herr, noch die von Rotenburg nit ain gewisse stund
vor den uffrurischen pawm sicher zu sein, ist abgeredt, li
und beschlossen, das in disem handel ainem yeden tail des
schloss, stett, flecken etc. offen sein sollen, also wann mein g
herr der statt Rotenburg oder anderer irer flecken, defigleyc
von Rotenburg seiner gnaden stett, schloss oder anderer irer
notturftig sein wurden, das ain yeder taile und die seinen
und fiiß in des andern stett, schloss und gebiet em und
lassen und ime vergönnt werden soll, darein und daraus gQ
uffrurigen pawm mit der tat und in ander weg, wie die i
und gelegenheit erfordert, zu handeln. Doch soll kain taile f
sein mer volks, dem andern taile zustendig, in sein ste(
flecken einzulassen, dann sovil er ongeverlich mechtig ist, u
lieber tail also sein volk in des andern stett oder flecken a
und legen wurt, der soll mit ernst bey ine bestellen und vorsi
das sie den inwonern kain überlast, hochmut, vergeweHigoi
andere unpilliche beschwerlichait beweysen, welicher aber da
fiaer, der soll dammb nach gelegenhait seiner verwurkung m]
emst bestraft und die inwoner getrewlich geschützt werde
255
11 auch ains yeden tails nndertanen, die auch bey diser uffrur
west ireren^ durch des andern kriegsvolk aus und ein gein stetten
er flecke sölicher irer handlung und ungeharsam halben wider
s andern tails gutem wissen und willen nit beschedig, oder der-
Iben ichtzit gegen inen fnrgenomen oder gehandelt werden.
[268] Zum andern ist abgeredt, bewilligt und beschlossen, das
in taile in des andern stett, schloß oder gebiete nyemand mit
den einlassen soll, der wider den andern taile gehandelt hette
er dess in ubung stunde, doch so ains yeden tails nndertanen,
) auch bey der uftrur gewest und deßhalben noch verpflicht wem,
18 yeden tail stett, merkte oder gepiete zu den markttagen oder
dem zeyten mit ein oder aus wehem, kawfen, verkaufen und
dem hantierangen geprauchen wollten oder wurden, soll inen
iselbig biedurch unverpotten und gar nit benomen sein, sonder
thalb ungeverlich gehalten werden.
* Zum dritten der hilf halben, so mein gnedig herren oder die
n Rotenburg überzogen wurden, wie es ain tail gegen dem an-
m mit sölicher hilf halten soU, sind bed taile vor in ainer globtea
d verpflichten aynigung, die under anderm vermag, welicher tail
erzogen, belegert, bekömert, bekriegt oder beschedigt wurde, soll
r ander taile und die seinen, so sie dess ermant werden, zuziehen
1 solichs getrewlich helfen wem und retten zu gleycher weys,
ob ainen yeden tail das selbs antreffe, ist abgeredt, bewilligt
I beechlossen, das es bey sölicher aynigung der hilf halben be-
im, bleyben und der genzlich nachgangen werden soll, also we-
ler tail überzogen und belegert wurde, das der ander demselben
rettnng und hilf komen soll, sovU ime }nnmer muglich ist. und
ob ine die sach selbs angieng, indem ain yeder tail bey dem
lern allen trawen und glauben finden soll. Und mittler zeyt
II sich ain yeder tail des andem tails flecken haben zu ge-
mcheo, wie obsteet.
Ob auch ain taile überzogen wurd und der ander nit, oder ob
i bed in handel komen und ainer ee, dann der ander vertragen
nrd, welcher tau denn ee den vertrag hett, der solle nichtz dest
niger dem andern seine stett und flecken offen halten und der
tf halb zur notturft getrewlich zu im setzen, wie das alles obbe-
üm ist [269] und soll es in all weg bey der aufgerichten amung
Iqlwo, alka getrewlich und ungeverlich.
256
So ist diser abschied von meins gnedigen herren w^en da
her Hansen von Seckendorf nud her SjgmQnden von HeGberg,
ritter, nnd von der statt Rotenburg wegen dardi Jörgen Beme
bargermaister, Erasmasen von Mußloe von innern und Steffan
Menzingen vom ewsseru i'at und Cuuz Ofnem vom ausschuß o»
schriben und darzu mit gemelter zwayer vom adel pettschaftrioi
auch mit gemainer statt secret insigel versigelt.
' Actum Donnerstag nach Quasimodogeniti [27 April] anno
Und wiewoi nach Verlesung des abschieds sich etlich in der
maind vil ungeschickter reden hörn und vememen Hessen, yec
ward inen von der borkirchen hinab zugeschrien, welicher den
schied halten und derhalb bey aim rat und ausschaß bleyben w«
inmassen sie ncchst darvor zugesagt betten, der oder die sd
herauf uff die porkirchen zum hailigen plut geen. Das gesd
und blibcn gar wenig personen damiden, das waren Peter Sa)
Jacob Yahman, Hanns Ochs und ihr hawf. Aber denen, so
die porkirchen kamen, redet man so vil liebs und freandlid»
das sie letzt (wiewoi kawm und beschwerlich, mit uffrecken
finger in solichen abschied der merem tail bewilligten. Vil \
Hessen die vinger herniden, bewilligten den uit, etlich, die den
uffrecken der vinger willigten, betten kain maynung oder wiUra,
zu halten. Es wai* kain bestendige handlung furzunemen and m
traw, noch glaub da, sonder ain eilends, erpftrmlicbs ding.
Uff sölichs wurden die abschied mit der versiglung and ande
wie obsteet, verfei-tigt. Damit schieden die marggrilfisdien ;
alspald ab und hinwegk und warn fro, das sie aus der statt sol
und kamen, also wol wurden sie von denen des ausschuß des im
tails und der gomaind gehalten, und als sie am hinausziehen di
die Hafengassen riten , wurden sie von etlichen der gemaind
den [270] wirts und andern hewsern in der Schmid and Hai
gassen spottlich und hönlich begawtzt und beschrien.
Musterung und kriegsrustung.
Dis Donnerstags nach Quasimodogeniti [27 April], sobald
marggrefischen rate hinwegk kamen, namen burgermaister, rat
der ausschuß in besorgknuß der pawrscliaft, die sich ganz bei
lieh hörn ließ, die statt Rotenburg zu überziehen, zu belegern
zu erobern etc., ctwan vil knecht an, mit denselben knechten
267
en bürgern, sovii der hie war^n, ain orduung uud musternng
; darinnen bnrgermaister nud alle ratspersonen, auch stattschreyber
1 Bein Substitut mit iren harnasch und wem gieugen, zimiich
1 gerust, war vil guter hämisch vorhanden, aber der personen
uber sechsthaibhundert, docli warn wol dritthalbhundert burger
g^escbriben, so nit hie und ains tails suust nit erschinen warn.
giengen auch etlich priester, nemlich her Hans Waltmann, caplan
spital, iier Andreas Waltz und ander mer mit iren hämisch und
m in der Ordnung, die mit hämisch und wem gerust warn, und
liebe pCaffen nit mit hämisch und wem gerust warn, die kamen
dl sunst und erzaigten sich auch als die geharsamen. Denen
ird hämisch und wer zu erzewgen und zu haben ufferlegt.
Lorenz Knoblach.
Item der obgenanut Lorenz Knoblach, burger alhie und ainer
» ausschuß, zug on seins ansschuß willen und erlauptnuß hinwegk
i der versamelten pawrschaft., als sie noch zu Markeishain und
oCingen lagen, und empfuret indess aim biderman zu Kreglingen
ia weyb. Der ward dammb und von anderer argwonigkait wegen
0 der pawrschaft gefilngklich angenomcn, in die eysen geschlagen,
lieh tag im beer umbgefurt und zuletzt wider ledig gelassen, were
raach gern wider hieher komcn. Da konte er weder von aim
t, noch ausschuß [271] glait erhingen, must derhalben dawssen
^ben, enthielt sich etlich tag bey seinem vetter Hanns Knob-
hen zu Schweinsdorf. Dahin pracht ime seine hawsfraw etwan
geltz und clainoter. Damit ritten er und der erst bawrnhaupt-
kA Ganz Lullig obgenannt des vorgenannten donnerstags nach
lasimodogeniti [27 April] gein Underosthain der maynung, zum
nd zu reyten. Und als sie die pawrn daselbst erfurn, und
iiD auch ein geschray über Knoblachen ergieng, wie er dem wirt
1 magt notzuchten und betriegen wollte, warn die pawru daselbst
r, griffen nach inen, fiengen Lorenz Knoblachen und verwarten
zu Oberosthain im wirtzhaws. Aber Cunz Lullig entrttt, dem
rieten die pawrn nach biß gein Sulz, aber er kam von in und
ntrao. Aber Lorenz Knoblachen namen sie desselben tags vor
taditz, fürten in aus dem dorf Osthaiii uff ain wisen der maynung.
B ni henken, hatten ine jemerlich gemartert, aber als sie ine uff
Be wisen prachten, hatten sie in ine gehawen und gestochen, biß
17
258
sie ine vom leben zun tod pracht betten, ime geoomen, was er g^
bapt, und in darnacb zn Ostbaim begraben. Bey solicber tatmt
ancb die gemaind Gailnaw, Wettringen und etlicb von Insingea, ik
alle Cnnz Lnlligen nacbgeeylt, nnd nnder andenn obvemieU beCtai
die pawrn, so in umbpracbt, beschuldigt, wie er inen ire christlidMa
bruder zu Buthart nmbpracht bett etc.
Gotsdiensts halben alhie.
Item seydher Mitfasten [27 März] bißher and auch hemch
biß zu end diser uffrur sang, noch las man in kainer kirchoikiii
mess, vesper, complet, mettin, noch anders gar nichtzit. So M
man auch nichtzit, dann wann man predigen oder die gemaind a-
samenpringen und versameln wollte, sonder stund man mit alki
göttlichen amptern und gotsdiensten still, ward in der Cbarwochtt
[9 bis 15 April] kain passiou oder nichtzit gelesen, kain tawf odv
anders geweyht, auch nyemand kain [272] sacrament genudit, «
geschehe dann glejch haimlich. Es ließ sich aodi der obgeBtüA
p&rrer und comentur, her Casper Cristan, am Palmtag [9 ApriQ
in seiner predig hörn, er wißte selbs nit, wie oder was er von
dem sacrament halten sollt. Also irrig und abfeilig heti doQlv
Karelstatt obgenanut ine, aucli doctor Johann Dewscblin, doi pf«i*
ger alhie, und den plinden munch gemacht, das dise alle mitBaapI
ime uff sein, des Karelstatts maynung uud materien predigten, dA-
halben daraus nnder dem gemain mann ain grosse veraditung, w*
spottung und unerung entstund gegen dem balligen sacrament, m
man das über die gassen zu den kranken trag, mit verhewlnft
Verspottung, fluchen und gottsschwurn , aach anderer aniimlicfcg
gotzlesterung, ward auch mit staiuen zu den prie&tern, die das tt*
crament trugen, geworfen, und das beschach nit allein an der gasNi
und am markt, sondern auch aus etlichen bewsern etc.
Item diser zeyt ward abermals von airo rat mit beysein vd
wissen des ausphuß, one den der new rat nichtzit bandeln oder tu
dorfte, an das kaiserlich regiment mit anzaignng der pawrsdtti
handlong uud betrohlichem vorhaben, deßgleycben an ain rat M
Eßlingen und doctor Caspern, dem kaiserlichen fiscal, omb erkaafr
gung und nnderrichtung, wie es mit dem pandischen kri^tTolk ni
der versamelten pawrschaft im land zu Wirtemberg und anderv
enden gestalt were etc., etlicb Schriften von aim rat abgevcrügt^
269
nd CuDZ Fachs, genaoDt Pflastercnnzlin , damit gein Eßliogen ge-
idiiekt. Aber als er damit gein Eßlingen komen, da warn statt-
htter nnd regiment, auch etlicb des cammergericbtz , det* merer
tiS, der versamelten bawrscbaft halben, so sich fur Eßlingen ge-
kgert und dasselbig zu erobei-n nnderstanden hotten , daselbdt zu
Efilingen hinweg gein Geyßlingen im Filstal, den von Ulm zasten-
dig, nnd von dannen weyter an andere ort gewichen, also das man
(wie der bot ansagte) nit wiste, noch yemand ime hett sagen kön-
deo, wa sie hin komen wem, dann die wirtcnbergischen [273]
fawrn betten sich im land zn Wirtemberg allenthalben empört, all
itett nnd flecken im land eingcnomen, etlicb schloß nnd clöster er-
ikert, geplündert nnd ansgeprennt, die statt Eßlingen , wie gemelt,
•berzogen, belegert und zu erobern nnderstanden, aber sölichs nit
feilenden mögen, sonder vor Eßlingen mit sdiandan nnd spott wider
ihneben mnssen.
So hett sich dann der zeyt aiu merklicher liawf pawm zn £11-
Wigen Tersamelt, der hett das schloß zn Ellwangen eingenomen,
dBfigieydien hetten sie das schloß Hohenstawfen, die closter Lorch
, üd Mancbsrot erobert und alle drewe geplündert nnd ansgeprennt,
kthttf dann von Hall, Dinkelspnhel, herren von Lympnrg, Stifts
flunperg nnd anderer herrschaft pawm gewest warn, hetten anch
' dtteben die statt Dinkelspahel überzogen nnd zu vertrag getrungen.
Aber von nechstgemclten ansgangen Schriften sind die copien
verioren nnd deßhalben daher nit registrirt worden. Und also kam
Hsstercnnzlin und pracht die schrift, an das regiment lawtend, wider
üd daneben zwn schriftlich antwurt von den von Eßlingen und
dn kaiserlichen fiscal, lawtende, wie hernach folgt:
Den ersamen nnd weysen burgermaister und rate der
Httt Rotenburg uff der Tawber, unsern besondern, lieben
und guten freunden.
Unser frenntwillig dienst zuvor, ersamen nnd weysen, besonder,
Beb nnd gut freund! Ewer weyshait schreyben nnd beger haben
vir Mint inbaltz vernoroen, fugen darauf ewer weyshait zu wissen,
dv ans glaaplich kuntschaft zukomen vom pund nnd andern schrift-
U and »untlich, das herr Jörig truchseß mit allem kriegsvolk zu
IM nnd faß affprochen, all ander sachen zurück gestellt und den
Mchsten ins land Wirtenberg ziehen, anch biß morn oder sonntag
17»
260
zu Tuwingen ankörnen soll. Das haben wir ewer weyshait, de
wir [274] zu freuntlicher willfamng ganz genaigt sind, nit w6lle
verhalten.
Datum uff freyUg nach Qaasimodogeniti [28 April] anno ^c 2!
Burgerniaister und rat zo Eßlingen.
•
Den fursichtigen, ersamen und weysen herren, bargei
inaister und rate der statt Rotenburg off der Tawbei
meinen günstigen, lieben herren.
Fursichtigen, ersamen und weysen, gunstigen, lieben herrei
Euch sein mein ganz willig dienst bevoran berait , and hab ein
sclireyben vernomen. Daruff fug ich euch zo wissen, das der poi
mit den dreyen hawfen pawrn, nemlich baltringischen, allgewisebc
und bodenscischen hawfen vertragen ist, aber vil bawrn im Hess
und Schwarzwald , so sich mit iren hori'schaften au das regiaei
und camergericht irer geprechen halb veranlast, haben den uh
verlassen und zusamen gefallen, ainen grossen hawfen gemacli
sich gegen iren herrschaften grawsamlich emp6rt, ist die sag, d
pund wöll gegen denselben auch ziehen. Auf disen abend und di
stund haben die wirtenbergischen bawrn Eßlingen offgefordert, ih
man hat inen ain schlechte antwurt gegeben, sie mögen hinziehe
da sie her komcn seycn, und weder ja, noch nain, kalt oder wu
gcantwurt, ligen zu Waiblingen. So hat ain anderen hawf pam
nnder dem land zu Wirtemberg alle flecken und stett eingenon
biß gein Hawsen am Rein^ aosgenomen Brethain', ond daraai
der dritt hawf, so zu Weinsperg gelegen, üailpronn, Wimfrff
Mosbach und Horncck zu Gundelshaim auch eingenomeu. Wi
daraus werden will, bcfilche ich den göttern ! Wir sind zo £GliDg<
doch wenig vom camergericht ond nycmand vom regiment, aber g<
trost, mit allem rat versehen, ond so wir in der statt, als ich hol
ainig bleyben, wellen wir die statt ond ons von den pawrn b
halten, obgleych alle haofen pawrn vor ans legen, wie ir, ob gc
will , vernemen werden. Das hab ich ewer weyshait eylends v
newe zeytigung, die yetzt teglichs geschehen sind, nit wollen vf
halten, dann Stuttgarten, Canstat, Waiblingen, Marpach, Laai
l RbüinhAUBOT). 2 Bretten. 8 Lanffon.
261
iglingen, Bietecken \ Fcihingeu-, Groiiiugcii ' [-75] und ander
er flecken mit ireu scldossen sind yetz den pawrn ergeben sampt
ter landschaft, so darzwuschen ligt. Beiiili mich sunst in ewern
lustigen willen.
Datum Eßlingen, am aclitundzwainzigsten tag [Aprilis] anno
c 25.
Kajserliclier mayestat fiscal Casper Mart, doctor.
en erbern, fursichtigen und weysen bnrgermaister und
ate der statt Rotenburg uff der Tawber, meinen gun-
stigen herren und freunden.
Mein freuntlich und willig dienst zuvor. Gunstig lierren und
Mnd ! leb fug euch für new zeytigung zu wissen, das etlicb pawrn
M der hellischeu landwer^ sich uif bewt dato dis brifs biebcr an
gewarsam getan haben , dann die andern pawrn haben in bcy
fb und gut gebotten, mit inen für Hall zu ziehen, und ist das-
Ibig der bawf zu Gailndorf und der ander, der Ellwangen hat
Bgenomen, und in sunnna ich hab ir drey in diser stund be-
nchty die sagen mir, in gehaimbd zu entdecken, ob sie vermainen,
sHali halten werd etc., setzen sie es in ain zweyfel, dann etlich
ibea sich böm lassen, sie wollen ire hewser unzerschossen haben,
ri oacb dem ist die sag, zu euch auch zu komen und furter zu
m dritten bawfen gein Yphofen zu ziehen. Das hab ich euch
I mein berrn und freunden nit wollen verhalten , und als hewt
t m wnrzburgischer reytonder bott hie durchgeritten , der sagt,
ir pand ziehe uff Eßlingen zu. Gott geb, das es bald geschehe!
Datum Onoltzpach am samstag nach sant Geörgentag [29 April]
tto etc. im 25.
Wolf Ofncr, licentiat, canzler.
Nota!
Der aosschaß alhie hl diser zeyt verrer mit der pawrschaft
t handeln zu rat worden und hat in diser woclien ain bottschaft,
iilirh Hanns Ketzern, Kilian Duchscherern ^ und Lutz Becken mit
Kr hernach gemelten instruction an den hellen bawfen von der
1 Bietigheim. 2 VaihiD^ron. 3 Markgröningen. 4 Landwehr
liet; von Schwabitscb llull. 5 Kilian Ettschlich.
262
Tawber, der damals am Main zu Ochsenfurt lag und von dämm
für Yphofen gerucket was, abgevertigt, weliche iustmction lawtet^
wie hernach folgt:
Instruction, wes die verordneten von ainem erben
ausschuß ainer ganzen gemaind zu Rotenburg beydei
hauptlewten des ganzen hellen hawfens, so yetz am
Main ligt, uff ir schreybeu, so sie ainer ganzenge*,
maind hie zu Rotenburg, als obstet, jungst getan habea,
handeln sollen, und nemlich die maynang:
Das schreyben, so von hauptlewten der ganzen versamdtcn
bawrschaft des hellen hawfens, als sie nechst zu Aw gelegen sind,
an ain ganze gemaind zu Rotenburg beschehen und durch drey for-
ordnete, nemlich Hanns Hollenpach, Hanns Clinglem und Sebastiaa
Mawrem uberantwurt ist, liett ain ganze gemaind sampt dem aa-
ßchuß hörn verlesen, und daruff ain gemaind inen, dem aussdut,
befelh und gewalt geben, daruff zu antwurten. Daroff hett awk
der ausschuß von wegen ainer ganzen gemaind die Schriften b^
wegen und ermessen, und dieweyl sunst nyemand aus dem hdki
hawfen sölich schrift und handlung vor ainer gemaind zu antwvrta
und furzupringen geschickt, sonder allaiu die gemelten drey als n-
tenburgische verwandte, die dess kain sonderlichen gewalt vom hdla
hawfen gezaigt betten, solichen briefe und handlung behendigt, wd
dann der brief nit mit des hellen hawfen insigei, sonder mit aiiM
andern pettschaft, das gemelts Hanns Hpllenpachs sein sollt, w
sigelt gewest, und darzu die schrift desselben briefe fiir desselki
Hanns Hollenpachs handschrift durch etlich auch geacht wurdU
darzu [277] der ausschuß nit zweyfelt, wann den rechten hufl
lewten des ganzen hellen hawfens gestalt der sachen, wie heniad
gemelt wurt, recht bericht weren, sie wurden ain gemaind zu Rotes
bürg, noch iren ausschuß dermasseu weder muntlich, noch schrift
lidi gar nicht anziehen oder bekömern, konte der ausachoA aiB0
gemaind sölicher Schriften und handlung nit glauben geben, nt
sehen sich ains andern und genaigten willens zu dem ganzen htBß
hawfen, dann die ij-rung und geprechen, sich in diser affirur zwi
sehen aim rat zu Rotenburg und irer ganzen gepawrschaft gehaltH
sey zu entlichem ausspruch getedingt und verfaßt uff den aossdd
der gemaind, weliche abred mit etlichen bedingten Worten beschefaei
263
Mmlich das der aasschuß auderst uichtz sprechea oder machen
wollt, dann das sie gegen gott und der weit zu verantwurten hetteu,
daroff dann sie die sacheu verrer auszusprechen verwilligt und an-
geDomen betten, dem wollte der ausschuß geleheu und nachkomen,
detf sich dann bed parteyen, der rate und die pawrschaft, in ver-
■ög irer bewilligten und angenomen zusagung auch billich settigen
Kessen. Aber über sölichs wem gemelte und ander schriftlich und
Mintlich handlang ainem erbem ausschuß und der gemaind uber-
iDtwort und zukomen, als ob sie von dem ganzen hellen hawfen
tosgeen sdllten, darinnen begert wurde, das sie inen mit buchsen,
^ieesen und lewten hilf tun sollten, und wa sie sölichs abschlugen,
k$ der heU hawf die statt Rotemburg darumb überziehen wollt,
lit ob ine ain zusagen beschehen und dasselbig nit gehalten worden
Nia sollte. Dess trug der ausschuß und ain gemaind nit claine
kfidiwemus, wem auch sölichs zusagens dermaß ganz nit gestendig.
b wem alle die, so rotenburgisch sein, im vermög obangezaigter
wdassoDg gericht und vertragen. Es hett auch der ausschuß, noch
ie gemaind inen, der pawrschaft, kain ander hilf oder beystand zu
tu zugesagt oder versprochen , dann allain die , wann diejenen, so
. Jitenburgisdi sein, über den uffgerichten vertrag von aim rat [278] zu
Kotenburg oder andern aus irem befelh und gehaiß überzogen, be-
Ntigt oder vergeweltigt wui-den, alsdann sollt inen alle mugliche
Uf, 80 weyt sich unser leyb und gut erstreckt, mitgetailt werden.
Dergleichen sollt sich der ausschuß und ganz gemaind bey inen
iKh vertraten, das dann auch also zu beden tailen bewilligt und
iVSenomen. Das und sunst kain anders zusagen ist inen beschehen.
Uey es auch billich bleyb, und gedechte ain erber ausschuß und
fc ganz gemaind, wa es den fal erraichte, deme getrewlich zu ge-
hben ind nachzukomen.
Dieweyl sich aber die rotenburgisch bawrschaft über das alles,
Ml aber die drey damals vorausgedingter herrschaft, nemlich her
ZejrBolCB, Hanns von Rosenberg und Philips von Vinsterloes armer
i>wt noch weyter und doch one des ausschuß und der gemaind zu
tltenbiirg wissen und begünstigen, sonder aus aigner bewegnuss
linderer herrschaft armen lewten, wie yetzt vor äugen ist, ver-
Micht und verpunden haben, und aber dieselbig rotenburgisch pawr-
^Ehift noch weder von aim rat zu Rotenburg oder yemand andern
^ iren w^gen gar nicht benötigt worden, bleyben ain ausschuß
2»U
und g^Dainde soliober aniordninz. in^n inhah irs begems ainiclierit|
hilf za ton. billidi munffeioeen . versahen sicfa aacfa des brodv-
liehen, erhem siemou za den haapüewten und gmzer versamloif
des heilen hawfen. das sdich bestem oder erfordern ir will, nxj*
nong and gemat nit sey. bin aach daraff der aosschoA von wegn
ir and der gemaind sie. die haaptlevt and ganz versamlong im
hellen hawfens. das sie ans Torgemelten arsacben« dieweyl weder
ain rat. noch vemand Ton iren wegen, ancfa der aosschaß ond in
gemaind fioir sieh selbst gegen der rolenbnrgischen bawrschaft ii
kainem argen oder angnten nichtzit za handeln oder za ton wiflN%
sonder gemelts aasspraehs gewertig. und sie inen and dem ganai
hellen hawfen alles das jenig, so inen lieb, za tan and za beweyset
genaigt sein, von soliehem der rotenborgischen famonen gntUflk
und firenntlich weysen ond vermögen, des angezweyfelten , b^ldfl^
liehen Versehens, die haoptlewt and ganzer [279] heller hawf saofi
der rotenbargisi'hen pawrschaft werden sölich anser, des aassdal
and der gemaind. berieht ond erpieten za gefallen ond genogen an»
nemen, ans verrer nit aufeehteu oder belaidigen. noch das za ttt
gestatten, dieweyl sie doch ir famemeu and handlang allain offdM
hailig evangelium, das im gnmd nichtzit anders vermag and knlt
dann frid, lieb, trew und ainigkait, die gott lieb ond gefellig MH
Das erpewt sich ain aosschaß und ain gemaind omb haoptlewt oi
den ganzen hellen hawfen, auch die rotenbnrgischen gepawrschift
in bruderlicher lieb und gutwilligkait zu verdienen.
Item darbey wollen auch hauptlewt und der belle hawf be-
wegen und ermessen, ob von kayscrlicher mayesiat oder des punii
wegen ain zug wider den hellen hawfen zu ton onderstanden, daatt
sie übergeben wurden, das dannocht dem hellen hawfen nützlich
und gut werc, das yemand unparteyscher darzwusehen komen, gnt-
lieh underhandlung tun und die Sachen zwuschen beden tailen zi
friden und vertrag pringeu möcht, wie dann der aosschaß aiov
gemaind zu Rotenburg de« willens und gemuts ist, auch alsdui
gern allen muglichen fleyß aukeren und furwenden wollen, dasselkil
zu tun. Wa aber der ausschuß und ain gemaind sich mit in
rotenburgischen gepawrschaft oder dem ganzen heUen hawfen elf*
Hessen, inen lawt ires bcgerns hilf zuschickten, die doch daia wi
aim solchen grossen hawfen nit sonders furtreglich, noch erspriefr
lieh were, so machten sie sich damit soUcher handlang ond te*
265
Rsens taiUiaftig. fielen mitsampt inen in kay serlicher mayestat,
Mar stend des reichs und des punds straf und ungnad und konnten
n, dem hellen hawfen, oder der rotenburgischen bawrschaft mit
■idier gatlicher underhandlung nit nutzlich, dienstlich oder er-
prie&lich sein. Zu was nachtail inen allen, iren weyben, kyndem,
ib and gutem sölichs raychen und gedeyhen wnrd, betten sie auch
K ormessen, und beten darumb, wie vor und dess ainer gutwilligen,
nonüichen antwnrt.
[280] Ein erber ausschuß begerte und bitt euch, das inen die
«rbelialten artickel durch die rotenburgischen bawrschaft Inhalt
iriger, jüngster irer schrift auch uberschickt werden.
Item nachdem die rotenburgisch bawrschaft sich vernemen
MMD und beclagen, g^eych als sollt ain erber ausschuß sie, die
otenborgischen bawrschaft, in iren Schriften zu iujuriem und schmehen
iderstanden haben etc., dess gesteet der vorgemelt ausschuß gar
it, sey auch dem nit also, sonder alles das jen, so sie inen zu-
inchriben, haben sie der pawrschaft allain zu gut aus brüderlichem
mt- und liebe und ganz kainer andern oder schmehlicher an-
Mtang oder maynung getan, wollen sich auch demnach mit der
nrhait verantwurt und entschuldigt haben, sind auch kain anders
IMugt, dann wes inen geliebt und sie gegen gott und der weit
HiBtwurten ki^nden.
Indess ward nachgemelteu stetten
W aim erbem rat des newen regiments alhie geschrieben, wie her-
■fih folgt, umb ain verpundnuss mit zuschickung obgemelts ab-
(Ms der marggrefischen aynung.
Den von Hall und Dinkelspuhel.
Lieben freund! Dieweyl der gemain man in stetten sampt der
Mtinen pawrschaft uff dem land ganz ainer beschwerlichen bewe-
Mg, offirur und empörung nit allain wider die gaistlichen , sonder
■4 wider aUe oberkait ist, dermasseu das ainer yeden oberkait
A iit, gich und ander ire geharsam undertanen mit fursichtigem
^ vor scbedlichen und verdurplicheu schaden eru , leybs und guts
■d darhalben obligenden fam und sorgklichaiten, sovil die göttlich
Äd verleydlit, zu bewarn, und wir aber in diser uflfrurigen em-
<ltaig der pawrschaft und des gemainen mauns vor andern com*
266
muneu oder stetteu des rcichs uit iu claiuex beenstigang äiUa^
haben wir kayserlicher mayestat Statthalter and regimeut im luä-
ligen reich und dem durchleuchtigen, hochgebomen forsteu uud herm«
herren Cashuiru, marggrafeu [281] zu Braudenburg etc., unsen
guedigeu herreu, mit dem uud auderu seiner fürstlichen gnaden bit-
dem in guediger uud uuderteuiger ayunng und verpundnnss wir,
stehen, deßgleycheu dem abschied nach, uff hievor gebalten stettaga
aller erbern frey uud reichsstet bottschaften beschlossen , ewer mi
unser gut freund, die vou Xurmberg umb hilf und rate in disee
uusern auligeudeu nöten undertenigklich und dienstlich, wie aus i6-
lichs gepurt, ersucht, aber von inen als denen, die selbs in sohcber
betrangkuuss steen, wenig oder gar kain Vertröstung ainicher hilf
oder rats zu fruchtpailicher handhabung und beschutznng der iMiwr-
schaft gewaltsamen furnemeus empfangen und befunden, dann allaia
gedachter unser guediger herr, marggraf Casimir, hat in disen tageo
auf gemelt uuser undertenig schreybeu und ermaneu uns seiner fiirsüidh
gnaden treffeulich rate zugeschickt, die sich anstatt seiner gnaden Mt
uns, auch uuserm ewsserm rate und dem ausschuß unser gemaiid
mit der geiuaiud selbst bcwilliguug etlicher artickel [halben] vtf-
aiuigt, wie ewer erber weyshait ob hierinn ligender abschrift a
vcrnemcn haben. Uud dieweyl wir dann sölichs nit allain uns mi
deu auderu uuseru geharsamen burgern und undertanen, sonder eick
uud auderu mer stetteu, so dermassen in far und sorgen steeo
mögen oder teglich gewarten müssen, wa sie dergleychen versUil
mit gedachtem uuserm guedigeu herren, und sonderlich vir stell
selbst uuder aiuauder hetten, zu fruchtparlicher handhabong, hill
und beschutzuug gewaltsames, tetlichs furnemeus der aofrnrigen bawr-
Schaft und des gemaineu manns achten, haben wir guter, getrewer.
freuntlicher maynung sölichs ewer erber weyshait zu eroflfen und
zuzeschicken nit underlasseu wollen, ob ewer erber weyshait ge-
maiut uud gewillt wer, dergleychen verstand mit gedachtem oosera
guedigeu herren uud uus iu diser bewrischen uffrur und em|>önig
auch zu bewilligen und anzunemen, das sie uus dasselbig in schriftfli
hie mit disem uuserm hotten oder hernach zum furderliehsten vtf*
stendigen möchten. So wollten wir daruff alspald aiueu tag hiektf
iu uuser statt erueuuou uud ausetzen und gedachten unsem gM*
digeu herren dui'ch sich oder seiner gnaden rate, deßgleychen eaeki
auch ewer uud [2^2] uuser guten freund, die vou N., den lÄ
267
tch dergleychen geschriben haben, durch ire ratsbotschaft uff so-
jiem tag alhie zu erscheinen und zu handeln beschreyben, und
sdann wir unser ratsbotschaft auch darzu verordnen wollten, sich
ligender artickel halben sich mit ainander zu vcrayueu, damit ain
jde herrschaft und oberkait in diser uffrur für verdurplichem fre-
ä, gewalt nnd beschedigung mit hilf und beystaud der andern
leyben beschützt, beschirmbt und gehandhabt werden möcht. Das
«Uea ewer erber weyshait also von uns getrewer, freuntlicher may-
ng anuemen nnd vermerken, dann ewer erber weyshait angenem,
mmtUch dienst zu beweysen sind wir willig.
Datum samstags post Quasimodogeniti [20 April], anno etc. 25.
Burgermaister nnd rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Wie etlich erber burger anhaims gefordert wurden.
Item der ansschuß ainer gemaind hie zu Rot^mburg ließ an
en imiem rat des newen regiments gelangen, wie dem ausschuß
irkeme, das sich etlich erber und ander burger hie hinweg getan
ttten und au andern orten enthielten. Dieweyl aber die lewft
iser zeyt geschwind und schwer wem, deßhalben aim yeden burger
fmm anhaims zu sein und mit andern die obligenden bürden
id beschwerden helfen zu tragen und ainander rettung und hilf
I beweysen, wie dann derselben burger etlich im Innern und ews-
eni rat gesetzt wem, beschwert sich ain ausschuß derselben burger
bwesens nit wenig, wer demnach des ausschuß maynung, das ain
it dieselben abwesenden burger bey iren pflichten ermanen und
iimfordern wollten. Darnff hat ain rat dieselben burger in Schriften
V iren pflichten ermant und her haim gefordert, wie hernach folgt :
[283] Dem erbern und weysen, unserm lieben ratz-
freund Karel Wernitzern.
Unser freuntlich dienst zuvor. Lieber Wernitzer! Nachdem
w ewer und anderer unserer burger, sonderlich euer als ainer
itqterson, die in unsern rat alhie erweit ist, diser vor äugen we-
iBden schweren lewft halben und andern mer beweglichen Ursachen
I gepraachen notturftig sind, erfordern wir euch bey ewer pflicht,
■It freuntlich bittend, ir wollend euch von stund an hieher in
Mr statt verfnegen und darinnen geharsam und gewertig sein als
I bnrger und ratzperson, wie sich gepurt^ iumassen wir uns frount-
268
lieh za euch yersehen und daiau verlassen. Das begem wir freont*
lieh umb euch zu bescbulden.
Datum samstags nach Quasimodogeniti [29 April] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Dem erbern und weysen, unserm burger Kilian Eber-
harten.
Unser freuntlich dienst zuvor. Lieber Eberhart! Nachdei
wir ewer und anderer unser burger alhie in diser beschwerlicbei
uffrur und empörung und aus andern mer Ursachen zu haben ml
zu geprauchen notturftig sein, erfordern wir euch bey ewren pflichteOf
sunst freuntlich bittend, ir wollend euch von stund an hieber Te^
fuegen und uns als ain burger geharsam und gewertig sein, wie vir
uns zu euch versehen und daran verlassen. Stehet uns frenntliek
umb euch zu beschulden.
Datum, ut supra.
Burgermaister und rat zu Rotenburg uff der Tawber.
Dergleichen mutatis mutandis ist disen nachgemelten borgcA
geschriben worden: Petem von Premen, Sebolden Loffelholz, Liefr
harten Jagsthaimer, Jörgen Kämpfen und andern.
[284] Marggrave Casimirs antwurt begerter hilf hali
Den ersamen, weysen, unsern lieben, besondern, bur
germaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Casimir, von gottes gnaden marggraf zu Brandenborg elb
Unsern gunstlichen grus zuvor. Ersamen, weysen, lieben, besondoi!
Als unsere rete, die wir nechst zu Rotenburg bey euch gdiaUi ]
widerumb zu uns hieher komen sind, haben sie uns bericht, was ir 1
neben dem abschied an sie begert habt, nemlich das wir uff ewer
costen zwayhnndert knecht und ainen buchsenmaister zu encbbindi ..
verordnen sollen, sind wir desselben genzlich genaigt, aber uns seil <
etlicli knecht , die wir euch vermainten zuzeordnen , noch nit if
komen, dem wir doch taglich gewertig sind, darnach sollt ir damt
lenger nit uifgehalteu werden. So haben wir auch diser z^ li^
uberig buchsenmaister, dann wir sind willens vermittelst göttlifihif
hilf in kurz gegen ainem hawfen pawrn furzunemen, und sobaU
dasselb geeudt ist, soll euch furter der buchsenmaister auch xop*
269
nrerdea, gütlich bittend, ir wollend euch des Verzugs nit be-
find ewer sach dest mer in achtung haben. Wa euch aber
stwas beschwerlichs beg^en wnrd, mögt ir uns dasselbig
rissen lassen, wollen wir euch mit hilf nach iedlem unserm
n nit verlassen. Wollten wir euch gnedigcr maynung nit
n.
tum Onoltzpach am sonntag Misericordias domini [30 April],
c. 25.
[An] burgermaister und rat zu Rotenburg uff der Tawber.
Am sonntag Misericordia domini
obgemelten verordneten des ausschuß Hanns Kretzer, Kilian
erer ^ und Lutz Beck von dem hellen hawfen, der damals
lof ^ gelegen was, anhaims komen und haben uff obvermelte
on [285], die sie den hauptlewten und raten gemelts hellen
irberantwurt betten, dis hernachgeschriben schriftliche ant-
m hauptlewten und raten bemelts hawfens gepracht. Die
aiu ganzen bogen bapirs inwendig an das letzter plat ge-
^ also lawtende:
Antwurt der bawrschaft.
irsichtigen und weysen, erweiten ausschuß, auch
ganzen gemaind zu Rotenburg an der Tawber.
lad und frid in Christo. Lieben bruder! Ewer schrift, uns
ckt, haben wir verlesen, und seytemal ir vil artickel mit
n fnmemen anzaigt, können wir euch yetzunden nach ewerm
Bin antwurt geben, wollen aber, so es gott und die zeyt
ewem Schriften uns pas ersehen etc.
Xmm samstags nach Quasimodogeniti [29 April], anno etc. 25.
Hauptlewt des versamelten hawfens yetzund bey Yphofen
im leger.
»Btag nach Misericordia domini, was sant Wal-
burgen tag, [1 Mai]
f obgemelte schriftliche antwurt der versamelten pawrschaft,
i kaiserlichen fisoals, der von Eßlingen und anderer Schriften
ilian Ettsehlieh. 2 Iphofen.
270
durch bede inner und ewssere rete, auch den ansschnfi der ge-
inaind, vor den allen die gemelten Schriften verlesen warden, ge
ratschlagt und beschlossen, ain bottschaft zu meinem gnedigen hems,
marggrafen Casimir zu Brandenburg zu schicken, sein fürstlich gnada
sölich Schriften und handlung und sonderlich die Schriften, zwusdMi
dem kaiserlichen regiment und ainem rat ergangen, furzupringn
und daruff umb rat zu bitten, viie und was sich sein fürstlich gnada
in sölichem gegen der uffrurigen [286] bawrschaft halten wötti^
und sind demnach desselben tags zu bottschaft verordnet und ik-
gevertigt worden Jörig Bermeter von des innem rats, Steffan f«
Menzingen von des ewssern rats und Bonifacins Wemitzer von dfli
ausschuß wegen, zu meinem gnedigen herren, marggraven Casiair
2u Brandenburg zu Onolzpacli geschickt, vor des fürstlich gnads
sie diustags darnach [3 Mai] erschinen sind, anpracht und gdm"
delt haben gemelter ma^nung und abfertigung gemeß. Damff M
sein fürstlich gnad den gesandten der von Rotenburg zu 'erkcsnfli
geben, wie sein fürstlich gnaden haben ainen von der rittersdii
und ainen von der landschaft zu beden hawfen der versameltii
bawrschaft, vor Dunkelspuhel und im land zu Franken ligend, g^
schickt, mit inen zu handeln, derselben botschaften sein fursükik
gnad zum schiersten gewertig were, begerent demnach an sie,*
rotenburgischen bottschaften , sie solten zu Onoltzpach blejben wl
verziehen, biß seiner fürstlich gnaden botschaften anhaims kenn,
alsdann wollt sein fürstlich gnad verrer mit inen handeln, demiüA
Verzügen gemolte rotenburgische bottschaften bis uff donnerstag da^
nach [4 JVIai]. Indess kamen des fursten bot^^haft aph^ifns mi
prachten kain antwurt von hauptlewten und raten der versamettfl
bawrschaften. Dasselbig und desgleychen die obverleypt, stanf(
schriftlich antwurt, so hauptlewt und rate des hellen hawfen dea
ausschuß der gemaind zu Rotenburg uff sein instrnction gegeki
betten, ward durch den fursten und seiner fürstlich gnaden lüiB
gar für beschwerlich und geverlich, auch dahin bewegen, das dh
versamelten hawfen mit gebung sölicher antwurt verziehen woliMi
oder wurden biß zu irer gelegenhait und irem vortail, so sie selbs
für die statt Rotenburg ziehen wurden etc.
Darzwuschen und nemlich am tag Walpurgis [1 Mai] heCta
sich die pawrschaften im Biberter ^ und Aischgrund auch uff zwai
if.
1 Marktbibertcr.
271
Inrfen gerottirt und versamelt, Newenstat an der Aisch eingenomen,
die Schlosser Xewbnrg and Hohencottenhaim ', deßgleychen die clöster
Birkenfeld and Rietfeld ' erobert, geplündert und alles ausgeprannt.
[287] Am dinstag nach Walpurgis [3 Mai]
kben sich die pawrschaften umb Crelshaim ' auch erhebt, das closter
Uhawsen * eingenomen und zum tail geplündert , das pest hinwegk
gefiirt. Damach hat sich ain andere rott bawru daselbst, auch umb
Lobenhawsen und Kirchberg versamelt, haben Anhawsen auch ein-
leaomen, das nberig, so der erst hawf alda ligen lassen hett, vol-
knd genomen, das closter ganz geplündert und darnach ausge-
trennt. So ward diser zeyt das schloß Sultz ^, bey Kirchberg ge-
legen, durch die . von Gackstatt ^ auch ausgeprennt.
Item dis dinstags fiengen die marggrafischen pawrn an, sich
anenthalben im furstentumb an vil orten zusamen zu rottirn
nnä zu tan und zagen, vor andern wolgerust, dem gewaltigen Taw-
lerhawfen im land zu Franken stark zu.
Item der gemelt Tawberhawf mitsampt anderer frenkischer und
Mrggrafischer pawrschaft, so inen zugezogen, warn diser zeyt von
Tphof hinwegk gein closter Schwarzach, statt Volkach, Gerltzhofen^
Hd ander flecken gezogen, betten mitsampt der versamelten pawr-
•diaft am Staigerwald, die dann ain sondern hawfeu gehapt, die
iddofi Zabelstain, Stollperg, Grossenlankhaim ^, Stephansberg, Rotels-
liiim •, Frarstockhaim '®, Schwanberg, das ain Castel und die closter
Sdiwarzach, Ebrach, Birklingen und andere erobert, geplündert und
giiu aosgeprennt.
Und wiewol man saget, der pund zug mit aim ganzen beer
Tom Schwabenland oben herab in maynung, den weinspergischen
Itwfen anzagreyfen, so höret man doch letzt gar uichtzit darvon
iBd wist man ain zeyt nit, wa das pundisch beer hinkomen were.
Aber das pundisch beer war der zeyt umb Herrenberg, Beblingen
nd anderer enden gelegen, betten derselben art des wirtenbergischen
Inds etlich versamelt hawfen der wirtenbergischen pawrschaften,
1 Hohenkottenheim. 2 Riedfeld. 3 Crailsheim. 4 AnhauRcn
■0 der WemitK. 5 Sulz hieß ehedem der thcil von Kirchberg, der rechts
ler JtLxt im thale liegt. 6 Gaggftfatt. 7 Oerolzhofen. 8 Großlang-
lietm. 9 Rudelnee. 10 FrOhfitockhoim.
272
die ganz stark und gewaltig an vi! orten bey ainander in iren timt-
tailen gelegen waren, geschlagen und nidergetruckt
[288] Am raitwoch nach Walpurgis [4 Mai]
hetten die rotenburgischen gesandten vorgemelt, so noch zu Onolüf
pach lagen und uff verrer antwurt meines gnedigen herren, da
marggraven warteten, ain schrifteu an ain rat alhie getan, iIn
lawtende :
Den erbern, fursichtigen und weysen bnrgermaister
und rat zu Rotenburg uff der Tawber, nnsern gün-
stigen, lieben herren.
Erbern, fursichtigen, weysen, gunstigen, lieben herren! Wir
geben euch zu erkennen, das wir von unserm gnedigen fursten mi
herren werden uffgehalten etlicher Ursachen halben, die sich lA
alle schreyben lassen. Yedoch hat sein fürstlich gnad zwo bctt*
Schaft neben seiner fürstlich gnaden landschaft, die auch etUch Ter
ordnet, zu beden hawfen pawrn, als den, so zu Franken, und dii
andern, so umb Dinkelspuhel ligen, zu reyten, die jenigen, so miif-
grefisch sein, abzufordern und weyter mit den pawrn zu handdfr
Dersclbigen botschaft ist sein fürstlich gnad all stund warten, darrf
sein fürstlich gnad uns alsdann ufflialten tut, dann wir spuren ud
finden sein fürstlich gnad in allem nit änderst, dann das wir m
aller gnaden und hilf kecklich, sovil uns not sein wurd, zn seil
fürstlich gnaden vertrösten bedürfen, wie wir ewer erberkait li
unser haimkunft, ob gott wil, berichten wollen. Sein forstlich gml
ist auch all stund der hilf vom pund gewarten. So hat auch seil
fürstlich gnad ain guten abschied von seiner gnaden landschaft aDde
genomen, inen etlich bcschwernuss uff ir begern nachgelassen nni
gemiltert, dargegen die landschaft sein fürstlich gnaden zusagd
getan, wa die pawrn nit ruwig, sonder etwas gegen sein furstlkl
gnaden fumemen wurden, wollen sie leyb und gut zu sein forstlicl
gnaden setzen. Das haben wir ewer erberkait in eyl in alier pestd
nit pergen wollen.
Datum Onoltzpach uff mitwoch nach Misericordia domini [3 Mai],
anno 25.
Jörg Bermeter, bnrgermaister, Stephan von MenzingO
und Bonifacius Wernitzer, genant Behaim.
273 ^
289] Solich obverleypte schrift was SteflEan ?on Menzingens
dirift, der die geschriben hett. Neben dieser schrift kam
ischray hieber, wie die margräfischen bawrschaften allenthalbea
ben fnrstentumb [sich] empörten and uff wem and die ander-
im ambt Kirchberg erforderten and affinanten.
>6mnach ließ Emfrid Kampf, der damals verweser des bar-
isterampts was, bed inner and ewsser reto, aach den aas-
, sovil dero vorhanden warn, äff die drinkstaben zasamen ?er-
1, zaigt inen an, wie ain schrift von den gesandten za Onoltz-
komen were, die er nit bey ime hett woUen behalten and sie
lelt, dieselben za hörn. Die ward verlesen. Nach verlesang
ben reten etlich von den reten, und sonderlich die vom aosschoß,
ie marggrafischen bawrschaften allenthalben aach äff wem, and
Bin groß marbelang in der gemaind, das man der pawrschaft
tf tan, lewt, geschutz and anders zaschicken wollt, liessen sich
sie wollten selbs der pawrschaft zaziehen and hilf tan. Aber
id damals nichtz änderst beschlossen, dann das man die sach
' mwen lassen sollt, biß verrer botschaft von den gesandten
and warden deßhalben Hanns Spelter and Philips Schmid,
lacht and soldner, eylends gein Onoltzpach abgefertigt za den
iten, sich bey inen za erkundigen, wie die Sachen standen,
arbey inen, den gesandten, zu sagen, mit dem farsten on ains
ind aasschaß wissen and willen nichtzit za handeln, za begem
inzonemen, dann was dem abschied and irem habenden befelh
i were, and was die arsach solichs zaempietens, das die vom
loft, aach etlich von den raten im rat anzaigten, wie das ge-
r in ainer gemaind were, als ob man den marggrafen mit aim
n raisigen zewg and anderm kriegsvolk, geschutz and geraitschaft
Rotenburg einlassen wollt, darumb die gesandten zu Onoltzpach
and mit dem forsten handelten, das inen doch abgelaint, und
ib gemelt knecht mit berurtem befelh gein Onoltzpach geschickt
n etc.
[290] Am donnerstag nach Walpurgis [4 Mai]
Elmfnd Kumpf, verweser des burgermaisterampts , bed inner
wsser rete, auch den ausschuß ainer gemaind in die grossen
ben off dem rathaws fmw zusamen fordern und versameln
nen die obverleypte der gesanten Schriften wiederumb und
18
274
darbey noch ain scbrift, die gleych die gesandten äff der zwaye
obgemelten knecht ansagen yetz hieher geschickt hellen , vertoM
weliche yelzige also lawlet:
Den erbern, ersamen, fursichligen und weysen, bar
germaisler und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
unsern gunst^igen, lieben herren und guten freundea
Unser freuntlich und willig dienst allzeyl zuvor. Gunstigei
lieben herren 1 Wir haben ewer erberkait zuempieten bey Speila
und Philips, beden knechten, verstanden, und ist on das unser nr
hab^ gewest und noch in disem fall, on ewer wissen und wiiiei
nichtz weyters zu handeln, zu begem oder anznnemen, dann w
dem abschied und ewerm befelh gemeß ist, uns auch in allem eiw
gemuts und willens zuforderst zu erhallen. So haben ewer gfli
und freuntschaft ungezweyfelt nunmer wol aus unserm vorgesdidi
bericht verstanden, aus was Ursachen wir aihie zu verharrea il
gehalten und verhindert werden, daruff wir noch warten, und dui
wir nit on lawtern verstand, inmassen wir abgevertigt sein, tk
schaiden, will sich gebum des beschaids bey unserm gnedigen benci
lenger zu gewarten, dann ye, so köndten wir änderst nit befiota,
dann das sein fürstlich gnaden die sachen gemainer stall ganz pt
digklich und gut gemaint. Das haben wir ewer erberkait als »
sem gunstigen, lieben herren im pesten nit verhalten wollen.
Datum uff donnerstag nach Misericordia domini [4 Mai] tfü
domini 25.
Jdrig Bermeter, burgermaister, StefiEeui von Meno4>
und Bonifacius Behaim etc.
Soliche obvermelte sclirift was auch Steffian Ton Menzia00
handschrift.
[291] Neben solichen beden Schriften wurden auch die aiMg
so gemaine statt mit den marggrafen zu Brandenburg hetten, w
der obgemelt jungst abschied, so mit gedachts meines gnedigen iNRi
raten obgemelt alhie uffgericht und angenomen, alles verlesen, be
wegen und ermessen, und war uff gemaine umbfrag gar nahend li
ainhellige maynung innerer und ewsserer r&t, audi des aasscUl
das sie meinem gnedigen herren , dem marggrafen das alles gs
halten wollten, das sie sein fürstlich gnaden in bemeiter ayM
und abschieden verschriben und verpflicht wem. Aber der ma«
tili vom ansschufi und etlich von den rftten sagten und zaigten
dirbey an, wie die von der gemaind (ja, es was das gemain, lejcht-
Tertig geböfel awsserhalb frommer, redlicher biderlewt, den solichs
gar nicht gefiele) ain groß gemurbel and geschray in der statt
hett^, als ob man den marggrafen mit aim merklichen volk zu
roffi and zu fiiß hie zn Rotembnrg einlassen wollte, das anch die
fBsandten dammb zn Onoltzpach wem und mit dem marggrafen
kndelten, das sie nit erleyden konnten, anch den marggrafen mit
seim kriegsvolk nit herein lassen, und wa ain rat der versamelten
ptwrschaft nit hilf mit lewten, geschntz und anderm Inhalt irs be-
genis tete, so wollten sie selbs zn den pawm ziehen, geschutz und
Inders mitnemen, betten sie vom ewssern rat und ausschuß der-
kilben un groß anlaufen und geschray von der gemaind mit vil
Iroworten, als ob sie stürm lewten, sich zusamen fugen und selbs
n den sadien tun wollten, dann es betten sich fursten, grafen und
krren, auch etlich stett mit den pawm vertragen und verpunden,
aber ain rat hie were so aigensynnig und w6llte solichs nit tun,
rm wollte ain gemaind von der pawrschaft unuberzogen und unbe-
sAedigt sein und von inen nit gewarten, das alles aim rat be-
idiwerlich was zu hörn.
Dem allem nach ward durch den ausschuß und etlich der in-
■em und ewssern rftte (doch wider den merertail derselben rate
Villen und gefallen) bedacht, sollten die gesandten zu Onoltzpach
vfl mit meinem gnedigen herren, dem marggrafen handeln und be-
Kfaliessen, so wurden [292] sie sich damit verdiefen und konnten
dv gemaind halben nit halten, wurden sie dann ain raisigen zewg
«der ander fußvolk mit inen pringen, wie sich dann die gemaind
kesorgte und darumb ain solich widerwertig, ufErurig geschray und
nmor anfiengen, so wurd man sie doch nit herein lassen, wiewol
Ml die gesandten darumb nit abgevertigt wam, yemand weder zu
RMi oder zu fuß mit sieh zu pringen, und damff durch bed inner
wtA ewsser rftte mitsampt dem ausschuß beschlossen, das man ey-
kads yenands von rats wegen zu den gesandten gein Onoltzpach
iddcken sollt, inen zu sagen, wes für ain uffrurig geschray wider-
Mb in ainer gemaind alhie were, mit befelh, das sie sich demnach
■it meinem gnedigen herren nit verdiefen, auch sem gnaden sagen
iDlHen alner gemaind widerwertig ereugen, und das sie nit leyden
oder gedulden wollten sein fürstlich gnaden mit lewten weder zu
18*
376
ross, noch za fuß herein zu lassen, damit sich sein fürstlich gn
nit daruff vertrösten dörfte, und das sie, die gesandten, sich dsr
von stund an anhaims verfugen und tun sollten.
Dem marggraven ward der abschied uffgesagt
Des ward alspald Lorenz Denner, ainer des innem rats, (<
des geschrays der gemaind in aim rat vil angezaigt hette) g
Onoltzpach zu den gesandten abgevertigt und geschickt, inen solid
ains innem und ewssem rats, auch des ausschuß maynung und 1
felh anzusagen und zu befelhen, solichs dem fursten anzuzaig
Also war Lorenz Denner alspald uff und dannocht desselben du
nerstags [4 Mai] zu morgenessens zeyt gein Onoltzpach n den i
sandten, gleych als sie zu morgens gessen und darnach iren absch
vom fursten nemen wollen betten, komen, hett inen obgemelte nu
nnng beder r&te und des ausschuß zu erkennen geben. Daruff hfU
die gesandten Lorenz Dennem mit inen für den fursten gefiirt v
durch den burgermaister Jörig Bermetem dem fursten- solichs
beywesen Lorenz Denners, wie oblawt, angezaigt und lawter huuu
gesagt, doch gleich mit schrecken und grossem entsetzen [29<
Ab solichem anpringen hett mein gnediger herr, marggraf Casin
ain groß missfallen und entsetzen gehapt, warn ime die äugen dtr
übergangen und hette gewaint ab den guten mem und bottschaft<
die Lorenz Denner hinüber pracht hette.
Antwurt des fursten.
Aber doch hett mein gnediger herr , der marggraf damff d
gesandten antwurt geben lassen der maynung, im namen gottes,
es dann ye nit änderst sein könt, mußt er es geschehoi laa
und gott befelhen, sein fürstlich gnad wollt sich aber ye noch v
sehen, sie wurden tun als fromm lewt und sich bey ime haltt
wie bey seinen eitern, inmassen sie mit ainander in aynung stoad
und verschriben wem und derselben nachmals nachkomen, das wöl
er ye auch getrewlich tun, mit beger, sie, die gesandten, iBoUt
nochmals bey aim rat, dem ausschuß und der gemaind sovil hi
dein, damit solichs geschehe, mit erpietung aller gnaden, in i
pesten, auch gnedigklich beystendig zu sein und sie nit za ti
lassen, mit erpietung, sich gegen der statt Rotemburg zu verpaif
und mit aiden zu verpflichten, der statt nit nachtailig zu sein, nc
277
le vom reich zu empfrembden. Sölichs haben sich die gesandten
kf beden r&ten and dem aasschaß mit hohem fleyß zu tan gegen
dem forsten erpotten, and sonderlich hat Steffan von Menzingen
am forsten gesagt, wa der aosschoß ond gemaind das nit ton
wollten, so wollte er als der, so sein forstlich gnaden on das mit
testen verwandt were, selbs nit bey ine beleyben, sonder sich
fon inen fainwegk ton and zo sein forstlich gnaden reyten , haben
inrit iren abschied von dem forsten genomen.
Aber Menzinger ist darober nit allain bey inen, dem aos-
rinfi and der gemaind, beliben, sonder hat sich als ain gesandter des
nsschoß und ewssern rats zum heUen hawfen schicken, sich in
in ond anderm gepraochen [294] ime die sach vor andern an-
isen lassen, den haaptlewten ond r&ten des hellen hawfen etliche
unatine messgewand on wissen ond befelh borgermaister ond rats,
Bch des aosschoß versprochen gehapt ond darander sovil prac-
idrt ond gehandelt, biß er doch gemaine statt voUend aoch in der
iwm gespil und handlong gepracht hat, wie dann hernach weyter
«chriben word.
Neben obgemdten der gesandten vom forsten genomen abschied
ind men new zeytigong in Schriften behendigt worden. Die haben
Se gesandten in Schriften hieher geschickt, also lawtend :
New zeytong.
Newe zeytigong. Wir fogen ewer erberkait zu wissen, das
erzog Fridrich, der pfalzgrafe, off gestern mit hilf onsers gnedigen
erren, des marggrafen geraisiger gegen etlichen pawrn, so sich
■b Messingen * ond Herrengrieß off den Messinger berg gelegert,
1 ro6s und faß mit der tat zo handeln forgenomen. Und als sie
wr off den berg komen sein, sein die pawrn all zerstrewt ond
iditigen fuß gesetzt, yedoch in ainem alten, zerprochen schloß den
iqrtman der pawrn ongeverlich selbvierd gefanden, die sind also
fökl enthawpt worden, deßgleychen etlich von dem hawfen ent-
ffen in aim stettlin, genannt Gredingen ', betretten worden ond
radben aoch ongeverlich acht enthaopt worden, ond das stettlin
h in gnad ergeben , das man offgenomen , yedoch solichs stettlin
1 stund' an abgebrochen ond zo ainer gedechtnoss ain dorf be-
*
I Ober, Untennassing. 2 Grading.
\
278
leyben soll. Herzog Fridrich bat auch uiisemi gnedigen berren m-
gescbriben, in aigner person uff das sterkst zu sein fürstlich gnade&
zu ziehen, die andern bawfen auch helfen zu strafen und die m-
pörung niderzutrucken. Es hat auch sein furstlidi gnad sein laiid- ^
Schaft zu ross und fuß uff nechsten sonntag [7 Mai] bey sein fürst-
lich gnaden im feld zu erscheinen beschriben, wiewol etlich pawn
aus dem ampt Greishain, Cadoltzberg ^ und der Newenstat an der
Aisch auch zun bawrn gelaufen, das dann die landschaft in vermög
des abschieds, so sie von unserm gnedigen berren off dem landtag
hie genomen, kain gefallen haben etc.
Datum, ut in literis.
[295] Peter von Premen
hett uff obberurte, geschehen erfordning und ermanung aim nt
widerumb geschriben, vermainend, ime hieher zu komen zu erlassen.
Daruff ward ime von aim rat schriftlich geantwurt, wie haiuu^i
folgt :
Dem erbern und vesten, unserm burger Petern von
Premen etc.
Unser freuntlicb dienst bevor. Lieber der von Premen! Ewer
schreyben, uns yetz üff unser ermanen und ersuchen, an euch ans-
gangen, getan, haben wir alles inhaltz verlesen, und dieweyl sich
nit irrung umb das, das ir des inneru und ewssem rats, auch der
andern empten erlassen se>l, helt, sonder wir, auch der ewsser nt
und ain ausschuß der gemaind hievor beschlossen haben, euch und
ander burger zu erfordern, sich hieher zu tun und alhie als barger
sich zu enthalten und gewertig zu sein, ist sölich ermanung also
nit allain an euch, sonder an ander mer beschehen, darbey wir es
müssen bleyben lassen, des Versehens, ir wißt euch nach gestih
der lewft, alhie und sunst allenthalben wesende, darin zu bewan
und vor nachtail zu verhüten, dann euch freuntlicb dienst zu be-
weysen sind wir willig.
Datum donnerstags nach Walpurgis [4 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
*
1 Cadolsburg.
279
Die gesanten zu Onoltzbach.
ol^emelts donnerstags zu abends kamen die obgenannten
on Onoltzpach wider anhaims und teten al^wld beden reten
Aussohaß relation obgemelteu irer handlung, bey dem fursten
ie was nur erschrockenlicb und erbermlich zu hörn. Saget
borgermaister Jörig Bermeter darbey, man hett ine hin-
nckt weys zu handeln, so handelten sie, die r&te und der
die weyl erhaimen schwarz, sie sollten ine nit mer also
icken [296], wollt sich auch nit mer also schicken lassen,
ich jungst im abschied obverleypt als ain burgermaister
ben und den helfen versigeln, wollt ime nit gqmm dar-
ton, und ee er darwider tun wollt, wollt er ee nit hie
onder hinweg ziehen.
vas auch ganz schentlich und erbermlich zu hörn, sich
QUtig und leychtvertigs gemuts gegen den pawrn zu halten
zu lassen, uff solich schlecht, döricht flugreden on all
und ainicherkty gewaltetige belegerung, benötigung oder
is abzufallen. Und ward darbey durch etlich erber, fromm
h biderlewt vom innem rat, aber nit durch vil, bewegen
Bigt, das die statt Rotenburg muste ain not leyden aint-
n den pawrn oder von dem pund und den fursten von
serlicher mayestat. Nun were die ain erUch, die ander
ich und streflich, dann vielen wir also on not von kay-
nayestat und dem reich und [wurden] under uns selbs
tr trewlos und ma>iiaidig. deßgleychen an nnserm gnedigen
m marggrafen pruchig, das alles wurde ans letzt und ge-
tt, auch den iren zu grosser, m^klicher straf, schwerem,
liehen nachtail, schaden, vehd, veindsdiaften, unrat, straf
lem verderben komen, dero wir und unser kyndskynder
laft oder widerpringen erleben wurden. Wann wir aber
romm, erber, redlich lewt, hielten kayswlicher mayestat,
3Q reich und dem marggrafen, was wir inen globt, ge-
ul verschriben wem, und wereten uns wider die pawrn,
uns erlich, löblich und nutz sein, auch zu altem guten
d b^comen und ob wir dann letzt über sölichs von den
n erobert, botraugt oder beschedigt wurden, so betten
ils erber, redlich, fromm lewt getan, wurd uns und ge-
mainer statt künftig zu ewigem lob, preys und allem gaten raichea.
und dieweyl dann [297] wir ye dero w^ ainen geen sollten and
mosten, so were ye der erlichst and nützlichst weg anraneiw.
Söliche red teten Jörig Spelt, der alt, dem dann Karl Wmutzer,
Hanns Jagsthaimer, der jung, Hanns Fnrpringer, Bonifiadus Wer-
nitzer, genant Behaim, Thomas Zweyfel, stattschr^ber, der damib
gefragt ward, und etlich mer, aber sonst gar wenig vom imitti
ond ewssem rat ond sonderlich vom aosschoß gar nymnand a-
fielen, sonder der gemain hawf im aosschoß beharreten off iroi
verstockten, onsynnigen fomemen anangesehen aller obgemdter s-
innerong ond teglicher newer zeytigong, wes der pond ond ander
mit schlachten ond schwerer handlong g^en den versamelten bavr-
Schäften handelten. Demnach ward beschlossen, off morgoi bed
rate ond den aosschoß zo erfordern ond weyter davon zo handda.
Uff freytag nach Inventionis crocis [5 Mai]
kamen bed inner ond ewsser rate, aoch der aosschoß ainer gemaiod
wideromb zosamen, sassen ober die sachen ond bewag^i, nadideB
ain gemaind ganz nffrorig ond ongestom was mit her, hin ond wi«
derlawfen in der statt ond wollten ye lermen sdilagen, aoch stoni
ond gemam lewten, zo den pawren zo ziehen, ond bogolen der-
halben an die vom aosschoß, inen von gemainer statt wegoi gett
zo ainer zerong biß zom hellen hawfen zo geben etc., das soüdv*
wa man es zo sölicher offiror komen lassen, zo grossem, gever-
lichem nachtail der andern erbem, geharsamen borgerscfaaft kona
word. So war sich off die knecht, so ain rat mitsampt dem vur
schoß bestellt ond hie ligen hetten, gar nichtz zo vertrösten, dav j
dieselben hoben sich hörn Hessen, wann die pawm kemen ior die
statt, wollten sie sich omb ond zo den pawrn wenden ond wider <
ain rat ond die statt fechten. So war [298] die ander geharsMi '[
borgerschaft von dem abgefallen hawfen weyt obergeben, ond nidtf \
dann sorg, far, angst ond not vorhanden.
Demnach beschlossen inner ond ewsser rate mitsampt dem au* .
schoß, das man off morgen ainer gemaind wideromb zosamen lewtti
ond sie in ainer Schriften offs höchst erinnern ond ermanen sollt,
von irem fomemen zo steen, ond ward befolhen, söliche erinnenag
in ain Schriften zo stellen ond ainer gemaind vorzolesen, ond wiewd
etlicher maynong was, man sollte es montlich ton, so ward dock
281
teschlossen. das man es schriftlich tan sollte. Das beschach. und
nrd dieselbig manong and erinnerung durch den stattschreyber in
m Schriften gesteUt.
Am samstag nach Invencionis crucis [6 Mai] fruw
umb ain ur
nrd söliche schriftliche manung and erinnerung in beden reten und
im aosschoß, so bey ainander warn, verlesen, auch darumb ainer
imaind zosamen gelewt and befolhen, soliche erinnerung und er-
■umng der gemaind, die yetz in der pfurrkirchen zusamen komen
nrd, Yorzalesen, giengen damit also bed inner und ewsser rate
■tsampt dem aosschuß in die pfarrkirchen zu der gemaind, Hessen
niiche schriftliche manung der gemaind vorlesen, die lawtet, wie
kmach folgt:
Erinnerung und ermanung an die gemainde.
Lieben bruder und freunde! Euch ist unzweyfelt gedechtig,
vie ir kurz vergangner tagen , und nemlich ye ain handwerk nach
fai andern, samentlich und sonderlich beden Innern und ewssem
hrgennaistem and r&ten, auch ainem erbern ausschuß ainer ge-
Mund haimgesetzt, zugesagt und bewilligt haben, wes inner und
cvver borgemudster und rate sampt dem ausschuß in diser uff-
nrisdiea empdrung der pawrschaft zu beschutzung und beschirmung
Mtmer statt Rotenburg, irer burger und Untertanen, auch zu
hkong and volstreckung des, so sie unserm gnedigen herren, dem
ittggrafen zu Brandenbarg in der alten, lang hergeprachten aynung
M veratendnoss verschriben und verpflicht sein, ordnen, machen
lad beschliessen wurden, das ir darbey bleyben, dem geharsam sein
M volg tan wollet, so weyt euch leyb und gut raicht, deßgleychen
*ie and welicher massen inner und ewsser burgermaister und rate,
Hch ain erber ausschuß der gemainde sölichem nach und in son-
hriiait in vermög der vermelten alten aynung und verstendnuss
U mit onsers gnedigen herren, marggrafen Casimirs zu Branden-
hrg treflfeolichen raten etlicher artickel ains abschieds, welicher
•it yeder taile dem andern seine stett, schloß und flecken zu ge-
«MdieD offen halten und gestatten sollten, mit mererm Inhalt etc.,
erainigi and entschlossen, dieselben auch in gemelts unsers gne-
960 berreo rete gegenwortigkait euch allen alda öffentlich ver-
282
loseu lassen, die ir dar uff angenomen und bewüligt haben, der-
hulben auch heruff zu bedcn innern und ewssem raten und ainm
erbern ausschuß getretteu, dess sich dann bed inner und ewsaer
rete, auch aiu erber ausschuß von wegen ir und ewer aller dem-
nach also gebalten und noch sein, sich auch kains andern zu deo
gedachtem uuserm guedigeu herren auch hinwiderumb unzweyfenlidi
versehen etc. Neben demselben haben ain erber ausschuß ainer
gemaind, wie ir auch wissen mögend, drey aus inen zu ainer mont*
liehen, werbenden bottschaft mit ainer instruetion an den hdki
hawfen auf ir muntlich und schriftlich fordern und begem, an m
gemaind alhie umb etlich hilf beschehen, verordnet und abgevertigt,
inen solichs mit stattlichen Ursachen und verantwurtung abgelaiBt,
sie damff bitten und ersuchen lassen, von demselben irem begen
berurter hilf, die inen doch gar wenig furtreglich oder ersprießUdi,
sonder künftig nur zu grosser verhyuderung , nacht^il und schaden
irer handlung raichen wurd, abzusteen und uns dero zu eriassei,
mit vil angehengtem, dienstlichem erpieten. Aber die hauptlewt des
hellen hawfen haben daruff kaiu bestendig antwurt geben, änderst
dann das sie dem ausschuß daruff geschriben haben, sie wollen so-
liehe instruetion weyter verlesen und bedenken, darbey es bifibef
beruwet hat.
Und nachdem sich aber darbey ander Schriften vom kaise^
liehen regiment und sunst auch zuge [300] tragen, und dann iniur
und ewsser rate sampt dem ausschuß dieselben und auch der haopt*
lewt des hellen hawfens yetzgemelter schriftlicher antMrurt etwas fr
beschwerlich angesehen, haben sie Jörg Bermetern, burgermaister, ^
Steffan von Menzingen und Bonifacium Wernitzer, genannt Bdxum,
zu unserm gnedigen herren, marggrafen Casimir zu Brandenbing
abgevertigt mit dem befelhe, sein fürstlichen gnaden gemdte d»
ausschuß instruetion und handlung, bey dem hellen hawfoi gdtt|A,
und wes inen daruff für antwurt gefallen ist, sampt den anden
Schriften anzaigeu und daruff sein fürstlich gnaden undertenigUick
bitten lassen, sie gnedigklich zu verstendigen , wes sich sein fsffSt-
lich gnaden nochmals gegen der uffrurischeu bawrsehaft halten w(A-
ten, und wes gemaincr statt Rotemburg gegen dem hellen hawfti
zu tun oder zu lassen gepuru wollte. Aber uff sölich der gesaadtn
Werbung, dieweyl mein gnediger herr etlich bottsehaften von senif
gnaden raten und der landschaft zu etlichen hellen hawfen dor
283
mebaft verordnet uad geschickt hat, seiner fürstlich gnaden iin-
tanen, so sidi zn inen geschlagen, abzufordern etc., die dann
mils noch awssen gewest sein, haben sein fürstlich gnaden die
oelten rotenbargischen gesandten derliolben uiTgehalten. Als sich
sr ir ankörnen zu lang verweylet, hat sein fürstlich gnad unsern
fluidten zu erkennen geben lassen, das sich gleychwol zu dem
len bawfen der bawrschaft irer gegeben antwurt nach zu Ver-
len sey, das sie villeicht uff irem furnenien gedenken zu be-
rr«i, dein doch durch den scli webischen puud, auch sein furst-
li gnaden und ander fursteu und stende des reichs, die derhalb
dapferer rustung sein, ob got will, in kurz mit ganzem ernst
segnet werden soll, wie dann allgerait an etwan vilen orten mit
iKhlagnng der uffrurigen pawrn, prand und beschedigung der
ter, veijagung weyb und kynder beschehen, sie, die gesandten,
raff mit gnedigem fleyG ermant und ersucht, bey innerm und
'sserm rate, auch dem erbern ausschuß und euch allen mit er-
lening gemelter alter, hergeprachter ayiiung, trawens und ghiu-
ns, und wes gemaine statt und die ircn sein fürstlich gnaden in
Udier aynung und sonderlich dem jüngsten abschied verwilligt,
rpfiicht und versehriben sein [301], zu handeln und daran zu
in, das seiner fürstlichen gnaden nochmals dasselbig gelaist, vol-
reekt und gehalten werd, dann seiner gnaden gcmut stund daruff,
± mit seiner gnaden gemahel, hofgesund, frawenzymmer und ge-
huftz hieher zu tun und alhie umb Iren pfenning und costung
en enthalt, zerung und anwesen zu haben und sich in sölichero
m abgeredtem abschied gemeß zu halten, mit verrerm erpieten,
Bh gegen gemainer statt Rotenburg insonderhait deßhalb zu ver-
kreyben, zu vcrpurgen und, wa not, mit dem aid zu verpflichten,
e statt Rotenburg, oder die iren in solichem dem reich nit ab-
bringen, noch inen oder den ircn in solichem zu ainichem nach-
fl oder schaden zu handeln, sonder sie bey dem reich und bey
Bi haben und gutern mit leyb und gut helfen zu handhaben, zn
Intien and schirmen mit allem irem vermögen und also mit
Mktem trawen und glauben und allem vermögen das best und
trewlichst zn gemainer statt zu setzen, dess sie sich genzlich zn
bi forstlich gnaden versehen sollen, zu dem das solichs allen
rgem, handwerkern und hantierenden lewten zu allem nutz und
Mening irer iiarung und gutem komen wurd. Unser gnediger
284
berr bcgert auch sclbs mit den nnserii an die versamelt inwrschaft
zu schicken oder zu schrcyben von gcroaiuer statt wegen lu Ab-
wendung irs Vorhabens.
Dieweyl sich aber mittler zeyt alhie zugetragen hat, das sich
etlich in der gemaind alhie haben hörn und vememen lassen, du
sie zu dem hellen hawfen ziehen wollen und begem, dem hella
hawfen hilf zu schicken, deßgleychen das man gar nyemand, weder
mein gnedigen herren, den marggrafen, mit sein lewten zu ni
oder zu fuß hie gar nit einlassen sollt etc., tragen inner und ewsMr
rate, auch ain erber ausschuß das (in ansehung, was sie und die
iren kayserlicher mayestat und dem hailigen reich, auch gedadrtca
meinem gnedigen herren, dem marggrafen in bemrter aynung nd
jüngstem abschied verpflicht, verwandt und verschriben sind, ni
sonderlich das wir uns aller hilf, rettung und trosts von sein fnnt-
lieh gnaden mit allem vermögen gewißlich zu versehen und dant
vermittelst der hilf gottos uns und gemainer statt, bey unscm en,
haben und gutern wol zu handhaben und dem beschwerlichen [303]
furnemen der pawrschaft zu begegnen und zu erwcrn betten) bÜ
claine beschwernuss , das ir oder etlich aus euch über söliclis oi
alle not oder betrangksal sollen abfallen und zu den pawm zieheO}
irem beschwerlichen furnemen und handlungen anhangen , hilf vd
beylegung zu tun, damit sie sich nur verwickeln, verdiefen und ii
verdurplichen, unuberwiutlichen schaden fnrn und pringen werdeii
wie man am ende on zweyfel sehen und erfarn wart.
Demnach ermanen und bitten inner und ewsser rate, auch tfi
erber ausschuß euch all samptlich und yeden insouderhait als M *
bruder und freunde, ir wollend betrachten und zu herzen farD,vti "
sie und ir mit inen all kayserlicher mayestat, dem hailigen reidii
auch gedachtem unserm gnedigen herren, dem marggrafen, wie vor ;
gemelt, verpflicht, vei-schriben und verwandt, demnach auch hitf oi' ,
rettung von gedachtem unserm gnedigen herren habend und pr ^
wertig sein , derhalben gegen der pawrschaft beschwerlichem fff- -,
nemen in kainer ge verliehen sorg steen dörfen, sonder bedeakd«
so ir mitsiimpt innerm und ewsserm rate, auch dem aasschuß eech
der pawrschaft zuzuziehen oder hilf zu schicken enthalten, v«^
meyden und bey dem hailigen reich mit hilf und bcystand gedadti
unscrs gnedigen herren handhaben, auch mit underteniger hilf gegtt
gedachtem unserm gnedigen herren mit einlassnng seiner gnad«
286
r der seinen andertenigklich beweysen werden, inmassen sich
i forstlich gnaden gnedigklich zu inen und euch allen ewer selbst
willigung nach versieht, zu was er, lob, nutz und gutem euch
n und yedem besonder und vorab gemainer statt, iren nachkoroen
I den iren solichs nit allain yetzt in diser geverlichen zeyt, son-
* auch künftig gegen romischer kayserlicher mayestat und dem
Bgen reich, auch gedachtem unserm gnedigen herren, dem marg-
ien und seiner fürstlich gnaden nachkomen und menigklichen
nen und gedeyhen wurt. Herwiderumb, wa ir also gering on
s not und tranksal, über das dise erbere statt wol gute hilf,
.vtznng und nffenthaltung hett, und doch ir die also von euch
lagen, die verachten und nit annemen, euch also von kayserlicher
yestat und dem reich, auch unserm gnedigen herren, dem marg-
Jen tun und zu der uffrnrlgen [303J und nngeharsamen bawr-
aft ziehen wurden, habt ir zu ermessen, zu was beschwerlichem
I, Verachtung, schmach und spott und dazu verdnrplichem, un-
srwyndlichem schaden und nachtail sölichs diser erbern statt, euch
1 andern derselben bürgern und undertanen, iren weyb und kyn-
1 in ewig zejt raichen wurd.
Dammb bitten inner und ewsser burgermaister und rate, auch
i erber ausschuß euch all und yeden besonder, ir wollend euch
B hellen hawfen zuzuziehen oder ainiche hilf zu tun enthalten,
der bey aim innem und ewssem burgermaister und rate, auch
B ansschnß bleyben, inen mitsampt den gedachten nnsern gnedi-
I herren, den marggrafen dise statt, ir lewt, hab und guter
f dem reich helfen schützen, schirmen und handhaben, auch sein
itlich gnaden sampt seiner fürstlich gnaden geroahel, hofgesind,
Kdmtz nnd anderm dem seinen offnung, underschlaif und enthalt
h im Pfenning alhie gestatten, alles wie sich inhalt jungsts ab-
lieds nnd vermOg der aynung gepurt und inner und ewsser rate,
Bdioß und ir kayserlicher mayestat, dem reich, auch ewer ver-
Hgang nach unserm gnedigen herren, dem marggrafen nnd euch
M ainander schuldig nnd pflichtig sind. Das begern inner nnd
■er burgermaister nnd rate, auch ain erber ausschuß umb euch
BDd yeden besonder als freuntlich, lieb brnder und freunde gut-
% und freuntlich zu verdienen zusampt den crn, nutz, wolfart
pesseraug der naroug, so ir all und yeder besonder als hand-
ker und hantierend lewt unzwcyfenlich darvon erfolgen nnd
286
erlangen und euch dannocht darzu vor geverlichem sclitdea «ad
nachtail verwarn werdt. Darum tut ewern natz aud fliehend ewen
schaden, gluck and onglnck stcet euch vor der tOr, welichs ir ein-
last, das habt!
Neben sölicher schrift ward der gemaind muntlich aoeh te"
gehalten, das die rate und der ausschnß noch für gut ansehe, la
mantliche bottschaft zum hawfen der versamelten bawrschaft zu w-
ordnen und zu schicken, soverr es inen, der gemaind, gcfellig wen,
Mten inen deßhalben ir gemut zu erkennen zu geben, und Mi
sich ain |304] yedes handwerk zusamen tun und durch sein th^
ordnet maistur antwurt geben.
Antwurt ainer gemaind der botschaft halb.
Demnach haben ain yedes handwerk durch seine verordirtt
maister und die andern, so nit handwerkcr sein oder maisier habo, .^
durch die vier geordneten geraainmaister aim innern und ewssen^
rate, auch dem ausschuß ir antwurt ansagen lassen, das ir stytf
und maynung ainhellig sey, dis nachfolgenden bottschaften zu d«
hellen hawfen zu verordnen. Das ist geschehen, und sind dis naek- I
benannten pcrsoncn von wogen inner und ewsser riUe, aich von dei j
ausschnß und der gemaind zu botschaften vei*ordnet und zum heHa i
hawfen geschickt worden mit befeliie, uff jüngste instruetion tf^ ]
antwurt anzusudien und sie für ir furneroen nochmals vSi hödtf
zu bitten, damit sie ir bcgern der hilf ain ausschaß and die f^
maind freuntlich erliessen, und wa sie der kains erheben mocbtai»
sollten sie alsdann gewalt haben, sich mit inen zu vertragen, rf
das geringst und nechst sie möchten, doch uff hiudersichpringea
Die verordnet botschaft.
Bern hart Schmid, Steffan von Menzingon, Ilainz Crist, iJ^
Beck, Hanns Krctzer, Ernfrid Kumpf, Jörg Lochner, Jos ScM
Borkliart Mulier, schuster, Thomas Biogner, Peter Giill, Mif*
Lienliart Forster, buttner, Peter Reichart, kursner, Gristoffel Si(^^i
Ludwig Seckler, Lorenz Denner, Cunrat ßberliari, Hanns Ji^
^laimer, der jung, Bartholmes Brouzendorfer, Jos Hefner, Jörig Berief-
Das könnt ain legation seinl
287
'}] Ursach, warnm sovil obgemclter personen ver-
ordnet worden.
Es warn erstlich ir drey vom rat and ausschuß, die dem auf-
eo gepöfcl genaigt and gunstig warn, erweit. Under denen
Ern&id Kampf, der alt bargennaister, anch ainer, der mitsampt
andern die werbong and handlang bey der bawrschaft tan sollt,
hett sich aber Emfrid Kampf etwas beschwert, das man in
andere an die Sachen schieben and eintewchen and andere den
ans der sdiUengen ziehen, nnd so es mißriet and nmbschlaeg,
Iben alsdann nnschnldig sein wollten, nnd damit sich aber nye-
l ans der sach schlaifen möcht, sonder all nnd yeder besonder
andel begriffen nnd mit anhengig wem, es geriet wol oder nbel,
ollte er, das man aas beden reten, dem aasschaß and der ge-
i von erbem and andern personen za solicher potschaft welen and
ken soUt, sie wem dem handel genaigt oder nit. Söliclis war
id Kämpfen anhengern and sonderlich dem aasschoß wol ge-
, ordneten daruff die obgemelten personen, die wol darfnr baten
Bolichs far onnot achten, sonderlich die erbern nnd andern dem
, entsetzten rat anhengig and diser affrarigen handlang wider-
g, aber es mocht sie nit helfen, sie mästen mit ziehen.
Indess ee dann geraelte aynnndzwainzig personen gar abge-
bt oder verritten warn, kamen aim rat dis nachfolgenden Schriften
bochgedachtem meinem gnedigen herren, dem marggrafen.
ersamen, weysen, nnsern lieben, besondern, bnr-
naister and rate za Rotenbnrg äff der Tawber.
Ottimir, von gottes gnaden marggraf za Brandenborg etc.
rn gonstlichen gras zovor. Ersamen, weysen, lieben, beson-
! Als ir jangst dermassen von ans abgeschieden seyt, das wir
der pawm [306] antwart, sobald ans die zokomen, znschickon
n, sdiicken wir eoch demnach dieselben hierinn verschlossen,
uns von angezaigten pawrn schriftlich nnd montlich antwart zo-
a ist Wollten wir eoch gnediger maynong zozeschicken nit ver-
D, dann each zo gnaden sind wir genaigt.
Datum Onoltzpach am freytag nach Walporgis [5 Mai] anno
25.
288
Der bawrn im veldleger za Dinkelspuhel antwor
An meiu gnedigen herrcn, marggraf Casimir and seiner gnad(
ritterschaft und landschaft.
Darchlcuchtiger, hochgebomer fürst! Ewern farstlich gnadf
sind unser nndertenig, geharsam, christlich, schaldig wilfart bero
Gnediger farst, wolgebornen, gestrengen, edel, vest, ersam, we]
und erber, gnedig, günstig herren, lieb und gut freund! Uff ew(
fürstlich gnaden, gnaden und gunsten Werbung durch der gesanb
lawt dero credenz fugen wir ewer fürstlich gnaden, gnaden u
gunst underteniger und freuntlicher maynung zu wissen, das wir
unserm hellen hawfen aller deren fürstlich gnaden, gnaden ai
gunsten undertanen zusamen beruft, deren gesanten Werbung m
beger furgehalten, daruff sie dise antwurt geben, inen sey nit wissen
das ainicherlay artickel von ewer fürstlich gnaden und gemain
landschaft bewilligt und gruntlich versichert und zugesagt seyn, u
deGhalb uns gebetten, auch uffs höchst als christlich, verpflicht bn
der ersucht, inen, wie andern brudern die zwölf artickel gcmiii»
bawrschaft helfen bey menigklichem zu erhalten und volstrecke
So wir aber inen ir ernstlich begcr lawt unser aidspflicht nit i
konden schagen, demnach so ist an ewer farstlich gnaden, gnadi
und gunsten unser nndertenig, freuntlich bitt and notturitig bege
ewer fürstlich gnad, auch gnaden und gunsten wollen sölich xwi
artickel gnedigklich und gunstlich zulassen und bewilligen und d
versicheiii, wie dann yetz von etlichen fursten und herren, adel m
von stetten auch bewilligt und zugelassen, auch die glori und
gottes, das lebenthaftig wort, biniderlich lieb und christenliche or
nung helfen uffrichten, bestetten und volstrecken [307], mit gn
diger, gunstiger, dapferer und ernstlicher hilf, rate and beystan
wie dann solichs ewer fürstlich gnaden, gnaden und gansten zo t
als christlichen fursten, herren und brudern gepurt. Das woU
wir uns underteniger, freuntlicher und christlicher maynung x^
ewer fürstlich gnaden, auch gnaden und gunsten aufis farderlid
za geschehen getrösten und versichern und sölichs undertenigkUc
freuntlich und bruderlich verdienen und als fromm christenlewt i
wollen beschulden, dann wa es sich aus dem göttlichen, Uwte
wort, welichs got selber ist, erfunden wurde, was unsers fornenai
unchristlich oder unbruderlich, das wir doch kains wegs eradte
289
rollen wir sölichs nach vermögen der zwölf artickel gütlich and
ülig abstellen. Haben wir ewer farstlich gnaden nnd gunsten nff
ero botschaft and gesanten Werbung nit bergen wollen, dann ewer
ndicb gnaden, gnaden and gnnsten andertenigen, christlichen,
vderlichen, geporenden dienst und willen zu bewcysen wollten wir
ihtrsam and willig gern sein, gnediger, freuntlicher and christlicher
itwort nnverzogenllch bey disem boten wartent.
Datam in anserm veldleger vor Dinkelspahel am vierden tag
8 monats May im 25 jar.
Hanptlewt, rete, aasschaß and gemain heller hawf der
christlichen verpandnoss.
Der frenkischen bawrn antwart
Bt angeverlich daraff: Sie nöten nyemand zn inen zu komen.
I) aach mein gnediger herr die seinen ward abfordern, wollten sie
eselben hinweg zu ziehen nit verhindern, wa sie aber dasselbig
t tun wurden, wollt inen nit gepurn sie von inen zu jagen, und
inehen sieb, mein gnediger herr wurd sich nachpurlich gegen
CD halten.
Zedula des fursten inclusa.
Und ist unser genedigs, begern, was euch begegnet ist, ir wollend
OS dasselbig hiemit auch wissen lassen.
Datam, at supra.
[308] Antwart der von Rotenbnrg.
B herren Casimirn, marggrafen zu Brandenburg etc.
Gnediger herr! Ewer fürstlich gnaden schreyben, uns yetz
Btao, mit inligenden abschriften, was ewern fürstlichen gnaden von
er versamelten bawrschaft muntlich und scliriftlich für antwurt ge-
ilen sey etc., haben wir alles inhaltz undertenigklich empfangen
Bd verlesen and sagen dess ewern fürstlichen gnaden undertenigen
ttk mit erpietung, undertenigklich zu verdienen. . Und als ewer
tnüi^ gnaden in aim sondern zedel an uns begern, dieselben
«BT forstlich gnaden wissen zu lassen, was uns begegnet sey etc.,
Imf geben wir ewern fürstlich gnaden undertenigklich zu erken-
m, das uns von der versamelten bawrschaft uff jüngste handlung
19
290
uud Instruction unscrs ausschuß noch kain antwnit znkomen ii
derbalben wir, auch der ausschuß unserer gemaind etlich persooe
an hewt zu dem hawfen der versamelten bawrschaft zu Fnmka
abgefertigt haben, weyter umb antwurt und abstellnng irer Tonle
rung muntlich zu handeln. Wes uns daruff begegnet, wollen lii
alsdann cwcrn fürstlichen gnaden nndertenigklich auch nit verhalten
dann cwern fürstlichen gnaden undertenig, willig dienst zu bewejseo
sind wir willig.
Datum samstags nach Inventionis cruds [6 Mai] anno etc., 25.
Zednla inclnsa.
Gnediger herr! Ewer fürstlich gnaden bitten wir nndertenigk-
lich, uns die Instruction und ander Schriften, so unser und des aos-
schuß gesandten jungst zu Onoltzpach in ewer fürstlich gnadea
canzley gelassen band, zum furderllchsten wider zugeschickt zu we^
den verfugen, dann wir nicht abschrift davon behalten haben. 6^
gern wir nndertenigklich zu verdienen.
Actum, ut in literis.
[309] Wie den hauptlewten des hellen bawfens tob
wegen glait geschriben worden.
Den erbern, unsern lieben brudern und frenndei«
den hauptlewten des ganzen hellen bawfens n
Franken.
Unser freuntlich dienst zuvor. Lieben bruder in Cristo ul
gut freund! Wir haben aus unserm Innern und ewssem rat, ati
von dem erbern ausschuß und ainer ganzen gemaind etlich persoM
die an disem hierinn ligenden zedel verzaichnet sind, als ainnno^
liehe bottschaft an euch abgevertigt mit befelh, handlnng und vtf*
bung von unsern wegen bey euch anpringen zu tun, als ir von in*
muutlich oder schriftlichen vernemen werden. Demnach und dtfi^
aber dicselbig unser botschaften und personen sicher zu und toi
euch komen und verglait werden mögen, ist an euch unser gtf
freuntlich bitt, ir wollend den bestimpten personen allen und yedc«.
auch den jenen, so sie als knecht mit inen reyten haben, ewer fr^t
strack sicherhait und glait für euch und den ganzen hellen havftP
zu und bey euch, solang sie bey eQch sein werden, und wider ^
291
dumen biß an ains yeden gewarsam ander ewerm insigel geben
ittd daneben zwen ans und von euch als ain muntlich zu dem
MiurifUichen glait bej disem unserm dicner zuschicken und euch
m sölichem als gut, christlich bruder bruderlich und freuntlich, als
vir Tertrawen zu euch haben, [beweysen]. Das bcgern wir umb
oidi gutwillig und freuntlich zu verdienen.
Datum ander unser statt secret insigel, Stephan von Menzin-
gens als von wegen des ausschuß und Cunrad Eberharts als von
der gcmaind uffgetrucktem betschaftringen samstags nach Invencionis
crads [6 Mai] anno etc., 25.
Burgermaister, inner und ewsser rate, der ausschuß und
ganz gemainde zu Rotenburg uff der Tawber.
[310] Wes Dinkelspuhel hieher schrib Eirchberg halb.
Den ersamen und weysen, burgermaister und rat der
statt Rotemburg uff der Tawber, unsern besondern,
I lieben und guten freunden.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Ersamen und weysen,
iiesonder, lieben und guten freunde! Wiewol von wegen des ampts
Kirchberg diser zeyt die manung an uns ist, und deßhalben [uns]
das ausschreyben und anders auszurichten gepurt, so sind wir doch
^00 wegen der ellwangischen versamelten bawrschaft mit solichcn
beschwerlichen Sachen beladen, das wir den kirchbergischen ge-
iclieften nit konden auswarten. Darumb bitten wir ewer weyshait
■it besonderm fleyß, so der obervogt zu Eirchberg schreybt Sachen
Üb, Kirchberg betreffend, ime mitsampt ewern und unsern guten
frennden, den von Hall, retlich und beystendig zu sein, damit die-
«dben dennocht werden ausgericht und ewer erber weyshait uns zu
feb in solichem gutwillig beweysen. Wollen wir umb ewer weys-
te mit ganzem willen freuntlich verdienen.
Datam freytags nach Walpurgis [5 Mai] anno etc., 25.
Burgermaister und rate zu Dinkelspuhel.
Zedula inclusa.
lieben and goten freund! Der obervogt hat uns geschriben
"*t ifdigeader copien, bitten wir ewer erber weyshait sonders
19*
292
flej(S, ewer maymiDg und gatbedanken dem obcrvogt zoiBsdirejbM.
Wollen wir omb ewer erber weyshait mit ganzen wüleo fireinllkk
verdienen.
Actnm, nt supra.
Den von DunkelspnheL
Lieben herren! Zwo stnnd off den tag ist ain farief komei
lawt diser scbrift, nar mit ainem wachs vermacht, haben unser
pawm zn Lendsidel pracht, hab in der dorfmaister gdien dasdM
heromb, haben wir den der gemaind noch verhalten, dann wir wMk
das sie nit blejben, angesehen in der nacht ist der mnller im td
selbvierd hinweck. Also haben wir den scholthaiß gein Lendsdd
geschickt und in empoten, wir wollen mit ine zom hawfen tack
schicken nmb lenger schub, aber sie nit wollen ton, sonder sie wlOn
ain ganze kirchmenig beschicken und mit ine beretigen, waszatn
sej, oder wa sie hinaas wollen. Non wissen wir nyemand zo lie*
halten and besorgen, sie werden offnong begem, ist onser VÜK
ejlends mit den andern stetten beretigen, damit nicht verwtfblt
werd, und uns wissen lassen, dann die sach ganz irrig ist Doch
schrejben wir den andern stetten anch.
Datum in eyl umb newn ur vor mittag an des hailigen Gren
tag [3 Mai] anno etc., 25.
Vogt und schnlthaiß zn Kirchberg.
[311] Copi, wie Kirchberg und Lendsidel nffgexnant
worden sint
Der ganzen gemain und pfarr zu Lendsidel, 8onde^
lieh Kirchberg.
Erweit hauptlewt des marggrafischen hawfen. ünsem p^
zuvor in Christo. Lieben bruder! Wir empieten euch ernstlich, dil
ir uff das schierst und unverzogenlich zu uns kompt gein Dastalfr
pnhel, zn ewfem das hailig ewangeiium, des unsern bmder vil fi^
waltigklich beraupt sein, und zu erleichtern etlich beschwerd, die
wir, sie und ir nicht ertragen mögen, wa nicht, so woll wir n eick
komen, daran ir kain geüallen haben werdt, und zu ewerm 1^
und gut greyfen. Damach wist euch zu riditenl Wa das tiM
4
i
293
»diicht in zwayen tagen nach anzaigung dis briefs, soll diser
ibrift nachgefolgt werden.
Datnm zn Gerhertzhofcn anno im 25 jar der mindern zal,
linstag nach Walburgis [2 Mai].
Den von Rotenburg^
Den von Rotenburg.
Lieben herren! Die von Lendsidel und Gackstat begcrn, man
Dil in spieß, hellnparten und pnlver Icyhcn, nnd will kain zimlich
Inchlag helfen, was wir inen sagen, sie sollen die herrschaft dar-
mb ersnchen, sonder sie wollen nit lenger beyten, dann morgen,
od wider komen. Dergleychen begern die barger auch, und das
aa in ain wagen speys geben, doch wollen sie aincr schrift von
idi warten. So sein die knccht etwas unwillig, wissen nit, wann
ir knecht haben oder nit. Darumb bedenken ewer erber weyshait
ie sach! Wir empfinden, das wir kain botschaft gein Dunkels-
diel ton können, sonder ain soliche gein Hall tun, wer not, das
n yeder statt etwar kerne, sie tröstet, dann unsers nit helfen will.
Uten nmb beschaid.
Datnm in eyl am balligen Creuz tag nach mittag [3 Mai] umb
Ivr im 25.
Vogt zu Kirchberg.
[312] Den von Rotenburg.
Fnrsichtigen, vesten, erbern und weysen, gebietenden, lieben
(Oren! Mein willig dienst seyen ewer erber weyshait allzeyt be-
llt zuvor. Gunstigen, lieben herren! Es hat sich ain sach far-
igen, Melsamer hat dem amptman von Lobcnhawsen bey 15 haupt
U» abkauft und ander zu ime steen lassen. Nun besorgen sich die
Brger zu Kirchberg vor den pawm, so am anzug sein, sie werden in
raiBen nnrat komen, auch das schloss und statt, dieweyl der ampt-
n flöfanet Nun haben wir, vogt und schulthaiß, den abschied
^, das der Melsamer sollt das vieh dis nacht im tal oder sunst
iKs, 80 will ich dess von stund an ewer erber weyshait, auch
1 DieiM lohreiben des yogts und Schultheißen zu Kirchberg ist yöllig
wUntend mit dem yorstchenden briefe derselben an Dinkolsbfihi; es ist
^Nko am hailigen kreuz tag [8 Mai] umb 5 ur yor mittag aono im 25.
294
den andern [stellen] zoschreyben etc. nmb besdiaid, aber Melsamer
uit wöUens annemen, sonder gesagt, er wöU das [vieb] vertreyben,
haben wir geschehen lassen, wol er zugesagt er woll off das bddest
wieder komen und tan als ein frommer borger. Damach hat aii
gemaind mich gebetten, ewer aller erber weyshait zu bitten, dieweyl
die lewft so schwer, das ain befelh werde, damit den armen zimlicb
getraid gelihen werd, off den winter zu bezalen mit gelt oder ge-
traid, so wollen sie tan als £romm lewt, ir leyb and gut bej ewer
aller erber we^'shait lassen. Nan vernemen wir, vogt und sdiolt-
haiß, das es möcht bey den, so gern hinaus wern, wol erspriessen
und gut sein. Darumb was zu tun sey, bitt ich umb beschaid,
dann ich solichs den andern stetten auch zugeschriben hab.
New zeytigung : die von Crelshain band das best zu Anbairsei
gcholct, die bawTn das ander und das closter verprennt, ganze sag,
llornburg ^ , Sulz und Lobenhawsen müssen heinacht daran. Ni
mcr, ich bedorft wol mer knecht,. allzeyt ewer erber weyshait wlUiger.
Datum in eyl dinstags umb sechs ur nach mittag [2 MaQ
anno im 25.
Walter Buchelberg, vogt zu Kirchberg.
Den von Rotenburg.
Fursichtig, vest, erber und weys, gepietend herren! Meinge
trcw dienst seyen ewer erber weyshait allzeyt berait. Liebe berrei!
Mir sein disc brief geschickt, irs iuhaltz unwi^sen , auch nit vw
noten. Aber mir ist bey den geschriben lawt diser copey. DaniDk
laß ich ewer erber weyshait wissen, das etlich zu Kirchberg sä
hörn lassen, es muß das schloß bald prynnen, und hinfuran loii
vogt oder soldner da sein, auch muß man in die grosse schlangei
sampt anderer notturft leyhen, wann sie aus[313]ziehen. Do<i
reden sie solichs nit vor mir, sonder uff die flucht, damit sie dfli
uit gesteen möchten. Aber das ist war, das als wenig wacbgeib
ist gefallen, das sie Ire wachter nit bezalen könden, und knectt
betten gern gelt, das muß man haben, und mich die wechter ersscM
umb gelt. Was zu tun, wer ich beschaids notturftig mit gelt, diM
mir von Dunkclspuhel kains worden ist. Auch ligen dise nacht ob
sechshundert pawru zu Rod^, darunder vast das ganz ampt KirchM
«
1 Homberg. 2 Roth am See.
295
t on die im stetüin, die auch nit bleyben, da wart nicht für helfen,
wk im tal, und haben die zweu priestcr za Lcudsidcl mit inen, und
A das geschrajT, sie wollen zum frenkischeu hawfen, aber kain grnnd,
tun sie sein im nanien uff Dunkelspuhel laut irer mannng aus-
dfSeaik und yetz gewendt, nit mer, daun ewer erber wcysbait williger.
Datum in eyl an samstag nach Crucis [6 Mai] anuo im 25.
Walter Buchelberg, vogt zu Kirchberg.
Zedula inclusa.
Mer tue ewer erber weyshait ich zu wissen, das ich zwir gc-
dniben han mein herren gein Dinkelspuhel, welche hotten komcn
0 aotwurt, dann man sie nit in die statt gelassen von wegen aincr
rossen menig, so darvor ligen sollen, waiß aber nit, was es ist,
lan grosser fei bey uns an wasser vui*t, wa man den pronncn nit
{ die statt hilft Weyter hab ich wider zu inen geschickt von
H alten vogts wegen, hett gern gelt, ist der hott noch aus.
Mer haben die pawrn dise nacht Caspern von Crclshain vom
et mit inen hinwegk und dieweyl ich also schreyb, sagt mir
chalthaiß glanplich, das ainer gefragt, ob man das vieh gestochen
ib von Lobenhausen oder nit, und wann es die von Kirchberg
ifaon essen, sie mussens wol zalen. Darumb bedorft ich aus yeder
itt ain'vertrawten mann, der muutlich handelt, es will sich uit
breg schreyben lassen.
Datum, ut snpra.
Copi.
An obervogt und schnlthaiß zu Kirchberg.
unser etc. Dein und des schnlthaiß abermals schreyben, an uus
)lan, mit den eingelegten [314] Schriften haben wir inhaltz hörn
lea und dir der uffrurischen pawrn halb gestern geschribcn, was
it Uqrben wOll, das mustu lawfen lassen. Bey demselben lassen
ir das unsers tails nochmals bleyben. 'Wurden aber die pawrn
ir das stettlin kernen und offnung begern , magstu sie mit guten
orteo abweysen, das hat sein gestalt, wa nit, so wolltest dich mit
len nit nnainen oder nndersteen , mit ernst abzutreyben , sonder
igit sie einlassen, aber doch das schloß in verwarung und achtung
1 haben, md so da was zu erfarn hast, das wollest den zwayen
296
stcttcn zuschreybcn und bey in dein erkandignng haben, dann wir
yctz mit andcrm beladen sein. Wollten wir dir neben unsern g^
scheften, der wir yetz vil zn tun haben, nit verhalten.
Datum etc.
Bnrgermaister und rate zu Dinkelspuhel.
Antwart der von Rotenburg.
An Waltcrn Buchelberg, obervogt zu Kirchberg.
Lieber obervogt! Dein schreyben, uns yetz bei disem botta
getan, haben wir sampt unser guten freund, der von DinkelspnH
scbrift, an uns daneben ausgangen, alles inhaltz verlesen und wen
solicbem begern unserm selbst gutbedunken nach statt zu tun gani
willig. Aber wir sind diser uffrur und emporung halb des heUei
hawfens zu Franken und andern derhalbcn obligenden sacken also mit
gescheften und handlungen auch beladen, das wir diser zeyt dem anpt
Kirchberg ainicherlay hilf weder mit lewten oder gelt nit tun, nxA
sunst ichtzit fruchtparlichs wider der armen lewt empörnng fa^
nemen , raten oder handeln könden, änderst dann das du inen ir
begern des geschuz und anders mit guten, zimlichen Worten abschlagest
und dich dess und anders ufflialtest, solang du kanst. Doch wollest
in sölichem unser gut freund, die von Dinkelspuhel, auch ersnchei
und dich derselben befelhe gemcß halten, dann wir das und andefl
zu irem gutbedunken und verpessern gestellt haben wollen.
Datum samstags nach Invencionis crucis [6 Mai] anno etc. 25.
Bnrgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
[315j Am samstag nach Inventionis crucis
hat sich der Tawberhawf der versamelten bawrschaft, zu Frankei
ligend, als sie derselben wochen die obgcmelten Schlosser und dösttf
Zabelstain, Schwarzach und andere, wie obgemelt, geplündert oo'
ausgeprennt hatten, widerumb herab gein Ochsenfurt gelegcrt, d^
selbst ob zwölfliundert marggrafischer pawrn vast wolgerust za iou
gezogen warn.
Den von Dnnkelspuhel.
Lieben freund ! Wir vcrnemen , wie der ellwangisch hawf if
bawrschaft sich in den tagen neben ewer statt gelegert, and si
297
wer erber wejrshait demnach und on zwejfel nit on merklich, bc-
nngklich Ursachen mit denselben vertragen oder gesetzt, auch die
«wrscbaft in ir statt gelassen haben sollen, das alles, und wa es
wer erber weyshait änderst, dann glucklich und wol zustund, uns
on herzen getrewlich lald und wider ist. Gott woll es zum pesten
Igen! Und dieweyl uns auch alierlay beschwerlicher handlang von
em frenkischen hawfen zusteen, derohalben wir das, so zwuschen
wer erber weyshait und gemeltem elwangischen hawfen zu vertrag
dundelt, und was gestalt oder wie solicher vertrag geschehen, zu
iisen notturftig sein, ist an ewer erber weyshait unser gar freuut-
di bitt, sie wollen uns dasselbig, sovil ir anzumaten und uns zu
iten zimlich sein will, bey disem unserm boten schriftlich berichten,
lit freunüicher beweysung, als wir vertrawen haben. Das begern
ir in der gleychen und mererm umb dieselben ewer erber weys-
8tt gutwillig und freuntlich zu verdienen.
Datum samstags nach Inventionis crucis [6 Mai] anno etc. 25.
Bnrgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Antwurt der von Dunkelspuhel.
Den von Rotenburg.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Ei'saroen und weysen,
«sonder, lieben und guten freunde! [316] Nachdem, wie ewer
ffker weyshait waist, die versamlung der eil wangischen bawrschaft
tthend bey unser statt gelegen sind, tun wir ewer erber weyshait
!«ter, getrewer maynung zu vernemen, das der hawf, der nit ciain,
tff hewt uffgebrochen, und wiewol irs weytern furnemens maniger-
ay red ist, sonderlich sie wollen den nechsten in das Ries, haben
nr doch desselben kain grundlich wissen, yedoch weiten wir solichs
wer erber wejrshait zuzeschreyben nit underlassen, dann derselben
Ever erber weyshait sonder lieb und dienst zu beweysen sind wir willig.
Datum montags nach crucis inventionis [8 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Dunkelspuhel.
Hinns Eberharts zcytung und bericht des ellwangischen
kawfens begerns und ansynnens, an die von Dunkels-
puhel bescbehen.
ICeiaem frenntlichen, lieben vetern Cunz Eberharten etc.
Freuntlicher, lieber vetter ! Ich fug dir in ganzer eyl zu wissen,
298
das yetzt neclist freytags [28 April] anfengklich die elwangiscfae
versamluug das dosier Mnnchsrot geplündert haben, da etwaoY
getraids darinn ist gewesen, das closter und was sie für halben i
haben mögen erheben, verprennt, und sich die onsem, der borge
wol zum tail ir vil, krieg gepraucht haben, sich anch unsere, e
wirs ganz innen worden, hinaus tan und zu plündern auch ange
nomen haben und zu der nacht mit demselbigen gleych sperren
zeyt mit derselbigen nam unser burger auch hinein b^^ert, aberi
nit gestatten wollen, das sich sider der oberst hauptman mitsasrp
den roten von Ellwang und der ganz hell hawf vor unser M
leyt uff dem pruel, wiewol wir verlassen sein etc., und hewt after
montag [2 Mai] fruw ich mitsampt etlichen des innem und grossen
rats und auch der gemaind zu inen verordnet pin worden, und id
[von] ime, dem obersten, und den reten und dem ganzen hda
hawfen lawt unsers schreybens, so an sie getan ist worden, id
wurt begert, wol gestert montags auch begert ist worden, aber ae
der oberst mitsampt den reten, sich erbotten haben, uns noch bewi
antwurt zu geben zugesagt haben und sich erpotten haben, njft
mands trang oder schaden zu tun wider die pillichait, sein alko
da, das wort gots und ewangelium zu handhaben nach lawt da
zwölf artickel, und haben kain tor offen, und sein die unsem toi
uns, die burger etc. und stett etc. Das hab ich dir in grosser ejl
nit wollen pergen und befilhe euch und uns alle in schirm gots.
Hanns Eberhart etc.
Eingeschlossen copey.
Begerung an unser christlich bruder und herren.
Ersamen und weys, burgermaister, rat und gemaine statt JJütr
kelspuhel! Nachdem wir versamelt und uns zusamen verpflichtvi
verpunden zu underhaltung der glori und er, auch das lebenhaftigt
ewig wort gotes und abzustellen etlich unchristlich brench und o*
bruderlich beschwernuss nach lawt und ausweysung der zwölf s^
tickel gemainer bawrschaft, weliche dann aus dem göttlichen wart
gezogen und daruff sich auch referirn, in sölichem sich aber tt
getragen, das etlich ewer mitburger, deren kynder und einwoMi
sich zu uns in solich unser, ob got vrills, christlich fumemen ta0
bruderschaft verpflicht und verpunden, deshalben so lan^;! an eid
299
cfaristenlich brader unser bit und notturft beger, ir wollet die
artickel, wie oben vermelt steet, [auuemeu], uns in unserm göt-
hen fnmemen nachfolgend behilflich und retlich sein, wie ir dann
• cbristlieh bruder zu tun schuldig seind :
Erstlich so begem wir zu den jenigen ewern mitburgem, so
tz in unser Verpflichtung und cristlichen bruderschaft sein, N.
rger, uns helfen zu volstreckeu obangezaigt unser christenlich
rnemen, auch gegen denen, so von ewern bürgern bey uns sein,
itz ungutlich oder unfreuntlichs oder streflichs kainerlay weys
er weg hinfnr furzunemen.
Zum andern so begem wir hundert langer spieß, ain halb«
ilangen, ain karrrenbuchsen zusampt dem falkennetlin [318], die
heer ist nidergelegt, bulfer und stain und seiner zugehörde, auch
; darwider zu sein, aus dem tewtschen haws und closter zimlich
terkty proyiand, woll wir uns erpotten haben, sölich buchsen
rch ewern burger nach unserm pesten vermögen wider antwurten.
Sdliches alles unser notturft erhaischt, unzwe}'fenlich bey ainem
iysen burgermaister , rate und ganzer gemaind der statt unab*
Uegig vertrösten und versehen. Das wollen wir freuntlich, christen-
h zu gott, gemainer statt cristenlich und bruderlich verdienen
d alsdann weyter mit unserm hellen hawfen furziehen, unser fur-
aeo zu volstreckeu. Wa uns aber sölichs abgeschlagen, das wir
B doch aller pillichait nach nit versehen, wurden wir verursacht,
iser christenlich fumemen in ander weg zu enthalten und zu vol-
recken.
Zedula.
Item am freytag [28 April] ist das erst lager geschlagen
rteo im bruel vor unser statt. Von unsem burgern wer vil zu
ireyben etc. Der von Gultlingen und der Heßberger sind auch
r rete von edeln etc.
Item als Hainrich Trüb damals vom obervogtampt zu Kirch-
rg abzug und mit etlichen wegen zu Gackstatt , daran ime die
1 Gackstatt dienten und zu vergleyten zugesagt betten, durchzug
1 fore, ward er von den von Gackstatt gefangen, sich zu der
Mmelten pawrschaft zu verpflichten, derhalben und uff begem
Mit« Hainrieb Tmben den von Gackstatt geschriben ward, wie
nach fd^t:
300
Den bescbaiden, ansern guten gönnern and verwandtet
hauptlcwten, dorfmaister nnd gemaind za Gackstatt
Unsern grus zuvor. Lieben hauptlewt, dorfinaister ond ge-
maind zn Gackstatt! Uns bat unser barger Hainrich Trab, der
alt obervogt zu Kirchberg, anpracht und bericht, wie ime von eock
zusagen gescheben sey, ine und sein hab und guter, so er in semoi
abzug mit ime von Kircbberg bieher gefurt, biß in die landwer a
vergleyten, aber als er damit zu Gackstatt durchgefam sey, habend
ir ine getrungen [319], das er euch hab muessen globen, dem
ewangelium und der gerechtigkait , dem er on das nye widenrertig
zu sein begert bab, beystendig zu sein, und so er von hauptlewtea
gemant werd, das er sich zu inen stellen wöll, dess er sichglejck-
wol beschwert, angesehen das er uns alhie selbs mit pflichten n^
wandt ist. Und wiewol wir darbey von ime vernomen , als ob ir
sölichs ime zu gut [getan], damit er mit dem seinen dester sicherer hieiNr
komen möcht, so bitten wir doch euch aus bemelten Ursachen, rai
dieweyl es noch nit für die hauptlewt komen sey, ir wollend ine
solicher pflichten ledig zelen und bey sein pflichten alhie bleyb«
lassen. Wes dann andere alhie in solchem tun werden, das irirt
er sich auch nit widern. Das begem wir umb euch freantlidi v
beschulden und bitten dess ewer beschriben antwurt.
Datum donnerstags nach Inventionis crucis [4 Mai] anno etc. 2t.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Am sontag Jubilate [7 Mai]
kam Hanns Schreck, der bereyter uff dem closterhof alhie, frof^
den man mit der obgemelten schrift umb glait zu den hanptlewtai
der versamelten bawrschaft zu Franken geschickt hett, herwidff
aus dem leger des hellen hawfen zu Ochsenfurt und pracht kiii
schriftlich glait, sonder von hauptlewteu und raten der versamdta
bawrschaft dise antwurt: Es were ir geprauch nit, das sie sdiril-
lich glait geben, noch yemand aus inen mit glait schicken, sie hetttt
es dem biscbof von Wurzburg und andern nit also geben. Danäk
wisten sie es yetz mit inen, den rotenburgischen, auch nit andeiit
zu halten, sie möchten wol komen, dörften sich nichtz besofffii
sie geverten nyemands, und sie komen oder nit, wa sie inen dii
begerten hilf hiezwuschen und montags [8 Mai] nit schickten, woUtfll
801
•
m der forter nit aimemen. Darnff ist vermelte pottschaft mit den
21 Personen zu der versamelten bawrschaft abgefertigt worden, ge-
littoi nnd gefam, wie ainer instmction, die von Worten zu werten
Inrt, wie hemadi folgt:
(SSO] Instruction, wes die 21 gesanten personen ob-
ftestimpt bey dem hellen hawfen handeln sollen, we-
lieber instrnction sich die gesandten mit ai'nander
veraint and die begriffen lassen haben.
Item so wir zum ganzen hawfen oder den hauptlewten komen,
erstlich von aim innem nnd ewssem rat, aim erbem ausschoß
ainer ganzen gemaind zu Rotenburg als iren christlichen, lieben
Indem broderliche lieb und dienst anzusagen, und wa es inen in
fam christlichen, dapfern fnmemen glucklichen und wol zustund,
sie solichs gern hörten und vememen.
Und dieweyl unser herren und freund, ain inner und ewsser
sampt dem erbem ausschuß, deßgleychen ain ganze gemaind
Wm zu inen, dem ganzen hellen hawfen, mit ainem befelhe abge-
Inrtigt, damff sie uns u£F unser ansuchen und freuntlich bitt gut-
^■lig, bmderlich und freuntlich verglait, damff yfir alsdann, wie
A sdien, gemainlich erscbinen, sagten inen damff irs gutwillig ge-
Ceben g^ts freuntlichen nnd dienstlichen dank mit erpietung, so-
3Ui8 umb sie ganz bmderlich und freuntlich zu verdienen, biten
mdi damff, uns bmderlich und unverdrießlich zu hörn.
Und nachdem der ganz helle hawf sampt den hauptlewten, wie
A wissten, vor etlich verschinen tagen aim erbem ausschuß zu
Seteoburg uff der Tawber geschriben, angezaigt und begert, inen
■MUi vddgeschuz, gezelten sampt zwayhundert mannen, mit langen
^ßmea wolgemst, etc. in ir hilf zu schicken etc., damff alsdann
Uh erber ausschuß in betrachtung irer obligender beschwerden sich
teeOngen bißher enthalten, das sie dann, als sie verhofft^, von
In nit arger maynung vermerken sollten , daraus weyter gefolgt,
4m sie anderwait drey von inen, nemHch Hannsen HoUenpach,
Hiiiilinu Stainmetzen ^ und Hanns Clinglem sampt ainer verschlossen
vArift, abermals an gemelten ausschuß und ain ganze gemaind zai-
f^, gdn Botenburg verordnet, weliche schrift sampt öffentlicher
*
1 fmMA neD&t ilm «uoh Sebastiiui Mawrer.
308
verhörung in g^enwartigkait gemelts ansschoß und ainer ganioi
gemaind zu Rotenburg verlesen und muntlich [321] gehört worda
wem, weliche schrift irs inhalts dem oberzelten begem geme& ii
sich begriffen, daruff ain erber ausschuß mit wissen, wiUen imdte-
gunstigung der ganzen gemaind inen , dem hellen hawfen , lawt in
begems weyter schriftlich antwurt durch drey gesandten, nemU
Hannsen Kretzem, Kilian Tuchscherem und Lutz Becken uba-sasi
und zugeschickt worden sey, die sie noch bey iren henden hettei,
und nachdem sie widerumb aim erbem ausschuß zu RotoilNDf
schriftlich antwurt abermals , wie sie wisten , ungeverlich uff dift
maynung erstreckt, das sie sich in solichen Schriften, nachdem (b-
selbig inen zum tail unverstendlich, darinnen verrer ersehen wdfltfli
und zu irer gelegenhait uns mit antwurt b^^en, welicher antnrt
ain erber ausschuß, deßgleychen ain ganze gemaind von inoi, te
hellen hawfen, bißher irs gemuts und willens noch nit versteo4|t
wem, demnach ain erberkait sampt dem ewssem rat und aim 9*
bem ausschuß, deßgleichen ain ganze gemaind uns als die gesandtfli
zu inen, dem ganzen hellen hawfen, ganz fireuntlicher , braderUte
maynung abgevertigt betten mit dem befelhe, sie nochmals gntU
anzusuchen und zu bitten, als unser bmder uns irs gemuts wi
wiUens, und wes sie sich bißher entschlossen, dasselbig gutwiBil
und freuntlich zu verstendigen, das wollte ain erber ausschuß sisft
der ganzen gemaind ganz freunüich umb sie als ir lieb bruder wd
nachpum verdienen, baten und gewarten daruff bruderlicher, freal^
lieber antwurt.
Item wa hauptlewt und der hell hawf wurden uff mm begn
verharren und derhalben den abschied sampt aim zusagai, so 9
Oberstetten inen geschehen sein sollten etc., anziehen, ist inen dairf
mit antwurt zu begegnen und das' zusagen abzulainen aus den i^
Sachen, wie dann vormals iu ainer instraction, auch snnst in sdsil
und muntlich . beschehen ist, das wissen die gesandten des ends wA
der leng und scharpf zu tun, wie der alt burgermaister EberM
auch der Menzinger davon geredt hat, und gut wissen haben.
[322] Item daneben an hauptlewt und hellen ha¥rfen lu VM^
dieweyl die rotenburgischen bawrschaft ir artickel und gepreckM
gegen aim rat zu Rotenburg uff ain erbem ausschuß der gfaulfi
zu Rotenburg zu entlichem aussprach gestellt und bewilligt, wdidHi
aussprach auch der ausschuß lengst gern getan, so betten aber A
303
pawrschaft noch eüich artickel inen vorbehalten, dero hett ain aos-
schnß vor langem begert, inen die aach zuzestellen, das wer aber
bißher nit beschehen, nnd deßhalben der aussprach bißher allain
ans denselben nnd kain andern nrsachen verzogen worden, beten,
m wollten mit der rotenbnrgischen pawrschaft handeln, inen die-
selben artickel auch za nberantwurten , wollten sie sich mit dem
sprach fordern nnd an inen kain mangel erscheinen lassen.
Und darbey verrer fnr arsachen anznzaigen, dieweyl die statt
Botenbarg selbs in fiar nnd sorgen steen mnssen, an lewt mangel
baboi nnd nach gestalt der lewft selbs lewt and hilf nottarftig sein,
dfithalben in irem vermögen nit stand, irem begern dermassen, wie
sie die gestellt betten, statt za tan, sie daraff affis freantlichst zn bitten,
sie solicher beger brnderlich and frenntlich zn erlassen. Wa so-
lichs aach nit statt haben möcht, sich alsdann nff ain leydlichen
weg mit inen zn vertragen, es were mit gelt, spiessen, bnchsen,
bolfer oder was man erheben möcht.
Dis nachfolgenden verzaichnassen sind den gesandten
neben der instrnction behendigt worden, bey dem
bellen hawfen zn abstellang solicher beschwerden zu
handeln.
Und nachdem ain erber rat zn Rotenburg nnd ir gepawrschaft
ir beschwerden, derhalben sie sich anfangs empört, mit nberschickang
adit artickel sampt etlichen vorbehalten, dieselben entlich nnd mech-
ti^dichen off ain erbem aasschaß za Rotenbnrg gesetzt and ge-
stellt haben der gestalt, was der gemelt aasschaß darinnen taxir,
anssprech nnd mach, das es on alle waigerang enüich nnd nnwider-
roflich darbey bleyben sollt, wie dann ain rat vorgemelt nnd die
gedachten bawrschaft 2a Oberstetten nff das ewangelion, wie sie
bederseyts wissen, aach getan, bewilligt nnd angenomen haben, we-
lichs ain erber rat den gemelten aasschaß den aassprach za tan
mitler z^t mermals nnd vilfeltig vleyssig [323] angehalten nnd ge-
pettffli haben, nnd wiewol der vorgemelt aasschaß der rotenbnrgi-
sdien bawrschaft zum merem mal nmb die aasstehenden artickel,
inen die zuzestellen begert und gepetten haben, yedoch sind inen
dieselbigen bißher verzogen, daraus gefolgt, das der berurt ausspruch
ans angezaigten Ursachen und allen tailen zu kainem geverden bißher
offgehatten ist. Demnach bitt der gemelt ausschuß allenthalben der
308
verhörung in g^enwnrtigkait gemelts ansschoß und aiiier gaa»
gemaind za Rotenburg verlesen und munUich [321] g^rt worda
wem, weliche schrift irs Inhalts dem oberzelten begem gemeft ■
sich begriffen, daruff ain erber ansschuß mit wissen, willen ondto-
gunstigung der ganzen gemaind inen, dem hellen hawfen, lavt in
begems we}ter schriftlich antwurt durch drey gesandten, nenikk
Hannsen Kretzem, Kilian Tuchscherem und Lutz Becken nbersui
und zugeschickt worden sey, die sie noch bey iren henden betta,
und nachdem sie widerumb aim erbem ansschuß zu Rotenlisg
schriftlich antwurt abermals, wie sie wisten, ungeverüch äffte
ma}'nung erstreckt, das sie sich in solichen Schriften, nachdem fr
selbig inen zum tail unverstendlich, darinnen verrer ersten wöllla
und zu irer gelegenhait uns mit antwurt hegten, weücher antwvl
ain erber ansschuß, deßgleychen ain ganze gemaind von inen, da
hellen hawfen, bißher irs gemuts und willens noch nit versteadjl^
wem, demnach ain erberkait sampt dem ewssem rat und aim o^
bem ansschuß, deßgleichen ain ganze gemaind uns als die gesante
zu inen, dem ganzen hellen hawfen, ganz fireuntlicher , brnderlidtf
maynung abgeverügt betten mU dem befelhe, sie nochmals gntfii
anzusuchen und zu bitten, als unser bmder uns irs gemuts mi
wiUens, und wes sie sich bißher entschlossen, dasselbig gatwiDJl
und freuntlich zu verstendigen, das wollte ain erber ansschuß
der ganzen gemaind ganz freuntlich umb sie als ir lieb broder
nachpum verdienen, baten und gewarten damff bmderlicher,
lieber antwurt
Item wa hauptlewt und der hell hawf wurden uff irem
verharren und derhalben den abschied sampt aim zusagen, so l|
Oberstetten inen geschehen sein sollten etc., anziehen, ist inen diiii
mit antwurt zu begegnen und das zusagen abzulainen aus deni^
Sachen, wie dann vormals in ainer instraction, auch sunst m
und muntlich . beschehen ist, das wissen die gesandten des ends
der leng und scharpf zu tun, wie der alt burgermaister Eberta^
auch der Menzinger davon geredt hat, und gut wissen haben.
[322] Item daneben an hauptlewt und hellen hawfen zu MtMk
dieweyl die rotenburgischen bawrschaft ir artickd und geprecM
gegen aim rat zu Rotenburg uff ain erbem ansschuß der gpHtfirf
zu Rotenburg zu entlichem aussprach gestellt und bewilligt, welkta
aussprach auch der ansschuß lengst gern getan, so betten aber it
305
Schaden zum Schadhof' betreffend.
Item zum ersten haben sie alles verwust, was uff dem Schandhof
ist gewest, zymmer in den schewren zerryssen und die zewn ver-
prennt, item bey 150 malter habers veretzt, verkauft und hinwegk
gefurt, item kessel, pfannen, trifuß, settel, kubel, gelten hinwegk
gefurt und etlich zerschlagen etc.
Item zwen weyer haben sie aufgezogen und gefischt und den
dritten nnderstanden umbzugraben, das ist inen gewert worden durch
des spitals knecht, über das haben sie getrowet, wa sie ainen an-
körnen, der in soliches wer, inen zu ermorden.
Item so hüten sie mit gewalt auf des spitals wisen und in
den schlegen und nemen die hut des spitals ein und dreybcn ire
>ieh darauf und des spitals vieh mit gewalt darvon.
Item wa des spitals pferd hinaus reyten oder farn, es sey
gein holz oder in andern gescheften, understeen sie sich die pferd
m nemen.
Item die von Gamesfelt, Prethaim, Hawsen etc., da die sach
ist in vertrag gestanden, sein sie zum Schon gras komen, vil mut-
irillens getriben, alles, was sie im hof gefunden haben, von clainem
viehe erwürgt und getroet, alles viehe des spitals hinweg zu treyben,
man solls eben vor inen behalten etc.
[325] Darzwuschen sind ditz nachfolgenden Schriften
zwuschen den von Rotenburg und etlichen stettcn der
pewrischen vertreg oder verpundnuss halben ergangen.
Den von Dinkelspnhel, Hailprunn und Wimpfen, mu-
tatis mutandis.
Lieben freund i Wir werden glauplich bericht, wie zu ver-
gangen tagen der weinspergisch hawf der aufrurigen bawrschaft ewer
erber weyshait und derselben statt überzogen, belegert und der-
massen betrangt, das sich ewer weyshait aus betranglichen, beweg-
liehen Ursachen mit inen vertragen und einlassen haben müssen,
das alles, und wa es ewer erber weyshait in dem und andern wi-
derwertig, beschwerlich und änderst dann glucklich und wol zustect,
uns von herzen getrewlich laid und wider ist. Gott wend es zum
1 Sftndhof.
BMemkrleg ^0
306
pesten! Und dieweyl wir aber g^en dem frenkischen hawfen andi
in beschwerlicher handlang steen, derhalben wir das, so zwnsdien
ewer erber weyshait und gemeltem weinspergischen hawfen zu ver-
trag gehandelt, und was gestalt oder wie solicher vertrag geschehen,
zn wissen nottnrftig sein, ist an ewer erber weyshait unser gir
freuntlich nnd fleyssig bitt, ewer erber weyshait wollen ans das
alles, sovil ir anzamaten and ans za biten zinüich sein will, bey
disem anserm hotten in Schriften berichten mit fireantlicher bewey-
sang anserm vertrawen nach. Das begem wir amb dieselb ewer
erber weyshait in gleichem and mererm aach gatwillig and freunt-
lich za verdienen.
Datam samstags nach Invencionis crnds [6 Mai] anno etc. 25.
Bargermaister and rate za Rotenburg off der Tawber.
Antwart der von Dinkelspahel.
Den ersamen and weysen, bargermaister and rate der
statt Kotenbarg äff der Tawber, nnsern besondern,
lieben and gaten freanden.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Ersam und [326] weysei,
besonder, lieben und guten freund! Uff ewer erber w^ysliaft
schreyben, uns zukomen von wegen der Versandung der evangehsdiai
pawrschaft etc., tun wir ewer erber weyshait zn Vememen, du
dieselb versamlung mit teglichem zuzug und sterkong etlich tig
nahend bey unser statt mit unserm und der unsem merklidNi
schaden sind gelegen, das closter Rot ^ ain halbe meyl von nasnf
statt geplündert und ausgeprennt, deßgleychen die schloß Wyttdi-
hofen und Turwangen ' auch daneben geplündert und abbrediei
lassen das schwesterhaws zu Kemnaten ', so uns hat gehört, aber
wir den hawfen in unser statt nit eingelassen, sonder allain )M[ßr
lewt und rate mitsampt etlichen aus dem hawfen und nach alleriif
handlung mit inen und der ganzen versamblung durch onsere, aiek
des grossem rats und der gemaind verordneten ain vertrag VKfi'
nomen, wie ewer erber weyshait erachten mag, mit laidigem vi
schwerem gemut haben getan, wir auch daraff hauptlewteo vi
raten mitsampt iren verordneten das dewtsch haws und closter ii
1 Munchsroth. 2 Wittolshofen, Damrangen. 3 Doifkemautbak
307
statt haben lassen verfolgen, die bede sie eingenomen and
BMtzt haben, und versehen ans, der hawf werd n£F hewt oder
torgen ofi^rechen and, als wir bericht sind, den nechsten ziehen
i das Rieft , daselbst dann der gemondisch hawf ^ der pawrschaft
)fl zn inen stossen. Haben wir ewer erber weyshait a£F ir an-
idien nit wollen verhalten, dann derselben ewer erberkait lieb und
ienst zu beweysen sind wir willig.
Datum sonntags nach Walpurgis [7 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister and rate zu Dunkelspuhel.
Vertrag etc.
Wir burgermaister, inner und grosser rate und die ganz ge-
oind zu Dinkelspuhel bekennen öffentlich mit diser schrift, das
ir uns mit den erbem und vesten, erbem und ersamen haupt-
iten, raten und dem ganzen hellen hawfen der pawrschaft [327]
n Ellwangen freunUich, gutlich und brüderlich der hernach fol-
nden artickel veraint und vertragen haben.
Zum ersten, nachdem aus den bürgern zu Dinkelspuhel etwanvil
i dem hellen hawfen seyen und ligen, sovil derselben darinnen
«Bn bleyben oder noch zu inen komen, wollen wir daran nit
■Mildem.
Zum andern sollen wir dem hellen hawfen kain eintrag tun,
b das jenig im tewtschen haws und closter durch die verordneten
He und ausschuA, nemlich ungeverlich fünfzig mann uß dem hellen
Mien sampt dem obersten hauptman und seinen reten demselben
Bflen hawfen in gemain zu verpewten, doch also das die jenen, so
10 in die statt werden eingelassen, ainichem burger oder sunst
■und in der statt kainen weytem schaden, noch eingriff tun
Aen.
Zum dritten, wiewol wir seyen ain claine, arme statt ains
lifiieD Vermögens, wollen wir doch dem gemainen hellen hawfen
vgönnen die drey buchsen sampt anderhalb Zentner bulvers, darzu
mattet und zwainzig kugel, auch darleyhen hundert spieß, das
Bfii der hell hawf nach volstreckung seins fumemens sollen wider
fltvnrten.
1 HmCsii Ton BchwKbltoh Gmünd.
20»
308
Zum vierden sollen in argem, nnfreuntschafb oder stre£
^Teys von uns gegen den jenigen unsern borgem, so anfei
bey dem bellen bawfen gewesen oder künftig bey in sein wu
nicht soll forgenomen werden kainerlay weys, noch w^e.
sollen dieselb unsere burger solichs dergleichen gegen uns aucli
Und zum bescMuß, so haben wir uns bewilligt von wegei
zwölf artickel, in dem truck begriffen, was ander herrschaften
oberkaiten in dem gezirk, umb unser statt gelegen, ann^nen,
wir demselben gemeß auch wollen anhangen.
Zu urkund mit unser statt secret anhangendem insigel ven
und geben [328] uff samstag nach Walpurgis [6 Mai] nach C
uusers lieben herren gehurt funfzehenhundert zwainzig und fünf
Den von Kotenburg.
Casimir, von gotes gnaden marggrafe zu Brandenburg
Unsern gunstlichen grus zuvor. Ersamen, weysen, lieben, bc
dern! Als ir uns jungst under anderm geschriben und gep«
hapt, euch ewerer gesandten (so zu dem versamelten hawfei
Franken verordnet) Instruction, so sie uns yetso, als sie hie
uns gewest, furtragen, und der pawrschaft antwurt widerumb s
schicken, dann ir der in der eyl nit abschrift behalten hapt, schi
wir euch demnach söliche der ewem verordneten Instruction s
der gepawrschaft antwurt hiemit wider, dann euch allzeit gnec
willen zu beweysen sein wir genzlich genaigt.
Datum Onoltzpach am montag nach dem sonntag Jol
[8 Mai] anno etc. im 25.
Obervogts zu Kirchberg schrift.
Den fursichtigen, vesten, erbern und weysen, burj
raaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber, m
lieben herren.
Fnrsichtig, vest, erber und weys, gepietend, lieb herren! 1
getrew dienst seyen ewer erber weyshait allzeit berait zuvor. li
herren! Dieterich Blank ist disen tag zu Kirchberg ankörnen
uns, vogten, gesagt, wie der hawf vor Gemund in verebt verlac
und all ir pa\\Tn sein wider zu haws, dann der pund ziedi da
309
ob 20,000 stark, and wöll sich mit dem Weinsperger hawfen ono
mittel schlagen, deßgleychen kom her Jörig von Frunt^perg von
römischer kayserlicher mayestat, bey fünfzig tawsend stark, die
pesten knecht, so in Welschland und Frankreich gelegen, darzn
hab der pond meinem gnedigen herren, marggrafen Casimir geschickt
etwtavil pferd and 2000 Seeknecht, deßgleichen sterk sich die
PUz nnd hab der bischof von Utterich ^ geschickt vil rewter und
[329] etlich tawsend niderlendischer knecht, dergleichen Hessen,
damit die Sachen nun recht steen, damit uns befolhen, statt und
sddofi wol zu verwarn, er woU auch erkundigen, was wormessigs
vorbanden sey, mit den zu handeln. Nun besorg ich, seine hand-
lang werd dain ersprießlich, dann ain stille sag, die burger wollen
lom hawfen schicken, wie man sie villeicht nit wöll ziehen lassen,
und sem der maynung gewesen, sie wollten zu mir sein gefallen
md den Planken in der statt gelassen biß uff der andern stett
beschaid. Nun hett ich befelh von ime, ewer erber weyshait zu
Khreyben, nachdem sich Schmid Lienle, der Söldner, laß hörn, er
My mit Hainz Truhen gefangen, das in ewer erber weyshait be-
ichick mit weyb und kynden und den ain zeyt lang verwalt, dann
n ye den andern stetten unleydlich sey, dazu dienen , dieweyl er
geAmgen, and ain andern an sein statt schicken. Darzu hat er
iMi selbs gepetten, ewer erber weyshait zu schreyben, das ine die
«Uen bedenken, damit er nit umb den dienst kome, oder ewer
erber weyshait wöll ime erlauben, wöll er zum hawfen und be-
seben, ob er ledig werden möcht, in suma, er wer gern hinweg,
dirunb waiß sich ewer erber weyshait wol zu halten. Zum andern
soll ich ewer erber weyshait schreyben umb fünfzig guldin uff ain
rechnnog, das mir die gewarsam werden, was dieselben für gut
ansieht, dann es will mhr nyemand gelt schicken können, wol
er 40 fl. sein knechten gelassen, waiß ich mit leren henden nichtz
m sdiaifen, dammb was ewer erber weyshait gefeilig, mich ver-
tadigen , dann ' der zu dienen als ain getrewer , soll mein leyb
tf geen.
Datum Sonntag nach Invencionis crucis [7 MaiJ anno im 25.
Walter Buchelberg, vogt zu Kirchberg.
Zum viercitin sollen iu argem, uufreuntsd
vi'eya vou uns seReii deu jenigen rmscni bore
boy dem hellen hawfen gewesen mler künftig ;
nicht soll fnrRfnoraen werden kainerlay w; -;_ ',
sollen dieselh unsere burger solicbs derglf ', ■'
Und zum beschluß, so haben wir : -^ '.
iviiiU artickel, in dem trutk begriffer V ■'_ '^. V..
ubeikaiten iu dem gezirk, umb vw \ , h j/ '.
wir demselben gemeß auch wöUer^ ^ %-. ■■:_
Zu urkund mit unser statt '; t 1- iT ',
und geben [328] uff samstag ^' V jV :J l : '■
uusers lieben hurren gebart '" i^ i- -; ...
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Casimir, von
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dem! Als ir n- ,
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Franken varor ''
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ir BChreyben
für antwnil
uns gewest,
weyshait, nnsem
guten freu
schick«), (• •» boweyaen wem wir
allzeyt nrpi
wir euch a montags nach Jnbilate [8 Mai] ann
der gerr Borgermuster und rate der sb
willer
Der von Wimpfen antwn
\^ 0 ersamen und weysen, borgermi
^, atatt Rotenburg nff der Tawber,
dem, lieben und guten frea
Unser frenntlich, willig dienst zuvor. Em
jender, lieben und guten freund! Ewer erber
gie dess, so zwuschen uns und dem weinspcrgisc
rorischen bawrschaften zu vertrag gehandelt, w
sondier vertrag geschehen, zu ewer erber weysl
richten et«;, verrers inhaltz haben wir vernom
erber weyshait zu wissen : Es ist nit on, als gei
hawf sieh fnr Hailpronn gelegert, die hauptlei
310
Dem von Hailpronn antwurt.
Den ersamen und weysen, burgermaister und rate zu
Rotemburg uff der Tawber, nnsern sondern, guten
freunden.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Ersam, weysen, besoDdcr
gut freund! Ewer erber weyshait schreyben, [330] sie lang gUof-
lich an, wie wir mit uffrurigem weinspergischen hawfen pawm, &
uns überzogen, vertragen, welicher maß bittende ewer erber weys-
hait zukomen zu lassen, und wa uns widerwertigkait begegnete, tob
herzen laid wer etc., haben wir alles inhaltz bOm lesen, bedankee
uns frenntlich des trewlichen mitleydens, ewer erber weyshait wä
uns habend, dann wa es ewer erber weyshait etwas widerwerti^i
zustund, uns auch von herzen laid were, und ist nit minder: Der
hawf otenweldisch und vom Neckertal haben uns in merklicher aaal
überzogen, und nach dem die sachen in unser statt gestalt, betrugt,
das wir inen durch ire hauptlewt und obem die gaistlichen taf
uns an irem gut zu strafen gestatten müssen, also sind sie wite
vor unser statt hinweg geschieden. Wollten ewer erber weydal
wir guter maynung uff ir schreyben für antwurt unverhalten lassei,
dann ewer erber weyshait, unsem guten freunden, freuntUch wd
willig dienst zu beweysen wem wir allzeyt urpntig.
Datum montags nach Jubilate [8 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rate der statt zu Hailproim.
Der von Wimpfen antwurt
Dem ersamen und weysen, burgermaister und rate
der statt Kotenburg uff der Tawber, unsern besot-
dem, lieben und guten freunden.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Ersamen, weyseui b^
sonder, lieben und guten freund! Ewer erber weyshait sdureybcn»
sie dess, so zwuschen uns und dem weinspergischen hawfen derof-
rurischen bawrschaften zu vertrag gehandelt, was gestalt und wie
solicher vertrag geschehen, zu ewer erber weyshait notturft zu be-
richten etc. verrers inhaltz haben wir vemomen und fugen eiv
erber weyshait zu wissen : Es ist nit on, als gemelter weinsp^gK^k
hawf sich für Hailpronn gelegert, die hauptlewt alda eingdisGei,
311
1 nachdem wir eüich tag darvor za inen zu ziehen schriftlich
ordert, kam ain geschray, sie wollten den nechsten von üailpronn
UD& ziehen, und umb das wir sie von nns abwendten mit irem
^ schickten wir unser ratsbotschaften sampt etlichen [331] von
' gemaind zu inen ins leger, Hessen mit pestem fleys bey inen
lieh underhandlung haben, und ain vertrag usser betrangter not
SeDomen, das wir inen für all der gaistlichen guter, so wir bey
\ in unser statt wonen haben, tawsend guldin geben sollen, als
) dann beschehen, dargegen sollen sie uns des belegem und über-
lien überheben und uns unuberzogen lassen, und dameben einge-
iden, das wir sölich gelt den gaistlichen ufBegen, das zu bezalen,
in wir gar nichtz geben sollen und uff sie zertailen, was yde
iblung, Stift und doster geben sollten, darzu awsser des stifts zu
mos hofe bey uns etwas bey 10 fnder weins zu liferung und für
) malter dinkels und achtzig malter korns, daraus brot gepachen,
jj^en lassen, zu speysung zugeschickt und für das angemut mit
l zu ziehen haben wir den unsern den ban der glubt und aiden,
bqr wir inen darvor verpotten gehapt, den u&urischen pawm nit
oiehen, entschlahen müssen, welicher mit freyem willen inen gern
ubßa wollt, das derselb unser burger dhe nachred oder gewertiger
li nnsemhalben wol ziehen möcht und dörfte, dargegen sie uns
t der gaistlichen guter mit clöstern, höfen und hewsem übergeben
i zugestellt , wir auch zu müssen sagen mit schlechten worten,
s de mit der zeyt der gaistlichen halben für Ordnung wurden uff-
hteo, die auch zu halten, daruff sie uns besichert und in Iren
ntz und schirm ufi^enommen und ausgesont han, als wie ewer
)er weyshait ob hiebey ligender copey vernemen wurt. Das wir
er erber weyshait als unsern besondem lieben und guten freunden,
1 wir zu annemen diensten yeder zeyt genaigt wern, im pesten nit
"gen wollten.
Datum montags nach Jubilate [8 MaiJ anno etc. 25.
Burgermaister und rate der statt zu Wimpfen.
[332] Copey des Vertrags.
Ich Jörg Metzler von Ballenperg, oberster veldhauptman, und
ions Rewter von Biringen, schulthaiß, und andere verordnete haupt-
rt des hellen, Hechten hawfens, yetzo umb und zu Hailpronn bey
mder ligende, tun kund allermenigklich mit disem briefe, das die
312
erberu, fursichtigen und weyseu herren burgermaister, rat und ganz
gemaind der statt Wimpfen von wegen ir selbs in der statt «od
uff dem land gesessen und dann mit inen der spital des hailiga
gaists, das Predigercloster, der zeheudhofe der herren von Won»,
deßgleich der stift im tal und alle gotshewser und bepfrnnt gaistlute
Personen als der erbern statt Wimpfen zugeaignete für die und aH
die jenen, so in ir beder schütz und schirm steen, sich mit uns geaini|t
und in unsern friden und ainigkait ergeben und darfur ain nemlickB
summa gelt, dero wir von inen entricht und vergnügt, dargegen wir
inen, den iren und allen denen, so inen zu versprechen steen, schsU
und schirm und sonderlichen zugesagt haben, sie und die iren ik
zu überziehen, dann wes sie uns für profand geben und zuschickea
Hierumb gepieten wir ainem yeden, er sey was Stands der wölk,
und sonderlich die, so in disem unserm hawfen aidlich b^pübii,
auch die andern hawfen, so zu uns oder wir zu inen komen wurdei^
ernstlich und wollen die vorgenannten burgermaiser, rat und gB-
mainde der statt Wimpfen und ire zugeaignete, wie obstet, sie vai
gaistlich oder weltlich, bey allen iren leybden, haben und gutoii
was inen in der statt und uff dem land zustendig, und sonderlick
sie bey iren Privilegien und freyhaiten zu handhaben, hilf vai
rettung zu tun, so vil uns muglich ist. Sie sollen auch von meoig-
klichem unentsetzt, ungeschatzt, nnbekömert und ganz nnbelaidigt
gehalten werden bey verlierung aines yeden uberfarenden leybs vai
guts. Darnach wiß sich ain yeder zu richten und von scfaadei
[333] zu hüten!
Zu urkund mit gemains hawfen sigel besigelt uff freytag uck
dem hailigen Ostertag [21 April] anno etc. 25.
Deßgleychen der spitalhof zu Hailpronn auch in sölichem spnki
und schirm begriffen sein.
Ludwig Hofman, notarius, scripsit.
Der gesanten 21 personen schrift.
Den erbern, fursichtigen und weysen, burgermaisterD,
beden raten, dem geordneten ausschuß der statt Ro-
temburg uff der Tawber, unsern lieben herren and
guten freunden etc.
Unser freuntlich, willig und berait dienst zuvor. Erbem, fv-
sichtigen und weysen, gunstig, lieb herren und gut firennd! Wir
313
?ben ewer erber weyshait eylend zu versteen, das wir als gestern
lontag den hellen hawfen zu Ochseufui't gefunden haben. Aber
ichdem sie als gestern vor nachtz uffgeprochen und den weg gein
tidingsfeld forgenomen, sein wir von inen beschaiden worden, das
ir als hewt montags daselbst zu inen komen, sollen wir frid and
ait haben. Also ist Florian Geyer mit uns uff hewt dato von
efasenfort an geritten den nechsten uff Haidingsfelt, hat uns bey
mptlewten und reten angezaigt, die haben uns widerumb durch
£ lassen sagen, das wir gein Uaidingsfelt sollen einziehen, wollen
e nns nachmalen bruderlich und freuntlich hörn. Als wir aber
ni stund vor mittags die malzeyt genomen, ist Florian Geyer mit
em scholthaißen von Ochsenfurt zu uns komen, haben uns ange-
let, wie der Weinsperger hawf gleych yetz auch ankomen sollt
tCL, wie dann grad Albrecht Eysenhut ,von Oringen und ander
n^tlewt hinein geritten, die widerumb uff hewt mittag dem hawfen
ilgegrai geritten sein, ist die sag, der hawf soll 20000 stark sein,
ir wöllens aber lassen bleyben bey dem halbtail. Aber [334] nach-
m dise sach furgefaUen, hat uns uff unser verrer anregen der
birst haoptman lassen sagen, er muß das nötigst ausrichten, wie
ir sehen, so das geschehe, so soll unser sach die erst sein. Daruff
in wir, warten uff handlung, versehen uns, dieweyl der hawf zu
M komen, sie sollten uns dester minder beschwern oder begem,
ins unser statt lewt zuzeschicken etc., wiewol die unsem die
rtigsten wider uns sein, sich vernemen lassen. Item es geschieht
II dem schloß* Wurzburg nach der statt kain schiessen, ist villeicht
idi noch nit von nöten, aber die sag ist, und soll auch also sein,
M der bischof hinweg ist mit dem pesten, so er hat, und soll der
nbbrost das schloss innen haben, was aber daraus werden will,
nrd man bald innen. Das alles haben wir euch im pesten nit
KiQeQ verhalten. Ewer aller erber weyshait und gunsten zu dienen
apt ir uns willig.
Datum montags nach Crucis invencionis [8 Mai] anno etc. 25.
Die verordnet botschaft beder rete und ausschuß der
stat Kotenburg yetz zu Uaidingsfeld.
Zedula inclusa.
Item der Weinsperger hawf leyt im Gießberg. Item so reyten die
^»pilewt Wivrzbarg zu uffzof ordern. Was da geschieht, wurd man hOm.
314
Wie der marggraf ain hawfeu bawru bey Awhawsea
geschlagen.
Am dinstag nach Jubilate [9 Mai] hat die versamelt bawrschaft
im Rieß, die ganz stark gewest warn, das closter Awhawsen ^ er-
obert, geplündert, zerryssen und verwust und darnach uff HaideD-
haim ' zuziehen wollen, daselbst auch nach irem willen zu handeln.
Also ist mein gnediger herr, marggraf Casimir zu Brandenburg etc.
in der nacht darvor mit dem raisigen zewg, uff sechshundert zu ross
stark, und mit tawsend [335] fußknechten on das landfolk, so er
bey im hett, uffgewest, eylends Gunzenhawsen zugezogen, daselbst
her Sigmunden von Heßberg, ritter, und den Wichsenstainer mit
anderthalbhundert pferden und den fußknechten im vorhawfen au
den hawfen Rießbawm geschickt, die bey 8000 stark gewest sein
sollten, welichen hawfen sie bey Osthain, ain dorf zwuschen Ottingen
und Rechenberg, ankomen sind, haben die rewter den hawfen als-
pald binden angriffen, mit inen gescharmutzelt, ir vil erstochen.
Also sind die pawm in das dorf gewichen, haben darinnen ir Ord-
nung gemacht und sind wider gegen inen, den rewtem, herauszogen,
und indess die fußknecht darzu komen, betten also abermals mit den
pawm gedroffen und gescharmutzelt dermassen, das die pawm wider
in das dorf gewichen sind. Indess haben die marggräfischen das
dorf angestossen zu prennen, deßhalben die pawm aus dem dorf
gewichen und gelaufen. Wer indess der marggraf mit 500 pferden
hernach zogen und eben zu dem fliehen der pawrn aus dem dorf
komen, und was pawrn aus dem dorf geloffen warn, erstochen wor-
den, und ir vil im dorf verpronnen worden, deßgleychen in aim holz,
darein auch vil pawrn komen und entrunnen wam, vil emider ge-
legen, etlich schuß mit grossem veldgeschutz in die pawrn abgangen,
hett aber nur ainer troffen und grossen schaden getan, aber die
andern zu hoch und über ausgangen, und also ob 400 pawm umb-
komen, und die andern gefangen worden. Aber uff des marggrafen
seyten warn ain Rabenstainer und sunst zwen raisig knecht umb-
komen und erschossen worden. Darnach was der marggraf sampt
seinem kriegsvolk mit sig und frewden haim komen, haben bey
1 Anhatisen nu der Wernity. 2 lioidenboim am lUhnenkamm,
315
{iuifzig wegen vol geschutz, viehs und anders gewonnen, haim gein
Onoltzpach pracht und daselbst verpewt.
[336] Desselben dinstags zu aubends [9 Mai],
als borgermaister, inner und ewsser rate, auch der ausschuß bey
ainander sassen, und [von] dem abschied, den hauptlewt und r&te
des hellen hawfen im feldleger zu Haidingsfeld Inhalt obgemelter
der gesandten schrift, so alda verlesen, geredt ward, und darbey
sonderlich von etlichem im ausschuß gemelt und ir maynung war,
wie gemaine statt sich gegen dem hellen hawfen verprudern sollt etc.,
ward durch etlich und sonderlich den burgermaister Jörig Bermetern,
Bonifacium Wernitzern, genannt Behaim, und Thoman Zweyfel, statt-
sehreyber, öffentlich in reten und dem ausschuß mit der scherpf
geredt und erclert der ma3mung, wa wir uns also zu den pawrn
rerprudem, das wir damit on alle belegerung, benötigung oder be-
trangknuss freywillig von kayserlicher mayestat und dem hailigen
reich fielen, teten wider unser aid und pflicht, damit wir kayser-
Ucher mayestat und dem reich verwandt wern, auch wider die
aynung und jüngsten abschied, darinnen wir gegen unserm gnedigen
herren, dem marggrafen uns verpunden betten. Das were doch ye
ain schentlich ding, und stund die sach, wie man vormals gehört
hett, uff zwayen puncten, das wir uns entweders erlich oder schent-
lich wem musten. Nun wer ye das unerlich zu meyden und das
erlich für das unerlich zu erwelen und anzunemen, zu dem das wir
dennocht wol hilf haben könnten, wann vdr selbs gewollt betten.
Aber etlich im ausschuß begegneten inen mit ganz spitzigen,
trotzigen und betrohlichen werten und sonderlich Claus Frey, der
stand im ausschuß uff, saget, wann in ainer mer trewlos und mayn-
aidig schult oder beschuldigt, so wollt er in durch den köpf hawen,
und wann es ain burgermaister were. Deßgleychen betten etlich
vom ausschuß Bonifacium Wernitzern umbringt und umbgeben, warn
ime auch mit spitzigen worten begegnet, dermassen das Steffan von
Meozingen sie angeschrien und gebetten hett, ruwig und zu friden
zu sein, sie wollten die sach wol handebi, das sie darumb [337]
nit trewlos und maynaidig dorften werden. Damit schieden damals
burgermaister, inner und ewsser rete von ainander ab, und betten
etlich vom ausschuß den burgermaister Jörig Bermetern darumb in
seim baws uberlawfea und angefam, also das kainer, der wider
316
solichcu abfal sich merken oder vernemeu ließ, sicher vor dem getnlb
war, sonder stund man stets gegen in in grossen far mid sorgeo,
dann wann erber, redlich personen im rat oder aosschoß uff erbcr, -.
redlich und pillich wege riet, handelt oder rete, so furn imo die J
andern des ausschuß und gemainen geböfels, die im aosschuß sassea, ^
allwegen mit ungestuemen reden darunder. Sagt man zu deosdba j
uffrurigen buben im ausschuß, sie betten aim rat den gewalt genonei -i
und yetz das regiment selbs in iren banden, sollten es machen,
es inen gefiel, und dörften ains rats nichtz darzu, sonder sollten
rat, dem doch ir furnemen wider wer, damit unbekomert lassen etc,
so furn sie aber mit ungestuemen werten her für und sagten: „Naii,
ir must auch mitgeen, unden und oben ligen, es gee, wie es woll etc.**
Relation der gesanten.
Uff mitwoch nach Jubilate [10 Mai] sind die obgenannten 21 ge-
sandten widerumb vom hellen hawfen aus dem leger zu Ilaidingsfdt
anhaim komen und alspald vor burgermaister, Innern und ewssen
raten, auch dem ausschuß, die sich deßhalb versamelt hett^, e^
schinen, haben ir relation durch Gunrat Eberharten getan und fo^
pringen lassen ungeverlich der maynung:
Sie wem all 21 von inen, beden reten und dem ausschili;!
abgevertigt worden mit ainer Instruction an hanptlewt und rete d»
hellen hawfens, vor den sie im leger zu Haidingsfeld erschinen wen,
und [338] betten inen zuvorderst anzaigt und gesagt beder rete ut
des ausschuß freuntlich , willig dienst etc. , damff gemelt und fiff-
pracht, wie sie ain befelh betten, Werbung an sie zu tan, mit Wr ^
sie guUich zu hörn, damit sie sie aber nit lang uffhielten, hetten sie
sölichs in Schriften in ainer Instruction, die legten sie ain, baten die
on verdrieß zu verlesen, wollten also ir Werbung inhalt der is-
struction getan haben.
Daruff hetten hauptlewt und rate ain bedacht genomen xai
nach demselben sie gesandten wider zu inen gefoidert und inen danf
anzaigt und zu erkennen geben, sie hetten die schrift gehört, f^
nemen aber darinnen nit ainiche bruderliche verpundnus, wisten iott ^
daruff kain ander antwurt zu geben, denn das sie zu handhabag ^
bruderlicher liebe und do^ hailigen ewangeli inen etlich ir vddgB- 1
schütz mit seiner gezelt und zugehörd, spieß und etlich lewt st- \
schickten und darbey sie verstendigen sollten, wes sie sich xa dA [
- -a
1t
317
von Rotenburg versehen sollten, und das sie sich za inen in ir
bniderschaft und pundnuss verprudem und verpynden sollten.
Antwurt der gesanten.
Daruff hetten sie, die gesandten, ine mit antwurt begegnet:
Sie wollten nit wider sie, sonder ire bruder, und wider das wort
gottes und das hailig ewangelinm gar nit sein, sich auch erpotten,
inen ain zimlich geschutz zu schicken mit ainer zugehörd, aber inen
lewt zu schicken, das stund nit in irem vermögen, dann die statt
Rotenburg were ain weyte zarg und doch bloss an lewten, und
wa sie inen lewt schicken sollten, es were vil oder wenig, so
worden sie sich ganz entplössen, das inen gegen dem pund, von dem
sie teglichs Überzugs gewarten musten, merklichen nachtail und
schaden pringen, und inen deßhalben sich mit lewten zu emplossen
gar nit gepum wurd, mit bit, irs begerens abzusteen etc.
Uauptlewt und rate.
Solichs haben aber hauptlewt und rate, so zu Oberstetten
darvor im ausziehen gewest, etlicher maß widerfochten gehapt und
ain zusagen, das der versamelten pawrschaft zu Oberstetten geschdien
sein sollte, angezogen.
Menzinger.
Solichen anzug hett Steffan von Menzingen Inhalt voriger ant-
wurt, in der vordem instruction verleypt, alspald nach der leng
venuitwurt, abgelaint und gar nit gestanden.
Pfaff Holenpach und ander.
Daruff warn p&ff Holenpach, der firumesser, und Lienhart Denner,
pfarrer zu Lewzenpronn, und Großlienhart von Schwarzenpronn in
reten, darinnen sie gesessen warn, ufigestanden, beten sich der sach
angeoomen und gesagt, die gesanten des ausschuß der gemaind zu
Rotenburg, so zu Oberstetten bey dem hellen hawfen gewest warn,
die sie auch alspald, nemlich Steffan von Menzingen, Crist Hainzen,
Hanns Kretzern und Lutz Becken benennt, die hetten zu Oberstetten
mit inen die bruderschaft gelobt und geschworn.
Deas hetten aber Crist Hainz, Stephan von Menzingen, Hanns
Kretzer und I^utz Beck, auch andere der gesandten alspald vor
318
hanptlewt and raten des hellen hawfen sich sonderlich verantwaTt,
solicher glnbd und aid dermassen mit nichten gestanden nnd dabey
gesagt, das sie dess auch von dem ansschnß oder der gemaind gar
kainen befelh gehapt hetten, mit beger, das sie inen doch anzaigen
wollten, wenn, wa oder wie doch solichs beschehen were.
Pfaff Holenpach.
Daruff hett pfaff Holmpach geredt, wie haupüewt und rate hie-
vor ein Schriften dem ausschuß und der gemaind za Rotenbarg n-
geschickt, daruff hetten aber die vom aasschaß za Rotenbarg ia
irer schrift inen gegen haaptlewten and raten merklich schmehlid
angezogen, als ob die schrift sein aigen handschrift and das sigel
sein and nit des hellen hawfen were, derhalben derselben scbrift
nit glauben zu geben sein sollt. Dess wollte er sich da veraat^
wurten und saget, wer in dess beschuldigt, der were an ime selki.
ganz ainer hessigen weys.
Die gesanten.
Daruff were im von den gesanten auch hessiger weys geant-
wurt und begegnet mit anzug [340] des glaits, das sie, die g**
sandten, hetten, dess gegen inen den gesandten, darch Hollenpachai
pillich verschont wurde.
•
Antwurt der hauptlewt und rät uff soliche werbang,
handlung, red und Widerreden.
Daruff haben hauptlewt und rate des hawfens zu Haidiagsfci
den gesandten dise antwurt geben: Sie hetten ab Uollenptcta,
Kretzers schweher und Denners aufsccn, hessiger reden und hand-
lung gar kain gefallen, sie wern auch nit darumb da, sonder sie
wollten von inen, den gesandten, hörn, ob die von Rotenbarg ii
disem handel bey inen steen wollten oder nit. Und dieweyl Hani
Kretzers schweher, der groß Lienhart, ungeschickt gewest^ wer \n$
von hauptlewten und raten gebotten worden still zu steen, nri
[hetten] daruff das erpieten der gesandten, das sie ire broder sdi
und bleyben wollten, nit aunemen wollen, dann sie bedorftea tr,
irer lewt und geschutz nichtz, sonder sollten inen allain zosigeih
ob sie lewt notturftig sein wurden, das sie inen die aoch zoaebidMi
wollten etc.
319
Die gesandten.
Daruff hetten die gesandten sicli dess erpotten, doch mein
ledigen Herren den marggrafen ansgenomen, das gcschutz nit wider
in gnad za gepraochen.
Haaptlewt and rät.
Dargegen haoptlewt and rate des bellen bawfen kurz ain za-
gen haben wollen, wie vor inen furgehalten, also was den hellen
itfen angieng, das es die von Rotenburg auch aiigeen sollt, und
« ain entlieh antwurt.
Die gesanten
iben dess ain schriftlich recess begert.
Hauptlewt and rate
iben in daruff zu antwurt geben: Sie, die gesanten, wem so ge-
bickt, das sie das und ain merers wol wisten hinder sich ircn
srren und freunden haim zu pringen und anzuzaigen. [341] Doch
Btt daruff der oberst hanptman N. Koler in den reten ain umb-
ig getan, welicher das begern stymmen wollte, der sollte ain band
Ibeben, es hett aber nyemand kain hand nffgehebt, dann allain
b Oberst.
Die gesandten
aben daruff wejter angezaigt, wie sie nit entlich abgevertigt wem,
Ht beger, das sie, die hauptlewt und rate, inen ain tag oder fünf
edadit geben sollten, solich ir begern hinder sich zu pringen, das
tte inen aber von hauptlewten und reten mit ungeschickten worten
Ifdaint und darbey angezaigt worden, das Wurzburg in solich
nprudening und verpundnuss globt bette.
Abschied.
Zuletzt hetten hauptlewt und rate den beschaid geben: Sie
Uten iDOD, den von Rotenburg, drey tag zulassen, das sie sich
I denen in ir bmderschaft zu handhabung, aufrichtung und merung
r gerediügkait, des balligen evangelions und gots worts von an-
9g Irift xu end und anstragung der sachen begeben, sich derbalb
320
za inen verprudern und verpinden wollten, also was ainen augieng,
das es den andern auch angecn sollt, und das sie auch darnff ioen
ir zimlich bauptgeschutz leyhen und isuschicken sollten, und ob iDen,
dem bawfen, ain not zustund, das sie inen auch lewt zuscbickeo
wollten , deßgleycben wann gemainer statt Rotenburg ain not an-
gieng, sollt sie sich auch hilf und rettung zu inen versehen, dann
ir bruderschaft wis das aus, wollten sie ire bruder sein, so sollten
sie inen zuziehen und so sie not angicng, das sie derhalben niC
allain ir statt, sonder weyb, kynd, bab und gut verlassen und ioea
zuziehen sollten, dargegen wollten sie sich gegen inen als gtt
bruder auch der n)aß halten und .sie mit leyb und gut nit Te^
lassen etc.
Item hauptlewt und rate des hellen bawfen betten auch ii
solichem beredt, ob sie not angieng, das sie sie hiuein gein Rotei-'
bürg in die statt lassen sollten [342], aber doch darbey weiter gB*
melt, sie, die von Rotenburg, sollten damit ungeverd sein, dann sh
wollten nyemands zu inen nöten.
Damit wem die gesantcn von inen abgeschieden, die vofg^
nannten pfaffen Holenpach und Denner zu inen, den gesandten , ia
ir herberg gangen und hetten ain trunk mit inen getan.
Nach obgemelter relation
haben alspald obgemelts mitwochs [10 Mai] bed inner und ewsser
rate, auch der ausschuß ainer ganzen gemaind widcrumfa in sait
Jacobs Pfarrkirchen zusamen lewten lassen, und, als ain ge-
maind sampt raten und ausschuß in gemelter kirchen rasaiBCi
kamen, ist inen durch die gesanten der gemelt abschied und handhuib
von hauptlewten und reten des hellen bawfen pracht, eröffnet ni
daruff furgebalten vorden, wes sie jungst schriftlich und mnotlick
irer ern, aid, pflicht und verwandtnuss , damit sie kayserlieher
mayestat und dem reich und daneben aynnng halben meinem gM-
digen hcrren, dem marggrafcn vcrschriben, und auch aim erben
rat verpflichtet wem als Iren nehern und ordenlichen oberherrea,
dess alles sie bede rete neben dem ausschuß und Act aosschoG mit
inen wollten nochmals erinnert, ermaut und gepetten haben, fei
irem furnemen zu steen und der pawrschaft begera, das da den
göttlichen wort, den balligen ewangelien und episteln, aadi allea
rechten und dem kaiserlichen landfridcn öffentlich entgegen ul
821
lider were, nit statt ton, und ain yedes band werk derlialben ir
atwnrt aim erbern rat nacb mitemtag verstendigen und lawter in
iriftlkber verzaicbnnß übergeben, wes sie und jeder besonder tun
der lassen wollten, damit man dem bellen bawfen darnaeb antwurt
B geben. wiste.
Daruff
iben sich alle barger und handwerk mitsampt denen personen, so
n inen in beden [343] inncrm und ewsserm rat und im aussebuß
leaessen sind, znsamen getan, ain yede rott besonder sich irs tuns
tsd lassens entschlossen, darnach aim innern rat in bejwesen des
Mrem tails der ewssern rate and des aasschuß ir antwnit schrift-
idi und mnntlich eröffnet nnd gegeben, wie hernachfolgt. Und
fHOk ain handwerk oder rott ir antwort geben haben^ so sind all-
ngen die maister und personen, so aus demselben handwerk oder
Men im ewssern rat und aosschuß gesessen und gehörig gewest,
Ivegen bey inen gestanden, biß sie ir antwurt geben, haben sich
kjfniach wider in rat and ausschuß nider gesetzt. Allain inner
Mrgermaister und rate bliben boy ainander still sitzen.
Antwurt. Schusterhantwerk
bit sein antwurt durch Barkhart Mallem, der ainer des ausschuß
m, muntlich furtragen lassen also :
Sie betten sich in irem handwerk dess entschlossen, das sie
rieh nmb des wort gots willen nit allain zu dem hellen hawfen der
inmelten bawrschaft, sonder auch zu dem kaiser, und allen andern
ititen, herren und oberkaiten, die dem wort gots.anhengig sein
HOten, terpradern and verpinden wollten, dem wort gottes hilf
mi b^ystand zu tun, wie und was das wort gotes vermocht, soweyt
iek ir leyb und gut erstreckte. Das were das merer und ain ain-
Mfige mayunng ander inen biß on 5 oder 6, die wem nit zugegen
levest, und. alles anangesehen irer aid und pflichten, denen sölichs
iri derhalben iren era unschedlich und unnachtailig sein sollt.
[344] Batnier, schreyner und gentnermaister.
Ubd ir tntwnrt in schrifUicher verzaidmuss eingelegt, also hiwtende:
Hekfaer Schreiner genannt Koler, sagt, er wöll verpflicht und
Bfpnidea seio mit den pawrn.
21
S2ä
Fritz Hofman, schrcyner, sagt, er wöll mit den pawrn vw-
punden sein.
Mertin Casper, gentner, will mit and bey den pawrn seia,
gott woll, wie es gee.
Fridcl Bamberger sagt, er wöll aach bey den pawrn sein.
Lienhart Römer, butner, sagt, er wöll aacb bey den bawn
sein.
Martin Botner sagt, er woll bey den pawrn sein, warzd ria
recht haben.
Hanns Kern, gentner, sagt, er wöll auch bey den pawrn seil,
wazu sie recht haben, mit leyb und gut.
Blasius Schlegel, schrciner, Hanns Stickel wollen aach dil
maynong.
Peter Bntner sagt, er woll anch bey den bawm sterben ni-
genesen.
Casper Bntner sagt, er wöll auch bey den bawm sterben Ml.
genesen, wazu sie recht.
Yeyt Reichlin, schreyner, sagt, er wöll auch bey den biwii^
sterben und genesen, wazu sie war und recht haben.
Ganz Schreyner sagt, er wöll auch bey den bawm sterbet
und genesen, dann er muß sich der bawrn nern.
Hanns Bamberger sagt, er wöll auch bey den bawm bl^be%
wazu sie recht haben.
Hanns Seßler, butner, sagt, er wöll auch bey den bawit
sterben und genesen, wazu sie fug und recht haben.
Lienhart Schreyner sagt, er wöll bey dem merer des baai'
Werks bleyben. ■
Peter Schreiner, der jung, sagt, er wöll auch bey den bivrt
sterben und genesen.
Oßwalt Barchat will auch, wa die bawrn recht haben, b^ li
bleyben.
[345] Sixt Bewschel will auch, wa die bawm recht habell
bey in Bleyben.
Endris Forster will bey den bawrn sterben and genesen, irii
es gehört.
Fritz Butner will auch bey den bawm sein, wie die aadtti
maister.
Hanns Ellwanger will bey aim erbera rat bleyben. '
323
Sayler, sattler, stainmetzen, .decker, hefner, zjmmer-
lewt, ziegler, mewrer
haben ir antwnrt schriftlich eingelegt, die also lawtet:
Ain ainhellige stymm der aller handwerk, als die sailer, sattler,
stainmetzen, decker, hefiier, zymmerlewt, ziegler, mewrer, und ist
mß das ain schwers, doch nach gestalt der grossen beschwernoß
der bawrschaft, and ons änderst kain hilf kann beschehen , so mir
nit zu in verpruderten, uns im kurzsten umb Icyb, er und gut und
Bit pessers haben konden möchten. So ist nns fargehalten groß
vom bund, auch tan mir wider kaiserliche mayestat und den marg-
grafen, die ans mit hilf nit könden beschützen, aach ir undortan,
wie Yor aagen ist, von inen weycht, das mir ans kains beschütz
oder hilf von in dorfen versehen, ist auch der bruderschaft emst-
liehe majmang, das ewangeliam za handhaben, das ainem yegklichen
cristen gepart, sein farsten and herren Gristen, so wem sie nit
darwider sein, ist aber das von inen, so spricht Christas, mir sollen
gott mer geharsam sein, dann dem menschen, and ist der aller
hiner ander ans änderst, dann das er dem hellen hawfen irer
brnderschaft zngesagt haben wöll and das ewangelium helfen ercleren,
sovil gott gnad verleicht. Der herr sey mit ans allen! Amen.
Die seckler, glaser, maier, goldschmid, höckner, seyden-
sticker, kremer, gewandschneyder
haben ir antwart in Schriften eingelegt, also lawtend:
Ersamen, wcysen, farsichtigen , lieben herren! Nachdem ain
erber rat and aasschaß ainer ganzen gemainschaft fargehalten in
solicher maynnng, wie dann die gesandten von der pawrschaft ge-
pracht and empfangen haben dem ganzen hellen hawfen, so ist
allersampt anser ernstliche maynang alle die hernach angcschriben
handwerker, wa wir nit weyter hilf and rat erfinden möchten, noch
von euch hilf and trost verners möchten erwarten, wicwol das ans
ain grosse beschwernass ist, so wollen wir bey dem wort gottes
and dem evangeliam and der bawrschaft bleyben. Darza helf uns
gott mit sein gottlichen gnaden!
Ludwig Reychart ftir mich selbs. Ersamen, farsichtigen, weysen
herren, ewaser und inner rate, desselbigen gleychen ain erber aus-
achiiß! Wa ir weyter pesser hilf und rat erfinden möcht, dasselbig
ans nit vorzahalten.
21»
824
Thoma Seybot, Hainrieb Spörer, Jörig Glaser, Ludwig Seckler,
Cunz Rab, Lienbart Silberkremer, Jörig Bopp, Hanns Ocbs, Philips
Glaser, Peter Glaser, Hanns Flb&, Jobst Lankbaira, Hanns Krebs,
Matbis Sprenz, Matbis Schwab, Hanns Frieß, Stoffel Kremer, Hanns
Rumelin, [347] Asmus Kremer, Antoni Goldscbmid, Jorig Gold-
scbmid, Micbel Heberling, Jacob Han, Gasper Seckler, Hainrich
Seydenstickcr, Bastlein Kremer, Hanns von Eychstett, Jörig Erb,
Jobst Barcbat.
Aber Hanns Renner, Dietericb Seckler and SteSian Goldscbmid
sind bindan gesatzt, wollen nit darein willigen.
Die buter, leynweber nnd deckweber
haben niuntlicb antwurt geben:
Sie wollen mit dem ewangelion nnd wort gotes sein, dem hilf
und beystand tun, sich auch derbalben zum bellen hawfen nnd der
bawrscbaft verpynden, inen zu sölicbem bilflicb und beystendig sein,
so weyt inen leyb und gut raicbt, und wollen derbalben an ireu
aiden und pflichten unangedast und ungeschmecht sein.
Das kursnerhandwerk
bat muntlicb antwurt geben:
Sy wollen bey den bawm und allen den, so dem ewangelium
und wort gottes anbangen, bleyben, das wort gots und ewangelium
helfen handhaben, so weyt inen leyb und gut raicht, das sie auch
in dem fall irer glubt und aid halben ungescbmecht sein und bleyben
wollen, das sey ir aller ainhellige maynung, ausgmiomen zwayer
under inen.
Die hecker
haben ir antwurt in Schriften eingelegt, also lawtend:
Dieweyl die bawm nichtz vor inen haben zu handeln, das un-
recht möcbt sein, sonder zu strafen das übel [348], ist unser aller
maynung und stymm, dassen wir bey den bawm sterben und ge-
nesen wollen und bey dem wort unsers gots und herr^, mit den
yetz anhangenden namen etc.: Hanns Geyßlinger, Jaoopp Kopp,
llainz Wagner, Thoma Vischer, Casper Eberhart, Hanns Erken-
precht, Bastlin Gayßlinger, Hanns Weycbselbawm, Martin Selbrecht.
Hanns Bech, Jörig Lawtenschlager, Casper Helber, Gallos Stainer,
325
•
ienhart Heizel ¥on Ulm, Fritz Bopp, Lienhart Weru, Hauus
jir^ber, Hanns Lader, Mathis Grub, Jörg Weyßkopf, Cuuz Oß-
dt, Mertin Hanikelman, Hanns Los, Oßwalt Kachelbodeu, Aßmus
dberbach, Hanns Bamberger, Hanns Mack, Steffan Stecknaw, Jörig
om, Jörig Gackstatt, Hanns Gackstatt, Hanns Schneyder, Lien-
irt Sdilatterman , Hanns Unbehawen, Endris Krebenmacher , Wil-
ifan Walch, Endris Metzler, Lienhart Vogelgesang, [349] Casper
bm, StefEan Stadelman, Lienhart Schopf, Jos Ottnat, Cunz Fnld-
er, Mertin StoU, Wolf Metzler, Michel Schutze!, Hanns Hefuer,
[ums von Fuld, Hanns Külwein, Hainz Walter, Peter Zymmer-
lan, Moselin Pfeyfer, Schneyder Hanns, Georg Frewlin, Cunz
rrewsser, Ganz Knebel, Gilg Mölkner, Endris Molkner: ist alles
in ainhellige stymm. ^
Die schneyder und tuchscherer
iken ir antwnrt muntlich geben:
Es sey ir ernstliche maynung, was got und dem ewangelium
Bteet, anhangt, und was das vermag, den brudern, die ir begeru,
od wer dem ewangelion und gotswort anhangt, dem wollen sie
inen beystand tun, so weyt inen leyb und gut raicht, dardurch
Kh an Iren em, aiden und pflichten ungeschmecht sein.
He, so nit handwerk treyben und mussiggenger sein
iid ander inen zugegebnen sampt den priesteru und
tistlichen (ausgenomen die hecker, die sich mitirer
antwurt von inen abgesondert,)
ibem ir antwurt in zwayen Schriften eingelegt, also inhaltend:
Item die verordneten, nemlich Cunrat Eberhart, Jheronimus
&er, Bonifacius Wernitzer, genannt [350] Behaim, Hanns Kretzer,
Bdiel Strebel, Jörig Beck, Cunz Grewsser haben sich uff hewtigen
QÜichen und schriftlichen furti'ag veraiut, irs bedunkens ain so-
fte antwurt aim rat zu geben, das sie all, so nit handwerker sind,
itar den hellen hawfen nit sein, noch tun wollen, und dess zu
dtan nnd warhaftem anzaigen wollen sie etlich gemainer statt
Klntz off ir begem mit pulver und stainen ine zuschicken, aber
■ kdleii hawfen yetzt oder hernach lewt zu schicken konden sie
r annnt nach in betracht, das sie dero in der statt selbst not-
Mg seiii, nit Um, wollt aber yemand für sich selbst dem hellea
326
hawfen zuziehen, der sollt vom rat und gemaind naverbindert , auch
von aim rat yetzt oder hernach onauffgehept und ungestraft sein
und bleyben.
Ain ander furschlag.
Die ander antwurt möcht man der gestalt geben : Es were ain
vertrag dero von Dunkelspuhel halb geschehen und hewt verlesen, das
man sölichen vertrag dem frenkischen hellen hawfen zuschicken sollt,
soverr und sie die statt Rotenburg gleychmessig auch bey aim sö-
lichen vertrag bleyben wollten lassen, wem die, so nit handwerker
sein, willig dergleychen vertrag mit inen anzunemen und uffzurichten.
Sölichs ist durch die hieunden geschriben ain merers und hat sie
für gut angesehen, doch mit dem anhang, ob ain erber inner und
ewsser rat, auch ain erber ausschuß und die handwerker durch das
merer ain anders oder pessers machten und schliessen oder fiir
gut ansehen und ain merers sein wurd, das sie darbey bleyben
wollten.
Cunrat Eberhart, Jheronimus Öfner, Hanns Jagsthaimer, alt,
her Jorig Nah, licentiat, Bonifacius Wernitzer, Jörig Berler, Gilg
Raymund Beringer, Oßwalt Wernitzer, Seyz Schmid, der caplan zu
sant Blasius, Gabriel Langenberger , [351] Cunz öftier, her Hanns
Ris, her Niclaus Werner, her Hanns Waltman, her Jörig Schmid,
Cunz Eonig, Stubenknecht, Hanns Spelter, Ulrich Zehender, Ulrich
Schwarz, Hanns Balbirer, Hainrich Bronzendorfer, her Hanns Übel
her Cunrat Schwarz, her Peter Weyssig, her Hanns Schenk, Hanns
Entlin, Hanns Kummer, Lienhart Huck, Hanns von Mußloe, her
Hanns Strawß, Mathis Han, balbirer, Lienhart Jagsthaimer, Endris
Stellwagen, Sebolt Loffelholz, Burkhart Hetzer, Christoffel Eress,
Endris Balbirer, Hanns Kranz, Lorenz Schrawf.
Dis nachbenannten aus der obverleypten rot
wollen der bawm begern statt tun, sie zu brudem off und annemen,
inen hilf und beystand des ewangeliums und wort goies ton, was
das ewangelium vermag und ausweys, soverr die bawm dabey bleyben
wollen, wa sie aber das ewangelium nit annemen, konden sie auch
nit bey inen bleyben:
Hanns Cunrat, Jörig Ballenberger, Mathis Lutz , Hanns KreUer,
327
Cimz Grewsser, [352] Jörig Beck, Jörg Spelter, der jung, Johann
Bewschlin doctor, prediger.
Schmid, Schlosser, wagner, platner, keßler, kandel-
giesser, gnrtler, nadler, banzenmacher, spörer
geben ir antwort montlich also:
Nachdem die bawm die gerechtigkait, das hailig ewangelium
nnd gottes wort b^ern, und das sie begem, inen, den bawrn, der-
halben helfen das ewangelium und gottes wort zu volstrecken und
solichs zuzusagen, sey ir aller maynung, so sie also nach lawt des
ewangeliumbs und gots wort bruderlich und freunüich handeln, das
sie den bawrn das zusagen wollen, so weyt ir leyb und gut raicht,
und dardurch an iren em und aiden ungesdunecht sein sollen und
wollen.
Darwider redten Hanns Keßler und Claus Kellner, kandel-
giesser, sie wollten soliche antwurt nit geben haben, sonder bey
aim rat bleyben.
Das beckenhandwerk
hat sein antwurt muntlich also geben:
Das sie wöU^ bey dem wort gottes und dem ewangelion
bleyben, das helfen volstrecken und handhaben und sich derhalbeu
211 den bawrn, inen zu solichem hilf und beystand zu tun, verpyn-
den, 60 weyt inen leyb und gut raicht, versehen sich, fursten und
herren werden das auch tun, doch wollen sie, das inen solichs an
iren em und pflichten unschedlich und unverletzlich sein soll, is
ain ainhellige stymm gewest.
Das verber handwerk.
Dero namen hernach verzaichnet steen, haben ir antwurt munt-
lich forpracht also:
Das sie wollen bey aim erbern innem und ewssern rat, auch
aim erbem ausschuß, wes durch das merer under inen gemacht
oder beschlossen werd, bleyben, dann inen der bawrn vorhaben,
ach SU inen zu verprudern, zu scharpf sey, haben sich daruff kainer
[353] antwurt entschliessen mögen, demselben begem statt zu tun,
ob aber durch ain gem^ind und die andem handwerk, auch ain
erbera rut und dea ausschuß das merer ain anders precht, dem
328
könnten sie auch nit wider sein, sonder wollten demselben aoch
anhangen, das sey ain ainhellige stym ander inen, doch das allen
inen an iren ern und aiden unverletzlich.
Und sind das die namen : Hanns Gebhart, Hanns Fridel, Michel
Malbeck, Barthel Bronzendorfer, Jost Hetzer, Yeyt Schwarz, Georg
Eumpf, Hanns Ziegler, Cunz Gundter, G«5rg Eysenhart, Gabriel
Spelt, Mertin Bezolt, Hanns Frey, Michel Dorß, Hanns Werner,
Hanns Kern, Balthazar Kern, Hanns Ris, Lorenz Ettschlich, Jacob
Hochzeyter, Antoni Hawsel, Wilhelm Beßmayer, Peter Nasser, Jacob
Ott, Wolf Schwertfeger, Hanns Sewbot.
Die metzler
haben ir antwurt muntlich geben abo:
Sie wollen dem ewangelion und wort gots anhangen, darbey
bleyben und derhalben den bawm hilf und beystand tun, was das
ewangelium und wort gottes vermög, doch inen an iren ern, aiden
und pflichten unschedlich.
[354] Das gerberhandwerk
hat sein antwurt in Schriften eingelegt abo lawtend:
Item zum erst^ so mir alhie, ain gemaine statt, als vor äugen
ist, weder beschawrung, hilf, noch rat haben könden, noch mögen
von kayserlicher mayestat, deßgleychen vom löblichen pund zu
Schwaben etc., auch unsers gnedigen herren Casimim, marggrafen
von Brandenburg also in langer verpundnuss gestanden, yetz genz-
lich von yederman verlassen, ist zu besorgen, das mir mit unser
sterk und gewalt uns ditz gewalts und grossen hawfen der bawr-
Schaft nit zu erweru, ist unser gutbedunken, seyt uns yetz hie ent-
gegen kain hilf her scheint, doch unser glupt unverletzt, weliche
sich raicht und erstreckt zu kayserlicher mayestat, auch ^egen un-
serm alten pundsverwandten als gegen unserm gnedigen herren, dem
marggrafen, uns diser bruderschaft nit zu waigern, nemlich wir
dise hernach geschriben, mit namen:
Hanns Marx, Jörig Keydel, Thoman Haichtel, Paals ZurI,
Hanns von Reysch, Mathis Hall, Michel Rudolf, Michel Wacker,
Lutz Homer, Lienhart Beck, Jörig Pfluger, Claus Racker, Wolf
Hefner, Fritz Nufer, Michel Murr, Michel Jacob, Jörig Stieber,
Casper Kern, Hanns Jacob, Stephan Flaischman, Christoffel Neyt-
329
hart, Barthel Hörn, Mathis Schmid, Lienhart Flaischman, Lienhart
Merklin, Casper Kiferer, Hanns Seemaister, Thoman Biegner, Hanns
Mertin, Hanns Kapper, Hanns Stieber, Jos Hörner, Hanns Flaisch-
mui, Lienhart Kremer, Mathis Amolt, Eucharios Weingartuer, Jorig
Bombier, Endris Hofman, Mertin Holmpach.
Sich zu waigem diser verpundnuss mit namen: Jorig Homer,
Fritz Kranz, Jos Scbad, Endris Weyßgeber.
[355] Doch verrer wer nnsers gemuts nnd gutbednnken, so
nirs mit bitt herlangen konnten, das sie uns als die gemelten drey
stett möchten lassen bleyben.
Darnach hat man den ewssern burgermaister Jacobs
Jacoben,
wie der pranch zu Rotenburg ist, nmbfragen lassen und erstlich
ka innem burgermaister und innem rate, darnach den ewssern
nt und ausschuß, sovil derselben mit iren rotten noch nit'gestimpt
hettai: Also hat im inner rat ain yeder gestimpt, wie hernach folgt :
Jörg Bermeter, burgermaister:
■
Er hörte, das sich alle handwerk und die gemaind zu dem
:_ vort gots, und was das wort gottes und ewangelinm vermocht,
Mknk and zu den pawm derhalben verprudern wollten. Nun kondt
V nit darfar, es wer das merer, must, wiewol es zu nachtail und
«Men komen wnrt, im namen gots auch darbey bleyben, es geriet
wol oder abel, das merer helfen vorstrecken.
\
Ernfrid Kampf, alter burgermaister:
Er wollte sich zu dem hellen hawfen, soverr sie bey dem
evaogeliam bleyben und sich dem gemeß halten wollten, inen darzu
n helfen and das zu volstrecken, deßhalb zu inen sich verprudern,
va es aber wider das hailig ewangeliumb und das wort gottes
were, wollt er nit bewilligt, inen auch awsserhalb dess nit zugesagt
tibea.
Erasmus von Mußloe, alter burgermaister:
Er wöDt aach bey dem ewangelion bleyben, so man dem ge*-
M bandelte.
330
Peter Uaiden:
Was das innrer were, darbey must er bleyben, aber wann sie
.bey dem bleyben möchten, wie die obangezaigten drey stett, das
deuchte iu gut sein.
Pauls Wacker, Jheronimus Hasel, Bartholmes Frey:
Wann sie bey dem bleyben möchten, wie die drey stett.
Lorenz Denner:
Was das merer were, dem wollte er anhangen und dem ewan-
gelium gemeß [356] handeln, doch mödite man es uff die p«o
pringen, wie die drey stett, das dewehte in gut sein.
Hanns Forpringer:
Er wollt mit gott bezewgen, das er wider das ewangelium lani
gots wort nit begerte zu tun, aber in sehe nit für gut an, sich m
den pawrn zu verpinden, denn man fund im ewangelium nit, dw
man das mit dem schwert sollte verfechten, was aber das merer
wer, darbey must er bleyben.
Jörg Spelt, der alt:
Er wollt sich versehen, die bawm wurden dem ewangefi»
gemeß handeln, deßgleychen sein gnediger herr , der marggraf m*
ander fursten und sonderlich die römisch kayserlich mayestat, dl^
umb wollt er sich zu inen verprudern und glanpt ireu worten, d»
sie nyemand unrecht teten , könnt man es aber sunst uff am ver-
trag pringen, wie Wimpfen, das wer gut.
Hanns Jagsthaimer, der jung:
Man sollt sich erpieten zu tun, wie die drey stett.
Hainz Crist:
Der kayser, fursten und ander stende betten geschwom, ö*
ewangelium zu vorstrecken, das wollte er auch tun, kamen sie dfli
nach, so wollte er sie für seine herren und bruder halten, wa A
so wollte er sie für tewfel halten und sich zu den pawrn verpyndea
und darbey bleyben.
331
Conrat Held:
wiß sich zu den pawrn uit zu verpinden, dann er noch
t betrangt worden were, möcht man es aber bey den haupt-
ad raten, wie die drey stett erlangen, das were zu tan.
Darnach
omas Zweyfel, der zeyt stattschreyber hie zu Rotenburg,
bgemelten Emfrid Kumpfen in beden raten und vor dem
ernstlich angehalten und als ain burger und stattschreyber,
es ime als vil, als aim andern gulte, ermant und erfor-
ch darzu zu reden und stymmen, was gut were. [357]
at stattschreyber vorgemelt geantwurt: Er hett die ewan-
ropheten und episteln sampt andern hailigen Schriften auch
in, er kondt aber darinnen gar nit finden, das die bawm
rs uffrurigen, tätlichen und tyrannischen fumemens statt
betten. Das funde er aber wol darinnen, das sölich ge-
etlich handlung und ungeharsam der pawrn den propheten,
;n, episteln und aller schrift als dem wort gots öffentlich
und wider wem, und sie diser taten und handlung gar
betten, auch on zweyfel ir straf darüber empfahen wurden.
wist er sich zu den pawrn gar nichtz zu verprudern oder
iden. Was das ewangelium und gotswort auswiß, dem wollt
r die gnad gots hett, gern nachkomen.
Conrat Eberhart,
iner der gemaind, sagt, er were beschwert, disem bewri-
nemen anzuhangen, stimpte, wie er zuvor mit seiner rot
und antwurt geben bette.
heronimus Ofner, Bonifacius Wernitzer,
^or antwurt geben betten.
Die andern
rate und vom ausschuß der gemaind Hessen es bey der
wie sie die vor mit iren roten und handwerken muntlich
iftlich geben betten, bleyben.
332
Jacobs Jacob, der ewsser burgermaibter.
der die frag einuam and vom innern burgermaister auch gefragt
ward, antwnrt, er ließ ime das gotswort zu handhaben und der-
halben zu den pawrn zu verprudem gefallen.
In summa,
es ward das merer die maynung und beschlossen, sich zu den bavm
zu handhabung des ewangeliums und gotsworts, was das vermöchte
und auswise, soverr sie demselben gemeß handelten, zu verprudem
und zu verpynden, wa mau es aber daruff möchte pringen, dis
man die [358] statt Rotenburg, wie die drey stett bleyben liefi,
sölichs anzunemen. Aber darbey ward bewegen, das es der ab-
schied, den die gesandten von den hauptlewten und raten des hawfeD
der versamelten bawrschaft zu Haidingsfeld genomen, nit leydoi
wurd, doch sollten hauptlewt und rate dargegen den von Rotenbug
zuschreyben, das sie aim rate, gemainer statt und den iren schsU,
schirm, hilf und trost halten sollten und wollten halten für sieb,
die iren und alle hawfen, dergleichen sie hinwiderumb auch tun
wollten, und sollt sölichs also dem hellen hawfen zugeschriben wer*
den. Daruff haben sich inner und ewsser rate und der verordnet
ausschuß der gemaind aiuer antwurt und zuschreibens in ainer oita
form zu tun verainigt, in ainer copey vergriffen ainer gemaiBd
öffentlich verlesen lassen, die hat ain gemaind bewilligt und ange-
nomen, und lawt soliche schrift des zuschreybens, wie hernach folgt:
Der von Rotenburg zuschreyben irer pundnoss und
verpruderung zu der versamelten bawrschaft
Den edeln, vesten, erbern, ersamen und weysen hanptlewtcft
und roten des ganzen hellen hawfens an der Tawber und zu Franken,
yetz im feldleger bey Wurzburg, unseru besondem, lieben herren,
brudern in Christo und guten freunden empieten wir burgermaister,
bed inner und ewsser rate, der verordnet ausschuß und ain ganie
gemaind der statt Rotenburg uff der Tawber unser willig and freont'
lieh dienst zuvor. Besonder, lieben herren, bruder and freund!
Nachdem nechst vergangen montags unser bottschaft and gesaodtoi
von unsern wegen zu Haidingsfeld im leger bey euch handlung g^
hapt und daruff ain abschied von euch, alles wie ir wist, empfangem
333
wir off morgen donnerstags, ee die sonn zu, rast geet, soverr
den annemen, znschreyben sollten etc., aljso haben unsere ge-
rn solich handlung und abschied zu irer [359] haimkunft uns
der leng anpracht und bericht, damff umb kurz willen schreyben
ench solichen abschied hiemit zu und verprudem und verpynden
zu euch, dem ganzen hellen hawfen, alles das zu halten, zu
;recken und zu laisten helfen, das das gotswort und hailig ewan-
mi ausweist und vermag, vom anfang bis zu ende und austrag
Sachen, also und in diser gestalt, was ainen angee, das es den
am auch angeen soll, und so euch not angeen wurt, das ir
r hilf nit geraten oder empem möcht, wollen wir euch uff ewer
rdem und begem nach nnserm vermögen lewt zuschicken, doch
, tUus wir, gemame statt, unser burger und all, die uns zu ver-
chen steen, gaistlich oder weltlich, in der statt und uff dem
e und derselben hab und guter uns herwiderumb, wa uns und
ainicherlay benötigung oder trangksal zustünde, oder wir von
tnd überzogen und vergeweltigt wurden, dergleychen hilf, ret-
, schütz und schirms von euch und dem ganzen hellen hawfen
i versehen und gewertig sein sollen und werden, das auch uns,
line unser statt und gemelte die unsem sampt iren hab und
rn aller far und sorg gegen euch und dem andern hellen hawfen
steen und kainer beschedigung von inen gewarten dörfen, uns
eibig also auch bey disen gegenwurtigen unsern gesandten zu^
eyben, auch des glaupUch urkund under des hellen hawfen und
hauptlewt insigeln, wie andern unsem guten freunden, den
bsstetten auch geschehen, gegeben und zugestellt werd gleycher
B, wie wir euch hiemit getan und zugeschriben haben, dargegen
m wir unserer gesandten erpieten nach uff ewern weytem be-
id euch das angezaigt geschutz verordnen und zuschicken, doch
aod alsdann yemand darzu verordnen, damit euch dasselbig
er und mit guter gewarsam zukomen mög.
Zu urkund haben wir burgermaister und rate unser statt secret
Sd öffentlich bey end der schrift in disen briefe getruckt, der
en ist uff mitwoch nach dem sonntag Jubilate [10 Mai] nach
isti gepurt funfzehenhundert und im funfundzwainzigsten jare.
[360] Closter Sulz, schlos Brawneck.
Au obgemeltem mitwochen [10 Mai] wurden das closter Sulz
durch desselben closters nndertanen and das schlofi Brawneck dnrdi
die von Kreglingen und anderer herrschaft bawm eingenomeo, ge-
plundert und ganz aosgeprennt.
[361] Botschaft an die bawrschaft.
Mit sölichem obverleypten offen briefe sind Emfirid Knmpt,
Stefian yon Menzingen, Conrat Eberhart and etlidi mer za haapt-
lewten and raten obgemelts hellen hawfen abgevertigt worden, die-
selben dem hellen hawfen za aberantwarten and daneben von wesen
bargermaisters, inner and ewsser rate, aach aasschaß and gaoier
gemaind gemelte pandnnss za schwem and za globen, wie in die
von hanptlewten and raten offgelegt warde.
Uff sölichs ist meinem gnedigen herren, dem marggraven zi
Brandenbarg geschriben worden, vrie hernach folgt:
An marggrafen Casimir zu Brandenbarg etc.
Gnediger herr! Uff den abschied, so jangst anser gesandta
von ewem fürstlich gnaden genomen haben, aach ewer fdrstlidi
gnaden gnedigs begem, nachfolgend in ainem inligenden zedd aioer
Schriften an ans gelangt, geben wir ewem fürstlich gnaden nnder-
tenigklich zu erkennen, das wir sampt anserm ewssem rat, dm
verordneten aasschuß and der gemaind in disen tagen aos beschwer-
lichen, obligenden arsachen anser botschaft in dapfer anzal der
Personen za dem hawfen der versamelten bawrschaft in ir veld-
leger, damals zu Haidingsfeld gewest, verordnet and dordi diesdbei
botschaft bey haaptlewten und r&ten desselben hawfen za absteUBBg
irer vordrang uffs höchst and fleyssigst bittUch handeln lassen, tfcer
dess bey inen gar nit statt finden mögen, sonder haben geaete
haaptlewt and rate den gesandten daroff ainen abschied (inen ge-
schätz and, so inen ain not zastand, lewt za schicken, dargegen wir
and die unsern ans za inen kains argen, far oder sorg, sonder
aller hilf versehen sollten) gegeben, welicher abschied, so er aoge-
nomen, morgen donnerstags, ee die sonn za raw ipieng, zogesckribea
werden sollt, and kain antwart wer auch ain antwart. Non wievel
sölicher abschied bey ans ganz ftur anpillich and beschwerlich be-
wegen worden ist, so haben wir doch mitsampt [362] anserm ews-
sem rate, verordnetem aasschaß und ganzer gemaind den inge-
9cfariben, aber mit was entsetztem, missfelligem and schwerem gemot
335
AS voD ans und andern bescbehen ist, haben ewer forstlich gnaden
OS vor empfangner bericht nnser obligenden schwern handlang and
ndem Ursachen halb gnedigklich za bedenken, and wir also iiser
leverlichen zeyt on merklich far and sorg kain anders wissen zu
tändeln. Gott wOll darch sein göttlich gnad die ding zam pesten
fenden! Ewer farstlich gnaden hieruff in aller undertenigkait bit-
end, sölidis diser beschwerlichen zeyt und lewft, aach andern
)etran^licher arsachen halb gnedigklich im pesten za vermerken,
iDser gnediger forst and herr za sein und za bleyben, als wir uns
mdertenigklich getrösten. Das begem wir nmb ewer fürstlich gnaden
in andertenigkait ganz willig and berait sein za verdienen.
Datum mitwochs nach Jabilate [10 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister and rate zu Rotenburg uff der Tawber.
W'ie etlich bawrn understunden, die stat Rotenburg
einzunemen am donnerstag nach Jabilate [11 Mai].
Als etlich rotenburgisch und anderer herrschaft bawrn von
1er versamelten bawrschaft ab und haim, und dargegen etlich, so
lemant worden, wider aus und dem hawfen zuzugen in das leger
SBin Haidingsfeld und in solichem irem auszug den weg hie durch
fie statt Rotenburg namen, sonderlichen die von Insingen, Wettringen,
IKepach, Hawsen and anderer end, betten sich daneben etlich ander
rotenburgisch, auch anderer herrschaft bawrn in dapferer anzal durch
^tordem und aufiaaanen zusamen gerottirt und getan der mayunng,
iA hieher in die statt Rotenburg neben den andern, so in das
loger zu ziehen hie lagen, zu tun, die statt einzunemen, orden und
4idie [363] burgershewser zu plündern etc. Kamen in solichem
tkwber Jorig von Wettringen und ander als derselben bawrn haupt-
ewt uff die drinkstnben, begerten, man sollt inen etlich kom geben,
leBg^eychen betten sie im Hennserhaws und dem spital auch zu
an imderstanden , derhalben burgermaister, rat und ausschuß und
in gemaind sich kurz und bald in hämisch und wer alhie uff dem
arkt zosamen rottirten sampt etlichem feldgeschutz , understunden,
ffgen etlicher bawrschaft, so des fumemens halb ob drewhundert
tait; alhie in der statt warn, dero hauptman der Tawber Jörg von
fettringen was, mit ernst zu handeln, sie wider aus der statt zu
ringea, und wer gar nahend zu aim schlahen in der statt komen,
a etHch personen sölichs nit widerraten betten. Und wiewol Tawber
336
Jörig mit seinem hawfen inwendig vor dem Spitaltor, das zugesperrt
was, stund und daselbst hinaus begert und wollte mit vil bösen
Worten und marterschwurn , und dann vor demselben Spitaltor ans- ,
wendig Endris Windshaimer von Brethain, hinder dem closter i
Scheftershain gesessen und hohenloisch, als ain hauptman mitsampt
andern mer hauptlewten wol mit drewhundert mannen lagen, die
zum Spitaltor (gegen denen, so herinnen in der statt warn) heran
zu ziehen understunden, so ward doch von den gnaden gots soBcks
underprochen und damals mit Hanns Metzlern von Brethain, der
auswendigen bawm hauptman , der eben auch hynnen in der statt
was, und andern mer bawm sovil ernstlich gehandelt, das Hanns
Metzler mitsampt andern inwendig uff die mawr stig und den bawm .
vor der statt ligend, sagte, sie sollten abziehen, ir sach wer nichtst,
und konnten nichtzit schaffen, dann rat und gemaind wem m aller
rustung und Ordnung ganz emßtlich vorhanden, mit ernst gegen ii
zu handeln etc., also das die auswendigen bawm alspald ab ol
weg, und Tawber Jörig mitsampt seinem hawfen^ den er hynnen ii
der statt hett, zu ainem andem, nemlich [364] zum Kobolzeilerttf
hinaus ziehen musten. Das alles ward auch alspald hauptlewtea
und raten des hellen hawfen, auch den gesandten mit leogerer
grundlicher bericht ergangner handlang geschriben, wie hernach fol^'
Den edlen, vesten, erbern, ersamen und weysen, haupt*
lewten und raten des frenkischen hellen hawfen, yetf
im veldleger vor Wurzburg, unsern besondern, Hebel
herren, brudern in Christo und guten freunden.
Unser willig und freuntlich dienst zuvor. Edeln, vesten, «^
samen und weysen, lieben herren und gut freund! Wiewol wir
euch den abschied, so unser gesandten jungst von euch zu Haidingf
feld empfangen und an uns pracht, gestrigs tags zugeschriben ini
damit also zu volstreckung des balligen ewangeliums und göttlickf
Worts, und was das vermag, zu euch verpmdert, auch denmachwir
und ander unser burger uns gar kainer far, sorg, oder beschedigimi
zu euch, dem ganzen hellen hawfen, desselben verwandten bmden
und besonder unsera selbst bawrschafben versehen, sonder vermuii
haben, wir sollten also pillich allenthalben gegen inen zu frida
steen, so haben sich doch gestrigs tags neben etlichen, so von deoi
hellen hawfen, denselben zuzeziehen, gemant worden sind, die wir
337
ich gutwillig hie eingelassen und durchzuziehen gestatt haben, et-
*h unser bawrschaft sich insonderhait in merklich zal zusamen
ittiert, aiuander aufgefordert, gein Rotenburg zu ziehen, und sich
so bey dritthalbhundert ainzelig niit clainen hawfen im schein,
Is ob sie von euch auch gemant worden wern, neben den gemanten
I unser statt getan. Und als die in unser statt komen, sind gleych
ilspald darnach drewhundert in aim hawfen hernach zogen und
iidi in unser statt gewollt, und die, so allgerait hie in unser statt
^mest, gegen etlichen orden, die wir sampt iren haben und gutem
rarhm ein und zu unsern banden genomen, mit plündern und an-
ierm alspald zu handeln understanden und furgenomen, die wir
isek mit guten, freuntlichen worten und anzaigten Ursachen, wie
vir ans mit euch und inen verprndert, die orden und ir hab selbs
iDgenomen betten [305], darfur bitten und ersuchen lassen, die
kr mit spitzigen, ungeschickten worten begegnet, also das wir sie
bon lang nit haben mögen abweysen, auch zuletzt gewollt und
hrrb Tawber Jörgen an uns begern lassen, allen den, so inwendig
id auswendig der statt wern, etlichen wein und yedem ain malter
brns zu geben, das wir inen dann, und nit unpillich, abgeschlagen.
k haben wir auch daneben vermerkt , das ir fumemen nit allein
nen den orden, sonder auch gegen etlichen unsern burgern, sie
II plondem und inen durch die hewser zu lawfen, wie sie sich
ktt darvor lang betrohlich und öffentlich hörn lassen, understan-
iSL Das und anders und sonderlich, dieweyl sich die drewhundert
lit dem hawfen in sölichem zu unser statt für das tor gcnehert,
bfc uns bewegt, das wir die tor haben lassen zuschlagen und der
kthundert nicht hereinlassen wollen. Als sie nun an das tor
haen sind und herein begert, aber wir sie nit eingelassen, haben
Ui die, so bey uns in der statt gewest, zusamen und inwendig
hr dasselbig tor, darvor auswendig die drewhundert gestanden, getan
^ mit gewalt daselbst hinaus zu ziehen vcrmaint. Da wir sie
kr for solchs uffs freuntlichst ersucht und gepetten und sie zu
km andern tor daneben hinaus lassen wollen, haben sie sich dess
Ü vilea bösen, spitzigen worten widersetzt und allain zu dem tor,
kror die drewhundert gestanden, und sonst zu kainem hinaus gc-
BOt, sölicbs auch verschworn, das alles uns und unser gemaind
l ai]»llich bewegt hat, das wir sampt der gemaind uns auch in
mbch mnä wer zusamen getan und wider ir beschwerlich und
22
338
geverliche handlung and vorhaben in emst geschickt und (
dermassen das allererst die, so aaswendig der statt warn, w
ab hinder sich hinwegk und anhaims gezogen, und sich die
so der ma}Tiung in unser statt gewest, bereden haben lassen,
zu ainem andern tor hinaus zogen sein. Aber was vor dem i
die zum hellen hawfen zu ziehen gehörig und erfordert gewe
haben wir gutwillig eingelassen zusampt den jenen, so vor auch
gestalt hynnen warn bey uns. Solich der verberurten unserer bav
geverlich und unpillich überziehen und [3()6] handlung hal
euch als uusern herren, bruderu und guten freunden uit vi
mögen, der Zuversicht, ir werden desselben irs geverlichen fui
und handlung nicht gefallen tragen, mit allem bruderlichem und
lichem fleyß hierauf bittende, sie von solichem irem furnen
ernst zu weysen , gegen uns . dermassen fridsam und geru
machen, damit wir uit dermassen in far und sorgen gegen i:
dorfen, ob auch die sacli anderer gestalt an euch gelängt hei
noch wurde, demselben gar nicht, sonder discm unsern sc!
und anzaigen als der warhait glauben zu geben, alles mit
lieber und freuntlicher beweysung, inmassen wir uns genzlich
allen versehen. Das wollen wir in bruderlicher trew gutwil
freuntlich verdienen.
Datum freytags nach Jubilate [12 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister, inner und ewsser rate und der veroi
ausschuß ainer gemaind zu Rotenburg uff der Tawbi
Den erbern, vesten, ersamen und weysen, Ei
Kumpfen, Stephau von Menzingen, Cunrat Eberb
und andern unsern lieben ratz freunden und gesai
yetz bey dem hellen hawfen im veldleger vor Wur;
Unser freuntlich dienst zuvor. Liebe freuut und bn
Christo! Sich hat gestern ain lermen und uffrur zwuschei
bawrschaft und hie innren und auswendig der statt (der docl
hab lob, on schaden zergangen ist) begeben, derhalben wir dei
lewten und raten des hellen hawfen hienebeu schreyben, wie
alles an hierinnen ligender abschrift hapt zu vernemen, hitJU
ir wollet solichs mit fleyß verlesen und ermessen und, so *
für gut ansieht, also antwurten lassen sampt ewerm ver
wa es aber euch nit für gut ansehen wollt, mögend ir die
339
bey ench behalten and nicht antworten lassen, wiewol wir achten,
das die handlang dem hellen hawfen dermassen nit sey za verhalten.
Das wollten wir euch guter maynung unentdeckt nit lassen, dann
each freuntlich dienst zu beweysen sind wir genaigt und willig.
Datum freytags nach Jubilate [12 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister, inner und ewsser rate sampt dem verordneten
ausschuß ainer gemaind zu Rotenburg uff der Tawber.
[367] Wie mit den clostern, orden und andern gaist-
lichen und iren gutern alhie durch bed rate, ausschuß
und gemaind gehandelt und die eingenomen wurden.
Am fre^'tag nach Jubilate [12 Mai] hat der inner rat alspald
allen handwerken sagen lassen, diew^yl sich der pawrn diser gewalt-
Mm understanden betten, die orden und ander hewser hie in der
rtatt Rotenburg zu besuchen und zu plündern, und aber etwanvil in
4r gemaind sdnien and sägten, das solidis pillich hie in der statt
Inder den burgern blib, sollten sie ratlich werden, ob man sölichs
ömernen, inventirn, beschreyben, uff ain gemain casten schütten und
ao ain gemain nutz bewenden oder tauen sollt , dann es was doch
OD das ain gemain geschi*ay in der gemaind , solichs mit gewalt zu
ton, es were aim rat lieb oder laid, daraus dann aim rat grosserer
vsrat, als zu besorgen und vor äugen was, entstanden were, und
Barn darumb sölichs, uffis miltist und freuntlichst sie konnten, zu
geschehen, für.
Daruff hat sich yedes handwerk und die andern abermal zu-
Samen getan und sein antwurt und gutbedunken geben und furpracht,
wie hemadi folgt :
Das verberhandwerk muntlich:
Sie wollten ains nit allain, sonder ains mit dem andern, Hennser-
kaws, teirtsch haws, frawencloster , scbwesterhaws und anders ein-
Beoien and auch tailen wein und getraid, den vom rat und von
der gemaind yedem sein tail geben. Was sunst ain rat der gaist-
lUaite and irer guter halben beschlossen hett oder wurde sampt
dm aosfichaß, darbey sollte es bleyben und ye ee, ye pesser. Daruff
ist inen geantwart, ain rat bette das frawenkloster vor eingenomen.
OO 4t
340
[368] Die becken:
Es were under inen das merer worden , das sie das traid tailen
wollten, wes in den orden lege, aber clainoter und gut^r setzten sie
zu aim rat, was sie damit teten, doch das man zu forderst dip
schulden davon bezalet.
Schuster ha ndwerk:
Es wer das merer in irem handwerk, da^ man alles traid im
Hennserhaws tailen sollt, leg in iren hewsem als wol, als da. deß-
gleychen das getraid in den andern orden, aber kelch, monstranzeo
und andere clainoter sampt anderm stellten sie zu aim rat, dasselb
nach nutz gemainer statt anzulegen. Item die hewser sollte man
mit gewappeter hand einnemen.
Leinweber, huter etc.:
Ir aller maynung were alles, das der gaistlichen were iu der
rinkmawr vom getraid und wein, einzunemen, aber clainoter, kelA
und dergleychen, das sollte aim rat zusteen.
Die gerber:
Es wer under inen ain ainhellige stymm, das man das getraid
im Hennserhaws, dewtschen haws und frawencloster tailen sollt.
Baibier er und bader:
Was andere handwerk tun oder sich halten, das wollen sie
mit tun.
Dis nachbenannten handwerk und person haben ire
maynungen schriftlich eingeben.
Seckler, maier, goldschmid, glaser, kremer, höckner:
Diser nachgeschriben will ist also, das man dasjenig in den
orden soll tailen, sie wollen dasselbig wol enthalten und uffheben:
Mathis Schwab, Philip Glaser, Michel Glaser, Sebastian Kremer.
Caspar Seckler, Jörig Glaser, [369] Michel Heberling, Bimde
Kremer, Floß Kremer, Peter Glaser, Jacob Turner, Hanns Odis,
Lutz Beck, Mathis Sprenz, Jacob Kremer, Jörig Bopp, Hanns Friel
Hainz Spörer, JOrig Erb, Lienhart Silberkremer.
841
Diser nachgeschriben vorgemelter handwerk will ist also:
Wa ain erber rat soliche hab möcht enthalten gemainer statt
1 aiiiexn furrat und zu nutz , damit ain fursorg vorhanden were,
b aber dasselbig nit möcht sein von minder nnrats wegen, da soll
in erber rate, inner und ewsser, desselben gleychen ain erber aus-
.'hnß nach dem pesten möchten ersehen und herkundigen, darmit
as kain unrat darinnen entstund :
Dieterich Seckler, Thoma Seybot, Steffan Goldschmid, Cunz
lab, Autoni Ri^, Hanns von Eystett, Hainrich Seydensticker, Jos
lirchat. Ludwig Seckler, Jörig Goldschmid, Hanns Krebs.
Schneyder und tuchscherer:
Der schneyder und tuchscherer maynung der gaistlichen guter
albcu :
Zum ersten, was von traid in der rinkmawr begriffen ist, das den
rden zugehört, als zu sant Johannes, dewtschs haws, schwesterhaws,
eßgleychen auch die casteu der brobstey, auch der Chorherren von
amperg ', Onoltzpach, dasselbig soll ausgetailt werden in der ge-
■aind, ainem yegklichen handwerk sein taile, als wie dann sie zü-
rnen verordnet sein. Zum andern soll das kirchengeschmeyd , als
eich, moustranzen, messgewand und die pacem in allen orden und
irchen, die in der rinckmawr begriffen sein, dasselbig soll zu gelt
aoacht werden, und aus yedem handwerk soll ainer darzu verordnet
erden. Auch das soll gepraucht werden in ain gemainen nutz,
arzu maus notturftig ist, als raisen oder ander prechen in der ge-
iind. Zum [370] dritten der orden guter, die sollen verkawft
erden, davon soll die schuld bezalt werden. Item Kilian Ettschlich
id Claus Gayman sein verordnet worden aus unserm handwerk.
attler, sayler, hefner, zymmerlewt, stainmetzen,
mewrer, ziegler, decken
Antwurt der aller handwerk ain ainhellige stymm, als sattler,
lyler, hefner, zymmerlewt, stainmetzen, mewrer, ziegler, decken
Ist in irem pesten angesehen und erkennt, yetz zu tailen das,
wreyt es raicht, das erhell und mir dester ee zu frid sein der
twni halben, so es zur tailung kompt, doch soll furpas anders,
»
1 Combarg.
342
auch das des hellen hawfen braderschaft inhelt, so soll das ander in
summa in allen orden in der tailung steen als silber, geschmeyd,
messgewand und alles in summa begriffen, weyter was pawrnpfaffea
hynnen haben in etlichen hewsem, das auch nach Ordnung des hellen
hawfen, doch bitten wir ain erbern rat, das sie uns da^ nit lang
verziegen und das nach dem pesten auch ansehen, das es auch ao
den gemainen nutz kom, und uns das befor behalten werd. Her im
pesten so setzt ain pfaff uff yeden burger, der es unnutz vertut, ver-
suft, verspilt, der soll gestraft werden nach erkanntnuss aines erben
rats und ainer gemaind. Auch soll man es mit gewappeter hand,
den Hennserhof und die clainet angre} fen, in summa zu gelt macbeo
und damit raisen und alls traid in summa tailen, ainem yegklicbeD
hayen in sein haws, auch all ander, die darzu gehörn, die sich
gaistlich nennen, und das es heint geschehe.
Schmid, wagner, Schlosser, keßler, kandelgiesser,
sporer, messerschmid, windenmacher, spengler, nodler,
gurtler, banzermacher, platner:
Alle die hernach geschriben handwerker hie zu Rotenburg nf
der Tawber, mit namen schmid, wagner, Schlosser, keßler, kanten-
giesser, spörer, messerschmid, windenmacher, spengler, gurtler, nodler,
panzermacher, platner, ist ir aller maynung und will an ainen [371]
erbern rat und ausschuß, wie hernach folgt:
Zum ersten Negern wir als die jenig mit gewappneter band fir
die orden zu ziehen und begern, [das] alda alles das jenig, so us
den clostem getragen ist worden, es sein von gots zier, aber wtf
das sein mag, widerumb uffgelegt werden und da zu wissen vd
uffgedeckt werden ainer ganzen gemain bey iren pflichten, begen
auch, das alle die jenigen, die pfaffenguter haben zu iren sichern
banden genomen, die sollen dasselbig öffentlich an tag legen, abff
wa sölichs uit geschieht, wurt man ainem yegklichen das sein nemen
zusampt dem pfaffengut, es sey ligends oder farends, was die orden
in gemainer statt auf dem feit haben, nichtz ausgeschloss^, der-
gleychen was in den zargen begriffen.
Zum andern begern wir auch, das alles das, das in denen
clöstern oder sunst bey etzlichen vorhanden ist an traid und ai
wein, dasselbig soll yetzund von den jenigen, die von den hand-
werkern bestellt worden, über das soll getailt werden and ainem
343
yeglichen sein angeparenden taile zugehörig sein werden soll. Das
ist ains ganzen handwerks maynung , alle die gotsliewser , was sie
haben, ligends, farends, anfhebends, yeglichs insonder, was das ver-
mag, alles an tag bey ewern pflichten gelegt werden soll, wie man
die kirchen nennen soll hie in der statt und aus der statt ligend
omb die statt, nemlich Sant Wolfgang, Kobenzell, Sant Lienhart,
m ainhellige stymni etc.
Die kursner:
Ersam und weys, gunstig herren! Nachdem und ain erber
rat vou unserm handwerk der kursuer begert hat der gaistlichen
guter halb und insonderhait des traids halben ain wissen zu haben,
ob wir dasselbig tailen wollen oder nit, so haben wir uns mit ain-
ander unterredt, und ist das unser aller maynung:
Dieweyl sovil armer uuder uns seii^, die dess notturftig sein,
so ist das durch uns allsampt beschlossen , das man das traid alles
tailen soll, und ain yeder das sein zu im nemen, und welicher es
Bit bedarf, der geh es ainem, der sein notturftig ist. Dasselbig ist
QDser aller maynung, das man soll geben von yedem handwerk ainen
itto und alle gaistliche guter als [373] Ornaten, kelch, monstranzen,
messgewand und ander ding, alles und yedes beschreyb und dasselbig
alles zu gelt machen und darvon raison, dieweyl dasselbig weret,
duüt der arm man nit von seinem aigen gut raison muß. Aber
doch ob ainer were, der sein tail nit wollte nemen, der soll es nit
verkawfen, sonder er soll es seinem nechsten umbsunst geben und
uditzit darfur nemen. Auch ist das unser begern, das wir mit ge-
wi^peter band wollen den Hennserhof einnemen, auch ander hof,
auf das dasselbig ain ansehen möcht haben vor dem hellen hawfen,
auf das ain erber rat nit die schuld muß haben.
Buttner, gentner und schreyner:
Als uff hewt dato freytags nach dem sonntag Jubilate [12 Mai]
dorch die handwerk buttner, gentner und schreyner aus befelhe ains
forsichtigen , erbern, weysen rats des getraids halben, so ligt in
baiden comentureyen des dewtschen ordens und zun Hennsem, auch
Btrfosser und frawencloster und ander gaistlicher ort, so awsserhalb
!Üidi brobsteyen und Chorherren, so hie in Rotenburg ligen haben,
ledacht und ermessen etlich beschwerd, nachtail und sorg, so in den
'»'*» •tau ixfx^ miier iJhsl äsunbf^^ri». w<>r«i. ^iiä- viiIkü Ät i«k
2Sa !UUK*SL •^tt!.. out CfC lIsM DT aUJOIDIlC '^ 3BBI 7'lC?MllHä: THOl
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•% «kurh ^^«»2 'inrtrkks^ hi»^ im 0111 iMsm^^st^ am d^rx a
Di** metiler:
Erber. vrrt. wevj. CTitm. lieb herren! E* Li« aio^ rfrixii
metzlerfaaofiwerk: willen, das -ie das traid [374] z« Si&t Jjhiitt
ander ain erbere gemaii^i wollen taikn. und sieht m> fv git si,
flann e^ l*t pe^^er. wir haben es in der gemaind. dann die pair-
ädiaft off dem lamL anch das dewt'^hs haws. was nachfolgeod^ lA
aber die s^^hald. ^11 man anch taflen ander ain erbere gemaind. wk
den clo<terfrawen. wa? daselbs ain merers ist. wollen wir aodi dir-
bey ble}'ben, anch was vom haUigen gat da ist. es sey von geh od»
<:]ainot. soll man legen in gemain [>t?wt»^l and darvon raisen.
Met2lerhandwertL
Die hecker:
Weyser her borgermaister und rat etc. ! Uff das. das dem armei«
gemainen man der döster guter nit entzogen werd, ist das mser
hecker maynung und >tymb, das ain ganze gemaind mit waffender
band alle closter einnemen. darnach obmenner bestellen, dieselbigea
closterguter freuntlichen austailen. uff das wir raisen mosten, das
doch unser weyb und kynd zu essen haben etc.
Item darnach, so man naws ziegeu söUt und must, das maa
kelch, monstranzen und gelt der clöster nem und besoldt die, die
naws müssen etc. Item wa ainer frembder pfaffen gut innen bette,
das er dieselbigen uff den tag leg, was «las sein, oder wir wollen
ime das sein darzu nemen etc. Ain ainige stmm, bey 58.
I
345
Die handwcrk
Hessen off sölichs ainem rat ansageu und zu erkeaneu gebcu, das
die, der rate und yederman in seinem liarnisch und wer mitgeen sollt,
und welicher mt mitgieng, dem wollt man durch das haws geen.
Wie der Hennserhof, closter und ander hewser der
gaistlichen alhie eingeuomen wurden.
Demnach hat sich alspald yederman in hämisch getan, sind
alle barger, reich und arm, uff dem mark zusamen komen mit ireu
liarnisch und wern, haben aiu Ordnung gemacht, sind furter mit uff-
i?erichtem fendlin in guter Ordnung und geschickt umbher gezogen
'iöd erstlich für den Hennserhof gezogen, darnach für das fraweu-
^*loster, Barfussercloster[375], dewtschhaws, schwesterhaws und anderer.
'^u sölichem warn Erasmus von Mußloe und Crist Ilainz von rats
^Vegen und sunst etlich vom ausschuß, au<'h von yedem handwerk
^iner verordnet, die neben und vor dem verordneten hawfen awsser-
'^alb der Ordnung giengen in die gemelteu hewser und closter, namen
*4ie ein und zu ains rats und der gemaind banden und gewalt sampt
^en schlüsseln, die sie erforderten und inen uberantwurt wurden,
t^d aller anderer hab, so sie darinnen fundeu, besatzteu die hewser
^nd closter mit etlich personen aus der gemaind und beluden bed,
Klennser und dewtsch comeutur, auch die closterfrawen und Schwestern,
^anangesehen das die Schwestern burger worden warn, mit aiden, die
^ie uff das hailig ewangelion schwern musteu, alles, das sie betten
cond wisten, herfur zu tun und uffzulegen, und was sie verschoben
betten, es were hie oder auswendig an frembden enden, dasselbig in
^wayen tagen widerumb herzupringen und inen zu uberantwurten.
CJnd betten also die comentur, closterfrawen und Schwestern nichtzit
cner zu gewalt weder zu essen, noch zu trinken, änderst dann was
L neu durch die personen, so inen, als obstet, zur besatzung zugeordnet
h^am, geraicht und gegeben wurde. Und als sie das alles im her-
timbziehen also verordnet und vollendt betten , teten sie letzt mit
cJem gewaltigen hawfen iren zug furter für maister Augustin Gümpe-
lins Chorherren zu Feuchtwang und vitrarier in sant Jacobs pfarr-
kirchen alhie, behawsung bey der newen Unser lieben frawen capellen
Off dem Judenkirchof, namen dieselbig behawsung, und was darinnen
Von wein, claider, clainoten und aoderm was, auch ein und zu iren
346
banden, daromb das er nit barger war, aucb dazumal nit bie was.
und fanden in seim keller bey zwaiuzig aymer weins, welichs Crist ^
Hainz den gesellen, im bawfen und der Ordnung stände, allenthalb i
ee man gar für das baws käme, mit frewden und frolocken verkündet
Diesclbigen zwaiuzig aymer weins wurden nach volprachtem nad
geendtem zug darnacb alspald ander die barger und das gemain voik
verpewt und ausgetailt, also das yederman (ausgenomen die vom rate
und erbern burger) wein in stutzen, flascben, kannten, hefen, krogeo
und andern geschirren boleten und hinweg trugen, darob Crist Hainz
und sein gesellen, die den wein austailten, groß frolocken und jubiliro
betten, und suff alt und jung, alle menschen wein, das sie merertaSs
ganz vol, trunken und ungeschickt wurden, lagen ir vil in dei
gassen, wie die saw, konnten nit geen, sonderlich die jungen kynder
[376], die alle sich mit disem wein also ersettigt und gefüllt hetlea.
Aber gegen den andern priestern alhie, nachdem sie burger wari I5
worden, ward nicbzit furgenomen.
Was danach ausgeschrien, und wie man abschiednaiL
Und als mau mit der Ordnung umbkam und das redlin uff d«
markt gemacht bette, haben die gemelte verordnete haupüewt iffli
einnemer der gaistlichen guter durch Erasmusen von Mußloe a»-
schreyen lassen die maynung:
Inner und ewsser rate, auch der verordnet ausschuß hetteo ii
disem umbherzieheu die gemelten hewser, clöster und alles, dtf
darinnen fuudeu, es were traid, wein, clainot, Silbergeschirr, hais-
rat, gelt und ander farende hab an und eingenomen, die hewser ■*
etlichen personen besetzt, die Schlüssel zu iren banden genomen and
die hab verwart, und hetten die gaistlichen, wie vorsteet, schwera
und pflicht tun müssen.
Dameben ward auch durch Erasmusen von Mußloe im miMi
der hauptlewt und verordneten, wie obsteet, ausgeschrien, das int/f
und ewsser rat, der ausschuß und ain ganze gemaind sagen lieassii
wer der gaistlichen guter iuuen hett, die zu ime geflöhet wem oder
sunst bey im legen, die gaistlichen wem in gefreundt, wie nihcdi
sie w^öUten, vatter, nmtter, bruder, schwester^der ander freund oder
nit gefreundt, der sollte das morgen aim rat und ausschofi tjaaitß
und nit verhalten, änderst man wollte im das sein zu demsdbtt
nemen, darnach sollt sich ain yeder richten.
347
Ward aach aasgeschrien, wann ain lermen ward von fewr oder
idgeschray, der sollt an die statt, dahin er verordnet were, komen,
yursam and gegenwartig sein und erscheinen.
Es wöUen auch inner und ewsser rate sambt dem aasschaß za
i werden, wie die tailang mit dem eroberten getraid und wein
Bchehen, and wie es mit den andern gaistlichen gutern gehalten
sden sollt.
Der hell hawf schreibt umb der Camperger getraid.
Gnad and frid in Christo. Lieben christlichen bruder! Wir
in anderricht, and ans angezaigt ist worden, wie die campergischen
17] herren bey euch noch etlich getraid ligen haben. Nun ist
0 angezaigt, wie die ewern in sölichs getraid einfallen und wöllens
. irem nutz geprauchen, ist derhalben unser ernstlich befelhe und
11, das ir dasselbig nicht verfendeln wollt lassen, sonder zu ewern
iden nemen und uns sölichs behalten in Vorrat, ob es die notturft
brdert, das mir zu unserm krieg uns nutzpar machen möchten,
irfen wir aber desselbigen nicht, dann zu austrag diser sach, wer
dit darzu hat, dem soll es zu banden gestellt werden. Sölichs
ir ans zu euch genzlich versehen, das ir unser bitt nicht werdt
»düagen.
Datum mitwochen nach Jubilate [10 Mai] anno etc. 25.
Hauptlewt der versamelten bawrschaft, yetz zu
Haidingsfeld gelegert.
Den erbem burgermaister und rate und ganzer gemaind zu
iteoborg uff der Tawber, unsem christlichen brudern.
Supplication der von Wildentierpach.
Erbem, vesten, ersaraen und weysen, gunstig, lieb herren,
rgermaister, inner und ewsser rate, auch ain erber ausschuß ainer
■aind alhie! Wir hieunden benannten schulthaiß, dorfmaister und
■tind za Dierpach pringen ewer erberkait nachfolgende unsere
idiwernass an , die helt sich dermassen : Wir armen haben yetz
r zeyt merklichen mangel und zadel an getraid, also das wir.
we weyb and kynder das brot nit wol haben mögen, sonder
telben merklichen hunger und not leyden müssen. Damit wir aber
1 brot aberkomen, ans, unsere weyb und kynder damit biß zu
em hinpringen, emem and des hungcrs ain wenig erwem
348
möchten, haben wir vergangner tag die wirdigen frawen priorin ond
convent des frawenclosters alhie, dero arm hindersessen wir M
und inen bißher vil gult, handlon, hauptrecht und anders entridit
haben, umb 20 malter korns anlehens gepetten, aber dess bey inen
uit statt funden, sonder von inen bericht empfangen, wie ewer erber-
kait das closter mit allem irom getraid, haben und gntern eing»-
uomen, also das sie des Iren nit mer in gewalt, nnd haben ms
damit also an ain erbern rat, und ain erber rat ans furter an ain
erbern ausschuß hievor gewisen, der end wir noch bißher kain
gewirig antwurt empfangen haben. Damit aber wir armen sampt
unsern weyb und kynden , von denen das getraid , im closter hgeoi,
zum tail erpawt und [378] herkomeu ist, nit dermassen am iM
und hunger gelassen werden, ist an ewer erberkait unser gar dienstlkk
anrufen und bitt, uns mit den gemelten 20 malter korns zu hilf ■
komen und uns das zu leyhen uff widerbezalung , der wir uns, im
schiersten wir ymmer könden , zu tun erpieten. Das begem fif
umb ewer erberkait mit undertenigem fleyß zu verdienen.
Schulthaiß, dorfmaister und ganze gemaind zu WildentierpadL
Relation der gesauten gebändelten sachen, mit der
bawr.schaft zu Haydingsfeld gehabt.
Am samstag nach Jubilate [13 Mai] anno, ut supra, sind ErnftÜl
Kumpf, Stephan von Menzingen, Cunrat Eberhart und andere ik"
gesandte beder rete und des ausschuß widerumb anhaims, und haifl^
lewt und rete des hellen hawfens bottschaft und gesandte hemicl'
gemelt mit inen hieher geritten komen, und haben die obgeiMMl'
beder rete und des ausschuß gesandte alspald ir relation beden ret«~
und dem ausschuß getan der maynuug:
Sie wem uff iren habenden befelhe und abvertigong hinab zu
hellen hawfen gein Haidingsfeld geritten und gefarn und des aiMkn'
tags zu inen gein Uaidingsfeld komen, betten doch zuvor glaitsut
inen begert, wem also nach essens durch ain knecht durch dV
hawfen zu den hauptlewten und reten in doctor Steinmetzen hii
darinnen sie gewest wern, gefurt und daselbst von haaptlewtoi mt
reten furters zu inen uff das rathaws beschieden worden. Also wart
sie vor inen wider uff dem rathaws erschinen, hetten inen aoiaigli
wie sie uff jüngsten abschied von beden reten und d^n aassdMi
der gemaind widerumb zu inen, den hanpüewten und reten des hdlBi
349
hawfen^ abgevertigt wern mit ainer offen, besigelten schrift, die iuen
befaendigt und zu verlesen begert betten, das were alspald gescheiten
(welicbe schrift oben verleypt und daher widerumb zu setzen derhalbon
on not ist). Darnach betten sie iuen ain sondern zedel der hölzor
und etlich artickel der pawrschaft handlunj; |379] halben, wie die
oben verleypt sind, zu verlesen uberantwurt, dess betten hauptlewt
und rete ain bedacht genomen, hiß sie sehen, ob sie mit iuen ver-
prudert wern.
Nach Verlesung der Schriften betten hauptlewt und rate ange-
zaigt, es were etlich artickel in der schrift, die inen beschwerlich
vrem, derhalben sie ander rate auch erfordern musten, so das be-
::S€hefae, sollten sie wider gevordert werden. Damit wern sie ab-
J^angen und nachmalen von hauptlewten und reten des hellen hawfen
Binder zu inen gefordert und inen, den gesandten, furgehalten worden.
*1^ artickel, das sie sich gegen inen gleychermassen sie zu schützen
UiHi schirmen und in kains argen zu gewarten verschreyben sollten.
^?^ gebe sölichs der aid selbs und betten von inen, den gesandten,
^in verschreybung begert, die wer inen durch sie, die gesandten,
^bgelaint worden aus Ursachen, das sie die pundnuss schwem sollten.
Zum andern, als sie inen, den hauptlewten und raten, anzaigt,
^'es man hie mit den gaistlichen und einnemung irer guter gehandelt,
Letten sie inen mit antwurt begegnet, das sölichs wider iren, der
l^aoptlewt, rate und des hellen hawfen geprauch were, dann alle
i%aistlichen und ire guter stunden dem profosen zu zu plündern,
^lammb musten sie sich mit dem profosen derhalben vertragen.
XDargegen betten sie, die gesandten, furpracht, ain rat mitsampt dem
sxasschuß betten von gemainer statt wegen die düster und gaistlichen,
^.ach derselben guter selbs eingenomen und die gaistlichen personen
s^Ls cristemnenschen mit irer leybsnarung und notturft zu fursehen
i^jid zu anderhalten uff sich genomen und die farnuss inventirt, wer
l>iUich, das man inen das hielte, mit bitt, das sie es darbey bleyben
Ibissen, und zu bewilligen, das man dem profosen hundert guldin für
^äeiu interesse für clöster, priester und ander in der statt geben,
Und er damit herdan vergnügt und gelitt sein sollt, aber der gaist-
lichen off dem land wollte man sich nit annemen. Darwider haupt-
lewt und rate: Sie wollten sölichs nit annemen, sonder nochmals
gehapt haben, das man inen die gaistlichen und ire guter volgen
Ussea und die guter mit inen inventirn und verwarn sollt dem
350
hellen hawfen zu gut, sie müssen es mit dem, wie mit andern und
also die gleychait halten, das sie es gegen andern wißen zu veraut-
wurten, aber der ligeudeu guter halben heuert inen der hell hawl
nit eiutrag zu tun.
[380] Daruif hetteu die gesandten sich weyter vememeu lassen
und begerten, den von Rotenburg den tewtschen comentur, dost»«
frawen und alle andere gaistliche personen zu Rotenburg frey n
begeben und zuzestelleu, also das sie nyemand strafen, behiidiga
oder beschedigen sollte on ains rats wissen und willen, sonder sölicb
aim rat liaimgestellt sein sollt, es wer das frawencloster , dewtsdh
haws, priester, schwesterhaws und was das were und inen zugehört«,
ausgenomeu den Henusercomentur, dieweyl derselbig allw^ aim Ml
widerwertig gewest were, betten sie sich erpotten, inen das ein»
antwurten und darinnen inventiren zu lassen, deßgleychen was IM
den auswendigen gaistlichen zu inen geflöhet were , das wollten iC
auch nit gefreyt haben. Sölichs betten die hauptlewt und ntted^*
massen letzt bewilligt und angenomen mit dem verstand, das iMi
der hell hawf der ligenden guter halb, die gaistlichen betreffend, ril
eintrag zu tun bcgerte.
Daruff betten die gesanten von wegen beder inner und ewat
rete, auch des ausschuß und ainer ganzen gemaind zu Roteobt^j
die bruderschaft zugesagt und globt , auch hauptlewt und rete M
ainen aid von inen nemen wollen, aber es wer doch nit beschdM^»
sonder durch hauptlewt und rete des hellen hawfen beratsdh#
und mit den gesanten abgeredt worden, das der aid, den man M
tun sollt, ansteen bleyben sollt, biß sie selbs ire rete hieher fril
Rotenburg schicken wurden , die sollten ainer ganzen gemaind Ü
artickel , wes ir bruderschaft innen hielt , furlesen , und damff M
rate, ausschuß und gemaind denselben, Iren gesandten reten ■!
herwiderumb ire rate anstatt und von wegen des ganzen Mtai
hawfen inen, den raten, dem ausschuß und der gemaind zu RoW
bürg die bruderschaft und pundnuss des hellen hawfen schw^n.
Der hölzer und anderer articulirter beschwemoss halb sotti i
auch ansteen bleyben, biß die rate des hellen hawfen heroff kfiM
alsdann sollt weyter darinnen gehandelt werden. Item der artidtai
halben zwuschen aim rat und der pawrschaft uff den aosschnfi dB
gemaind hie in Rotenburg veranlast und verfasst, wurd es aadiai
ander maynung haben und gewynnen.
351
Also wern darnff alspald von hauptlewten und raten des hellen
iwfen zwen, nemlich [381] Florian Geyer und Hanns Bezolt,
Jialthaiß zu statt Ochsenfort, abgefertigt und mit inen liieher ge-
eckt worden. Dieselben zwen, auch her Lienhart Denner, pfarr-
erweeer zu Lewzenpronn, der groß Lienhart von Schwarzenpronn
od Sebastian Steinmetz ^ von Gebsattel wern mit inen, den ge-
inten, hieher gein Rotenburg geritten komen, und hotten gemelte
Iren, Florian Geyer und Hanns Bezolt, schulthaiß zu Ochsenfurt,
efeUie, in der sach zu handeln,* wern umb fridens und ainigkait
nllea arputig und willig, alhie zu Rotenburg, wie zu Wurzburg,
diweinfurt, Eitzingeu und andern mer flecken, wa es änderst ain
il begerte, aiuen galgen hie in der statt uffzurichten, und so in
m rat gewalt gebe, die bösen zu strafen und die guten vor den
0ien zu schützen und zu schirmen.
Und stund ir begern, inen die zway pesten geschutz, nemlich
it zwu notschlangen mitsampt kugeln, ainer guten auzal pulfers,
pdisenmaistern und anderer geraitschaft, darzugehörig, zuzeschicken.
Item es sollten auch die von Rotenburg, wie ander stett des
eicbs gehalten werden und durch dis bruderschaft nit vom reich
Binmgen sein, dann dises wer allain ain bruderschaft zu vol-
Iraekiiiig des hailigen ewangeliumbs , des gots wort und der ge-
«Ugkait etc.
Aber der weinspergisch , odenweldisch und Neckerhawf, der
m Unser frawen berg zu Wur^burg leg , arbait allain uff gelt,
iHit sie sich stillen und abtaidingen Hessen, betten irs tails von
■qptlewteu und zusatz meins gnedigen herren von Wurzburg uff
im schloß Unser frawen berg egemelt ober der statt Wurzburg
wn ain merkliche summa geltz, so in für den abzug und das
ddoft nnverprennt und unzerprochen in gemaine band der pawrschaft
A pl)en angepotten was , angenomen und wern damit abgezogen,
bar der firenkisch and Tawberhawf hett es nit tun wollen. £s ar-
iitea aach -der weinspergisch, odenweldisch und Neckerhawf zu
rhihnng der zwelf artickel, aber der Tawber und frenkisch hawf
ifBrten alle Schlösser und clöster zu zerprechen und zu erstem
li die sach zu pringen uff das zusagen, was das hailig ewangelion
rmöcht and ambstieß, das es dabey bleyben sollt, und mittler
1 Er hieß in Wahrheit Rab.
352
zeyt iiyeniand dem aiuleru weder rent, galt, zehcnd oder dergley
zu geben etc.
Darumb wem die geschickten haaptlewt und rate des li(
hawfens hie, derhalben bey beden [382] Innern und ewssem n
auch dein ausschuß selbs weyter anpringen und handlnng zfl
aucli die aidsptiicht von inen und der gemaind zu neinen, und
man von gemainer statt wegen alhie beschwerden hett, oder
die Sachen stunden, dasselbig zu hörn, zu beratschlagen, wie
licliem zn begegnen und pesserung furzunemen were. Es wen
Ochsenfurt ain viertail nach dem andern furgefordert und zu pflicl
angenomen worden.
Daruff
ist durch inner und ewsser rate, audi den ausschuß beschla
worden, die artickel zu bedenken, morgen fruw wider zusamei
komen, die rete des liellen hawfens herein in rat zu lassen, sie
hörn und alsdann uff ir anpringen und gemelt artickel verr«
beratschlagen und zu beschliessen, was man tun und lassen wollte
Wes die verordneten rete des hellen hawfenderba
Schaft hie gehandelt haben, und wie mau sich zu i
verpf licht und hilf getan hat etc.
Am sontÄg Cantate [14 Mai] fruw sind vor dem innem und ews
rate, auch dem ausschuß der gemaind erschinen Florian Geyer, E
Dezolt, schulthaiß zu statt Ochsenfurt, her IJenhart Denner, pfan
weser zu Lewzenpronn, Lienhart Prenk, genant Grosslienhart
Schwarzenpronn und Sebastian Rah, der stainmetz von Gebsattd,
etwan gemainer statt Rotteuburg werkmaister gewest ist, im namen
von wegen des ganzen hellen hawfen und haben durch Florian 6
reden und furpringen lassen ungeverlich dis maynung, wie hernach ft
[383] Ire hauptlewt, veronlnet rete und ausschuß der gl
versamlung der pawrschaft, yetz zu Haidingsfeld im leg^r, hett«
an ain erbern rat^', ausschuß und gemaind diser statt Roten^
als ire christlich, lieb bruder und freund abgevertigt, inen befol
ain Werbung an sie (wie sie sich dann mit ainander verpn
und zusameu getan) anzutragen uif ain credenz, die sie sie 1
zu verlesen, und sie alsdann zu hörn, und lawtet die credenz
in ofner form:
353
Gnad und frid in Christo.
Den erbern, fursichtigen und weysen burgermaister , rate and
»asschuß and ganzer gemaind der statt Rotenburg uiT der Tawber,
ODscm christlichen, lieben brudcrn und freunden, tun wir liaupt-
tewt und rate versamelter bawrschaft des lands zu Franken, yetz
im leger zu Haidingsfelt , [zu] wissen, das wir die erbem, vesten
und fursichtigen, unser bruder und ratzfreund Florian Geyern,
Hanns Bezolten, schulthaißsn zu Ochsenfurt, und Lienhart Brenkcn
TOü Schwarzenpronn beschehner abred nach, so ewer verordnete
nit uns gehapt, zu euch abgevertigt haben mit befelhe, euch uff
gewonliche pflicht, wie sölichs mit dergleichen andern stetten und
flecken pfleglich gehalten, in unser christliche bruderschaft und ay-
Bigong anzunemen. Derhalben ist unser bruderlich, freuntlich bitt,
ir wollend unsem verordneten obgemelt irs anpringens an .unser
ibUt, wie uns selbs glauben geben und euch in sölichem , was sie
luerm befelh nach im abschied bey euch handeln und verlassen
werden, halten und beweysen, daran wir ewem guten willen spurn
■ögen. Wollen wir uns also verlassen und in gutem nit ver-
gessen.
Des zu gutem glauben haben wir unser Versandung insigel
eids der schrift uffgetruckt, geben freytags nach Jubilate [12 Mai]
.IMO etc. im funfundzwainzigsten der mindern zal.
Nach Verlesung der credenz redet Florian Geyer verrer, der
keUh, inen von iren* hauptlewten und reten gemelter versamblung,
A sie hieher gevertigt betten, gegeben, wer also, inen, burger-
■iister, innem und ewssern raten, auch dem ausschuß und ganzer
CBBiaind, zu versteen zu geben, nachdem sich ain rat und der aus-
idiiiß [384] mitsampt ainer ganzen gemain statt hie zu Rotenburg
tf der Tawber zu inen in ir aynung und bruderschaft zu begeben
bnrilUgt und den hauptlewten und reten des hellen hawfen durch
fae gesandten verstendigt betten, inen als brudern zu handhabun^
fa balligen ewangeliumbs hilflich und beystendig zu sein, wern sie
dumff als die gesandten hieher zu inen verordnet, inen anzuzaigen,
■as söliche bruderschaft und aynung vermöchte und auswis:
Erstlich so geben sie inen als iren herren und freunden und
iuistlichen , lieben brudern zu erkennen, das ir bruderlich aynung
od vertrag sich dahin streckete, das göttlich wort, das hailig
354
ewangelium frey, lawter, dar, one menschlich zas&tz gepredigt n
haben and nit zu gestatten, sölichs durch die veind desselben, wie
dann bißher beschehen were, zu verdunkeln, damit der ainf^
man zu rechter, warer erkanntnuss desselben komen möcht
Item dieweyl der arm gemain man bißher lange zeyt von der
oberkait mit merklichen aufsetzen und beschwerden, als ungewoa-
lichen, unzimblichen stewrn, diensten, fronen, tätzen und andenHf
was das ist, übersetzt und überlegt, me inen wissend were, damik
dann der arm man dess entledigt, und der arm gemain man bej
dem brot bleyben möcht und nit an den bettelstab gewisen Word,
so erstreckt sich ir bruderschaft dahin, das der gemain man mittler
zeyt durch kain oberkait sollte betrangt oder belaidigt werdtt,
weder z}iis, gult, rent, handlon, hauptrecht, zehenden oder der
gleychen zu geben biß uff ain reformation uff das hailig ewangelioii
was das umbstieß, das es umbgestossen were, und was es nffiriditit,
das es uffgericht sein soUte, und were sölichs für gut angeselMii
damit die sach zu dest furderlicherm austrag komen möcht, dM.
es were nit die maynung, sölich purden ganz abzulegen, sonder te
sich die oberkait mit den undertanen derhalben vergleychen 8(iHfli
nach erkantnuss ' hochgelerter , gottsförchtiger und gottUebhabeDlBr
lewt, wie sie das erkennen und machen wurden. Und nadidtt
aber die stett sich on stewr, als dise statt, nit wol erhalten mAm
geben sie zu, das ain rat, ausschuß und gemaind sich in demsdNft
underreden und beratschlagen, und was sie in demselben for fli
ansieht zu erhaltung der statt, das dasselbig gemacht and besddoMi
[385] werden soll, das sie stewr und anders zu erhaltang dersM
dienstlich setzen and nemen mögen.
Auch erstreckt sich ir vertrag und aynigung dahin, das rii
in kainer statt das regiment, die ambt und befelhe, so sie voa i^
mainer statt wegen betten, abtun oder abstellen, sond^ gdttit
hapt ' haben, das dieselben in iren em und wirden bleyben, wi
was von nöten were, und zu nutz und gutem gemainer statt koflM
möchte, das sich ain rat desselben mit wissen and mitsompt M^
schuß und gemaind beratschlagen, und was sie in sölichem Ut-
nemen, ordneten und setzten zu frid und gut^m, das dem von uiB
gemaind in der statt und uff dem lande gelebt, sölichs gdtfdtat
*
1 Hb erkantor. 2 IIb gohapt.
355
nit gat ainigkait bleyben und erhalten, affirom, daraus anrät
d zertrennang entstand, verbat werden and bleyben mochte. Und
. aber yemand darwider tete, der sollt sein straf nach erkant-
88 haoptlewt and rftte des ganzen hellen hawfen empfahen, and
18 sie bißher far ain regiment gehapt betten, das sie sich des
mbt aim erbem aasschaß za andertrackang and straf der frefen-
'ben, affinrigen personen halten and gepraachen, and wa ain ge-
lind sich wider ain rat empörten, sollt inen hilf wider sie ge-
bdien Tom hellen hawfen.
Item wa gaistliche guter wem, nichtz ausgenomen, sollt man
eBdben in Terwanmg and za banden nemen, wie und was für
itz and gut angesehen ward durch ain rat und ausschuß, auch
Bch personen darüber verordnen, die einzunemen, zu verwarn und
t za verstöm, sonder gemainer statt und dem ganzen hellen hawfen
iBit za gewarten.
Item sie Hessen zu , das man dem armen gemain mann ain
■blichs von denselben gutem raichen möcht, nit das sie sich der
rienlich nnderziehen sollten, sonder die gemainer statt und dem
hawfen zu nutz und gutem verwam, dann man wiße nit,
oder wie sich diese Sachen enden wurden, damit man ain zu-
Mhl darza haben möchte;
Item damit die gaistlichea nit mit schnöden Worten und un-
tUbßa handeln belesügt werden, sollen sie die gaistlichen, nach-
II sie auch christenlewt sein, nit ganz an pettelstab weysen,
■ier sie, damit sie ir leybsnarung haben mögen, und inen mit-
MÜ, zimlich versehen werden sollen als christenlewt.
Kon sie betten befelh, sie, ain rat und ausschuß, in söliche
oderBchaft inhalt der artickel, und wie ir geprauch were, deß-
qrdien ain gemaind zu pflichten anzunemen, inmassen wie ain rat
id aossdiaß wem, und also verpflicht, ^eraint und verprudert
Wim sollten. Dargegen erputen sie, die gesandten, sich von des
Oeo hawfen wegen auch zu inen zu verpflichten und zu verpm-
n, getrewlich zu inen und gemainer statt zu setzen, als weyt ir
rh, hab und gut und alles, das in von gott verlihen were, raichet,
d inen schätz, schirm, hilf und beystand zu tun. Wa sie nun
id» dngeen, so wollten sie sie annemen und in sölichs also nit
iialten haben, and ob sie etwas vergessen, b&ten sie solichs bru-
licb and freantlicb zu versteen.
23*
356
Verrer zaigten sie an, die gesandten ains erbern rata, aas-
schuß und gemaind betten bey dem bellen bawfen ain sondern ar-
tickel gebandelt, nemlicb der gaistlicben guter balben, wie die zu
gemainer statt banden dem gemainen nutz zu gut angenomen wor-
den. Nun were bauptlewt und rate des bellen bawfens mayming,
das es darbey bleyben sollte, darneben, wie der comentur zun Henn-
sem mit dem seinen bindan gesetzt worden were, also das der
profos denselben nacb gnaden und Ungnaden strafen möcbte, als
gegen dem bißber nicbtzit gebandelt worden were , änderst dann iu
irem abwesen were dasselbig baws mit dem seinen aucb eingenomen
worden. Das wollt man in nit verbalten, und lawten die obgerndten
artickel, die man scbwern sollt, wie bernacb folgt:
Artickel der frenkiscben bawrscbaft, die in bie ge-
scbworn sind worden.
Erstlicb will gemaine versamlung das hailig wort gottes, die
ewangelyscben 1er ufiEricbten, und das sölicbs binfuro rain und lawter
gepredigt werden solle on vermiscbung menscblicber 1er und zosetz^
und was das bailig ewangelium aufriebt, soll ufigericbt sein, was
das niderlegt, soll nidergelegt sein und bleyben. [387] Und mittler
zeyt soll man kainem berm weder zins, zebend, gnlt, bantlom
bauptrecbt oder dergleycben nicbtz geben, solang biß durch die
bocbgelerten der bailigen, göttlicben, warn sebrift ain reformatioo
aufgericbt werde, was man gaistlicber und weltlicher oberkait schuldig
sey zu laisten oder nit.
Item es sollen aucb scbedlicbe schloß, wasserhewser und b^'
vestigung, daraus gemainem mann bißber hohe, merkliche beschwemf^
zugestanden sein, eingeprochen oder ausgeprant werden, doch wl^
darinnen von fremder bab ist, soll inen, soverr sie bruder s^
wollen und wider gemaine versamblung nit getan haben, wider&rt:^
und was für geschutz in sölichen bewsern vorhanden, soll gemaine^
versamblung zugestellt werden.
Es sollen aucb all die gaistlich und weltlich, edeln und an
edeln binfuro sich des gemainen burger und bawmrechtens halten
und nit mer sein, dann was ain ander gemainer mann tun soll.
Item die edellewt sollen alle geflöbete guter der gaistlichei:
oder anderer sonderlich der vom adel, die wider den bawfen getan
betten, der versamblung zustellen bey verlierung yedes leybs and gats.
357
Und beschließlich , was die reformation und Ordnung, so von
den hochgelerten der hailigen schrift, wie obsteet, beschlossen wurt,
answeyßt, dess sollt sich ain yeder gaisüicher und weltlicher hinfur
geharsamlich halten.
Antwurt burgermaisters, rate und ausschuß daruff.
Sie, die verordneten des hellen hawfen, hetten furpracht etlich
artidiel, die sie vermainten, on not sein zu erweytem, dann allain
den ainen artickel , den ir bruderschaft innen halten sollt , mittler-
zeyt kain gult und zehend etc. zu nemen, dess hetten sie beschwer-
noss, dann wann inen ir bawrschaft nit zyns und rent geben soll-
ten, betten sie zu erachten, das dieselben burger, denen solichs
aosstendig blib, ir stewr und anders, so man gemainer statt, sie
davon zu erhalten, geben sollt, mit nichten geben könnten. Item
sie wurden auch zyns und leybding, so gemaine [388] statt ver-
achriben were, nit entrichten, noch glauben halten könden und
dardurch trewlos werden, dann der merer tail hie nit handwerk
könnten, sonder sich irer guter, gulten und nutzungen uff dem land
Herten und behulfen, von denen gemaine statt ir maiste stewr hette,
die wurde ir abgeen, und wa diser artickel bleyben sollt, möchte
Semainer statt regiment nit ain viertail jars besteen, sonder must
vergeen und zertrennt werden.
Die verordneten des hellen hawfens,
Qemlich der schulthaiß von Ochsenfurt redet: Nachdem sie, burger-
maister, rat und ausschuß, inen, den verordneten, ain beschwemuss
des Stillstands von wegen der rent und gult anzaigt, hetten sie sich
anderredt und geben in zu erkennen, das sie disen artickel zu ver-
endem nit macht hetten, konnten inen in dem zu willfam nit ant-
wurten, bäten sie, sie wollten sich dess nit beschwem, dann sie
versehen sich, das es nit lang wern, sonder bald zu aim end komen
imd raichen wurd. So hielt sich dise uffrur nit darumb, das man
gar kain gult pder rent geben sollt, sonder das man sie über die
pOlichait, wider recht und das hailig ewangelium nit beschwem
sollt, dann es were nit christlich, das nyemand nichtzit weder gult,
rent oder anders, so er schuldig, geben sollt. Aber sie, die ver-
ordneten, hetten befelh, sie zu ersuchen, inen drey oder vier aus
inen, den r&ten, zuzuordnen, die wurden bey dem hellen hawfen in
358
raten sein. Wa sich dann die sach ward verweylen, dess sie za
gott nit hoffen, so versehen sie sich, es wurden hanptlewt and rate
mittel und weg darinnen finden, damit solichs gemiltert ward, dann
sie ye nit gern sehen, es wer auch ye nit darumb angesehen wor-
den, farznnemen, das gemainer statt zu verwastnng komen sollt,
es ward sich on zweyfel in die leng nit mögen verweylen. Etwan?il
vom adel und herrschaften, den es auch beschwerlich gewest were,
hetten es angenomen und bewilligt. Daramb konnten sie es nit
endern , hetten dess kainen befelh , and stand daraff , wa sie es
teten, das sie daniden von dem gemain man im hawfen erschlagen
warden. Die gesandten ains erbem rats and aasschaß, so daniden
gewest wern, hetten es von ir aller wegen, wie ir braderschaft
lawt obgemelter artickel innen hielt, also angenomen and zugesagt,
aach globt. Es könnten [389] aach die in dörfern and der merer
hawf and nit allain die in stetten and ander ermessen, das es nit
anpillich, nit christlich, bruderlich, auch nicht zu erleyden werei
das nyemand nichtzit geben sollt, sonder es were die ma>iiang, das
man sollt die unpillichen und unzimlichen beschwerden, so dem
armen man uffgelegt wurden, reformim, das dann nit lang an-
steen wurd.
Des weinspergischen hawfen und der zwitracht halb, so sidi
zwischen demselben und dem frenkischen hawfen gehalten, hett ^
diso gestalt, das sich Bischofshaim ^ sampt den newn stetten 't^
Stift Meinz zu dem frenkischen hawfen verprudert hetten, wes ab^
das für ain volk im Weinsperger hawfen were, das wern am maist^
zugeloffen buben, die die meinzische flecken zu sich zu verprudeT^
understanden hetten, aber sie versehen sich, wes sich die gemelt^^
meinzischen flecken und landschaften zu inen, dem frenkiscbe^
hawfen, verprudert und verpunden hetten, sie wurden demselben
nachkomen, dann er, der Florian Geyer, hett inen die aidspflicb^
selbs geben, wie und wes ir bruderschaft innen hielte, sie wer^
auch des merern tails bey inen im feld.
Und wie der gemain hawf dis frenkischen hellen hawfen zi^
dem weinspergischen hellen hawfen verprudert wem, also wurd ge--
maine statt Rotenburg gegen inen auch verprudert werden, nnc::=>
weliche sich aus diser bruderschaft entziehen und nit bey inec^
1 Tauberbitohofflheim.
359
liejrben worden, gegen denen wurde gemaine statt auch nit ver-
enden sein, aber Scbweinfort, Munrstat und ander flecken im land
1 Franken wem all in irer bruderschaft.
Item sie betten etlicb von der landscbaft, umb die statt Roten-
irg gelegen, bescbickt, verseben sieb, dieselben sollten nunmer bie
der statt sein, mit denen wollten sie bandeln, sieb ruwig zu
itten, aim rat gebarsam zu sein, sie an iren gutem, bölzern, seen
id andern unbescbedigt zu lassen.
Item sie b^gerten, inen aus dem rat etlicb personen zu raten
zeordnen.
Das merer.
Daruff baben bede inner und ewsser rate und der ausscbuß
Btimbt und durcb das merer bescblossen: Dieweyl die gesandten
izaigen, wie der gemelt [390] artickel bievor in beden Innern
d ewssem r&te, aucb dem ausscbuß, denen ains tails solicbs ge-
ditig, bedacbt worden were, sie auch damff ire gesandten mit
m zuschreyben und volkomem ^ gwalt zum bellen bawfen abge-
rtigt, die sölicbs neben der scbrift von wegen rat und gemaind
inptlewten und raten des bellen bawfen zugesagt und gelobt betten,
Bi die artickel der bmderscbaft inen bielten, das inen sölicbs ge«
Ken und volstreckt werden sollt, es gieng binaus^ wabin es wollte,
BD sieb die verordneten des bellen bawfen yetz da vernemen
»en, das sie sölicbs nit nachgeben könnten oder dörften, dann
ft dess kain gewalt oder befelb betten, wurden, so sie sölicbs
In und binab kemen, erschlagen, oder inen die köpf abgehawen,
irvmb wollten sie es halten. Solichs ist aucb also den verord-
taii des hellen bawfen für antwurt alsbald gegeben worden.
Artickel, die vom adel berurend.
Darneben baben gemelte verordneten des bellen bawfens iu-
ra and ewssem reten, auch dem ausscbuß etlicb artickel, der
h die vom adel verwilligt haben, angezaigt, also inbaltende:
Erstlich sollen sie verwilligen, ire Schlösser abprechen zu lassen,
9r ire gater sollen inen volgen.
Item das geschutz, so ain yeder in seinem haws hab, soll er
1 hawfeii zuwenden.
360
Es soll auch kainer kain gerosten raisigen gaol halten, au-
dleweyl dise handlung ungeortert ist.
Uud was sie guter hetten, die inen geflohet worden wem, den
gaistlichen oder iren freunden zugehörig, die wider den hawfen
getan hetten, dem hellen hawfen die zu überantworten bey ver-
lierung seiner guter.
Auch das er kain rat, tat oder furschub getan hab wider die
versamblung, auch hinfur darwider nit tun wolle.
Welicher in aigner person nit ziehen wollt, der sollte macht
haben, ain redliche ansessige person zu schicken. .
Mittler zeyt soll ir kainem weder rent, zyns oder galt ge-
geben werden, biß die sach nach maynung des hailigen ewaugdi
ausgefurt worden sey.
[391] Die verordneten des hellen hawfens
haben daruff weyter furpracht und angezaigt, es erfordert die not-
turft, das bed rät und der ausschuß, auch ain gemaind inen, det
verordneten, anstatt des hellen hawfens die pflicht der bmderschaft
teten, und herwiderumb sie, die verordneten rate, von w^en d« <
bellen hawfen sich zu inen, den raten und ausschuß und gemaini
hie zu Rotenburg, auch verpflichten, darumb sie dann hie wert, ^
und das sölichs zum furderlichsten geschehe , derhalben sollt mä
ain gemaind zum furderlichsten zusamen fordern, doch möchten ae
yetz die pflicht ainander selbs tun und darnach ain gemaind.
Item nachdem der hawf mit grosser uncostung da leg oni
handelte in Sachen, wie man wisste, bäten sie, die zway gröfites
geschutz, so sie hie hetten, und eysen kugeln Schüssen, dem hdkt
hawfen sampt buchsenmaistern und anderer geraitschaft, darzo g^
hörig, dem hellen hawfen zu fertigen, damit es zum furderlichstei
hinab kam.
Item [der] comeutur zu den Hennsern sollt sich mit inen, den
verordneten des hellen hawfen, umb etlich centner bulfers ver-
tragen.
Burgermaister, inner und ewsser rate sambt den
ausschuß
haben uff sölichs in den hellen hawfen zu raten verordnet und gestimpi,
uemlich erstlichs Emfrid Kumpfen von des Innern rats, Bonifodim
361
itzer, genannt Behaim, von des ewssern rats und Hainrich
3Q (der erst vom obervogtampt zu Kirchberg ab und hieher
leyb, kinden and seiner hab gezogen was and von den pawm
ackstatt, die ine verglaiten sollten, gefangen worden) von ainer
ind wegen za dem bellen hawfen zn ziehen and sich als rete
Leuen hawfen and za irer kriegsabnng geprauchen za lassen,
wiewol Conrat Eberhart neben denen aach for ain rat von
^emaind wegen darch bed inner and ewsser rete and den aas-
\ gestimpt ward, so widert er sich doch dess and saget, ee er
in wollt, ee soUt man ine in den dieüsten turn, der hie were,
1 ond den tarn ober ime einwerfen.
Steffan von Menzingen, der erstlich aach far ainen rat ge-
>t ward, widersetzet sich dess auch und [392] saget, das ime
den pflichten nach, damit er dem marggrafen verwandt were,
[ezymet, der doch darvor ain offwidler, heber und leger diser
rischen handlang vom anfang biß daher gewest ist, haben sich
ind ander obgemelt der verpruderung halben darander bott-
!t weyse hin und wider schicken und geprauchen lassen, die
erschaft im veldleger zu Haidingsfeld im namen und von wegen
' and ewsser rate, auch des ausschuß und der gemaind zuge-
globt und die bemelten verordneten des hellen hawfen mit
hieher zu diser handlang gepracht und auch suust darinn ge-
dt, das inen zu anderlassen und änderst zu handeln, dann von
beschehen ist, wol angestanden und gepurt hette, wie in diser
hmg im anfang, mittel und end sich hat zu erfinden.
Hainrich Trüb, als der beschickt, und im vermelte sach, darzu
Brordnet, forgehalten, zaiget auch an, er wollte aim erbern rat
ausschuß zimlicher geharsam gern willig erscheinen, er hett
ain weyb, die gieng kyndsschwanger groß uflf der zeyt, sollt
tag geligen, deßhalben er nit ziehen könnt, es wollt es auch
weyb nit willigen, darumb bat er darfur, biß sein weyb geleg,
nn wöUt er inen zu willen werden. Deßgleychen bat Bonifacius
ützer, ine dess zu erlassen, dann er were ain jung gesell, zu
Sachen nit nutz oder dienstlich etc. So saget Ernfrid Kampf,
hawsfraw gieng auch groß mit aim kiud, und hett als wenig
zu ziehen, als ain anderer, und wa man ime ander nit zu-
I oder dieselben nit mitziehen wollten, bat er, ine dess auch
3G2
Daruff ward Hainrich Trab de« zugs erlassen die zeyt lang,
biß sein weyb des kynds genes, alsdann sollt er sich verordne und
schicken lassen, and ward Jörig Spelt, der joug, mittler zeyt an
sein statt erweit und verordnet. Der nam sölichs gatwillig an.
Und also wurden Erufrid Kampf und Jörig Spelt zu reten in helleo
hawfen verordnet und Bonifacius Wernitzer dess aach erlassen, dann
es ward bewegen, das es au den zwayen gnug were, and dabej
bewilligt, dem hellen hawfen die zwu newen und pest^ pacfasei
sampt ainem raiswagen , gezelt, stain, palfer und anderer geraitschaft
zu schicken. Item etlich zum geschutz zu verordnen haben der
ewsser rat und der ausschuß dem Innern rat und den zwölf ge»
haimen des ausschuß gewalt geben [393]. Also sind zom geschati
verordnet worden Hanns Boß, der keßler, and N., der trecfasier,
als buchsenmaister , der yeder ain gesellen zu ime nemen möcbti
der ime gefiel. Daruff wurden die puchsen sampt aim raiswagen,
pulfer, staiuen, und anderer geraitschaft mit guter rustang verordnd
und abgefertigt.
Wie etlich bawrn gevordert und mit inen gehandelt
warde.
Indess erschinen die bawrschaften, so die verordneten r&tedfli
hellen hawfen obgemelt herein gefordert und beschaiden hetten, d
dem rathaws. Under denen stand Florian Geyer uff dem rathasf
vor der großen ratstuben uff ain schrannen und neben ime dff
schulthaiß zu Ochsenfurt, auch die andern ire mitrete, endtA
durch Florian Geyern, wie sich burgermaister , inner und ewsser
rete mitsampt dem verordneten ausschuß und ainer ganzen gemaiid
hie zu Rotenburg zum ganzen hellen hawfen und herwideromb der
hell hawf durch sie, die verordneten desselben, zu inen verpmdert
und verpunden betten, darumb sie dann von hauptlewten, ritten nni
dem ganzen hellen hawfen hieher verordnet und geschickt we^^
sölich pflichten ainander zu tun und zu volfum.
Dieweyl dann des hellen hawfen maynong gar nit were od«
dahin stund, das nyemand dem andern weder galt, zyns, rent,
zehenden und anders, so ainer dem andern schuldig were, geba^
oder das man auch kain oberkait haben sollt, sonder allain zn ab-
Stellung etlicher unpülicher beschwerden, so dem arm«i genUBi
man durch die Oberhand bißher wider die piUichait, das recht wd
363
hailig ewangelinm nffiselegt were, darzu zu handhabuug, aufung and
menmg des hailigen ewangeliumbs and wort gottes, das dasselbig
tinfaro lawter and dar one ainichen menschlichen zasatz sollte ge-
predigt werden, aber sanst was ainer dem andern schuldig were,
defiglejrchen wes ain rät und gemaind für aiu regiment und poUicey
n bandhabang fridens und rechtens, und damit dis löbliche statt
oit Terwust wurd, gemacht und furgenomen hette oder noch wurde,
dis soUte man ausrichten und volstrecken, und demselben in kakien
weg widerstrept werden. Es were auch nit die maynung des ganzen
Wien hawfen, noch die nrsach diser empörung, das nyemand seiner
oberkait gar kain gult, rent oder anders, so jemand dem andern
sckildig were zu geben, [geben solt], dann das were nit christlich, weder
tniderlich, billich noch recht, vermöchts auch das hailig ewangelium
ät, sonder es söUte allain mitler zeyt zu ruw steen biß zu aus*
tng der sachen, und sollten nichtz dest minder ain inner burger-
laister und rate sampt dem ausschuß ir geordnet regiment üben
nd g^raachen, die ungeruwigen und ungeharsamen strafen, wie
86 herpracht betten, ain yeder dem regiment darneben untertenig
BDd geharsam sein, Übeltaten und frevenlich, böß, ufiErurig hand-
hng Yermeyden, nyemand an sein haben und gutem beschedigen,
weder an hölzern, eckem, wisen, weyern und anderm mit yieh
gnsea, hüten, treyben oder sunst für sich selbst oder durch an«
ive, auch gegen kainem gaistlichen nichtzit furnemen oder handeln,
mA kain schloß, sitz oder haws abbrechen oder einnemen, dann
■it wissen und willen des heUen hawfen und desselben hauptlewten
nd reten.
Item die flurer sollen iren gewalt haben, umb verwurkt aynung
a ragen und zu pfenden, wie vorher beschehen were, welicher
iber darwider tete, der sollte darumb straf vom hellen hawfen ge«
wvtig sein. Es soUte auch ain yegkHche gemaind in dörfern und
weylem Ire hauptlewt verordnen, die gegen frevenlichen, ufi&*nrigen,
natwilligen und ungeruwigen uberfarern mit der straf handeln
aöditen and sollten, und wa sie es so frevenlich verwurkten, das
de strenger , peinlicher straf bedorften , sollten sie dieselbigen dem
Uten hawfen uberantwurten.
Eb sagten auch daruff die verordneten rete des hellen hawfen
4er gemdten, beschickten pawrschaft, das sie sich morgen fruw,
tff fuif oder sechshundert stark, mit iren hämisch und wem woi
3Ö4
gerust und geschickt geiu Gattenhofeu und Stainsfeld verfagen nod
beschaids daselbst gewarten sollten.
Nach essens kam der inner rat sampt den zwölfen Yom was-
schoß zosamen, ordneten obgemelter massen das geschutz, enmord-
nents montags mit den verordneten reten des hellen hawfens hinweg
zu faren sampt ainem gezelt, raißwagen und geraitschaft gemelt.
[395] Uff montag nach Cantate [15 Mai] fruw nach
dem ausschlagen
haben die verordneten rate des hellen hawfen obgemelt ainer ge-
maind zu Rotenburg hie zusamen lassen lewten, die auch in der
Pfarrkirchen zusamen kamen mitsampt burgermaistem , innem und
ewssern raten, auch dem ganzen ausschuß der gemaind, wdiche
burgermaister, bed rete und ausschuß uff der porkirchen bey d»
hellen häufen raten stunden. Alda haben gemelte des hellen h&w-
fens rete durch Florian Geyern die artickel und maynung der
bruderschaft, auch der hauptlewte und rete des hellen hawfens be^
felhe, inmassen wie sie gestern sonntags deüx burgermaister, innen
und ewssern raten , auch dem ausschuß und nachfolgends uff dea
rathaws der beschickten pawrschaft erzelt betten, alles nach ds
leng auch muntlich furgetragen und anzaigt und sonderlich die ar-
tickel obvermelt, so sie schwern sollten, schriftlich vorgelesen woi
daruff von beden Innern und ewssern reten, auch dem anssdat
und ganzer gemaind, die gemainlich all solichen aid zu gott, im
allmechtigen, uff das hailig ewangelium mit ufferhaben vingem ob-
bemelte artickel der pruderschaft zu halten geschworn band, ge-
nomeu. Wiewol etlich uff der borkirchen stunden als Peter von
Premen, Cunrat Eberhart, Hanns Furpringer, der stattschr^ber
und ander mer von den erbern und sunst, die nit uffhuben oder
schworn, so betten doch darvor die verordneten hauptlewt andrste
des hellen hawfen durch Florian Geyern, ee er den aid gab, a»-
schreyen lassen, das ainer uff den andern achtung hcpen söUt, we-
licher schwur oder nit schwur, und das ein yeder, so nit idDnb
und schwur, nichtz dest minder geacht und gehalten werden söOt}
als bette er den aid leyplich geschworn und getan.
Und dieweyl auch die verordneten rate des hellen hawfen li
obgemelter irer handlung, bey beden reten und dem ausschofi gestört
gehapt, geraten, für not und gut angesehen betten, das man ü
365
tiner forcht und straf der abeltetigen and ui&arigen hie zu Roten-
burg mitten off dem markt [ain galgen] uffrichten sollt, ward das-
selbig anch alspald verpracht, and ain newcr galg mit drcyen kettin
uff dem markt gegen Lienhart [390] Schwarzmans, etwan Karel
Tom Reins haws aitgericht. Daraff stig ainur, Claus Yckelshaimer
genant, von Gailzhofen, der saget, er wollt sein jankhem Ganz
Ofoem daran henken, mit vil bösen, tretzigen and spitzigen Worten,
das alles man nach gestalt der zeyt und lewfte gedulden must.
Und nachdem das geschray hieher gein Rotenburg kam, wie
nein gnediger herr, marggrave Casimir zu Brandenburg zu ross
und fuß zu Onoltzpach ausgezogen were und zu lUeshaim bey Wynds-
kirn mit etlichem kriegsvolk ligen, auch die sag was, er sollt uff
Kewenstatt an der Aisch, die sein gnaden auch umbgefallen was,
lad uff den hawfen pawm, der derselben end versamelt were and
vol drew tawsend stark bey ainander ligen sollten, ziehen, sie an-
Isrste^ za schlagen und zu strafen, besorgt man sich, es mOchte
lio anderer anschlag darhynder sein, villeicht das geschutz, so von
kynaen gein Wurzborg geen sollte, abzatr>iigen. Demnach betten
ädi bed rete and ausschuß zusamcn getan, beratschlagten die sach,
ak was gewarsam das geschutz hinweg zu pringen were. Ward
kidüofisen, das man es an der Tawber uff Rotingen zugeen lassen
lUt, das dann alspald nach dem morgenessen beschach, and fürt
IUI also dis tags die zwu newen und pesten puchsen sampt stain,
frifer and anderm darzu gehörig, auch damit ain wolgerusten raiß-
wigen, darauf ain pritterin deck was, die Ernfrid Kampf schwarz
Mreychen und der von Rotenburg wappen daruff machen lassen
htte, sampt ainem gezelt und anderer geraitschaft dahin. Sahen
(tlich arber and ander barger, denen dis uffrurig handlang miss-
UHg and nit lieb was, übel darob und sonderlich ob dem ge-
*toz, gesegneten ond urtailten dasselbig, das es nymmer mer wider
Mb Rotenbarg komen sollt etc. Solich geschutz und geraitschaft
*lrd alles durch ain hawfen pawrn, so von den verordneten raten
it$ hellen hawfen obgemelt darumb gefordert warn , belaitet. So
<itten Ernfrid Kampf (der sein bruder Jörig Kämpfen in follem
imiscfa gerast mit im nam), Jörg Spelt, der jung, sampt etlichen
^ttdnern, die in zageben warn, deßgleychen der obgenant doctor
^irelstatt mit inen. Indess warn Scheferhann«; , der Söldner, and
Jiltarig Spelt, der japg, vor dem Galgentor von wegen doctor Karel-
366
statts mit angeschickten worten an amander komen, dann Schefer-
hanns hett gesagt, ob sie mit dem böswicht, dem Kardstatt andi
reyten mosten, als ob er solichs nit tun wollt, dess sich dann Jörg
Spelt alspald angenomen hett, Scheferhannsen mit spitzigen werten
begegnet, und man meint, wa gemelter Spelt nit gewest were, [397]
Scheferhanns hett den Karelstatt erstochen. Damit zngen sie also
fürt und dahin, kamen desselben aubends gein Rötingen, war ander
wegen an ainer buchsen etwas zerprochen, das betten sie zu Rötingen
wider gepessert. Daselbst zu Rötingen hett Jörig Spelt wider den
rotenburgischen hauptman Hanns Wilhelm Wemitzern, Behaim g^
nannt, vil spitziger red, als ob ir rewterey ain end nemen und ut
vil mer gelten wurd, deßgleychen ain frewd ober der buchsen gehi|t
und gesagt, sie wollten das schloß Unser frawen berg über da
berg herab werfen, es must kain stuck da bleyben etc.
Nach sölichem abschaiden der verordneten von Rotenburg oit-
sampt dem geschutz war dannocht Florian Goyer dahinden und He
zu Rotenburg bliben, und kam indess kundschaft, das hochgedaditff
mein gnediger herr , der marggraf mit allem seinem zewg und ge-
schutz zu Mark Erlbach ^ leg, alda er auch verharret biß uff den
ttiitwoch darnach [17 Mai], sterket sich mit lewten und gescfaib
wider die von der Newenstatt, die die pawm innen betten, und be^
zway tawsend stark darinnen lagen.
Verzaichnuss etlicher taten.
Am freytag nach dem sonntag Jubilate [12 Mai] hat das pundM
kriegsvolk die wirtembergischen bawm, die uff 14,000 bey WiBh
lingen * gelegen warn, geschlagen, und sollen bey 4000 uf d»
Walstatt tod bliben sein, die andern gefangen worden, damiiff
14 gefangener, die darbey gewest warn, als man graf Ulrichoü *
von Helfenstain und ander vom adel zu Weinsperg durch die sptf
gejagt, mit dem schwort gerichtet worden, und ist der, so ta
grafen, als er durch die spieß gejagt worden ist, in zinken gepiaM
hat, lebendig an ain spieß oder pawm gepunden und gepraten w<ffdai|
betten herr Jörig Truchseß, des punds oberster veldhauptman, wd
ander vom adel selbs holz zugetragen. Als aber sölichs Crist Hdtf|
Cunz Kern, der buchtrucker, und ir hawf alhie hörten, sagten sie: Abi
1 Erlbach. 2 ß^blingon. 3 Ludwigen.
367
Bt der pond tyrrannisch mit den cristlichen brudern amb, sie, die
ndischen, wern tewfel und nit menschen, gleych als ob die
; zn Weinsperg und ander der pawrschaft tetlich, gewaltig hnnd-
Bg, so sie wider ir aid und pflicht, wider ir herrschaften und
erkait mit plündern, rauben, verprennen und werwustung der
»ster, Schlosser und hewser etc., nit unchristlich oder tyrannisch,
oder recht sein sollte etc.
[398] Item am samstag nach Jubilate [13 Mai] haben die
wm im Aischgrund das frawencloster Birkenfeld geplündert und
sgeprennt. Am sonntag Cantate [14 Mai] haben dieselben pawrn
)hencottenhaim erobert, geplündert und ausgeprennt, am montag
mach das observanzdosterlin , Riedfeld genannt, bey der Newen-
itt an der Aisch ausgeprennt.
Deßgleychen ist am selben montag der Stephansberg durch den
akischen hawfen verprennt worden, und sind in der wochen zuvor
de Castel und andere schlösser mer auch verprennt worden. Am
istag nach Cantate [16 Mai] ist Speckfeld verprennt worden.
In denen tagen sein bey 20 vonf adel on zweyfel aus be-
ugter not zu der versamelten bawrschaft im land zu Franken ge-
leo und mit inen verprudert worden.
Steffan von Menzingen belangend.
Item wiewol an obgemeltem sonntag Cantate [14 Mai] uff
ffan von Menzingens practicim und angeben Cunrat Eberhart und
flEan von Menzingen von beden reten und dem ausschuß warn
sampt Florian Geyern zu meinem gnedigen herren, marggraf
ämir zu reyten verordnet , mit sein fürstlich gnaden zu handeln,
lit [man] sein fürstlich gnaden auch in dise verpruderung der pawrn
igen möchte, so wollten es doch die andern verordneten rete des
len hawfen, so mit Florian Geyern, wie obgemelt, hie warn, nit
eben, noch Florian Geyern gestatten. Darumb ward derselbig
wendig, sonder schrib Steffan von Menzingen on wissen burger-
isler und rats selbs dem marggrafen und schickt Hanns Spcltem,
t landknecht, mit sölichem briefe zu dem marggrafen gein Markt-
pach, alda dann der marggraf mit seinem zewg zu feld lag.
jT dem ward ime von dem markgrafen ain schriftlich antwurt zu-
icliickt, die ime am dinstag darnach [16 Mai] zukäme. Aber was
selbig antwurt oder schrift innen hielt, das blib aim rat verporgcn,
368
aDderst dann das der titel stund „Unserm rat und lieben, getrewen^'.
Dess trug ain rat nit clainen missfallen , warn aber so beherzt mt,
das sie ine darzn gehalten hetten, inen die zu uberantwnrten etc.
Aber neben gemelter antwurt hett ime der marggraf [399]
newe zeytigung geschribcn, wie der pund die wirtenbergischen pawn
geschlagen hett , und wiewol on not was, derhalben ainichen rat zo
versameln, auch die nacht vorhanden was, so hett doch Menzioger
an burgermaister und rat begert und ye haben wollen, ain rat zb
versameln, so wollte er den ausschuß auch darzu versamehi, dv
aber den burgermaister Georg Bermetem nit für gut hett wöUes
ansehen, und bette Menzingem mit guten werten gern darvon abge-
wisen oder beredt, aber Menzinger sich darvon nit wollen weyM
lassen. Also kamen uff erfordern bemelts burgermaisters ain n(t
und uff erfordern Menzingers der ausschuß umb das homplosa,
betten gemelte Schriften gehört, und was sunst nichtzit gehandrit
worden. Solichs geschach am dinstag nach Gantate [16 Mai] kB^
nach gemelt.
Am dinstag nach Gantate.
Neben dem hett sich desselben tags zugetragen, das dodor
Karelstatt (den die pawrn, als er zu inen in das leger zu Haiding»'
feld komen was, weder sehen oder hörn betten wollen) zu Tawb8^
Zell oder Betwer bey den bawrn, die das geschutz belait hetten od
widerumb am haimziehen warn, gewest war, darnach für die Hill
Rotenburg komen, hett herein begert und gewollt, aber die IK^
warten am Glingcntor betten in nit herein lassen wollen. Das i»
nun an Steffan von Menzingen gelangt, der hett es dem boiffr-
maister Bermetem angezaigt und begert, mit den torwarten za iw»
fugen, ine herein zu lassen. Also hett der burgermaister Bemflftv
ime geantwurt, wer ine hinaus hett haißen geen, der sollt in into
herein haißen geen, er wöll den torwarten nichtz befelheo, sie lieMi
ine herein oder nit. Daruff hat Menzinger under das tor gesdocU
und dem torwarten sagen lassen, es wer ains burgennai3ter8 wi
ausschuß maynung, das sie den Kareistat herein lassen söUtOL
Am donnerstag nach Gantate [18 Mai] fruw
ließ der burgermaister Jörig Bermeter ain Innern and ewssem rtf
auch etlich vom ausschuß [400] zusamen fordern, zaigt ineii ok
369
andte handlang des Menzingers, and das er noch margrefischer
it und diener were and sich doch daneben nichzit dest minder
udorstande, das stewrer and andere ambter zn tragen and aasza-
ichten and sampt dem aasschaß ine, den bnrgermaister, and rate
n uren ambten and geweiten za verhindern and za irren, and was
le ordneten, gepaten and verpaten, machten and beschlasseni
K^chs ambzastossen , das es nichtzit sein sollte, and Wann oder
fdidien er wollte, den fordert er oder ließ im gepieten in rat and
nm aosschaß, es were bargermaister and raten lieb oder laid, tat
od handelte, wie and was er wollte. So wem aach etlich lewi; vor
fa tom gewest, die ain bargermaister and rat nit betten herein
htten wollen, sie aach herein za lassen nit far gut angesehen, die
ktten aber za Steffan von Menzingen geschickt and bey ime er-
kagt, das sie zn andern tom herein gelassen worden wem, also
Im er, bargermaister and ander des rats nichtz galten, sonder Steffan
ton Menzingen allain and snnst nyemand herr hie za Rotenbarg
lere. Deren and andem mer beschwerlicher handlang halben, so er
tidi mit beystand etlicher vom aasschaß anderstand, baten barger-
Mister and inner r&te ain ewssern rat and aasschaß, sie irer
labter and rats za erlassen and den rat mit andem ratspersonen
ü ersten, dann sie wisten neben and mit dem Menzinger dermassen
ril za regiin oder haws za halten.
Und wiewol Menzinger in sölichem rat als der oberst im ewssern
nt and aasschaß erfordert, and ime gebotten ward za komen, so
Hb er doch aas and ließ sich entschaldigen, als ob er krank were.
Aker als bargermaister and rat aastraten, beschickten der ewsser
nt and aosschaß den Menzinger mit ainem emst, dermassen das er
ba. Yor denen erzelet der bargermaister die vorgerarten be-
Rhrerden in beywesen des Menzingers wideramb. Aber Menzinger
htt sich dess alles mit listigen and Ingenhaften Worten verantwurt,
■i ab ain rate im sölich antwart darch den bargermaister ab-
IAmq ließ, and damff bargermaister and inner rat aastrat, blib der
Inzinger im ewssern rat and aasschaß sitzen, anangesehen das ine
h sadi selbs berarte , hett aach nit aastretten wollen , biß zuletzt
b jenen, so im ewssem rat and aasschaß ime anhengig warn, ime
iwm mit gatigen [401], frenntlichen werten sovil liebs redten and
I dahin betaidingt betten, das er aastrat. DaraS ward darch den
rat mitsampt dem aasschaß beschlossen and aach Menzingcm
Baocrnkiieg '^^
370
gesagt, das er sich seins diensts bey dem marggrafen ledig machen
sollt, inmassen ime dann vormals auch fargehalten were, and er ineo
zugesagt hette, dann on das könnte man ine zam ewssem rat umi
in der stewrstuben nit- erleyden. Also begeret er zu wissen, in
welicher zeyt er es tun sollte. Daruff warden ime vierzehen Ug
gesetzt, in denen er solhs tun und vollenden sollte. Das nam er
zu tun an.
Darbey und zuvorderst, ee denn Menzinger, wie vor steet,
beschickt, zu red gesetzt und gehört ward, ließ der ewsser rat sampt
dem ausschuß aim burgermaister und innem rat uff ir anpringen
die antwurt geben, das er, der ausschuß, selbs gern nunmer der
purden wider ledig sein wollten, darumb geben und stellten sieaia
burgermaister und rat allen volkomen gewalt haim, wollten auch bcy
ainer gemaind, dero sie verpflicht wem, handeln, sie derselben irar
pflicht ledig zu zelen etc. Sie warn des regiments mued wordea,
betten eingedewcht, die sach verderbt und dahin pracht, das Dta
nichtzit, dann Jammers, beschedigung , far und sorg vom bund ad
andern reychsstenden gewertig was, wie sie dann villeycht vil be-
schwerlicher mer etlicher grausamer niderlagen und straf der pawr-
Schäften im land zu Wirtenberg und anderer orden vernamen ui
hörten, die inen nit gefielen. Es gedawchte sie, es wollte gelgdi
etc., darumb betten sie irs regiments kain lust mer, understundA
nunmer, die sachen aim rat in busen zu schieben und sich deron
entschlagen. Doch hette der burgermaister inen von rats wegea
dankt und darbey gesagt, wann etwas schwers furfiele, hett ain nt
allwegen macht, den ewssem rat und ausschuß auch zu erfordera.
Item so betten etlich burger alhie, der an der zale bey anderthilb-
hundert warn, dis nachgemelte supplication wider doctor Kardstattea
und andere stellen und aim rat uberantwurten lassen. Die mid
im innem rat allain erstlich verlesen, also inhaltende:
Supplication umb wideraufrichtung der mess etc.
Erber , vest , fursichtig und weys , gunstig , lieb herren [402]
burgermaister, inner und ewsser r&te sampt dem erbem aossdiil
ainer ganzen gemaind! Wir hieneben beschriben pringen unser aa».
ligend und beschwemuss für und nemlich die : Ewer erberkait ml
menigklichem ist unverporgen, das vil hundert jare, und als wir ni
der wahrhait sagen möchten, von anfang der christenhait ye «ai
371
allwegen in der duristenlichen kirchen mit andacht loblich gehalten
uid gepnmcht wor4e& ist, das alle christglanbige menschen nach
satzmig and gebot onsers herren Jhesn Christi seinen zarten fron-
leycfanam and sein rosenfarb blat ander der gestalt des brots and
vcdns (wiewol die layen lang allain ander ainerlay gestalt) empfangen
imd genossen haben and zam wenigsten im jar ain mal, etlich, so
oft sie ir andacht darza bewegt hat, and sonderlich die pfarrer and
ttder priester in den ambten der mess teglich, wie dann noch allent-
Uben in grossen and ciain stetten, dorfem and andern flecken in
der christenhait dewtscher and anderer nationen anabgengklich, sonder
wol mit etwas pessening bescMcht, biß on allain hie in diser löb-
fidien statt Rotenbarg ist solichs gar abgangen and in ain öden,
•christlichen missbranch komen aas dem, das doctor Andreas Bo-
denstain von Earelstatt, der sich nan etlich zeyt her haimlich and
liBotlicfa hie enthalten, and ander sein anhenger wider das sacra-
feent and die mess des leybs and plnts Christi geschriben and
rfentlich gepredigt and dardnrch sölichen christenlichen gepranch
luipt der mess and andern gotsdiensten ernidergelegt and verwaest
iit, das ans in nnserm gewissen nit wenig nnraw and beschwer-
MK gebiert, dann wir ans der scharpfsynnigen maynang doctor
brebtats, die er aas der gnunmatica will vergranden, in ans als
irrig and verwickelt nit versteen mögen, dann der merer tail and
ht alle gemaine, ainfeltige menschen der grammatica nit knnden
iier wissen. "Sollen wir dann doctor Karelstatten daramb glaaben
ttd von den werten Christi, die im text clor and lawter darwider
Mm, jhllen, das will sich nit gezymmen, sonder wir sein verpflicht
ttd verpanden, den werten des herren zn glaaben, das in craft
leiner wort and lere, so darch den priester aber das brot and wein
|Bq[>rochen worden, warhaftig da sey der leyb and das blat Christi,
lad ist doch aach nichtz dest weninger im himel, dann [403] wie-
wol er gein himel ge&m ist and sitzt zn der gerechten des vaters,
4ivon er zakanftig ist zn richten etc., so ist doch anwidersprechlich
Hr, das er aach gesagt and gelert hat, das er aus nit verlassen,
toder bey ans sein wöll biß an das ende der weit, item wa zwen
oder drey in seinem namen versamelt, seye er mitten ander inen,
item wer da hört and behelt seine wort and gebott, der bleyb in
iaie und er in demselben and er and sein vater komen za ime and
toachen wonnng bey ime, so ist er auch das väterlich, ewig wort,
Ol»
372
durch das alle ding erschaffen sind, und on ine ist nichts gemadit,
daromb hat kain ding, es sey sichtpar oder QQßichtpar das weseo
on ine. Aus den and andern worten des herren wnrd clar be-
schlossen, das er in allen dingen and an allen enden und sonderlich
in allen frommen, christglaabigen menschen ist, die als die zweyd tu
ime als der reben (on die sie nit gate frucht pringen mögen) steen,
and also aach in dem sacrament, and ist doch nichtz dest minder
im himel, dann die wort des herren bleyben and vergeen nit, aber
himel and erden vergeen. Wie aber das zagee, das Christas, der
son gottes, anser seligmacher, im himel and äff erden in den christ-
glaabigen menschen , aach der gestalt des brots and weins des Or
craments sey and genossen werd, das ist der haimlichait and grossen
gewalt gots, dem dise and alle ding maglich sind, befolhen, steet
in anser kanst and macht nit, dieselben za erforschen od^ zn e^
gninden, ward aach darch Paalam and an mer enden in der hiiligai
Schrift verpotten. Aber nach lawt and vermOg des texts der woii
des herren halten and glaaben wir, das ander der gestalt deebroto
and weins als leyplichen zaichen sey der leyb and das blat Christi
in gaistlicher and haimlicher verborgenhait, and ist freylich kainer,
der da mayn, das es sichtlich in grober, leyplicher materi, wie du
flaisch im flaischhaws da lig. So haben wir von den alten preffigera
gehört, das es ain gaistliche nyesang and empfahang des l^bs od
blats Christi sey, ist nichtz news, and ansers bedankens str^ytes
Earelstatt and der Lather in dem M, ob achtaüdzwainzige oi
zway dreyssige sey, das behielten sie billich in der schal and V8^
forten nit die schaf des herren darch söliche irrige lere. DiewQl
aber der herr sein flaisch and blat za essen [404] and drinkei
gebotten hat, and das on das der mensch nit mög haben das ewig
leben, and dann am nachtmahi sein jangem die form and gestalt, wie
das za nyesen sey, za ainer letz gelassen and eingesetzt bat als aii
new testam^t, sind wir schuldig and verpnnden, demselben nachn-
komen, das mit rainem glaaben, hoffiornng and liebe, in sdner ge-
dechtnass za empfahen ander gemelten gestalten prots und weiss,
wie ers selbs gepraacht hat, davon ans kain frembde pos fomsOD.
Dann sollt allain der glaub, das Christas fiir ans mensch w<ndflB|
am creutz den tod gelitten und sein blut fiir uns vergossen hat onb
anser sund willen, und die gedechtnuss oder betracfatong desadben
genueg und darch die ewsserlichen zaichen za empfahen nit vm
373
töten sein, so ward Christus solichs also nit verordnet, auch die
iridergebort durch das ewsserlich zaichen des wasser im tawf nit
jeseUt haben, sonder wer auch gnng gewesen, das ainer schlechts
^pt hette, als dann in etlichen fallen sein mag. Dieweyl er aber
du also zn halten geordnet, gesetzt und gewollt hat, sind wir
sdiüldig, solichs dermassen mit ainfeltigem, warem glanbennnd an-
dMdit zu Yolstrecken, wie dann von anfang der christenhait teglich
ond bißher etlicher maß durch die christglaubigen ist gehalten worden
nd noch in aller christenhait und sonderlich den nechsten umb uns
gehalten wurd, in denen vil hochgelerter, treffenlicher, cristenlicher
lerer der hailigen schrift sdn, die und gemainlich all andere Christen-
Mnschen doctor Karelstats maynung hierinnen nit gehellen oder an-
kengig, sonder als irrig darwider sein. AUain hie wurd er uns
■verm gewissen zu beschwemnss und unserer seelen hail zu nach-
td und Verletzung enthalten und sein predig gestatt. Was glucks
fti guts daraus volgt, befelhen wir euch als den verstendigen zu
ermessen. Darumb ist an ewer erberkait unser diemutigs anrufen
ni bitt, ewer erberkait wollen genannten doctor Earelstatt und
Qdere prediger, so hierinnen seiner maynung sind, alhie nicht mer
fBrtatten zu predigen, noch zu wonen, sonder uns mit andern war-
U^(en, christenlichen predigem, die uns das ballig ewangelium und
|Dt8 wort lawter und clar on ainiche scharpfsinnige glossierung [405]
eier znsatz der menschen predigen und lern, versehen, darbey auch
vvordnen, das in der pfarrkirchen lateinisch und tewtsch mess,
Hdi anderer gotsdienst, die christlichen menschen zu guter andacht
iri beCrachtung göttlicher ding fum und geschickt machen, gehalten
*ttd, wie dann in andern stetten und communen des reichs und
>Mt allenthalben neben uns beschicht. Das begem wir als die
rttrsimen zusampt der belonung, so ir von gott darumb erfolgen
Vttd, omb ewer erberkait zu verdienen.
N. N. etc. Ir warn ob oder bey 200 personen.
Und als soliche supplication im Innern rat verlesen ward, redet
iküd Crist Hainz, der damals des Innern rats was, daruff, es were
im ain tewfel ausgetriben worden, so kem yetz ain anderer tewfel,
ir precfat siben schalkhaftiger, böser tewfel, dann der vorig gewest
a»! mit ime und understund, wider sein gespenst zu machen, und
wern rat und gemaind kawm mit ainander ainig worden , so
lentaad sie der tewfel yetz wider unainig mit ainander zu machen
374
er könnt uit feyern. Daneben Hessen sich Lienhart Forster, der
bnttner, and vil andere in der gemaind allenthalben in der statt
hörn, wurd man die mess wider nffiichten, so wollten sie ainander
gar waidlich darob schlagen, and das entstand aas dem, das Ofiwalt
Barchat, Ochsenhanns, Jos Frankenhaim, dewtscher scholmaisteTf
mit der obgemelten sapplication von haws za haws giengen, die
stym von aim yeden, der in gemelte sapplication willigen and sich
anderschreyben wollte, einzanemen etc.
Dargegen richten Steffan von Menzingen and doctor Karelstatt
an, das der plind manch and ander aach von haws zu haws giengeo
and stymm einnamen, welicher äff Karelstatts seyten bleyben wollte.
Das macht wider parteyen, also das der inner rat, grösser mi
merer zwitracht za verbaten, die vorgemelten sapplication verhidtei
and im ewssern rat and aasschaß nit dorft lassen verlesen, and blieb
also die mess and andere gotsdienst wideramb afizarichten lenger ansteei.
[406] New zeytigang in Schriften,
so von aim rat za Hall aim rat hieher zageschickt, die warden ii
beden reten and dem aasschaß öffentlich verlesen, also lawteode:
Den ersamen and weysen bnrgermaister and rate der
statt Rotenbarg äff der Tawber, ansern besonderii
lieben and gnten frennden.
Unser freantlich, willig dienst znvor. Ersamen and w^fseii
besonder, lieben and gaten freand! Wir fogen ewer erber uejM
zvL vememen, das ans in diser stand von ewer erber weyshait, iitk
nnsem besondem, lieben and gaten frennden, denen von E&Iioitt
anf anser schriftlich ansynnen and beger, welicher massen das pmxüatfc
kriegsvolk gegen den affinrigen im land Wirtenberg erstüdien at
mit der tat gehandelt, geschriben, wie dann ewer eher weyshait ob
Merinn verwarter copey haben zu vememen. Wollten wir efff
erber weyshait far new zeytigang im pesten nit verhalten, danebcB
an dieselbig anser freantlich bitt and beger, sie wollen ans, aovi
dann ans za bitten gezimbt*, bey disem nnserm boten in sdirita
verstendigen, was yetz die versamblang der pawrschaften vor Wüi'
barg in handlnng and abung steen, oder wa hinaas ir fnmcnBi
doch weyters gestellt, and was ir derhalben wissen , aach wie iA
die lewft amb each erzaigen. Das wollen wir omb ewer eriNT
375
yshait, der wir zu angenemen diensten gewillt, in gleychem and
Term freandlichs fleyß zu verdienen.
Datum dinstags nach Cantate [16 Mai] anno etc. 25.
Stettmaister and rate za Schwebischen Hall.
Gopi der von Eßlingen schrift.
en ersamen and weysen, stettmaister and rate der
tatt Schwebischen Hall, ansern besondern, lieben
and gaten freanden.
Unser freantlich, willig dienst zavor. Ersamen, weysen, besonder,
(ben and gaten freand! Uff ewer erber weyshait yetzig schreyben
ben wir each za erkennen, das uff freytag nechst vergangen
2 Mai] morgens amb zehen ar her Jörg trachseß mit allem
iegsvolk za ross and fuß den wirtenbergischen pawm, so zu
blingen in die 20000 stark gelegen, entgegen gezogen. Der
t erstlich etwas mit vier oder fnnf handert [407] pferden, die
i rennen geordnet gewest, sie angriffen and mit denselbigen
srden sampt dem geschntz in die flacht geschlagen and geschossen,
bald er aach in die fordern geplatzt, haben die andern angefangen
fliehen, and ain soliche flacht worden, die kawm erhört oder
%hen ist. Ward geacht von denen, so darbey gewest, das sie
Q biß in drewtawsend erstochen, erschossen and erwargt haben.
Also äff gestern ist das pandisch leger gerackt äff die Fildem
ain dorf Pleningen ^, ain geringe meyl von ans gelegen. Alda
sen vil stett von land Wirtenberg za, begern gnad, sie wider
nmemen, aber es ward nyemand anders angenomen, dann za
kden and angnaden, and on zweyfel gegen denen, so der sach
nid haben, mit sölichem ernst gehandelt, das sie wollten, sie
ten es anderlassen.
Sie haben ain im leger begriffen, der bey dem hawfen zu
insperg and bey der handlang gewest, als man den frommen
Ten, die vom adel durch die spieß gejagt. Der hat darzu ge-
eo, wann ainer geloffen, und also sein frolocken mit inen gehapt.
i haben sie im leger vor allem volk öffentlich an ainen pawm
inden mit ainer eyseu kettin, ain fewr in zimlicher weytin amb
gemacht und also lassen verschwitzen und verpraten, biß er ge-
1 FlieniDgen.
376
storbcD ist, und hat her Jörig trachseß uud ander grafen, berren
und vom adel holtz zutragen. Das wollten wir ewer erber weyshiit
abermals zu bericht uff dero schreyben nit verhalten.
Datum uff montag nach Cantate [15 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Eßlingen.
Den von Hall.
Lieben freund! Ewer weyshait schreyben, uns yetz bey disem
hotten getan, mit inligender abschrift newer zeytigung, so ewer erber
weyshait von iren und unsem guten freunden, den von Eßlingen
zugeschriben sind, wie das pundisch beer die wirtenber^schen pawm
bey Beblingen geschlagen, haben wir alles inhaltz verlesen und sagen
dess ewer erber weyshait zumal freuntlichen dank, erpieten uns,
sölichs umb dieselben ewer erber weyshait in gleychem und merem
gutwillig und freuntlich zu verdienen. Und als ewer erber weyshiü
in irem schreyben begem, sie zu verstendigen, was die versamdt
bawrschaft zu Wurzburg in handlung steen, und wie sich die lewft
umb uns erzaigen etc., geben wir ewer erber weyshait mit laidigem,
bekomerten herzen und gemut zu erkennen, das wir in disen tag»
der beschwerlichen ufi*ur und lewfte, auch merklicher far und sorg
halben, darinnen wir unser leyb und guter alMe sonderlich gegei
den unsem innerhalb und awsser der statt gestanden sind, imi
wider unsem willen und gemuet haben zu der versamelten pawrschaft
Inhalt irer artickel, die wir ewer erber weyshait in abschrift hierini
verwart zuschicken, verprudern und verpynden und daruff dm
hawfen im leger vor Wurzburg etlich geschutz sampt stain, polfer,
zelten und anderer geraitschaft darzu gehörig, darzu zwu personea,
aine aus uns und die ander aus unserer gemaind, sich als hauptlevt
und rate im hawfen geprauchen zu lassen, verordnen und zuscbicfceD
müssen. Die sind also nechst vergangen dinstags [16 Mai] in du
leger vor Wurzburg komen, und ligt der hawf daselbst vor den
schloß, haben, als uns anlangt, an dreyen orten darzu geschanxt
und gegraben, understeen, das mit schiessen, graben und andenn ib
nöten und zu erobern, wiewol das schloß mit guten lewten stattlieh
besetzt ist, sollen etwanvil lewt des hawfen schaden durch das g^
schütz aus dem schloß empfangen haben, und sonderlich ans dfli
schloß in die statt herab vil Schadens mit schiessen geschehen, aber
wann oder wie sie das schloß erobern werden, das waist gott Dtf*
377
üben schickt der hawf lewt ambher und lassen vil andere sclüoß
isproinen und zerprechen, die wir yetz nit alle gewißlich könden
estymmen. Was auch fdrter des hawfen, so sie das schloß zu
iTarzbarg erobern worden oder nit, vorhaben sey, ist nns verporgen.
»as haben wir ewer erber weyshait guter maynung nit wollen ver-
alten, dann ewer erber weyshait angeneme, frennüich dienst zu
«weysen sind wir willig.
Datom donnerstags nach Gantate [18 Mai] anno etc. 25.
Borgermaister und rate zu Botenborg uff der Tawber.
409] Etlicher messgewand and clainoter halben etc.
Item als die omat, messgewand, clainoter and ander hab im
rawencioster jungst in diser uffrur von ratz wegen inventirt und
«wart, und sonderUch die messgewand in ain truchen uff dem
ithaws vor der stewrstuben versperrt worden, wer Steffian von
hnzingen an der nechst vergangen mitwochen [17 Mai] hinauf uff
U rathaws gangen, hett ime Fritz Tewbern, den hawsknecht, die
ardem tur nffisperren lassen, darnach Valentin Dennern, der den
iTeotarinm gemacht, zu ime gevordert und alda drew rate, sama-
ne messgewand, daruff schöne, silberine kreuz gewest, heraus ge-
DBfiD und die Valentin Dennern haissen anschreyben. Und wiewol
r nach Erasmusen von Mußloe als den ainen steurer schicket,
Btt Erasmus von Mußloe des Tewbers magt, so nach ime gangen,
Ifragt, warumb Tewberlin nit selbs keme, hett sie gesagt, er dörft
it herab vom haws, dann der Menzinger seß doben zwuschen der
iemstaben und der ewssem tur uff den truchen. Also war Eras-
m von Mußloe hinauf gangen, hett ine, Menzinger, angeredt, was
' da tet, hett Menzinger ime geantwurt, er were also krank, er
itt sorg, er muste sterben, hett Erasmus von Mußloe ime geant-
Qrt: „Ey was tuestu dann da, willtu sterben, so gee hin und leg
ich nider!'^ Damit war also Steffian von Menzingen wegk gangen,
itte im nichtzit anzaigt oder gesagt.
Uff freytag nach Gantate [19 Mai],
I Florian Geyer, der biß daher hie zu Rotenburg bliben und ge-
gOQ, aber yetz durch hauptlewt des hellen hawfen in aim zedel,
r im Zugeschickt, gemant worden was, sich widerumb in das leger
ton, wider hett w^ wollen schaiden, war Steffan von Men-
378
ziDgeu äff die trinkstuben komen, hett den burgermaister Georg
Bermetern and den alten bnrgermaister Erasmnsen yon Mofiloe m
ime gefordert und erstlich zway messgewand, so er ander demrod[
gehapt hett (war das ain ain schon, rot messgewand, samatin, mit
aim galdin pörtlin, daraff ain schön, silberin [410] kreaz, wdidis
er herab getrennt and dahaim in seim haws behalten hett, and das
ander aach ain rots, gemassirts, samatins messgewand mit ain
kreaz , das aach herab getrennt gewest were) herfor gezogen und
gezaigt and za ime, dem bargermaister, gesagt, er moste aach dar-
amb wissen, er hett da zway messgewand aas der trachen vor der
stewrstaben gcnomcn, die wollte er Florian Geyern aad aaden
haaptlewten schenken, dann sie, die gesandten beder rete, des ao»-
schaß and der gemaind, so hievor daniden im leger za Haidio^i-
feld gewest wem, betten die den haaptlewten and r&ten, damit ab
dester frachtparlicher in Sachen handelten, za geben zagesagt, dan
sie dörften sanst kain gelt nemen. Daraff hett ime der barger
maister Jörig Bermeter geantwart, hettea er and ander gesandter
den haaptlewten des hellen hawfen vil zagesagt oder yersprocfaei,
sollten sie inen solichs halten, er, der bargermaister, hette ina
nichtz zagesagt and wiste aach nichtz daramb, wollte onverworrei
darmit sein, hett demnach nichtz mit Menzingern geen wollen. Aka
hett darnach Menzinger den Maßler bey aim ermel ergriffen ui
ine mit im nemen wollen, darbey za sein, das er die messgwarf
wollte verschenken, das hat aber der von Mnßloe aach nit M
wollen, sonder im geantwurt, er wer nicht darbey gewest, trug kiia
wissen darvon and hett dess kain befelhe. Daraff war Menzingir
dahin gangen za Florian Geyer , hett ime dieselben messgemoi
selbs geschenkt, and Florian Geyer die angenömen. So war hff
Lienhart Dennern auch ain messgewand, defigleichen sonst ai-
dern aach ain messgewand oder viere hingeschenkt worden, danti
doch ain rat uichtzit wiste.
Und als Cunrat Eberhart, der, wie obstat, der gesanten ainer
gewest, darumb gefragt ward, ob er and imder gesandten sObB
messgewand den haaptlewten und reten des hellen hawfens zo schfiidcaa
vertrost oder zugesagt, hett er geantwart, er wiste nichtz darmk,
und gestund auch des nit, Menzinger log als ain boswicht, waia
er es von im saget. Deßgleichen verantwort sich Crist Hainz, dff
auch der gesandten ainer gewest war, als er im ral von fiacr
379
ch, das zusagen der messgewand betreffend, [411] höret reden,
0 er auch nichtzit daramb wiste. Und wiewol der inner rat
htet, das eUich vom ausschoß and der gemaind, die Menzingern
nderlich anhengig warn, mochten solichs getan and daramb wis-
D8 haben, so trug doch ain rat dess merklichs missfallen.
Der closterfrawen sapplication.
Erbem, vesten, farsichtigen , ersamen and weysen, besonder
ten harren! Ewer erberkait sein anser arms gepett gegen gott
id zimlich, willig, freontlich dienst hie in diser zeyt berait, and
tten ewer erberkait zavor, nacherzelt anser beschwerliche anligen
östlich zu erwegen, za gemaet and herzen za fam, das wie schnell,
tiwerlich and nffinrisch lewft yetz allenthalben vor aagen, and
r sampt den onsem von menigklich hilf and trostlos and ver-
Ben, aach onsers wissens der zeyt weder vicari, noch gaistlich
em and sonderlich nnn bey aim halben jar oder lenger kain be-
Uiesser oder beychtvatter gehapt oj^er noch haben, wiewol ans
sx verschiner tag ain brief aberantwnrt worden ist, ans mit ainem
ychtvatter za versehen, das ans beschwerlich and nachtailig sein
ftcfate, and vor von ans im pesten anderlassen, dieweyl villeicht
t möchte von ime gepredigt werden das warhaftig wort, das
Mstos hinder ime verlassen and seinen aposteln za verkanden
lolh^ hat, wie dann yetzt den verordneten beschlossen gaistlichen
(gdegt and zugemessen wart. Dasselb za verbaten bitten and
gern wir, wie hernach folgt, za dem ob wir gleych ain vicariam
tten oder zokonftig haben wurden und mästen, were und ist uns
rselbig gar entsessen, zu weyt aus dem lande, and ob er gleych-
^I ye zu zeyten herkomet, uns nicht nützlich, dann allain zu ainer
igening und hinnemmung des geltz and dergleichen dienlich etc.,
ndea uns dero also gar nit hilflich oder ersprießlich zu sein ge-
Mien. Dieweyl wir nun gehörter maß ganz und gar verlassen
d sich auch zu einpringung unser yeder leybgeding, gult und
vkfatongen, derer unser yedes aigen Sachen, nyemand underfahen
BT unser annemen möcht oder ward, und ir dann ye ansere schätz
i fldiirmherm seyt, wir uns ewer erberkait aach liiemit dermaß
letal und hinfaro darfar za erkennen, zu ern und zu halten er-
jg imd willig sind, bitten wir ewer farsichtigkait, sie [412] wolle
380
ims auch also als obverleypter maß verlassne weybsbüder in ir
tutel , schütz und schirm gonstlich an and offnem^ and yetzt oad
hinfaro yeder zeyt nach ewer erberkait willen and wolgebUen tii
weltlichen beschliesser mit uns, der priorin and das convent, ord-
nen, setzen and zu bestettigen dermassen and gestalt, wa sidido-
selb ewer erberkaiten, auch unserm befelh nach nit gemeß hidte,
ine mit wissen zu Urlauben und ainen andern ufEzunemen etc. Ans
dem und oberzeltem und andern mer Ursachen und sonderlich aadi,
dieweyl das gemelt unser closter nit als ain versperrt, sonder ain
offen closter fundiert, gestift, auch vor etlichen versdiinen jara
der massen gewest und gehalten worden ist, uns alsdann gunstlich
vergönnen, conseutirn und begnaden, als das unser der frawen yedB
des jars ains mals zway, doch auch mit erlauptnuss unser pfleger, <
priorin und der rats oder capittelfrawen berurts closters alhie a
iren freunden ain ausfart tun oder haben, auch dieselben Jansen
erbere freund yeder ze>i; des tags, auch die potten, so von ioen
zu uns ausgesendt werden, zu uns ins closter herein zu lasM
macht und gewalt haben sollen und mugen, wie dann mit andn
dergleychen clostern yetzt auch gebraucht, furgenomen and te
closter alhie, wie obverleypt, dermaß fnndirt und vor der zeyt dl
ain offen closter also gehalten worden ist. Dargegen sind wir v-
putig und wollen uns dcss gegen ewer erberkait frey bewilligt vai
uns ergeben haben, ob sich zutrug (das gott verhueten, wir uA
nicht tun sollen noch wollen), das sich unser aine oder mfir ü
zimlich oder, wie sich gepurt, halten wurde, das alsdann ain priorii
mit den cappitelfrawen die ubertreterin darumb nach irer veAaod-
lung zu strafen macht haben solle. Wa aber derohalben ain prioriB
strafen wurd oder wollt und zu leys in sölichen Sachen handetn,
so sollen ewer erberkait uns zu gut ain einsehen haben, za hr*
derung unser aller ern , zu förcht den andern darumb und dirok
zu sein, das dieselb ir gepurliche straf empfang. Darumb wdi
sieh also ewer erberkait hierinn in sölichem unserm b^;em ui
bitten gemeß und unabschlegig erweysen und uns das jene, deßhilb
wir vileicht unsernhalb unschuldigklich in ewer erberkait eingeboi
und versagt, nit entgelten lassen, wie wir dann dess zuvendchti^dick
genzlich tröst sind, vertrawen uns solicher obvermerkter petitioa
gemeß zu erlauben, consentirn, begnaden, zu handeln [413] ondii
tun zu ewer fui'sichtigkait haben, begern und wOUen wir alle sa]^pt*
381
eil nnd sonderlich und derselben ern, nutz, christenlichem gluck,
^gem regiments und znstands der seien vnd leybs mit nnserm
rmen gebett nmb gott zu bitten nit vergessen nnd hie in zeyt des
jtens mit zimlicher gehorsamer dienstparkeit allzeyt Vermögens ge-
issen sein zu vardienen. Bitten cristlicher, ^ediger, gunstiger,
diriftlidier antwnrt.
Priorin nnd convent des frawenclosters alhie
zu Rotenburg.
)er bawrschaft reformation aufzurichten fnrgenomcn
anno domini 1525 ^
^on dem schloss Schillingsfnrst, wie das erobert,
eblundert und ansgebrennt und sölichs [durch] die
lohenloischen bawrn, darein gehörig, selbs geabt
worden ist etc.
Erstlich nachdem graf Wolfgang von Hohenloe oder seiner
naden vormunder uff Eathedra Petri [22 Februnr] des 25 jars
ffidi zynsgelt Erasmusen von Mußloe zu Rotenburg verfallen und
cfaildig gewest, hat er, ee dann die aufrurig bawrschaft (darundcr
bnn die hohenloischen bawrschaft und undertanen stark und zum
iQ die fumembsten warn) aus der landwer gezogen sind, (und als
ttcb vermainen vor der uffrur) seinen bruder Hannsen von Mußloe
iQilg hinaus gein Schillingsfurst geschickt, solich verfallen zinsgelt
H empbhen. Indess ist ime under wegen begegnet Ilainrich Zent-
»raf, gedachtz grafen Wolfs canzler oder secretarius zu Schillings-
1 Unter dieBem titel bringt Zweifel [bl. 418 bis 430] folgende bereits
^druckte aktenitficke: 1) Handlung, artickel und instruciion, so furgenomeii
"onUn sein von allen rotten und hawfen der bawrn, so sich zusamen ver-
ttdM haben 1525 (vgl. Aber diese artikcl und ihre verschiedenen redactioncn
bnumn, die obcrschwabischen Bauern im Märze 1525 und die zwölf ar-
bl 25 fll); S) Hiplers programm für die Heilbrunner Bauernkanzlei (go-
iMki bei öcbde 158 bis 155); 8) Woigands schreiben an Wendel Hiplcr,
Mhb Miltenbeig donnerstag nach Cantate [18 Mai] anno 25 (bei Öchslo
19 liia 162); 4) auffordening an den fränkischen adel (bei Öchsle 281 bis
It^ Beneen 544 bis 545); 4) Weigands artikel für die Heilbronner bauern-
uidai (Öehtle 156 bis 159); 5) entwurf der reichsrcformation (Öchslo 283
8 f92, BenwB 551 bis 558).
382
farst, der hat Hannsen von Maßloe gefragt, wa er hin wöUU
hat im d^ von Maßloe geantwort, er wollte gein Scfailli
reyteu und das verfallen zynsgelt holen and empüahen, li
der secretarios Hainrich Zentgraf darnff gesagt, er dörfte ni
reyten, dann man ward im kain zynsgelt mer geben, sie h
vor so lang eingenomen, das sie nan mer, dann das haaptgi
and empfangen hetteu. Daraff hat Hanns von Maßloe d
wider ambgekert, ist gein Rotenbarg anhaims geritten, ha
brader Erasmusen von Maßloe sölicher mer bericht. Deßj
ist der secretarias damals aach gein Rotenbarg and in Str(
des wirtz, haws geritten. Als nun Erasmas von Maßloe ^
bruder vermelter antwart bericht worden, ist er alspala
secretari Hainrich Zentgrafen in Strolantzen haws gangen,
gefragt, wie die sach stee, ob man im sein zynsgelt n
wollte, hett secretarias ime geantwart: „Ey lieber, ir h2
so lang eingenomen, das ir mer innen hapt, den des haap
etc., daruff Erasmas von Maßloe ime geantwart: „Mir
ward mich nit also settigen lassen'', wer damit von in
gangen. Aas dem, auch vor and nach gemelten geschieht
nemen ist, wes willens and gemats der zeyt nit allain in dei
loischen undertanen and bawrschaften, sonder auch in dei
amptlewten selbs gesteckt ist.
Item so sind gemelt Hainrich Zentgraf, der grafen sec
Albrecht Eysenhat, zu Dringen bargermaister, and der s(
daselbst der versamelten bawrschaft zu Haidingsfelt haaptl
rate and sonderlich der secretarias Hainrich Zentgraf gemelt
Schaft zu Haidingsfeld rat, canzler, heber and leger ire
gewest, wie sichs aus nachgemelten Schriften, die er selbs g(
hat, zu erfinden.
Item in derselben ze}i;, nmb den sonntag Jubilate
haben die hohenloischen pawrn and undertanen, in das am]
lingsfurst gehörig, an hauptlewt und rate der versameltc
Schaft supplicirt und angerufen, gegen dem schloß Schilling
handehi und furzunemen Inhalt der supplication , weliche (
melten raten und hauptlewten am dinstag nach Jubilate
uberantwurt worden ist, davon ain [432] copey, gemelts se(
Hainrich Zeutgrafs handschrift, vorhanden und hieher nach
ist, lawtend, wie hernach folgt:
383
Sipplication der hohenloischen bawrn, ins ampt
Schillingsfnrst gehörig.
Erbam, forsichtigen, ersamen, weysen, gunstig, lieb herren und
hroder! Nachdem wir etwan lang dem hawfen nachgcraist haben,
ward uns also durch glaubwirdig personen angezaigt, wie das sich
der wolgebom her Hainrich Schlick, freyherr im Joachimstal, in
lechst vei^angen tagen zu Onoltzpach hat hörn lassen, dem wol-
gebomen herren Wolfgangen von Ilohenloe, seinem schwagern, ain
bqrstand und rettung zu tun, und wöll Schillingsfurst mit etlich vil
Bdiaun besetzen, und wa er ainen aus den hohenloischen begrcyf,
10 muß er sterben, und [müssen mir] also in grosser geferlichait
iteen, das es zu besorgen ist, mir komcn umb leyb, ere und gut,
md müssen auch etliche aus unserm ampt dahaimen awsserhalb des
Khlofis alle nacht wachen, und will sie nit hinein lassen. Ilieruff
>k unser freuntlich, untertenig bitt und beger an euch, das man
lUhs schloss wöll halten, wie die andern, und das ainom ampt ubcr-
leboi, dasselbig zu zerprechen, damit wir aus geferlichait komen.
Du wollten wir hinfur geflissen sein, in ungespartem dienst gegen
Aiem ganzen hellen hawfen zu verschulden, und bitten hieruff ain
Cnedig antwurt etc.
Ain ambt zu Schillingsfurst, der hauptlewt und rete und
des ganzen hellen hawfens etc. undertenigcn.
Sölichen clagzedel hat der pfarrer zu Osthaim mit seiner aigen
kiod geschriben, die ich bey meinen banden hab, und ist dem rat
^Mrantwort am dinstag nach Jubilate [9 Mai].
Uff Verlesung sölicher supplication, vor hauptlewten und reteu
des hellen hawfen beschehen, hat sich Endris Wittich von Odeltz-
litwsen ^, der herrschaft Hohenloe undertan, so damals ainer des
ilts im hellen hawfen gewest ist, hören lassen, wa das schloß Schil-
. Bii0Bfiurst unverprennt blib, so leg ain dapfere, grosse, uberschwenk-
lidie frncht darin, davon sich der Schlick, so er das schloß ein-
tai, jar und tag enthalten möcht und land und lewt verderben.
Dff diesdbigen sein rede, als der schulthaiß umbfragt, wurd durch
kaoptlewt and rate [433] des hellen hawfens erkannt, das sölichs
ichloß sollte geraumpt, alle famuss dem jungen graven von Hohen-
I Adolnhauscn.
384
loe, auch dem frewlin ^ und amptman das ir Tolgen, die frnclit,
geschatz und pnlver gein Rotenburg in das Barfossercloster gefiirt,
nnd alsdann das schloß aasgeprennt werden etc. Soliche erkannt-
nnss ist in beywesen nnd mit wissen Emfrid Kämpfen und Jorig
Spelten , des jungen , die eben dis tag das ersten mals bcy den
hellen hawfen zu rat gangen warn, bescheben.
Demnach haben hanptlewt nnd rate des hellen hawfens ge-
nannten Endrisen Wittich mit ainem befelh , g^en gemeltem sdiM
Inhalt obgemelter erkenntnnss nnd beschlnß forzanemen und ib
handeln, [abgevertigt] nnd daneben ime ainen brief an bm^
maistcr nnd rat hie zn Rotenburg geben, lawtend, wie hernach folgt:
Den erbern nnd weysen, burgermaister und raten
Rotenburg uff der Tawber, nnsern christlicheD, liebei
brudern und guten freunden.
Gnad und frid in Christo. Christlich, lieben bruder und git
freund! Nachdem Endres Wittich von Otteltzhawsen , zaiger diaer
Schrift, von uns mit gewalt abgevertigt, gegen dem schloß Sdiilüngi-
fürst und dem, so darinn leyt, zu handeln und furzunemen, wie er
dess muntlich befelh hat, wurd er ewer und der ewern hilf soDde^
lieh der für halben , die den habern alda von Schillingsfnrst zur
underhaltung unsers gemainen hawfens in das Barfussercloster lifen
sollen , ganz nottnrftig , darumb wollend euch uff sein anrufen ii
allem, so im begegnen wurde oder möcht, hilflich, rötlich und bef-
stendig sein, damit die sach voUendt werde, und unsen befeh
volstrcckung geschehe, wie dann Emfrid Eumpf auch bewilligt htt
Datum under unserm secret uff mitwoch nach Cantate [17 Hai]
anno etc. 25.
Hanptlewt und rate der versamlung, yetzt zn
Wurzbnrg und Haidingsfeld.
Solich obgemelte schrift war Hainrich Zentgrafs, des secreUriei
obgemelt, handschrift, die noch vorhanden ist.
Zednla inclusa.
Auch haben wir mangel an geschickten schreybem, begcrs
wir, das ir Valtin Denncm uff unsem costcn zuschicken wölH.
1 Der Bchwostcr Hcn grafon Wolfgang von Ilohonloho.
385
[434] Aber ain schrift vom hellen hawfen ambpalfer nnd
stain and anders.
Unsern christlichen, lieben herren, bradcrn and frenn*
den, bnrgermaister ond rate der statt Botenbnrg äff der
Tawber.
Gnad and frid in Christo. Christlich, lieb brader, herren nnd
fireond! Wir vememen, das ir noch nff die hnndert gemachter,
ejsiner stain, zn ewem bnchsen gehörig, haben sollt. Weyl wir
dann sölicher hoch nottarftig nnd eyl halben dergleychen nit be-
kamen mögen, derhalben bitten wir gntlichs nnd brndcrlichs fleyß,
US dieselben allerfnrderlichst znzeschicken nnd ob dem kain be-
Khwernng trägen, dann augenscheinliche notturft verursacht uns,
eiidi braderlich anzusuchen. Wollen euch glauplich hiemit zuge-
sehribeo haben, geburliche zalung darurob zu läisten, auch den fur-
aan seins Ions vergnügen. Wollet auch cwern bulfermacher ernst-
lich anreden lassen, sich mit bulfer zu verfassen, damit, ob wir
desB nottarfüg, gegen gebarender bezalung zu finden haben,
«nd ob ainer gelt daruff begert, mag sich herfagen, dem soll es
iridorhrn.
Datam eylends mitwochen nach Cantate [17 Mai] anno etc. 25.
Haaptlewt und rate der versamlung zu Haidingsfcld.
Zedula inclusa.
Wie ewer erberkait jungst geschriben worden Ycltin Donners
kilben, den wollet fnrderlich herab schicken und fertigen.
Solich obvermelt Schriften sind an obvermeltem donncrstag
mch Cantate [18 Mai] dem burgcrmaistcr alhie durch Endrisen
Wittich aberantwurt worden, daruff Endris Wittich alspald wider
^abgeschieden und hinaus gein Schillingsfurst gangen ist, hat mit
Studien Personen das schloss erobert, und ist damit ergangen, wie
liemach folgt.
Eroberung Schillingsfurst belangend.
Umb Martini [11 November] des 24 jars vor der pewrischen
^tfrnr ist Mathis Bader zu Oberosthain ains schlahens und [435]
handlang halb gein Schillingsfurst in die freyung komen und da-
chst bernlden zu Frankenhaim bcy scim bruder Symou Badern gc-
Baa«*rnkri4qt ^''
386
legen, hett seinen studelzewg zum weben auch dahin pringen lassen,
und alspald da gearbeit und sonderlich heU das jung frewlin, des
jungen herren Schwester , ime zu wurken geben , und als sich die
bawrisch nffrnr angefangen hett, wer Peter Jeger, kneclit zo Schü-
lingsfarst, zn Mathis Badern gein Frankenhaim komen, hett in
anzaigt, graf Albrecht ließ ine, Mathißen, und sein brader bitten,
nachdem die bawrn abfeilig and nffrorisch worden wern, das sie
doben im schloß ligen and dasselbig verwarn helfen sollten, Irett
Mathis Bader ime aiigezaigt, wie er za arbaiten bette, also das er
es nit wol tan köndte, hette er ine gepetten, wann er es des tags
nit tan könnt, sollte er es des nachtz tun. Also war derselb Uathis
m
Bader hinaaf in das schloß gangen and bey 10 oder 12 necLten
und aach etwanwil tag, dcsgleychen mit ime dis nachbenannten, nit
namen Schaff Stephan, schcfcr za Schillingsfarst, Lutz Windsbaiffler
Von Frankenhaim, Peter Jeger obgenannt and sein zwen sön, Ende^
)in and Hanns genannt, Schuster Ilennsin von Schönpronn, ClaBi
Hofmann, amptmann za Schillingsfarst, Hainrich Zentgref, secretari«
daselbst, Veyt Kremer, der battel, Prothers Hennsin, ain kseckt
daselbst, yetz amb Weinsperg wonhaft, der alt Schmid Hanns, Ux-
wart, and Ganz Schmid das schloß Schillingsfarst helfen innhabes
and bewarn, biß angeverlich des andern oder dntten tags nach sant
Jörigen tag [25, 26 April], wer Hanns vom Wald gein Schillings-
farst komen, hett allda gesseu, wer farter eylends gein Onoltzpacb
geritten , hett Peter Jegern mit im genomen and sein knecht dl
gekssen, wer des andern tags am ambhcrreyten wider gein Schillings'
farst komen, hett alda gemelten amptman and secretariom gefragt
ob auch bawrn, die trewlosen böswicht, herein in das schloß giengeii
hett der amptman ime geantwnrt: „Es sein erst an sant Jörgen
tag 10 oder 12 bawrn hynnen gewest, ich hab niditz gesehen, dis
sie mir begern za tan, ich leyhe inen getraid und hilf in, ich ouiit
sie sollen mir uichtz tun/' Aber Mathis Bader, so darbey ge-
standen were, hett gern darzu geredt und gesaget, er wollt, das
man kain pawrn hinein ließ, so hett ers doch nit tun dörfen, dann
er besorgt, es möchte den bawrn furkomen and wann es in dani
furkomen sollt, dorft er nymer gein Frankenhaim oder [436] mAf
die pawrn komen, dann sie wurden in erschlagen, hett deshalbea
still geschwigen und nichtz gesagt. Damach als Hanns vom WaU
wegk komen wer, hett über ain tag oder drey darnach
387
Zentgraf, der secretanos, ime, Mathis Badern, und allen andern
auswendigen, so in der besatznng gelegen, Urlaub geben, sagend,
man dörfte ir nichtzit mer, dem herren gieng groß costung daruff,
«dllten die hobeln abbawen, die bawm teten dem schloß nichtz,
dann seine herren, graf Albrecht und graf Jörig wern auch brudcr
nnd in der pawru verpundnuss, das betten im die grafen schriftlich
geschickt, darumb tet man dem schloß nichtz mer. Daruff wern
Mathis Bader und ander heraus gangen^ Peter Jeger und sein sone
Enderlin darinnen bliben, aber der ander sein son Hanns wer für
Beinen vater den pawm zugezogen. So wem tumer, torwart und
iwen knecht audi darinnen bliben und sunst nyemand. Darnach
im donnerstag nach Cantate obgenannt [18 Mai], als die bawm
damals kain dienst mer betten wollen tun, auch mit gewalt im holz
gefaut, also das sie Peter Jegcrn als ain förster aus dem holz ge-
triben, und demnach die knecht im schloß selbs scheyterholz gefurt
h^ten, warn indess Bastian, der wirt zu Frankenhaim, Hanns
Merklin zu Dieppach, Becken Uennsin zu Sulzsdorf und Scheff Jörig
ta Frankenhaim hinauf gein Schillingsfurst gangen, betten hinein
bcgert, und der amptman sie hinein gelassen. Die betten im schloß
dem amptman angezaigt, wie zwen vom bawfen der versamclten
Itwra komen wern, die daniden zu Frankenhaim im wirtzhaws legen,
betten bricf, stunden an ine, den amptman, und das frewlin, des
kerren Schwester. Daruff hett der amptman Peter Jegers sone,
den Enderlin, alspald hinab gein Frankenhaim ins wirtzhaws go-
addckt zu den zwaycn und inen sagen lassen, betten sie brief,
Httlten sie die hinauf gein Schillingsfurst pringen, und das warn
gewest Endris Wittich von Otteltzhawsen und Lutz Seybot von
Stainach aus der halliscben landwer. Die warn demnach alspald
Mi Enderlin hinauf gein Schillingsfurst gangen , und als sie für
das schloß kamen, warn sie für Enderlin dem törlin zugelaufen,
hett Schmid Hanns das toriin ufftun und hinaus gesehen, hett in-
dess Endris Wittich mit der hellenparten zum törlin [437] hinein
gestochen, also das der torwart das törlin oder pförtlin nit wider
npringen möcht, wern also in das schloß komen. Und sobald sie
Uoein und zu den andern obgcmelten, so vor darinnen gewest,
comeni sein sie über den amptman gefallen, betten sich gestellt,
Js ob sie ine erstechen wollten, aber in doch gefangen und das
sbloß eingenomen, alspald hotten hinaus in das ganze Schillings-
25»
388
farster ampt zu allen des ambts pawrschaften geschickt, das m
sollten komen, dann man hett das schloß eingenomen. üff sölichs
sind alle pawrschaften des ampts gein Schillingsforst komen mid
nyemand anßbliben, haben das schloß geplündert, zerrissen, ter-
prochen und zum letzsten am nechsten sonntag darnach [21 HaO
gar ansgcprennt, haben kain marggrafischen, rotenborgischen oder
anderer herrschaft undertanen hinein gelassen, sie betten dann sein
sonder gnte knndschaft gehapt, and wann sie schon ainen hioon
gelassen, so betten sie ir kainen nichtz darinn handeln oder hinaus
tragen lassen, sonder sie all ander dem tor besacht, die hohenkn*
sehen das regiment allain gehapt and gesagt, das regiment stand
des orts inen und sunst nyemand zn, aber welichen sie in das
schloß gelassen, den betten sie darinnen essen and drinken geben.
Die hauptlewt, so das schloß erstlich, wie gemelt, eingenomen, babeo
das getraid, so im schloß gelegen , aasgemessen and verkawft nnd
sich verncmen lassen, sie verkawflen es dem jangen herren zu gut,
wollten im das gelt aflTlieben, etlich, sie wollten es dem heHea
hawfen pringen, hett ye ainer änderst, dan der ander geredt,
betten doch das gescbatz, balfer, hawsrat and etlich getraid in
die statt Rotenbarg lassen forn and gesagt, sie wollten es den
jangen herren za gat hinein furn lassen, aber etlich balfer, nemlidi
ain feßlin zway oder mer behalten, and Hanns Merklin gesagt, sie
mästen das schloß mit anzanden, dann er were balfermaister g^
west. Sie betten dem amptman and knechten nichtz genomen, nd
als das schloß geplündert worden were, am sonntag Yocem jocnndi-
tatis darnach [21 Mai], als vil pawrn za Frankenhaim im wirtzhivs
bey ainander gewest, ainer [438] zymmerman, den man Keßler ge-
nennt, gein Frankenhaim komen and geschickt worden, hett ge-
schrien, welicher hohenloisch and zam hawfen globt and geschworea
were, der sollt hiuaaf ins schloß komen, man wollte das schloß aa-
zanden. Es sein dasmals nit vil rotenborgischer za Frankenhaii)
sonder vast all haim gewest, dann wiewol ir etlich dahin komeB
warn, hat man sie doch nit ins schloß gelassen, änderst dann edick
betten habern and anders kawft, die hett man hinein gelassen, ^t
sie dasselbig geladen and heraus gefart betten. Also wer es aaek
mit den markgrafischon and andern gehalten worden etc.
Am freytag nach Gantate [19 Mai]
haben die hohenloischen bawrn das schloß Schillingsfurst geplnndert
389
und verordnet) wes dem jungen hcrren, seiner Schwester und dem
amptman bleyben, volgen und gein Rotenburg gefurt werden sollt.
Bamff hat des jungen herren Schwester alspald der von Rotenburg
Diener Hannsen Rehgais geschriben mit beger, von Iren wegen mit
seinen herren, aim erbem rat, bittlich zu handeln, ir zu vergönnen,
UQ hairs in der statt Rotenburg zu bestecn, darein sie sich mit
sunpt des jung^ herren clainoter und anderm tun möchte. Sölichs ,
pradit genannter Rehhanns alspald an Jörig Bermetern, den burger-
flttister, der hat daruff durch Rehhansen des jungen herren Schwester
die antwurt geben lassen, das sölichs dem jungen herren und ir zu
gut bewilligt und vergönnt were.
Am sambstag nach Cantate [20 Mai]
ist CUus Hofiooan, amptman zu Schillingsfurst , umb morgenessens
seyt eylend für Jörgen Bermeters, damals burgermaisters, haws ge-
ritten komen, hett zu ime begert, war uff sölichs der burgermaister
ampt Bonifacio Wernitzern zu ime herab ins haws gangen, ine zu
htoi, hett den amptman empfangen. Der hett gewaint, das er kawm
reden könnt, der burgermaister ine gefragt, wie die sach stund,
bett der amptman geantwurt, es stund [439] übel, und daruff ge-
iigt, wie in des jungen herren Schwester zu ime geschickt hett,
ließ ine als burgermaister bitten, desgleichen bat er selbs als ampt-
QU, das frewlin mitsampt irer und des jungen herren clainotern
Qid farender hab hie in der statt einzunemen und ir vergönnen,
tili haws zu besteen , auch sunst behawsung einzugeben oder zu-
isordnen, damit des jungen herren famuss undergepracht wurd etc.
Daruff hat der burgermaister dem amptman anzaigt, wie des
JQDgen herren Schwester gemainer statt diener, dem Rehhannsen,
gsstem derhalben auch geschriben und ersucht, dem hett er in ant-
vnrt zu erkennen geben, wie sölichs dem jungen herren und seiner
tdiwester zu gut bewilligt were, das wollt er ime yetz auch zuge-
si|t haben, dann warinnen ain rat iren gnaden guts erzaigen und
du ir verwarn köndten, dess wem sie genaigt und inen laid und
Bit lieb , das iren gnaden also schad beschehe. Dai'bey bett der
toiermaister den amptman gefragt, wie es zngieng, das sie das
schloß rewmbten, ob es pränn, hett er geantwurt nein, die pawrn
ietten es aber innen, er besorgt, es wurde verprennt, hett der
bogermaister verrer gefragt: „Wie haben es denn die bawrn erobert
390
und eingenomen?'' liett im der amptman geantwart, es wern pawro
komen, die hetten hinein bcgert, hett er die in allem guten hinein
gelassen, da sie nan hinein komen wern, hetten sie es eingenomen,
da er sich za inen nit versehen, darza hetten seine gnedig herren
ain verstand mit der bawrschaft und ime deßhalben befolhen, den
bawrn nichtz vorzuhalten.
Daruff hett der amptman den bnrgermaister verrer gebetten,
dem jungen herren sein getraid, geschntz und anders zu verwarn,
dann es ward sunst alles verprennt, verzogen und verwost werden.
Demnach ist aus undertenigem mitleyden und guter nachpnrschalt
iuen das Barfussercloster zu Rotenburg zu sOlichem eingegeben,
auch der bawmaister Bartholmes Frey darzu verordnet worden, ime
behilflich zu sein, damit er soliche farnuss darinnen underpringen
und verwarn möcht, wie dann der bawmaister (den der amptmao
darumb sonderlich zum höchsten auch ersucht und gepetten) mit
grossem fleyß, viler muw und arbait getan, auch soliche fornnss
zum tail verzaichnet hat.
[440] Verrer hat der amptman au gedachten bnrgemuüster
begert und gepettcn, jemand hinaus gein Schillingsfurst zu ordnen,
das geschutz aus und eiuzuheben und damit umbzugeen , damit
uichtzit daran zerprochen, zerrissen und verwust wurd. Demnadi ist
der statt zymmermaister uff sölich des aroptmans suchen zu sölicheo,
allain dem jungen herren zu gut und zu verwarnng des seinen,
sovil an im were, hinaus verordnet und geschickt worden. I^
gleichen sein auch auf bitt des amptmans dem jungen herren nod
seiner Schwester zu gut etlich spitalwegen und andere furlewtaHiie
dargelihen worden, dem jungen herren zu gut sein hawsrat, geschnti)
getraid und andere farnuss herein in die statt zu fum , damit tf
underpracht, verwart wurd und nicht vergieug.
Daneben hat auch des jungen herren Schwester ain behawsnog
ulhie bestanden, darein sie des jungen herreu clainoter, hawott
und ander farnuss genomeu, verwart und behalten hat Das g^
schütz aber und getraid ist in das Barfussercloster gefort und da-
rinnen verwart.
Als aber der statt zymmermaister hinaus gein Schillingsliuit
komen, ist das geschutz also verwust gewest, das man es uff des-
selben laden nit herein hat können fum.
Item als der amptman dazumal in Benedik Maischen, des wiilii
391
zu herberg gelegen, ist er von etlichen persouen darinnen
armals za red gehalten worden, wammb er dem jnngen hefren
s sdiloß also abergebe, hett er sich allwegen verantwnrt, er hett
ha gnedigen herren derhalben geschriben , die ^ hetton ime ant-
Brt geben, wie sie von des jungen herren wegen mit der bawr-
haft vertragen wem, and ine gehaissen, wann yemand kern und
nein begert, sollt er sie hinein lassen nnd nyemand nichts vor-
dten, das hett er getan. Hat anch Benedikt Maisch den ampt-
tn deßhalben mermals gegen etlichen verantwnrt gehapt. >
[441] An sontag Yocem jocnnditatis [21 Mai]
iben die hohcnloischen bawrn, ins ampt Schillingsfnrst gehörig,
ich volprachter plnnderung, verkawfung des gctraids und anderer
irwastnng das schloß Schillingsfarst sampt dem vorhof angestossen
Dd ganz aosgeprennt.
Und als die obverlejrpten bed Schriften, von hanptlewtcn nnd
tten an aim rat alhie ausgangeu nnd von Endris Wittichen von
tteltzbawsen ain rat behendigt, das schloß Schillingsfnrst, staip
od pnlfer betreffend , nechstyergangen frcytags nnd anderer tag
sjdher sampt nachgemelten mer Schriften worden sind, hat ain rat
irnff antwurt geben, als hernach folgt:
Antwart an die bawrschaft.
^en edlen, vesten, erbern und weyscn hauptlewten nnd
iten des hellen hawfens nnd versamblnng zn Haidings-
sld, unsern lieben herren, christlichen brudern nnd
freunden.
Unser willig und freuntUch dienst zuvor. Lieb herren, bruder
id freund! Ewer schreyben, uns yetzt getan, haben wir alles in-
ilti verlesen. Und erstlich der hundert gemachter eysener stain
klb, zu unser buchsen gehörig, die wir noch bey uns haben, und
igert) euch die zu schicken etc., mögend ir aiuen furman mit aiiicm
tfren hieher vertigen, die zu holen, so wollen wir euch die volgen
1 Nlmlich Graf Albrecht und Goorg von Hohenlohc als vormflndcr
(KM fetters, des grafen Wolfgaog.
392
kissen. Zum andern des polfcrs halb haben wir mit uosem balfer-
machem lassen handeln inhaltz ewers schreybens, versdien uns,
sie werden kain fleyß darinnen spam. Und zum dritten nnsen
stattschreybers Substituten Valentin Denners halben, den ir b^gert
euch farderlich hinab za fertigen, inmassen uns von euch bievor
geschriben sein soll etc., wissen wir von kainer Schriften, die nos
von euch hievor derhalb geschehen oder zukomen sein soll, dam
so könden weder wir, noch unser stattschreyber sein diser zeytnit
geraten, noch ine seins diensts erlassen, zudem das ime Ytlentii
Dennern, wie er uns bericht, nit selbs gelegen, noch er gewillt sej,
sein dienst zu begeben oder zu verlassen und sich zu eudi za tun,
deßhalb ewenn begern in dem stuck bequemlich nit statt gesdidies
mag, bruderlich und freuntlich [442] bittend, solichs aus der notzrft
und im pesten zu vermerken. Das begern wir umb eudi gutwilGg
und freuntlich zu verdienen.
Datum freytags nach Cantate [19 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rat zu Rotenburg uff der Tawber.
Ain Schrift von der versamelten bawrschaft zur Newes*
stat an der Aysch.
An burgermaister. rat und gemaind zu Rotenburg nff
der Tawber, unsern christlichen brudern in Christo.
Lieben bruder in Christo ! Ir hapt un zweyfel gehört, das wir
zur Newenstat auch ain versamblung der bawrschaft haben. Die-
weyl wir dann noch der zeyt an der manschaft gering, noch jA
zway tawsend stark sind, auch nachdem unser veind und wider
wertigen umb uns straifen, dieweyl ir dann dem hellen hawfen, vor
Wurzburg ligend, gleich uns zugetan und veri'flicht, ist unser gzt-
lieh und bruderlich begern und bitt ist, wollend uns ain anzal Tofts
zu ainem zusatz, hilf und rettung ain zeyt lang, biß wir sterker
werden, zuschicken uff das schierst und on Verzug, wollt uns aich
Tier Zentner bukers on Verzug und sidierlichen uff unsern costez
zuschicken und uns damit nit verlassen, das wir uns in aller b^lde^
lieber lieb, trew und pflichten zu euch versdien wollen.
Datum uff donnerstag nach Cantate [Id Mai] anno eic im 35.
Hauptlewi der versamblung der bawzschaft
zur Xewenstal an der Aisdu
393
Antwurt daruff.
BD, weysen, unsern lieben freunden und christ-
lern, hanptlewten der versamelten bawrschaft
zur Newenstait an der Aisch.
Vennüich dienst znvor. Lieben freand and bruder in
er schreiben and begern, each mit ainer anzal Volks
and vier zentner baifers hilf and erstattang za tan etc.,
les inbaltz vcrnomen, wollen each daraff nit pergen
ir als die jenen, so gegen dem schwebischen pand und
bruderschaft widerwertig auch in far und sorgen steen,
ten mangel haben, and als wir in ewerm schreyben
eyt ir stattlicher, dann wir mit lewten versehen, deu-
ten wir uns mit buchsen, stainen, bulfer und andern
liegen dem bellen hawfen zu Wurzburg entblost, zudem
: hell hawf verrer umb bulfer bey uns ansucht, also
rm begern in beden stucken mit lewten, pnlfer und
»tatt tun könden. Das wollend, bitten wir, im pesten
urft von uns vermerken, dann wa wir euch in ander
h und bruderlich dienst beweisen konnten, wem wir
donnerstags nach Cantate [18 Mai] anno etc. 25.
irgcrmaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
i von Ernfrid Kumpfen und Jorig Spelten,
dem jungen.
*n, fursichtigen und weysen, burgermaister
SU Rotenburg uff der Tawber, unsern gun-
eben herren, freunden und christlichen
brudern.
, lieb herren und christliche bruder! Uff unsern ab-
ir von euch empfangen, fugen wir euch zu vernemen,
montag zu nachtz herberig zu Rötingen genomen, und
(leychwol nnder wegen ains hindern rads am geschutz-
Bu empfangen, also das äinig geschntz bey anderthalben
iverlich zu laud still steen bliben, haben also am andern
schätz der hindern reder ains hinaus schlaifen müssen und
394
also, wie crzelt, dasselbig gescbntz aach hinein gein Rötingen pracht
und verordnet, beym wagner und schmiden za pessem, das dann
in eyl beschehen, zu morgens uns fruw widerumb erhebt, ongessen
den weg genomen gein Gibelstatt, alda wir das frumal genomen,
nachmalen den nechsten uff Haidingsfeld zuzogen und also mit hilf
gottes das geschutz und anders dem hellen hawfen zn Haidingsfeld
uberantwurt etc., konden auch nichtz [444] anders vememcn, dann
menigklich im hellen hawfen ab unserm geschutz erfirewt seyen etc.
Ferrer, gunstigen herren, freund und bruder, fugen wir euch zu
vernemen, das unsere herren und bruder in beden legem m Wurz-
burg und Haidiugsfeld uff liewt dato uff meins gnedigen herren
marggrafen begern, ime zwen aus erzelten reten zugeschickt, ver^
sehen uns gcnzlich, er werde seine rate alher uffis ehist v^erordnen
und schicken, versehen uns auch, er werd mittlerzeyt mit seinem
gewaltigen furnemen still steen, gott geh das mittel etc. Wir sein
auch willens, euch uffs ehist ain mene zuzuschicken, der znversidit,
die von Wurzburg sollen uns ergegen ain mene zustellen. Was
uns verrer begegnet, wollen wir bey Thoman euch verrer berichten,
befelhen also alle handlung in willen gottes.
Datum Wurzburg mitwochen post Cantate [16 Mai] anno 1525.
Ernfrid Rumpf, Jörig Spelt
Zedula.
Gunstigen, lieben herren und christlichen bruder ! Dieweyl wir
yetzo Stumpfs gein Wurzburg in obersten rate sampt acht personen
erfordert, konden wir euch uff dis mals nichtz entdecken des schloß
halben, sonder der briefsantwurter wurt es euch mundlich berichten.
Wie und welicher gestalt gott, unser herr, wirkt, wollen wir euch
bey Thoman verrer berichten.
Datum, ut in literis.
Den erbern, fursichtigen und weysen, burgermaister,
Innern und ewssern rat und den ausschnssen zn
Rotemburg uff derTawber, unsern gunstigen herren,
bruder und freunden.
Gottes will geschehe ! Gunstig, lieb herren, freund und christ-
liche bruder 1 Wir schicken euch Thoman Dischinger, der dann an-
haims was zu schaffen hat, sampt vier gewin, ins spital gehörig.
^95
emit zu. Und als wir gestern verscbinen vor mittag in vcr-
mblnng der rete za Haidingsfeld gesessen, was wir dazumal in
indlang gestanden, habt ir gestern etlicher maßen schrift empfan-
m etc. und unser herkomen veruomen etc., dicweyl dann hiezwu-
lien das geschatz an zwayen orten, nemblich wnrzbnrgisch nnd unser
gergeschutz an das schloß geriebt [445], und gewaltigklichen gc-
iiossen wnrt, deßgleichen sewmen sich die im schloß auch nit, die
Itenweldiscben haben hiezwuschen mit graben muglichen flcyß ankert.
Ta wir ans nnserm leger dermassen, wie dann sie auch an uns be-
ut, inen volk zugeschickt betten, als dann nun uff zway ir begern nit
)Ig geschehen, zweyfelt uns nit, wir wollten es bald erobert haben.
estem ist unser geschntz hinaufgefurt uud mit henden hinuff gezogen
Orden, verhoff zu gott, es werde krcftigklichcn wirken. Bergen euch
Kh nit, das wir bed aus den raten zu Haidingsfeld hinein geiu
rvsbnrg in selbigen rat erfordert, auch heint bed alda gelegen und
Bn halben tag im rat beratschlagt, ob das schloß zu stürmen, wie
kr welicher massen dns zu erobern etc. Als aber yetz die sag,
ie die pundischen die weinspergischen überziehen, versehen wir
DB, sie werden pald wider hinder sich getriben werden etc.
Günstigen herren, fireund und bruder! Die rät wollen, das
Lunpf ZQ Wurzburg und ich, Spelt, zu Haidingsfeld in raten sein
Nlen, wurd mich von stund an alhie erheben und widerumb uff
Udeßfeld zu. Mocht ir all achten, das es auch von nöten, das
asdris Clingler bey mir, und Kumpf, der alt burgermaister, Lien-
vten behalten muß etc. Die von Wurzburg werden uns an der
pitilmene statt andere vier pferd zustellen. Was uns verrer be-
cgnet, wollen wir ewer erber weyshait und in bruderlicher lieb
it pergen. Seyt geherzigt, alle rappennester (wie denn auch
ddlliugsfiirst sampt andern sein) müssen zerstört, zerryssen, ver-
rennt oder abgeprochen werden, wie wir dann am herabziehen ob
Aen fewr und nemlich gesehen, das Speckfeld , Hohenloe ^ geben.
NuoU scyt gott befolhen, und wir zum ganz willigsten und gehar-
lasten erfunden werden wollen. Wir schicken euch auch ain ver-
lidmuss etlicher schloß und clöster, die verprennt sein. £s halten
ch die nndertanen ganz ungeharsamlich noch zur zeyt, seyen zu-
nicfatllch, es werde pald ain gestreng verpott ausgeen den jenigen,
1 Uohlacb.
396
wes die rate zusagen, das der gemain man bierflber njremand nidit
verrer betrüben soll, were sunst nicht bmderlich gehandelt Dum
gestern von allen reten des hellen hawfen aim Wolfskel ain nngea
beschehen , über das alles betten sich etlich erhept , ime bey Amf
fader weins austranken und verschntt and etlich malter habem
genomen, aach kain erparmang [446] gehapt, das sein hawsbif
im kindbet gelegen etc., prachts mit weinenden angen vorm rat ai, :d
daraff der oberst sich uffgemacht, ine, Wolfskel, wideromb einge-
setzt hat. Wer aber diesclbigen sein, ob sie gestraft sein oder lAi
ist uns verporgen, zweyfelt ans nit, es werd gestrafL
Datum Wurzbarg umb 5 urn donnerstags post Gantate [18 Hai]
anno 1525.
Ernfrid Kampf, Jörg Spelt ^
Zedel der neweu zeytigung.
Pillenhewser ^ bawrschaft haben in vierzehn tagen ungeverlkh
nachfolgend flecken glaubhaftig eingenomen and verprennt, wiehc^
nach folgt: Uaßfurt, 3 meil wegs ob Schweinfurt, Aschach', sehkl^
verprennt, das jeuig, so darinnen funden, verpewt, 14 edelmin
gefangen, ligen zu Schweinfurt, Trimperg, schloß, closter Anrach'
verprennt, Westerwinkel ^, nonnencloster, auch ausgeprennt, WiU-
berg ^, schloß, verprennt, alles, so darinnen gefunden, verpewdt d0i
prüdem; Wetzhawsen ^ schloß, Rotenstain ^, Engelsdorf, Burgbrot-
pach ^, Altenstain , Dcres ^ , closter , Malbarhawsen , frawenckNtff,
Zabelstain, schloß: rappennestcr , alle in acht oder 14 tagen vv*
prennt.
Responsio.
Den erbern und wcysen, unser lieben ratzfreundei
und burgern Ernfrid Kumpfen und Jörg Spelteii
dem jungen.
Unser freuntlich dienst zuvor. Lieben alten burgermaister ni
Spelt! Ewer schreyben, uns yetzt getan, mit anzaigung, welidtf
maß ir mit unserm geschutz und anderer geraitschaft hinab zu des
1 Hänfen von Bildhauson. 2 Waldaschach. 3 Trimbeig, Am
4 WfKshtorswinkel. 5 am Ilassberg. 6 Wetzhausen. 7 BottenitMi«
8 fiurgpreppach. 9 Theres, auch Obertheres.
i
hellen hawfen zu Haidingsfeld glncklich und wol komen, und die
im hellen hawfen unsers geschntz erfrewt worden sein sollen etc.,
das alles und anch ewer [447] gesundlich nnd glücklich wolfart
haben wir mit sondern frewden empfangen nnd vemomen. Und
nachdem, wie ir wißt, hanptlewt und rate, so jungst vom hellen
hawfen hieher zu nns verordnet gewest sind nnd inhalt irer bruder-
sdiaft artickel pflicht eingenomen, daneben das Hennserhaws com-
nentnrs nnd seiner hab halben mit nns nnd demselben commentur,
irie sie wissen, handlang gehapt nnd letzt den abschied von nns
^nomen haben, an ire mithanptlewt nnd rate des hellen hawfen zn
pringen, ob sie die zwainzig zentner pnlvers, so wir von wegen des
oommentnrs inen znzestellen erpottcn, anncmen und uns dagegen das
Kennserhaws mitsampt dem commentur und aller seiner hab, in-
niassen ain gemaind nnd wir die darvor eingenomen, volgen und
^ imen bleyben lassen wollen oder nit, befelhen nnd bitten wir euch,
liey inen zu handeln und anzusuchen, uns dess schriftlich zu ver-
^stendigen, verrer darnach haben zu richten. Und so ir dann von
^nen vemembt, das es bey demselben besteen nnd blcybeu werd,
wollend furtcr weyter bey inen bittlich anhalten, das sie unsern
freunden, burgermaistern und rat zu Windshaim wollen
^schreyben und beschaid geben, uns oder unserer gemaind das ge-
"^sraid, so gemelter unser commentur zu Windshaim ligen hat, volgen
(^zn lassen] nnd sunst nyemand kains eingriffs darein zn tun ge-
statten wollen, dann wir von aim rat zu Windshaim uff unser hand-
lang and ansuchen, durch unsern stattschreyber darumb an sie ge-
engt, antwurt empfangen haben, das sie sich gemelter hanptlewt
^nd r&te beschaids, wie in der von in zukam , halten , und so es ,
3r maynnng sey, nns das getraid als lieb, als andern volgen lassen
Völlen. Verrer so wist ir, welicher massen unser bawrschaft biß-
Iier ganz mutwilliger, frevenlicher und unchristlicher weys sich
^nderstanden haben und zum tail noch, nns, unsere burger, gemainc
unser statt nnd andere die iren in ireu holzer, weyeru und andern
f[iitem, darein mit dem vieh zu treyben, die abzufretzeu, zu fischen,
za verwüsten, als sie auch etwavil holz in weiden unnutzlich ver-
prennt band. Nun bericht uns unser diener Hanns Wilhelm Wer-
nitzer, genant Behaim, als er noch etliclie farende hab zu Dierpach
in nnserm haws gehapt und in seinem abzng hynder ime gelassen
bab, sein yetz die pawrn daselbst zu Dierpach in sölich unser be-
398
hawsong gefallen, haben ime das sein genomen, ains tails zerscUigi
und verwust sampt anderm matwillen, dess haaptlewt und rftte c
zweyfel kain gefallen tragen [448]. Wollend inen söUchs aoch ii
zaigen und sie bitten, zu abstellung desselben, und das onserm diaM
das sein wider wcrd, mit den pawm zu handeln. Und was ir di
niden bey euch geraten köndt, es sein knecht oder pferd, di
wollend ufiEs furderlichst hieher verschaffen und each off das gerinp
einziehen, als ir könt und möcht, uns auch hiemit gestalt der leffl
und handlung, wie sich die daniden halten, schriftlich berichten, otf
in dem und anderm von unser und gemainer statt wegen allen ficyt
ankern, als wir vertrawen zu euch haben. Das begem wir uk
euch freuntlich zu beschulden und zu verdienen.
Datum freytags nach Cantate [19 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Den erbern, fursichtigen und weysen burgermaister,
rate und gemaind zu Rotenburg uff der Tawber,
meinen lieben herren.
Mein undertenig, willig dienst sind ewer weyshait alzeitmef«
Erber, fursichtig, weys, lieb herren ! Mir ist ungezweyfelt, ir tn|k
gut wissen die grele, gewaltsame handlung, so ewer mitbnrger fli
tailc aus der gemaind an mir in kurzen verschinen tagen hegufB
haben, wiewol meinthalben meinsbedunkens unverschult Und als ick
warlich bericht pin, so soll sölichs geschehen sein, dammb das idiift
burger sey bey euch, wie ander priester. Wa ich aber zuvor dirck
euch und yemands von ewert wegen derhalben ersucht, wollt ich ntt
warlich dermassen haben gehalten, darab ir und gemaine statt pM
kain missfallen wurdt gehapt haben, dann burger zu werden tV
euch, wie ander priester, ist mir ganz nit entgegen. Ich kaa ntk
wol ermessen, so ich bey euch will wonen mein leben lang, widtt
willens pin gewest, und noch mein gemut nit änderst steet, dtfi
des orts mein leben zu enden, das ich auch nit änderst, dann ik
ander priester bey euch tun will oder solle, dammb man Bit ■
grele gegen mir hett pillich sollen handeln. Ich hab es andi oäk
die von der gemaind, wie ir wisst, nit beschult, das ich nun ■!
anders, [das] mir widerwertig ist, gott befilhe, und geb eoch UflA
zu versteen, das ich alles willig pin zu tun, wie ander piieiliBi
es sey, wie das namen mag haben, und was mich angqpnrt, idl
399
kun mangel an mir haben [449], man leyh mir solich atzong von
ilm rat dar, so ich in aigner person [zu euch komen], als ich zu
fott hoff, bald gesdiehen soll, als dann will ich leyplich ton , wie
ader priester bey each. Und ist mein bitt damff, ir wollet mit
«fern mitbnrgem ernstlich verschaffen, das sie hinfnran uff solich
lern erpieten, wie oben, mit nit verrer vergweltigen in meiner be-
kwsong, mir mein armut nit nemen, wie sie mit meinem wein ge-
kindelt haben, und so sie ewangelysch wollen leben und bruderlich,
Mf inen söliches gewalt, den sie an mir geübt haben, billich über-
Üben. Beschließlich gib ich ewer weyshait zu erkennen, das ich
ia vergangner Yasten schwerlich pin eingesagt worden bey meinem
gnedigen herm, dem marggrafen durch meine mißgönner und am
BMmtag nach Jubilate [8 Mai] vergangen zu Feuchtwang gefengklich
drey tag daselbst enthalten und darnach zu meiner erledigung zu
tfipteo angenomen, wann mich ir fürstlich gnad betage, mich zu
ÜeUeo. Deßhalben ich yetzund zu Onoltzpach pin, mich angezaigt,
ttber noch nit ledig gezelt, dann der fürst hat sovil geschefft, das
ich nnn biß in viersehen tagen nit hab mögen furkomen. Aber
•9bald ich ledig wnrd sölicher glubt, alsdann will ich mich zu euch
^BCBonlich verfugen und alles tun, -was ich schuldig bin zu tun.
Skmit befilhe ich mich ewer weyshait als mein gunstigen, lieben
Datum Onoltzpach donnerstag nach Cantate [18 Mai] anno etc. 25.
Augustin Gumpelin, Chorherr zu Feuchtwangen.
•Ain Schrift von etlichen leybaigen lewten zu Mergethaim.
Onad und £rid von gott durch Christum Jhesum unsem hayland 1
Tündertenigen, willigen grus znvoran. Ersamen, weysen herren bur-
alda zu Rotenburg! Ir hapt in frischer gedechtnus der
tluTwIgtiiiiu hilft halben, weliche ir erfordert hapt, von uns dreyen,
zu Mergethaim, mit namen Marx Bawr, Hainz Spöring
Prew[4Ö0]kessel. Dieselbig leybaigenschaft haben wir drey
ansgericht und geben und die summa des geltz, das wir
1|l drey geben han, macht achtundvierzig guldin, darinn wir vast
9mr besdiwert sein, auch unpillich bedunkt, und nit göttlich ist,
^Ofidis gdt also von uns also zu nemen. Dammb ist unser fleyssig
%iCt an Bin, ersamen, weysen rate zu Rotemburg, wollet ain einsehens
Wben, damit uns solicfas gelt wider widerfarn mög. Das wollen wir
400
verschulden und mit dank annemen, wa nit, so werdm wir genrsacht,
den hellen hawfen anzusuchen, damit uns armen das unser, das m
unpillicher weys genomen ist worden, widerumb widerfam mMt
oder gedeyhen. Und bei solichem einnemen ist gewesen der Hon-
burger und Stellwagen. Auch begem wir wider schriftlich antwirt,
wes wir uns sollen halten.
Man hat solichs ain schrift sein lassen und kain antwurt daruff gdNa
Der Hennserherren supplication.
Erber, vest, fursichtig und weysen, gunstige, lieben hem
burgermaister, inner und ewsser rate, auch ain erber ausschufi dff
gemaind diser loblichen statt Rotenburg! Wir hieunden beoamiM
arm bruder bitten nachfolgend unser anligend und beschwerd M
vcrnemen, auch zu herzen und gemut zu fum, und nemlich Süi
Wiewol wir uns hievor in gaistlichen stand des spitals und Jt>
hanniterhaws alhie sant Johans ordens , der lange jar und zeyt ii
der Christenheit gehalten worden, begeben und getun, demnach uA
in demselben Hennserhaws alhie unser narung und underfaaltHg
gehapt haben, von desselben haws gutem und nntzungen, so dofl
dotirt, verwidembt und gegeben sind, der orden auch damff gerfl
ist, so haben doch kurz vergangner tag ewer erberkait mitsamt
ainer ganzen gemaind villeicht nit on merklich Ursachen getfl
Hennserhaws mit allen seinen ligenden und farenden haben und goM
eingenomen, zu iren und [451] gemainer statt banden und gevA
pracht, und langt uns darbey an, das ewer erberkait und edtt
aus der gemaind des Vorhabens und willens sein sollen, uns atnrf
gemeltem Hennserhaws zu treyben, zu verjagen und arbait, die ik
nicht kouden, noch gelernt haben, uns auch damit nit wissen M
emeren oder zu befelhen , zu weysen und uns unserer nanmg wt
underhaltung , die wir in craft bemelts ordensstiftnng unser UM
lang von berurts ordens gutem haben sollten, zu entsetzen, dess ik
arm bmder, die ye sunst nichtzit haben, uns merklich besdifitt
und nit unpillich, versehen uns auch nit, das sölichs ewer erbectal
als christlicher bruder will, maynung oder gemut sey, dann waM
geschehen sollt, des wir uns doch ganz nit getrösten wollen, so vs*
es nit allain wider bemelts ordens Stiftung und wider redit, sBti/t
wider die gebott gottes, ewangelische 1er und christenliche, bmdeAh
liebe des nechsten, die da lawter will und vermag, was ain ysto
401
liristenmeDSch nit will, das ime ubels widerfar, das er ^ des seinen
echsten auch überheben und vertragen soll. Nun ist on zweyfel
irer kainer, der da wollt, das man ime das sein, das er an sich,
% wer gleich mit recht oder nnrecht beschehen, pracht hett, nemen
od dess entsetzen sollt, dess wir auch pillich geniessen und vehig
ein, zu dem es auch der hanptlewt und rate des hellen hawfen,
ie ewer erberkait und ain ganze gemaind von inen yetzt hie ge-
ort haben, maynung nit ist, uns gaistlich personen dermassen
cfamehlich und unerlich zu halten, unserer leybsnarung und notturft,
D wir an und uff gemelts ordens gutem haben , zu entsetzen und
I pettelstab zu weysen, sonder das man uns, in betracht, das wir
idi diristenlewt und ewre bruder sein, von den gaistlichen gutern,
ie da nicht von euch, sonder von andern hie und an solich Stiftung
men sind, unserer leybsnarung und notturft unser leben lang
ivon zimlichen und erheben zu pleyben und zu volgen, versehen
ilL Dem allem nach ist an ewer erberkait unser gar dienstlich
id flehlich anrufen und bitt, ewer erberkait wollen uns aus be-
irten und andern mer christenlichen Ursachen, die ir bey euch
Ibs zu ermessen wist, hierinnen christlich, bruderlich und gunstig
rieoken, uns von berurts ordens gutern unser zimliche und ge-
irlidie leybs [452]narttng, notturft und underhaltung unser leben
■g zu verordnen, zu geben oder zu raichen oder zu geschehen
liaffen und bestellen mit so christlicher, bruderlicher, gunstiger
ittigottg, wie wir genzlich vertrawen haben. Das begem wir mit
rmen, willigen diensten umb ewer erberkait zu verdienen und gott
IT sie zu pitten allzeyt willig und berait zu sein.
Johannes Kopp, Johannes Klecklin und Wolfgang N,
des Ordens sant Johanns priester.
^en ersamen, fursichtigen und weysen bnrgermaister
nd rate zu Rotenburg, meinen herren und ratz-
freunden.
Ersamen und weysen herren und ratzfreund! Wollend mir
7 zaigem dis briefs zwainzig gnldin schicken, damit will ich mich
geringsten enthalten und einschlagen.
Datum in eyl uff samstag nach Cantate [20 Mai] anno etc. 25.
Emfrid Kumpf etc.
1 Hi. et.
26
400
vcrschuldeu und mit dank anDemeo, wa n _
dpu lie'.lou liawfen anzusuolieu, damit un^S
nnpilliciier wej's genoiiien ist worden .
odiT gpdpjben. I^nd lid solichem ei"
liiirger und Stellungen. Auch Iwjr .
wes wir uns sollen lialten.
Mau hat solirfas ain schrill '
Der Henns-
Eibcr, vest, fury
buiRonuaister, inner r
gemaind diser loWir" ^luer
arm brudor bitte' ^ wir disma
verneinen, and* .i- zum fnrderlichi
■Wiewol wir ■
lianniterhaw .mb^stag nacli Contate [20 J
der dirist .laaittWt und rüte der vn'Kambl
in dem' Ilaidingsfeld
getap'
** ff] Ain scUrifl, wie das schloß :
' stürmen heratschla;
j,,p erhcrn. fursichtiiten und weyst
gpil rato snmpt den ausschnssen dei
,{{ der Tawber. mein gnntitigen, g
Dud christlichen brud
Gottes will fitschebe: Gunstig. lieb hen
liehe bmder 1 Ewer weysbait . Kuuüt und I
s«'bu]diger geharsam knn ich uit pergen, das
darcb die verordneten rete and banpttewt der
gehalten, er^tlicb uff tuayunug. alle marggra
:itatt, doch yetzo zuinal uff Yphofen znzezi
aMa uft' vcrrem beüchaid zu gewarten, ist n
aus trefft •nliclicn Ursachen, [tue] ewer wejs
haben, ilauu uit gut zu si-hreybeu i^it. Im ai
alle reto sanipt den liauinlew teu abermals
.icuigeu. so zu stürmen venunineu nud das si
zu iTobi-rn und zu slurmeii. und. \-^o\ solichs i
402
Zedula.
Bey ewerm hotten will ich each dess und anderer pancten
halb verstendi^er und nach der leng schreyben.
Den erbern, fursichtigen und weysen, nnsern christ-
lichen, lieben brudern, herren und freunden, burger-
maister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Gnad und frid in Christo. Christlich, lieben bmder, herreix
und freund! Uff vor ergangen unser ansuchen und begem de^^
eysem stain halben und ewer widerantwurt schicken wir euch dise^^
furman, dem wollend sölichs und fünf zentner bulfers zustellen. U
ander ewer anzaigt artickel könden wir dismals so eylends uit an^rr-
wurt geben, es soll euch aber zum furderlichsten bey ewerm bott^-^m
underricht werden.
Datum uff sambstag nach Cantate [20 Mai] anno etc. 25.
Hauptlewt und rate der versamblung yet^t im leger ;^=-a
Haidingsfeld.
[453] Ain schrift, wie das schloß zu Wurzburg zu
stürmen beratschlagt.
Den erbern, fursichtigen und weysen, burgermaist^ ^
und rate sampt den ausschussen der statt Rotenbnr ^
uff der Tawber, mein gunstigen, gepietenden herre^
und christlichen brudern.
r
Gottes will geschehe! Gunstig, lieb herren, freund und Christ^
liehe bruder! Ewer weyshait, gunst und bruderliche trew samp^^*
schuldiger geharsam kan ich nit pergen, das ufif hewt dato zwaymal^ J
durch die verordneten rete und hauptlewt der hellen hawfen gemmnd
gehalten, erstlich uff maynung, alle marggrafischen uff die Newen-
statt, doch yetzo zumal uff Yphofen zuzeziehen und zu schicken,
alda uff vcrrern beschaid zu gewarten, ist aber underwegen blibeo
aus treffenlichen Ursachen, [die] ewer weyshait wol erwegen zu
haben, dann nit gut zu schreyben ist. Im andern lermen ist durch
alle rete sampt den hauptlewten abermals ausgeschrien, alle die
jenigen, so zu stürmen vermainen und das schloß uffm berg helfen
zu erobern und zu stürmen, und, [so] solichs erobert, wollen sie inen
403
lUes gold, dainot, Silbergeschirr, gelt und hawsrat lassen volgen,
uisgenomen die prophand, bachsen, harnasch, alle wer, auch brief
ud sigel sampt den registem, wie dann ewer weyshait Hanns von
'old, der dann sölichs gehört, verrer zn berichten hat. Als ich
ericht [bin], soll allererst hewt unser geschoß geschossen worden
3B, und der erste erker damit hinein in das schloß gestürzt worden
an. Wenig haben bißher fleyß angekert, schier menigklich suchen
igen nutz etc. Als aber vor äugen, wie der pund, der landgraf
\ Hessen und andere etc. sich erheben, haben mir die rate inson-
Brfaait befelh getan, neben irem schreiben, an ewer weyshait be-
Itöhen, das ir uSs furderlichst hotten oder speher ausgeschickt
AtfiD, and zu erforschen, an welichen orten der pund yetz vor-
laden, und verstendigen , sampt dem euch auch geschickt macht,
lim ir herr Zeysolfen sein rappennest ausprennen und zerprechen
Bst sampt umbligenden flecken, wie dann euch befelh beschehen
It SchiUingsfurst. Mein gnediger herr marggraf helt die verord-
Un rät lang auf etc. Wollet allenthalben in Bayern und andern
cken forschung haben, und was [454] unser bruderschaft ent-
gen, uns uffs ehist verstendigen. Ewer aller erber weyshait gunst
d als christlich herren, bruder und freund willigste dienstperkait
erzaigen findt ir mich allzeyt genaigt und geharsamlich, hiemit
tt befelhende.
Datum Haideßfeld samstags post Cantate anno etc. 1525.
Ewer weyshait [williger] Jörg Spelt, der jung.
Manung des hellen hawfen.
en erbern, fursichtigen und weysen, unsern christ-
chen, lieben brndern, herren und freunden, burger-
iistern, rate, viertailmaister und gcmainem aus-
schnfi der statt Rotenburg uff der Tawber.
Onad und frid in Christo. Christlich, lieben bruder, herren
id freund! Uns ist warhaftig warnung zul^omen, wie der schwe-
idi pund mit heerscraft zu ross und fuß uff Weinsperg zuziehe
wOten, uns und unser christliche versamclte bruderschaft an un-
n farnonen zu verhyndem, auch an unserm leyb und leben uns
beschedigen und abbruch zu tun. inmassen sie anderer ort auch
Ipracht und gegen denselben unchristenlicher und tyrannischer
26*
404
weys mit unbarmherzigkait gehandelt, deßhalb unser merklich not-
turft erfordert, ain fleyssigs aufsehen und unser sach in guter adrl
zu haben, damit uns das, so andern begegnet, nit auch znstee.
hierumb an euch unser bruderlich beger ist, das ir euch und die
ewem in guter rustung enthalt, auch den umbligenden ewem ambts-
flecken, uns in christlicher bruderschaft zugetan, zum furderlichsttt
söliche geraitschaft auch anzaigt, also ob ir oder sie über kon
oder lang widerumb gemant, das ir mit wolgerustem fnßvolk, wol-
besetzten raißwegen, zelten, bickeln, beyheln und schawfetn. was
dann in ain feldleger gehört, geschickt sejt, von stund an nun
sein und mit ainer anzal, wie yedem flecken uflgesetzt wart, n
die ort, dahin er gewisen, zuzeziehcn. uns, ewer und aller chrirt-
lichen, lieben brudor ern, leyb, leben und gut zu retten. Drf-
gleichen so wir unser furgeuomen handlung [455] gegen dem schiol
Unser frawen berg zu Wurzburg (das, ob gott wil, bald volleodi
werden soll) ausgericht, wa ir dann unser hilf auch notturftig wurft, .
wollten wir uns auch gutwillig beweysen.
Datum uff samstag nach Cantate [20 Mai] anno etc. 25.
Ilauptlewt und rate der versamelten bawrschaft. y«W
im leger zu Haidingsfeld.
Zedula iuclusa.
Dis nachbeuanuten clöster und schlösser sind in vierzehen tign
ungeverlich eingenomen und ausgeprennt worden im land zu Frankes:
Schwanberg, bede Castel, Speckfeld, Ilohencottenhaim , Nef-i
bürg, Ilewssenberg *, Tungen, Wemeck, StoUperg, Trmparg ', |
Grumpach ^, Rimper ^, p]stenfeld, Rostal, Rotenfels, Uohenboft
Buethart, Rudenhawseu, Reichenberg, Gutenberg, Rotemberg, Btf*
geltzberg '*, Brawneck, Rötelshaim, Fruerstockhaim ^ Lawda, Set^S
haws, Schillingsfurst, Arnstein, pricht man ab zway hewser. Gat)!^
hofen, zway hewser wurt man abbrechen, der Steffansberg« !■>■
prannt; Haßfurt, 3 meil wegs ob Schweinfurt, Aschach, schloß ver-
pronnt, das jenig, [so]*darinn funden, verpewt, 14 edelman gefangdi 7
ligen zu Schweinfurt, Trimperg schloß, closter Eberach, closttf
1 Rcußenberg. 2 wohl idputiBch mit dem weiter unten genial'* |
Trimborg. 3 Bnrggrnmbach. 4 Rimpar. 5 Reichelitat- I
G FröliBtoCkhoim.
405
chwarzach, closter Awrach, closter Birklingeu, closter Dukelhawseu ,
resterwinkel nonneucloster : verprenut und geplündert, WiJperg,
Uoß, YerpreuDt, and was darinnen funden ist, den prudern ver-
wrt; [456] Wetzhawsen, schloß, Rotenstain, Burgbrotpach, Alten-
ain, Deres doster, Malbarhawsen, frawencloster, Zabelstain, schloß,
irke&feld, frawencloster, Rietfeld, munchscloster, Anhawsen, munchs-
oster, Manchsrot, geplündert und verprennt.
Datum samstags nach Cantate [20 Mai] anno etc. 25.
•
Antwurt.
eu edeln, vesteu, erbern und weysen, hauptlewteu
ad raten der versambluug, yetz im leger zu Ilaidiugs-
)ld, unsern lieben herren, christlichen brudern und
freunden.
Unser willig und freuntlich dienst zuvor. Lieben herreu, bruder
id gut freund! Uff ewer schreyben, uns yetz und liievor getan,
hicken wir euch hiemit zu newnzig kugeln, haben ir uit mer,
«r kain pulver konden wir euch yetz schicken, dann wir, noch
iser pulvenna<!her damit noch nit gefaßt sein. Wollten wir euch
ler, bruderlicher maynung nit verhalten.
Datum sonntags Vocem jocunditatis [21 MaiJ anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotemburg uff der Tawber.
em erberu und weysen, unserm lieben ratzfreund
Ernfrid Kumpfen, yetz im leger zu Wurzburg.
Unser fretmtlich dienst zuvor. Lieber alter burgermaister ! Uff
i€r schreyben schicken wir euch hiemit noch 20 guldiu, bitten,
ie ?or, ir wollend euch zum geringsten enthalten, dann ir wisst,
I was unstatten und unrat unser stewrstuben und sonderlich yetz
bL Wir geben aus, nemen aber nichtz ein, der pronn wurd bald
Khöpft werden. B^em wir umb euch freuntlich zu verdienen.
Datum sonntags Vocem jocunditatis anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
[457] Uff der Hennserherreu supplication
ml oiditzit sonders beschlossen, dann das man es aiu schritt sein
■eo wollt. Aber darbey ward des getraids halben, so ain rat
d gemamd jungst im Hennserhaws und sunst allenthalben eiuge-
406
nomen und ander die gemaind za tauen gesagt hett, beratschlagt
und beschlossen, das die handwerker ander inen sechs darza ordnen
und bestellen, die sollen darüber sitzen und machen, wie solich ge-
traid, und wie vil man ainem yeden in yedem handwerk volgeo
lassen oder geben, und sollt dennocht dem comentur ain Vorrat
ligend bleyben, sich davon zu erhalten, biß ander getraid in der
emd wurd. Das beschach also, und warden bey drewhnndert malter
im Hennserhof und yedem inhalt ains registers, so Lorenz Denner
als der verordneten ainer darüber gemacht und bey banden bat.
Und nach dem allem
zaigt der burgermaister Jörig Bermeter alle handlung, wie es Men-
zinger mit den messgewanden , als vorsteet, gehandelt hette, nach
der leng beden Innern und ewssern raten auch dem ausscboß an
in beywesen Menzingers. Und als sich Crist Hainz, Hanns Kretzer
und ander gesandten verantwurten , sie wisten nichtz darumb, das
den hauptlewten derhalben ichtzit versprochen worden were, so
zaiget doch Menzinger an, Ernfrid Kumpf hett das allain getan,
und ist doch darvor allen gesandten verpotten gewest, das kainer
nichtzit on den andern handeln sollt. So bekennt auch Menzinger
alspald selbs, das [er] die silberin, vergulten kreuz von den mess-
gewanden getrennt , und noch dahaim hette, wollte die über-
autwurten, man mainet aber, es wurde langsam beschehen. Men-
zinger hett allwegen ain sondern anhang im ausschuß und der ge-
maind, die ine auch gewaltig in disem regiment und zu ainem
stewrherren machten, sich daran zu b^rasen und im seiner maw
belonung damit zu tun, inmassen er dann von etlichen des aus-
schuß darvor vertröst worden war. So forderte er auch zu zeyten
seine anhenger aus der gemaind zu ime in ausschuß, anangesehen
das dieselben darein nit gehorten, verordnet, globt oder geschwom
warn. Mit denen und [458] andern sein anhengem, die er soo^
auch im ausschuß und der gemaind hette, machte und tat er, wie
und was er wollte. Ach gott, wie stund es so dlend and jemer-
lich umb die gut statt Rotenburg!
New zeytigung, wie Ellwaugen wider eingenomeo«
und das pundisch heer ins Weinsperger tal kam.
Indess kam zeytigung, auch das geschray and gewisse hieher,
407
wie die pfalzgrafeu schloß uud statt Ellwaugeu (welichs darvor die
rersamelten pawrschafteu derselbeu art aus der pfaffeu zu Elhvaugen,
die die pawrscliafteu selbs aufgemaut uud zusameu gefordert lietteu,
^Ibs aigner verhaudluug erobert) mder eiugenomeu, aiu merkliche
nmma pawm, so sich aus Ellwangeu getau uud zu weru uuder-
standen, erstochen und erwürgt hetteu. Deßgleycheu kameu die
oer, wie des schwebischen punds heer mit ganzer macht vom laud
Schwaben in das Weinsperger tal käme. Derhalb viel ain grosse
Torcht allenthalben in die pawrschafteu und souderlich in die ver-
iamblong der leger zu Wurzbuig, Haidingsfeld und sunsten allent-
halben, wiewol sie doch dem allem nit glauben geben wollten uud
danunb die jenen, so inen solichs warnungsweys ausagteu oder dem
liaaben gaben, viengen, sie in die eyseu schlugen uud straften, und
tet doch der worzburgisch hawf seine christliche bruder deßhalbeu
IB allen orten warnen und in rustuug manen, gieugeu deßhalbeu
etliche Schriften aus, die wurden am moutag uach Vocem jocuu-
ditatis [22 Mai] in beden inneru uud ewsseru raten, auch dem
aisschuß öffentlich verlesen, als hernach folgt.
Am montag nach Vocem jocuuditatis sind uachgemelt Schriften
vor beden inuern und ewsseru raten uud dem ausschuß verleseu
vcM'den, also lawteude:
Aufmanung der bawrschaft.
Guad and frid in Christo. Christliche, liebe bruder! Alle
die in Rotenberger landwer und insouderhait zu Orempach [459]
nd Prethain als furnembste flecken empieteu wir, die verordneten
hMiptlewt and rate, yetz im leger zu Haidingsfeld zu wissen, das
US warhaftige warnung zukomen, wie der schwebisch bund zu ross
nd faß äff Weinsperg zuziehe in willens, uns abbrach zu tun,
dimnarh ans aus notturft gepuit allenthalb aufzumaueu, und be-
tähea euch hiemit ganz ernstlich, das ir in der landwer uud sunst
denthalb amb euch, die bruder sein, befelhe tut, das sie sich in
nutong enthalten, und sobald sie schriftlich oder muntlich von uns
olJSfiniant werden, das sie one verzug an die ort und eud, dahin
fle gewisen werden, zuziehen, unser und ewer leyb , lebeu , er uud
|Bt lielfen retten, darnach euch als bruder wißt zu richten.
Datam anno etc. 25.
408
Den fursichtigeu, erbern und weysen herren, burger-
maister und beder rete sampt dem ausschuß der statt
Rotenburg uff der Tawber, meinen gunstigen, lieben
herren und brudern sonderlich oder samptlich uffzn-
prechen.
Gottes gnad, frid und barmherzigkait verleyhe uns dersdbig
unser herr und got durch Christum, unsem herren! Erber, fiff-
sichtig und weys, gunstigen, lieben herren! Mit meinen willigai
diensten nach allem meinem vermögen habt ir mich allzeyt willig
und berait. Lieben herren, bruder und gut freund! Ewer erber-
kait baide schreyben, nemlich die ain schritt an die hauptiewt,
schulthaiß und rate und ganzem hellen hawfen und mir getan, bib
ich bed hörn verlesen und die zustendigen an mich auch verleao.
Gib daruff ewer erber weyshait zu erkennen, das ich am freytig
[19 Mai] ain Schriften mainem verlassen abschied nach ausgepndit
und erlangt hab , die ich ewer erberkait hiemit zuschick , hm irfl-
lens gewest, die bey Thoman uff sein bitt bey im zu schicken, iber
es haben sich so groß sachen und geferlichaiten zugetragen, du
ich aus meiner notturft Thoman bey mir behalten will aus d«r DOi-
turft. Aber als ewer erber weyshait geschriben haben von Weg«
des comenturs zu Sant Johanns , das derselbig genzlich und gv
ainem rat haimgcstellt etc., und des getraids halben zu Windsbaia»
und denselbigen comentur berureud, hab ich hauptlewten, schnlthiili
raten beder hellen hawfen bittlich umb antwurt angesucht. Aber
man ist also in grosser rustung und merklichen gescheiten bellte
etc., das doch in kainen weg ich antwurt schriftlich hab mögn
empfahen etc. , dann gestern samstags zu mittem tag , alspald air
die brief worden, ließ ichs verlesen, wurd mir montlich antwttt
erstlich des comenturs halben, das derselbig lawt ewer we}-5bÄ
begern gar mit aller hab, nichtzit ausgenomen, gemainer statt [460]
Rotenburg zu gemainem nutz zustendig sein und bleyben söD ii
aller maß, wie ain erber rat begert hat, dargegen soll ain rat ii-
halt des abschieds 20 centner pulfers für denselben comentur gd»
und sollen die gaistlichen steen in aller massen, wie die gesandtai
bey hauptlewten, schulthaiß und raten des ganzen hdlen hawfci
angenomen, beschlossen lawt des abschieds etc. Daruff hat IBM
gestrigen samstags [20 Mai] ainen von Gailtzhofen, der hinder im
409
Rdnlin sitzt, zu ewer erberkait abgevertigt und gest^hriben, noch
fimf centner baifers zu schicken, damit acht ich nach ansag deb
bawmaisters, der mir sagt, er acht, das er mit dem geschoß bcy
17 oder 18 centner pulfers ungeverlich geweret etc., damit gnug
etc. Aber des getraids halben zu Windshaim ist beratschlagt wor-
den, das dasselbig ewer weyshait zustee und pillich. Ewer weys-
bait sollen euch mit den von Windshaim stattlich handeln lassen,
dimit solhs nit verrer in ander we^ verfendelt werde, und zu ewer
erberkait versperrung und bewarung annemen zu ewer erberkait
ge&dlen und gutbedunken. Aber es ist in allen artickel bedacht
vorden, wie ich ewer weyshait dasselbig zettelin hierin verschlossen
nsend, aber aus grossen, schwerlichen zufallenden Sachen liat mau
dtsselbig im rat nicht beschlossen zu schreyben, sonder es wurd
mbyndert etc., aber die artickel sein inmassen, wie die hierinneu
ferzaichnet in Schriften steen etc. Per andern artickel halben haben
eter weyshait in zugeschickter Schriften, alles zu geprauchen in der
statt und uff dem land, ob sie gleich schon marggrefisch wern.
dun alle die, die in der bruderschaft sein, haben ewer erberkait
scdichen brief zu geprauchen, dergleichen ewer weyshait ratzfreund
n helfen Hannsen Furpringer, Loffelholz und andern etc., auch
doD hauptman Hanns Wilhelm Wernitzer, dem wollet auch ernst-
Hdien verhelfen etc. Ich kau aus vile grosser, schwerlicher ge-
idieften nicht mer schreyben oder antwurt uff die Schriften, als die
Mtnrft erfordert, geben, wöllens damit gott befelhen, wollt gern
Klreyben gestalt der sachen und aller handlung, will mir meiner
getaner aidspflichten nicht zimen oder gepurn. So will sich auch
OK tails mit der federn zu fertigen in gar kaiu weg erleyden.
Man hat bottschaften bey meinem gnedigen herren, dem marggrafen
mb aus etc., man wollt gern christlich und bruderlich mit [461]
iaie handeln etc. Gott, unser herr und vatter, helf uns allen zu
aioem göttlichen, seligen, fridlichen ende etc.!
Gunstigen, lieben herren! Dem verlaß und glauplichem zu-
Mgea nach bitt ich uffs höchst und allerdieustlichst, wollet mich
bttseo erledigen und Hainrich Trüben an mein statt ain zeyt lang
irden etc., bin ich dann hemachmals als gemaiuer ganzer statt und
kr ganzen bruderschaft was dienstlich und nutz, bin ich zu aller
«jt mbermais zu gleych willig und berait etc., dann mein erbare,
romme hawsfraw hat mir hoch cleglich und bitterlich und herzlich
410
geschribeu, der ich doch ye geru zn disem mal wilfani wollt ud
souderlichen meiner naruug nach meiner clainen kynd halben das
ir hellen handhaben, darmit ich nit gar in verdurptnoss komen
möcht und meine kynd an pettelstab weysen. Helft und rat gon-
stigen, lieben harren, will zu aller zeyt gern das pest ton ete.
Aus der nottnrft, das ich dann helfen waiß, hab ich ewer weys-
hait ain mcn haimgeschickt, aber wir haben ain spitalknecht, haist
Schnabel, der will in kain weg lenger hie bleyben, hab ime was
erung verhayßen, er will doch ye nit bey disem schimpf bleyb«!,.
ich tu im, wie ich wöli etc., hab ine gebetten, noch zu bleyben
biß uff Zukunft aius andern knechts, nach dem ich yetz schreybeo
wöU, darumb ich yetz ewer erberkait schreyb und anzaig und biU,
schickt von stund an ain redlichen, ernstlichen knecht an dis statt
von stund an herab , der der pferd mit fleyß trewlich versehe und
wart etc. Er will ye entlaufen etc., hab deßhalben Clinglem be-
halten, der sich mit der prophand gar wol versieht und nottorfiig
ist. So hat Jörig Spelt ain knecht und ich ainen , zu zeyten bak
ichs all drey, wie die notturft erfordert. Ich pin zu Wurzburg in
raten, dern sein 15, so ist Spelt zu Haidingsfeld im rat etc. Be-
schließlich bitt ich, ewer erberkait wollen mich lawt meins begens
erledigen dls nials etc. will ewer erberkait alle hiemit gott, onsem
herren und vatter, befolhen haben, den ich in allen diensten and'
erberkait in undei*tenigkait bin ich allzeyt willig und berait
Datum an sonutag Vocem jocunditatis [21 Mai] im 25 jar
umb 11 ur eyleud.
Ernfrid Kumpf yetzo in reten zu Wurzboig*
Zedula inclusa.
Gunstig, lieben herren, bruder und gut freund! Ich wo'
bericht, wie zum tail ewer erber weyshait aus anregung etlicber
messierer dahin augezaigt und [462] bewegt zu emsiger anhaltongi
ye geru die dewflische mess wider gern sehen uffzurichten, nA'
sampt vil geschell und lewtens und ander alt bäbstlich kirchefige-
preng, tue ich doch als ain unweyser und törichter armer brodff,
besorg und hab grosse fui-sorg , ewer erber weyshait möcht sick
was zu bewegen lendeu lassen etc., daraus dann vil grosser naa^
zwitracht und ander beschwerliche zwitracht, unnot zu meldeo, eni-
steen und entspringen möcht, als dan ewer erber weyshait hod
411
haben zu bedenken, und omb gots willen bitt ich, mir solichs meinem
onrerstand zn Terzeyhen, allain aus der ursach zaig ich sölichs an,
als ainer, der die Sachen, mw, frid nnd ainigkait gern zn berat-
fldilagen und in gedechtnnss furn und anzaigen will, wiewol ich
dess nicht weniger zweyfel hab und dess auch gar wol wissen hab,
ewer ^ber weyshait dess vil mer in ubung und willens sein etc..
bitt nochmals, mir sölichs im allerpesten trewer maynung ufizunemeu
nd mein gunstig herren, bruder nnd gut freund sein und bleyben,
den ich mich nach allem meinen vermögen em, leybs und guts zu
aller zeyt willig erpatten haben will als meinen lieben herren.
Datum, ut in literis.
Soyil mir ymmer muglich ist, will ich mich uff das geringst
kalten allzeyt.
Eiiifrid Kumpf zu Wurzburg.
Unsern christlichen, lieben bruderu, herren und
freunden, burgermaister und rate sampt dem ausschuß
der statt Rotenburg zu banden.
Ghristenlich , lieb bruder, herren und freund! Uns hat Cunz
Mayer von CoUemperg ^, unser ratsfreund, bittlichen augesucht, ime
etlicfaea hawsrat und farende habe zu euch zu flöhen zu vergönnen,
ils dann jungst dem Mah^chen bey euch durch Erufrid Kumpfen
«nd Jörig Spelten geschriben worden, welicher Maisch aber soHcher
kab nit einnemen wollen, es werd ime dann von uns geschriben
etc., demnach an euch unser freuntlich bitt, ir wollend genanntem
Caozen Meyem und seiner hawsft*aw vergönnen und gunstig zu-
lassen, das er das sein mög bey euch ain zeyt lang enthalten und
oofiöhen, angesehen das solichs pillich geschiht und bruderlich ist.
Datum mit vil seliger zeyt am sonntag Vocem jocunditatis
[21 Mai] anno etc. 25.
Hanptlewt nnd rate der christlichen versamblung im
leger zu Haidingsfeld.
[463] Von dem stürm, den die bawrschaft an Unser
frawen berg zu Wurzburg teten.
Des obgemelten montags nach Vocem jocunditatis [22 Mai] zu
ubends betten sich die hawfen der versamelten bawrschaft, so das
1 Colmberg.
412
schloß Unser frawcn bcrg zu Wurzbarg belegert betten, nff obge-
rurt aasclireycu der liauptlewt und rete der versamlang in ainer
gelie unversehuer ding mit grossen, merkliclien hawfen nngestuemigk-
lieb und grymroigklicb erhebt, war das schloß, wiewol doch das
noch gar zu kainem stürm geschossen was, zu stonnen ganz emstlidi
und heftigklich angetretten mit leytern, steygzewgen, werhafter haiui
und anderer rustung etc., dargegen sich aber die jenen, so im selben
schloß in der besatzung lagen, mit stetem, embsigen und heftigen
schiessen, auch anderer gegenwer dermassen ernstlich wereten, das
die pawm den stürm mit grossem nachtail ui\d schaden verlarn and
abgetriben wurden, also das ob den vierhundert, bawm in den scbloß-
greben und sunst awsserhalb umb das schloß tod ligend bliben. Ir
vil wurden in und awsserhalb der greben mit dem geschutz an inp
Icyben und glidern schwerlich verwundt und geletzt, die also alda
und sonderlich in den greben ligen bleyben musten und nit von
statten oder wegk komen möchten . musten also alda ligen bleybei
und verzifen, biß sie auch eilend stürben und vergiengen, ward
kainem darvon geholfen , noch kainer aus dem graben genomoi,
sonder Hessen die in der besatzung sie also umbkriechen und acht*
zen, biß sie vergiengen. Ward nachmalen gesagt, die pawrn hettoi
sich also mit wein ubersoffen und beladen, das sie sölichen stom
in trunkner weys getan betten.
Der ausschuß ainer gemaind alhie
war mit obgeschribuer seiner newen ordinerung und besatzung der
anipter bißher nocli nit gar fertig worden, sonder sassen obgemelts
montags nach [464] Yocem jocunditatis [22 Mai] in der grossei
rntstuben beysamen, besatzten etliche ftmpter in der statt und mach-
ten Ordnung uff der mawren, das alles dann bißher noch wncst nnd
ungeordnet stccn bliben was, nnd war ab^o der ausschuß in diser
such seer gemuwt, und konnten doch nyergend daraus komen, daai
der inner rat, der bißher nye in kainem volkomen gewalt gesetxt,
dem auch die gemaind gar nicht geharsam was, wollt sich des ge-
waits noch nit genzlich beladen oder annemen, sonder wollten, sa
der ausschuß ains gemacht hett, so sollten sie das ander aich
machen, das dann also durcli den ausschuß nach lawt der artidri
irer newen gemachten Ordnung und regiments zu tun furgcnoffle«
ward, also das ain yedes handwerk seine maister selbs ordnet wai
413
iie in schriftlicher verzaichnass dem ansschnß prescntirtcn und die
kä stattschreyber anfschreyben Hessen etc.
Ain rat hat aufmerkung uff des pnnds Zukunft.
Neben dem ward obgemelter der bawrschaft anfmanung nach
lorch ain rat beschlossen, achtung und erkundigung uff das pun-
disch beer und kriegsvolk zu haben, aber gar nit dem hellen hawfen
oder der versamelten bawrschaft, sonder aim rate, gemainer statt
ud den unschuldigen geharsamen, die in solicher uffrur betruckt
nrn, zu gut, damit man dem pundischeu hauptman und kriegs-
reten entgegen schicken, zum friden handeln und die statt von
grosserm uni*at, schaden und nachtail verhüten möcht, damit sie nit
belagert, verwuest und zerbrochen, oder zerschlaift wurd sampt der
phnderung, ward auch durch ain rat beschlossen, das der zuge-
idiickt manbrief nit von rata wegen oder durch ains rats hotten,
«Mider durch des hellen hawfen hotten, der den pracht hettc, den
piwm uff dem lande, an die er stund, geantwurt werden sollt gein
Orempach, Brethain und andere ort, das dann also beschach.
[465] Am dinstag nach Yocem jocunditatis [23 Mai]
lind nachfolgend Schriften aim burgermaister, rat und ausschuß zu-
komen, verlesen worden und antwurt daruff ausgangen, als hcr-
udi folgt:
Önsern christlichen, lieben herren, brudern und
'rBonden, burgermaister, beden reten, ausschuß
Kid ganzer gemaind der statt Rotenburg uff der
Tawber.
Gnad und &id in Christo. Christliche, liebe herren, bruder
m«! freund! Wir vernemen, wie her Zeysolf von Rosenberg, ritter,
iUi wider uns und unser christliche, brüderliche versamblung zum
Bttggrafen getan, über und wider das er sich hievor zu uns getan,
vcrponden hat Solich sein furnemen beschwert uns hohe, und ist
Ml nicht ains geringen unrats seinthalben zu besorgen. Derhalben
hken wir beschlossen und ist auch unser ernstlicher befelhe, will
^ majnnng, das ir sampt ewern zugewandten von der landschaft
^ dw nedisten zu seinem haws Haldcnbergstetten ^ tun, dasselb
«
1 Kiederftetten.
414
einnemen, das getraid und wein, sovil darinnen, zn verrer guuer
versamblang gein Rotenburg in das mancbcloster zo fom Terfagei
wollt nnd hierinnen nit nachlessig, sonder ernstlich und mit emsigen
fleyß anzuhalten. Wollen wir nns zo euch genzlich verlassen.
Datum Wurzburg freytag nach Cantate [19 Mai] anno ctc 25.
Verordnete rete bcder versamblung und der statt Wurzboiig.
Zedula inclusa.
Wir wollen euch auch hiemit nit pergen, uns langt an, das
der pund etlich bawrn soll zertrennt haben. Das wollt each oit
bekömmern oder anfechten lassen, es muß sonders zweyfels etwin
nach dem willen des allmechtigen ain mittel zugefügt, dardordi
andere dester fursichtiger und christenlicher zu leben und zu handdB
Ursachen haben. Wollt sich aber ichtz gegen euch als unscn
christlichen, lieben brudern, das wir doch nit verhoffen , unfreimd-
lichs zulenden, darob ir huet und wach haben und auch uns nadi
bestendiger erkondigung mit furderlicher anzaig eröffen wollt, M
wollen [466] wir uns zu ewrer errettung bruderlich und dermassei
mit solichem ernst erweysen , das ir unsern bruderlichen willen in
allweg spurn sollt, und in allweg nach dem willen des allmechtigeB
handeln.
£tlich angeschlossen artickel,
wes die versamclt bawrschaft geratschlagt betten, und solich artickd
warn des obgenannten hohenloischen secretarien Hainrich Zentgreb
aigne handschrift, wie er dann auch nit allain dise artikel, soodar
auch vil der vorverleypten Schriften, von vermelter versamlungM»
rat und ausschoß zugesandt, selbs mit seiner aigen band gesdiribea
hat, und lawten die ai-tikel, wie hernach folgt:
Geratschlagt worden samstags post Cantate [20 Mvl*
Anfängklich, das die 200 malter koms zu Windshaim hgoA
dem comentur zu Rotenburg zugehörig, zu melb gemacht, dargegd
sollen inen, [den] von Rotenburg, von den fruchten, die zu Sehil-
lingsfurst ligen, so es erobert wurdt, ain vergleichnng widerfiurn.
Deßgleychen das die von Rotenburg far sich selbst fünf oJ^r
sechshundert malter frucht uff ain furrat zo melb lassen malen, ^
416
ioen abermals von dem getraid, so zu Schillingsfärst erfanden vmrdt,
entett werden.
Und so sölichs von denen von Rotenburg bewilligt, das inen,
[den] von Windshaim dcss befelh gegeben, und ainer von der statt
Rotenborg darzn verordnet werde, darbey zu sein, biß solich anzal
kons zu melb gemacht wurd.
Es sehe die rate auch für gut an , das bey Bamberg und
anden gelegen orten ansuchung beschehe, etlich anzal frucht malen
n lassen, alles der Ursachen, das sich der marggraf teglichen uh-
dersteet, alle mulen zu verprennen.
Daruff ain zimlichen begriff vom stattschreybcr zu Ochsenfurt
a verfassen , also das solich ausschreyben in werten gleychformig
Mf etc., und die sach dest furderlicher ain furgang neme, wollen
die schreyber yetzt zu Haidingsfeld irs tails auch kain fleyß sparen
■ abschreyben.
[467] Es sollt auch ain brief gestellt und in die truckercy
gegeben werden, welicher form die manung ^ allwegen ausgeen soll-
tn, es were zum dritten, halb oder ganzen taile, und ain form
te pastporten, die sich zu dem hellen hawfen verprudern, es were
im adel oder andern.
Und ain gemain verpottbriefe , weliche aber solich gegeben
Uerung dieselben angenomen bruder oder Schwester beschedigten,
die dieselben an allen orten angeschlagen wurden, damit solicher
fnraltsamer eingriff furkomen, und der biderman bey dem seinen
Uqrben möcht.
Dann onmuglich ist es, solichs alles neben andern gescheften
nnerhalb ains trucks mit der band auszurichten, es wern dann
■er idureyber vor der hand.
Hainrich.
Darander standen mit Erufrid Kumpfen handschrift geschriben
<K wort:
Hainrich Traben zu schicken, an mein statt abzuwechseln.
Aber zedula inclusa Ernfrid Kumpfen handschrift.
Item in diser mittagstund am sonntag Vocem jocunditatis
[tl Mti] ist glaaplich bottschaft komen, darbey er selbs gewest
1 Hl. niAyiinDg.
416
ist, Qud zaigt ander anderm befelh an, das üb vecsamelte]
von Billhawsen und Awrach ^ den Zabelstain erobert und g
haben , darinnen gefunden etlich geschutz , ist darinnen
dis mals,
die vom adel:
Cunrad und Uanns von Gich, Hanns von Schlisselfeld, .
Truchseß,
knccbt:
Hainz Schlosser, Hanns Bawrnfeind, Bart Hanns, Hcn
knecht. Yetz samstags vergangen [20 Mai] hat man dei
stain gar ausgeprennt. Der will des herrn beschehe, und
gott all mit sein gnaden, amen!
[468] An hauptlewt und rate der versambl«
Wurzburg.
Lieben herren, bruder und freund! Ewer schreyben
gern, das wir sambt unsem zugewandten von der landschaf
her Zeysolfen von Rosenberg, umb das er sich zu dem mai
getan und wider euch sey, sein haws Halmarstetten Innern
getraid und den wein in unser munchscloster zu furn verfui
sampt anderm ewerm erpieten der hilf und rettung etc., ht
alles inhaltz verlesen. Und nachdem wir aber der unsern
land bißhcr nit wol mechtig, sonder sie uns und onsem
in der statt ganz widerwertig und hessig gewest and nw
dermassen das wir oder unsere burger nichtzit, dann gerc
schmehe, uffrur und beschedigung besorgen und gewarten
wie sich denn in den tagen zum tail gegen etlichen unser
maistem und andern unsem bdrgern, so wir gein Bchülingsf
ans verordnet gehapt haben, ereugt hat, und von dön bawi
lung begegnet ist, das sie, gemelte unsere verordnete, gr
das sie unbeschedigt wider hie in der statt gewest wem, i
gesint, deßhalben uns und unsern burgern mit inen zu ziel
vil auszurichten geverlich, nachtailig und gar nit gelcgenist
den auch sölichs bey unserer burgerschaft diser gesdiwuideii
*
1 Bildhausen, Aura.
417
hen leirft halben oit erhebeiü, za dem das her Zeysolf selbst der-
iBsen mit nachporschaften ge&ßt, die söUchs selbs wol tun und
tsrichten könden. Darmnb [könden wir] ewerm begern, yemand
IS unser statt zu dem farnemen [gegen] das haws Halmerstetten
1 schicken , gar nit statt tun , wie ir ans bemelten und andern
rsachen selbst bapt zu bedenken. Sonst lassen wir geschehen,
as ir die onsem nff dem iand darza gepraucht and erfordert,
ium uff unser haissen und gepieten geben sie nit vil. Das wollend,
litten wir, aus merklicher notturft im pesten vermerken und uns
olichs begems brüderlich zu unserer noturft erlassen, inmassen wir
108 genzlich zu euch versehen. Das begern wir mit bruderlichemi
reonüichem fleyß umb euch zu verdienen.
Datum dinstags post Yocem jocunditatis [23 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rat zu Botenburg uff der Tawber.
[469] Zedula inclusa.
Auch, lieben herren, bruder und freund, wiewol ewer mit-
topüewt und rate, als nemlich Florian Geyer und der schulthaiß
1 Ochsenfurtjn jüngstem irem hiewesen, den abschied under andcrm
ermassen hinder inen gelassen, das gemainer unser statt hewscr,
) wir der pawrschaft zu gut uff dem Iand , als zu Dieppach und
ijerswa erkawft, ligen haben, unzerstört und unverwuest in wescn
l^ben sollen, so wurdt doch von etlichen gepawrschaften daraus
I .geen, darwider mit abbrechen und Verwüstung derselben unpillich
I kudeln furgenomen. Bitten euch demnach , wollend zu abstel-
■g desselben inen 8chrifl[lich] oder muntlich ernstlich gepieten,
irron abzusteen und unsere hewser unverwust im wesen bleyben
1 lassen, wie sich vermög angeregts abschieds gehurt und billich
isdiicht. Begern wir mit bruderlichem fleyß zu verdienen.
Datum, ut in literis.
An alten burgermaister Ernfrid Rümpfen.
Lieber alter burgermaister! Ewer schreyben, uns yetzt getan,
^ anzaignng, das uns das Hennserhaws sampt dem comentur und
^ sein haben und gutern von hauptlcwt und raten des hellen
•«»»krieg 27
418
bawfen nmb die zwainzig centner gulfers gelassen und zugestellt sej
sampt dem getraid za Windshaim, das nemen wir an und wollen
daraff die ubermaß dess ansstands zu erfoUung der 20 centoer
pulfers, dess wir noch ungeverlich uff anzaig unserer bawmaister nff
3 oder 2 centner schetzen, uff verrer beger, so darnach geschickt
wurt, dem hawfen hinab volgen lassen und zustellen. Aber dieweji
hauptlewt und rate denen von Windshaim nit schreyben und be-
schaid geben , uns und sunst uyemand dasselbig getraid volgen m
lassen, so dorfen wir nit gedenken, das sie uns uff unser bloß an-
zaigen und begern, dasselbig zusteen lassen werden. Und als ir uns
in aim eingelegten zedel, artickels weys verzaichnet, zuschickt, wes
nechst vergangen samstags beratschlagt worden, nemlich das die 200
malter koms zu Windshaim und bey uns selbst auch 500 malter
koms zu melb gemacht, welichs uns von den fruchten, so zu Schil-
lingsfurst gelegen , vergleychuug widerfarn sollten etc. , habt ir zu
ermessen, das es aas bemelten und andern Ursachen nit beschehen
mag, dann wir werden dess bey den von Windshaim, wie vorgemelt,
nit statt finden und ob dann gley die von Windshain [470] solidis
verwiUigten, so hat es doch des getraids halben zu Schillingsfarst
dermassen ain gestalt, das wir davon nit vergleicht werden mögen^
•
sich auch nit gez} mmt, dann der schulthaiß von Dieppach ist beut
vor uns vor rat erschinen, hat uns angezaigt, wie durch die graTeo
von Hohenloe, die mit der Versandung auch verbrudert sind, b^
hauptlewten und raten des hellen hawfen sovil gehandelt, das der
liauptlewt und rate maynung und befelh sey, das getraid und andere
hab von Schillingsfurst, in unser munchscloster diser tag geflttet
und gefurt, ligend bleyben und verwart, auch nyemand das zu folget
gestatt werden soll, dann biß uff weytem beschaid der hauptlevt
und rate. Konnden wol achten und gedenken, das sölicbs getnid
und hab, will man änderst clirisüichen leben und handeln, nyemtfd
billicher bleybt und volgt, dann der herrschaft Hohenloe als christes-
liehen herreu und brudern, derhalben uns nit gemeint, auch ni^
christlich und bruderlich w^e, uns mit irem getraid vergleycheft
oder erstatten zu lassen, were auch ains wider das ander der hai^t-
lewt und rate befelh nach. Zu dem so wer es auch nit sovil, da-
mit wir vergleicht könden werden, dann über die achtzig vut^
nit herein komen sein und dannocht das weninger tails koro. ^
wist ir selbst, wie mr in unser uffirur und empörung etwanvil p'
419
aids, so unsere gotshewser und dosier gehapt, under unser ge-
laindt haben anstauen mnssen, nnd nff hewt disen tag das getraid
a Hennserbof anch nnder sie ansgetailt vrirdet, deßhalben wir an
)rrat des getraids merklieb emplößt nnd ge^cbwecbt sind, dermassen
as wir mit getraid, sonderlicb am kom für nns und die nnsem in
er statt allain nit am pesten verseben sein , aucb nyemand davon
buchen fnrscbnb tun mögen. So bat es mit den mnllem yetzt
ach ain sölicbe gestalt, das die nnsem in der statt nnd nff dem
ind sieb kawm mit melb gnngsam verseben mögen, also wes wir
it Torbin an melb, das docb aucb ganz gering ist, baben, das wir
3 yetzt der zeyt nicbt wol oder gar nit in mnlen zu wegen brin-
en oder bekomen mögen, wie ir dann das nnd anders baß wißt,
um wir davon scbreyben könden. Darumb wollend, wa dergleycben
of uns zu beratschlagen fnrgenomen were oder wnrd, solicbs baupt-
irtoi und reten anzaigen und ablaynen, dann sie werden, wie ir
ehten könt, den vorrat in dem und anderm [471], wie sie mainen,
e^ uns nit finden, zu deme das dess, wie ir wißt, gemainer statt
od dem spital in diser uffirur vil genomen , veröset , verschwendt
od das ander, wie obsteet, verbewt ist.
Und als ir b^ert, unsem bürgern Hainz Trüben an ewer statt
1 ferorden etc. , wisst ir, das Spelt an seiner statt geordnet ist,
id 80 Hainz Trüben hawsfraw des kynds genesen werd , das er
Uann hinab geschickt, nnd Spelt damit ersetzt und erledigt wer-
Bi sollt. Dieweyl aber Hainz Trüben weyb ires kynds noch nit
iliedigt ist, kan er noch der zeyt nit abgevertigt werden. Darumb
fttmi des orts gedult tragen. Wir schicken auch ain andern fnr-
Oflcht, zu, bitten euch bieruff gar freuntlicb, ir wollend uns und
Miner statt sach, in betracht, das sie in nöten steet, ir nicbtzit
«r goraicht oder gegeben, sonder von iren wegen teglicbs also vil
B Qd mosgegeben, das sie gar an gelt und getraid eröset und er-
liApft wurdt, und dess diser lewft halben villeicbt in langen jaren
Bd Tilleicht nymmer mer erstatt werden mag, in getrewem, hoch-
te fleyß, wie ir schuldig und pflichtig seyt^ befolhen baben , uns
Bl gemaine statt ainichs Vorrats nit berömen , wie wir dann des
b1 Inders ongezweyfelten vertrawen zu euch stellen. Das begem
Rr üb euch fireuntlich zu verdienen.
Datum dinstags nach Yocem jocunditatis [23 Mai] anno etc. 25.'
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
27*
420
Zedula.
Lieber alter Bargermaister ! Wollend auch, bitten wir, ber
hauptlewten and raten, denen wir derhalb anch schreyben. anhalto.
damit den pawm hieamb gebotten werd, unser erkawfte hewser, als
Dieppacli und anderswa, inen za gat beschehen, unverwnst steen zu
lassen , wie sich vermög des abschieds , darch Florian Geyern and
den schulthaißen zu Ochsenfurt hievor gevolgt, gebart und billich
beschicht.
Datum, ut in literis.
Der weiuspergisch hawf
ist am obgemeltem dinstag nach Vocem jocanditatis [23 Mai] ii
leger vor Unser frawen berg zu Warzburg uffprochen und an die
Tawber uff Mcrgethaim zuzogen in maynung, dem pandischen beer,
das yetz im wirtempergischen land herab* in das weinspergLscli td
zug und darinnen mit verprennen, verheem und verwasten handelte,
entgegen zu ziehen, sich mit ime zu schlagen, etliche sich widenmib
anhaims in ir vatterlaud und ire flecken zu tun, haben das vdtge-
schutz, so sie gehapt, mit inen genomen, und dem frenkischen und
Tawberhawfen das best geschutz im leger vor Wurzburg gelissen
(doch war kain pesser geschutz da, dann das rotenbargisch geschoti)
und hett der weiuspergisch hawf, als er an die Tawber kam, die
pawm an der Tawber, in der landwer und sonst allenthall>en wider
das pundisch beer zu ziehen uffjgemant, die auch uff gewesen lod
allenthalben demselben hawfen zugezogen sind, damit sie dester
sicherer anhaims möchten komen.
In solichem hett der frenkisch und Tawber hawf za Hay^Bng^
feld etlich hauptlewt und rete, darander Jörig Spelt, der jung, öd
Jorig Kampf auch gewest, in die eysen geschlagen, darumb das ae
mit schiessen vor Unser frawen berg etwas lesig gewest sein sollta.
derhalben sie in merklichen verdacht g^en der pawrschaft gebllen
warn, als ob sie mit dem zusatz im schloß Unser frawen \Hsrg ainen
verstand haben sollten, derhalb sich Jörig Kampf, der mit seines
bruder Emfrid Kämpfen in follem hämisch gein Worzburg zöge»
und etlich tag beym hawfen zu Haidingsfeld gelegen was, widenunl»
Von inen, den pawm, und hieher gein Rotenburg anhaimbs tete.
Der zeyt was im land zu Hessen und sonderlich in der ffi^'
421
len art ain grosse uffrur und versamblung der pawrschaft souder-
li wider den abt von Fnld, dieselbigen uffrarigen pawrschaften [hat]
r landgraf Ton Hessen mit dem raisigen zewg geschlagen, nider-
tmckt, den abbt zu Fnld wider eingesetzt und im sein^ nnder-
1^ wider zu geharsam pracht, darumb der landgraf des uncostens
Ib ain schwere anfordrong umb vierzig tawsend gnldin zu dem
t tette [473]. Und wiewol sich der abbt mit dem landgrafen der-
Iben omb achtzehen tawsend guldin uff eüich zil zu bezalen ver-
igen, anch merklich underpfand, als die statt Fuld nnd anders
Qgesetzt hett, war doch soiichs nit gehalten worden, sonder hett
r landgraf von Hessen darüber den stift Fuld gar eingenomen,
D abbt, der deßhalben entrann, vertriben, darumb uff dem reichs-
S, des 26 jars zu Speyer gehalten, vor den reichssteuden und
dem enden vil gehandelt, zuletzt ward doch die sach vertragen
ib 26 tawsent guldin, die der abbt von Fuld dem landgrafen
ben must. Daruff ward er wider eingesetzt.
errer manbrief und Schriften der bawrschaft und
sunst.
ünad und frid in Christo. Wir die hauptlewt und rate der
iristlichen bruderschaft, yetz im leger zu Haidingsfeld, embieten
lea nnd yeden nnsem christlichen brudern der statt Rotenburg uff
ar Tawber unsern bruderlichen dienst, grus und alles gut zuvor.
kbea bruder! Ungezweyfelt, ir tragt gut wissen, welicher masseu
dl der schwebisch bund yetz wider uns und unser christlich ver-
ablung mit heers craft sterkt, uns abbruch zu tuneu, derhalben
ir mer volks notturftig, dem zu widerstreben. Ist deßhalb unser
ittUicher befelh und maynung mit ermanung ewers yeden pflicht, zu
tt getan, ir wollend uns mit hundert mannen, wol gerust mit
idtsen und langen spiessen, uns zuschicken und zu hilf eylends
men und gein Crauthaim zu abfertigen. Das wollen wir uns
u bmderlicher lieb genzlich zu euch vertrösten , dann wan ir sewmig
id Qngefaarsam erfunden, wurden wir geursacht, zu ewrem ^ leyb,
■b und gut zu«greyfen, dess wir vil lieber uberig sein wollten.
Geben under unserm zu eud uffgetrucktem secret uff donnerstag
4A dem sonntag Yocem jocunditatis [25 Mai] anno etc. 25.
*
1 Ut. teineai.
422
Responsio.
Aq haaptlewt und r&te der christlichen braderschaft.
yetzt im leger za Haidiogsfeld.
Unser freontlich dienst zuvor. Lieben herren, brnder nnd
[474] freund! Uns ist yetz ain manbrief, von euch an uns ans-
gangen, zukomen, darinnen ir uns erfordert, euch mit hundert man-
nen, wolgerust mit buchsen nnd spiessen, zu hilf gein Craathehu
zuzuziehen wider den schwebischen pund, der sich yetz wider unser
christlich versamblung mit heers craft sterk etc. , weliche mannng
wir irs Inhalts verlesen haben, und wem ewerm begem in sölichem
und mererm, wa es unsers wermögens were, statt zu tun willig und
berait. Wir geben euch aber hieruff zu erkennen, haben es auch
hievor euch selbs und nachfolgends Florian Geyern, dem schnlt-
haiß zu Ochsenfurt und andern ewern gesandten, als sie von ewern
wegen hie gewest und pflicht eingenomen haben, lawter und beding-
lieber maynung angezaigt, das wir aus merklichen, beschwerlichoi
und under anderm denen Ursachen , das ^ir selbs in der statt als
ainer weytlewftigen , unerbiiwten zargen mit lewten, wie dan ge-
melte ewere gesandten gesehen und gehört, unbesetzt und ganz abd
versehen sein, der christlichen, bruderlichen versamblung, wa sie
not angieng, mit lewten aus unser statt kain hilf tun kOnnen odff
mögen , sonderlich dieweyl unser bawrschaft uff dem land mit irer
raiß in diser sach bißher für sich selbs ir wesen gehapt, derhilbct
und nach gestalt unsers Vermögens und der lewfte wir euch oit
unserm geschutz, auch unseru gesandten und andern lewten und be-
raitschaften (zusampt unser bawrschaft uff dem land, die in äsm
handel euch auch gewertig sein) mer hilf aus unser statt getan habeOf
dann sich nach unserm vermögen awsserhalb unser bawrschaft gepvt
hett. Darumb und aus vorgemelten Ursachen und nemlicher bedingnus,
die uns durch ewer gesandten bewilligt ist, wir ewerm beger in den
fall, besonder dieweyl der schwebisch bnnd mit seinem volk und beer-
geleger an mer, dann ainem ort in etlichen flecken nahe bey uns Bgti
von dem wir nichtz, dann Überfalls gewertig seiif, on merUifita
unser und gemainer statt nachtail und schaden nit statt ton köndeo.
ob es gleych in unserm vermögen were, als es dann, wie geoek
nit ist, sonder gedenken [475] wir uns also mitsampt andern nnscn^
burgern bey ainander zu enthalten, unser statt in hnt, acfatoogBo'
423
verwamng za haben, wie danu die merklich uottarft erfordert, euch
hiemff mit allem bmderlichem und frenntlichem fleyß bitteude, sölichs
also aus merklicher obligender unser notturft im pesten und kaiuer
argen maynong zu vermerken. Das begern wir in aller christenlicher,
brüderlicher trew und lieb anderer weg gutwilligklich zu verdienen.
Datum freytags nach Ascensionis Domini [26 Mai] anno etc. 25.
Bnrgermaister, rat zu Rotenburg uff der Tawber
sampt dem ausschuß.
Zedula.
Und nachdem wir euch noch fünf centner pulfers zu tun sein,
i&ögen ir nach denselbigen als nunmer gevertigt schicken, sollen die
udi behendigt weirden.
An alten burgermaister Ernfrid Kumpfen und unseru
burgern Jörig Spelten.
Lieben alter burgermaister und Spelt! Ir wisst, das gemaine
onsere statt merklich zinsgelt und leybding jerlichs zu raichen ver-
tthriben und schuldig, auch zum tail zu bezalen yetzt verfallen ist,
dmunb wir dann von den jenen, so wii- sölich zinsgelt und leyb-
ding verfallen und schuldig sein, umb bezalung desselben angehalten
iBd angesucht werden. Dieweyl aber ain artickel (wie ir auch
Hisst) in der bmderschaft begriffen, der da will, das mittler zeyt
Mstrags der sachen nyemand kain zins, gult, und rent etc. geben
soll, daran sich die jenen, so zinsgelt und leybding bey uns haben,
it kern oder settigen lassen wollen , sind wir darinnen merklich
beschwert als die, so den gläubigem gern trewen und glauben und
iia Jen, was wir inen verschriben sein, halten wollten, wie wir dann
Hidi on das nach vermög der wort gottes, des hailigen ewangeliumbs,
(hriitailicher , bruderlicher liebe und aller pillichait schuldig sein.
Denuach befelhen wir euch, freuntlich bittend, ir wollend bey hanpt-
kni&i und r&ten der versamlung handeln und daran sein, das sie
ms gemelts artickels, wa er darwider sollte verstanden werden , in
tai fidl erlassen wollen, damit wir ungehindert desselben die glau-
Vger irer zinsgelt und leybding entrichten, trawen und glauben halten
>id andern merklichen schaden und nachtail [476], der uns und
mainer statt, wa wir sölichs nit teten, daraus entsteen wurd,
Flinten mögen, inmassen wir uns versehen, sie als christlich bruder
424
selbs zu ton genaigt sein werden, for ains. Zum andern sein unsere
bawmaister des Wildbaders in der schewm und sonst in gemainei
statt arbait zu geprauchen nottorftig, derhalben wollend d^isdbei
Wildbader von stund an herauf schicken und auch in dem allen
gutwillig erweysen. Das begem wir umb euch freunüich zu verdiena
und zu beschulden.
Datum freytags nach Ascensionis domini [26 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rat zu Rotenburg äff der Tawber.
Am Sonntag Exaudi [28 Mai]
hat das bundisch kriegsvolk Weinsperg eingenomen, weyber imd
kynder herauß triben und ziehen haissen und darnach die statt mit
allen farenden haben und gutern, so darinnen gewest, ausgepreont
die stettmawm zum tail umb und nider geworfen, deßgleychai
Neckersolm sampt der pawrschaft, so darinnen gel^^, bdegert
beschossen und gesturmbt. Aber die von Neckersolm und die pawr
Schaft darinnen betten sich dermassen ernstlich gewert, das di
pundisch kri^volk den stürm verlorn , doch betten sie sich M
uff gnad und ungnad ergeben. Daruff ist Neckersolm von dB
pundischen eingenomen , etlich uffwidler , haupüewt , venderich n
waibel, auch andere, so darinnen begriffen, sind mit d^n sdnrai
gericht, darnach Oringew, alda auch etwanvil mit dem sdiwert 9
rieht worden, und sunst ander mer des tewtschen ordens, süf
Wurzburg, mainzisch, hohenloisch und ander flecken zu gnaden 11
Ungnaden und sqpderlich Oringew (das von den pundisdi^ i
plündern und auszuprennen verordnet, aber doch uff undertadi
flehlich bitt graf Albrechts von Hohenloe gemahels des plundoi
und ausprennens erlassen) angenomen.
Aber ee dann das pundisch beer vor Neckersolm kernen, wii
pfalzgrave Ludwig, churfurst, erzbischof von Trier, auch cimrfan
bischof von Straßburg als [477] damals Statthalter des stiits Um
bischof Cunrat von Wurzburg, herzog Ott Hainrich und vil awk
fursten mit ainem merklichen zewg zu ross und fuß zu dem pood
sehen hawfen am Necker gestossen, betten sich zusamen getan n
ainander obgemelt flecken helfen einnemen und erobern, warn fWe
bede beer mit ainander in aim hawfen gegen der Tawber da
nechsten Lawden und Konigshofen, alda ain gewaltiger hawf p»wr
lag, durch den Schupfergrund herein zugezogen.
425
zeyt haben herzog Jörig von Sachsen, der landgraf von
lie grafen von Mansfeld bey Frankenhawsen in Duringeu
uübtawsend offimriger bawm erschlagen, die statt Mnl-
»erzogen, belegert nnd inen all ir dorfer eingenomen und
t>ezwimgen, das sie sich far erlös, trewlos nnd mainaydig
bekennen nnd verschreyben, inen ir bestes geschntz geben
ain grosse summa, tawsent guldin, zu bezalen haben ver-
nussen sampt anderm.
^lichem sind dis nachfolgenden schriftea und widerschriften
ern, fursichtigen und weysen, burgermaister
e, auch den ausschussen und gemaind zu Roten-
nsern gunstigen herren, freunden und christ-
lichen brudern.
» will geschehe! Gunstigen herrn, freund und christlich
lus bedacht des spitals, der villeicht ir mene notturfüg,
dieselben abgevertigt, auch den knechten, damit sie dester
ewest, yedem ain ort geben, zusampt dem den Wildbader
r gehapten muw bedacht auch entricht, seyen auch genzlicher
a£Ei5 ehest, wie dann durch euch entschlossen, bey euch
ms zu erscheinen, verhoffentlich durch euch andere an unser
3r zu verorden aus etlichen groß, ehaften Ursachen, davon
tareyben. Wir haben Cunzen, ewern stattbotten, uffge-
d so wir in aignen [478] personen erscheinen, ewer weys-
lichen berichten, und wes uns verrer begegnet, beym hotten
3n (wa wir anders tun künden) schriftlich berichten. Ewer
ir weyshait und gunst willige dienstparkait zu erzaigen
kis zum ganz willigsten.
m Wurzburg am Auffarttag [25 MaiJ anno 1525.
Ewer weyshait
Ernfrid Kumpf und Jorig Spelt der jung.
ern, fursichtigen und weysen, burgermaister
;e, auch den ausschussen und gemainde zu
irg uff der Tawber, unsern gunstigen herren,
freunden und christlichen brudern.
ar, fnrsicfatig, weys, günstigen, lieben herren ! Unser under-
426
tenig, willig dienst sind ewer erberkait allzeyt zavoran
Lieben lierren und gat freund! Ewer wQyshait schreiben, yc
disem boten au gemaine haaptlewt and rete des hellen, 1
bawfen, auch sonderlich an uns getan, haben wir erst dis ta
vile grosse der merklichen gescheft halben lassen im rat y<
und antwurt lawt ewer erber weyshait begern sovil moglic
pfangen, die wir hiemit ewer erberkait zuschicken, wie uns
ewer weyshait geschriben haben, in sölichem allem gemaine
nutz und notturft »darinnen zu bedenken etc. Das alles wöll
mit dem höchsten fleyß, sovil uns gott gnad und verstand ver
nach allem unserm vermögen fleyß ankern, das sollen siel
erber weyshait tröstlich zu uns versehen. Des zetteis halben,
Ernfrid Kumpf, nechst verschlossen ewer weyshait zugeschlck
ich mit embsiger anhaltung verhynderung , damit es nit f
haben soll etc., dann wie ewer weyshait selbs melden und sdu
wie das jenig alles, wie das namen hab etc., den graven von H(
zustendig, pillich denselben aus christenlicher, bruderlicher lic
dem zusagen und annemung der bruderschaft verwart und
halten werden soll, bey dem bleybt es auch pillich, und
ewer erber weyshait gar christlich und fursichtigklich gehaod
sollen auch hinfurt, ob was demselbigen zuwider geschriben
von stund an hieher schreyben und die handlung und gde
der guter anzaigen. Wir wollen auch nach allem unserm ve
mögen gern das allerpest und getrewlichst helfen handehi
gemainer statt und ganzer gemain nutz.
Dieweyl ewer weyshait uns, auch ewem hotten SchuUl
uns abgevertigt mit Schriften des inhaltz, wie und welicher
mit den jenigen, so bey euch zins und leypgeding haben und de
verfallen , begeren zu empfahen , so seye doch Inhalt %es
hawfen verpyndung dermassen verstrickt, das nyemands hiezwi
biß zu austrag ainer ueweu reformation bestettigt oder coi
wirdet, nyemand nicht gegeben werden soll etc., ist verlesen,
dieweyl so heftig, schwer handlung furgefallen der gestalt, i
ufif dis zeyt ewer weyshait kain beschaid erlangen mögen,
also auch den ainen hotten enthalten, und so wir des ai
verner beschaid empfahen, ewer weyshait uflEs ehist verfertige
welicher beschwernuss yetzo anligend, haben ewer weysha
etlichen missifen, an euch und ander ausgangen, zu vememoi, c
427
Q nöten, sölichen tag zu besuchen. Das gemain volk ist nner-
n, lebt nach flaisch und blnt. Der almechtig geb sein guad,
mit wir oAch seinem befelh, gebott und willen handeln, damit
n will besdiehe. Hiemit ewer erber weyshait unser willigste
SDstparkait zu erzaigen sein wir ganz willig.
Datum Wurzburg samstag post Vocem jocunditatis [27 Mai]
no 1525.
Emfrid Kumpf, Jörig Spelt.
Ain Schrift der bawrschaft.
Dsern christlichen, lieben herren, bruderu und
eanden, burgermaister und rate der statt Rotenburg
uff der Tawber.
Gnad und frid Christi. Christlichen, lieben herren, bruder und
nnd ! Ewer zugeschickt schreyben , erstlich Haldemarstetten be-
ugend, welicher massen ir beschwerung tragt, dasselb unserm be-
Ih nach sampt der bawrschaft (der ir nit wol mechtig etc., ab-
ton, haben wir hörn lesen, fuegen ewer erbcrkait und brüderlichen
b zu vernemen, das wir in dem weytern befelh getan haben,
gen demselben haws zu handeln [480], möcht derhalben für euch
mw sein, doch wa das getraid und guter zu euch gefurt wurd
wrm befelh nadi, wöUet in das clostcr und ewer verwarung gut-
k idhemen.
Zum andern der hewser halben uff dem land, so ir der pawr-
Inft zo gutem erkawft, die zu verwüsten getat furgenomen etc.,
Ucken wir euch hiemit ain mandat, der pawrschaft zu erkundigen,
■ft mit daselben unyerwust lassen und sich vor straf irs uber-
MtflDB zu verhüten Wissens tragen.
Zum dritten des compturs saut Johanns halben schicken wir
cfa ain offen bekantnuss, desgleichen ain schrift des getrdds halben
i die von Windshaim. Die wollet inen sampt ewerm schriftlichcu
fgem zuschicken. Das alles haben wir ewer erberkait guter
lynnng, sich darnach wissen zu halten, widerumb zu erkennen geben.
Datum samstags nach Ascensiouis domini [27 Mai] anno 25.
Üa|)ptlewt und rate versamelter bawrschaft zu
Wurzburg im leger.
428
Recogniiio der bawrschaft.
Gnad and frid Christi. Wir, hanpüewt und rate der ve
samelten bawrschaft, yetz im leger zu Worzbnrg, fagen allen misa
christlichen , lieben herren , brudern and freunden [zu] wissen ni
zu vememen, das wir unsem christlichen, lieben herren, bmdei
und freunden, burgermaister, rate, dem erbem aussdiuß und ganz
gemaind der statt Rotenburg uff der Tawber die hewser und i
andere gaistliche guter, in gemelter statt ligend, zu gemainer sti
nutz und notturft vertetlich zugestellt und behandet haben, si
derselben nach aller gemainer statt nutz und notturft haben zag
prauchen, docn mit den personen, so bißher in vermainter gaistlidu
gestanden, christenlicher und ewangelyscher, bruderlicher weys Di
gestalt ainer yedeu person zu handeln, zu vereelichen und die andei
mitler zeyt zu versehen und zu erhalten biß uff künftige reformatio
Zu urkund ist der versamlung secret ends der schrift ntg
truckt. Geben samstags nach Ascensionis domini [27 Mai] anno el
im funfundzwainzigsten.
[481] Die bawrschaft schrib aiueu landtag aus.
Uuseru christlichen, lieben herren, brudern ii
freunden, burgermaister, rate und ausschuß der sta
Rotenburg uff der Tawber.
Gnad und frid Christi. Christlichen^ lieben herru and hrwk
Wir schicken euch hiemit ain schrift ^ ains angesetzten landtii
den gemaiue versamblung im land zu Franken zu halten furgeoM
hat, den ii*, wie wir uns versehen, zu besuchen uit weigern werdfl
gutlich bittend, das ir uffs allerfurderlichst andere stett Hi
Dinkelspuhel und Windshaim auch dermassen zu verordne und
schicken beschrcybeu wollet, dann wir eyl und obligender gesdtfft
halben inen zu schreybeu hinderung haben, euch hierinn gaiudk
bruderlich und freuntlich beweysen , wollen wir genaigts willens
verdienen unvertrossen sein und [in] gutem bedenken.
Datum eyleuds somitag Exaudi anno 25.
Uauptlewt und rate ganzer versamblung, yetz im k§
zu Wurzbarg.
1 Dieselbe ist, abgesehen von der titulatur, wörtlich übereiiittiiiwü
mit dem betreffenden einladungsschreiben an die grafen ron Uobenlolw hi
Öchele 302 bis 303, Nr. 29.
429
Zedala.
Aach, lieben herren, bruder and frennd, der statt Nordlingen
vergessen, die wollet aach za erscheinen beschreyben.
nfrid Kämpfen and Jörg Spelten schrift volgt
hernach.
Q farsichtigen, erbern und weysen herren, burger-
ister und rat der statt Rotenburg uff der Tawber,
unsern gunstigen, lieben herren.
Erber, fursichtig und weys, gunstigen, lieben herren, bruder
1 gut freund! In ganzer eyl gib ich ewer weys[hait] guter
rmmg zu erkennen, das umb friden und ainigkait willen, ainer
xen landschaft zu nutz etc. ain tag furgenomen und in eyl ange-
% worden ist gein Schweinfurt, uff yetz mitwochen zukunftig
Mai] zu nacht an der herberig zu sein etc., alsdann ewer erber
«halt auch uff sölichen tag ermant werden, mitsampt bittlichem
dh, Hall, Dinkelspuhel , Windshaim mit höchstem, dienstlichem
I bittlich tag und nacht in die bottschaft ewer brief zu schrey-
, Nordlingen dergleychen zu beschreyben, ire ratsbottschaften in
nr eyl uff sölichen angesetzten tag abzufertigen und zu schicken,
[ das sie umb fridens und ainigkait willen mit gottes gnaden
1 Ulf helfen beratschlagen, [das] alles nach dem allerpesten
Ab beschicht.
in eyl will ich ewer weyshait nicht verhalten, das dis tags
r bottsdiaften zu meinem gnedigen herren, dem marggrafen von
Bdeoborg etc. in das leger gein Mark Erlpach abgefertigt sein,
. sein forstlich gnaden zu handeln, sich mit diser bruderschaft zu
pradem, als man dann sich nach seiner fürstlich gnaden christ-
m schreyben und begem was mit sein gnaden zu handeln ver-
kn. Oott wend sein gnad darein zum allerpesten etc. i [483]
laber solichs mit sein gnaden nicht gehandelt werden mag etc.,
irird sein fürstlich gnaden uff disen kurzen angesetzten tag auch
Bidt beschriben und denselben tag mit seiner gnaden bottschaft
Bh bosuehen lassen etc.
Zorn andern ist dis tags ain reytender bott gleycher maß au
die statt und gemaln zu Nurmberg geschriben und sie bittlich an-
gesucht , ire ratzbottschaften uff sölichen tag auch zu komen und
allen landen zu gut komen sollen, dergleychen die bambergisdi tct-
samblung, dergleychen die ottenweldisch versamblnng, der^eydMi
die von Bildhawsen etc. , und alle hawfen werden ire bottschaft tl
sölichen ta^ schicken und verordnen etc. Das gib ich in grosser
eyl ewer erber weyshait zu erkennen, damit soliche stett, die ewer
wcyshait bittlieh zuschreyben, dester pas sie zu besdireyben und n
erinnern haben, uff das sie sölichen tag unausbleyplich dester eer
besuchen lassen, und ewer weyshait des ausschreybens dester weniger
beschwernuss haben mögen. Es sollen auch ewer erber weyshiit
zwu botschaften auch schicken, und sonderlich wer Cunrat Eberhirt
gar nutz und gut zu diser handlung etc.
So haben ewer erber weyshait yetz nechst geschriben fn
wegen zyns und leybgedings halben inhalt der schrift etc. , ist wk
antwurt zu geben uffgehalten worden, wiewol ich mich versehen Mi
ewer erber weyshait sollt erlangt haben uff unser groß anhiHoii
brief und sigel zu halten biß uff zukunftig reformation, aber es kl
sich geendet etc. Die bottschaft, so ewer weyshait schicken ward,
halt in sölichem artickel antwurt zu geben strengklich an etc., dea
ich bedenk, gemainer statt was hodmierklicher , schwerer mni.
daraus entsteen und erwachsen mag. Die ratsbottschaften mögei
sicherer und gewiser wandern, so sie uff ainem wagen fnm, doR
raiten, doch steet das alles zu ewer erber weyshait willen undgil*
bedunken. Im ausschreyben mögen ewer erber weyshait daiseÜNt j
stetten schreyben, ob sie zu ewer weyshait komen wollen, mitdAHl
selben ewer weyshait bottschaft gein Schweinfurt zu komen elc Oh "^
auch ewer erber • weyshait aus kurze der zeyt off mitwochen it ^
nacht schon nicht komen, das doch uff das lengst donnerstag hauA ^
[1 Juni] beschehe etc.
Aus vilfeltigen ^gescheften bin ich verhindert, ewer
verrer nach gepur und lenge zu schreyben, deßhalben [484]
lieh bittende, sölichs in kainer andern maynnng zu versteen
uns hiemit gutwillig entschuldigt zu haben, den wir auch
in aller undertenigkait und willigen diensten allzeyt erpotteo habei
wollen.
Datum in eyl am samstag [vor] Exaudi [27 Mai] im 25 jir.
Emfrid Kumpf, Jörig Si)elt, yetz zu Wunburg.
431
Newe zeytung.
Zu Bischofshaim ^ ist ain pfalzgrefischer bott nider geworfen,
T bat in seim spießlin dis inhaltz ain brieflin an Wurzburg ge-
igen, und ist mit aim sonderlichen Alphabet, so in kriegslewften
imncht wurt, geschriben gewest, doch zu dewtsch also lawtend:
Dises original haben wir euch hievor bey ainem bawrn von
eckmulen ' zugeschickt und darneben augezaigt , wie der herzog
ü Lottringen mit drewtawsend zu ross und acht tawsend zu fuß
ran in die Pfalz zeucht und am vergangen mitwochen [17 Mai]
7 achzehen tawsend in und umb Elsaßzabem mit weyb und kyn-
B erschlagen. So ist des punds kriegsvolk zu Grossengarten '
j Hailpronn die vergangen nacht gelegen und hewt sonntags fruw
r Weinsperg gezogen, da die pawm zuvor all hinweg, denselben
Kien gar zerschlayfen , und werden den nechsten darnach gein
'irzburg ziehen. Darumb wollend getrost und frölich sein , dann
Ir bald zu euch komen und euch geweltigklich retten wollen, dess
llt ir kain zweyfel haben.
Datum Haidelberg am* sontag Yocem jocunditatis [21 Mai].
Bischof Cnnrat, herzog zu Franken.
Wir haben disem hotten zehen guldin verhaissen und ain guldin
fcn, die uberigen newn guldin sollt ir im geben.
New zeytung.
Her Hanns von Schwarzenberg hat seinem vogt Hannsen Henlin
Mhriben, wie das pundisch beer alle hawfen zu Schwaben ge-
khgen, darzn die statt Weinsperg und dasselbig ganz tal ver-
mt imd geschlaift habeq.
Der marggraf hat am freytag nechst bey der Newenstatt Die-
•A, Dntteostetten ^ und Stubach ^ verprennt. [485] Item was für
»n zo Ypshaim versamelt gewest und nit entloffen, sein erstochen
i sum taile geEangen worden , von denen hat man am samstags
kn fenlintreger endianpt. Wie es den andern geen wurd, waiß
ch nyemand, dann gott. Item des marggrafen rewter haben et-
k pftwni, die an Dierperg * uff der wart gelegen, erstochen, auch
*
1 TAaberbischofsheim. 2 Möckmühl. 3 Großgartach. 4 Gut-
(fetten. 5 Stfibach. 6 Tliicrbcrg.
432
etlich weyler geprannt und eüich darinn erstochen. Darzu haben
sie geprannt Obemlympach, Hanpohel und Lewtenpach ^
Sind auch warten botschaft vom bundischen heer, wann sieirif
das Ochsenfurter gew oder für Wurzburg komen , die hawfen tot
Wurzburg mit hilf gottes zu schlagen und furter im land zu Frank«
alle trewlos böswicht an leyb, leben und gut zu strafen. Item der
pfalzgraf kompt mit aim sonderlichen, grossen beer auch zum pmi-.
(lischen beer. So will das marggrefisch beer auch nit feyem.
Herzog Jörig von Sachsen , der landgraf von Hessen und der
herzog von Lottringen, der yeder hab ain sonder beer und ir
yeder als groß hawfen pawrn erschlagen, das es wunderparlich x»
hörn sey.
Bernhart von Heßberg, dess Underlaympach ist, hat erlangt,
das es ungeprennt bliben, aber doch geplündert worden.
Ypshaim ist umb fonfhundert guldin geprandschatzt.
Das marggrafisch beer ist gein Birgel ' zogen.
Actum dominica post Exaudi anno etc. 25.
Wie die versamblung zu und umb Wurzburg bischol
Cunraten zum tag gein Schweinfurt auch beschribei
haben.
Dem hochwirdigen fursten und herren, herren Cunraten, bisdMl
zu Wurzburg und herzog in Franken etc., wünschen wir, die baifl-
lewt und rate der christlichen versamblung, yetzt im leger zn ni
umb Wurzburg, gnad und erlewchtung von gott, dem allmechtigaii
und fugen ewer fürstlichen hochwirdigkait zu wissen, das wir Wß
im namen unsers herren Jhesu Christi zu uffirichtung seines hafKgWi
ewigen worts, auch erledigung vilfeltiger, nnchrisüicher betraogaC
und beschwerung, dem göttlichen wort entgegen, so den gewerbefl!)
handtierern, auch witwen und [486] waisen bißher manigfeltigUfak
aufgelegt und begegnet, alles wider gemainen nutz und liebe d*
nechsten, zusamen getan in ho&ung, vermittelst der gnadea goCMi
sölichs abzuwenden und zu gutem ende zu pringen, doruff wir wA
ainen gemainen landtag uff nechst mitwoch [31 Mai] gein SchwA*
fürt zu aubend einzukomen und donnerstags fraw zur handlang'
greyfen, zu beratschlagen und zu beschliessjen , wie solich cbristlici
1 Obcrlaimbach, Hambahl, Leutenbach. 2 Markt Bfirgel.
1
433
ofdnimg dem wort gottes gemeß zu erhaltong fridens nnd rechtens
and sonderlich anch von der oherkait, die von gott geordnet, und
BUidern erhem, zimlichen, znfelligen sachen zu handeln. Es steet
anch unser gemut, sölichs nit aus uns seihst allain, sonder mit rat
reratendiger, von gott gelerten und erfamen personen furzunemen
and zu volenden. Das gehen wir ewer fürstlich hochwirdigkait
^ter maynung und im allerpesten zu vememen und mögen wol
leyden, das ewer fürstlich hochwirdigkait seihst personlich alda er^
scheinen oder ire treffenlich rät schicken, hey und mit solicher
handlung zu sein, unser fumemen mit andern von fursten, graven
und andern stenden, die wir dergleychen auch heschrihen, christlich
and dem evangelio gemeß helfen zu heratschlagen und zu heschliessen.
Und damit ewer fürstlich hochwirdigkait und die iren solichen tag
dester stattlicher besuchen mögen, so schreyhen wir ewer fürstlich
hochwirdigkait und iren geschickten von ewer aller gewarsam aus
zu sölichem tag gein Schweinfurt daselbst, als lang der weret, und
wider davon hiß an ewer yedes gewarsam unser sicherhait und frey,
sicher glait hiemit und in craft dis hriefs zu für uns und all unser
mithruder, zugewandten und alle die, der wir mechtig sind, onge-
ver, der Zuversicht, ewer fürstlich hochwirdigkait werden solichen
tag selhs personlich und unausbleyplich oder, so ewer fürstlich
hochwirdigkait ye ansehenlich hynderung hetten, denselben tag durch
ir statthaftig vohnacht besuchen lassen, und ob ewer fürstlich hoch-
wirdigkait der tag zu kurz angesatzt, soll es denselben oder den
iren ain tag oder zwen darnach zu erscheinen zugeschickts glaits
oder sicherhait halb unnachtailig sein, ob gott der aUmechtig gnad
?erleyhen wollt, durch rat, mittel und weg zu fynden, damit sölich
famemen christlich geendet, auch verwuestung land und lewt mit
Tergiessung vil unschuldigs hluts, so daraus erfolgen, furkomen
werden möcht. Begern antwurt hiebey.
Geben und versigelt mit gemainer versamblung und der statt
Wurzburg uffgetrucktem secret am sonntag Exaudi [28 Mai] anno
etc. 25.
[487] Artickel, so zu beratschlagen und davon zu
handeln ausgeschriben sind.
Gnad und firid Christi. Christlich, lieben herren, freund und
bmder! Nachdem wir uns zu lob und er gott, dem aUmechtigen,
BMernkrieg 28
434
zn nffricbtang des hailigen evangely, handlung desselben worts gottei,
aach frids und rechts zusamen getan , brüderlichen verainigt imd
verpnnden , haben wir bed rete nnd statt Warzburg bewegen imd
betracht, das unser christlich fornemen on gnt Ordnung nit besteai
oder zu seligem ende komen oder pracht werden. Uff das jms
aber der allmechtig gott sein gnad nit entziehe, haben wir za er-
haltnng bruderlicher liebe, bürgerlicher, freuntlicher, fridlicher ainig-
kait nachfolgend puncten beschlossen und im ganzen hellen hawfen
und sunst öffentlich auszuschreyben und zu verkünden, diesdben
bey unvermeydlicher straf zu halten, zu gepieten befolhen:
Zum ersten das in flecken und stetten, auch ander diser bn-
derschaft verwandt und zugetan kainer den andern aus ainem fre-
veln gewalt mit worten oder werken an leyb oder gut beschedigea
oder belestigen, auch kainer sein selbstrichter sein oder rechensoll,
sonder wer zu dem andern in personlichen sachen zu sprechen, der
soll sölichs vor ordenlichem rat oder gericht, wie die vor beseW
sind gewesen, oder zu erhaltung frids und rechts noch besetzt wer-
den , tun , und sollen in persönlichen spruchen, sachen umb zyns,
gult und dergleichen, auch heblich spruch biß uff verrer Ordnung
und beschaid uffgezogen sein. Doch sollen schmehwort, auch tet-
lich maleflzsachen auch gerechtvertigt und gottslesterung zu for«
derst gestraft werden.
Und wann rat, gericht oder oberkait recht und gerechti^^
mitzutailen oder zu verhelfen sewmig wem, soll solichs an uns, die
rete, pracht, und ob in sachen, über vier reinisch guldin betreffend,
yemands mit urtail beschwert wurd, soll für uns, die rete, appeUiit
werden biß uff verner Ordnung und beschaid. So wollen wir itf
uns darzu verordnen, solich appellationsachen uff das schlewnigst a
ortern und furderlichs rechts zu verhelfen befelhen. Es soll anA
in obgemelten personlichen spruchen [488] die sachen, so in reckt
noch unentschieden hangon, auch rechtlich furgefam werden.
Zum andern nachdem gegebner glaub dannocht dem veind soV
gehalten werden, vilmer ainem christenlichen diser versamblmf
bruder, und auch Christus spricht: „Ewer red sey ja, ja, oa^
nain^^, so wollen wir, welichem unsem bruder von uns, dem nti
sicherhait schriftlich oder muntlich zugesagt ist worden und kood-
lieh darpracht wuid, das sölichs stracks gehalten werde bey Ter-
lierung leybs und guts, es wer dann, das auch verprechung oder
435
lg dess, dem die sicherhait ist geben worden, oder andern
en, guten Ursachen [halben] von ainem versamelten merer
rats anders yerschaSt wurde.
I dritten sollen die undertanen ainem rat oder irer ober-
zimlichen, redlichen gebotten und verpotten geharsam sein
m in nit uffwerfen oder uffrur machen bey straf, so der
yersamblung oder der ganz hell hawf erkennen wurd.
I vierden welicher oder weliche diser Ordnung und puncten
handeln, verpredien oder ungeharsam erfunden wurden,
at begriffen oder uberwisen wurd, der soll on nachlassung
werden.
1 letzsten, ob ainicher missverstand in diser kurzen ord-
*fiel , soll die erderung steen uff beden reten der ganzen
en versamblung, die inen auch vorbehalten haben wollen,
I erclem und zu ordnen, souil die zeyt ditz kri^ leyden will.
ttschaft von Rotenburg gein Schweinfurt ver-
ordnet.
mach haben burgermaister, inner und ewsser rate und der
Stephan von Menzingen und Jheronimum Haseln verordnet
ivertigt, uff den tag gein Schweinfnrt zu reyten, und der«
lein gnedigen herren, den marggrafen umb glait geschriben,
ach folgt:
An marggrafen Casimir zu Brandenburg etc.
diger h^rrl Hauptlewt und rate der Versandung im leger
bürg haben uns, uff mitwoch schierst zu nacht zu Schwein-
ih unser ratsbottschaft zu erscheinen, ain tag ernennt, und
daruff unser ratsbottschaft daselbsthin verordnet und ab-
Demnach ist an ewer fürstlich gnad unser gar under-
eyssig bitt, ewer fürstlich gnaden wollen dieselbigen unser
!faaft zu und von demselben tag verglaiten, uns dasselbig
. stund an hiemit bey disem knecht in Schriften oder ain
glait zuschicken und sich ewer fürstlich gnaden hierinn
ch gegen uns erzaigen. Das begem wir umb ewer furst-
len in undertenigkait ganz willig und berait sein zu verdienen.
tum montags nach Exaudi [29 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
28*
436
Marggrafiscb glait.
Wir Casimir, von gottes gnaden marggraf zu Brandenburg etc.,
tun kund mit disem briefe, das wir der ersamen, weysen, unser
Ueben, besondem burgermaister und rate zu Rotenburg off der
Tawber pottschaften, die sie uff mitwochen schierst gein Schwein-
fürt zu der versamelten bawrschaften zu Wurzburg ernannten tag
schicken werden, zu sölichem tag zu komen und wider von dannen
biß in ir ungeverlich gewarsam (an den enden, da wir zu glaiten)
glait geben haben für uns und unser geharsam kriegsvolk. Doch ,
nemen wir hierinnen aus alle die, die wider den landfriden onddie _^
löblichen ainigung des punds zu Schwaben gehandelt haben. -j
Zu urkund mit uuserm zu ruck uffgetrucktem secret verseoe- ;.
tirt und geben in unserm heergeleger zu Markt Bergel ^ am mootag :^
nach dem sonntag Exaudi anno etc. 25.
Dise copey lawtet gegen seinem rechten , warn original voa
wort zu wort ganz gleich , das bezewg ich Valentin Denner mit
diser meiner aigen handschrift.
Valentin Denner notarins scripsit et subscripsit.
[490] Hensercomenturs getraid zu Windshaim be-
langend.
•
Den von Windshaim.
Lieben freund! Uff den abschied, so jungst unser stattschreyi)^'
von ewer erber weyshait empfangen hat, unsers Hennsercomentais
alhie getraid, so bey euch in ewer statt ligt, betreffend, schiebt
wir ewer erber weyshait hieneben ain schriftlichen befelh von hanp^
lewten und raten, an ewer weyshait lawtende, bitten hiemff ewff
weyshait mit fleyß freuntlich, sie wollen sich demselben befelhe xd
unserm vorigen ansuchen und begem gemeß gutwillig und fireontlki
gegen uns beweysen, als wir vertrawen haben. Das begem ^
umb dieselben ewer erber weyshait in gleychem und mererm P^
willig zu verdienen.
Datum montags nach Exaudi [29 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg off der Tawber-
1 Markt BOrgel.
437
Uff söliche und gemelter hauptlewt and rate der versamelten
tawrschaft schrifteu babeu sich die von Windshaim gegen dem
tattschreyber , der dammb aach hinüber geschickt ward, bewilligt,
im rat sölich getraid volgen zu lassen.
Yerrer manung der bawrschaft.
en ersamen, fursichtigen, hauptman, bnrgermaister
nd gemainem ausschuß zu Rotenburg uff der Tawber,
unseru christlichen, lieben brudern.
Unsem brüderlichen gros zuvor. Christlichen, lieben herren
id bruder! Uns ist hewt dato ain schrift von hauptlewten und
ieü des firenkischen hawfen, yetzt zu Oringew ^ im leger ver-
tmelt, zugeschickt, das der schwebisch bund stark mit gutem ge-
thotz vor Neckersohn lig, on underlaß schieß, zu besorgen, sie
erden überzogen und geschlagen, uns ernstlichen befelh getan,
ich als unsem mitbruder, als wie mir uffgemant, zuschreyben
iUend, in aller ewer landschaft auch uff die pflicht und aide und
ij verlierung leybs und guts angesichts dis briefs uffmanet, mit
ichsen, langen spiessen und prophand wol gerust und versehen,
rawthain ^ [491] zuziehend biß zu weyterm beschaid, wie ir dann
irselben irer uffinanung hierinnen copeyen verschlossen findet, haben
ir euch aus bruderlicher lieb nit wollen pergen, darnach habend
1 richten, hiemit gott befolhen haben.
Geben montag nach Exaudi [29 Mai] anno etc. 25.
Hauptman, burgermaister und der gemain rat zu
Mergethaim.
Copie.
Gnad und frid in Gristo. Christliche, liebe bruder! Euch
. ingedenk unser jüngster auszug, auch furnemen. Wist nun, wie
fr schwebisch bund stark und insonderhait mit gutem geschutz
n: Salm am Necker ligt, one underlaß schewst, deßhalben zu be-
)rgea ist, wir werden überzogen und geschlagen, dieweyl wir nit
1 Ohringen. 2 Krautheim.
438
im pesten geschickt sein. Darmit mir mm, aach ir versorgt wm-
det , ist unser ernstlicher befelh und maynung , wollet daioi zu
Lawden, Tawberzell und Rotenborger landwer, so zu uns verpflidit
sein, zuschreyben und sie auch, wie mir euch, uff ir aid und pflidit
und bey verlierung leybs und guts vermanen , das sie angesicht dis
briefs uff sein, mit buchsen und langen spiessen wol gerust, und
gein Crawthaim zuziehen, das sie dann von uns weytem beschaid
emp&hen werden. Wollt auch denen von Lawda befelh geben,
Bischofshaim, ufiis Gew ^ und Schupfergrund zuschreyben, sölicbs in
massen, wie euch befolhen, schaffen. Versehen wir uns sölidis an-
abgeschlagen zu volpringen, denen von Bischofshaim befelh ton,
gein Kulshaim, Miltenperg, Ammerpach *, auch andern, so zu ans
verpflicht sein, soliche manung zugeschickt werd.
Datum eylends sonntag zu nacht nach dem Auffarttag [28 Mai]
anno etc. 25.
HaupÜewt und rate des frenkischen hawfen, yetz zu
Oringew im leger.
Man hats manung sein lassen und nyemand geschickt.
Der von Uffenhaim manung. ]
Den erbern, fursichtigen und weysen, burgermaistei
und rate zu Rotemburg, auch ainer ganzen gemaind
daselbst, unsern lieben herren, brudernund freunden.
Unser ganz willig dienst zuvor. Erber, fursichtig und wejs,
gunstig, lieb herren, bruder und freund! Uns [492] ist uff gestern
samstags zu fruwer tagzeyt von dem marggrafischen hawfen, uyseii
brudem und freunden, so yetz bey der Newenstatt ligen , umb \St
und rettung geschriben worden, haben wir eylends in alle dörfcr
geschickt und uffmanen lassen und nach beschaid des hauptmaos rf
Ergershaim zuzogen, Ist uns bottschaft under äugen komen, wie
das der marggraf die dorfer an der Aisch under Windshaim preoti
die lewt erstech , haben die , so wir geschickt , weyter nit »<*»
dorfen und sich wider gein Uffenhaim tun, haben wir uff hewt wite
uff das allersterkst in allen flecken und dörfem aufinanen ]bsska
1 Ochscnfurtcr gHii. 2 Amorbagb«
439
aas befelhe des hellen hawfen^ so uns not geschieht, und ist daruff
an euch unser ganz dienstlich, bruderlichen trew und bitt, ir wol-
lend uns noch uff heint zu nacht uff das allersterkst lewt zuschicken,
die mit uns und andern unsern brudern zu dem hawfen gein der
Newenstatt geruwig möchten komen. Das wollen wir mit unsern
leyben, leben, er und gut widerumb gegen euch und den ewern, so
es die notturft erfordert, vergleychen, bitten dess ewer gutwillig
imd unabschlegig antwurt bey zaiger dis briefs.
Datum am sonntag Exaudi [28 Mai] im 25.
Burgermaister und rat zu Uffenhaim, auch ain ganze
gemaind daselbst.
Antwurt.
Den ersamen, weysen, unsern lieben brudern und
gaten freunden, burgermaister und rate zu Uffenhaim.
Unser freuntlich dienst zuvor. Lieben bruder und freund!
Ewer schreyben, uns yetz getan, mit beger, euch uff das sterkst
lewt zuzeschicken, die mit euch und andern brudern zu dem hawfen
gein der Newenstatt geruwig komen möchten, merers inhaltz etc.,
baben wir alles inhaltz verlesen, geben euch daruff zu erkennen,
das wir vorhin unser lewt aus unser statt und uff dem land sampt
ttnserm geschutz und anderer geraitschaft zu Wurzburg im leger
Qnd uns damit emplost haben. So sind wir darneben von dem
pundischen und anderm kriegsvolk, diser bruderschaft widerwertig,
io zum tail in etlichen flecken nit verr von uns ligt, teglichs über-
lUls, far und sorg gewertig, dermassen das wir an lewten merk-
khen mangel, unserer lewt, so wir anhaims in der statt hand,
idbs notturftig und dannocht damit nit gnugsam versehen sein,
iammb wir ewerm begern on merklichen, geverlichen nachtail nit
itatt ton könden. Bitten euch mit sonderm fleyß, ir wollend so-
lidis aus merklicher unser notturft im pesten und kainer argen
Mynnng vermerken [493]. Das begern wir in ander wege bruder-
Bch und fireuntlich zu verdienen.
Datum sonntags Exaudi [28 Mai] anno etc. 25.
Burgermaister und rat zu Rotenburg uff der Tawber
sampt dem ausschuß daselbst
438
im pesten geschickt sein. Dormit mir nnn, am
det, ist naser crnstliclier l)efe1h and mayniuif
Lawden, Tawberzell und Roteuburger iandwer-,
sein, zusclu'ejbeu und sie ancli, wie mir euc' ■?
nnd bey verliening lejbs und guls verm«.' % %
briefs nff seiu, mit buchsen und langp t
gein Cran-thaim zuziehen , das sie df f , \
empfahen werden. Wollt auch de ^ ■% % '-^ %
Bischofshaim, nffs Gew ' und Sdr!? f:\ %%■ '■
massen, wie euch befolhen, schf ^ ?;: ■* g ^ %
abgeselilagen zu volpringen, i i'. ' > ^- =*. ^
gein Ktdshaim, Miltenperg, i
verpflicbt sein, soliche ma-
Datom eylends sonr
anno etc. 25.
HaaptleF
%
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^Dlon
Alaii hats w [
. iirzbnrg.
..Durg die andern st
,fft and rat begern n
Den erb' obweinfurt beschriben hi
und ra*
dasei) .1 Hall, Nördlingen, Dnnkelspi
haim.
gor jjeben freund! Uns ist von banpüewten
Bf ^Bsn bawrscliaft zu Wnriburg ain schriftli
/ ^iftafart furgenomen, zugeschickt lawt hier
<ptiten, und dieweyl «ir aber daneben von ha
^■«Iben versamblnng in schrÜten bittlich ersDcl
^»er wej^hait solich tagsatznng auch zu Terkai
(idien, ir ratzbottschaft anza^ter zeyt gein Seh
seU) und ob dieselbig ir botschaften eben an
m nacht nit gein Schweinfnrt ankörnen möcht [
off donnerstag zu nacht gewißlich alda ersehe
tagsatznng zu handeto, haben wir ewer erber
Yicsten zu verkünden und zuzesebicken gemelti
441
Ewer erber weyshait freuntlich dienst
willig.
Sonntag Exaudi [29 Mai] anno etc. 25.
nd der verordnet ausschuß der ge-
H , %. ^nburg uff der Tawber.
^Jt
''■>.
"%.. '^i. V. ^spuhel.
"^^ ''v 'V*'^ aister, rate und
^^%^^<^% <>^^^- Kotenburg uff
V ''''';.. % '"^. * <. '-^ ' und guten
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<^ '<' -> '^ -öam und weyseu, be-
'<i^. '' . erber weysbait schreybeu,
aauptlewten und raten der ver-
.ijurg gein Scbweiufurt furgenomen,
ainer scbrift, von denselben hauptlewteu
.*Der weyshait ausgangen, haben wir alles in-
-. Wiewol wir nun genaigt sind, das gotswort zu
erhaischt doch die uotturft, zu solieher handlung, in ge-
t haaptlewten und raten schrift angeregt, zu haben hochver-
?lewt, der göttlichen schrift wol bericht, dem wir aber bey
t wissen. So sind auch etlich unser ratzfreund mit schwachait
bs and auch mit unser selbs sachen dermassen beladen, das
F sölichen tag unser ratzbottschaft zu schicken werden vei-
t. Wollten wir ewer erber weyshait, dem wir lieb und dienst
qrsen willig sind, zuzeschreyben nit underlassen.
itom aftermontags nach Unsers herren himelfartstag [30 MaiJ
te. 25.
Bnrgermaister und rate zu Dinkelspuheln.
Antwnrt denvon Windshaim.
irbern und weysen, burgermaistern undrateder
Botenburg uff der Tawber, unsern besondern,
lieben und guten freunden.
Uer freuntlich, willig dienst zuvor. Erbern und weysen, be-
lieb und gut freund! Ewer bed schreyben, uns uff hewt
440
Bawrscliaft schrift umb bulfer.
Unsern christlichen, lieben herren, bruder und freunden,
bnrgermaister, rat und aasschuß der statt Rotembnrg
uff der Tawber.
Gnad und &id Christi. Christlichen, lieben herren, brader and
freund! Wir haben an pulfer merklichen mangel, derhalben ist
unser freuntlich bitt, ir wollet das bulfer von Schillingsfnrst, bey
euch eingefurt, und zu demselbigen alles gemacht bulfer bey ench
gegen zimblicher zalung, die gutwilligklich geschehen und folgen
soll, zum allerfurderlichsten hieher gein Wurzburg gefurt zu werden
verfugen und sich hierinn gutwillig on befilhung erweysen. Wollen
wir bruderlich verdienen und in gutem allzeyt bedenken.
Datum eyleuds montag nach dem sonntag Exaudi [29 Mai]
anno etc. 25. ' I
Hauptlewt und rate der versamblung, yetzo im leger n
Wurzburg.
Wie die von Rotenburg die andern stett Inhalt obge-
melter hauptlewt und rat begern uff den tag geiB
Schweinfurt beschriben haben.
Den von Hall, Nördlingen, Dunkelspuhel und Winds-
haim.
Lieben freund ! Uns ist von hauptlewten und raten der T«^
samelten bawrschaft zu Wurzburg ain schriftlich tagsatzung, f*
Schweinfurt furgenomen, zugeschickt lawt hierinnen ligender ik-
Schriften, und dieweyl wir aber daneben von hauptlewten undrlta
derselben versamblung in Schriften bittlich ersucht worden sein, ewer
erber weyshait solich tagsatzung auch zu verkünden und sie zu er
suchen, ir ratzbottschaft anzaigter zeyt gein Schweinfurt zu vöpord-
nen, und ob dieselbig ir botschaften eben angezaigter mitwoch«
zu nacht nit gein Schweinfurt ankomen möcht [494], das doch d»
uff donnerstag zu nacht gewißlich alda erschein, Inhalt bemrtff
tagsatzung zu handeln , haben wir ewer erber weyshait solichs im
pesten zu verkünden und zuzeschicken gemelten hauptlewten »» .
441
raten nit waigem mögen, ißwer erber weyshait freuntlich dienst
m beweysen, bapt ir uns willig.
Datum montags nach dem sonntag Exaudi [29 Mai] anno etc. 25.
Borgermaister, rat und der verordnet ausschuß der ge-
maind zu Rotenburg uff der Tawber.
Antwurt von Dunkelspuhel.
>en ersamen und weysen, burgermaister, rate und
erordneten ausschuß der gemain zu Rotenburg uff
er Tawber, unsern besondern, lieben und guten
freunden.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Ersam und weysen, be-
mder lieben und guten freund! Ewer erber weyshait schreyben,
08 zukomen, des tags halben von hauptlewten und raten der ver-
unelten bawrschaft zu Wurzburg gein Schweiufurt furgenomen,
itsampt zugelegter copi ainer schrift, von denselben hauptlewten
üd raten an ewer erber weyshait ausgangen, haben wir alles in-
ütz hörn lesen. Wiewol wir nun genaigt sind, das gotswort zu
ifon, so erhaischt doch die notturft, zu solicher handluug, in ge-
iditer hauptlewten und raten schrift angeregt, zu haben hochver-
endig lewt, der göttlichen schrift wol bericht, dern wir aber bey
IS nit wissen. So sind auch etlich unser ratzfreund mit schwachait
s leybs und auch mit unser selbs sachen dermassen beladen, das
ir uff sölichen tag unser ratzbottschaft zu schicken werden ver-
mdert. Wollten wir ewer erber weyshait, dern wir lieb und dienst
i beweysen willig sind, zuzeschreyben nit underlassen.
Datum aftermontags nach Unsers herren himelfartstag [30 Mai]
mo etc. 25.
Burgermaister und rate zu Dinkelspuheln.
Antwurt der#von Windshaim.
en erbern und weysen, burgermaistern undrateder
tttt Rotenburg uff der Tawber, unsern besondern,
lieben und guten freunden.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Erbern und weysen, be-
linder lieb und gut freund! Ewer bed schreyben, uns uff hewt
442
dato des tags halben zu Schweiufurt und das ander des Heimser-
comeuturs getraid halben zugesant, haben wir mit und in beyligenden
Schriften vernomen, geben ewer erber weyshait demnach [-195] guter
maynuug zu vernemcn , das wir anzaigten tag zn Schweinfiirt nit
besuchen können, noch mögen, dann wir derselben personen, soiir
zu solichem tag verordnen möchten , yetzt diser lewft , sonderlich
dieweyl zway heerleger nit weyt von unser statt ligen, nit en^iem
können. Aber des comenturs getraids halben hat es sein^ weg,
lassens beruwen uff dem zusagen, ewerm stattschreyber von unsbe-
schehen, wann ewer erber weyshait das verkawfen oder holen lassen
will, soll es uuseru halb unverhindert sein. Das haben wir der-
selben ewer erber weyshait in eyl und guter maynung nit wölleo
pergen, dann ir zu freuntlichen diensten sind wir genaigt.
Datum montags, 29 May anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Windshaim.
Den f ursichtigen, erbern und weysen, burgermaister
und rate der statt Rotenburg u-ff der Tawber, meinei
gunstigen, lieben herren.
Erber, fursichtig und weys, gunstigen, lieben herren und freul!
Ich hab nechst zu ewer erber weyshait geschriben and gq)ett0|
mich zu erledigen , aiuen andern an mein statt hieher zu veroii'*
nen, furderlich herab zu schicken, dieweyl ich ausgedient, und fl^i
dem ratzpersonen auch beschicht, das dann nicht geschehen lA
sonder mit verdengklichen Schriften Hainrich Trüben entschuldig
Dieselben ent^chuldigung hab ich gleychwol beschwerlich^ aber dial
die erber, fromm fraw Hainrich Truhen irer bitt and beschwenflü
dismals zu gewern mag ursach sein, und laß beschehen etc^ W
doch deßhalben mein hochdienstlich bitt, ewer erber weyshait irtlhi
aiuen andern an mein statt von stund an ordnen, als Christ Baal
oder andern , ewer erber weyshait , welicher der ist gefeilig elc.
damit ich meiner hawsfraw grosse clag und beschwemoss, in
schwängern, grossen leybs was zu besorgen verkomen mög. W
tröst und sterk sie ye, aber mein hawsfraw will damit nit gmigs
oder gesettigt sein etc. Damit ewer weyshait, gunstigen, liebe
herren, nembt dis zu herzen. On das wollt ich noch lenger Im
leyben biß zu ewer weyshait gelegenhait etc.
Ich schick ewer erber weyshait getreckte "^ftndat and ai
443
lireyben, die mögen ewer erber weyshait etlichen mitailen, wahin
s gelegenhait sein mag etc. [496]. Meiner hawsfraw bab ich
w zeytigimg in eyl zu verlesen geschickt ir zu sterk, dieselbigeu
I sie ewer weyshait von stund an zuschicken etc., sein yetzo dis
;s komen etc. Will mich gott und ewer erber weyshait damit
mein günstigen herren befolhen haben, den ich zu dienen allzeyt
ilig, erpietig.
Datum in grosser eyl am dinstag post Exaudi [30 Mai] im
jar.
Ernfrid Kumpf, yetzo zu Wurzburg.
New zeytung obgemelt.
Sie sein aber nit war gewest, soüder ist mit Mulhawsen, wie
lawt, ergangen.
Uff hewt dinstag [30 Mai] hat ain bott aus dem Bilhewser ^
ler, yetz zu Maßfeit ^ vor dem rat angesagt, das der landgraf
II Hessen mit seinem beer für die statt Mulhawsen gezogen, soy
) statt offen gestanden, und hab sich kaiu mensch sehen oder
m lassen, nnd also die landgrefischen vermaint, die statt sey ge-
mnbt, und yederman daraus fluchtig worden. Da sollen bey drew-
Ddert zu ross hinein komen sein, und als dann dieselbigen burger
j Schloßgattern nider fallen, die 300 raisiger, dero hundert sollen
irisser gewest sein und darzu zwayhundert raisiger vor der statt
t geschoß umbpracht, inen, den landgrafeu, in die flucht pracht,
ht raißwegen und zwen karren mit gelt, auch etlich haupt und
Idgeschoß abgetrungen, sey inen, den Billhewsern, derselbigcn
Khseii aine uff ainem karren zukomen, und soll bey fünf tagen
ididien sein. Uff sölich verhörte kundschaft, dariun ain rat ain
nyfel empfangen und von stund an ain aigen hotten uff Maßfeit
Igeichickt, ob die Sachen der massen gestellt sein oder nit, doch
A betten biß uff weyter erfarung behalten.
Actam dinstags nach Exaudi [30 Mai] anno etc. 25.
Dem schloß Unser frawen berg von Wurzberg ist in zwayen
ga merklicher abbmch mit schiessen tag und nacht beschehen in
Inmg, das an demselbigen ort gegen der statt zum stürm und
boden m schiessen, ob gott will, bald geschehen soll.
*
.1 BadhAusor. 2 Ober, Untermaßfold.
444
Das getruckt mandat.
Gnad und frid Christi ! Wir, hauptiewt und r&te ganzer frea-
kischer versamblung, yetz im leger zu Wurzburg, haben mit gutem
gehaptem vorrat beschlossen, bewegen [497] und für gut angesehec
euch allen zu erhaltung und furderung gemains nutz, uffirichtune
bruderlicher liebe und bruderlicher, erberer ainigkait zuvor furge-
haltnen unserm hinderlassen befelhe erinnerung zu tun, demsdbac
nochmals getrewlich zu geleben.
Zum ersten weyl ye ain yedes wesen und regiment on aix
oberkait (als wenig der naturlich leyb one ain haupt) sein kann,
und kain bürgerlich, bruderlich wesen on ain regiment erhaltes
werden mag, ist unser ernstlich mainung, das alle inwoner onc
burger bey euch schulthaiß, burgermaistern, rate, viertailmaisterM
und yetz geordneten ausschuß als der oberkait samptlich und son-
derlichen in stetten, vorstetten, ampten, dörfern und weylem irem
zlmlichen gebotten und verbotten geharsam, gewertig und gevolgi^
sein und sich nit darwider streben oder ungeharsamlich erzaigca
sollen.
Und besonder so wollen wir zusampt dem hinderlassen befelhe
das ain yeder sich enthalten soll, den andern, es sein gaistlich odea
weltlich person, weder mit Worten, noch mit werken, raten ode«
taten nit anzutasten, zu schmehen oder gegen iren haben und gutem
zu handeln, sonder sie, ir leyb, hab und gut getrewlich zu be-
schützen, schirmen und befinden, als wie ewer yeder sölidis, ime
zugeschehen, begert und haben wollte.
Und nachdem zu erhaltung ains bürgerlichen, fridlichen, brü-
derlichen Wesens von nöten, das den ungeharsamen , unfiridlicben
und uflfrurigen durch die verordneten oberkait ir verwurkt straf
und pen uffgelegt werd, derhalben ist unser ernstliche maynung und
befelh, das ir alle, schulthaiß, burgermaister und rat, viertailmaister,
ausschuß und gemaiude, die jenigen, so sich wider euch, die ober-
kait, und dis unser gebott, weliche die wem, ungeharsam, empörisch
und uffirurisch in Worten und werken erheben und erweysen wollten
oder wurden, getrewlich darzu verholfen sein sollt, dieselben unge-
harsamen zu ernstlicher straf nach gestalt der uberfarung anzu-
nemen, die wir auch mit ganzem hellen hawfen gestraft haben
wollen, auch gericht und recht bey euch ergeen lassen, ainem yeden
ZQ recht and pillicbait verhelfen, frid and ainigkait erhalten, be-
schätzen and beschirmen, dergleichen ir von der gemaine inen,
•chalthaißen, bargermaistern , viertailmaistem and aasschaß, äff ir
gebott, ansachen and begem in lawt ewer [498] verpflichtang ge-
harsam za sein, dann wa ir, schalthaiß, burgermaister, rat, viertel-
naister nnd aasschaß, mit der straf gegen den angeharsamen liin-
fessig erfanden, oder die jenen von der gemaind sich ungeharsamlich
halten and erzaigen wnrden, als wir nit hoffen, so werden wir gegen
each ernstliche, dapfere straf farzanemen vernrsacht. Wollen ans
damff solichs alles nnd yedes za each allen and yedem insonderhait
n geschehen ernstlich verlassen, in allem gaten erkennen and anscrs
Vermögens gern braderlich and freantlich verdienen.
Geben mit des hellen hawfen secret besigelt äff freytag nach
Dnsers herren hymelfart [26 Mai] anno im fanfundzwainzigsten.
' Wie die von Rotenbnrg die iren za Wurzbarg wider
abforderten.
An haaptlewt nnd rate der versamblang za Franken
im leger za Warzbarg.
Unser freantlich, willig dienst zavor. Lieben herren, freand
Ud brader in Christo I Nachdem sich, wie ir on zweyfel Wissens
kpt, der schwebisch band, deßgleych nnser gnediger herr, der
Barggraf mit irem kriegsvolk merklich gesterkt and yetz in etlichen
itetten und flecken am Kochen ^ and snnst in der nahe nmb ans
erobert, mit ertodtang barger aad bawm, plandern nnd gar aas-
trennen derselben in aller gransamkait straft and handelt, anch kain
Widerstand der versamelten pawrschaft oder gemainen manns dar-
tider statt hat, nnd wir dann des orts in sondern nngnaden
lud obligenden beschwerden steen, also das wir in sölichen be-
idiwerlichen lewften nnd nöten nnser ratzpersonen und burger selbs
Inhaims nottorftig sein, ist an euch unser gar freantlich bitt, ir
Wdlend onsem ratzfirennden und bargern Emfrid Kämpfen und
Jorig Spelten erlaaben, sich von stund an anhaims zu uns zu tun.
1 Koehef«
446
wie wir uns genzlich zn geschehen getrösten. Das begern wir nml
euch in ander weg gutwillig zu verdienen.
Datum donnerstags nach Exaudi [1 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister, rat und ausschuß zu Kotenburg
uff der Tawber.
An alten burgermaister Ernfrid Kämpfen.
liieber, alter burgermaister! Ewer schreyben, uns jungst g
tan, mit beger, euch anhaims zu nemen [499] und mit aim andei
zu ersetzen etc , haben wir alles inhaltz verlesen , und dieweyl d
lewfte des punds und marggrafen halb und sunst beschwerlich m
besorgklich, gegen uns sonderlich steen, deßhalben haben wir eu
nit allaiu mit andern dismals nit ersetzen könden, sonder ew(
Spelten und anderer der unsern anhaims zu haben selbs nottürfi
sein, schreyben wir hieneben hauptlewten und raten der versambln
zu Wurzburg mit bitt, euch und Spelten zu erlauben, anhaims
reyten, wie ir on zweyfel vernemen werdt, versehen uns, sie w(
den in betrachtuug unser notturft euch erlauben, alsdann, so (
beschicht, wollend euch mitsampt Spelten, deme ir sölichs auch t
sagen sollend^ erheben und hieher verfugen. Wollten wir ei
guter ma}'nung nit verhalten. Euch freuntlich dienst zu erzai^
hapt ir uns geuaigt.
Datum donnerstags nach Exaudi [1 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister, rat und ausschuß der gemaind zu
Rotenburg uff der Tawber.
Wes sich zwischen dem marggrafen und bawrschi
im Aischgrund etc. begeben hat am montag, diensti
mitwoch und donnerstag nach Exaudi [29 Mai bis
1 Juni].
Zu wissen, als der weinspergisch hawf vor Wurzburg, wie <
gemelt, ab und weg gezogen war, sich umb Oringew, Krawthi
und andern eud derselben art gelegert, betten sich die pawm
Aischgrund auch zusamen getan, Newenstatt an der Aisch ein,
nomen, daselbst und sunst im Aischgrund sie gar stark lagen, d«
halben hochgedachter mein gnediger herr , der marggraf, sem l€t
447
[arkt Erlpach ^ gerewmbt hett der maynung, sich für die Newen-
zn legem. Als er sie dann durch sein emholt aafTordern
and sie sich nit ergeben wollten, ließ er inen etlich mulen ab-
len, derhalben sie den versamelten hawfen zu Wurzburg umb
inruften. Der hett inen, wie dann die sag was, bey dritthalb-
aid [500] marggrafischer pawrn zu rettung und hilf zugeschickt,
ach sich der marggraf gein Bergcl lagerte und understuud, den
?n bawm zur Newenstatt zu schlagen. Die tet«n sich demnach
ier Newenstatt und heruff gein Windshaim, zugen rfem marg-
n, der daselbst mit seinem zewg zu inen kam der ma3mung,
a schlagen, entgegen. Aber die versamelt bawrschaft hett sich
nds dermassen an die statt Windshaim gelegert, das der marg-
disen hawfen pawrn dis orts on sondern, merklichen nachtail
[eschutz halben, das sie, die marggrafischen, aus der statt in
erlebt sein forchten , nit wiste zu schlagen , zug deßhalb von
ab nnd wid^r zurück gein Bergel, brandschatzet dassclbig, auch
berabaim und andere mer dorfer und weyler im Aischgrund,
it ürfershaim und ander flecken gar aus, ließ bey zwölfen die
abschlagen, zohe furter uff Lewtershawsen zu, verprannt un-
^en Windelspach , Binzwang ^, Stettwang zum taile , Gessler '
Inder mer flecken, und das beschach alles am montag und
lg nach Exaudi [29, 30 Mai].
Und als sich die pawrn im Aischgrund gein Windshaim und
aim, wie vorgemelt, gelegert hetten, teten uff ir erfordern und
neu alle pawrn in der Rotemberger landwer, auch an der
ler und marggrefischen ampten Bemberg und Werdeck zuziehen,
an den Entzamer * berg bey Orempach legem. tJnd als indess
narggraf uff oder an sant Kungunden berg ^ bey Burgbemhaim
ert hett und furter, wie obsteet, gein Lewtershawsen rucket.
Igen die versamelten pawrn am Emtzemer berg auch wider ab,
legert sich ain hawf pawrn zwuschcn Brettwer und Tettwangen
ie Tawber, schickten her Endris Roschen, der zeyt pfarrer zu
i>erzeU, mitsampt etlichen pawrn herein zum burgermaister umb
Hotz, teten derhalb ir anpringen vor Hanns Jagsthaimers haws
1 Erlbacb. 2 Binzwangcn. 3 G csslau. 4 Endsccr. 5 am sg.
■^^Sundenthnrm.
448
an Jorig Bennetern, burgermaister, in beywesen Hanns Jagsthaimers,
des alten, Thoman Zwe>'fels, stattschreybers , und anderer, sagtea
und zaigten an, sie wollten sölich geschutz wider den tjrannen, de&
marggrafen geprauchen und ine understeen zu schlagen. Als inen
aber sölichs gewaigert und abgeschlagen ward, trib der pfarrer gaoi
spitzige, böse wort gegen dem burgermaister und andern herreo,
sagt, sie wem nit recht, war [501], christliche bruder, hiengen des
tyrannen, dem marggraven an, wollten weys sein, dieselbig ir weys-
halt wurd sie aber nit furtragen, gott wurd soliche weyshait, die
wider das gotswort und ewangelium were, zu boden stossen. Der
stattschreyber redet im darein, sagt zum pfarrer, in welichem eTaa-
gelium oder gotswort sie doch funden geschriben steen, das sie ilio
frevenlich, tätlich und gewaltigklich handehi wider die oberkiit,
streben in das ir nemen, verwüsten und verderben sollten, es w«rt
ye unchristlich, wider alle gebott gottes und die recht, zu dem d»
dannocht kaiu trew oder kain glaub under inen gehalten wurd. IB
den und andern worten schieden sie ab.
Der zeyt ließ sich Crist Hainz alhie gegen etlichen hörn, ds
marggraf hett ain hasenkopf uffgesetzt und fluhe hinweg.
Am obgemeltem donnerstag [1 Juni] kam der alt burgermaisMr
Ernfrid Eumpf wider hieher, het urlaup von hauptlewten undriin
zu Wurzburg genomen und Jorig Spelten, den jungen, an sein stttt
gein Schweinfurt uff den tag geordnet. Und wiewol nachgemelti
Schrift an sie ausgangen, so war ine doch dieselb nit geantwart)
wie hernach folgt:
An alten burgermaister Ernfrid Rümpfen und Jör|
Spelten.
Lieber, alter burgermaister und Spelt ! Uff hauptlewt und rW
des hellen hawfen im leger zu Wurzburg schreyben und begem, hci*
an uns gelangt, schicken wir inen hiemit die uberigen 5 ceataff
pulvers uff das, so sie vor von des Hennsercomenturs weg9
empfangen , also das sie darmit der zwainzig centner bnlfers pf
entricht sein. Darumb wollend ain quittanz von inen n^nen! Zu
andern so schicken wir inen das bulfer, so von Schillingsfurst hff*
ein komen ist, das wollend inen auch anzaigen und darbey, d0
unsere bulfermacher yetz kain bulfer mer haben, dann was 8i
machen, sey vorhin gein Wurzburg verstellt und inen gelt daniff gdMl
449
Datam dinstags nach Exaudi anno etc. 25.
Bnrgermaister und rate sampt dem aasschaß za Rot«n-
borg off der Tawber.
Und als solich schrift verfertigt ward auszageen, kam eben
alt bargermaister Emfrid Kampf selbs, wie obsteet, anliaims,
&lb dise schrift allererst nach Spelten hauukunft ausgieng, dem
en zu nberantworten.
[502] Relation Ernfrid Kämpfen.
Am fireytag nach Exandi [2 Juni] ließ der bargermaister Jörig
i^er den rat sampt dem ewssern rat and ganzen aasschaß uff
■athaws in der grossen ratstaben versameln. Vor denen tet
id Kampf, der alt bargermaister, sein relation gebändelter
n der yersamelten bawrschaft, irer haaptlewt and r&te [halben],
assen das nyemand versteen oder wissen kant, wie im was,
allain, das ander and bey dem hawfen der bawrschaft kain frid,
ainigkait, traw oder glaab were, sonder alles, das sie hewt
en, schwam, znsagen and verschriben, wer alspald morgen nit
ten, sonder aUes veracht and darwider gehandelt, wie sie denn
octor Stainmetzen za Haidingsfeld getan, dem sie aber beschehen
^, brief and sigel, and das er sich za inen verpradert hette,
dann dreyssig fader weins, die er in gntlich dargegeben, ans-
oiken and verößt betten, aber das er die haaptlewt and rate
ond ob ime in seinem hof za herberig ligen hette, an dem
I sie nit gesettigt gewest, sonder ine letzst bezwangen betten,
er inen all sein parschaft, claiaoter, auch andere hab and
, das er gehapt hatt, massea offen and darlegen, das alles sie
anch genomen and darza alle seine bucher, ratschleg and
el zerrissen, ofen, fenster and anders zerschlagen and verwast
in dem and anderm aUenthalben dermassen mißhandelt, das es
den onglanbigen zavil gewest, doch were doctor Steinmetzen
lOcht zaletzt sein barschaft wider worden.
Und Uls Ernfrid Kampf sein relation Torgcmelter maynang
ifi ond sonst mit vil pnncten, dero bargermaister, rat and
chaß nit wol versteen kondten, getan hett, begeret er von
91 haaptlewt and rete des hellen hawfen, die ime deß sondern
h getan betten, ain erber rat alhie sollten bey meinem gnc-
1 herren, dem marggrafen, der sich in Schriften und mnntlich
29
450
sovil christlich erpotten hett, das es zu erparmen wer, das sofidi
so gar kain ansehen bey der yersamblong haben wollte, handeta
and allen fleyß forwenden, damit die sach zwnschen sein forstlidtt
gnaden und der pawrschaft vertragen nnd zu ainer yerpraderaig
oder verpundnuß pracht wnrde.
[503] Damff ward durch bed r&te und äea ausschufi gertt-
schlagt, dieweyl sie und gemaine statt selbst in solichem s^
stunden und nit daraus möchten komen, auch dem marggrafen mü
verschribner aynigung verwandt wem und sonderlich ain ahsdiifld,
ime hie offnung zu geben, mit sein forstlichen gnaden angenomai,
aber [sie] dasselbig alspald verprochen und nit gehalten hetta,
sonder selbs trewlos und erlös an im worden wem, ward gemaiMr
statt handlung bey sein fürstlichen gnaden nit vil firachten, lir
auch nit schön angesehen werden, wir dörften sein forstlich gnate
nit wol ansehen, geschweigend das wir vil mit sein fdrstücktt
gnaden handeln sollten. Ward demnach beschlossen, sölidis M
underlassen, sonder ward uff etlicher personen anregen verrer genft-
schlagt, ob und wie mit dem schwebischen band, dieweyl man dok
desselben Überzugs, belegerung und ernstlicher straf besorgt, M
halten und zu handeln wer schriftlich oder muntlich, damit ntt
die sach zu ainer rachtung pringen möcht, reychen und armen M
gut, Zerstörung und Verwüstung der ganzen statt farkomen wurit
Das alles war etlichen im Innern und ewssem rat, anch ii
ausschuß wol vermaint, etlichen aber im innem and ewssem ntj
auch dem ausschuß wollte sölichs nit wol gefallen, sonder ver-
mainten etlich, man sollt es der gemaind offenpam. Etlich woB
bey den pawrn bleyben, sterben und genesen, etlicher vermaint, tt
wer nit gut, sölichs für ain gemaind zu pringen, dann es mri
für den hellen hawfen gelangen und auch nichtz guts daraus werte
In summa es ward daruff beschlossen, das alles za underiasifli
allerlay weytlewfiger einreyssung zu verbaten and die sach gott ü
befelhen, es gieng, wie es wollte etc.
Des Hennsercomenturs getraids halb za Windshaiffl*
Den erbern und weysen, burgermaister and rate der statt
Rotemburguff der Tawber, unsern besondern, liebai
und guten freunden.
Unser freuntlich, willig dienst zuvor. Erber and ifejs^ *••
451
, lieb und gat fireand! Wiewol wir ewer erber weyshait
r tag zngeschribeD haben, das wir derselben lawt des bellen
3 und ewer erber weyshait schrift des Hennsercomentnrs
alhie in unser statt ligend zasteen und nach lawt unsers
18, ewerm stattschreyber getan, widerfaren lassen wollen [504],
idi doch dise irmng zu, das off hewt der hawf, so zur
(tatt an der Aisch versamelt gewesen ist, sampt denen, so
nrzborg gelegen und inen zugezogen sein, angezaigt getraid
rt und wollen das (unangesehen das wir inen ewer erber
it und des hawfen zu Wurzburg im l^er schrift vorgelesen)
s haben, sagen, sie seyen der grösser und merer tail des
8, darumb stee inen sölich getraid zu. Das wollen wir ewer
ireyshait, sich darnach verrer wissen zu richten und derhalben
in newstettischen hawfen zu handeln, nit wollen verhalten.
wa das nit geschehe, könnten wir mit den castnem und
n vermelts getraids nit verfugen, noch handeln, das ewer
weyshait sölich getraid zugestellt wurd, wie dieselb dann
u ermessen hat. Wa aber dieselb ewer erber weyshait von
hawfen auch ain schrift an uns, das ir sölich getraid zusteen
rlangen, wollen, wir uns gepurlich halten,
atum prima Junii anno 25.
Burgermaister und rate zu Windshaim.
Antwurt der von Rotenburg.
Den von Windshaim.
ieben freund! Ewer erber weyshait schreyben, uns yetz ge-
nit anzaigung, wie der newstettisch hawf der versamelten
baft unsers Hennsercomentnrs getraid, bey euch zu Winds-
ligend, erfordern und haben wollen, unangesehen das uns
ig von hauptlewten und reten des hellen hawfen zu Wurzburg
Qt worden ist etc., haben wir merers inhaltz und der ver-
sn bäwrschaft halb mit befrembden verlesen. Und dieweyl
er hauptlewt und r&te des hellen hawfen zu Wurzburg, bey
der merer tail des Newstetter hawfens damals selbs noch
, all unser orden und gaisüichen guter zu volgen bewilligt
mit sölicber maß, das wir die gaistlichen personen dargegen
ndertialten müssen inhalt der bekanntnuß, der wir ewer erber
29 •
452
weyshait ain collationirte copey hierinn verwart zuschicken, demnadi
auch ewer erber weyshait von hauptlewten und raten des hdlea
hawfen zu Wurzburg geschriben und beschaid gegeben ist, uns söliA
gctraid, bey ewer erber weyshait burgern zu Windshaim [505] ligend,
zusteen zu lassen, wie dann unserm stattschreybem darvor von ewer
erber weyshait zugesagt ist, bitten wir ewer erber weyshait, ae
wollen unangesehen bemelts newstettischen hawfens ansynneos imd
begerns, deß inen nit gezimpt oder gepurt, inen solich getraid dH,
sonder uns volgcn lassen und demselben hawfen oder irem hanpt-
mann solich ir unzimlich begem nochmals aus vorerzelten ood
andern Ursachen waigern und ablainen , mit dem pestai fleyfi if
könnden, und als wir vertrawen zu euch haben. Das begem wif
umb ewer erber weyshait in gleychem und mererm freuntlidi li
verdienen.
Datum freytags nach Exaudi [2 Juni] anno etc. 25.
Borgermaister , rat und ausschuß zu Rotenburg il
der Tawber.
Von der schlacht zu Konigshofen.
Uff freytag nach Exaudi ist ain grosser hawf der versametoi
bawrschaft, ob funftawsend stark, zu Konigshofen an der Tawliff
gelegen , die all uff obberurt uffmanen von der Tawber und d»
enden daselbst umb zusamen zogen warn in maynung, dem pQ>'
dischen beer zu begegnen und widerstand zu tun, denen aber dtf
pundisch beer mitsampt obgemelten churfursten, fursten und ires
kriegsvolk aus dem Schupfergrund furher nachzug, sie suchte ni
ir begereten, doch uff dem weg damit auch warn, gein Wonbul
zu ziehen und das schloß zu retten. Als aber die pawrschaft ^
Konigshofen dess gewar und innen wurden, sein sie alspald ungeMtt
aus Konigshofen gewichen und daselbst uff den berg geruckt, haki
ir Wagenburg, leger und Schlachtordnung damff geschlagen und ge*
macht mit irem veldgeschutz, deß sie ob vierzig stucken uff redfll
gehapt, und anderm das geschutz zum tail über die Tawber in du
pundisch fußvolk gericht und geschossen und zum tail sunst zu tM
wer gericht. Indeß haben das pundisch und der forsten rennfadb
mit den geraisigen sich neben dem berg an das l^er getan, A
angegriffen und alspald, ee dann der redit pundisch hawf heroaA
komen ist, die pawrn in die flucht und ir ob viertawsend tf"
453
shlagen, bey drewhanderten, die sich in aim holz verhegt und mit
m bAndrom gewert, gefangen. Die andern sind entrannen and
mron komen, aber gar wenig. Ist gemelts freytags [506] nach
ittag nmb vier ar geschehen, and sind nach verprachter schlacht
\s pondisch beer, auch charfarsten and farsten mit irem kriegs-
Ak zu Konigsbofen, alda sie sich gelegert haben, ligend bliben
fi off den Pfingstag [4 Jani] fraw, wie hernach verrer anzaigt
irdt
Aber etlicher derselben pawrn, die im anrennen der obgemelten
onfendlin alspald die streng hinder den pferden an raißwegen
igehawen, die wagenbarg binden geöffnet, äff die pfert gesessen,
öden davon gerennt and aas der schlacht entrannen warn and
dier kamen, deßgleychen der marggrafen and anderer herrschaft
;wrn and andertanen, die fliehens halben hie lagen and ain merklich
h von viehe, clainotem, hawsrat, parschaft and anderer farnaß
dier geflohet hatten, ward ernstlichen in alle wirts and andere
wser gesagt, sich awsser der statt Rotenbarg zu tan, aach allen
rwarten befolhen, kain pawrn, noch yemand andern mit ainicher
ar herein in die statt za lassen, dann die, so mit kawfen and
rkawfen hie ichtzit za handeln betten, die möcht man herein
Ben, doch mast ain jeder globen, das er sich noch vor nachtz
8 der statt tan wollte. Aber vil hielten ir glabt nit, sonder
ben hie in der statt, verporgen sich.
Am Pfingstaabend [3 Jani]
umten die marggrafischen kriegslewt Oberosthaim zam tail ab.
Itachen etlich, ond viel ain grosse verebt allenthalben in das ge-
in Volk and die pawrschaft hie in der statt and äff dem land.
, erhab sich erst angst and not, dann man sähe, das es gelgeln
Dte.
Kern Mergethaim hett sich den pandischen kriegsraten ond
iexL, als sie, wie vorgemelt, za Konigsbofen lagen, sonderlich äff
mdieQ ond onderbandlang irs comentars za Mergethaim, her
d^K^uigs von Bibra, der daramb'dem pandischen kriegsvolk biß
1 Krawthaim darvor entgegen geritten war, äff gnad and angnad
eben, warden amb ain merkliche samma geprandschatzt , and
dien die köpf abgeschlagen and andere straf affgelegt.
Am donnerstags darvor [1 Jani] ist Oringew äff flehlich an-
454
suchen graf Albrechts von Hohenloe gemahel anch za gnaden md
Ungnaden vom puudischen kriegsvolk eingenomen, geprandschatxt,
und alspald sechs mit dem schwert gericht worden.
[507] Deßgleychen warden alle pawrschaften uff dem land, so
uffinrisch gewest, von dem pundischen kriegsvolk allenthalben, wi
es zog, zu gnaden und Ungnaden angenommen, umb merklich geh
geprandschatzt. Zu zeyten wurden etlich flecken geplündert, aas-
geprennt, die aufwidler, fenlinfurer, hauptlewt und ander scholdigo,
wa sie ergriffen, mit dem schwert gericht und gestraft.
In der eroberung Neckersohn sein 17 mit dem schwert gericht
und etwanvil erstochen worden.
Der bawrschaft hauptlewt wollten hie knecht annemen.
1
I
Am obgemeltem Pfingstaubend [3 Juni] kamen etlich hauptkift j
von Wurzburg hieher gein Rotenburg. Die begerten an den bnrg»- i
maister, inen zu erlauben oder zu vergönnen, allhie umbzuschkigni j
wollten knecht annemen und die dem hellen hawfen zuschicken, aock -
ainem ain dicken pfenung uS» die band geben. Das ward iofli
abgeschlagen , gewaigert und auch verpotten , aber freyknecht n*
zunemen ließ man geschehen, sie funden aber der nit vil oder gff
keinen hie.
Die gesanten vom tag zu Schweinfurt sambt andern.
Uff obgemelten Pfingstaubend [3 Juni] kamen die rotenburgis<te
verordneten bottschaften Iheronimus Hasel und Stephan von Her
zingen von dem vorgemelten tag zu Schweinfurt und prachten irit '
inen Florian Geyern, N N von Schweinfurt, Stephan Sorgen t«
Wurzburg und vil ander, die als pottschaften von der versamdttt |
pawrschaft wegen uff dem tag zu Schweinfurt gewest warn, bieher i
in die statt Rotenburg. Dieselben auswendigen bottschaften wtf* ;
von den andern versamelten bottschaften des tags zu Schweintat
abgevertigt worden zu meinem gnedigen herren, marggraf^ GasUr j
von Brandenburg etc., zu reyten, mit sein fiirstlich gnaden off tii
anstand zu handeln, lagen also hie und warten uff glait, danoA
sie gedachtem fursten von Ketzingen aus geschriben hetten. Atar
ain rat sähe dis bottschaften alhie nit gern, sie warn nnwerd 9ii
[wurden] auch nicht empfangen, noch inen geschenkt. Das IM
inen und sonderlich Stephan von Menzingen zum verdrieB, nl
455
rol Stephan von Menzingen bey dem borgennaister Bermetern
andern reten deßhalben anregen tet, so wollt es doch den
ennaister nnd ander des rats nit für gut ansehen.
[508] Am haiigen Pfingsttage.
Am getnickter manongsbriefe ward an dem hailigen Pfingsttag
oni] Ton der versamelten bawrschaft zu Worzborg hieher ge-
it und geantwort, also lawtende:
Der statt Rotenburg uff der Tawber.
Gnad und frid in Christo! Unsem christlichen, lieben brudem
att Botenburg uff der Tawber fugen wir in eyl hiemit [zu] wissend,
rir glaubhaftig wamung haben, das uns der schwebisch pund
prosser heerscraft überziehen und sich ejlends zu errettung des
S Unser frauen berg uff Wurzburg lendet, deßhalb unser not-
erfordert, damit wir denselben widerstand tun mögen, euch
ille landschaft uff das sterkst uffzumanen, unser leyb, er und
u retten. Demnach ermanen wir euch der Verpflichtung und
Tuchen yerwandtnuß, das ir angesichts dis briefs mit ganzer
t statthaftig etlich werhaft menner wol gerust mit ewerm veld-
oß, raifiwegen, auch handbuchsen, langen spiessen und hellen-
a gein Haidingsfeld schicket, alda weyters beschaids zu gewarten,
iröUet euch hierinn geharsamlich beweysen, Yor straf und nach-
elbst verhüten.
Datum uff samstag nach Exaudi [3 Juni] anno etc. 25.
Hauptlewt und verordnet rete der frenkischen versamlung
im leger zu Wurzburg.
Stunden unden am brief dise wort mit Hainrich SSentgrafs
dirift geschriben:
Und sonderlich wollt dem volk der landwer das geschoß, zu
ingsfnrst erfunden, zustellen.
Qff solich vorverleypt, noch ainich ander manung ward nyemand
er 8tat4; geschickt, sonder ain rat und ire geharsamen burger,
doch ain geringe zal was, sahen und horten des punds und
ar fnrsten zukunft, ernstliche, erschrockenliche straf und hand-
Hem, warn deß hoch erfrewd ungeacht ainichs nachtails, den
idi auch darbey leyden musten, dorften sich aber doch gegen
456
den andern ufirnrigen in der gemaind und irem regimeat nickli
merken lassen.
[509] Relation Jörg Spelten, des jungen.
Indeß und an obgemeltem Pfingsttag [4 Juni] kam Jörig Spelt,
der jung, aus dem leger zu Haidingsfeld und Wurzburg wider an-
haims geritten. Der tet sein relation alspald vor innerm nnd
ewsserm rate, auch ausschuß nnder anderm der ma}iiung, irie
Emfrid Kumpf ine erpetten und verordnet hette , uff den tag gein
Schweinfurt, den hauptlewt und rate der versamelten bawrschaft zi
Wurzburg ernennt und ausgeschriben hetten, alda er dann gewest,
und als er sampt andern raten der versamelten bawrschaft an
freytag nechst vergangen [2 Juni] wider gein Wurzburg geritta
were, hetten er und ander underwegen zwaj grosse fewr gegen da
Ochsenfurter gew warts uffgeen sehen, und als sie gein Wonbsf
komen, wer ain lermen und geschray zu Wurzburg worden, M
sollt der versamelten bawrschaft zu Konigshofen zu rettnug ni
hilf komen und zuziehen, derhalben were durch hauptlewt nnd rito
der versamelten bawrschaft beratschlagt und beschlossen wordei,
mit dem hawfen gein Haidingsfeld zu ziehen. Sölichs hett siA
aber verzogen, denn nyemand hett hinausziehen oder auf sein wdlki*
Zuletz wem sie doch uffgewest, hinausgezogen und der landsdiit
allenthalben auch uffgebotten worden. Aber am samstag [3 Joi]
fruw wern die, so aus der statt Wurzburg zogen, wider in die stitt i
gefallen, und das geschrey komen, wie der hawf zu Uffenhaim vA
gein Haidingsfeld komen were, deßhalb der hawf zu Wurzbarg dei*
selben samstags wider hinausgeschickt worden were. Indeß hedtt
sich alspald darnach die hauptlewt und pfenungmaister verlort)
auch der hauptman selbs nit mer lust zu der sach gehapt Uli
hewt am piingstag zu morgens, als man das Ave Marie gdewt
hett man auch stürm gelewt über die pundischen. Die wem n^
fünfzig pferden für Unser frawen berg gerennt, aber mit hiat ;
geschutz wider abgetriben worden. In dem wem die hauptlewt ^ :
rate der pewrischen hawfen zertrennt und zerstrewt worden, b0tt
sich demnach er, Spelt, auch erhept, hieher zu ziehen. Als er iB
zu Wurzburg under das tor komen wer, hett im Cunzlin, der botti
den briefe des pulvers halben, nach Emfrid Kmnpfen haimkoL
wie obsteet, allererst ausgangen, pracht und behendigt, den hett er
467
desffl, [510] aber nach gestalt der Sachen ine nit für gut ange-
ih^ wid^ in die statt za reyten, dann es wer das volk ser an-
staem gewest. Und als er in sölichem heraufzogen, wem uff
m gew umb Gibelstatt und ander end daselbst umb ein fewr oder
chse ufigangen.
on der schlacht bey Sulzdorf, Gibeistat und zu
Ingolstat uff dem gew.
Als, wie obgeschriben steet, der pewrisch hawf zu Eönigs-
rfen geschlagen, und in bey -42 stuck buchsen uff redem genomen
)rden, sind die pundischen mitsampt den churfursten, fursten, auch
rselben kriegsvolk zu Königshofen ligend bliben biß uff den
ingstag [4 Juni] fruw, sind sie uffgewest und verrückt gein Wurz-
org zu ziehen. Und als in sölichem das geschray gein Wurzburg
d anderer end gelanget, wie der hawf zu Königshofen von dem
ndischen und anderm obgemeltem kriegsvolk betrangt und ge-
Uagen understanden wurd, ist ain grosser hawf versamelter pawrn,
bey Uffenhaim damals gelegen was, deßgleychen von Wurzburg
d Haidingsfeld, etliche von Kitzingen und andern mer stetten und
cken im land zu Franken, die von hauptlewten und raten der
namelten pawrschaften zu Wurzburg und Haidingsfeld und son-
rlidi durch die von Ochsenfurt zu sölichem uffgemant worden, uff
B gew gein Sulzdorf mit etwanvil veldgeschutz uff redem [zogen]
maynung, zu dem benotigten hawfen gein Königshofen zu ziehen
d die bmder daselbst zu retten. Und wiewol denselben zu-
dieiidein hawfen bottschaft under äugen kam und gesagt ward, wie
r hawf zu Königshofen schon geschlagen were , wollten sie doch
Uchs in kainen weg glauben, sonder zugen stark fürt und fürt
i gein Sulzdorf der maynung, die christlichen bruder zu Königs-
rfen, die nun mer lengst erkalt wam, zu retten.
Aber die rotenburgischen und anderer herrschaft bawm in und
nserhalb der land wer, die erstlich das spil in diser landsart an-
i&ogen betten, die auch von den hauptlewten und raten der hawfen
; Warzburg und Königshofen aufgemant gewest und gleychwol am
izidiea uff dem weg gein Königshofen warn, die vemamen den
nd onderwegen von den fliehenden und andem, wie die pawm zu
migshofen geschlagen, und die christlichen bruder jemerlich nider
legen wem [511], zugen demnach wider zurück, und ain yeder
458
anhaims, alda sie anch farter bliben, und kam also dersdben sdiel-
men kainer mer hinaus, noch sunst in ainiche schladit, das nü
allain bey forsten, herren und gemainem adel, sonder auch bej
iren selbs herrschaften nit clainen missfall, verdrieß and neyd pradt,
das sie als die anfenger der anfrnr in diser art also ongeschlagea
und angestraft darvon komen sollten.
Also an dem vorbestimpten Pfingstag [4 Jani], als das pon-
disch beer, deßgleychen die hochgedachten forsten mit irem kriegs-
volk offgewest ond Haidingsfelt zogezogen, aoch dem zosatz iif
dem schloß Unser firawen berg zo Worzborg ain losong mit ab-
brennen ains hofs geben, das sie inen zo rettong ond hilf kemea,
sind indess die rennfendlin ond der zoziehend hawf pawm nechst-
gemelt bey Solzdorf ainander von ongeschichten begegnet, hett kaii
tail von dem andern nichtz gewist. Sobald aber die geraisigen der
rennfendlin des zoziehenden hawfen pawm gewar worden, deßgl^*
chen der pewrisch hawf die vortreber ansichtig worden sein, hab«
die pawrn dorch ir haopüewt ain schlachtordnong mit beschlossner
wagenborg gemacht, das feldgeschotz in die raisigen gericht, eüidie
schlangen off sie, die raisigen, abgeen lassen. Uff sölichs babea
die pondischen rennfenlin alspald off den bewrischen hawfen ge*
trockt, den angegriffen. Indess ist onden die wagenbnrg oQgangei)
haben sich die pawm in die flocht ergeben. Da ist von den paa-
dischen ond andern fendlin, aoch den andern geraisigen, die aack
darzo komen, ain sölich worgen, stechen ond schlagen gewest, dai
nit wol zo sagen ist, ond die schlacht weyt ond breyt gewert, ato
das die geraisigen den fliehenden bavrm biß gein Aasfeld ^ obar
Haidingsfeld, an etlichen orten biß an den Main and off bed seytfl
dameben weyt ond brait nachgeeylt, sie ereylt, erschlagen ond e^
stechen haben, also das die felder allenthalben omb Salzdorf, Ingol*
statt ond daselbstomb, ond sonderlich der kirchof zo Aißfeld ^ voQtf
todter corper lagen.
Aber ain grosser hawf bawra war gein Ingolstat g^ohfli)
betten Ingolstatt, das verprennt schloß ond zargen, aoch das hol2lia
darbey eingenomen, sich darinnen der pondischen and forsten kriege
Volks offzohalten ond zo erwera onderstanden, wie sie dann dara*
dapfer ond stark gegenwer ond widerstand getan betten, dermaasea
*
1 Eßfeld.
459
du pimdisch kriegsvolk ain sturm zwen vor [512] dem schloßlin
Terlor»! betten, und demnach das pnndisch kriegsvolk das haupt-
geschatz hetten an die zargen richten nnd die beschiessen mnssen
md also mit dem and anderm die bewrischen kriegslewt darinnen
80 hart benötigt, das sie inen, den pawm, den dritten stürm aber-
büten, die zargen damit erobert nnd alle, die darinnen, auch her-
anssen im bolz gewesen, erstochen nnd erwnrgt, vil von den paw-
nen, darnff sie geflohen und schwarz voller pawm gesessen warn,
herabgeschossen, wie die vogel von den pawmen, [hat] sich anch dis
schlagen nnd stnrmen dis Pflngstags biß in die nacht nnd zu mor-
gens an den andern tag verweylet, in welicher schlacht mer, dann
vier tawsent pawm erschlagen und nmbkomen sein.
Der pfarrer zu Rotenburg.
An obgemeltem Pfingstag [4 Juni], als das geschray von der
■cfalacht zu Konigshofen und anders hieher gein Rotenburg kam,
dess sich etlich erfrewten, etlich erschracken und darumb trawreten,
prediget der vorgenant her Casper Cristan, comentur und pfarrer
lue zu Rotenburg, davon ganz hessig ding, nemlich man sollte die
pawm in diser uffrur und irer Verfolgung, die sie litten, trösten
Und mitleyden mit in haben, dann sie wem nit ursach, das die
ptwm also erschlagen, verprennt und verheert wurden, sonder die
oberkait hett durch ir beschwerlich ufflag und verwurkung sölichs
georsacht, und welicher redet, das die armen lewt es selbs gemacht
©der vemrsacht hetten, das sie also erschlagen, verprennt oder be-
scfaedigt wurden, die wem hund und schwein etc., und predigt furter
Vom haüigen sacramenf uff Carelstatts maynung.
Am andern Pfingstag [5 Juni]
Ist das bundisch beer mitsampt der andem forsten obgemelt kriegs-
^lA: gein Haidingsfeld gezogen, sich daselbst gelegert, mechtig stark
n ross und fuß , und sonderlich mit aim solichen grossen raisigen
iBWg, den man uff vier tawsent wol gerust achtet, dergleychen in
Aea landen nye gehört worden was, und ob zehen tawsend guts
triegsvolks zu fuß, sind die fursten und herren, auch zum tail der
•dd im stettlin Haidmgsfeld und das ander kri^svolk aus[513]
wendig dem stettlin, nemlich das fußvolk im grund hinder Hai-
460
diDgsfeld und die za ross fornen am stettlin in gerten am Main
biß hinein an den Holgarten , bey Wurzburg gelegen , betten du
geschntz vom Holgarten über den Main in die statt Wurzbarg ge-
riebt, lagen alda biß uff den mitwoch, den letzten PfingstfejerUg
[7 Juni]. Da hat sich die statt Wurzburg mit allem landvolk und
pawrschaften , so von stetten, dorfern und andern flecken darinnea
lagen, desselben mitwochs umb vier ur nach mittag ergeben of
gnad und ungnad, und ward gehandelt, wie dann verrer her-
nach folgt.
Relation der gesanten vom tag zu Schweinfurt.
Am obgemeltem montag, den andern Pfingstag, [5 Juni] tetei
Jheronimus Hasel und Stephan von Menzingen beden innem nni
ewssern raten, auch dem ausschuß ir relation des tags halben n
Schweinfurt der maynung: Sie wem am donnerstags [1 Juni] nedMtr
vergangen gein Schweinfurt komen, und eben inen und andern, so
awssen gewest wem, geruft worden zum ersten, andern und dritta
mal. Da wem sie bed eben vorhanden und von Bamberg secki
und sunst vil bottschafter da gewest, nemlich hundert und etiki
Personen. Und als sie zu den artickeln greyfen wollten, wer lii
brief aus dem leger zu Wurzburg komen, der hatt innen gdatteii
das die artickel uffgehept wem. Deßhalben were von denadbei
nichtz gehandelt, sonder beschlossen worden, ain bottsdiaft, wieok-
steet, zum marggrafen zu schicken, vorgemelter maß uff ain Ttf*
st^d oder uff die zwölf oder mer artickel zwusehen sein gmdBi
und seiner gnaden undertanen zu handeln.
Item so hetten die von Nurmberg, so. auch zu sölichem H
gein Schweiufurt beschriben worden wam, hauptlewten und rittt
der firenkischen versamblung zu Wurzburg ain schriftlich antwflt
geben, also lawtende:
Der von Nurmberg schrift *.
Item daneben hett grave Wilhelm von Hennenberg sein bott*
Schaft auch zu Schweinfurt gehapt. Die wer nach vil emsigen ai-
1 Gedruckt bei Walchner und Bodent a. a. o. 286 bis 291. Dai doli
fehlende datum ist £ritag, der 80 Mai 1525.
461
sschen nnd anhalten gehört worden, hett sich wegen irs gnedigen
jerren, graye Wilhelms bedagt, wie sein gnediger herr über ver-
r^, yerprnderang, Sicherung, briefe und sigel von der versamelten
twrschaft verprennt, beschedigt und verderbt worden were, hetten
ne Mainberg, Hennberg ^ und sunst vil andere, als bey sechs
düosser verprennt.
519] Beratschlagung der von Rotenburg, wie weyter
in Sachen zu handeln.
Und nachdem aber obgemelt schlachten und des pundischen
eers sampt der andern fursten und irs kriegsvolks emstlichs hand-
mg und straf, hieher gein Rotenburg so glaubhaftig und stattlich
ehngten, das die ganz offenpar und nit mer von dem abgefallen,
ifrorigen geböfel zu laugen oder zu verdecken war, und dabey
sr statt Rotenburg heftig getrohet ward, die zu überziehen, zu
ißgem und zu schlaifen, viel ain grosser schreck in die under-
aeQ, deßhalben sich inner und ewsser burgermaister und rate,
e merer tails wider ain wenig erkeckt und der sachen erfrewt
prn, mitsampt dem ausschuß stattlich versamelten, und der bur-
nnaister inen die ding alle erzelen und furhalten tete, daruff zu
ntschlagen, wie sich nun in sachen zu halten were etc. Daruff
id wiewol etlicher in raten und dem ausschuß und sonderlich
tabn von Menzingens und seiner anhenger maynung war, sich
Ue in der statt Rotenburg in rustung und zur gegenwer zu
ttd[en, auch derhalben kriegsvolk zu bestellen und sich gegen
em pundischen und anderm kriegsvolk, so sie die statt belegern
«rdai, uffizuhalten, damit man ains guten Vertrags bekomen möcht,
» ward doch durch das merer beschlossen, ain treffenlich bott-
diaft zu den pundischen kriegsreten zu. schicken, sich zu verant-
nirten, zu entschuldigen, ergangne uffrur zu erzelen, umb gnad zu
itteo, auch damit wir dester ain gnedigere richtung erlangen, sich
VB der statt Rotenburg wegen in pund zu komen zu erpieten,
•cb zu biten, sie darein uff und anzunemen etc., dameben auch
60 von Nurmberg und Schwebischen HaU zu schreyben, deßgleychen
leim gnedigen herm marggrafen umb gnedig furderung untertenigk-
*
1 HcnneDberg«
462
lieh durch ain ratsbottschaft zu ersuchen, und lawten gemdte
Schriften an die von Nurmberg und Schwebischen Hall, wie her-
nach folgt:
Den von Nurmberg und Schwebischen Hall.
Lieben freund! Ewer fursichtigkeit haben hievor von irer^
erbern ratzbottschaft, hievor bey uns gehapt, bericht empfangen und
noch gut wissen, welicher [520] massen sich hievor unser bair-
schaft wider uns empört, und aus demselben gevolgt, das unser ge-
maind auch gegen uns etlicher angemasster irrung halb nffirorig
worden ist, das alles sich nachmalen so weyt gelendt hat, das wir
mit inen in der versamelten pawrschaft zu Franken, als sie a
Haidingsfeld gelegen, zu verpyndung gewachsen sein, wiewol iümt
unsern vilfeltigen gehapten fleyß, muw, arbait and wider onsen
willen und gemut. Dieweyl aber der schwebisch pond gegen dei
ufirurischen mit ernstlicher straf und nit unpillich handelt und de^
gleychen gegen uns und den unsern, wie uns anlangt, farzonemei
auch vorhat, damit aber gemaine unser statt und der gemain noti
alhie nit ganz in Zerstörung und verderben komen, sonder leagff
bey dem reich erhalten werden mögen, haben wir unser ratsbottr
Schaft an hauptlewt und rate des schwebischen punds gevertigt, ■•
umb gnad zu bitten. Dieweyl wir uns aber zu sölichem ewer w
bern fdrsichtigkait furderung und anderhandlang dorch ir erto
ratzbotschaft , [die] sie bey dai retea des ponds haben, nit wadil
frachtpar zu sein getrösten, ist an dieselben ew& erber farsicfatjl-
kait unser gar dienstlich, fireantlich bitt, ewer erber fdrsicfati^
wollen eylends uns mit sohrütlieher forderang an haaptlewt wd
rate des ponds und sonderlich der stett erber ratzbottschafteo, •
in denselben raten sein, erspriessen and daneben durch gemeU eiV
erber ratzbotUchaft muntlich auch za gescfadien Terfogen, dttiK
wir und gemaine statt nach gestalt dar lewfte and benirter •^
Sachen mit gnaden bedadit und ul^iiomeii, wejter Terderben ■!
anderer anrät der statt« unser und unserer bawrschalt forkoas
werd, mit gnediger beweysong. Das begem wir eiwer erber to^
sidiiigkait mit gatwUligem fleyfi za verdieneiL
Datum montags in Püngstfieyeni [5 Joni] «nno etc. 25.
Bargermaister and rate za Rolenbarg off der Tawber.
463
Antwnrt der von Nurmberg.
)en ersamen and weysen, bargermaister und rat der
Utt Botemburg uff der Tawber, unsern besondern,
guten freufiden.
Unser freontlich, willig dienst zuvor. Ersamen, weysen, be-
ider, lieben freund! Uff ewer lieb scbreyben [521] und an-
dien, yetz an uns gesandt, haben wir unsern ratzfreunden, so
* bey den stenden des punds zu Ulm haben, zu stund bey aignem
enden botten geschriben, bey gedachten pundsstenden mit pestem
'fi zu handeln, damit durch gemains punds kriegsheere ewer lieb,
il ymmer muglich, verschont und nichtz beschwerlichs furgenomen
xi, dann wir sind ye genaigt, der erbern frey und reichsstett
»den und verderben zu verhüten und iren nutz und wolfart zu
rewiichsten zu furdern und ewer lieb dienstlichen und freunt-
sten willen zu erzaigen.
Datum eritags den sechsten Juny 1525.
Burgermaister und rat zu Nurmberg.
Item von meinem gnedigen herren, marggraf Casimir zu Bran-
borg ward ains erbem rats bottschaft, so sie zu sein fürstlich
den gein Uffenhaim verordnet betten, schriftlich glait zuzeschicken
ertenigklich geschriben, daruff sein fürstlich gnaden inen schrift-
glait zuschicket, wie hernach folgt:
n ersamen, weysen, unsern lieben, besondern, bur-
drmaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Casimir, von gottes gnaden marggrave zu Brandenburg etc.
«rn gonstlichen grus zuvor. Ersamen, weysen, lieben, beson-
i! Uff ewer scbreyben und begern schicken wir euch hiemit
er glait, wie ir sehen werdet. Das wollen wir euch nit ver-
Datum in unserm leger zu Bergel am andern hailigen Pfings-
[5 Juni] anno etc. 25.
Olait.
Wir Casimir, von gottes gnaden marggraf zu Brandenburg etc.,
die ersam und weysen, burgermaister und rate zu Rotenburg uff
Tawber uns ersucht haben, iren ratzfreund und bnrger Hanns
464
Jagsthamer, den alten, Peter von Premen und Jheronimiisen Hi
zu uns zu verglaiten, tun kund mit disem briefe, das wir sie
verglait haben, uff morgen zu Uffenhaim oder daselbst umb in
serm veldleger bey uns zu sein [522], und geben inen solich
sampt iren knechten und pferden hiemit und in craft dis briefi
uns und unser geharsam kriegsvolk an den enden, da wir zu gl
haben. Doch nemen wir hierinnen aus alle die, so wider den 1
friden und die löblichen aynung des punds gehandelt haben.
Zu urkund mit unserm zu ruck uffgetrucktem secret vers
tirt und geben in unserm veldleger Bergel am andern Pfini
anno etc. 25.
Daruff sein die obgemelten ratsbottschaft zu sein fürstlich go
geritten gein Uffenhaim, alda sie sein fürstlich gnaden, die
mit irem zewg allererst alda einkomen was, funden und von v
beder rete und ausschuß an sein fürstlich gnaden Werbung i
betten, mit underteniger erzelung bißher verloffner und ergai
handlung zu Rotemburg und ains erbern rats entschuldignng,
underteniger bitt, sie lenger in gnediger, nachpurlicher ayniu
halten und bleyben zu lassen, ir gnediger herr zu sein, auch
mit gnediger furschriften und entschuldignng gegen den pundii
hauptlewten, raten und kriegsvolk zu erspriessen etc. Aber ni
lichs hett der fürst inen ain schlecht antwurt geben mit erxe
was sich die von Rotenburg in diser uffrur und not unbedadit
schribner aynung und vertreg gegen sein fürstlich gnaden i
wertigs erzaigt und gehalten betten, und sich darbey vem
lassen, wie er sich versehe, selbs zu den bundischen hauptle
raten und kriegsvolk in kurzen tagen zu re}i^n, so das besc
wollt sein fürstlich gnaden der von Rotenburg bey inen aad
denken.
Der von Betwer ^, Tawberscheckenbach, zu der Hi
Rudeltzhofen, Odeltzhofen ' und Gattenhofen sup
cation umb gnade.
Unsern willigen, undertenigen, geharsamen dienst zuvor,
bern, weysen und lieb herren! Nachdem und [523] wol wisse
der aufrar halben, so eüich in ewerer landwer angefangen lu
1 Bettwar. 2 Rdckeltshofen, Adolshofen.
465.
Inder ain erbern rat nnA gemaine statt Rotenburg^ und wiewol unser
ynl sein , die in soliche uffimr und ungeharsam nit verwilligt haben
und unser etlich dasselbig ainem erberu rat angezaigt haben und
hilf und rat begert, doch ist uns dieselbig hilf. zu lang aushüben,
md sein durch vil trowwort und anfordrung desselben uffirurigen
tiiwfen ubereylt worden und durch unser ainfeltigkait demselben
uchgefolgt, das doch uns zu grossem schaden kompt. Darumb so
üben wir etlich gemain und dorfinenig versamelt und ainmutig be-
idilossen , ainem erbern rat zu fußen zu fallen . und gnad zu be-
Sern, das ir wollt tun als weys, gutig und barmherzig herren und
völlt uns zu gnaden uffiiemen, wie Christus anzaigt im ewangelio
ron dem barmherzigen vatter, der sein verloren son wider zu gnaden
ofioam, so wollen wir tun als geharsame undertan, uns furan nit
ilso lassen verfnm, wann wir versehen uns, das ainem erbern rat
rol wissen sey, das unser der mainst taue in solich uffi*ur nit ver-
lilligt haben und darzu zwungen, trungen sein worden. Darumb
0 haben wir ain gemaind zu Betwer mitsampt den gemainden Taw-
crscheckenpach, auch zu der Hart, Ruckertzhofen, Odeltzhofen und
hitteiüiofen aynmutig verwilligt, soliche bitt an ain erbern rat lassen
Ingen, und versehen uns ernstlich, das der mainste taile der ganzen
ladwer des begems und willens sey, sich in soliche geharsam zu
)ebe&, wie wir hie angezaigt haben, wann wa wir zeyt und weyl
letten gehapt, so betten wir mer dorfer und flecken zu uns gefor-
lert, aber wir versehen uns, sie werden sich selber auch anzaigen
b die geharsamen. Darumb so bitten wir als arm, undertenige
lud geharsame, ir wollt uns ain trewen rat in der sach geben und
in gutliche antwurt wissen lassen und zu gnaden uffneinen.
Datums am andern Pfingstag [5 Juni] anno 1525.
Man hat inen daruff kain antwurt geben, sonder solichs ain
ichrift sein lassen, dann man gedachte mit dem pund zu handeln.
]524] Wie Wolf von Vellperg im ampt Eirchberg zu
handeln understund.
Den fursichtigen, vesfen, erbern und weysen herren,
l^irgermaister und rate zu Rotenburg, meinen lieben
herzen.
Lieben herren! In der ersten stund des tags hat Wolf von
Velperg drey tach zu Lenkerstetten verprent, geplündert und das
466
vieh genomen, darza Gftckstatt geplondert und das vieh genomen,
und hat Weckelweyler müssen globen , das sie sich mit ime ver-
tragen wollen. Also han ich zu in geschickt den scholthaiß mit
etlichen ins feld and die hawptlewt bitten lassen, nachdem yil dem
löblichen bnnd gehuldigt , auch ir herrschaft nach lawt der brief,
so sie werden anzaigen, das sie das wollen beherzigen und ansehen.
Uff das hat mir Wolf von Vellperg entbotten, wann die brief des
obersten hauptmans underschrift mit dem österrejcUsch^ zaidien
haben, so soll es in bey heller und pfenning wider werden, sonst
helf nichtz, man muß sich mit in vertragen, das ich auch nymmer
schiessen laß, oder man werd mich im tal audi haimsuchen, dim
ainer gesagt, was man erbermbd mit in haben soll, sie haben fanäm
edler frawen claider und anders zu Lenkerstetten, ist Rotten. Nun
hat mir der stettmaister befolhen uff die Zankegerden zu treyben,
betreffend Wilhelm von Crelshaim. Dieweyl also rewter im lud
sein und sollen mer komen, bitt ich umb beschaid, dann WilbdD
auch darbey. Weyter haben sie Lendsidel ainen brief geben, [diiin]
gemalt ain schilt, darinn ain rats krewz, ain schwarzer adler, under-
schrift „Lendsidel zu gnad und ungnad, Jörig truchseß etc.'^ mit et-
lichen zaichen. Sölichs hab ich ewer erber weyshait mir umb l)^
schaid nit underlassen, dann der zu dienen mit getrewem willen wud
bey mir allweg erfunden, [hab] auch den andern stetten zugeschribea.
Datum montag nach Pfingsten [5 Juni] anno im 25.
Walter Buchelberg, vogt zu Klrchberg.
An Walter Buchelberg, obervogt zu Kirchberg.
Lieber obervogt! Dein schreyben, uns yetz getan, [526] habei
wir alles inhaltz verlesen und lassen es nochmals bey unser mij*
nung und antwurt, den von Dunkelspuhd uff ir schreyben gegeben,
das die jenen, so sich der pawrschaft versamblung tailhafiig ge-
macht haben und derhalben in sorgen steen, in das stettlin Kirdi-
berg ir hab zu flöhen nit gestatt werd. So haben wir gewise
kundschaft, das der hawf bawm zu Eonigshofen durch die pondi-
schen geschlagen, und ain merkliche summa pawm umbkomen, vnd
sein die wurzburgischen nit geschlagen, so werden sie dodi baM
geschlagen. Wollten wir dir guter maynung nit verhalten.
Datum montags in Pfingstfeyem [5 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister und rat zu Botenburg uff der Tawber.
.1
467
Hainrich Zentgraf, secretarius obgenant,
1er kam indess aach ans dem wurzborgischen leger hieher für die
ititt Botenborg, hett ansgekriegt nnd schrib herein, wie her-
ladi folgt:
Erbem, fhnichtigen, weysen herren! Die hohenloiscben bawm
aben verschiner tag ain snpplication von wegen des schloß Schil-
flgsforst ^ an hellen hawfen der frenkischen versamblnng lawt
tut beugenden copej lassen ansgeen, damff dann sölich schloß
erprennt Nnn hat mich nechsten anbends, als ich von Warzburg
ieher fiir das Oalgentor komen, wamnngsweys angelangt, ich sey
i verdacht und belewmnt, als sollt ich ain nrsacher gewest, [das]
IS schloß zermtt nnd yerprennt worden, und also leybs nnd le-
Bns Tor mein gnedigen herren von Hohenloe etc., graye Hainrich
ddicken nnd allen margrefischen unsicher , wiewol meinthalb nn-
ersdialt. Dann da söliche der Schillingsfarster snpplication nber-
ntwnrt nnd rerlesen ward, zaigten ich und Bnrrla aim rat an,
ie mein gnedig herren von Hohenloe briefe nnd sigel von dem
ttenweldischen and Tawberhawfen erlangt betten, das ir nnd grave
Folfgangs land, lewt, hab nnd guter von nyemands mit der tat
dite angriffen oder beschedigt werden bey verlierung leybs und
tau, dann ir gnad wem auch gegen inen verschriben, aber nn-
ngesehen sölidher meiner anregung des Vertrags, auch furbitten
it sich ainer Ton Odeltzhawsen, genannt Endris [527] Wittich,
is mals ainer des rats im hellen hawfen, hörn lassen, wa das
Jüoß unverprennt blib, so leg ain dapfere, große, uberschwenk-
che firacht darinn, davor sich der Schlick, so er das schloß ein-
ane, jar und tag enthalten mOcht und land und lewt verderben,
ff dieselbigen sein rede, als der schulthais umbfragt, ward er-
umt, das schloß sollte gerewmbt, alle vamuß dem jungen graven
m Hohenloe, auch dem frewlin und amptman das ir volgen, die
idit, geschotz und bolfer gdn Rotenburg in das Barfussercloster
efinrt, nnd alsdann das schloß ausbrennt werden etc. Sölicher er-
äugen handlung haben ewer weyshait ratsfreund, her Ernfrid Kumpf
*
1 Eine eingebende rechtfertigung Zentgrafs über seine stellang su
^ btaern und die serstOrnng von Schillingsfürst steht bei Öchsle 318
trii336.
30*
468 ,
und Jörg Spelt, der jonger, dismals zugegen, gut wissen, auch an-
dere ret, selbig mal bey ainander versamelt gewest, aber yetzt durch
abwexel der nit vil mer zugegen, deßhalb ich ewer weyshait omb
gottes und der gerechtigkait willen undertenigklich bitt und anruf,
obgedachte zwen ewers rats zu vermögen, das sie mir under der
statt insigel sölicber handlung, das ich ^ trewlich und erlich gegeo
ainem ganzen rat zu Haidingsfeld gehandelt, meinen gnedigjen jongeo
herren bey angenomem vertrag bleyben zu lassen, beschriben kond-
schaft geben, damit, ob ich gefangen, das ich dardurch mein leyb
und leben retten möcht und nit also unschuldigklich in tod geant-
wurt werden. Ewer fursichüg weyshait wollen mich auch, mein
bekomerts weyb und siben kynd hierinn gunsüich bedenken und oit
verlassen, auch ansehen, das ich allwegen gegen der herrsdiaft and
allen amptlewten vil jar ain getrewer, fleyssiger furderer gewest pin,
das zwuschen Hohenloe, ewer und den ewem gute nachpurschaft ist
gehalten worden. Auch bitt ich ewer fursichtig weyshait, das sie
mich zu meinen weyb und kynden bey der Stroluntzin mein pfennig
zu zern vergünstigen wollt, und wer dann zu mir zu sprechen hat,
es gelt leyb , leben , er oder gujt , es sein mein gnedig herroi von
Hohenloe, her Hainrich Schlick oder ander, nyemands ausgeschlossen,
will ich darumb fuß halten, wider gewalt nyemands förchten, gott
und die gerechtigkait, die mich bißher nye verlassen, zu stewr
nemen. Bitt dess hiemit gunstig und unabschlegig, unverleDgi
antwurt.
Datum dinstags nach Pfingsten [6 Juni] anno etc. 25.
Ewer fursichtig weyshait gutwilliger
Hainrich Zentgraf weylund zu Schülingsforst
[528] Uff solich schreyben ward obgemeltem Hainrich Zent-
grafen kain sonder antwurt geben, änderst das ime sein b^ern ab-
geschlagen, und er weg gewisen ward, auch dem briefisantwurter be-
folhen, im sölichs also anzusagen.
Item die copi, davon in obgemdter schrift meidung geschicfat,
ist oben bey der geschieht und ergangner handlung, mit SchiUin0^
fürst geübt ^, zuvorderst registrirt und darumb als ain nberfloS
daher auch zu registrirn von kurz wegen underlassen bliben.
1 Hb. ir. 2 S. 888.
469
Wie die Yön Rotenburg ir bottschaft zu den pnn-
dischen hanptlewten and r&ten gein Haidingsfeld
ordneten.
Item erstlich ward von beden raten und dem ausschoß den
hanptlewten und reten des pandischen kriegsvolks im leger zu
Haidingsfeld umb schriftlich glait geschriben, und inen das von
stund an in Schriften bey Hanns Schrecken zugeschickt. Daruff
haben inner und ewsser burgermaister und rate, auch der ausschuß
ain bottschaft, nemlich Erasmusen von Mußloe von des innem und
ewssem rats, Cunrat Eberharten, der damals des rats entsetzt was,
Ton des ausschuß und der gemaind wegen und mit inen Thoman
Zweyfel, stattschreyber alhie, zu hauptlewten und raten des pun-
dischen kri^svolks gevertigt, auch Albrechten von Adeltzhaim, der
in der pewrischen ufirur hieher geflohen was und sein wonung der
xeyt hie bette, erpetten, mit derselben bottschaft zu reyten, dess
er sich dann zu tun gutwillig begab. So ward Florian Geyern
nnd andern der pawrn hauptlewten darvor gebotten, sich hinwegk
in tan.
Am mitwochen den letzten Pfingstage [7 Juni]
sind obgemelte der von Rotenburg verordnete bottschaften gein
Haidingsfeld in das leger komen, wurden im einreyten durch das
leger von etlichem kriegsvolk, die sie kenneten, beschrien: „Ey
tampt ir, kriecht ir zum krewz, [529] es ist eben zeyt, wir wollten
snnst selbst sein komen und euch dahaim gesucht haben.'^ Aber
sobald die bottschaften in das leger komen wem, betten sie sich
ikpald bey her Jörig truchseßen als des punds oberstem veld-
haoptman, der damals bey dem bischof von Straßburg und andern
fiirsten im stettlin Haidingsfeld was, anzaigen lassen, auch sein gnad
abpald umb gnedig hilf ainer herberig angesucht, demnach sein
gnad die gesandten nach dem nachtessen für die churforsten, fnrsten,
aneh sich und ander stende und pundsrete in den newen hof, das
^Hrtshaws beschaiden, inen auch des schulthaißen haws zu Haidings-
fdd zur herberig eingeben, aber der gesandten knecht nit all
darinnen können stellen, sonder ains tails vor der statt im leger
Neyben müssen.
470
Nach dem nachtessen warn gemelte gesandten der von Botoi-
bürg vor gemelten chorforsten, fursten, oberstem feldhauptmin,
pondsräten und andern stenden in gemeltem newea hof, darinnen
sie all stattlich sassen nnd versamelt warn, erschinen, alspald ftr-
gelaasen nnd gehört, betten ir verantwnrtnng nnd entscholdignog
durch den stattschreyber sampt irem nndertenigen bitten nnd begern
furpringen lassen, auch antwurt nnd beschaid daruff empfangen,
wie sie dann das und anders, inen begegnet, alspald eylends gein
Rotenburg geschriben betten, weliche schrift lawtet, wie hernach folgt:
Den erbern, fursichtigen nnd weysen, burgermaister
und rate der statt Rotenburg uff der Tawber, unsern
gunstigen, lieben herren und freunden.
Erber, f ursichtig und weys, gunstig, lieb herren und frennd!
Ewer erber weyshait sein unser freuntlich, willig und schuldig dknst
zuvor berait. Uff ewer erber weyshait, auch des ausschuß Mo-
tigung sind wir am mittwochen [7 Juni] zu abends hieher gein
Haidingsfeld in das pundisch heergeleger komen, haben alda fimta
den bischof von Trier, den pfalzgrafen, bischof von Straßbirg,
bischof von Wurzburg, herzog Ott Hainrichen von Bayern, henog
von Zwainprucken, her Jörg tmchseßen, obersten fddhauptman, ui
sunst vil graven und herren, die bey und mit inen sein. Hihi
uns erstlich alspald bey dem bischof von Straßburg und her Jflril
truchses^en, die bed bey ainaoder warn, angezaigt. Die haben tf
alspald nach esse&s in des pfalzgrafen herberig [530] besdiiete
Daselbst sein wir nach essens vor den gemelten chnrfnrsten, fonto
uml andern herrsohaften arschinen. dnrch sie gnedigklich furgelaoa
und g^^hört worden, und haben wir in beywesen Albrechts ta
Adeltihaims vor inen nach ansagsng ains erbem rats undertenip
dicnsiperkaii die handlung diser ufirer nnd empörung, und wie fld
die in der Undwer dmvh ewer hawr^chaft and nachfolgend dird
owor g^^maind Ne^ben und «Klialii»! hau nach der leng fiirgetragfl
und nach nv>un^^U«^T, i^^puüctor eni^sdmldignng nnd verantwnrtni
dits inuem cixl e«5;>^m rats nnd aziderer« [die] sich bey aim n
istiiars«mli.*h ^t^al^en , uns von ewer erber w^shait • ewssern n*«
au$s>vhu5 n;>d puaiier «K>QjixKi wwen bekennt . das wir [mit] wt
^*^*^«^ MKi ^xnrpniieraa^. iariey^aB^ der pwrhsem lewt, stain ^
r«Är .swfK a^krer ««dVÄ^aÄ wüer romisch kayserlicfa nV«"
471
8tit, dea löbUdien pimd, die stend des reichs, den landfiriden and
alle recht gehandelt and verworkt haben, daraff ondertenigklich am
gnad, and ans, gemaine statt and die iren, reich and arm, in der
stitt and äff dem land widernmb za gnaden nad halden n&anemen ge-
petioi mit onderteniger erpietang aller geharsam and dienstperkait etc.
Daraff and äff anser anstretten haben gedacht chnrforsten,
forsten and ander stende sich anderredt and beratschlagt, ans
videramb forgefordert and dis antwnrt vor in allen darch her Jörig
trnchsessen reden and geben lassen, das sein gnedigst and gnedig
herren and fr^md, chnrforsten, forsten and andere stend hie za-
gten anser anpringen and werbnng sampt der entschaldigang and
Terantwartang gehört betten and Hessen die vermainten entschal-
digang äff irem werd berawen, dann es leg öffentlich am tag, das
die Ton Rotenbnrg mit darleyhen lewt, geschatz, balfer and anderm
wider die kayserlich mayestat, chnrfarsten, forsten, die stend des
ponds ond sonderlich onsem gnedigen herren von Worzborg, aoch
kaiserlichen landfiriden ond des reichs ordnong ond alle recht ge-
kandelt ond derselben straf ond pen aller verscholt ond verworkt
betten, zodem das wir es in onser werbnng selbs bekennten. So
hett sich dise offiror in diser landart dorch der von Rotenborg
mdertanen in der statt ond off dem land erhaben, daraos disen
UBem gnedigsten, gnedigen ond gonstigen herren, [531] chorforsten,
testen ond all andern herrschaften in ganzer tewtscher nation in
im landen ond lewten empörong der iren entstanden, wem der-
kübm in merklich beschedigong mit verwostong irer ond irer
Bdellewt Schlosser, dOster, hab ond goter, ond derhalben in disen
idiweren krieg, zog ond merklichen oncosten, verderbong land ond
lewt komen zosampt der grossen plotvergiessong ond todschlagong
N>Til christenlicher lewt, daromb wir selbs erachten konnten, das
me, her Jörig trnchsessen, als obersten haoptman gemains bonds
lern befelh nach, ime geschehen, solichs zo strafen geport, daromb
ar dan mit disem kriegsvolk da leg etc. Aber nachdem wir von
mgea rats ond gemaind ans erkannten ond omb gnad, ond sie
iider za gnaden ond halden offzonemen ondertenigklich bäten,
betten ehorforsten, forsten ond ander stend sich entschlossen, ain
nt ond gemaind wider zo gnaden offzonemen, docH also, das die
Toa Botenborg sollten den hawfen fbßknecht, so der pond bette,
tb monat lang versolden, item hondert centner polfers ime als
472
hauptman der pundsteude entrichten nnd geben, darzn sich rat md
gemaind in der statt and off dem land gegen den pondsstendea
verschreyben, hinfaro in ewig zejt wider die stend des pnnds md
die iren dergleychen tetlicher, böser handlang nit mer za oben,
doch dem bischof za Worzbarg sein clag and vordrang gegen der
statt Rotenbarg and den iren amb geabte, tetliche handlang m-
behalten etc.
Darnff haben wir ain bedacht genomen and [dar]aff dise tnt-
wart and farschlag gemainer statt and den iren fdr ganz schwer,
anvermögenlich and nnertregenlich bewegen and ermessen, nnd dis
ans stattlicher za bedenken not sein ward, haben deßhalb dutk
den stattschreyber an charfarsten and farsten verrer bedacht bessert
biß äff morgen za geben. Der ist ans aach alspald gegeben, nd
darch her Jörg trachsessen geredt worden, sie sollen sich bedenken,
sölichen farschlag nit za waigem, dann es wer charfarsten nd
farsten entliche maynang , and wa das nit beschehe , so ward er
mit gesten komen and handeln , das inen in der statt and off im
lande za schwer sein ward. Als aber stattschreyber far sich seh
gesagt, solichs ward ganz in der Ton Rotenbarg vermögai wi
nichten steen, dann es wer ein arme [532] statt, betten kein ge-
werb nnd stecken in merklichen schalden etc., sagt her Jag
trachsess, ander stett wern bißher im pnnd gewest, betten merUck
gelt and gat dargestreckt, so wem die von Rotenbarg still gesesseii
wem nit im pnnd gewest , betten den ancosten erspart , betten ü
geltz gesamelt, das and merers za bezalen. Hett stattschreytar
geantwart, die statt were in grossen schalden nnd anderm anrät je
and all weg gestanden and noch, also das sie nit vil geltz heM
konden samein , darwider her Jorig tmchseß , sie sollten kom Ter
kawfen and gelt lösen etc.
Za morgens fraw warn charfarsten and farsten sampt des
obersten veldpianptjman mit aUem raisigen kriegsvolk, dess vorder
lieh aber vier tawsend aberaas wol gerast was , äff, zagen in &
statt Warzbarg, die sich des andern tags, am mitwochen darfor
[6 Jani] sampt der ganzen landschaft and der pawrschaft, so noA
darinnen lageii, in gnad and angnad ergeben hatten, namen die
mit grossem pracht and ernst ein, Hessen etwanvil, nemlidi ob
60 Personen, von bargern and bawm alspald mit dem schveH
richten and handelten mit dem and andern biß off den BxiheA
473
80 das wir des ends nichtzit handeln konnten. Aber uff den
)end, als der pfalzgraf und her Jörig truchseß mit dem merer
il des raisigen zewgs wider hinaus in das leger ritten, sind wir
ich wider alspald hinaus geritten gein Haidingsfeld, und hat daselbst
sr Jörig truchseß uns alspald durch ain trabanten in sein gezelt,
Irinnen er , churfursten , fursten und anderer stend rate bey im
fisen, gefordert, alda sie uns verrer gehört. Haben wir uff
»trigen der churfursten, fursten und anderer stend [furschlag] das
ivermögen der statt Rotenburg anzaigt und darbey weyter ent-
huldigung, das dise empörung nit erstlich zu Kotenburg, sonder
urvor an vil orten im land zu Schwaben entstanden, und [das]
ider fursten, grafen und herren, die mit geschutz, lewten und
item mer hilf getan betten, dann die von Kotenburg, und dannocht
i so hart gehalten wem worden, nach der leng und mit mer
rsachen furpracht und den furschlag abgelaint mit underteniger
itt, die statt Rotenburg lenger ein statt unverderbt und unverwust
leyben zu lassen bey dem reich, dann sie konnten nit zway tawsend
aldin geben, wollten der andern merklichen summa, die sich wol
B vierzig tawsend guldin lawfen wurd, nachdem der fußknecht ob
0,000 gewest, geschweygen, sollten die statt und die unschuldigen
)iiderlich bedenken, die unschuldigen der schuldigen [533] nit
tfsen entgelten, so erputen wir uns von gemainer statt, aii^s rats
od der iren wegen in den pund zu komen und zu gedulden, das
ie pawrschaft der von Rotenburg uff dem land umb ain guldin
rey oder vier tawsend zu prandschatzen etc.
In summa nach langer handlung, so wir mit her Jörg truch-
»sen und den andern treffenlichen raten und nachfolgend mit her
örig truchsessen nechten biß vorderlich zwu oder mer stund in
ie nacht vor seiner zeit im leger betten, ist es uff dise drew
litte! komen: Erstlich das ir den ersten furschlag der churfursten
nd fursten annemen.
Wa nit, so soll von aim yeden haws in der statt und uff dem
md acht guldin für prandschatzung und plunderung gegeben werden
ff ain zil, dess man sich verainigen möcht, doch mit vorbehaltung
er straf der sonderlichen personen der pawrschaft, die soliche
ffirur vemrsacht und angefangen hetten, und solich gelt sollen arm
ind reich geben, schuldig und unschuldig, und ob oder weliche das
dt zu geben hetten oder geben wollten, sollen mit weyb und kynden
474
der statt und des lands aber dreyssig meyl wegs verwisen werden,
and sollen die ondertanen wider holden, and das regiment yer-
ordnet werden, doch das die hundert centner palfers in all weg
gefallen sollen.
Wa aber diser weg auch nit angenomen wollt werden, so
sollen die von Kotenburg leyden und gedulden, das er als oberster
hauptman mit allem kriegsvolk in die landwer and statt zu ziehen,
darinnen zu prennen, plündern und die uberfarer oder schuldigen zo
strafen etc., dann ob er wol die statt nit schuß und euch uff gnad
und ungnad anneme, so wurd er doch die wer nemen, plündern
und prandschatzen, das euch alles zu schwer were etc.
Nit neher haben wir es könden oder mögen pringen, wiewd
wir hoffen, am pulfer auch noch ain ringerung zu erlangen, und
vermaint her Jorig truchseß, er hab euch wider den befelh, den
er hab , ganz gnedigklich gehalten als der , so gemainer statt and
irer erbern burgerschaft mit sonderm willen genaigt were. Dess
haben wir zwen tag ain bedacht genomen, hindersich an ewer
weyshait gelangen zu lassen und alsdan sein gnaden ewer erber
weyshait gemut verrer zu eroffen, und mittler zeyt wollen wir bey
sein gnaden im leger bleyben und nit Terrucken. Das ist uns
[534] zugelassen. Das haben wir also ewer erber weyshait in ejl
nit wollen verhalten, dienstlich bittend, uns hieruff ewer erber
weyshait willen und gemut, welicher der mittel ains ir annemeD
wollt, uns mit zusagen oder bewilligung darnach haben zu hsltm^
dann kain anders konden wir erlangen. Her Jörg truchseß hat
uns darbey angezaigt, so wir uns mit ime von wegen gemainer
pundsstende vertragen, so sey des bischofs zu Wurzburg und an-
derer fursten vorderung damit gefallen und abgeschnitten. ^ Was
auch ewer maynung ist, wollt uns eylend bey tag und nacht nüf
furderlichst schriftlich zu erkennen geben. Damit habt uns zo
ewer erber weyshait und gemainer statt Rotenburg diensten willig-
Datum freytags nach Pfingsten [9 Juni] anno etc. 25.
Erasmus von Mußloe, Cunrat Eberhart and Thomas
Zweyfel, stattschreyber.
Zedula.
Zuvorab, wa die pawrn in der statt betretten worden, so
werent ir all mit inen verderbt. Darumb wollend die sach wol
475
edeoken! Wir haben sölichen jamer gesehen, das es zu erparmen
od ganz erschrockenlich ist. Daromb wollt euch nit understeen,
le statt mit der bawrschaft zu behalten, dann sie haben zu Würz-
irg ob drew tausend pawm gehapt nnd auch nit gehalten, sonder
oh mit der statt ergeben, und alle burger und pawrn ir hämisch
id wer Ton inen geben müssen, die man all uff Unser frawen
ag, nnd nemlich wol achtzig wegen mit harnasch und wern ge-
rt hat.
Antwurt der Ton Botenburg.
Bn erbern und weysen, unsern lieben burgern und rats-
ennden Erasmo Ton Mußloe, Cunrat Eberharten
id unserm stattschreyber Thoman Zweyfel, yetzt zu
Wurzburg beym pundsleger.
Unser freuntlich dienst zuTor. Lieben alten burgermaistere
d stattsehreyber ! Gestrigs tags vor dato, ungeverlich ain clains
ch dem ausschlagen sein die drey unser von euch geschickten
/echt Spelter, Oßwalt und Philips hieher in die statt ingelassen
rden. Die haben uns ain schrift, von euch an uns ausgangen,
enntwnrt [535] darinnen verleypt, wie und was von euch bey
vforsten, fursten und andern herren hauptlewten und stenden
I punds undertenigklich von gemainer statt wegen anpracht
d gepetten, auch euch daruff von demselben für antwurt und
nchlag beg^net, und daruff in summa die sachen beruwen, als
■Meli uff dreyen wegen und artickeln: der erst der besoldung
Ib ains monats der fußknecht und entrichtung hundert zentner
tfers etc., der ander, das von ainem yeden haws, so besatzt, in
r statt und uff dem land acht guldin sampt aber den hundert
Btner polfers geraicht und gegeben werden soll etc., wa aber
dl nit, das für den dritten weg wir, die von Rotenburg, leyden
A gedulden, das her Jörig truchseß als oberster hauptman mit
tarn kriegsvolk in die statt ziehen, darinnen zu prennen, zu plun-
vn und die uberfarer oder schuldigen zu strafen etc., wie dann
BiDelte schrift mit mererm in sich helt etc., haben wir irs inhaltz
«rks^ und darinnen ewem getrewen fleyß und furgewendte maynung
'Wanden, sagen euch dess alles gutlichen dank mit erpletung, gut-
*% zu beschulden. Wir haben auch uff hewt deßhalb inner und
478
and nachpurschaft widermnb in gnaden uff und an zn nemen, onser
gnediger farst und herr , wie vor zu sein und zu bleyben , mid m
solichem euch selbst, gemain unser statt und die iren am getrew«
liebsten bedenken, allen pesten und muglichsten fleyß furwendeB,
wie wir dess zu euch genzlichen Tertrawen und darob kain .zweyÜBl
haben, ir selbs zu tun gewillt seyt. Das begern wir umb euch nit
freuntlich[eni willen] zu beschulden.
Datum samstags nach Pfingsten [10 Juni] anno de. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Zedula.
Lieben alten burgermaister und stattschreyber! So ir dm
also lawt der schrift zu vertrag und gnaden der sachen von iragn
gemainer statt komen seyt, bitten wir, wollend alsdann bey di0- M
fursten, fursten, hauptlewten und andern pundsstenden undertdig^
ansuchen tun, bitten und begern, nachdem der ansschoß aim nftjj
stets anhangen und gleych mer gewalts , dann ain rat haben iril|
daraus aller unrat entstanden, das dannocht yemand mit euch hkhv^
schickt und geordnet wurde, ain new regiment zu ersetzen und
alten herren des rats widerumb zu restituim, wie dann zum
noturft erfordert, begern wir gutllchs fleyß zu beschulden.
Datum, ut in literis.
[538] Ein anderer zedel.
Auch, lieben freund, schicken wir euch hiemit ain dain
denzgeschirr oder sehewm, die wollend, soverr und es ench für
ansieht, her Jorigen truehsessen schenken und damit verem, uAA
daneben, wie ir wol zu tun wist, bitten, damit also diser zeyt kt^
gut zu nemen , dann mit der zeyt möcht es gepessert werden cCc
Datum, ut in literis.
Am donnerstag nach Pfingsten [8 Juni]
ward die statt Wurzburg allenthalben versperrt, kain tor oin
lassen, und wurden etliche geschwader und rennfendlin vob
pundischen, auch der churfursten und fursten gendsig^n zewg
ordnet, die zu morgens fruw und sonderlich im einreytea «ot
statt Wurzburg auswendig der mawm hielten, die pawm and vi
so in der statt begriffen warn, zu verwarten, das die nit nbffir«^ ^
477
;enmg der acht goldia halb von ainem yeden haws und den
dert Zentner bolfers erlangt und uff den halben tail des alles
r fünf oder dergleichen summa guldin von aim haus, so besatzt,
pt 40 oder 50 zentner bulfers oder ain summa gelts als 6 oder
londert guldin darfur, das uns vil lieber, auch her Jorig truch-
en annemlicher were, zu nemen gepracht werden möchte, dann
laine statt, wir und die unsern damit ye dannocht merklich und
i höchsten beschwert sein. Wa aber das ye nit sein, noch kain
rer gnad oder ringerung des orts statt finden oder haben, dess
uns doch gar nit vertrösten, alsdann wollend von aim haws,
besetzt und in der statt ligt, acht guldin und zu sölichem die
dert Zentner bulfers oder angeregte geltsumma darfur lawt des
«hlags, auf zeyt und zile zu bezalen, aus betrangter not im
len gots bewilligen und denselben furschlag [annemen], doch das
laine statt, wir und die unsern in der statt sampt unsern
»en, haben und gutern in all weg, so vil ir erheben möcht etc.,
lit frey, gesichert und von kayserlicher mayestat, auch chur-
teO) fnrsten, herren und andern stenden des reichs und des
ds fnrterhin derhalben verrer oder weyter nit betrangt [537]
den, sonder damit entlich gestraft, zu gnaden angenomen und
dich gericht, vertragen sein und bleyben.
Und nachdem ir vor ewerm hinwegsenden unserer gesandten
ms Jagsthaimers , des alten, Peters von Premen und Iheronimi
eis relation, was sie mit unserm gnedigen herren, dem marg-
fen gehandelt und für abschied genomen, sich dahin erstreckend,
wir und gemaine statt villeicht der aynung oder anders halb
sein fürstlich gnaden in^sonderhait angefochten werden möchten
deßhalb etlicher maß in Ungnaden steen, gehört und dero
1 Wissens tragt und habt, und dann gemelter unser gnediger
* sich hinab zu gemelten pundsstenden zu fugen vernemen lassen,
) ans für gut an, haben bey uns erwogen und entschlossen und
so euch, das ir alsdann in namen gemainer statt gedachtem
ptman, her Jorig truchsessen, zu deme wir uns alles gnedigen
2DS getrösten, in sölichem ersucht und bittet, bey gedachtem
ten , dem marggrafen von unsern wegen gnedig furbitt an gemelt
fürstlich gnaden zu tun, und für euch selbst daneben sein
Qich gnaden bittend, umb und gemaine unser statt in betracht
; herkomner, gnedigen und undertenigen aynung, verstendnuß
478
und nachpurschaft wideromb in gnaden uff and an zu nemen, unser
gncdiger fürst und herr , wie Tor zu sein und zu bleyben , und in
solichem euch selbst, gemain unser statt und die iren am getrew-
licbsten bedenken, allen pesten und muglichsten fleyß furwendeo,
wie wir dess zu euch genzlichen Tertrawen und darob kain .zweyfd
haben, ir selbs zu tun gewillt seyt. Das begern wir umb euch mit
freuntlich[em willen] zu beschulden.
Datum samstags nach Pfingsten [10 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Zedula.
Lieben alten burgermaister und stattschreyber! So ir dann
also lawt der schrift zu vertrag und gnaden der sachen Ton wegen
gemainer statt komen seyt, bitten wir, wollend alsdann bey chnr-
fursten, fursten, hauptlewten und andern pundsstenden undertenig
ansuchen tun, bitten und begern, nachdem der ausschoß aim rat
stets anhangen und gleych mer gewalts, dann ain rat haben will,
daraus aller unrat entstanden, das dannocht yemand mit euch hidier
schickt und geordnet wurde , ain new regiment zu ersetzen und die
alten herren des rats widerumb zu restituirn, wie dann zum tafle
noturft erfordert, begern wir gutlichs fleyß zu beschulden.
Datum, ut in literis.
[538] Ein anderer zedel.
Auch, lieben freund, schicken wir euch hiemit ain dain cre-
denzgeschirr oder schewm, die wollend, soverr und es euch fiirgat
ansieht, her Jorigen truchsessen schenken und damit Terem, aodt
daneben, wie ir wol zu tun wist, bitten, damit also diser ze)! far
gut zu nemen, dann mit der zeyt möcht es gepessert werden etc.
Datum, ut in literis.
Am donnerstag nach Pfingsten [8 Juni]
ward die statt Wurzburg allenthalben versperrt , kain tor offen ge-
lassen, und wurden etliche geschwader und rennfendlin von des
pundischen, auch der churfursten und fursten geraisigem zewg fe^
ordnet, die zu morgens fruw und sonderlich im einreyten nmb A^
statt Wurzburg auswendig der mawrn hielten, die pawm und ander,
so in der statt begriffen warn, zu verwarten, das die nit nber di6
479
iwr ans der statt fielen. Indess zog der oberst veldhauptman,
r Jorig tmchseß, sampt charfarsten und forsten mit dem ganzen
raisigen zewg in der Ordnung mit trummen und heerbawgken zum
•em tor bey dem Bennweg, das geö&et was, in die statt Würz-
arg, und ritten die gemelten rotenburgischen gesandten nach dem
wg auch mit hinein, also das der raisig zewg biß zum morgen-
sen kawm hinein kam, ward darbey ausgeschrien bey merklicher
raf, das ain yeder uff dem pferd sitzen bleyben, und kainer ab-
den oder absitzen sollt one sondern befelh oder erlauptnuss des
tuptmans. Und als der zewg hinein kam in die statt, warden
[rinnen alle burger und bawrn, nemlich rat und gemaind zu Wurz-
irg uff den markt daselbst, und die auswendigen burger und bawrn
•r Unser frawen cappellen uff dem Judenblatz und uff dem Kenn-
ig zu pflichten, huldung und geharsam wider angenomen, die
optlewt, fenlinfurer und uffwidler der versamelten bawrschaft als-
Id uffgehemelt, nemlich uff dem markt vor der greten siben aus
n bürgern von Wurzburg, vor Unser frawen cappellen uff dem
idenplatz newnzehen Ton den auswendigen bürgern und uff dem
amweg sechsunddreyssig Ton der gemain auswendigen pawrschaft,
e all mit dem schwert gericht [wurden]. Den andern bawrn wurden
l Ire wer und hämisch genomen, weysse steblin in die band gegeben
id Tor nachtz aus der statt gewisen. Kam darnach das geschray
in Wurzburg, wie etwanvil pawm am haimziehen, und sonderlich
lieh, die aus der statt Wurzburg gefallen warn, erstochen worden
an, als dann bey der Schlupferlinsmul, auch umb Haidingsfeld und
39] zwuschen Wurzburg und Haidingsfeld vil todter corper in
Q wdngarten am weg und in greben lagen, so erschossen und
itochen warn. Es was ain jamerlich und erschrockenlichs wesen.
Am freytag nach Pfingsten [9 Juni]
;t der durchleuchtig, hochgeborn fürst und herr, her Casimir,
rggrafe zu Brandenburg etc. die statt Eitzingen, die ime auch
ibgefallen was und sich widemmb uff gnad imd ungnad, doch uff
benrng des lebens ergeben bette, eingenomen, alsbald fünf aus-
ndige gefangne uffwidler, so er mit ime im einziehen gein Eitzingen
icht hette, daselbst uff dem markt mit dem schwert richten, aber
ist bey sibenzig burger Ton Eitzing die äugen ausstechen, etwan
en die vinger ahhawen und in allen der statt Eitzing zehen meyl
480.
herdan verweysen lassen. Alda war auch ain grosser jamer [
von weyb und kynd, und stürben vil der geplendten.
Daneben sind nachfolgend Schriften ergangen.
An herren Wolfgangen von Bibra, comentur zu
gethain, dewtschs ordens.
Gunstiger, lieber herr ! Uns ist yetzt ewer erwirden sehr'
darinn sie ire trappierer wider zu sich fordern, zu verlesen w
derhalben wir auch den Hennslin, in derselben schrift gerne
unser statt vor andern gelassen und haben bißher in diser wei
uffruren, darinnen wir vor andern am spitzigsten gestandet
und noch, ewer erwirden zugestanden Unfalls und widerwen
nit mit clainem mitleyden vemomen und da entgegen nit mit
gern frewden und herzlichem, frölichem gemuet widerumb gei
hört, das ewer erwirden in ir ampt widerumb eingesetzt sein,
allmechtig, als wir bitten und begern, woll sein göttlich gnad
erwirden und andern, die widerumb zu irer ersatzung raichen
digklich verleyhen! Wollen auch ewer erwirden im pesten
maynung nit pergen, das wir unser bottschaften zu den
liehen stenden des punds zu Schwaben umb gnad und mill
zu bitten verordnet, und nachdem, wie oblawt, ewer erwirden '
umb in ir ambt eingesetzt [540] und also uns und gemainer
statt mit Schriften und muntlicher handlung gegen loblichen
melten pundsreten nach gestalt der lewft wol hochersprießlic
könden, bitten wir ewer erwirden, sie wollen uns demnach
lichem unserm vertrawen noch gunstiglich befolhen haben, am
daselbst und sunst an allen enden, wa not, verantwurten u
ewer erwirden ichtzit gruntlicher newer zeytigung betten od
furn, uns die uff unsere costen nit zu verhalten. Alles mi
williger erweysung begern wir umb ewer erwirden zu verdien
Datum montags in Pfingstfeyern [5 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister und rat zu Rotenburg uff der Tawl
Den erbern, weysen burgermaister und rat zu B
bürg uff der Tawber, meinen besonder guten freu
Mdn freuntlich dienst zuvor. Erbern, weysen, besonde
freund! Ewer schreyben und mitleyden, so ir des Unfalls 1
mir in der aufrur der bawrschaft und meins ordens burgi
481
tfergethain begegen, auch herwidermnb der frewden, [so] ir meiner
videreinsetzang [halben] empfangen hapt, hab ich inhaltz vemomen
ond dank ench dess alles freontlich mit erpietung, freontlich zq
▼erdienen und zu vergleychen. Und als ir verrer meldet, [das ir]
eter bottschaft zu den löblichen stenden nnd raten des ponds zq
Sdiwaben verordnet, bittend, ench daselbst und anderen enden zn
ferantwnrten etc., will ich, so ich dess red höre und zugegen bin,
Sern ton. Newe zeytigung, mir yetzt bewist, habt ir on zweyfel
ladi wissen, ob ich aber mit der zeyt etwas mer erfur, will ich
NKh uff ewer gesynnen auch zu wissen ton, dann wandt ich euch
beontUch dienst erzaigen kan, habt ir mich willig.
Datum am sonntag Trinitatis [11 Juni] anno domini etc. 25.
Wolfgang von Bibra, comentur zu Mergethain tewtschs
Ordens.
Wie die von Westhaim und Urfershaim hieher
schriben.
len erbern, fursichtigen und weysen herren, burger-
laistern und rate der statt Rotenburg uff der Tawber,
nnsern gebietenden, lieben herren.
Erber, fursichtigen und weysen herren! Demnach, wie ewer
Bfshait wol wissen und kundt ist, wie sich [541] verlaufen hat
ia uffirur, bey den ewern undertenigen in der landwer und auch
i dem ganzen Frankenland, und doch ain gemain von Westhaim,
uk Urfershaim, ewer weyshait undertan, so lang und vil still ist
Brtmden, biß das grosse notturft erfordert und herhaischen hat, das
ir nit lenger haben können verziegen , doch vormals in mittler
Qt under diser embörung euch zu dem oftermal haimgesucht umb
h weysen rat, so ist uns von ewer weyshait ain solicher beschaid
forden, das mir so lang und vil sollen still sitzen, als lang wir
logen, sölichs alles beschehen ist, biß das unser nachpurn von
llKgel, auch Burgbemhaim und all andere umbligende dorfer des
Mqigrafen uns zugeschickt haben bey nechtlicher weyl, doch so-
lAi den maisten tail ewerer underteniger oder armer lewt solichs
^ wol gefellig ist gewesen. Darumb hat uns unser sorg und angst
^^^im als wol, wie dann ander lewt, das wir mitsampt den unsem
4piini sein gezogen und uns haben in ferlichait [geben], wie dan
31
482
vor äugen ist. Sölichs alles wir gedulden möchten, wa w i
also jemerlich verprennt und verderbt worden wem. Weyters "i
diser zeyt haben wir ain Zuflucht gehapt zu den herren von Wym
hain mit unsem blundem, sölichs sie von uns nffgenomen hal
gutigklich und uns selber gehawst und beherbergt haben mit m
hab und gut, doch in mittler zeyt erwachsen ist ain ratschlag if
dem marggrafen, das die herren von Wyndshain seine veiod
sollen halten lenger, dann biß uff den freytag zukünftig. Dam
steen wir von Westhain und Urfershain, ewer arme lewt, in sorg
Yetzund haben wir angelawfen den burgermaister zu Wyndsh
und in erpetten, das er uns aus unser beder gemain Westhain i
darzu Urfershain zwen menner hinaus lassen zu euch, unsem bttn
von Kotenburg, das wir euch wollten bitten umb ain weysen i
sölichs uns nit hat mögen gedeyen. So wir aber wollten volf
irs rats, so sollten wir zu dem unsem geen mit gnad und imgi
des marggrafen, wie dann sie, die herren von Wyndshain, ain mam
angeschlagen haben, dasselbig wir nit haben wollen tun on ei
wissen und willen. Darumb ist unser fleyssig bitt und beger, (
ewer weyshait uns gebe ain geschriftliche antwurt bey disem we;
Wir haben yetzzumal kain andere botschaft mögen haben, wes ^
uns halten sollen , dann uff kain andere maynung will man d;
mand aus der statt Windshain lassen, dann uff gnad und migi
des [542] marggrafen. Sölichs alles euch im pesten wir eudi
haben wollen verhalten.
Datum am donnerstag nach Pfingsten [8 Juni].
Von ainer gemain Westhain und Urffershm
Die schriftlich antwurt uff sölich schreyben ist hieher nit
gistrirt, dann die copi derselben verlom worden ist, aber söl
antwurt wurt in nachfolgender schrift narrirt.
Den erbern, fursichtigen und weysen, burgermaiste
und rat der statt Rotenburg uff der Tawber, unse
gepietenden, gunstigen, lieben, besondern herre:
Unsem willigen, armen, undertenigen dienst. Gunstigen, Ik
weys herren! Demnach, wie wir vormals zu ewer weydiait f
schriben haben umb ain trewlichen rat, sölicher uns von eiwer we
hait behendigt worden ist, das wir aus beder gemain Westbam i
Urfershaim sollen geen zu unsem gutem uff gnad und ungnad, i
483
üchs yetz zumal nit fagenlich will sein aus nrsach wegen der edel-
ewt halben, die omb uns geringkweys sein sitzen, und uns darumb
«hwerlich ist, zu dem unsern zu komen, wann wir nit sicher sein
eybs und lebens, auch darzu in zwayen dorfern nit mer ist bliben,
lum ain ainig haws, der herren von Rotenburg zugehörfg. Darüber
st unser sonderlich, fleyssig, diemutigs gebet an ewer erber weys-
lait, das ewer weyshait wöU uns behUflich zu sein, wie wir doch
Dochten ufigenomen werden zu gnaden, oder wen wir sollen an-
awfen umb gnad. Wir wissen ye nyemands anders, der uns soll
idnilflich sein, weder ewer weyshait. Darumb weyters ist ange-
chlagen worden ain mandat von den herren zu W3mdshain aus be-
'elhe des marggrafen, das man inTentim will und soll, was ain
rec^cher armer für plunder und hawsrat zu inen geflöhet hat gein
IHndshain, ob ain anfordern beschehen wurd von dem marggrafen
)dap von dem pund. So wollen die herren von Wjmdshain rechts
(estatten ainicherlay herrschaft über unser leyb und gut, weliche
hon erfanden werden in diser emporung, darnach soll sich ain
pegUicher wissen zu richten und zu halten. Sölichs alles haben
»ir euch im pesten nit wollen verhalten. Darumb ist unser emst-
ich, fleyssig, diemutigs gepett und beger an ewer weyshait, das ir
im herren von Windshain wollet zuschreyben, das sie uns aus
SseD zwayen obgemelten dorfern aus und ein geen wollen lassen
md uns enthalten, das lengst sie konden und mögen, [5 43] mit
Qserm plündern, dann wir haben ye kain andern underschlaif. Gott
rbarmsl Sölichs alles wollen wir arme lewt, ewer weyshait under-
aiige, allzeyt sein geflissen zu verschulden.
Datum am samstag vor der hailigen trivfeltigkait [10 Juni]
uno etc. 25.
Jobst Werner und die zwu gemaind Westhain und Urfers-
haln, ewer weyshait arm lewt.
U£F söUche Schrift hat ain rat den von Wyndshain geschriben
nd an sie b^ert, gemelte die iren, nachdeme sie in disen lewften
msdiuldlger weys zu der emporung komen und daruff durch die
liiggrefischen verprennt worden sein, und darzu durch sie, die
rea Wyndshaim, sie sampt andern pawrschaften ir statt zu ent-
swKem getmngen werden sollten etc., ir wonung bey inen biß zu
Botschaft des bundischen zugs haben zu lassen etc., weliche schrift
*^egt und deßhalb hieher auch nicht reg^strirt worden ist.
31*
484
Antwnrt der von Wyndshaim.
Den ersamen and weysen, bnrgermaistern and rate
der statt Botenbarg äff der Tawber, ansern beson-
dem, lieben and gaten freanden.
Unser freantlich, willig dienst zuTor. Ersamen and weys^ii
besondem, lieben and gaten frennd! Wir haben ewer erber weys-
hait schreyben, die iren za Westhain , wie sie in disen lewften nn-
schaldiger weys za der empörang komen and daraff darch die marg-
grefische Terprennt worden sein, belangende, and das wir sie sampt
anderer pawrschaften anserer statt za entewssem dringen, mit an-
gehenkter bitt, das wir sie biß nach entschaft des bandischen logB
ir wonang bey ans haben lassen sollen etc., alles inhaltz yemomeD.
Wiewol wir in warhait ewer erber weyshait nit in sölichem ge-
ringen, sonder vilfeltig grösserm,.aach disen ewem andertanea, vor
sem nachpam gern willfarang tan wollten, ist doch der dnrdi-
leachtig, hochgebom fnrst, nnser gnediger herr, marggraf Casunir
za Brandenbarg etc. mit angnaden gegen ans angezandt der may-
nang, als sollten wir irer gnaden and des pands Teind halten, die
etzen, trenken and dergleichen gemainschaft mit inen hab^, das
ans als ainer statt des reichs and geschwomen pandsverwandten
zagegen steen soll. Derhalben sind wir yerarsacht worden, oloe
warnang in nnser statt an die wag ander nnserm rathaws aasi-
schlagen, was far ain yegklicher aaswendiger in anser statt ge-
warten, and das wir ansern pflichten nach tan masseo. Derhalba
können wir ewer erber weyshait ansnchen nit statt tan. Das habea
wir derselben gnter maynang nit wollen pergen, dann ir freiort'
liehen willen za beweysen sind wir berait.
Datam 15 Jany anno 25.
Bargermaister and rate za Windshaint
[544] Am Sonntag Trinitatis [11 Jani]
warden za aabends amb 4 ar 7 barger Ton Ochsenfdrt gein Bai-
dingsfeld gefart, die fünf alspald in derselben stand Yor dem Urdiof
neben der lynden and die andern zwen morgens des andern tags
darnach anch desselben ends mit dem schwert gericht
Desselben sonntags Trinitatis ward der vertrag zwosciieQ ^
Jörig trachsessen, oberstem veldhaaptman des ponds, and deDfe*
485
sandten der von Rotenburg in dem schloß Unser frawen berg zu
Worzburg durch chorforsten and farsten, die all im schloß bey
ainander warn, nach yü gehapter anderhandlang abgeredt and be-
schlossen, lawtende, wie hernach folgt:
Der vertrag.
Ich Jorig trachseß, freyherr za Walparg, des löblichen pnnds
n Schwaben oberster veldhaaptman, bekenn and tan kand offempar
loit diesem briefe, nachdem rat and gemainden za Botenbarg an
der Tawber sich in diser gegenwartigen affrar der abfelligen, nnge-
Inrsamen bawrschaft angenomen, sich denselbigen aach anhengig ge*
macht, bachsen and balfer gelihen, hilf, rat and beystand getan
nd damit die penen and strafen in der galdin ballen, dem ge-
niinea kaiserlichen landfriden and desselbigen reformation and con-
fnoation begriffen, verwarkt, aach des bemelten löblichen pnnds
Qsnad and anhnld empfangen haben, deßhalben mir gegen inen
US craft meiner haaptmanschaft mit der tat za handeln, rat and
Btraf farzanemen gepnrt hat, and mir aber bargermaister and rate
bemelter statt Ton ir selbs and irer gemainden wegen entgegen
kamen, onderteniger and gntlicher handlang eingangen sein, das ich
■ieh äff solichs von obgemelter gemainer pnndsstend wegen als
oberster Teldhanptman mit iren gesandten machtboten, nemlich Eras-
vu von Moßloe, Conrat Eberharten and Thomas Zweyfeln, irem
itittschreyber , vergleicht and vertragen habe, inmassen nachfolgt.
Dem ist nemlich also, das bemelt bargermaister and rat and die
bemelten ire sandbotten and befelhabere (wie ich dann dess von
inen ain revers hab) fnr yegklich haws in der rinkmawr bemelter
statt Rotembnrg siben galdin and benanntlichen in ainer snmma,
also mit inen angeschlagen, abgeredt and bewilligt, vier tawsent
goldin krewzer and patzen wernng and darza fünfzig centner gat,
gereditz, gekamts palfers, [545] wol gewegen and onnachlessig,
und dann noch fnnfsig zentner dergleichen palfers oder aber für
jefi^dien zentner derselbigen fnnfzig zentner zehen galdin aach an
krewzerwernng für ain abtrag, brand and plnnderschatzong geben
vnd mir oder dem jenigen, so ich darza verordnen and inen an*
ttigen ward, in vierzehen tagen den nechsten gewißlichen in irer
Katt on allen abgang, costen and schaden antwnrten, sich aach
hrter der bonelten affinrigen bawrschaft nit mer beladen, inen
486
aiuich hilf, rat oder beystand tan and damit gegen b^nelten ponds-
stenden sölicher irer verhandlong and verwarkong halb mit irer
statt and bargerschaft innerhalb irer ringkmawm aßgesönt, gesichert
and vertragen sein sollen, alles getrewlich and angeTerlich.
Und dess za arkand hab ich mein secret an disen. brief ge-
truckt and mit aigner band anderschriben äff den ailften tag Jony
anno etc. 25. '
Jorig trachseß per manom propriam. \
j
Revers der rotenbnrgischen gesanten. -
Wir dis nachbenannten, mit namen Erasmas von Moßloe, Cunrai
Eberhart and Thomas Zweyfel, stattschreyber , all drey za Botea-
borg off der Tawber, als gesandte bargermaister and rats, auch
des aasschaß der ganzen gemaind daselbst bekennen, das wir Ton
yetz gemelter bargermaister and rats, aach des aosschoß der ganiea
gemaind wegen za Rotenbarg dem wolgebomen herren, herren Ge-
orgen trachsessen, freyherren za Walparg, romisch kayserlicher
mayestat, aach charfursten, fnrsten and anderer stende des loblicheo
pands za Schwaben oberstem veldhaaptman etc., onserm gnedigen
herren, in craft des Vertrags, zwaschen seinen gnaden als des ponds
za Schwaben obersten veldhaaptman von wegen gemainer staide
des pands ains and anser anders tails äff hewt dato za WorzboxK
äff Unser frawen berg beschehen, za tan and schuldig sein tut
tawsend guldin an grober, schwebischer manz far prandschatzimg
and planderang in der statt Rotenbarg, nemUch far yegklichs hawi
siben galdin, and äff sölich samma der vier tawsend galdin abge-
rechnet and verwilligt and darza fanfzig zentner gnts, recht gewe-
gens, gekamts palfers onnachlessig and dann noch fünfzig centDer
oder aber far yegklichen derselben fanfzig zentner [546] zeha
guldin crewzerwerung bezalen sollen. Das alles gered^ und ver-
sprechen wir bey gutem, war trewen, im namen und von wogen
gemelter unserer principal in vierzehen tagen den nechsten nach
dato dis briefs obgerurter massen bemeltem onserm gnedigen herren
oberstem veldhaaptman in namen und von wegen gemainer steode
des punds zu Rotenburg in der statt on costen und schadoi aus-
zurichten und zu bezalen gegen zimUeher quittanz and widerafli-
wurtung ditz briefe.
Zu urkund mit unser, der obgenannten Cunrat Eberliarts od
487
rhoman Zweyfels aigen bey end der schrift forgetrackteii petschirn
rerseeretirt , dess ich Erasmns von Moßloe dis mals mangel halb
Ddos betschirs mich mit gepraach, der geben ist off sonntag Trini-
atis [11 Juni] nach Cristi nnsers lieben herren gepnrt funfzehen-
londert nnd im fnnfondzwainzigsten jaren.
Dameben ward aber die rotenbargisch bawrschaft uff dem
and als anfenger, nrsacher nnd nfifwidler solicher uSrur nicht ver-
aidingt, sonder nff obgemelt schreyben nnd befelhe ains rats die-
elben sampt etlichen andern mer nffwidlern, anfengern nnd nr-
achem der nffinrn in der statt dem pnnd selbs zn strafen nnd
in alten rat seins regiments wider einzusetzen vorbehalten nnd
wgedingt etc.
)en erbern, fnrsichtigen nnd weysen herren, bnrger-
saister, rat nnd dem verordneten ansschnß der statt
Utenbarg nff derTawber, meinen gebietenden, lieben
herren.
Erber, fursichtig nnd weys, gepietend herren! Yerschiner tag
•b ich ewer erbem, fnrsichtigen weyshait mein erlebt alter nnd
iwachait, auch dameben anzaigt, das ich mich in mw stellen nnd
\m wesen endem wollt, mit unterteniger ersuchung nnd bitt, mich
leiner pflicht ledig und gnedigs Urlaub zu geben, Inhalt derselben
äner schrift etc. Daruff hat mir, ob es in vergessen oder an-
)rar gestalt zugangen sey, kain Urlaub, noch antwnrt gefolgt, bitt
rar erber weyshait nochmaln als meinen liebe herren , sie wollen
ir gnedig und gunstigs Urlaub hiemit zu schreyben. So pin ich
irgegen nrputig zu tun alles das jenig, so sich von em, recht
id billichait wegen gehurt, und zu solichem dannocht umb ewer
bor, fursichtig weyshait, der ich mich hiemit befilhe, mit meinen
men diensten zu verdienen.
Datum sonntags Trinitatis [11 Juni] anno 25.
Christ Mathes zu Westhain, yetz zu Windshaim.
[547] Am montag nach Trinitatis [12 Juni]
Bd das bundisch beer zu Haidingsfeld, auch churfursten und fur-
01 mit irem kriegsvolk wider ufipprochen, das pundisch beer für
^einfurt, darinnen ain grosser hawf pawm lagen, und Pfalz,
488
Trier, Straßburg and ander forsten mit irem kriegsvolk uff Weit-
haim zu, und furter ain jeder, dahin er gehörte oder dahaim las^
gezogen.
Am mitwoch nach Trinitatis [14 Juni]
hat sich das pundisch heer for die statt Schweinfort gclegert und
in solichem zug zwuschen Wurzburg und Schweinfort allenthalbea
weyt und prayt etlich vil stett, vil dorfer und weyler geprantsdiatzt,
ctlichs gar geplündert und verprennt.
Am donnerstag darnach [15 Juni]
liat sich die statt Scbweinfurt mitsampt aller pawrschaft, so darinim
gelegen, uff underhandlung grave Wilhelmen von Hennenbergs, in
Schirmherren, den pundischen hanptlewten und raten uff gnad nd
ungnad ergeben mit ainem vertrag, das yedes haws in der statt
10 gülden dem pund für plunder und prandschatzung geben mostf
und wurden ir vil darinnen mit dem seh wert gericht, und etlich
sunst gestraft.
Doctor Stainmetz.
Als die obgemelt rotenburgisch botschaft am montag oaA
Trinitatis zu Haidingsfeld wider haim zu reyten abschieden, bit
doctor Stainmetz selig den stattschrevber nachgemelte supplicatioB-
schrift an ain rat zu Windshaim zu pringen und daneben mnotliek
bey aim rat umb abtuung ainer Schriften zu handeln Inhalt gemelter
Schriften [gebeten], weliche er angenomen, damit den nechsten geä
Windshain geritten ist und die aim rat nberantwurt, weliche Gcbrift
lawt^ wie hernach folgt:
An ain erbern rat zo Wyndshain.
Erber, fursichtig und weys! Mein willig dienst sind ever
woyshait zuvor bera>"t. Gunstige, liebe herren! [548] Als tÖß
flecken, meinem gnedisren herren Ton Worzbnrg verwandt, zo der
tobenden versamblung der pawrschaft gefaUen und Haidingsfeld oft
einzuziehen ermant, haben sie sich doch uft mein rat nye bevegn
lassen biG uff den sonntag Jubüate nechst Terscbinen [7 Mai], iA
die pawrschaft mit heerscraft geiii Haidingsfeld komen. Da babei
sich die von Haidingsfeld a^s lorcfateii ud trangknoss (davoa s^
489
ofentlich vor notari nnd zewgen protestiert) also auch in ir prader-
idttft begeben, haben sie sich daselbst fnr die statt gelegert, nnd
dnd etlich hanptlewt nnd rät der versamblnng in meinen hof durch
reo forierer gelegt worden. Am montag darnach [8 Mai] haben
äe mich genötigt, all meinen wein, des funfnnddrejssig fuder ge-
men, genomen nnd in das beer gefurt. Wa ich solichs nit getan,
wtten sie mich geplündert, darzn haws und hof abgebrochen allain
faramb, dass ich meins gnedigen herren von Warzburgs diener pin.
Da bab ich sie gepetten, mir ain fuder drewe oder viere zn lassen,
las ich mit meinem gesind zu drinken bab bis uff den herbst, ist
Ü80 geschehen. Desselben tags sind bey zway tawsend marggrefi-
dier pawrn, nmb ewer statt Windshaim gesessen, auch gein Hai-
lingsfeld komen. Darnach haben etlich der pawrn, ewer nachpawm,
gesagt, dieweyl W3mdshaim von meinem gnedigen herren marggrafen
1 TÜ weg betrangt, sonderlich mit dem trib, versehen sie sich, die-
1^1 Schweinfnrt und Rotenbtirg zu der pawrschaft gefallen, wann
IRndsbain durch die pawrn ersucht, wurden sie sich auch in ir
mderschaft begeben. Da bin ich für die ret der pawrschaft ge-
ordert, ermant nnd gebetten worden, das ich ewer weyshait schrey-
m und raten soll, sich auch in ir bruderschaft zu begeben. Das
ud) idi zn tun gewegert, haben sie mich betrohet und gesagt, sie
rissen, das ich ainem erbern rat zu Wyndshaim verwandt sey, wa
eh es nit tnn, wollen sie mir durchs haws lassen lawfen, wann ich
iber schreyb, wollen sie mir ain fridbrief oder sicherhait under
ler versamblnng insigel geben. Darauf bab ich aus trohe und
Drehten euch, ainem erbern rat, geschriben, wie ir wisset, ain hose
dirift mit zitterter hend, wie der buchstab anzaigt. Ich bab auch
rotestirt, das mein raten und schreyben aus forchten geschehe, das
an ich beweysen. Damff haben sie mir ainen fridbrief geben.
Lber die poswichts pawrn haben mir solicbe Versicherung nit ge-
lalten, sonder nff montag nach dem sonntag Yocem jocunditatis
22 Mai] nach mittentag sind die pawrn rasend und wuetend [549]
forden, in meinen hof gelawfen, mich zu erwürgen gesucht, den
lierigen wein, den sie mir gelassen, ganz genomen, den merer tail
adner bncher ganz zerrissen, ofen und etlich fenster eingeschlagen,
hl haws geplnndert, und wann ich nit etliche bucher und hawsrat
hett geflöhet, so wer ich nmb alles das komen, das ich bab. Sie
hd>en mich anch an vil enden zu erstechen gesucht, aber gott hat
490
mich behaet, bin biß uff den witwochen [24 Mai] also bey ainem
guten, armen freund verborgen gelegen. Da ist her Emfrid Knmpf
von Rotenburg, der auch derselben zeyt sampt andern der rete der
pawrschaft ainer gewesen, komen und hat mir sicherhait versprochen
und gesagt, die pawrn haben unrecht getan, das sie mir das mein
über gegeben sicherhait genomen haben, aber mir ist doch nichts
wider worden, sonder hab über die zway tawsend guldin schaden
empfangen. Baraus haben ewer weyshait zu nennen, das mein nk
und schreyben an euch aus rechten forchten und zwangksal ge-
schehen ist, dann ich wol gewist, das mein schreyben und rate un-
recht gewesen, dem auch ewer weyshait nit gefolgt, als ich bey mir
selbst gedacht hab, ir wisset euch in dem ains pessem und selbst
zu weysen, dann der pawrschaft furnemen und handlang wider gott»
sein wort und die recht gewesen ist, darumb sie auch gestraft sai
worden, wie ewer weyshait gehört und noch teglich hörn. Ist Iknt
an ewer weyshait mein freuntlich bitt, sölichs meins schreybeos ut
verdrieß zu haben, das nit aus bösem gemut, sonder audi ange-
zaigter Ursachen geschehen ist, und dasselb mein schreyben ler-
reysen und abtun, wie ich ewer weyshait hievor auch geschribea
hab, aber der bott ist nit wider komen. Das will ich etc.
Eucharius Stainmetz, doctor.
Uff solich obgemelte schrift und stattschreybers von Rotrabuf
muntlich werben haben burgermaister und rat zu Wyndshain oban-
geregte schrift doctor Stainmetzen in gegenwurtigkait gemelts statte
schreybers zerryssen und abgetan, welichs der stattschreyber iflM,
doctor Stainmetzen, alspald zngeschriben hat etc.
[550] Die uffwidler zu Rotenburg.
An obgemelten montag, dinstag und mitwochen nach Trinitatii
[12 — 14 Juni] sind vil der burger hie zu Rotenburg, so uffwidkr
und ursacher der uffrur wider ain rat hie zu Rotenburg gewest
sind, aus der statt gangen, gewichen und entrunnen. Etlich kamei
zuvor zum burgermaister, zaigten sich an und hatten nmb erlanpl-
nuss in aim schein, als wollten sie gein Nordlingen in die mes
und anderer end irem handel und gewerb nachziehen, denen ascb
der burgermaister sölicher gestalt ains tails erlaupt. Etlich und
derselben vil zugen on wissen und erlauptnuss hinwegk. Aber dero
j
491
er and sonderlich auch die, so mit wissen nnd erlauptnoss liin-
i zogen, ist kainer herwider komen, sonder sind all ansbliben,
i sie wisten sich der gemelten uffrur schuldig und strafpar.
Schriften, das ambt Eirchberg betreffent.
I ersamen and weysen, burgermaister und rate
statt Rotenburg uff der Tawber, unsern beson-
dern, lieben und guten freunden.
Unser freuntlicb, willig dienst zuvor. Ersamen und weysen,
Ddem, lieben und guten freund! Des schulthaißen sone zu
tiberg ist vor uns erschinen wegen der gemaind zu Eirchberg
[hat] anzaigt: Wiewol der obervogt zu Eirchberg ine vormals
rer nottnrft mit traid sey zu hilf komen, können sie doch da-
biß za der zeyt des schnits nit hinaus langen, haben sie den
amb weyter anlehen ersucht, aber der vogt sich desselben on
em befelh nit wollen mechtigen, auch alspald gebetten umb die
oder voraus des schiessens. Darbey wollen wir auch ewer
r weyshait nit verhalten, das Herman Buscbler mitsampt dem
rogt etwanvil der dreyer stett verwandten, so den ungeharsaraen
n sind angehangen, wider in huldigung haben genomen lawt des
degten aids, in sohriften verfast Inhalt der copey hiebey. Item
>arger haben gefragt, ob sie uff das ried oder egerden sollen
] treyben, so in irrung mit Wilhelm von Crelshaim stet, hab
Boschberg gesagt, ja und wann Wilhehn etwas fumem, soll der
von stand an mit der tat dargegen handeln. Item der ober-
begert ime zu schicken lewt oder kriegsverstendig, damit die
BT gemustert, und alle pastey und letz werden besetzt, das vor
gewesen sey. Bitten wir ewer erber weyshait sonders fleyß
■n ewer gatbedunken, was dem obervogt zu befelhen sey, uns
disem botten zuzeschreyben, darzu zu nottnrft des pronnen zu
tiberg, das der nit schaden nem, furderlich zu schicken siben
Mit gutwilliger beweysung wollen wir umb ewer erber weys-
mit willen verdienen.
Datum montags nach Trinitatis anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Dinkclspuhelu.
492
Der ambgefallen bawrn ^ aid and huldigung.
Ir werden schwem, das ir ewern ordenlichen oberkaiten ob
herrschaften getrew, geharsam und in allen zimblichen Sachen m
wie von den gemainen pundsstenden in den irrtomben und beschwe
den, sich zwnschen den oberkaiten und ondertanen haltend, ori
nnng nnd maß furgenomen ward, gewertig sein wollen, auch d
pflichten, als ir ench in pandnass and verainigong zosamen geta
eiugangen, ainander ledig za lan, ewer kainer dem andern hinfi
derhalben anziehen, darzn aach nymmer mer awsserthalb rechte
wider gemaine pandsstende, ewer herren and ordenlich oberkaib
erheben, empörn, noch zasamen verpflichten in kain weys, noch we
und wa ewer ainer oder mer gegen seiner herrschaft ainich b
schwerd hett oder vordrang za haben vermainte, soll er dieseb
vor seiner ordenlichen oberkait geparlicher weys forpringen «
dartan nnd daraff abschaids gewarten. Welicher aach in kauft
zeyt vermerken ward, das sich die angeharsamen wideramb znsaiM
täten, derselb soll bey seinem geschwom aid sölichs äff das iDe
farderlichst and on ainichen verzag seiner herrschaft oder oberki
anzaigen, alles getrewlich and angeverlich.
Den von Dankelspahel.
Lieben freaud! Ewer erber weyshait schreyben, ans yetz g
tan, haben wir alles inhaltz verlesen nnd lassen ans gefallen [55S
erstlich der armen lewt halb za Kirchberg, die inen mer getni
za leyhen begern etc., das inen ir begem abgeschlagen, inen ti
kain voraas ainichs schiessens gegeben, noch verrers schiessens g
statt werd, dann snnst allenthalben den armen lewten bachsen u
wer genomen ward. Item den bargern äff das irrig oder spesa
riet and egerten za treyben, lassen wir diser zeyt amb minder m
nnd affrar willen niwen. Desgleychen sieht ans gar nit fdr »
an, dem obervogt verrer oder mer kriegslewt in die pasteyen i
schicken. Doch stellen wir das alles za ewer erber weyshait, «m
derselben nnd nnsem gnten freanden, den von Hall verpesseii
Wollten wir ewer erber weyshait gnter maynang nit verhalten, 4i
1 Nämlich im amte Eirchberg.
493
enselben ewer erber weyshait angenem, freanüich dienst za be-
eysen sind wir willig.
Datam mitwochs nach Trinitatis [14 Juni] auno etc. 25.
Burgermaister nnd rate zn Rotenburg uff der Tawber.
Wie etlich flecken schriben und sich ergaben.
Spilbach.
B ain erbern, gunstigen, burgermaister und ganzen
it der statt Rotenburg, unsern gnedigen herren.
Ersamen, gunstigen, wejrsen, lieben herren, burgermaister und
t zn Rotenburg! Unser freuntlichen bit zu euch. Als mir zu
nipacb, nachdem als aim erbern rat wol wissen ist, wie sich ain
Jidel begeben hat als mit der empörung halben, darvon vil zu
den were, durch etlicher artickel halben, das ain erber rat wol
liß mitsampt dem ausschuß, und mir als die darzu gezwungen
id genöt worden als durch trowwort, uns zu nemen alles, was mir
tten, daruff haben mir aus not müssen ziehen und sein zu Geb-
ttel am dritten tag zu in komen, und da wasen die hauptlewt er-
dt, dardurch mir darnach kainen gewalt haben gehapt, und haben
ich kainen hauptman under unser gemain, weder ciain, noch groß
habt haben. Darumb so bitten wir als ain ganze gemain zu Spil-
fih ain erbern, gunstigen burgermaister und ganzen rat mitsampt
m ausschuß, das ir uns wollt raten und helfen aus der sach, so
i ain erber rat erkennen kan [553] und mag, darumb mir als
I annen möchten bey dem unsern bleyben und auch ain erber rat
f der bawrschaft.
Geben zu Spilbach am montag nach Trinitatis [12 Juni] im
lAmdzwainzigsten jar der myndern zal.
Wynden ^
An ain ersamen rat der statt Rotenburg.
Unser willig dienst und geharsam allzeyt zuvor etc. Vesten,
■■toen und wolweysen, burgermaister und herren des ganzen rats
■Kotenburg! Wir armen, ewere undertenige lewt tun ewer weys-
*
1 Hermwinden,
494
hait kund mit diser schrift, das wir auch in der bawm farieg seil
eingemengt und verpunden gewesen, wiewol zu langksamer seyt, b^
wcgt und bezwungen durch vier rejtende hotten, Mieh da wir n
cwcr weyshait nit komen vermochten od^ omb rat und Urlaub b^
suchen, wann die stattor verschlossen warn, seint aber von Stettei
nach des Steffans Menzingers ausrufung von stund an haim gesogen,
bekennen hiemit, das [wir] wider geharsam etc. geton haben, wie>
wol getrungen durch gewalt bey verlierung unserer guter, wie oben
berurt, bitten nun wider ewer weyshait umb gnad als gunstisei
herren, das wir fridlich euch furter, wie vor,, möchten undertesig-
kait laisten, seint wir zu verdienen umb ewer weyshait allxeyt
willig und berait.
Geben am aubend des hailigen frolyclinamstag [14 Juni] im
jar etc. 25 durch ewere rotenbergische lewt zu Wynden.
Wettringen.
Ain supplication an ain erbern rat der statt Rotenburg.
Unser undertenig geharsamkait, erbern, weysen herren! b
dem anfang diser empörung und auffrur (als wir hoffen, ainem erbm- -i
rat wol wissen sey), wie und wir uns gehalten haben, nachdem m ^
ersten mal solichs gein Wettringen empotten ist worden, haben irir ü
ain ganze gcmaind nit zusamen wollen rufen, noch lewten lasMi |
sonder eylends solichs durch den schulthaiß ainem erbern rat aiig6* i
zaigt, wie uns in solichen furgeprachten Sachen zu handeln gepn J
wurd, und nyemands aus der gemaind [hat] solichen tag zn Brtt^ :
hain angesucht. Als nun etlich dörfer zu Brethaia, die dan if' i
rurisch, versamelt, uns ernstlich zuempotton [554] mit heftiger
trobung, so wir uns solichs widersetzen, uns zu strafen an leyb oi
gut, als es sich an dem schulthaißen schwerlichen erfunden hat, haben ;
wir uns widersetzt, in solichs nit verwilUgt und in gegen des SpeUecii
des schulthaißen mitsampt Lienhart Hefners Hanns Krawsen, WeM
Hofman ainem erbern rat geschickt, uff daa färderlichat fvurznhiHea,
und ee sie ain beschaid von ainem erbern rat gebracht, sein äi
von Brcthain gein Wettringen komen, unverseben mit ganzem p^
walt eingefallen bey verlierung leybs und gnts und uns tmageB oi
zwungen, darbey man erkennen mag, das wir solichs nit ans nt
nem furnemen oder frefel gehandelt haben, auch mie ia mcbd g^*
i
495
widert gegen aim erbern rat, sonder unser bed stewr dis jar ge-
raicht und geban haben. Ain erber rat wöll zu herzen nemen den
ewangeÜBchen sprach Cristi, so er doch uns lert, gats wider nbels
la tan. Erbern, weyse, günstigen herren, ist an ewer weyshait
onser andertenig bitt und beger, wollet uns als die armen gnedigk-
lichen wider einsetzen in ewern schätz und schirm, ans hilflich und
tröstlich zu sein, wollen wir ans hinfurt in aller geharsam und
andertenigkait in ains erbern rats willen erzaigen.
Datum altern die Corporis Christi [16 Juni] anno etc. 25.
Ain arme gemaind zu Wettringen.
Gamesfeld.
Erbem, fursichtigen und weysen, gunstigen, lieben herren! Wie-
wol wir alle unsere tag nye des willens, gemuts oder furnemens ge-
west, das wir uns gegen ewern erberkaiten und weyshaitcn als unsern
lands und oberherren in ainicher ungeharsam empörn oder erheben
hetten wollen, so sein wir doch ander aufrurig wider unser herz,
willen und gemut, das (wie wir mit gott bezewgen) allwegen dahin
gestanden, das wir leyb, er und gut bey euch (soverr wir rettung
und beystand von ewern erberkaiten lawt unsers undertenigen bittens
gebapt) gelassen und darab gestorben sein wollten, dahin gewaltigk-
lich getrungen, das wir, soverr wir anders leyb und gut behalten,
mit inen ziehen und in ir Verpflichtung haben geben müssen, das
wir dem allmechtigen teglichen bißher geclagt und noch clagen, und
sind also durch dieselben böshaftigen dahin gefurt und getrungen,
das nit allain unser als ewer erberkaiten und weyshaiten armen
[lewten] unsers tails, sonder, auch, wie wir bericht, euch und erberer
gemainer statt als unsern oberherren merklicher, verdurplicher schad
an leyb, er und gut daraus erfolgen wurd. Nun sein wir noch,
[555] wie allzeyt hievor, des willens und gemuts, kain andern obem,
schätz oder Schirmherren nit anzunemen, noch auch uns mit ainicher
empörung in ainich weg zu erheben, sonder als die geharsamen
ondertanen allwegen, wie wir bißher getan, gegen euch zu halten.
Aber nachdem wir nit wissen, wie wir also sessen, oder wer uns,
so wir uns also getrewlich hielten, redten wurd, so ist an euch
unser nndertenig bitten, ir als unser herren wollet uns hiemit
gnedigklich verstendigen, ob ir als unser gunstig und lieb herren,
der wir in ewigkait kains wechseis begem, bey unsern leyb, hab
496
und gut als die ewern, wie gehört, behalten und darob schntzea
und schirmen köudt, so soll ewern erberkaiten und wejshaiten hi»-
mit zugesagt, versprochen und globt sein, das wir zu ewer rettasg
unser leyb und gut, wie wir bißher getan, getrewlich setzen und a
auch umb ain erbern rat und gemaine statt auch undertenigklieh
verdienen wollen, und bitten gnedig antwurt mit begem, uns der
böshaftigen, uffrurischen nit entgelten lassen.
Ewer fursichtig weyshait arm, undertenig dor&naister
und gemaind zu Gamesfeld.
Abermals Betwer, Scheckenbach, Hart, Gattenhofen,
Odeltzhofen und ander.
Ersamen, weysen, fursichtigen, lieben herren! Ain ganze g»*
main alda zu Betwer, Scheckenpach, zu der Hart, Oattenbofei,
Odeltzhofen, dergleychen Jörig Geyssendorfer, Lienhart Hofman yfM
Reygeltzhofen ^ für sich selbs der entpörung halben, yetzunden nnder
der pawrschaft als von ewern armen undertanen geschehen und Te^
lawfen, wie dann vor äugen ist gewesen, sein wir als die jenigen
nye willens gewest, bey ainer sölichen entpörung zu sein, auch
unser aller gemut, noch begem nye dahin gestanden, sonder allzeyt
begert, bey anseru herren zu bleyben in maß und gestalt, wie vor.
Nun hat dasselbig nit mögen sein, und sein zum dickem mal e^
fordert worden allain kurzumb, wir sollten der versamelten bamr-
Schaft zuziehen. Deuuocht haben wir uns sölicher erfordrung mer-
mals entwert, auch darüber verrers rats gepflegt und ersucht bcf
dem Erasmus von Mußloe, «Iten burgermaister die zeyt gewesen, iril
wir uns doch in den sachen sollten halten vor der aofrurigen pawr*
Schaft, ist uns ain beschaid gegeben worden, wir [556] sollen
enthalten, als lang wir können und mögen, [wa] wie ans nil
halten so geschech uns, wie ander lewteu, er wiß uns yetzondai
in den sachen nit zu helfen. Haben uns dennocht alle zeyt an k
erfordrung nicht wollen kern biß zum allerletzsten der sach, dl
man uns dahin betrung und zwung und so hoch ermanen tet bflf
verlierung hab und gut, leybs und lebens, [das wir] dahin mostea
ziehen, und da nicht änderst. Nach dem allen teten wir nochinali
die jenigen, die uns so hoch ermanten, so freundlich ersuchen, dareh
1 Reichelshofen.
497
gott bitten, sie sollen uns dess aberheben, bat alles nit mögen sein,
sonder allain ir famemen most sein fnrgang haben. Uff das biten
wir obTermelten armen nndertan ainen erbern, weysen rat als nnser
gnedig herren, wollen sich der sach beherzigen und unser Unschuld
lod bezwangknuss zu herzen fassen und ain guts mittel darin er-
nchen und machen, uff das wir als die armen nndertan bey unsern
leyb und kynden, hab und guter unser leben lang unser zejtliche
Bttong bey in möchten haben, dess wir dann uns genzlich zu ainem
erbem, wey^en rat als zu unsern gunstigen herren nicht änderst
lersehen. Das wollen wir, wa das an uns langt, mit hohem fleiß,
mgespartem diepst undertenigklich beschulden, dess wir dann uns
n aim erbern, weysen rat als zu unsern günstigen herren kain^
Abschlags yersehen, allain sich unser Unschuld beherzigen und gne-
di^ch gegen uns werd halten, dess wir dann uns on zweyfel nicht
tnderst yerhoffen. Haben auch in unserm gottshaws, was zu der
er and zier gottes gehörig, vorhanden, kain helbert groß weder yer-
iidLt, noch verkört, alles in seiner gotteszier lassen bleyben und
je lenger, ye mer handfestigen wollen.
Ambt Wernitz ^
Harlang und Ertzberg.
Ersatnen, weysen, fursichtigen, gunstigen, lieben herren! Wir,
Ae von Harlang, Artzberg zaigen auch an und bitten ainen erbem,
ireysen rat als unser günstig herren, das in sölicher gestalt und
■tynong, wie in der von Wettringen supplication verfast ist. Also
^ uns auch dergleychen geschehen, allain aim erbem rat ist on
iweyfel in fnscher gedechtnuss, wie wir vormals zwaymal merklichen
idmden prennens halben von Jörgen vom Rein empfangen haben
Mi yctznnd zum drittenmal widernmb merklichen schaden [558]
tBphngen, verlom hab und gut. Auf das bitten wir egemelten
nndertan, ain erber rat woll sich dess beherzigen und unser
1 Dis schreiben desselben ist wörtlich das vorstehende der banern Ton
-Si^ar nnd Scheckenbach. Als weitem grund für seine begnadigung fuhrt
^ tmt anssezdem noch an „den schaden, den wir nowlichs von den marg-
C^Bfiicheii entpfangen haben an hab und gut, etlich bey verlierung leybs
Iflbens, wie dann vor augcn ist.**
32
498
bezwangknoss nnd merklichen schaden zu herzen fassen and
wideramb als ewer arme nndertanen in ewem beschntz nnd bes
mung nffnemen nnd ain gnedigs mittel darinnen suchen und nun
damit wir als die armen nndertanen auch bey onsem weyben
kynden bleyben mochten, damit wir in der zeyt vollend oi
namng möchten mit nnser sawm nnd herten arbait entsprfi
Das wollen wir als die armen nndertan, wa das an uns 1
mit hohem fleyß nndertenigklichen beschnlden. Dess yers«
wir uns zu ainem erbem, weysen rat als zu nnsem gons
herren kains abschlags, sonder allain verhoffen, dess nnser
schuld beherzigen nnd gnedigklich gegen uns halten, dess
ans on allen zweyfel kains andern verhoffen.
Brethain.
Den fnrsichtigen, ersamen nnd weysen, N. Berme
bargermaister za Rotenburg, unserm günstigen, gnedi
herren.
Fursichtig, ersamen, weys, günstig, gnädige herren!
ewer armen undertan haben gestern von euch als nnsem gnec
herren in gutem getrewen verstanden, uns als die ewer armei
zu verkurzen, sonder uns rettlich und behilflich zu sein. Nun k
uns ymmer zu ain wamung über die ander, wie der pnnd sid
nche, zuvor der marggrafe, und unser armnt begere. Ist uns
sagt worden von ainem rewter von Lympnrg, der pund
sich gutwillig lassen vertragen, dann die knecht Laben
gelt mer. Darnmb ist uns von im geraten , das wir als
armen zu euch als zu unsern gnedigen herren eylends schii
so werd uns durch euch geholfen. Hieruff bitten wir, ewer )
undertan, umb gotts willen, ir wollend euch darinnen arbi
als gnedigen herren gutwilligklich erzaigen. Wollen wir so
umb euch als unser gnedig herm unser leben lang gutwillii^
beschulden.
Ewer weyshait armen undertan und geharsame n
Brethain.
1 Hb. ir.
499
[559] Schonaxh.
erbern and weysen, burgerroaister und aim weysen
rate zn Rotenburg, ansern lieben herren.
Erbern nnd weysen her borgermaister und rat! Mir von
law, ain ganze gemaind, clagen ewer weyshait, nachdem ewer
lait wissen ist, das die landwer uffwere, da schickten sie zu ans
Schonach, mir sollten auch zoziehen, da wollten mir ans nit
i kern nnd wollten tan als die andertan and wollten each anser
it halten, da schickten sie wider za ans za dem dritten mal,
eilten mir noch nit ziegen. In dem hett sich der hawf gemert
warn schon za dem Rod ^ gezogen. Do schickt man ans ain
n, wollten mir nit komen, so wollten sie komen and wollten
lernen, was mir betten, and wa man anser ain ergriff, so wollten
in spieß darch in stossen. Noch dannocht teten wir, als die
wollten daheim sein bliben, and schickten Endris Bewrlin and
in Spörlin and Hanns Scheffern za aim rat and za dem aas-
\ and haben sie lassen bitten, das sie tan als lieb herren and
bey dem ansern behalten. Da hat man ans die antwart gebeni
Banns Farpringer and der alt Denner, sie können ans nichtz
[en, sie wissen nit, ob sie selber können behalten oder nit. Da
ijk wir kain trost mer and mästen erst aach ziegen, wollten mir
rs nit amb ansere armat gar komen. So haben mir in anser
in kainer kain schaden getan an kainem schloß oder closter,
es weyt der hawf dann hat getan. So wissen mir kain in
* gcmain, der etwas anrechts hett getan, oder versagt were
en. So er sich nit könnt verantwarten, so soll man In strafen,
T verdient hett. Und bitten ain weysen bnrgermaister nnd ain
en rat, das sie anser anschald and anser geharsam, and das
larza bezwangen sein worden, [ansehen], and* wollt noch tan
ireys herren und wollt ans wider in ewer gnad and straf
xmen und ans noch bey dem ansern behalten, so wollen wir
anser leyb nnd gut bey each lassen. Dess bitten wir amb
Greantlich antwart. Das wollen wir mit ansern armen diensten
ienen gegen ewer weyshait etc.
Ain gemaind za Schonach.
1 Keichardsroth.
32»
500
A^insterloe K
Den erbern und weysen herren, bnrgermaister and
wcyscn rat zu Rotenburg, unsern lieben herren.
Erbern und weysen herren! Mir gemain zu Yinsterloe bedagen
ewer weyshait, nachdem ewer erberkait [560] wissen ist, wie mu
in der landwer nffmant, da schickt man ans zu, mir sollten aodi
auf sein, das wollten mir nit tun und Hessen uns zu dem vierdeo
mal manen und wollten uns nit daran kern. In dem ward der
hawf so gross, warn schon zum Rod gezogen, da schickten sie ans
zu, wollten mir nit komen, so wollten sie komen und wollten nns
alles das nemen, das mir betten, und wann man unser ain ergril^
wollt man ain spieß durch in stossen. Da wollten mir dannocbt |
tun als die geharsamen und wollten nit wider unser glub und herren j
tun und schickten zwen man aus unser gemain zu dem ba^ge^
maister, das was der Asmus von Mußloe, und mit namen Hanns
Jacob und Claus . . . . ^, und Hessen den burgermaister bitten and
unser not clag[eu], wie uns die mit gewalt zwungen, das mir n
dem hawfen sollten ziegen, und wie man uns nit allain das fft
wollt nemen, auch den leyb darzu, und baten in, das er uns kensl
bey dem unsern behalten, so wollten mir nit von im weychen. Ol
hett er in die antwurt geben, er kennt sie nit behalten, er hett
gemaint, das nit ist, und da betten sie in noch mer betten, da Mt
er gesagt: „Gezwungner ayd ist gott laid,*' und hett in kain ant-
wurt mer geben. Nun, erbern, weysen herren, so komen mir wider
zu ewer weyshait und bitten nochmals ain weysen burgermaister
und ain weysen rat, wöU unser not ansehen, das mir so hart da^
zu gezwungen sein worden, und wollt uns in ewer gnad und straf
annemen und wollt unser not ansehen, dann mir wollten gern oniff
leyb und gut zu euch setzen und bey euch lassen. So ist^audi usff
kainer in unser gemaiud, der kain amptman oder anheber gevai^
ist. So haben mir nit schaden getan an clostern und schlössen^ |^
als die andern. So aber ainer oder mer under uns verdagt ^
worden, das er nit recht gehandelt hett, so mnst er sich terait-
wurteu und darumb gestraft werden. Auch, erbern und w^fsei
herren, man mocht euch sagen, [das] wir trewlos an dem aossebrf |e
1 Pinsterlohr. 2 Der name ist weggelassen.
501
en and betten dieselben glnb nit gebalten. Da baben uns unsere
tlewt so eilend ausge&rt nnd musten in nacbfolgen auch bey
oder mosten unser köpf verlieren. So bitten wir ewer weys-
das ir uns als die armen nndertan annemen in ewer gnad und
rer straf, und damit mir noch bey unsem kynden beleyben,
ansehen, das uns der gewalt darzu getrungen hat, das villeicht
weyshait auch bat müssen tun, das ir nit gern habt getan,
bitten wir umb ain freuntliche antwurt. Das wollen mir mit
n armen diensten verdienen umb ewer weyshait.
Die gemaind zu Yinsterloe.
[561] Oberstetten.
ersamen und weysen, burgermaister und rat zu
3nburg uff der Tawber, unsern gunstigen, lieben
herren.
Erber und weyser burgermaister und auch ain erber rat! Unser
tenigkait und armen dienst allzeyt zuvor. Ist ewer weyshait
dssen, das sich im anfang der uffrur der bawrschaft [zutragen,
wir betrieglichen uff sein gemant als von bots wegen ains erbern
und sich nit also erfunden hat, und wir eylends halben ge-
li haben gein Dierpach, und sich die sach durch ewern haupt-
nit also erfunden hat, so sein mir widerumb haim gezogen und
res gebotts entsetzt. Da seinen am andern tag vier komen
oberstetten und uns ernstlich gemant, da haben mir uns wider-
ernstlich entsetzt, da haben sie gesagt, wa wir nit zu in komen,
>llen sie uns greyfen zu leyb und gut mit irer versamelten
sonderlichen in nit gefolgt, aber uns gefugt zu aim erbern,
n rat, hilf und rat bey in gesucht und begert. Ist uns geben
at von ewer weyshait, mir sollen uns leyden und ain weyl ge-
D, die sach dye werd gestillt oder farkomen, und am andern
äben sie kain ruw nit gehapt und uns wider ersucht in aller
n, wie vor. Da haben wir wider personlich rat bey ewer
lait gesucht und gepetten umb hilf, als uns zu schicken etlich
t, das wir dester pas unsern flecken und dorf und auch leyb
pit möchten behalten. Dasselbig haben mir auch euch zuge-
leyb und gut bey euch zu lassen, habt ir uns dise antwurt
I, Ir möcht uns lewt schicken, die möchten als pald unser schad
502
sein, als anser natz, und den rat nns geben, wir sollen fleyH n-
kem, bleyben. Da haben sie nns wider ermant nit ainmal, sonder
dick nnd durch vil hotten, wa wir nit komen, so wollen sie wv-
lich nff den sonntag bey uns sein. Da haben mir am samstag zwes
ans der gemaind bey der nacht widernmb zu ewer weysbait g»
schickt, da habt ir nns den beschaid gegeben, wir sollen uns be*
helfen, was wir mögen, dann es sein zu besorgen, das ir sdba
lewt werdt dörfen, und uff dis mal werd uns kain anderer beschiid
Auch sein mir gewarnt worden so hart durch unser gut freund, wi
mir nit auf sein, so werden mir verderbt an leyb und an gut. Nod
haben wir geharrt biß zu dem letzten und also gezwungklich dam
getrungen nnd wider unsem willen müssen ton. Darumb bitten wii
ain erbern und weysen burgermaister und ain ganzen erbern rat in
diser zuschreybung umb hilf und rat, und sonderlich nit ungoost
gegen uns furnemen und sonderlich betrachten, [das] alles, das wir
getan haben, ist wider unsern willen beschehen. Noch komen wir
als verlassne kynder und suchen vätterliche hilf zu euch omb
gnad und rat, uns gnedigklich wider anzunemen umb gotts wilki
und vor schaden uns bewarn, [562], in massen wie Tor, for u
schreyben und raten in diser sach von wegen ainer armen gemaiii
Das wollen mir allzeyt undertenig, willigklich und geharsamlidi ii
allen gepurlichen Sachen verschulden und verdienen.
Von ainer gemaind zu Obernstetten, ewer arme undertaneo.
Traisdorf.
Den erbarn, weysen herren und burgermaister n
Rotenburg, unsern gnedigen herren.
Erber, weysen herren und burgermaister! Mir armen mite
tan von Traisdorf bitten ewer weysbait, uns armen ain rat o4a
beschied zu geben in diser zwitracht, wie mir uns sollen halten, o
ob ir uns behalten wollt, so wollen wir tun als die gehanaiMi
Wa ir aber uns arm nit wollt behalten, so müssen mir armen tf
der not weyter rat haben, auf das mir armen auch bleyben möfßi
dess mir lieber vertragen wern.
Anno etc. im 25 jar.
Mir armen undertan von Traisdoii
Man hat vorgemelten und andern dörfem und weylem sf >^
60S
reyben und mnntlidi ammofaeii kain ander antwnrt geben, dann
die sach alle bey dem pnnd stee, der werd weyter in sacben,
xa bnldnng und geharsam zu pnngen und anzonemen, and was
I gepart, bandeln, darbey laß es ain rat bleyben, wissten in kain
lern bescbaid nff das mal zn geben, aber darbey in reden gegen
laufen lassen, in der nffimr wem sie all nff und wider die ober-
ü gewesen, aber yetz wollten sie all schön nnd nnschnldig sein,
tt in kainer nichtz getan, wer docb der schad geschehen, wer
ts dann getan etc.?
err Casper Gristans, pfarrers nnd comentnrs alhie,
verantwartung.
em erbern nnd vesten N. N., bnrgermaister znRoten-
irg uff der Tawber, meinen besondern günstigen berren.
Ootts gnad nnd firid znvor. Erber, vester, günstiger berr bnr-
nnaister! Uff hewt dato dis briefe bin icb im [563] dewtschen
m uberlanfen worden, ser nnd groß dnrehechtet, als wollt icb
einen mitbmdem des tewtschen ordens nit gestatten, mess nnd
iper zn balten, wie etwan, dess ich mich mit gar firenntlichen
)rt6n verantwnrt nnd sprach: Ich versehe mich, das mainer herren
id mitbmder des tewtschen ordens alhie kainer das mit warhait
A mir dörf sagen, ich habe ine nie gewert, ich wir es sie ancb
ch nit haissen. Damff gebott mir mit ernstlichen, trohlichen werten
) person, von nur nngemelt nnd nnverdagt, ich sollts meine herren
issen nnd gebieten, wa nit, so wollt er mit mir handeln, das
efa wnrd verdriessen. Da sprach ich zu der person, ob sie das
1 ewer erberkait oder von ainem erbern rat gehayssen wer wor-
1, mich also mit ernstlichen, nnfrenntlichen werten trohlichen an-
assen. Da antwnrt die person, nain und sprach, obs nit gnng
re, das er mich das hieß, nnd knrznmb das zn tun nnd kain
lers. Da regt sich in mir mein angeborne art nnd natnr, nnd
le die person mit ernstlichen werten von mir. Nun, weyser herr,
wisset, das meiner herren ainer anf moutag nach Mittüasten
^ März], so er in dem ambt der mess stund, mit trohlichen
rten vom altar mitten nnder dem ampt von etlichen gewisen
rde on mein wissen nnd willen, das ist ains. Zum andern schickt
den andern tag oder nngeverlich den dritten tag den scbol-
504
maister zu den hailgenpflegcrn, sie fragen, ob ich dörft vesper, ten,
non lassen singen, es wer ja nit fein, das man also ganz nnd gv
still schweygen sollt in der kirchen. Da ward mir antwurt dordi
den schnlmaister, man sollt nichtz singen oder lesen in der kirchen,
biß uns von ainem erbern rat befelh geschehe, dess ich mich biß-
her gehalten und noch. Zum dritten so wurden von mir und allen
meinen mitbrudem alhie tewtschs ordens die schlussel zu den kelehen
und messbuchern gefordert, die wir auch übergaben. Über dis
alles zum yierden so hab ich müssen übergeben ainem erbern rat
und gemainer statt haws und hof und allen gewalt, wie ewer wejs-
hait dess wol wissen tregt. Demnach hat es in meiner gewalt nit
gestanden, sölicher person villeicht nach anregung etlicher wil&rn. ,
Dis hab ich ewer weyshait nit wollen pergen, damit, wa etwas
red auch euch schallten mir entgegen, ewer erberkait möcht er-
messen mein Unschuld. Was in disem und dergleichen allem aia
erber rat lest oder tut, das laß ich geschehen. Hiemit befilch 'A
mich ewer erberkait als ainen geharsamen undertan.
Geben Corporis Cristi [15 Jani] anno etc. 25.
Casper Cristan tewtschs ordens.
[564] Schulmaisters supplication.
Erbern, vesten, f ursichtigen und weysen, gunstigen herreft
burgermaister und rate discr loblichen statt Rotenburg, wunsdi lek
von gott dem vatter, der im himmel ist, gnad, frid nnd glaobeii
dardnrch wir alle komen in die erkantnuss seines sons Cristi Jhesii
der uns dnrch den geharsam und lieb, am krewz beweyst, alle gottf
seinem vatter, versönt und aigen geschenkt hat durch den baiHgei
geist. Amen. Gunstigen, lieben herren! Demnach yetzt ain rKZjwof
des christlichen glaubens, der da nit zerspalten und ainig seinsoO,
und sonderlich hie mer, dann an andern enden und orten sdiweH,
also das der spruch wol erscheint und war wurt: „Wann konea
wurt der son des menschen, wurt er wenig glaubens finden off de»
erdrich,'' doch sölichs dem ewigen willen gottes haimgesetzt, dtf
aber das furkomen sind, aus welichem soliche frucht entspriessesi
ist wol zu ermessen, als die und dergleichen feintschaft, neyd, bat
falschs anelagen, welichs gott nit gefallen, noch vil weniger lejd^
mag. Dann also vernymm ich aigentlich, das ich gegen ewer w^
halt, doch feischlich, versagt und angeben Un worden asf ^
606
maynuiig, als sollt ich Andres von Carolstat ain zeytlang haimlich
Uli in meiner, sonder in ewer weyshait behawsnng nff der schal,
da doch ewer weyshait auch allzeyt mit guten Ursachen zu spurn
gewaltig und mechtig gewest, uffenthalten und beherbergt haben. Ob-
schon das were, verhofft ich, gegen ewer weyshait, noch vil weniger
g^en gott so größlich gesundigt haben, das ich nit warnens wirdig
vorhin, ee ich gegen ewer erber weyshait so mit unwarhait verunglimpft,
versagt worden were, so änderst ich ain crist und obgemelter Endres
ain mensch ist, doch das alles hingestellt, so will ich mich dannocht,
in ewer erberkait wolgefallende pen und straf zu geben, wa ich
soHche person gasthalt erfanden wurd, gar nit waigern, das da ich
nddi sölichs aach vor diser zeyt erpotten hab. Nicht dester minder
bin ich des bezigs halber gegen ewer erberkait verargwout, dardurch
loch, als mir fromm biderlewt angezaigt, mir ain gemain burger-
idiaft gram und uffsetzig worden, also das ich nit waiß, was ich
mich gegen etlichen versehen darf, wa aber das were, wollt ich vil
lieber, als ewer erberkait selbs zu ermessen hat, mit willen ewer
erberkait des diensts ledig sein, denn wider derselbigen willen in
dem fall zu dienen. Dieweyl dem also ist, und ich ain handwerk
Ue, so es ewer erberkait gefeilig were, zu lernen in willens bin,
ist derhalben an ewer erberkait und gunst mein undertenigs begern,
ewer erberkait wöll mich deren dienst, sovil die schul anlangt, ledig
lelen and frenntlich erlaaben. Aber sunst ewer erberkait za dienen,
lach [565] gemainer statt Rotenburg gemainen natz in all weg zu
fiirdern, iren frommen zu werben und schaden zu warnen will ich,
aoTÜ muglich, gcnaigt sein. Ich versehe mich auch zuvor von ewer
erberkait meiner besoldung und Ions erstatt und belont werden. Als
dann sölichs umb ewer erberkait zu bedienen will ich allzeyt ge-
luffsam und berait erfunden werden, hieruff gunstige antwart be-
gerende.
Datum uff freytag nach Corporis Cristi [16 Juni] anno 1525.
Ewer erberkait underteniger diener Wendel Pawr,
schulmaister.
Am freytag nach Corporis Christi und Viti, die an ainem
tag waren, [16 Juni]
tet sich der alt burgermaister Ernfrid Kampf auch aus diser statt
lunweg, der darvor Andreas Earelstatten obgcnannt wider ains rats
506
verbott haimlich undergeschlaift, gehawset and gdierbergt, dam im
pewrischen hawfen zu Worzborg, dahin er von den newen reftn
und dem aosschoß alhie verordnet worden was, sich nit allain n
aim rat, sonder auch za aim schnlihaißen hett lassen machen, aber
das im sölichs verpotten was, nnd also ain sonderer befelhaber
worden , welichs ime doch in seinem aasziehen alhie gemelt rete
nnd ansschoß verboten betten, kain sonder ambt oder befelh ann-
nemen, aber aber das, wie in obgemelten Schriften verleypt, segn
Schillingsforst za handeln verwilligt, deßgleychen als ain scholthiifi
befolhen, gegen h^ Zeysolfs von Rosenbergs schloß za Halmer
stetten \ anch dem schloß za Schrotzberg mit plondem and us-
prennen za handeln, sich aach, als man sagt, off dise nds darrorf
ee dann er darza geweit worden was, mit daidem and hosen-
bendeln gerast, darza sein brader Jörgen Kämpfen mit ime ge-
nomen der maynung, ine ander der pawrschaft za aim hanptsiaa,
grossen hannsen za machen [566] und hoch anzapringen.
Derselbig Jörig Kampf nam selbs on erlanptnoss oder bewfl-
ligang, aigens famemens des Hennsercomentars pferd ains im Hem-
serhof , rit daraff in follem hämisch angetan for sich sdbs mit
seinem brader Emfriden hinaas and in dem versamelten hawfes
der pawrschaft gein Haidingsfeld, and als er bey acht tag bey in«
gewest, ward er mitsampt andern hanptlewten and ratzen von Tor
dachts wegen daselbst gefangen and in die eysen geschlagen, deft-
halben er sich darnach, als er ledig ward, wider von inen hieber
gein Rotenburg, aber hernach sich auch, wie sein brader and ander
als ain schuldiger und mitursacher der uffirur hinwegk t^.
Wie die plunder und prandschatzung der 4000 galdin
eingenomen warde.
An obgemeltem freytag nach Corporis Christi [16 Juni], auch
den samstag darnach namen die newen stewrer , dero Stephan von
Menzingen auch ainer was, die plunder und prandschatzung der
viertawsend guldin ein, die dann uff reych und arm burger alhie,
nemUch uff ain yedes [haws] siben galdin geschlagen wurden, und
weUcher oder weHche die nit betten oder geben woUten, dm ward
mit weyb und kynden aus der statt hinweg^ zu ziehen geborten,
m
1 Niederatetten«
607
der reidi dem armen alhie za hilf zu komen nit verordnet
ins Ursachen, das die nffirnr von dem armen gemain volk wider
eychen und oberkaiten entstanden was, deßhalb vil armer lewt,
[Elidier Schätzung nit zu geben betten, mit weyb und kynden
lg zngen, ward anch derhalben ain groß gemorbel ander der
Ind wider iren capitaneom Stephan von Menzingen, der der
er ainer was and sölicb planderang and prandschatzong half
QEien, der doch selbs darvor anfeng^, affwidler, handler, red-
er, redner, schreyber, heber and leger diser afifrarigen handlang
aUiie gewest war etc.
Am samstag nach Corporis Christi [17 Jani]
den manchen im Barfaessercloster alhie von rats wegen ge-
das sie sich aas irem doster in das [567] braderhaws, darein
eschaiden worden, tan mosten, dann das geschray kam, wie
lie monch, etlich borger dorch das closter ober die mawr ab
linaos gelassen betten, and im closter allerlay conspirationes
ain rat gemacht worden, and sonderlich kam ain geschray,
ddi die aosgetretten borger off dem land bey der bawrschaft
dten and ondersteen wollten mitsampt der bawrschaft die statt
iborg einzonemen ond sie dem bondischen kriegsvolk vorzohalten
laraos zo wem, wa es sich hieher legem wollt etc.
Vom gotsdienst.
An obgemeltem freytag nach Corporis Christi [16 Joni] fieng
iilhie an, wideromb mess, vesper ond das Tenebre zo halten
n lewten, deßgleychen das Ave Maria, das alles von Mitfasten
[ärz] biß daher die zeyt sölicher ofFror derselben ond sonderlich
itats predig halben onderwegen pliben was ond gemwet bette.
Her Friderich Lincken schrift.
erbern, forsichtigen ond weysen, borgermaister,
md aosschoß zo Rotenborg off der Tawber, meinen
gonstigen, lieben herren.
Brber, farsichtig ond weys, gonstig, lieb herren, borgermaister,
od aosschoß yetzt hie zo Botenborg off der Tawber! Mein
, ondertenig, willig dienst bevor. Als mich ewer erber, fdr-
l w^shait am dreyssigsten tag des monats Decembris gegen-
608
wertigs jars ^ äff farbitt des hoch^digsten in gott, dnrchleachtigen,
hochgebornen forsten nnd herren, herren Albrechten, hochmaister
tewtschs Ordens zn Prewssen, marggrafen zu Brandenbarg ond
burggraven zu Normberg etc., meins gnedigen herren, fnrschrift i
und ewer erber, fursichtig weyshait verbrieften und versigeltem la- '
sagen mit ainem gotslehen in der alten cappellen yersdien, dardf
dem comentur tewtschs ordens benennt und nominirt, der [mich]
furter meinem gnedigen herren von Wurzburg presentirt hat, in dem
sich die uffrurigen lewft zugetragen, das ich besorgknuss halben mich
nit hieher zu residiem wagen dorfen, doch uff samstag nach Qoaa-
modogeniti [29 April] hieher komen und mein behawsung toq
Hanns Wemitzer, Behaim genannt, eingenomen und besessen fimdeDf ,
yedoch aus dem undertenigsten willen in bedacht meins erschemeos j
und [568] Zukunft mich versehen, mir wer mein behawsung ge-
raumpt zu werden befelh geschehen. So hat sich yetzt in ander- ;
handlung ewer weyshait gegen dem löblichen pund im land zo
Schwaben und des haUigen reichs zugewandten ain ufflag (die
schweren straf nach ains yeden Verhandlung abzulainen etc.) be-
geben, in denselben brieflichen Urkunden begriffen, das ain jeder
burger oder hawsgenoss soll geben siben guldin. Das ist mir il
des hailigen fronleychnams tag unsers herren Jhesu Christi [15 Jau]
durch ewer weyshait verordneten ernstlich angesagt und gebotta
worden , soliche siben guldin auch zu geben. Dieweyl ich dann ifl
sölicher uffrur nit begriffen, mich mit den pawm nit verpnidat
auch kain burger bin, allain mich aus ewer erber, fursichtig weys-
hait brieflich , besigelt urkund mit ainem gotslehen uff fiirbitt ob-
gemelts meines gnedigsten herren beromen darf und mich in andff
weg als ain gaistliche person nach sag gaistlicher und wdtüdter
recht (derselben sich ewer erber, fursichtig weyshait als ain stitt
des hailigen romischen reichs auch geprauchen) mit nichten zu be-
schwern verhoff, ist derhalben mein undertenig bitt, ndch bey dem
und der pillichait gnedigklich handhaben, schützen und schiniMS)
mir die behawsung, zu meiner pfrund gehörig, sampt dersdbes
nutzung einantwurten, mich mit kainer ufflag beschwem, damebei
erbietend , was durch ain reformation mit enderung gaistlicher pe^
son und derselben guter durch die stende des hailigen reichs oder
*
1 AIbo fieng man in Rotenburg noch 1525 das jähr mit weihnacUBi ^'
609
8 löblichen ponds forgenomen nnd offgericht wnrd, das will ich
ir wol und wee lassen ton. Und wiewol ich mich der pillichait
ch kains abschlags versihe, beger ich doch hieraff ewer erber,
rsichtig weyshait antwort, mich darnach bestendig zu richten, der
i mich als ain armer caplan hiemit andertenigklich befolhen haben
Q, das alles und yedes mit meinem gebett und nndertenigen,
Digen diensten zu verdienen orputig.
Datom fireytags nach Corporis Christi [16 Juni] anno etc. 25.
Ewer erber, forsichtig weyshait armer, nnderteniger
caplan Friderich Linck etc.
Man hat damff nit sondere antwort geben, sonder solichs ain
hrift sein lassen etc.
[569] Am Sonntag nach Viti,
IS kirchweyhe zu Rotenborg, [18 Juni] ist das pondisch beer for
d statt Bamberg gezogen, hat sich zu Hallstatt darbey gelegert,
s statt Bamberg sampt aller landschaft, die sich uff gnad nnd
ignad alspald ergeben betten, ein und zu geharsam genomen, bey
rolf haupüewten, fenderichen und uffwidlem zu Bamberg uff dem
irkt mit dem schwort richten lassen, etlich sunst gestraft und
bey ain merklich gelt von der statt und landschaft daselbstnmb
r Plünderung und prandschatzung erschatzet.
Fenklich annemen Steffan von Menzingens.
üff obgemeltem sonntag der Rotenburger kirchweyhin [18 Juni],
ain rat anlangte, wie etlich burger ausgetreten und entwichen,
1 Steffan von Menzingen auch dess willens were, auch sein pferd
to zewmen, satteln und aller ding darzu richten lassen soUt,
der burgermaister deßhalben fruw umb ain ur den innem rat
newen regiments versameln lassen, sölichs aim rat anzuzaigen.
d nachdem aber Christ Hainz auch im rat saß, d^ dann Men-
Sers anhang, und zu besorgen was, so er ichtz vom Menzinger
"et beschliessen , das er ine warnen möcht etc., wurd er vom
*germaister hinaus aus dem rat geschickt, ain person zu verhorn.
liBBS, dieweyl er awsserhalb des rats, da ward durch burgermaister
1 rat beschlossen, das man den gemelten Steffan von Menzingen
Ue gefangklich annemen nnd verwarn, und [ward] sölichs zu tun
n burgermaister gewalt geben und befolhen. Damit ist der rat
610
abgangen, und durch den bnrgermaister nnder den tom bestelli
nnd befolhen worden, wa Menzinger hinaus reyten oder geen wMÜ,
das man in nicht hinaas lassen sollt, und den stattknecfaten ud
andern befolhen, in der kirchen und snnst achtong uff den Men-
zinger zn haben, wie dann beschach, indem, als Ste&n von Mefi-
zingen aas der kirchen von der predig, darbey er gewest was, und
herfor an den markt far das rathaws gienge and daselbst b^
seiner gesellen and anhenger ainem Kilian Ettschlicfa, dem tnch-
scherer , an aim goltschmidladen lainte , betten sich die knedit di-
selbst za ime genehert and ine angefallen and alspald gefengkfidi
aber den markt, der voller lewt gestanden, gefort in tarn, damneD
biß äff zakanft des pandischen [570] kriegsrat and befelhaber n ^
verwarn, wie dann beschach. Und als die Stattknecht and amkr t
der statt diener ine aber den markt gefaret, bette er die lewt ik :
sein christliche brader angeschrien, ime za helfen, aber da fv t
kein hilf gewest, hett nyemand band angelegt, sonder ain^ imder ti
dem Volk in d^ gemaind ime zageschrien: „Lieber, die brodeh \
Schaft hat ain ende!^^ /:
Urphershaim and Westhaim belangend.
Den erbern, farsichtigen and weysen herren, barge^
maistern and rate der statt Rotenburg äff der Tawber,
ansern gebietenden herren and freanden.
Erber, farsichtig and weys! Unser schaldig, willig, gebanaa
sein ewer erbem weyshait sonders fleyß zavor. Gebietend, liek
herren ! Ewer erber weyshait bedarf mit dieser unser schrift vt
erinnert werden, was anfelligs zafalls ans mit nam etlidis Tiflks,
anch prands, and was ans sither begegnet ist, nemlich das m
der ambtman za Hoheneck za haldigang and pflichten dringeo wiQi
dann ewer weyshait haben wir sölichs hievor mantlich genogsiB
anzaigt and daraff gebetten, sich anser als der armen gonslU
anzanemen, vor frembder pflichten, verrer gewaltsamer handlnf
and anleydlichen betrangknassen za verwarn. Aber ye mer wt
geflohent and andertenig bitt gegen ewer erber weyshait vt
gössen , ye mer hertigkait haben wir empfEUigen , wie dann jogi
vergangnen freytags [16 Jani] von each herren bnrgermaister ge-
schehen ist. Dess massen wir gott dem aUmechtigon, das ■*
I
511
ndb mnb unser b^^angen misstat und sond anzeucht und straft,
e er dann nnwidersprechenlich zu tun fug hat, zoschreyben.
»er wir wollen nichtz weninger nachlassen, ewer erber weyshait
1 vnser herrschaft (denen wir mit glnbden und aiden, auch mit
er dienstperkait underworfen sein und sie (ewer erber weyshait)
s widemmb schuldig ist, unser in den nöten anzunemen, nit zu
rlassen und mit allem vermögen zu helfen) anzesuchen, und was
s über Yorgetan erinnerung begegen ist, verrer erzelen, und das:
r amptman zu Hoheneck hat uns gestern samstags ernstlich
seo ansagen, das wir uns zwuschen hie und nechstei) dinstags
) Juni] bey ime anzaigen und huldigen sollen, wa das nit ge-
tehe, woU er nit allain nach unsem gutem, sond^ auch nach
n leyb greyfen, turnen, stocken, plöcken und dahin pringen, wie
2 anzaigt ist etc. Günstig herren! Nun sein wir arm lewt,
iien nit hewser, so will man uns in Wyndshain nit lenger halten,
■en nit, wa ans, söUen teglicher far gewarten [571], und wöUen
h ewer erber weyshait unser nit annemen, weder helfen, noch
»1, kan ewer erber weyshait ermessen, das wir als die armen
lem fnrsten nit könden vorsteen, sonder wir als betrangte, weyl
r von ewer erber weyshait verlassen sein, müssen tun, nit wie
r wollen, sonder wie wir müssen. Darumb ist an ewer erber
yshait als unser herrschaft (die wir auch in disen unsem letzten
ea hiemit zum höchsten ermant und angesucht haben wollen)
ilimals durch gotts, seins worts und barmherzigkait willen unser
lertenigs, dienstlichs und fleyssigs bitten, sie wolle ir hart ge-
te von uns abwenden, sich unser erbarmen, derhalben nüt dem
ptman oder andern pfleglichen orten eylends handehi, damit wir
\ ftr mit Versicherung leybs und lebens zu dem unsem komen,
jer bezimmem und ewer erber weyshait tun mögen des, so wir
al4ig sein. Das wollen umb ewer erber weyshait wir mit under-
igen, verpflichten und willigen diensten zu verdienen willig sein.
h 8ich aber ewer erber weyshait zwuschen hie und nechsten din-
19 unser nit annemen, raten, noch helfen wurd, das wir bey
w erber weyshait bleyben möchten, und wir daraber zu andern
diteo getrungen wurden, wollen wir hiemit bezewgt und uns
len entschuldigt, das unsem halb kain mangel erschinen sey,
1 was wir getan, das hab aus betrangter not geschehen müssen.
1 das wir ewer erber weyshait antwurt darumb zu geben nit
512
schuldig sein. Das haben wir ir os geharsam und schuldiger pflidt
wollen anzaigen, abermals durch gotts willen bittende, ewer erber
weyshait wollen uns nochmals gunstlich bedenken, vor disai zu
sein, so wollen wir tun, dulden und tragen alles dasjenig, so wir
von em, rechtz und billichait wegen schuldig sein, und bitten dess
ewer erber weyshait antwurt, wie wir uns halten sollen, hiemit
Datum sonntags nach Yiti [18 Juni] anno etc. 25.
Ewer erber weyshait undertenig dorfmaister und gemaind
zu Westhain und Urphershain.
An Statthalter und rate zu Onoltzpach.
Lieben herren! Unser arm lewt zu Urphershain und We8t-
hain beclagen sich bey uns, wie sie diser ufiErur halben, darein sie
von iren nachpum wider iren willen genötigt, verprennt und be-
schedigt worden sein, und das yetz der ambtman zu Hoheneck
understee sie zu dringen, hab sie auch betrohenlich [572] ermuti
sich hiezwuschen dinstags gein Hoheneck zu stellen, ime zu hnldeo,
mit gulten, gerichten und anderm, uns zugehörig, dem ampt hin-
furo zu gewarten. So vernemen wir darbey, das dergleych^ niit
den andern unsem armen lewten zu Dottenhaim, Nesselbadi und
anderer ende daselbstumb auch gehandelt und sie zu soUchei
pflichten getrungen worden sein sollen, dardurch, wa dem also
were, dieselben pawrn nit allain umb ir Verhandlung gestraft, sonder
gemaine unser statt irer gelten, rechten und gerechtigkaiten entsetz
wurde, dess wir uns, dieweyl uns die empörung der pawrsdiaft,
und was daraus gefolgt, allwegen wider und nye lieb gewest i^
darzu wir gegen dem obersten veldhauptman des punds von wegei
aller stende des punds derhalben vertragen, gesichert und ausges^yni
sein, nit unpillich beschwem. Ist hieruff an ewer strengkait und
erberkait unser gar dienstlich bitt, sie wollen mit gedachtem anvt-
man verschaffen, gemelt sein furnemen abzustellen, uns des ansai
nit zu entsetzen. Das begern wir umb die durchleuditigen, bock-
gebomen fursten, unser gnedig herren, die marggrafm zu Brasdob
bürg etc. undertenigklich und ewer strengkait und erberkait wi
dienstlichem fleyß gutwillig zu verdienen, und bitten dess gimstigs
antwurt hiemit.
Datum montags nach Yiti [19 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
513
Dergleycben ist dem amptman zu Hoheneck auch geschriben
Orden.
Antwnrt der rete.
an erbern and weysen, burgermaistern und rate zu
otenburg uff der Tawber, unsern guten freunden.
Unser freuntlich dienst zuvor. Ersamen, weysen, lieben freunt!
tr haben ewer schreyben, ewer arme lewt zu Urphershain und
estbain belangend, die unserer gnedigen berren, der marggrafen
Brandenburg etc. amptman zu Hoheneck benötigen und zu hul-
liiiig tringen soll etc., seins inhaltz vemomen und hievor von sö-
tiem bandel nichtz gehört. Uns ist auch derhalben [573] von
lerm gnedigen herren nichtz befolhen, aber wir wollen solich
BT scfareyben zum furderlichsten an sein fürstlich gnad gelangen
seQ des Versehens, sein fürstlich gnad werd sich in disem handel
1 forstlich und unverweyslich wissen zu halten. Wollten wir euch
söUdi ewer schreyben freuntUcher maynung nit pergen.
Datum am dinstag nach Corporis Christi [20 Juni] anno etc.
25.
Unserer gnedigen herren, der marggrafen zu Brandenburg
etc. hofinaister, stathalter und rete zu Onoltzpach.
sm wolgebornen herren, herren Georgen trugseßen
eyherren zuWalpurg, romischer kayserlicher maye-
it, auch churfursten, fursten und anderer stende
8 löblichen punds zu Schwaben veldhauptman, un-
serm gnedigen herren.
Wolgebomer, gnediger herr! Ewern gnaden sein unser under-*
ig, willig dienst mit fleyß zuvor berait. Gnediger herr! Ewer
dea tragen in gnediger gedechtnuss, wes unser gesandten von
em und unser gemaind wegen jungst im pundischen veldleger
Baidingsfeld mit ewem gnaden an statt und von wegen gemainer
ide des punds für prandschatzung und plunderung etc. in unser
j^miawm zu geben und zu tun bewilligt, aber sich daneben unser
rrschaft uff dem land in sölichem zu vertaidingen damals nit an-
tomen, sonder zu ewem gnaden, sie zu gnaden und Ungnaden
nnemen, die schuldigen und ursacher diser ufErur zu strafen und
33
514
die anschuldigen mit gnaden zu bedenken etc., dem allem wir vi
zu tun willig. Aber, gnediger berr, uns pringen daneben an unser
arm lewt der zwayer dörfer Urpbersbain und Westhain, bey Wynds-
bain gelegen, (die durch die marggrafischen diser offiror halben,
darein sie anfangklich von den marggrafischen benotigt worden, in
grund verprennt sein) wie sie und andere mer die unsem zu Dottoi-
haim und anderer end von den marggrafischen ambtlewten genuuit
oder erfordert worden, sich zu stellen und inen zu hulden, mit
gulten, oberkaiten und anderm zu gewarten, das auch dergleicheD
gegen etlichen unsem erbem bürgern und anderer der onsem armeo
lewt in der landwer furzunemen understanden werde, dess wir ons,
dieweyl wir gegen ewem gnaden von [574] w^en aller st^de des
punds ausgesönt und vertragen sind, nit wenig beschwem. Ist
daruff an ewer gnaden unser gar undertenig bitt, ewer gnada
wollen uns in sölichem gnedigklich mit etlichen gemainen felix-
briefen, uff all unser und gemainer unser statt, irer burger ond
anderer der iren lewt und guter allenthalben inner und awsserhalb
der landwer gelegen lawtende, uff unsem costen versehen, damit
wir und die unsem solicher guter uff dem land awsserhalb ewer ^
gnaden straf sunst von nyemand entsetzt oder beschedigt werden, ^
mit gnediger beweysung, als wir uns zu ewem gnaden undertenigk- |
liehen getrösten. Das b^ern wir umb ewer gnaden in undertenig-
kait ganz willig und berait sein zu verdienen.
Datum fre)1;ags nach Yiti [16 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber. |
An herren Wolfgangen Ofnern, der rechten licen-
tiaten, margrafischen canzler.
Lieber herr und freund 1 Wir zweyfehi nit, ir trageat git
wissen, welicher massen wir in diser uffirurigen empörung dndi
unsQi* ungeharsame undertanen und gemaind schworlidi ubenreU^
und verhindert gewest sind, also das wir dem dorchleachtigen, hoch-
geboraen fursten und herren, herren Casimim, marggrafen zn Bran-
denburg etc., unserm gnedigen herren nit haben könden laistennftl
volstrecken das jenig, so wir sein fürstlich gnaden in der gnedign
und undertenigen aynnng und sonderlich jongstan absdiied ver-
schriben und schuldig gewest sind, sonder aus inwendiger oder is*
haimischer, zwitrechtiger betrangknujss irren md der verstfMtts
1
515
irrschalt biVsem, frerentlichem und geweitigem fiiniemen anhangen
issen, alles nber nnd wider anser ernstlich ermanong, muw, ar-
it und fleyfi, der aller kains hat wollen verfahen, nnd dtrza
ier unsem willen nnd gemnt. Dann sovü an uns gewest ist,
tm wir gemelt^ aynnng nnd abschied uns gestracks gemeß ge-
lten und der rersamelten bawrschaft gar nicht anhengig gemacht,
BT es hat ans bemelten beschwerlichen Ursachen, die nit allain
8, sonder yU hoher nnd merer stenden im reich, dann wir sein,
griffen, nnd die empOnmgen sich an vil orten ee, dann bey nns
s^efiingen haben, nit beschehen mögen. Nachdem aber die uSrur
ä empOnmgen der [575] bawrschaft und gemainen manns nit
Bin uns, sonder anch gedachten unsem gnedigen herren, auch
der forsten und stende im reich betroffen, denselben zn allerlay
rat, nachtail nnd schaden geraicht hat, ist uns solichs in under-
lig^ait herzlichen und getrewlichen laid und wider. Der aU-
ichtig wöll ir fürstlich gnaden und gunst dess in ander weg wi-
mmb väterlich ergetzen! Wir haben anch unser Unschuld vor
orfursten, fursten und dem Obersten veldhauptman des punds zu
hwaben im leger zu Haidingsfeld undertenigklich fnrpracht, der-
issen, das wir in der statt nach gestalt der Sachen mit ainer
ablieben summa zu vertrag und aussönung komen sind, wie ir
n ewerm Stiefvater Petem von Premen auch bericht empfangen
»cht. Nichtz dest minder konden wir gedenken, das wir unan-
)dien unserer Unschuld dannocht mitsampt unserer g^naind und
dertanen gegen sein fui'stlich gnaden etwas auch in Ungnaden
CD. Dieweyl unser notturft erfordern wurt, uns als ain arme
tt zu yemand in aynung zu begeben, und wir aber bey ge-
übtem nnserm gnedigen herren, seiner fürstlich gnaden bru-
n, auch derselben irer fürstlich gnaden voreitern in lang her-
lehter aynung und verstendnuss gewest und noch etlich zeyt dar-
ifiD verschriben sein, auch an hilf und anderm gnedigen willen
f irer fürstlich gnaden gegen uns bißher nicht mangel erschinen
, also das wir ye noch gern bey iren fürstlich gnaden vor an-
m in underteniger aynung und verstendnuss bleyben wollten,
m wir des willens und gemuts, mit im fürstlich gnaden umb
3, so wir ir fürstlich gnaden in craft der aynung und abschieds
nldig gewest sein, uff zimlich mittel und weg zu vertrag und
dentflBrichtiug der aynung zu handehi, der Zuversicht, so die nr«
33*
516
sftcher sölicher uStüt und Verhinderer unserer oberkait ir wirdii^e
straf empfahen, die nndertanen nnd der gemain man werden adi
hinfuro sölicher nnd dergleychen nffirnr nnd nngdiarsam nicht mer
gelüsten oder bewegen lassen. Darnmb nnd ans sonderm vertrawen,
zn ench tragend, bitten wir ench mit sonderm, firenntlicbai fleyt,
ir wollet nns hierinnen ewem rat nnd gntbednnken , wie oder we-
licher gestalt, anch nff was mittel nnd weg wir mit gedachtem qb-
serm gnedigen herren in solich handlnng nnd vertrag komen möchteD,
anch wie nns darinnen zn halten sey, bey disem nnsem botta
schriftlich zuschicken mit gnnstiger nnd frenntlicher [576] bew^-
snng, wie ir dann von ewerm Stiefvater hieneben mnntlich auch
ersucht werden. Das begem wir nmb ir -^snaden in nnderteDigbit
ganz willig nnd berait sein zn verdienen.
Datum nff freytag nach Yiti [16 Jnni] anno etc. 25.
Burgermaister nnd rat zn Rotenburg nff der Tawber.
Dem erbern und vesten, nnserm bürgern Petern ?od
Premen.
Unser frenntlich dienst zuvor. Lieber, der von Premen! Wir
schreyben hieneben ewerm stiefsone , dem canzler , wie er euch oo
zweyfel auch verlesen lassen und nit verhalten wnrd. Damff bitten
wir euch, wollet selbs mit ime und andern, das es frnch^tar sdn
mag , das pest handehi und erkondigen , welicher maß in der sadi
zu handeln were, darinnen wir nns gern mnglichs flejß nit sfut
wollten. Deßgleychen werden wir bericht, wie unser arm lewt n
Westhain und ander mer orten von den marggrafischen ampüewtes
zu hulden und pflichten, inen mit gnlten und andern, uns zuge-
hörig, hinfuro gewerüg zu sein, zu dringen understanden werden,
das uns nit unpillich beschwert. Bitten euch, wollt desselben oits
bey dem canzler nnd andern handeln nnd daran sein, damit dis-
selbig abgestellt werde, begeren wir umb euch frenntlich zo ver
dienen.
Datum, ut supra [16 Juni].
An herren Jörgen truchsessen, freyherren zn Wal'
purg, des schwebischen punds oberstem veldhanptmao.
Onediger herr! Die erbem nnd vesten, unser bnrger Adaa
von Bemhaim und Jheronimus Ofiiier haben zway sitilin in vutx
ä
517
landwer und gepiet, das ain Habeishain ^ nnd das ander Borgstal
joiannt, die inen mit YorhOfen, vieh, bawknechten, schefereyen nnd
uiderm znsteen, daran kain pawr nichtzit hat. Und dieweyl sie
iber bericht onp&ngen, wie ewer gnaden mit dem pnndischen kriegs-
rolk Yon Bamberg uff nns zuziehen werden, damit sie dann als
Ke nnschnldigen nnd mit nns gegen ewer gnaden vertragen nnd
nsgesönten an denselben iren sitzlin mit iren vorhofen, vieh nnd
Inderm darein gehörig nit besdiedigt werden [577], erscheint hiemit
semeHer Adam von Bomhaim, von irer beder wegen bey ewem
gnaden omb sicherhait nndertenigklich anzusuchen nnd zu handeln,
rSe ewer gnadeo von ime vememen werden. Derhalben bitten wir
3wer gnaden mit undertenigem fleyß, gemelte die unsem hierinnen
i^edigklich befolhen zu haben, sie mit gnediger sicherhait notturf-
ägkhch versehen und sich also gnedigklich gegen [inen] beweysen,
ite wir uns nndertenigklich getrösten. Das begem wir umb ewer
gnaden untertenigklich zu verdienen.
Datum fr^tags nach Yiti [16 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister und rat zu Rotenburg etc.
Uff dinstag und mitwoch nach Yiti [20. 21 Juni]
Bein Spilpach, Wolkersfelden , Schwarzenpronn , Liental ^, Beben-
irqrler und anders durch Albrechten von Adeltzhaim und ander
vom adel, denen ain rat sechs knecht darzu gelihen, von wegen
ibgemdter pewrischer nffirur .und irer darinnen geübter misshand-
ong in vermög des kaiserlichen landfridens geprennt, geplündert
md gepnmdschatzt worden.
Uff donnerstag nach Yiti [22 Juni]
laben etliche vom adel im namen des schwebischen punds denen
ron Newseß * ir vieh hinwegk getriben wegen irer Verhandlung, in
lewrischer uffirur wider den kayserlichen landfriden gehandelt.
Diser zeyt sein Jörig Spelt, der jung, Crist Hainz und Jörig
Kampf obgemelter ufEmriger irer Verhandlung halben auch weg ge-
ividien.
Uffrur zu Memingen.
Item, wiewol hauptlewt und rete des pnndischen kriegsvolks
«
1 UabelMc 2 Liobtel. 8 Neuiits.
518
sampt demselben kriegsvölk hieher gein Rotenburg zu ziehen, die
abgefallen undertanen [578] zn geharsam zn pringen, die landschaft
zn plündern nnd prandschatzen, die nffwidler, anfenger and redlis-
furer omb ir missbandlong zu strafen etc., wie obsteet, angesehen,
yerordnet and abgeredt was, so trag sich doch der zeyt des legen
za Bamberg zu, das die pawm im land za Schwaben oberhalb Ulm
und Memmingen widerumb uffirurig und in verstunblong, ob zwainiig
tawsend stark, yor der statt Memmingen lagen, dieselben belegen,
mit vil laitern und anderer rustung sich versehen, und undersUndeo
betten, die statt Memmingen mit gewalt zu stürmen, zu erobern
und einzunemen. Aber rat und gemaind betten sich mit iren ba^
nischen, wern und anderer rustung und geraitschaft sampt dem n-
satzt, den der schwebisch pund in guter anzal zu ross und fiiß da
ligen hett, zusamen getan , sich der versamelten bawrschaft n er
wem und ir statt zu behalten. Und wiewol ain merklicher tiil
der gemaind auch wider ire herren und oberkaiten, ain rat da-
selbst, ufrurig und den pawrschaften anhengig gewest, defihalb
darvor vom pundischen kriegsvölk zu geharsam pracht, und etüdi
mit dem schwert gericht, und yetz zum tail wider abfeilig worden,
so warn sie doch von aim rat nnd seinen anhengigen, geharsanen
bürgern, auch dem pundischen zusatz also übersetzt und ubermeogt
gewest, das der aufrurigen in der statt fumemen kainen foinang
haben mocht, dardurch die auswendig versamelt bawrschaft, so tv
der statt lagen, an irem vorhaben auch verhindert wurden. DoA
stund es sorgklich und spitzig, dann, dieweyl die pawm so mechtig
und stark vor der statt lagen, besorgt man dannocht^ sie wnrdea [
die statt mit gewalt stürmen und einnemen. Deßhalben most her ,
Jörg truchseß, oberster veldhauptman, sampt andern reten und kriege |
Volk sich von Bamberg eylends erheben und den nechsten in d« '
land zu Schwaben Memmingen zu ziehen, dieselben statt zu retten, i
die abgefallen und versamelt bawrschaft daselbstumb wider zu ^
harsam pringen und strafen, wie dann auch geschach.
Demnach wurden hochgedachter mein gnediger herr, marggn^
Casimir von Brandenburg etc. und Joachim von Bappenhainif i^
balligen reichs erbmarschalk etc. von her JOrg tmchseßen, obersten
veldhauptman , und andern pundischen kriegsreten abgefertigt bdj |
inen etwanvil bayerisch [579], mainzisch und ander rewter ng^
ordnet. Mit denselben und anderm kri^^volk| so hochgedackter,
519
ibem gnediger hör, der marggraf far sich selbs zu ross und faß
bej sich hette, zngen sie von Bamberg erstlich gein der Newen-
stat an der Aisch, namen dieselb statt ein, prachten die onder-
tanen daselbst in der statt and äff dem land za geharsam, and
Uefi mein gnediger herr, der marggraf daselbst znr Newenstatt ainen
borgermaister, etlich ratherren and ander nfirarig affwidler .von
borgem and bawm, achzehen, mit dem schwert richten.
Am freytag, sant Johanns Baptisten aabend [23 Jnni]
Int doctor Johann Dewschlin in der pfarr geprediget ander andern,
■um sollt mitleyden mit dem gefangnen brader (Steffiem von Men-
smgen mainend) haben, in trösten, and sie sollten hin hinder geen,
ine heraas nemen. Nach sölichem, als der doctor and der plind
flmnch, her Hanns Sdmiid, Fachs genannt, mit ainander in des doc-
lors haws za morgen gessen betten, warn die stattknecht aas be-
fähe des bargermaisters sampt andern knechten in des doctors haws
engen, betten sie bed, den doctor und plinden manch, gefengklich
«Bgenomen, heraas and in das buttelhaws in tum gefurt and ver-
«art, gleych als man eben das Tenebre gelewt hett. Gleych als-
pald darnach warn sie in das dewtsche haws gangen, betten nach
Imt Casper Cristan, comentnr and pfarrer, auch gesucht und ge-
griiEen, aber ine nit finden mögen, denn er hett sich verporgen,
var in entgangen and nachfolgents mit hUf ains burgers aus der
statt and weg komen.
Der bandischen r&t befelhschriften.
Den fursichtigen, erbern and weysen, burgermaistern
und rate der statt Rotenburg, unsern besondern, lieben
und guten freunden.
Römischer kayserlicher und hyspanischer königlicher mayestat,
dnirfarsten, forsten und ander stend des löblichen punds zu Schwaben
oberster yeldhauptman und zugeordnet kriegsräte. Unsern grus zu-
vor. Besonder, lieben und gute freund! Der durchleuchtig, hoch-
eebom farst und herr, her [580] Casimir, marggraf zu Brandmi-
borg etc., gonainer pundsstende zugewandter, unser gnediger farst
Ud herr, hat befelhe von uns, die undertanen in der Rotenburger
iaadwer, weliche sich in gegenwurtiger kriegsempörung der uffiru-
620
rigen, angeharsamen gebawrsam anhengig gemacht und der romi-
schen kayserlichen and hy spanischen koniglidien mayestat, chnr-
farsten und anderer pundsstend zugewandten, darzn anderer imhai-
ligen reich famenüich helfen aberziehen and mit der tat zu be-
schedigen, mit todschl^, nam, prand, aach planderschatzongen, dam
sie in all ander wege nach gelegenhait der sachen and ains yedeo
verscholden zu strafen. Daramb so ist an statt der romischeo
kayserlichen and hispanischen königlichen mayestat, charforsten,
farsten and anderer stende des pands [anser] ernstlich beger, das
ir sein farstUch gnaden die rechten principalanfanger, arsacher und
affwidler], sovil ir deren in and awsserhalb der statt Rott^ibiirg
wissen haben, anzaigen and besonder die in der statt seinen fönt-
liehen gnaden zn banden stellen, aach aberantwarten and «ich defls
kains wegs aasziehen, noch waigern, noch ir forstlich gnaden hierim
ainiche verhinderang , irrnng, noch eintrag tan. Dann sollt das
alles nit beschehen and sein farstlich gnaden von euch darinnen in
ainichen weg verhyndert oder gesaambt werden, dess wir ans dod
ergangner handlang and abred nach kains wegs versehen, so wnrdoi
wir verarsacht, den zag äff each za wenden and ernstliche straf
gegen ewer statt, ewern leyben and gnten fiirzanemen. Haben lir
each wissen darvor za verhaeten gnter maynung nit wollen ?tf-
halten.
Geben ander mein, des obersten veldhaaptmans handzaidMi
and ansem secreten za Bamberg am 22 Jany anno etc. 25.
j-
Fnrschrift von wegen Steffan von Menzingens. |
Den ersamen, weysen, nnsern lieben, besondern bl^
germaister and rate zn Rotenburg äff der Tawber.
Casimir, von gottes gnaden marggrave zn Brandenbarg. Uoaer
ganstlichen gras zuvor. Ersamen, weysen, lieben, besondem! b*
ligender zedeln ist uns von SteSian von Menzingens hawsfrawen t&-
pracht. Die wollten wir euch zuzeschicken nit verhalten, und wievol
wir nit wissen, aus was Ursachen [581] derselbig von Menzmgs
zur verhaft angenomen, allain das wir bedenken, das er viUeidt
von sein missgönnern bey euch versagt sein möcht, so ist doch aa
euch unser gutlich bitt, dieweyl gemelter von Menzingen onser dieoer
und lehenman, derhalben wir ime auch mit gnaden genaigt sein, if
521
wöHel gemelten von Menzingen sölichs seins gefängknoss on entgelt
ledig geben oder zum wenigsten biß zu ausfOrung seiner Unschuld
betagen. Daran erzaigt ir uns sonder gefallen, in gnaden gegen
Buch zu erkennen.
Datum im veld vor Bamberg am achten Corporis Christi [22
J«m] anno etc. 25.
Supplicatio der Menzingerin.
Dnrchlenchtiger, hochgebomer fürst, gnediger herr! Ich zaig
ever fürstlich gnaden diemutigklich, clagend an, wie das burger-
naister und rate zu Rotenburg uff der Tawber am sonntag nach
Coiporis Christi nechst vergangen [18 Juni] meinen junkherren
Bteffan von Menzingen gefengklich annemen und in ainen tum legen
lassen gleych ainem ubelteter. Aus was Ursachen, ist mir verbor-
BSD, derhalben ich zum burgermaister daselbst geschickt und begert,
Doir anzuzaigen, warumb man meinen junkherren also gefängklich
eingelegt hette, hat der burgermaister, geantyrurt, es sey im nit be-
Uhen, mir sölichs anzuzaigen, und waiß ich arme fraw also nit,
ob es der empörung halben mit der pawrschaft oder in der statt
der burger oder ander Ursachen halben geschehen, das meinem
iuikfaerren von seinen missgönnem unverschnlt aufgelegt möcht
norden etc. Es sey gleich, wie es wöll, so soll sich mein junkher
tt ain frommer vom adel mit der warhait verantwurten, das ime
Buz unrecht geschieht. Demnach und dieweyl, gnediger fürst und
berr, gedachter mein jungkher ewer fürstlich gnaden underteniger
lekeoman und diener, ist mein ganz diemutig, fleyssig bitt, ewer
fmtUeh gnaden wöUen mir so gnedig sein und mit herren Jörgen
tndisessen, des löblichen pnnds obersten hauptman, handehi, das
%Ba von Rotenburg von meinetwegen geschriben werd, das sie, die
ron Rotenburg, meinen Jungkherren aus dem tum tun und, wa sie
ine ye nit ledig lassen wollen, in ain wirtzhaws legen biß zu verhör
iflr sadien, soll er sich verantwurten und ausfum, das ime vor
golt und der weit unrecht [582] geschieht, wa sölichs nit, soll er sölichs
eatgelten, wie recht ist. Ewer fürstlich gnaden wollen sich Merinn
gnftdigklldi erzaigen. Das soll mein jungkher, dergleichen ich und
Msere kynder umb ewer fürstlich gnad als unsem gnedigen herren
Ia aOer gepnr underteni^^ch zu verdienen und gott umb ewer
fiintlidli gnadoi lang leben zu bitt^ nymmer mer vergessen. Bitt
522
auch, ewer forstlich gnaden wollen mein dag gnädiger mayntmg
baß versteen, dann ichs arme fraw ewer forsüich gnaden anzaigeo
kan, and [bitt] damff ewer fürstlich gnaden antwnrt.
Ewer fürstlich gnaden diemntige Margretha von Menzingen
zn Reinspnrg.
Man hat es ain schrift sein lassen und damff obgedachte fraw
von Menzingen zu pflichten angenomen, ir leyb and gat nit za ver-
rücken oder zn verregen, aach Hanns Nefen, den forman, der sie
gein Bamberg gefart hat, daramb mit dem tarn gestraft.
Actnm in die Johannis Baptiste [24 Jani] anno etc. 25.
Es haben auch die von Rotenbnrg daraff derhalben alspald
herren Jörgen trachsessen geschriben, wie hernach folgt:
An herren Jörgen trachsessen, freyherren zu Wal-
parg, kayserlicher mayestat, aach charfarsten, for-
sten and anderer stende des löblichen punds zn
Schwaben oberstem feldhaaptman.
Gnediger herr! Ewer gnaden haben sampt andern ansem
gnedigsten, gnedigen and ganstlgen herren, charfarsten, forsten and
andern hievor im leger za Haidingsfeld von ansem gesandten ge-
hört, welicher massen sich die nffirar and empömngen darch unser
bawrschaft und andere unser undertanen alhie begeben und zuge-
tragen hat, darumb davon weyter zu melden on not ist, dann sovil:
Dieweyl unser burger Steffan von Menzingen derselben uffirur ain
auf enger, der forderst im ausschuß, heber und l^er der Sachen
gewest ist, und uns aber diser tag angelangt hat, wie etlidi ander
ursacher derselben uffirum entwichen, und Menzinger auch dess wil-
lens were, haben wir ine zu gefängknuss annemen lassen [583],
darinnen er noch verwart wurt biß uff ewer gnaden Zukunft hie-
her, alsdann sollen ewer gnaden der Sachen verrer bericfat werden.
Nun werden wir bericht, wie sein hawsfraw sich bey etlich fnrstoi,
auch ewem gnaden und andem understee zu handehi und zu er-
langen, ine ledig zu machen, das, wa es geschehen sollt, dess wir
uns doch nit versehen, nit allain uns und gemainer statt, sonder
andem mer zu noch mererm, merklichen, gefarlichem schaden und
nachtail, wie ewer gnaden und meni^^ch zu ermessen haben, rai-
chen wurd. Ist darumb an ewer gnaden unser gar undertenig bitt,
ob dergleychen anpringens und handlung von forsten, herren oder
628
Meozingers hawsfraw selbst an ewer gnaden gelangen worden, ewer
gnaden wollen sioh die mit nichten bewegen oder abwendig machen
lassen, wie wir dann nit zweyfeln, ewer gnaden selbs genaigt sein.
Du begem wir umb ewer gnaden in nndertenigkait willig nnd
berait sein zn verdienen.
Datom donnerstags nach Albani [22 Juni] anno etc. 25.
Borgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Antwurt.
Den ersamen, weysen, meinen besondern, lieben bur-
Sermaister und rate der statt Rotenburg uff der
Tawber.
Romischer kayserlicher und hyspanischer königlicher mayestat,
dmrfnrsten, forsten und gemainer pundsstende im land zu Schwaben
^erster yeldhauptman. Mein frenntlichen grus zuvor. Ersamen,
ir^ysen, besonder, lieben! Ewer scbreyben, mir yetz Stefan von
tfeozingens gefangknuss halb getan, hab ich zu gutem gefallen ver-
lomen und gib euch zu erkennen, das vor zukomung desselben
fwen briefs der durchleuchtig, hochgebom fürst, mein gnediger
lerr, marggraf Casimir zu Brandenburg etc. abgefertigt ist und
lefelh hat, mit etlichem kriegsvolk in ewer landwer zu ziehen und
Be abgefedlen, ungeharsamen und uffrurigen mit prandschatzung und
108t aller gepur und der notturft nach (von wegen und in namen
jeaudner pundsstende) zu strafen, darumb ich dann seinen gnaden
Iflich . der ewem redlich handlung und annemung angezaigt und mit
iner sölichen maß darinn gehandelt hab, das Menzinger on zweyfel
ff ainich anhalten [nit] [584] erledigt, sonder sein gepurend straf
mpfahen soll, wie dann pillich, aller erberkait tröstlich und den
ngdiarsamen erschrocklich ist. Das wollt ich euch guter maynung
it yerhalten, und sovern ir den Earelstat betretten mögen, ist mein
äftt, auch befelhe, ir wollet denselbigen gefengklich annemen und
dt von banden lassen biß uff meins gnedigen herren marggrafen
rerrem beschaid, damit er sein gepurlich straf auch empfahe.
Datum im veldleger bey Yorchaim ^ den 23 tag Juny anno
etc. 25.
Jorig truchseß manu propria.
1 Foiebhdm.
524
Wes Ernfrid Kampf nnd Jörg Spelt, der jung, na
irem anstretten hieher schriben.
Den erbern, farsicbtigen und weysen herren, b
germaister und rate der statt Rotenburg uff i
Tawber, nnsern günstigen, lieben herren.
Unser ganz willig, schnldig and geharsam dienst sdn <
aller erber, forsichtig weyshait mit fleyß zavor bendt. Gom
berren! üff jnngst nnsers mantlicbs begems, an ewer aller i
halt beschehen, des inhaltz, nachdem wir off ewer weyshait ei
dem, gepiet^ and ernstlichen anhalten, darfar wir dann offen
mit beschwemnss gebetten, aach als die geharsamen willig erfoii
mit was bescbwemoss oder nachtails leybs and lebens, aodi
lassang anser weyb and kynden za verdarplidiait haben ewer e
weyshait wol za ermessen, dieweyl ans dann von ewer weji
anserm begem daznmal nit volg beschehen, besonder dorch «
weyshait beratschlagt, dise ansere handlang also berawen za lü
sey aach on not, hem Jörigen trachsessen, herren za Walporg
als obersten veldhaaptman des pands etc., von rats wegen i
cherlay za schreyben, besonder ewer weyshait möchten allererst
handlang (so wir als von ewer weyshait geordnet gesandte g(
erwecken oder vemewen etc. Ganstigen herren! Wie dem a]
[dieweyl] haben ewer weyshait ans beden ye am bestimpt ort
ordnet and ernstlichen befelh geben etc., volgt, das ewer wey
ans dis orts firey, sicher an leyb and gat mache, tragen audi
kainen mangel. Dieweyl wir aber hiezwaschen so gewaltig
warhaftig gewarnt, hat ans beden mit nichten [585] g^oren [wc
za verharren, dann so ain sterker kompt, maß der schwedier
eben, ist ans von nöten gewest, ain zeyt lang von der gryo
kait za entweichen, genzlicher zaversicht, ewer weyshait werden
der massen bemuwen, damit wir bed nnsers anszags aaf ewer %
halt befelh nach gegen her Greörgen trachsessen, oberstem hi
man etc., nnd andern pnndsstenden , aach bey anserm gned
herren marggrafen etc. anserer leyb, lebens, hab and gateri
nottarft versichert, ansers abziehens nit arger maynong, beeoi
anser merklicher, betranglicher and warlicher wamang nsdi«
leyb, leben nnd gat im allerpesten vememen. So dann, als wi:
gott, dem allmechtigen , verhoffen, ain zeyt lang veneheiiity i
525
swusdieii durch ewer erber weyshait etwas frachtparlichs voUendt
rd, alsdann wollen wir als die geharsamen wideromb uSs ehest
cheinai und sölichs omb ewer erber weyshait als unsere günstige
Ten zum allergeharsamsten nnd ondertenigklich geflissen sein zu
dienen, zn dem wir, bevor zn gott, dem allmechtigen, auch ewer
T erber weyshait and ganzer gemainer statt hoffhang haben,
0 nach aller nottnrft, leybs, lebens, hab and gater zn handeln,
aber sölichs off yetzigs nit statt hett, alsdann bey den ver-
iblongen der erbem frey and reychsstett, so yetz künftig za
i gdialten söU werden, zn handeln, damit sölichs entschaft er-
dii, und wir nit zn weyterm, verdorplichem nachtail and schaden
bs, lebens, gat nnd ern komen, ans aach dess genyesen zu lassen,
wir im anfang, mittel nnd ende, aach allwegen bey ewer weys-
t und aim erbem rat in allen geverlichaiten gestanden, leyb nnd
en darob zn verlassen [willig] gewest nnd noch allzeyt zn tan
Hg mid schnldig sem.
Datom samstags nach Corporis Christi [17 Joni] anno 1525.
Emfrid Kampf, Jörig Spelt der jang.
^ftiula inclnsa von Emfrid Kämpfen, sein handschrift.
Erbem, fnrsichtigen nnd weyse, günstigen, lieben herren! Nach-
^ ich von ewer erber weyshait etliche Pflegschaft hab , die mir
^ nutsampt andem zngeordneten pflegem gepnra wollen, erber-
'^^^ za verrechen, als dann pillich beschehen soll nnd mit gottes
^^er erber hilf zn seiner zeyt erberdich nnd redlich besdiehen
i) soll, 80 ta ich hierinn als ain sorgveltiger, nnd gepnrt sich
^ ^ will ich hernach in artickel ewer erber weyshait nndertenig
^^dttlich anzaigen, mir solichem meinem bittlichen beger and
^^berkait gemeß ganstig bedenken nnd mir zalassen and ver-
wie hernach folgt nnd also etc.:
die Pflegschaft sant Jacobs etc., ist der alt barger-
Canrat Eberhart and Lorenz Denner, ich za inen, all drey
solidie recfannng znm mainsten mit ainander gemacht nnd
^•^ beschlossen, irersihe mich mit gottes hilf, der alt bnrger-
Conrat Eberhart nnd Lorenz Denner werden soliche rech-
«rlich nnd redlich beschliessen, vollend nberantwnrten etc.
^om andern ist der alt bargermaister Canrat Eberhart nnd
526
ich vogt im Zwerkmayer ' des doengeltz halben, hab ich andi In-
halt meins registers söliche rechnong angeschribeQ inhaH desbvdiB,
aber noch nicht beschlossen. Wa es aber die nottnrft will erfor*
dem und nicht gedult haben, so ist dieselbig rechnong in gar kurzer
zeyt zu beschliessen, wnrd sich darinn erfinden inhalt meins regi-
sters, das man mir nngeverlich bey 3 fl. danmder oder darüber
schuldig werden wnrd inhalt des bnchs nnd registers etc. Hab
meiner hawsfrawen im eylendem abschied befolhen, dem alten bop
germaister sölich auch zu uberschicken etc.
Zum dritten ist Sebolt Loffdhdlz, Jörig Hönier und idi hiil*
genpfleger Unser lieben firawen der newen cappella. DiesdUg
truhen hab ich in meinem haws, ist mein gar under^enig wd
dienstlich bitt, ewer erber weyshait wolle söliche tmheo in pr
mainer statt bewarung uffiiemen und in gegenwurti^ait obgenannUr
pfleger alles gelt aigentlich zel^ in summa zusamen etc. So ich
dann mit gottes gnaden und ewer erber hilf, rat und beystand n*
haims komen, so soll sich in sölichem on allen nacbtail, zweyM
erberclich und redlich gepurUche rechnung erfynden, daran ewer
aller erber weyshait wol gnugig und gut ge&llen haben soü ete^
daran ich kein zweyfel hab etc.
Dergleychen bitt ich, mitsampt sant Wolfgangs truhen zu htt*
dein, zu heben und zu bewam, hab auch der^eyehen in ahier
schachte! meiner hawsfirawen aüe brief und rechnung einsemai
und ausgebens angeschriben, ob ich stnrb, oder [587] mich gottii
ander weg will haben, wurd man erlidi nnd redlich (on rom) afleii
wie und wann, gar aigentlidi erfinden, und, wie sich nadt afer
em notturft nach gepurt, redlidi alles in rechnung eintreflien tfi
findoL
Hiemit in ganzer eyl, gepietende, gunstig, Ueb herren, bitt
ich undertenij^ch , umb gottes und der gcrechtigkalt wilkn vA
gnedigklich , erlich und redlich in sölichem allem zu bedenken ül
befolhen haben und uns der gdiarsani, darinn wir unsdinldig kontfii i
gemessen lassen, uns getrewMch befolhen haben und unsere critti \
weyb und daine unerzogne kindle befolhen haben umb gottes vi*
len, dann wir ye, ye von wegei ains erbenr rate imd ganzer (ß-
maind in dise grosser ferlichaiten leybs und hbesm kmaen eM^ ;
♦ i
1 Die Toglei in dar VMtteahutgsw kndww i. a.
527
Bab yetz nicht mer papir oder tinteo. Weyb und kynder befelhen
irir gott und ewer erber weyshait. Helft und rat, als wir ver-
nwen, eyl^ds!
Ewer erber weyshait willig Emfrid Eumpf.
An Wildendierbach.
Schnlthaiß, gericht nnd gemaind zu Wildendierpach! Aus be-
dhe des wolgebomen herren, herren Jörigen tmchsessen, freyherren
II Walporg, des loblichen ponds zu Schwaben oberster veldhaapt-
3in, und an statt seiner gnaden dnrch gehaiß des wolgebomen
erren, herren Joachim, grave zu ZoUer, des hailigen romischen
eidis erbcamerers nnd hauptman der herrschaft Hohenberg etc.,
Dsem gnedigen herren, ermanen und erfordern wir euch in craft
its brie£9, das ir samenthaftig für ewer tor des dorfs on alle wer
nd Waffen, deßhalb ir frid nnd glait sollt haben, zu uns, irer
uden befelhhabem, geen und erscheinen, da wollen wir euch ir
eder gnaden ernstlich maynung, befelhe uff weytem besdiaid munt-
di, wie ir hörn werdent, eröffnen, und wa ir in dem ungeharsam er-
dieinen wordt, gegen euch als den verretern mit prand und plun-
erong yolfam, dess ir villeicht sunst überhaben möcht werden.
!wer antwnrt mit disem hotten, wes ir tun oder lassen wöUt!
Datum in eyl samstags nach Corporis Gristi [17 Juni] anno
tc. im 25.
Grave Joachims von Zoller etc. diener und befelhaber etc.
18S] ünsern besondern, lieben, schulthaißen und ge-
icht, auch ganzer gemaind des dorfs Oberstetten zu
banden.
Joadiim, grave zu Zollem, erbcamerer und hauptman der herr-
teft Hohenbnrg. Unsem grus zuvor. Besondern, lieben! Dem-
idi i€li euch mein diener geschickt hab, euch mit ime uff die
Bibriefie zu vertragen, welichs ir euch dann gegen gedachtem
MiMOi diener gesperrt und dasselbig nit tun haben wollen, darab
ii dann ain groß missfallen trag, hett mich auch solichs zu euch
ii versehe, auch wes die ursach, sie ist mir nit wissen. Es ist
ber nochmalen mein begem, ir wollen euch von stund an mit
Minem diener, beweyser ditz briefs, vertragen und das gelt erlegen.
528
dann wa sölichs nit geschieht, so wurd idi gegen eiidi nndenUi
zu handehi, das ich lieber vertragen sein wöUt.
Datom am 26 tag ditz monats Jony im 25 jaren.
Joachim grafe zu ZoUer mann pn^iiria.
SOlichem begem inhalt obgemelter beder schriftoi ist dird
die von Dierpach nnd Oberstetten nit volg gesdi^^, sonder gn
Joachimen in Schriften dnrch sie abgelaint worden ans arsadia
das vermog des Vertrags solichs her Jorig tmchsessen als obersta
veldhaoptman des pnnds oder seinem befelhaber gepnrte, dem moste
sie gewertig sein etc. Aber daneben h^ten sie sich mit her Zq
solfen von Rosenberg zn Haldermansstetten ^, ritter, nmb am git
somma für plnndemng nnd prandschatzong vertragoi and sich dam
ime gar for aig^ zu ergeben nnd in for ain herren anzimeBa
begert.
Abermals Kämpfen nnd Spelt.
Den erbern, fnrsichtigiBn nnd weysen herren barg^r
maister nnd rate der statt Rotenburg uff der Tawber
unsern gunstigen, gebietenden, lieben herren.
Erbem, fursichtigen und weysen herren! Unser ganz wSKl
schuldig und geharsam dienst sind ewer erber weyshait [589] ■
höchstem fleyft allzeyt zuvor berait Günstige herren ! Unser ei
schuldigung und Ursachen, vormals muntlichen, auch nedist eie
schriftlichen verstendigt, mit bitt und begere, unser ediaft und Mi
turft nach nit arger, besonder gunstiger maynung zu vememen elc
versehen uns auch, solich unser schreyben sey ewer erb^n weyAi
bey unserm aig^ hotten uberantwurt, genzHcher und andi geM
Hcher hoffiiung und Zuversicht, ewer erber weyshait haben U
zwusdien aQen höchsten fleyfi unser notturft und gdegenhait Mi
angdcert, uns emstüchen, andi geCrewlidien bedacht etc., wie «
dann befor zu gott, dem aUmeditigen, und zu ewer erber wejAä
gut vortrawens haben, wol wissen zu handdn etc. Dieweyi d0
hiezwuschen uns manigeriay geschrays und sag begegnet, nemlieki
als wir verstendigt. so soll unser gnediger herr, der narggraf ^
hdi fietzeo zu Dunkeli^Nihä machen lassen, «™i die sage, in ^
529
iüicher masseü was von den stenden des punds zagegeben, Wynds-
iim und Rotenburg zu beschedigen oder zu erobern etc., das wir
um ewer erber weyshait, wiewol wir solichs nit gewißlich oder
arhaftig anzuzaigen wissen, doch warn^gsweyse im pesten nit ver-
üten können aus billicher und schuldiger geharsam etc., in dem
± ewer erber weyshait wol zu beratschlagen haben etc.
Dann, als wir hörn, haben die von Augspurg auch sorg und
rcht vor den herzogen von Bayern, haben auch etlich landsknecht
besoldnng, die müssen bey nacht am Lech und an andern orten
mpt eingemischten bürgern ser heftig wachen, dann, als man sagt,
n yU Volks zu Fridberg ligen, auf was gestalt, waist man nit,
jnmb durch die von Augsburg obangezaigt furnemen gepraucht
ardet.
Uns langt auch glauplichen an, wie die gepawrn in der Etsch
id umb Tnspruck mit gewalt uff sein, herren Yernande ^ etc. ganz
abzogen, aUe stett, schloß und flecken eingenomen. Die gepawrn
iben sich auch mit herren Vernando etc. verainigt, der gstalt, das
in fürstlich gnaden inen, den gepawrn, alles sein geschoß zage-
illt soll haben etc., dergleychen auch den bischof von Trient ver-
fLt alle stett, schloß etc. eingenomen, deßgleychen mit dem bischof
n Brixen gehandelt etc.
Die obgedachten gepawrn seyen auch dem cardinal, her Ma-
ißen Langen für Salzburg geruckt, schloß und statt gewonnen
npt andern stetten, schlössen und flecken, inen verjagt, das nye-
Ad wissen soll, wa er sey.
Dem bischof von Augspurg haben auch ernennt bawrn Fuessen,
t [590] statt, eingenomen und herren Ferdinande etc. auch ubcr-
twnrt.
Ist auch die sag, wie etwas bey zehen tawsend gepawrn im
yerland zu Brawnaw, alda Thoman Loffelholz pflcger sein soll,
h empört, zuversichtiglich , die gepawrn, so zu Salzburg sein,
rden zu denselben 10000 zuziehen. Man sagt auch, die herzogen
n Bayern seyen zu Fernando uff Ynspruck zuzogen. Etlich ver-
linen, die gepawrn werdens den herzogen von Bayern, die etwan
ff Spuren herren da gewest sein, eingeben und ul)erautwurten etc.
So langt uns auch glauplich an, wie in der Turkey sich die
«
1 Enhenog Ferdinand.
UMttBkrieg '^^
530
pawrschaft derselben art auch empört wider den adel daselbst
sampt irer oberkait, und soll ain junger von Sophy ir hanptmui
sein etc.
Wir haben muntlichen von etlichen kayserlicher mayestat banpt-
lewten gehört, wie die gepawrschaften sich umb sant Jacobs land
als in Hyspania sich auch wider die gaistlichen, als bischofen, abbt,
abbtissin und andern, auch denen vom adel empöm und heftigk-
lichen handeln sollen.
Gunstige herren! Es sollen sich ain grosse summa pawrn
umb Memmingen widerumb erhebt, ettlich sagen 9000, und diebe-
legert [haben], sollen sich hörn lassen, so sie die erobern, wollen
sie die jenigen, so darinnen erfunden, fdl jemerlich erwürgen.
Der herzog von Wirtenberg hat ettlich viel wegen mit grosson
gut auch den pundsverwandten nidergeworfen und gein Hobenwiel
gefuert, \vas daraus volgen oder werden will, ist ans verporgen.
Günstige herren ! Welicher gestalt ewer erber weishait mit des
pundsstenden hiezwuschen, ja auch bey unserm* gnedigen herren
marggrafen etc. unsernhalben und was gehandelt worden were, [wollt]
uns Memit schriftlich verstendigen. Auch bitten ewer erber
weishait wir gar undertenigklich, sie wollen uns copien des n^
trags, so zu Wurzburig verfertigt, wie wir ettlicher maß gleychfol «
gehört, uns verrer darnach wissen zu beratschlagen, bey zaigen
diß briefs zu schicken und Hainrich Stainer, buchtrucker zu Avgs-
purg, bey Geckinger tor, ewer schreyben bey zaigem difi brieb j
zuschicken. Wa aber ewer erber weyshait mittler weyl an obe^ .;
nennten orten nicht fruchtparlichs oder unsem halb sicherlidis ge*
handelt, bitten ewer erber weishait wir gar undertenigklich undge* :
harsamlii f.. sie wollen hiezwuschen auch [bey] den pundsret^n, so yetn .
bißher ur^ noch zu Ulm versamelt, handebi, uS das wir an alki '.
orten nael' gnug versichert und widerumb zu ewer erber weishiit. ;
I
als geharsaioe allwegen erfunden, auch zu unsem unerzogen kynte,
weyben, hab und gutern komen mögen. Das wollen umb ewer
erber weishait [591] wir allzeyt zum höchsten und gdiarsamstti,
allzeyt zum ganz willigsten erfunden werden, [uns] hiemit dem tB* l
mechtigen gott und ewer erber weishait befelhende.
Datum samstags Johannis Baptiste sonnwenden anno 1525.
Ewer erber weishait [willige] Elmfirid Knmpt
Jörg Spelt. , i
Den erbern, fursichtigen und weysen herrea, burger-
maister uad rate der statt Rotenburg uff derTawber,
unsern gunstigen, lieben herren.
Erbern, fursichtigen und weysen herren! Unser willig, under-
tenig dienst seind ewer erber weishait allzeyt zuvoran berait. Gun-
stigen, lieben herren! Nachdem wir ewer erber weishait nechstver-
schinen und auch vorhin muntlich undertenigklich dienstlicher und
bittlicher maynung geschriben, umb Sicherung und erlangung der-
selben gepetten, haben uns als ewer erber weishait ratzbotschaft
und gesandten geferlichaiten und grosse der beschwernuss , so uns
damff entsteen und gewarten müssen, auch gar wol zu bedenken
und zu beherzigen, darumb das wir, wie ewer weishait wol wissen,
[in] rat und ampts der gepawrschaft komen sind, dahin wir von
der gepawrschaft benötigt und betrohelich bezwungen sind etc., uns
dises alles bey unserm gnedigsten und gnedigen herren, dem ober-
sten hauptman, herren Jörgen truchseß etc. und des löblichen punds
XU Schwaben verordneten reten gnugsam Versicherung nach aller
notturft an leyb ,'' leben , hab und gut zu erlangen etc., wie wir
dann umb sölichs alles vorhin muntlich und schriftlich gepetten
kaben. Ist demnach nochmals unser nndertenig, dienstlich und
i^fBsig bitt an ewer erber weishait, sie wollen uns nochmals lawt
misers begerns bey obgenannten hauptlewten und reten, unser gne-
digsten und gnedigen herren etc. mit allem fleyß handeln, das dann
wol fng und statt haben mag, so das gelt überliefert und geant-
wurt werden soll, das wir in söllicher gegeben quittanzen nach
aller notturft auch mögen begriffen und versehen werden von yeder-
nenigklichen, damit wir allenthalben nach aller unser notturft vcr-
richert und darzu auch nit weyter in grossem, verdurplichen schaden
laichen und darein gefurt werden, auch zu unsern eelichen weyb
«nd dalne, unerzogne kyndlin mit gottes [A 692] gnaden und ewer
«rber weishait hilf und beystand, als billich beschicht, komen mögen
de., uns in dem allem unser leyb, leben, hab und gut gnedigklich
liedenken und zum fiirderlichsten uns zu unser armut, wcyb und
kyndlin verhelfen. Wollen auch ewer erber weishait söllichs be-
iMTzigen und bedenken, das wir als unschuldige in dise grosse sorgk-
ntUBen und beschwemussen von ewer aller erber weyshaiten, von
^loem und ewssem ratz wegen und dem ausschuß von wegen ainer
34*
532
•
ganzen gemaind als ire bottscbaften in söUicbe betrangknoss and
geverlicbaiteu und nicbt von unser selbst wegen komen sein. Dar-
umb, gunstigen, gepietenden, lieben herren, so helfen und raten ans
ewer erber weishait billicb zu ruw, frid und ainigkait, als wir ans
dann dess billicb aller hilf, rat und beystands tröstlich getrösten
und versehen zu ewer erber weishait und bitten umb hilf und rat
als zu unsem gunstigen, lieben herren, den wir zu dienen scholdig
und gar willig sind, und bitt^ des alles hiemit bey disem botten
tröstliche, gewirige antwurt.
Datum am samstag, am tag Johannis sonnw^den [24 Jnni]
im jar der gepurt Cristi der mindern zal im 25 jar.
Ewer fursichtig weyshait
willige Emfrid Kumpf , Jörig Spelt, der jang.
An herren Wolfgang Ofnern, canzler etc.
Lieber herr und freund 1 Ewer stiefvatter Peter von Premeo
hat uns yetz angezaigt, wie ir von dem durchleuchtigen, hochge-
bornen fursten und herren, herren Casimim, marggrafen zu Bran-
denburg etc., unserm gnedigen herrn, zu ainem mittler zwiscbeo
sein fürstlich gnaden und unser zu handeln v.erordnet sein, and dtf
ir zu euch nemen mögend gemelten ewem stiefvatter, der uns iud
etliche mittel, von euch furgeschlagen , die zu vertrag und w^yterer
aynung zu stellen were schriftlich verzaichnet, uberantwurt ^c Dtf
alles haben wir zu sonderm, hohem dank von euch verstanden rai
vernomen, wollen daruff gelegenhait der guter und vogtey, «uh
ander sachen, denselben anhangend, sampt andern geprechen erkon-
digen und euch unser antwurt und gemut, was darinnen zu erlejdei
oder anzunemen sein wöll, zu furderlichsten nit verhalten , bitten
auch, ain ciain Verzug der sachen nit verdrieß zu tragen. Begem
wir umb euch gutwillig und freuntlich zu verdienen.
Datum in die Johannis Baptiste [24 Juni] anno etc. 25.
*
Burgermaister und rate zu Rotenburg off der Tawber.
[593] Zedula inclusa.
Ijieber her canzler I Ir habt on zweyfel vernomen, wie w»*
burger Steffan von Menzingen in unser fronfest und haftnng W
umb sein Verhandlung. Nun hat unser gnediger herr, 'mirggrv
Casimir uns geschriben und bitt, ine als seiner gnaden diener (9^
entgeltniiss ledig zu lassen etc. Dess tragen wir nit wenig ver-
wondenmg, nachdem sein forstlicb gnaden on zweyfel Wissens tregt,
sät, was geschwinder, böslistiger practic er in unser bawrscbaft nnd
gemtind nmbgangen ist, biß er dise nffrar, daraus aller unrat kompt,
erweckt hat. Darornb werden wir seiner fürstlich gnaden begern
mt statt tun können. Wir wissen auch das gegen dem kaiserlichen
legiment und den stenden des punds, denen Menzingers bandlung
mrverporgen ist, nit zu verantwurten, und bedeweht uns gut sein,
das sich sein fürstlich gnaden Menzingers entschlugen, dann sein
bandlung nit allain uns, sonder sein fürstlich gnaden und andern
za nachtail raicht. Wollten wir euch guter maynung nit verhalten.
Sem erbern und vesten Jörgen Bermeter, burger-
maister zu Rotenburg uff derTawber, meinem lieben
herren und vettern.
Mein freuntlich, willig dienst zuvor. Lieber herr und vetter!
Ir trag on zweyfel Wissens , was mich tringt und bewegt yetzt der
Mgji, [das ich mich] aus Rotenburg getan hab, wiewol ich das recht
Iqrden und mich nit waigern wollte, aber dem gewalt, wie er yetzt
^ äugen, muß ich entweychen, und ist hieruff mein ganz freunt-
Ueh Utt an euch als mein besondem, lieben herrn und vettern,
ob mein in ungutem oder gutem bedacht oder gemelt wurd, ir
irttlet mich, was euch zu tun gepurn will, im pesten bedenken,
dann idi ye unschuldig, auch nye mut gehapt, mich in söliche band-
log zu begeben, komen pin. Tut hierinnen, als ich mein ganz
ratrawen zu euch hab und setz! Das will ich meins Vermögens
leyfas nnd guts umb euch zu verdienen allzeyt willig sein.
Datom sonntags nach Johannis Baptiste [25 JuniJ anno etc. 25.
Jorig Kumpf.
Den erbern, fursichtigen und weysen, herren burger-
Qiaister nnd rate der statt Rotenburg uff derTawber,
nnsern gunstigen, gepietenden, lieben herren.
Erbem, fursichtigen und weysen herren ! Unser wiUig, schuldig
denst sind ewer erber weyshait zu aller zeyt berait. Gunstigen
C^94], gepietoiden, lieben herren! Wir haben ewer erber fursich-
UflUt nechst verschinen tagen, nemlich am samstag nach Corporis
Qffisfci [17 Juni] geschriben und darinn unsers abschaids Ursachen
534
angezaigt, versehen uns, soliche entschuldigong und Schriften und
ewer erher weyshait hievor zokomen. Dieweyl wir abeir was in
zweyfel und nicht wissen, ob die der bott ewer erber weyshait
uberantwurt hab oder nicht, so schicken wir ewer erber weyshait
derselbigen schrift copi hiemit verschlossen zn, abermals gar under-
tenigklich und dienstlich bittende, ewer erber weyshait wöll mn
gnedig bedenken, angesehen das wir von wegen Innern and ewsseria
rate und des ausschuß, auch von wegen ainer ganzen gemaind ii
soliche grosse geverlichaiten komen, uns aus solichem allem on alle
sorgknuss gunstlichen bedenken, entheben und handeln, uns auch
nach aller notturft versehen, das dann yetzo, als wir achten, wol
statt hab und sein mag, so das gelt uberlifert und uberantwurt
wirdet, das wir in derselbigen quittanzen mit ainem nebenbriefe
lawter und dar mit namen möchten begriffen und nach aller not-
tuift versehen werden, Inhalt unser bittlichen Schriften hierinn vep
wäret. Das wollen wir unser leben lang umb ewer erber w^shail
und ain yeden in sonderhait und ganze gemaine statt zu aller lejt
undertenigklich zu verdienen gefiissen sein und bitten gonstigB
antwurt.
Datum montags post Johann Baptiste [26 Juni] anno domisi 25.
Ewer erber weyshait [willige] Emfrid Kumpf, Jörig Spelt *.
[596] Man hat es Schriften sein lassen und kain antwurt danf
geben.
An Albrechten von Adelt'zhaim.
Lieber, der von Adeltzhaim! Nachdem ir jungst an onseft
burgermaister begert haben, so das pundisch kriegsvolk sich utfff
statt oder lands nehern wurde, euch dasselbig zu verstendigeo' eic-
fügen wir euch zu veruemen, das unserm gnedigen herren, maig-
grafeu Casimirn zu Brandenburg von her Jörg truchsessen, oberstea
veldhauptman, befelh geschehen ist, von wegen gemainer stende dtf
punds zu Schwaben mit der straf gegen den unsem zu hindflii*
Daruff hat sein fürstlich gnad mit seinem kriegsvolk, auch dA ;
wurzburgischeu, menzischen und bayerischen rewtern, die sein fW* |
lieh gnaden zugeben sind, abschied im leger vor Bamberg genom«»
zeucht den nechsten gegen uns zu und soll nachtin oder hewtgeii
1 Hier folgt nochmals das oben s. 528 mitgetheilte schreibeo tofl
17 Juni, Jedoch ohne Kuinpfs sedal« inolusa.
685
dar Newenstat an der Aisch körnen sein. Dem haben wir anhewt
unser ratsbottschaft stattlich zu und entgegen geschickt. So zeacht
her Jorig truchseß mit dem andern pondischen hawfen kriegsvolk
len nechsten und eylends wider in das Schwabenland neben Norm-
MTg hin, dann sich die pawrschaft im Allgew wider empört und
Kemmingen, die statt, mit etlichen pundischen rewtern und fuß-
mechten, so darinnen ligen, belegert. Haben wir euch guter, nach-
Nirlicher maynung nit wollen verhalten.
Datum montags nach Johannis Baptiste [26 Juni] anno etc. 25.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Am montag nach Johannis Baptiste
iit ain erber rat hie zu Rotenburg den alten burgermaister Hanns
tagsthamern, den alten, und Cunrat Eberharten, dye, wie oben steet,
atsetzt [597] gewest, Jheronimus Haseln und Karel Wemitzern
itlgerertigt und geschickt zu der Newenstatt an der Aisch zu hoch-
[edachtem meinem gnedigen herren, marggrafen Casimir, sein fürst-
ich gnaden entgegen zu komen oder zu reyten. Die sind am din-
tig darnach [27 Juni] zu aubends dahin und zum fursten in das
Qger [komen], so er vor der statt gehapt, und denselbigen tag die
titt und das landvolk zu huldigung angenomen und, wie obsteet,
dich richten lassen bette, daselbst die gesandten mit dem fursten
if ain maß [komen], welicher gestalt man sein fürstlich gnaden
tut ainer anzal einlassen wollt, und sollte das ander- kriegsvolk
Bswendig der statt Rotenburg sein leger haben, darbey mit under-
ajger bitt, darvor zu sein und mit seiner gnaden kriegsvolk ernst-
ch zu verschaffen, damit durch dasselbig nit plunderung oder an-
are beschedigung gegen den bürgern in^ der statt oder undertanen
If dem land nichtzit furgenomen wnrd etc., wie sie dann dasselbig
Im anpracht, gehandelt und daruff beschaid empfangen betten in-
lit ainer schriften, so sie ainem rat hieher teten, zu worten zu
orten lawtende, wie hernach folgt:
^en erber, fursichtigen und weysen, burgermaistern
ifid rate der statt Rotenburg, unsern besondern,
lieben herren und freunden.
unser fir^intlich, willig und geharsam dienst zuvor. Erber,
und weys, gunstig, lieb herren 1 Uff gestern, als wir
586
ausgeritten sein, haben wir onsem gnedigen herren mit seiner gnaden
heerleger awsserhalb der Newenstatt gefanden, alda wir nns liej
seiner forstlich gnaden angezaigt haben, der hat ans off anser an
zaigen zu antwnrt geben, das wir in die Newenstatt ziehen sollen
and so sein gnad zu nacht gessen, so wollen uns dann sein gna
hernach gnedigklich, wie dann beschehen ist, yerhöm, und habe
daruff die sach und handlung sein gnaden furgetragen, dess wi
umb kurz willen euch yetz anzuzaigen erlassen, [dann ir], ob goi
will, zu unser haimkunft bericht empfahen sollt. Und nachdei
etlich vil artickel angetragen, die all uff nndertenig, zimblich bii
nach gestalt der Sachen gestellt sein, hat sein gnad uns sagen lassa
es sey spät, wir sollen wider in die statt geen und morgen finr
wider für seiner gnaden zeit komen, so wöll uns sein gnad ant
wurt geben. Als wir aber uff hewt dato widerumb zum fruwste
erschinen [598] sein, hat uns sein gnad in gegenwurtigkait sei
gesagt und gnedigklich begert, auch der marschalk von Bappeo
haim als ain kriegsrat des pfalzgrafen gepetten, inen den yertra
der statt halb zuzestellen, dann sie dess, was der enhalt, kai
wissen, wollen auch demselben zuwider nit handeln, haben wir ine
daruff die copey des Vertrags zugestellt. Als sie aber die von nn
empfangen, haben sie uns gesagt, sein gnad wöll yetzt mit da
leger uff sein, so sollen wir essen und hernach mit sein gnade
auch uff sein, so wöll uns sein gnad hewt, so er das veldleger p
schlagen, uns mit antwurt abfertigen, dess gewarten wir also nndei
teuiger und gnediger antwurt. Aber der genannt Joachim, oai
Schalk zu Bappenhaim, als der hewt erst in das leger komen, b
uns ain brief uberantwurt, an ewer weyshait gehörig, den wi
umb underricht und umb des pesten willen aufgeprochen und hieo
hierinnen verwart an ewer weyshait zuschicken.
Lieben herren! Nachdem etlich, wie ir wist, aus der sta
Rotenburg gewichen sein, straf zu entgeen, wollen etlich versteoä
davon reden, das es pesser were, das ewer weyshait in die WJ
lassen guter griff und verputte , auch alle register und briefe i
ewern banden prechte, mit ernstlichem gebotte, nichtz zu vermcka
noch zu verregen , auch den ausgewichen personen verrer nicht
zu antwui'teu, noch zu raichen, dann das es ander lewt an
nemen und tun sollten. Das geben wir euch zu bedenken. I^
alles haben wir euch guter maynung nit wollen veriialten, ^^
637
«eben aus, das veldleger soll als heint umb Windshaim geschlagen
werden.
Ewer weyshait allzeyt zu dienen habt ir ans willig.
Datum dinstags post Johannis Baptiste [27 Juni] anno 25.
Ewer weyshait geschickte bottschaft, yetz im veitleger zu
der Newenstat.
Zedula inclusa.
Lieben herm! Nachdem auch verschiner tagen ewer weys-
kit durch herren Georgen truchsessen, auch andern stenden des
punds des, Karelstatts halben geschriben lawt derselben inhalt, sehe
ms d^halben [599] für nutz und ser gut an, wa ir euch, als wir
dum nit zweyfeln, bey dem doctor oder plinden munchen erkun-
digt, fleyß furwenden, damit, so er noch vorhanden, auch fängklich
angaiomeD [wurd] uns unsers Versehens nit wenig ersprießlich sein
etc., auch mit dem comentur etc.
Des marschalks uberantwurte schrift.
Romischer kayserlicher und hyspanischer königlicher mayestat,
charforsten, fursten und anderer stende des bunds zu Schwaben
ohrister yeldhauptman und zugeordnete kriegsrete fugen euch, bur-
fonnaister und rate zu Rotenburg an der Tawber, zu vememen,
du wir gemainer bundstende und unserm brandmaister ainem , Jo-
adnm, marschalk zu Bappenhaim, des hailigen reichs erbmarschalk^
xaiger ditz briefs, die viertawsend guldin prandschatzung und das
Mfer, so ir gemainen pundsstenden nach vermög des abgeredten
Tertrags in vier zehen «tagen den nechsten nach desselben datum, so
ummer verschinen, zu bezalen schuldig, zu erheben befolhen, dar-
umb an statt gemainer pundsstende unser ernstlich begere und für
uer person freuntlich bittende, das ir gemeltem Joachim marschalk
•Dgezaigte vier tawsend guldin und pulfer gegen uberantwurtung
•einer gepurlichen quittung zu banden stellet und inen das kains
iragB verziechet. Daran tut ir unser ernstliche mayuung, wollen uns
ndi dess entlich zu euch versehen.
Geben ander mein, des obristen veldhauptmans und unserm
•Kreten zu Bamber ' den 22 tag Juni anno etc. 25.
Jorig truchseß manu propria.
1 Bamberg.
538
Denersamen, weysen, unsern lieben, besondern, ba^
germaistern und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Casimir, von gottes gnaden marggraf zu Brandenburg etc. Un-
Sern gunstlichen grus zuvor. Ersamen, weysen, lieben besondern!
Wir begern, ir wollet bey euch unsers kriegsvolks nyemands ein-
lassen [600], biß unser veldmarschalk Wolf Cristoff von 'WisenUw
selbs personlich für das tor kompt und beschaid gibt, wie man es
furter mit dem einlassen halten soll.
Datum in unserm heergeleger zu Burgkbernhaim am mitwoch
nach Johannis Baptiste [28 Juni] anno etc. 25.
Doch wollet unser canzley zu stund an einlassen, auch nnsern
prophandmaister !
Antwurt des marggrafen, den gesanten uff ir Werbung
geben.
Uff obgemelter rotenburgischer gesandten handlung und Wer-
bung hat hochgedachter, mein gnediger herr, marggraf Casiininis
in seiner fürstlich gnaden heergeleger zu Burgkbernhaim mitsampt
Joachim, marschalken von Bappenhaim, inen, den gesandten, ant-
wurt geben, darinnen sein fürstlich gnaden bewilligt hat, nyemand
zu plündern oder zu beschedigen, sonder wollten darvor sein, aber
kurz mit allem kriegsvolk zu ross und zu fuß, auch mit allem ge-
schutz wollten sie in die statt ziehen und sich darein legem, mit
beger, sie dermassen einzulassen und zum furderlichsten sein forst-
lich gnaden dess, ob sie es tun wollten oder nit, in schriftlidber
antwurt zu verstendigen , dann wa sie es nit tun wollten, mosten
ir fürstlich gnaden und vermelter marschalk g^en der statt fiff-
nemen, das sie nit gern teten. Ward auch bey kopfabschkgeo
dem marggretischen kiiegsvolk verbotten, nyemand nichtzit zo ne-
men, sonder yeder sein pfenning zu zern, aber hew und stro gieng J
darein, darfur wurd man nichtzit geben. Sölichs prachten also die :
gesandten zu irer haiiukunft an ainen erbem rat. Damff ward
durch ain rat bewilligt, den fursten und ander pundsverordnet«
mitsampt dem kriegsvolk alhie einzulassen, auch dem fursten ini^l
also lawt seiner fürstlich gnaden begems geschriben, darof ^
gnad aim rat auch antwurt gab, als hernach folgt: j
539
Denersamen, weysen, unsern lieben, besondern, bur-
[ermaistern und rate zu Rotenburg uff der Tawber.
Casimir, von gottes gnaden marggraf zu Brandenburg. Unsern
mstliciien grus zuvor. Ersamen, weysen, lieben, besondern. Ewer
juiftlich antwurt, dns yetzo [601] uff unser gesterige bandluug,
ü ewem gesandten gepflogen, zukomen, haben wir inhaltz hörn
Ben und wollen unserm gesterigen erpieten und ewer getanen er-
etong nach hewt dato mit allem kriegsvolk zu ross und fuß bey
Kfa einkomen. Wollten wir euch gnediger maynung nit verhalten.
Datum in unserm heerleger zu Burkbernhaim am aubend Petri
; Pauli [28 Juni] anno etc. 25.
Am mitwoch, sant Peter und Pauls aubend
id mein gnediger herr, marggraf Casimirus von Brandenburg ob-
nannt, und Joachim von Bappenhaim, erbmarschalk , als verord-
3te von wegen gemainer pundsstende mit etlichem kriegsvolk zu
m und fuß, alles uff zway tawsend stark geacht, und vil gutem
■diutz von cartawnen und anderm, zum krieg gehörig, alhie zu
oteDburg eingezogen, band sich in die statt fnrirt und gelegert,
irden die schewrn uffprochen, die pfert darein gezogen, hew und
lü genomen und gepraucht. Dem fursten ward erlich geschenkt
■D, visch und habem.
Am donnerstag darnach [29 Juni]
kidtten der marggraf und marschalk zway vendlin knecht und bey
mrhnndert rewtern gein Orempach und Prethain, alda sich die
wrisch uffrur angefangen hett, Hessen mit verwilligung ains erbern
Ib bede dorfer plündern und in grund verprennen, und wurden
i RreÜiain etwanvil pawrn erstochen. Daneben ward aller pawr-
hift ilff dem land durch ain offen edict gebotten, uff morgen
Vtag herein in die statt uff die alten bürg sich zu stellen, ir
nasch und wer daselbsthin zu pringen.
Darneben begert der marggraf an den burgermaister Jorig
nnetam und auch an ainen rat, sein gnaden die jenen, die an-
iger und ursacher der uffirur in der statt und uff dem land ge-
CBt wem, in schriftlicher verzaichnuss zu uberantwurten sampt
Ifphan von Menzingens, doctor Johann Dewschlins, predigers, und
540
her Hanns Schmiden, des plinden munchs zu den Barfassen, nr-
gichten etc. Das beschach, und gab ain yegklicher des rats, der
damals durch den ausschuß gesetzt war, schriftlich verzaychet [602]
oder ließ verzaichnen und aufschreyben die jenen, so er wiste, so
uffwidler und schuldigen der uffirur warn, davon ain auszog und
verzaichnuss derselben begriffen und dem fursten durch den borger-
maister und statschreyber aus befelhe ains rats uberantwurt ward,
lawtende, wie hernach folgt:
Yerzaichnus der uffwidler und schuldigen der uffror
in der statt und uffm land.
In der stat.
Die drey prediger, nemlich der pfarrer, der doctor, der pM
munch, sein ursacher diser uffrur in der statt und uff dem laod,
darzu Karelstatts, den sie gehalten, jungem und discipel und grot
schelk, haben aim rat und aller oberkait übel geredt, uff der caozel
die gemaind in ain rat gehutzt und wider sie bewegt.
Stephan von Menzingen ain grosser ursacher der iinfl'n'e^"^^
und zwitracht zwuschen aim erbem rat und der gemaind, und wer .
Menzinger allain nit gewest, ain rat wnrd mit ainer gemaind wol
zu friden komen sein, hat darzu über ains rats verbott d^ Kare^
statt gehalten, aim rat übel nachgeredt, geschmeht, geschendt foi i
gelestert, ist ain grosser böswicht. i
Item Ernfrid Kumpf deßgleychen und [hat] darzu mit dem Kard- ^
statt etwas weyters gehandelt, dann er hat uff ains rats edid foi \
verpott anzaigt, der Karelstatt sey nit hie, sonder vor eüichci i
tagen weg gewest, aber darnach, als die uffrur entstanden ist, hat
sich Karelstatt hie geoffempart, Ernfrid Kumpf den uff das rathavi
gefurt und im rat öffentlich gesagt, das er seydher des edicts oye !
aus der statt komen, sonder haimlich hie in Philips Duchschenn ]
haws gehalten gewest were, im selbs auch underhaltung , essen and |
drinken mitgetailt als aim christenlichen bruder , dann er wer ii 9
dem fall gott mer schuldig geharsam zu sein, dann den mensdbea. ^
[603] Grist Ilainz hat vil der uffrurigen handlnng und prae- '
tica mit der gemaind und pawrschaft in der statt und off te
land gmacht, sonderlich zwuschen aim rat und der gemaind, deai
kaiser, fursten, herren und dem pund übel geredt, als ain la^
541
persoQ im rat und awsserhalb mit den worten : der kaiser sey selbs
nwlos am reich als ainer, der nit christlich handel, deßgleychen
Se fiirstea, der pand und sonderlich der marggraf sein eytel tewfel,
oben, Rannen und nit Christenmenschen, hat aim rat und aller
berkait auch übel nachgeredt, aber die gemaind und pawrn als
liristlich bmder hetten irer sach recht.
Dis hernach geschriben haben auch dem kaiser, pund, fursten,
erren, aim rat und aller oberkait übel geredt und allain bey den
Kwrn steen und bleyben, sie auch herein in die statt lassen [wollen],
en ratherren, erbern und andern habhaften burgern durch die hewser
a lawfen, mit ine zu tailen öffentlich getrohet und sich hörn lassen.
Clans Frey. Bemhart und N. , bed Graßmänner, kursner.
logelhart Goppolt, der weher bey dem Burgtor, ain grosser schalk
od des Earelstatts junger. N. Weber bey der alten Unser frawen
9pellen, der die Grewsserin hat. Sebolt Stock, Fritz Dalkner,
fid metzler. N. Mark, ain gerber. Der buchtrucker. Bernhart
dimid. Jacob Yahman, d^ man nennt Hau. N. Hartman, der
ihneyder bey der pfarrkirchen. Jörig Hartman, der schuster, seiir
ridfir. Peter Sayler in der Clinggassen. Jörig Kumpf, ist selbs
iTerordnet ins leger gein Haidingsfeld geritten, der pawrn haupt-
•a worden. Des plinden munchs schwager, der wagner. Cristoffel
Kfier in der Galgengassen. Valentin Yckelshaimer. N. Rewhlin,
w schreyner in der Hafengassen. [604] Hanns Begen, der schuster.
Oian Latz in der Hafengassen. N., Hainz Biegners sune. Sixt
jimidinaiden, ain schmid. Burkhart Weydner, ain huter. Kilian
ttochlich, der tuchscherer. Philips Tuchscherer \ Karelstatts junger.
iims Kretzer, wirt, hat die schlussel zu den tom, darzu des aus-
Imfi canzleytmchen bey ime in seim haws steen gehapt. Flöß,
T pfeyfer. Lienhart Mack. N. lebkuclmer in Pfefflinsgassen.
taig Spelt, der jung. Hanns Behaim, der mawrer, Schneyder-
men man. Jorig Homers schwager in der Galgengassen, ain
Her. Die kremer under dem alten rathaws. Balthazar Leinen-
eber. Der Schneider in Jörg Korns haws bey Maischen. Lorenz
iem, der kursner. Hanns Loß. Thoman Haichtel. Ain weher
a hart, der Wittling genannt. Barthel Karges. Sebolt Redlin.
Iimis Conrat Pauls Schreyner. Melcher Mader, der schuster.
1 Hieß eigentlich Schloyt; tncliRchoror war er acines handwerks.
542
Her Hanns Knmpf, hat den Earelstatt gehalten. Joß Hftffner. B
hart Muller, der schuster. Jörg Lochner, der metzler. I
Reychart, der kursner. Erasmus von Mainz. Mack Hanns.
heim Beßmayer. N. schmid in Barthelmes Schmids haws.
lang huter, der seine weyber so übel helt und schlecht. C
toclitermann, der Schlosser. [605] Joß Schad. Der keßler h
Crist Hainzen. N. Schnabel. Jörig Scholl. Philips Glasers br
Lorenz Knoblach, ist erstochen worden.
Uff dem land.
Die zway dorfer Orempach und Prethain sein anfengei
pawrn uffrur und \jrsamblung, sein die ersten, die andere a
mant haben und zusamen gezogen sein. N. Metzler, ain wii
Brethain, ain hauptman. Fritz Mölkner von Nort^nberg, haui
und profos. Hanns Clingler von Bettenfeld , ain hauptman.
Lienhart zu Schwarzenpronn, hauptman. Lutz Kutterolf von
pach, hauptman. Her Lienhart Denner, pfarrverweser zu Lew
proun, der pawrn prediger, rat und canzler, hat die pawrn n
aufgemant. Pfaff Holenpach, frumesser zu Lewtzenpronn ist
gleychen der pawrn sindicus, hauptman, rat und oberster g€
Hauck zu Lewtzenpronn und sein son. Hanns Holempach zu
zenweyler. Mertin Beck zu Blumweyler. Peter Kerner zu Gt
hawsen, hauptman. Tawber Jörig, Thoman Scheffer zu Wettri
Kilian Brack ^ Lienhart Hagen zu Schwarzenpronn. Jorig S
der muller. Jörig Weydner. Pfaff Rösch, pfarrer zu Tawbc
Jörig Yckelshaimer, Weyß Lienhart, Jörig Rewtner, Michel H€
Lutz Rewtner, Gilg Haim zu Orempach. [606] Hanns Bev!
Michel Betz, Lutz Stolz von Orempach. Michel Kurz zu Bre!
Plasius N. zu Gamesfeld.
Auszug etlicher urgichten, dem marggrafen behen<
Steffan von Menzingen
hat in seiner urgicht bekennt, wie der Karelstatt in seinem ;
gessen und trunken, und er hab ime furschriften an her Han
1 ß hat bei diesem den ziiRatz .zii Vinsterlohe*'.
543
OB Sehwarzenberg geben, sey auch mit dem Karelstatt oftermals
9f dem doctor prediger und dem comentur im dewtschen haws
nrest, haben mit ime geratschlagt, seine bachlin nnd argument
ider das sacrament des leybs nnd plnt^ Cristi zn predigen.
Item als ain rat hie zu Rotenburg hievor in der gemaind
ider die pawm irer empörung halb beschickt nnd von yedem in
nderhait antwurt begert betten, hab er zu denen der gemaind der
*8ten wach, als sie noch in der stuben vor dem rat gewest sein,
ider den er auch (als ain mitburger, der er doch zuvor kainer
ett sein wollen) gestanden were, gesagt, sie sollen austretten, ain
edacht nemen und ainhellig antwurt geben, und als die andern
ichen der gemainden auch nffs haws komen wem, hett er sie
Bch dermassen angericht, bedacht zu nemen, das dann also alle
ichen getan betten, sey in dem also ain ganze gemaind uff dem
tthaws znsamen komen, under denen er uffgestanden sey, hab
KQ gepredigt nnd vorgesagt, wie sie sich halten sollen, ainen aus-
slmß machen, der ir nnd der pawm beschwerden hörn , und sollen
a volgen, so wollt er bey inen steen, ir redner sein, schriftlich
od muntlich von iren wegen handeln, damit sie erkunden und ain
lasen empfahen möchten, wes ain rat bißher gehandelt hett und
infiir handeln wurd. Er hett sich auch, als desselben tags ain
larggrefischer bott mit der ersten schrift komen were, gesagt, es
«re nichtz, ain rat hett zu meinem [607] gnedigen herren, dem
larggrafen geschickt, der wurd komen und die statt einnemen, sie
)IUen die tor einnemen, zumachen, selbs besetzen, die torschlussel
on den torschliessem nemen , wie dann beschehen , hett damff
bpald verordnet, das kain brief mer weder aus oder ein geen,
fiMhet, noch verlesen werden möchte, dann mit wissen und bey-
in des ausschuß. Daruff sey alspald desselbigen ersten tags der
Bsschufi gemacht worden, und er als ainer des ausschuß und der
orderst sampt den andern sich der handlung zwuschen aim rat
nd der versamelten bawrschaft, die zu verfassen und darnach zwu-
Aea aim rat und der gemaind new Ordnung zu machen, wie dann
*ttchehen, underfangen, dess er alles angeber, redner, schreyber,
«her und leger gewest sey, und wann sie im ausschuß etwas ge-
ittcht, das ime nit gefallen, so hab er es also nit bleyben lassen.
)arch das alles ist aim erbern rat sein gewalt genomen und ver-
lyndert worden, zu abstellung der pawm empörung ichtzit, weder
544
wenig oder vil, mit dem ernst zu handeln oder umb ainiche hilf
yemand derselben zeyt derhalben anzurufen.
Item er hab drey samete messgewand ans der trüben äff den
ratliaws on wissen und befelhe ains rats und der stewrherren em-
pfrembdt, der ains dem Florian Geyern, das ander dem schulthayfiett
zu Ochsenfurt als hauptlewten und raten der versamelten pawr-
scliaft geschenkt, die haben dieselben bede messgewand hinder Uanos
Krctzeu. den wirt, alhie erlegt, alda sie noch ligen, und das dritt
messgewand Hg noch in sein, Menzingers, haws sampt ainem silberin
hergot, den er von den gemelten verschenkten messgewand mm
gedreunt oder getan hab.
Item er zaigt an, Stock, Dalk, Stawd, Kargessen son, die
metzler, und ander sollten ain verstand anfängklich mit den pawrn
uff dem land gehapt und gemacht haben.
Item Claus Frey, Kilian Tuchscherer ^ Hanns Kretzer, der
wirt, Stock, der metzler, und ander mer im ausschuß haben ioe
durch ain merers in die [008] stewrstuben gesetzt, ine mit dem
und anderm zu ergetzen.
Item er hab sich mit Ernfrid Kumpfen, Crist Hainzen, Bark-
hart Schustern ^, Jörig Hartman und andern underredt, sie soUten
sich zusamen rottiern, ain rat zu ersuchen, das sie gestatten sollten,
das ewangelion zu predigen , und wa sie es nit teten , wollten sie
ain rat überfallen.
Item er, Menzinger, und Burkhart Schuster haben auch etück
schmehbrief wider ain rat und etlich sonderlich ratspersonen der
und anderer sachen halb gemacht, dieselben er, Menzinger, geschii-
ben, ains tails im closter vor iren gesellen verlesen und ains tafli
ins Schwarzmans haws in die fenster gesteckt, damit die ftniden
und verlesen worden sind.
Item er hat, wie er selbs bekennt, sein selbs aigen stewr, die
er schuldig gewest ist, im stewrbuch ausgetan und in andere st6W^
bucher geschriben und damit understanden, die andern alten stewrer,
die erber, fromm, redlich biderlewt sein, zu böswichten zu madiea.
sie auch derhalben vor der gemaind öffentlich ausgeschrien. IteB
als die stewrherren von yedem burger alhie die siben guldin, TOi
des punds w^en ufferlegt, einpracht haben, hat er nnderstanden,
1 Kilian EttRchlich. 2 Burkhart Maller.
545
m practica bey etiichen der gemaiüd zu machen, sie zu raitzen
od anzalemen, das sie derselben siben goldin nit geben und die,
) sie geben betten, dieselben wider vordem und nemen sollten,
mejl sie nit leybs und lebens verscbont wern.
Doctor Jobann Dewscbels urgicbt.
Der hat in seiner urgicbt bekennt, das er gemainschaft mit
an Kareistat gehapt, in gebawst, geherbert, geest und getrengkt,
inen argumenten wider das sacrament anhengig gewest, daraus
[der das sacrament und wider die mess, die er verworfen, gepre-
gt, auch zu vil malen etwan der Juden und yetz der newen 1er
dben sich in seinen predigen bessig wider ain rat und andere
tere oberkait, die er scbelk, boswicht und buben [609], darumb
IS sie das wort gottes verhinderten, gescholten hett, hörn lassen
id das gemain volk darmit wider ain rat und die oberkait bewegt,
}fb dann öffentlich am tag ligt und sich aus Menzingers und des
inden munchs und aus seiner selbs urgicbt erfyndt und erschaint,
iewol er etlichs dings verlaugnet und nit hat lawter bekennen
)Uen.
er plind munch Johannes Schjnid, Fuchs genannt,
Barfusser orden alhie,
t bekennt, das der Karelstatt, der dewtschs comentur, doctor Jo-
m Dewschel, Stefan von Menzingen, Emfrid Kumpf und er,
r plind munch, in des doctors haws und ins Ernfrid Kumpfen
WS mermals bey ainander gewest wern, betten nit allain von den
idiel des sacraments des leybs und bluts Cristi, sonder auch vom
rf sich anderredt und tractirt und derhalben etliche coUectanea
1 buchlih darnach zu predigen angenomen, und er furter daraus
ier das sacrament gepredigt und am maisten aus raitzung Claus
qren, Emfirid Kumpfen, Yeltin Yckelshaimers , N. Kneplins und
krer mer, die ime derhalben hessig brief zugeschriben betten
r mayniing, als wer er ain hewchler und predigt, was die herren
m hörten, lug und holwangte, betten im merklich darumb ge-
Nltt.
Es hetten ine auch etlich schuchmacher , kursner, schneyder
d ander, der er des weniger tails kennte, dann er bette ir nit
(nden sehen, zu ime gesagt, sie wollte ine mit inen hinaus zu
35
546
den pawrn nemen und gut gewynnen, were Peter Sayler ainer und
der andern wol zwen disch vol gewest, betten im Barfosserkloster
gezecht, aber er nit mer, dann disen damals darnnder g^ennt.
Item er bab des gemain castens and anderer Sachen halb
wider ain rat and ander höhere oberkait gepredigt , dann wann er
ain correction oder straf wider das gemain volk gepredigt, so
betten dann das gemain volk and sonderlich [610] obgemelt per-
sonen ine angeraitzt , wider die oberkait za predigen and nit abo
za hewcheln. Das bett er dann getan and verbofft, darch sölute
predig Ion oder ergetzang von der weit za emp£ahen.
Edict oder gebotsbriefe an die bawrschaft
Wir Casimir, von gottes gnaden marggrafe za Brandenboig
etc., and ich Joachim za Bappenbaim, des hailigen römischoi reichi
erbmarschalk , fogen euch, scbultbaiß, dor£aiaistem and gemaiode
zu Reichenbacb zu wissen, nachdem ir euch andern aafrarigen pawn
mit pflichten und tetlichen , fridbruchigen handlangen anhengig ge-
macht und dardurch den stenden des kaiserlichen pands zu Sdiwtben
merklichen schaden gefugt, das wir von sölicher gemainer pnndi-
stend wegen befelh empfangen haben, euch derhalb als des gemdttt
bunds veindliche beschediger zu strafen. Darumb begem wir tt
euch allen von gemainer pundsstende wegen ernstlich, das ir evi
all uff nechsten freytag [30 Juni] fruw zu siben um gein Botet*
bürg uff den platz zwuschen dem stattor und der alten borg 0
uns fugen, auch all ewer hämisch, wer und geschatz samptsoiff
zugehörd uff wegen laden und mit euch fum wOUet ond ead ii
straf gemelts punds nach gnaden und Ungnaden zu ton ergebt n'
damff unsers weytem beschaids von derselben pundsst^ule wegei
an gemeltem ort zu gewarten, und weliche gemelter massen ad ü '
uns fugen werden, die sollen biß an bestimpt ort zu uns za kooMi
unser verglaytung und Sicherung haben, welicher oder weUcfae i^
aus euch disem unserm begem nit volg und gnug teten, gegen dfli
oder derselben leyb und guter werden wir mitsampt nnserm kriegi'
volk als gegen des obgemelts punds veinden famemen ond hauU^
Geben in unserm heerleger zu Burgkbemhaim ander tMffi
marggrafen Casimirs etc. zu ruck uSigetracktem secret and meinem, A^
achim marschalks [ßll] bey end furgetrucktem betechaftam dinstaf
nach Johannis Baptiste [27 Juni] anno etc. 25.
547
Li der gleycben fonn ward allen dorfem und weylem in der
mdwer gescbriben.
erzaichnus, wesim marckgrefischen heergeleger zn
argkbernhaim dnrch den herolt Jacob Ott Etzeln
ansgeschrien worden ist.
Yerzaichnoss, wie der brandenbnrgisch bereit von wegeA des
blichen ponds zu Schwaben aasgeschrien, die von Rotenburg ufif
1 Tawber betreffend etc., awsserhalb montlichs befelhs und ans-
hreyens. Actum et pronunctiatom dinstags nach Johannis Bap-
;te [27 Juni] im beerleger zu Bnrkbemhaim anno etc. im 25.
Morgen nmb fünf bor ward man das erst plasen, soll yeder-
m äff sein and sich rasten and amb 6 bor ward man plasen
m speysen. So man dann das ander plest, soll der rennfan äff
In, die wegen and das geschntz angeen, and wann man das dritt
est) soll yederman äff sein and anziehen.
'Femer nachdem die statt Rotenburg uff der Tawber mit den
udsstenden entlich vertragen, gefellicht und gesichert ist, und
sin gnediger herr und Joachim marschalk aus befelhe des punds
le inwoner der Rotenbnrger landwern uff nechsten donnerstag
9 Juni] zn nacht zu sich beschieden und ir leyb und gut awsser-
Ib gewonlicher, ungeverlicber futterung zu geprauchen versichert
ben, gebewt mein gnediger herr und genannter Joachim marschalk
n des pands und seiner gnaden wegen, bey straf leybs und guts
Sehe Sicherung zu halten und darwider weder mit nam, prand
er tetlidier handlung gegen iren leyben nichtz zu handeln.
, [612] Und weliche vom adel in meins gnedigen herrn marg-
ifirai Verlegung sind, die sollen morgens fruw, so man zum speysen
)Bt, in seiner gnaden herberig erscheinen.
Btnm et pronunctiatum mitwochen nach Johannis
iptiste [28 Juni] im heerleger zu Burgkbernhaim.
Nachdem die statt Rotenburg von pundsstenden vorlengst zu
Brzburg zu huldung, frid und sicherhait sind angenomen, so wurt
in alles kriegsvolk selbst einlassen awsserhalb der wagenpferd,
daruff hochgenannts meins gnedigen herren und herren Joachim
rschalks ernstlicher befelhe, das alles kriegsvolk, er sey raisig
3r m {oft, sich zuchtig halten, nyemand belaidigen oder besche-
3.1*
548
digen , sonder wes ain yeder verzeret oder kawf , dasselbig bezal
bey vermeydung grosser uni^ad und ainer leybstrafe des pnnds
und meins gnedigen herren.
Item das kainer dem andern sein losament oder berberig ein-
neme, noch die kreyden davon auswischen und darüber einziehe
bey vermelter ungnad und leybstrafe des punds und. bemelts meiiis
gnedigen herren.
Uff freytag nach Petri und Pauli [30 Juni]
ward hie zu Rotenburg in der statt uff befelhe meins gnedigeo
herren marggrafen und Joachim marschalks durch irer gnaden berdt
ausgeschrien also:
Actum et pronunctiatum Rotenburg freytags [narh]
Petri und Pauli.
Nachdem alle burger und inwoner diser statt uff hewt n
siben urn , nach der ciain bor zu rechen, uff den markt alhie n
erscheinen beschieden und gebotten worden ist, aber noch dersdbeB
vil awssen sind, lest der durchleuchtig, hochgebom fürst, mein
gnediger herr, marggraf Casimir, marggraf zu Brandenburg, foi
der edel Joachim zu Bappenhaim, des balligen römischen reicbs
erbmarschalk , als derhalben des kaiserlichen schwebischen ponk
verordnete uff emstlichst gebieten , das ain yeder burger und is-
woner in der statt von stund an on allen Verzug uff den miA
kome und daselbst genannts meins gnedigen herren und gediditi
marschalks [613] furhalten von gemains punds wegen hom, ve-
licher aber derhalben ungeharsam erscheint, der soll on alle g^
an leyb, leben und gut gestraft werden.
Actum et pronunctiatum samstags nach Petri tal
Pauli [1 Juli], Rotenburg.
Zu befelh auszuschreyen , welicher burger hie seine auCgdegte
siben guldin prandschatzung zu stund an nit geb, der soU dans^
uffs höchst gestraft werden.
Vester Otho.
Solich vorgeschriben verzaichnuss des heroltz ausschr^y«» *•*
549
der herolt aim rat off begem zugestellt, und ain rat [ime] daromb
TeraniDg getan«
Nota.
Als hochgedachter mein gnediger herr, der marggraf sich in
Ayerleypter verzaidmoss der offwidler und orsacher ersehen und
Jirinnen an etlichen tawf und zonamen derselben mangel erfanden,
vü sein forstlich gnaden durch her Hannsen von Schwarzenburg
kn stattschreyber beschicken und ime befelhen lassen, dieselben
Ciridler und ursacher mit iren tawf und zunamen recht und aigent-
idier zu erkundigen und zu verzaichnen, daruff aber der statt-
chreyber her Hannsen von Schwarzenburg mit antwurt begegnet,
ras er hett ain yeden angeschriben , wie er ime verzaichnet uber-
atwurt und angezaigt worden were, er wiste solichs nit zu erfarn,
tc, hat also her Hannsen von Schwarzenburg den vorigen zedel
elassen. Dardurch ist maniger bey seim köpf bliben.
fie die burger hie uff den markt beschieden sind,
gehuldigt, und etlich ir straf empfangen band.
An obgemeltem freytag [30 Juni] ward neben obverleyptem
■ heroltz ausschreyen von ains erbem rats wegen durch die statt-
necht zu morgens fruw allen burgern hie zu Rotenburg von haws
1 haws ernstlichen gebotten und gesagt, von stund an umb zwu
r off den [614] tag zu burgermaister , innerm und ewsserm rat
SBdter statt uff den markt in ring, der dann von rewtem und
adaknechten gemacht was, zu komen, die dann zu gemelter zeyt
tft all, sovil der nit entrunnen waren, erschinen. Alda ward
m uff befelh des fursten und marschalks durch her Hannsen von
idtendorf-Aberdar, ritter, marggrafischen hofinaister die misshand-
og der uffrurischen empörung und verwurkung, in der sie sich
r pewrischen uffirur taten und verwurkung anhengig gemacht und
rachult hetten wider kayserlich mayestat, iren rechten, obersten,
iturlichen herren, auch ain erbem rat als ir ordenlich oberkait,
ooi sie abfeilig, trewlos und maynaydig worden wem, geübt,
nns churfursten, fursten^ gaistlichen und weltlichen, auch dem
mainen adel und andern merkliche beschedigung an clöstem,
hkesera, leyben, 4iaben und gutem gevolgt, damit sie, wiewol es
r erberkait nit lieb gewest, wider den kaiserlichen landMden, des
550
hailigen reichs Ordnung , gemaine recht getan , p^i and straf der-
selben verworkt hetten an iren leyben and gaten, nach der leog
erzelt and darbey anzaigt, wie er in craft des Vertrags, den borger-
maister and rat von wegen ir and irer barger in der ringknuiwr
diser statt alhie mit den stenden des pands za Schwaben ange-
nomen hetten, wem hochgedachter mein gnediger herr, marggraf
Casimir zu Brandenbarg etc., aach Joachim von Bappenhaim, des
hailigen römischen reichs erbmarschalk , sampt irem kriegsvolk T<m
gemainer pondsstend wegen abgevertigt, sie wideromb za geharsam
za pringen and za gnaden and angnaden anzanemen, danunb sie
dann von sein farstlich gnaden and dem marschalk , aach aim er
bem rat hieher für erfordert wem, dess worden sie da also ais
pflicht, die in Schriften gefasst and gestellt were and inen vorge-
lesen ward, hörn and inhalt derselben schwem, and ward darof
die pflicht verlesen also lawtende:
Bargermaister, aach inner and ewsser rat and ge-
maind der stat Rotenbarg äff der Tawber farhalten
and pflicht.
Uff den vertrag, so ir, bargermaister and rate [615] diser
statt Rotenbarg äff der Tawber, von ewem and ainer gemaind
wegen in der ringkmawr hievor mit dem wolgeboraen herr Jorges
trachsessen, freyherren za Walparg, als obersten pandsvddhaapi-
man angenomen habt, sollt ir each verpflichten and schwem, wie
hernach folgt:
Nemlich, nachdem ir von kayserlicher mayestat and ante
ewer herrschaft and oberkait, pflichten and schaldiger g^iarsan
abgefallen seyt and each demselben ganz zawider za den aftrnrigea
bargern and bawm verpflicht, verschriben and verponden habt, das
ir wideromb gegen kayserlicher mayestat, bargermaister, inner md
ewsser rate diser statt, aoch andern ewem rechten erbherm ia
allen pflichten ond geharsam steen, aoch alle zyns, galt, stewr,
zehend ond dienst, aoch ander ir gerechtigkait geben, raichen md
ton, wie vor gemelter affi*ar geschehen ond getan worden, 9»A
von alter herkomen ist, ond was in der gemelten offiiur dem i**
wider verordnet, soll alles ab sein.
Item das ir den borgem oder pawra, so 'wider ir obcriBiit*
affrorig gewest oder noch sein werden, mit niditeA mer mAeo^
651
Üidi, itktlich, forderlich oder beystendig sein wollt, sonder wa
^ dergleychen von yemand vermerkt, solichs ewer oberkait oder
endben befelhaber'zum förderlichsten anzozaigen ond dieselbigen
irnrigeQ nach aUem ewerm vermögen an leyb, leben ond got
nfen helfen.
Kern weliche vom adel, borger oder bawm ir in diesen off-
Den wider ir alt herkomen betrangt ond verpflicht hetten, das
tfsdbig tod, ab ond foran ganz onbondig, aoch sie dess ledig
od los sein sollen.
Item alle borger ond ire knecht sollen borgermaistem , inner
od ewssem rat alle ire hamasch, alle spieß, wie die namen haben,
eSenparten, degen ond lange messer, aoch armprost ond aUerlay
idisen mit der yedes zogehörd on verzog oberantworten ond hin-
iro on sonder erlaoptnoss der obgemelten borgermaister ond rat
ain wer mer, dann allain brotmesser tragen. Doch sollen (sovil
enelte oberantwortong hämisch ond wer betrifft) borgermaister
od bed inner ond ewsser rete, aoch gemainer statt knecht hier-
men aosgenomen ond nit gemaint sein.
Item das ir vom rat die jenen, so der offrorigen pawrn halben
I oder awsserhalb der statt aosflochtig worden ond yetz nit gegen-
vtlg seind, nit einkomen lassen sollt, sie haben sich dann aoch
I des [616] kaiserlichen ponds zo Schwaben straf nach gnaden
id ongnaden zu ton ergeben, ond das ir sölichs der pondsver-
uMoDg forter verkonden sollt, aber ir verlassne goter mögt ir
I hilf dess, das ir bemelten pondsstenden zo geben bewilligt , ge-
wichen.
Za orkond onder onserm, marggrafen Casimirs, ond meinem,
idiim zo Bappenhaim, erbmarschalks, offgetrocktem secret ond
ttechaften ond geben am freytag nach Petri ond Paoli [30 Joni]
no etc. 25.
Nach verlesong obverleypts articolirten aids haben bed bor-
rmaister, aoch inner ond ewsser rate, aoch ain ganze gemaind
t itfferhaben vingem ond gelerten werten zo gott, dem allmech-
m^ imd bey irer sein hail (inmassen inen her Hanns von Secken-
rf, ritter, vorsagte ond darbey nemlich rette, weliche nit offhoben
d Bchwom, sollten nit minder gehalten werden, dann ob er sö-
kflii aid getan hett) geschwom.
Nadi volfiirong solichs aids liessen mein gnediger herr, der
552
marggraf und der marschalk etliche nffmdler und nrsadier der
aufrur aas obverleypter , schrifUicber verzaichnnss , sem fiirstlidi
gnaden darvor behendigt, verlesen and nemlich die, so yoriiandn
and mit iren tawf and zanamen beschriben warn, aber weliche irer
tawf oder rechter zanamen in der verzaichnoss mangelten, defi-
gleychen die, so weg gewichen warn oder im tarn lagen, dero ward
kainer gelesen, and weliche also gelesen, warden alspald aas dem
hawfen der gemaind in ringk za trotten erfordert und aasgehemelt
and mit dem schwort gericht.
Die, so aasgehemelt and gericht worden, sein
Engelhart Goppolt, der leynenweber, Thoman Haichtel, Wilhelm
Beßmayer, alter schalmaister , Barkhart Weydner, der hater, her
Hanns Kampf, priester, den man also krank aas seim haws hertof
in den ring fam mast, Hanns Behaim, mewrer, Peter Reychart,
der karsner, Jörg Pflager, der gerber, Hanns Ganrat, der wiit,
and Jörg Scholl, der Schlosser. Die alle zehen warden alspald ?on
stund an im ring uff dem markt vor dem fursten, dem [617] mar*
Schalk, grafen, herren, vom adel und kriegsvolk, auch vor burger-
maister, rat und gemaind mit dem schwort und eben dis orts, da
der aufrurig galg gestanden was, gericht und gestraft, und blibei
die todten corper also da ligen biß in die nacht, in der sie vom
totengreber weg gefurt und uff den Judenkirchof oder gottesadur
zwuschen dem new angefangnen chor und der ewssem mawr gegoi
dem newen pfaffenhaws zusamen gelegt und vergraben warden etc.
Und wiewol neben und mit den obgemelten zehen gerichteD
Personen Lorenz Diem, der kursner, Joß Schad und ander mer
gelesen und ausgehemelt warden, so teten sich doch dieselben diirdi
die landsknecht under den spiessen hinweg und kamen darvon.
So ruften Hanns Kretzer, der wirt, Sebolt Stocklin, der mett-
ler, Jörig Lochner, auch ain metzler, und Burkhart Muller, dff
schuster, die auch in ring gelesen, erfordert und aasgehemelt wtni,
den fursten umb gnad dermassen an, sie zu Verantwortung komen
lassen, das dieselben vier dis mals nit gericht, sonder in tum ge-
furt und verwart wurden biß uff morgen samstag [1 Juli].
Und als sölichs also uff dem markt voUendt worden, ist der
marggraf mitsampt Joachim marschalken, auch andern herren «nd
vom adel und allen geraisigen, auch fußknechten äff die alten boiy
553
geriten und zogen zn den herein geforderten pawm, die daselbst
venamelt warn, die alda anch in ain ring zu hawf oder zosamen
gefordert wurden, and ward inen durch obgenannten herren. Hannsen
TOQ Seckendorf ir misshandlung, wie gegen den abgefallnen bürgern
ii der statt beschehen, furgehalten und erzelt, und daruff diser
kemach verlejpt aid verlesen, also lawtende:
Der bawrn in der Rotenburger landwer furhalten
und pflicht.
Ir all und ain yeder in sonderhait sollt schwem alle näch-
tigende artickel:
Nemlich das ir euch dem schwebischen pund und dem durch-
Inehtigen, hochgebomen fursten und herren, herren Casimirn, marg-
gnfai zu Brandenburg etc., meinem gnedigen herren, auch dem
€ddn Joachimen zu Bappenhaim, des hailigen römischen reichs erb-
ittndialk, als derhalben verordneten in straf, nach gnaden [618]
od Ungnaden zu tun, ergeben , und was euch derhalben von inen
M^gelegt wurdet, annemen, leyden und volziehen wollt. Und nach-
te ir von kaiserlicher mayestat, auch ainem vorigen burger-
aaister, Innern und ewssern alten rate diser statt Rotenburg uff
ier Tawber und anderer ewrer oberkait und herrschaft pflichten
Od schuldiger geharsam abgefallen seyt und euch demselben ganz
amider zu den aufrurigen bürgern und bawrn verpflicht, verschriben
vri verpunden habt, das ir widerumb gegen kaiserlicher mayestat,
hrgermaistem , innem und ewssern alten rate diser statt Roten-
^ uff der Tawber, und weliche altem geprauch und herkomen
Uefa furo zu innerm und ewssern rat komen werden, und andern
evem rechten erbherren in allen pflichten und geharsam steen,
ttch alle zyns, gult, zehend, dienst und ander ir gerechtigkait ge-
IwB, ndchen und tun, wie vor obgemelter uffi*ur beschehen und
Mm worden, auch von alter herkomen ist, und was in der ge-
■Äeo uSmr dem zu wider verordnet ist, soll alles ab sein. We-
Idie undertanen aber sich von iren oberkaiten ubermessiger , un-
Wicher weys beschwert zu sein vermainten, den soll hiemit nit
^geschnitten sein, derhalb umb zimbliche abstellung bey irer or-
^Odichen oberkait gutliche, zimbliche ansuchung one aufrur und
«Bipönuig zu tun.
Item das ir den bürgern oder pawm, so wider ire oberkaiten
554
nlSrarig gewest oder noch sein werden, mit nicfaten mer an
hilflich, r&tlich, forderlich oder beystendig sein wollt, sondei
dergleychen von yemand vermerkt, solichs ewer oberkaitc
förderlichsten anzozaigen ond dieselbigen offirorigen ewer obe
nach allem ewerm vermögen an leyb , leben ond got strafen
Item weliche vom add, borger oder bawm ir in dis
rom wider ir alt herkomen betrangt ond verpflicht bettet, d
selbig tod, ab ond fdran ganz onpondig, anch sie dess led
los sein sollen.
Item weliche ainem rate diser statt oder sondern borge
der oberkait zogehorig sind, sollen sampt allen iren kned
hamasch, alle spieß, wie die namen haben, hellenparten, de(
lange messer, aoch armbrost ond allerlay bochsen mit dei
zogebörd ainem rat diser statt Rotenborg oberantworten, ao(
gleychen wer nit [619] mer on kontliche erlaoptnoss gemel
diser statt haben, noch geprauchen, sonder allain brotmesser
Weliche aber onder eoch andern herrschaften mit dei
kait verwandt sind, sollen dergleychen alle ir hamasch, W(
geschotz mit seiner zogehörd denselben iren herrschaften :
tagen den nechsten oberantwnrten ond forter on ir kontli«
laoptnoss dergleychen aoch nit mer, sonder allain pro)
haben.
Zo orkond onder onserm, marggrafe Casimirs etc., ond n
Joachim zo Bappenhaim, des hailigen römischen reichs e
Schalken, offgetrocktem secret ond petschaften ond geben am
nach Petri ond Paoli [30 Joni] anno etc. 25.
Nach verlesong ond vollforong obgeschribenen aids, i
pawrschaft alspald mit offerhaben vingem ond gierten woi
gott, dem alknechtigen, ond bey irer seien hail.zn halten sc
worden alspald etlich offwidler ond orsacher der pafrrsdu
obverleyptem zedel gelesen, aber kainer onder dem ganzen
fonden, dann Hanns Hollenpach zo Enzenweyler, der ward d
nit gericht, sonder alspald aoch 20 den andern in tom gefiir
andern offwidler ond die, so haoptle?rt ond rete gewest sind
alle aosbliben, ond kainer erschinen.
.Daneben haben obgemelts freytags [30 Joni] alle but
zo Rotenborg ire hamasch ond wer off das rathaws getragei
gleychen die pawrschaft off dem land, so hie off der altei
555
enddne, ir harnasch und wer herein äff die alten barg gefnrt and
getragen, dess ain grosser hawf alda lag, von welichen beden hawfen
wird vil gats bamasch and wer von gemelten kriegslewten, so hie
lagen, genomen and weg getragen, doch hat es ain rat, als sie
den innen warden, von dem hawfen uff dem rathaws nit wollen
gtttatten.
Der marggraf schickt aber die gefangen, ließ sie hörn.
Nach mittemtag verordneten hochgedachter mein gnediger herr,
aar marggraf herren Hannsen von Schwarzenberg und [620] . . . . '
TOD Wisentaw , and der bargermaister von rats wegen Bonifacium
Teraitzem, genannt Behaim, ^ and Thoman Zweyfel, statt-
«ehreyber alhle, in das bnttelhaws, die vier burger, so hewt aus
dem ring in tarn gefurt worden warn, zu verhorn, welichs also ge-
adiih^, ward ye ainer nach dem andern in die stuben gefnrt, ge-
sagt and verhört, der yeder zaigte an, wie hernach folgt:
Hanns Eretzer, der wirt,
Uoeant and zaigt an angenötigt: Als ain rat erstlich in anfaug
4er bewrischen nffirar die gemaind beschickt, und ain gemaind zu-
itten komen were, hett Steffan von Menzingen gesagt, ir wem
Xffl, sie söUten aas yeder wach sechs nemen and ain aasschaß
iMdien, er wollt leyb and gut bey inen lassen, deßgleychen sollten
äe aach gegen im tan , darüff ime ain gemaind merer tails gelobt
iMtai.
Menzinger hett zum letzten mit aim rat widerraten, das sie
Ah la dea pawm verpynden sollten.
Item zway samatine messgewand hab Steffan von Menzingen,
imlich ains Florian Geyern und das ander dem schulthaissen von
Oehsenfort als hauptlewten and r&ten der pawrschaft hingeschenkt,
UeD bede in das frawencloster gebort, ligen noch bey ime, Kretzem,
fa leim haws.
Der Prediger halb sagt er, es hett doctor Johann Dewschel zu
«from gepredigt, aber er, Kretzer, wiste das wort nit, er hielt
^trfor, das das zur affirar gedient bette, das er dewtsch mess ge-
1 Ranm für je eiDen nftinen.
556
halten und darnach wider darvon gefallen were, auch gesagt hette,
wann ainer aim leyhen wollt, so sollt er im nmbsunst leyhen imd
nit wacher darvon nemen. Des plinden monchs predig hett er mt
vil gehört, wist nit vil darvon zu sagen.
Sebolt Stöcklin, metzler,
zaigt angenötigt an, ain erber rat hett im anfang pewrischer affiru
die Marktwach beschickt, darinnen er aach gewest were, hett in
rat inen etlich artickel fargehalten, darnff sie, die von der Markt-
wach, ain bedacht genomen betten , and wem alle wach off den
rathaws zasamen komen [in] ain ring, alda hett Steffan von Meo-
zingen von [621] inen allen aid und pflicht genomen, was sie onda
ainander handelten, das sie es in gehaimbd halten and von ainandei
nichtz sagen wollten , Menzinger wer der forderst im aasschaß ge-
west, hett es am maisten gehandelt , hett in nyemand darzu ge-
nötigt, sonder er sich selbs darza gegeben.
Die bacher and traben za solicher handlang fände man a
Lienhart Stocks haws, und Hanns Haber hett der schlassel aii
darza, Kilian Tuchscherer ^ den andern and Menzinger den dritten
Stefan von Menzingen hett er hörn bekennen, wie er zwi]
messgewand hingeschenkt hette, and legen zway noch in Kretzers hawa
Die predigen betreffend, darvon wist er nit vil za sagoi, diiii
er hett nichtz von in gehört, were nit vil za iren predigen ganga
Barkhart Maller, schaster,
zaigt an : Als uff erfordern ains rats ain gemaind vor aim rat ge-
west, and ain rat der gemaind fargehalten, wie sie die pawm nit
der gate , and wa die gat nit statt hette , mit dem ernst and da
tat zu stillen und gegen inen zu handeln understeen wollten, beti
Steffan von Menzingen zu denen der gemaind gesagt, sie söltta
ain bedacht über die sach nemen.
Und als ain gemaind bey ainander gewest wem off dem Jodes-
kirchof , betten sie in der gemaind ainander pflicht getan and sob-
derlich er, Barkhart, hett Sebolt Stöcklin gelobt.
Der Prediger halb hett er nit gehört, das sie gepredigt bettA
das zu der uffrar gedient haben sollt.
1 Kilian Ettschlich.
667
Der schmadischriften halben, davon Menzinger nff ine bekennt
UeD sollt, wist er nichtz zn sagen.
Jörg Lochner, metzler,
Igt, er sey im anfang nit bey der uSrur oder zwitracht gewest,
} hab Menzinger nit geraten, sich zu der pawrschaft sich zu ver-
ynden, er, Lochner, sey von seinem handwerk fnr ainen zu den
nrm geschickt worden [622], er wiste von den messgewanden
iditz za sagen, er hett nit gehört, das die prediger ichtzit in der
fror gepredigt, er hab wol gehört, das sie predigt haben, das das
rangeliom nit answis, das man sich wider die oberkait empöm sollt.
Nota!
Her Hanns von Schwarzenberg anderstand allain za erkan-
gen, wie sich Menzinger and die prediger gehalten betten, and
nnaint, dieweyl Menzinger nit geraten hett, sich za den pawrn
verbinden, anangesehen das er anfängklich derselben die ge-
lind aim rat abfellig gemacht, ain rat seiner regierang entsetzt
id die pewrischen afirar za stillen verhyndert, deßgleychen wa
3 prediger nit gepredigt, das sie sich von den herrschaften oder
& oberkaiten abwerfen and inen weder galt, noch zins geben
Qten, anangesehen das sie gemainschaft mit dem Karelstatt ge-
pt, ine gehalten and seine materien gepredigt betten etc., sie
Bg za machen.
SöHch obgemelter bekenntnass and anzaigen der vier personen
ird meinem gnedigen herrn, dem marggrafen verzaichnet behen-
;t Also hat mein gnediger herr, der marggraf ainen rat laden
sen äff morgen samstag mit sein forstlich gnaden za morgen
Aaf samstag nach Petri and Paali [1 Jali],
der marggraf fargenomen hett, äff begem and anhalten ains
lem rats etlich der gefangen personen desselben tags richten za
Ben, was Steffan von Menzingens hawsfraw mit etlichen borgerin,
de afljpracht, far den marggrafen gangen, betten für iren haws-
t Stephan von Menzingen gepetten, war darbey dem farsten ver-
oong geschehen, das sein farstlich gnaden ain galdin tawsend
sr zwaytawsend geschenkt werden sollten. Sölich gelt war ser
558
ungeruwig, hett Menzingern gern ledig gemacht, gott geh, wie ser
er misshandelt [623] hett, demnach der fürst, der in des alten
Jagsthaimers haws , darinnen sein gnad zu herherig lag, mit aim
rat, so auch darinnen was, stattlich handeln ließ, aUerlay mittel
und weg fumam, ine, deßgleychen auch die zwen prediger ledig zo
lassen, wollt auch wissen, wes sie awsserhalb Karelstatts materieo
sunst uffrurigs gepredigt hetten. Daruff ließ ain rat durch Cannt
Eberharten sein fürstlich gnaden gemelt ir vorhaben und begern
ablainen, Menzingers und der prediger handlung berichten und darbej
lawter reden, wann sein fürstlich gnaden Steffan von Menzingen
und die prediger ledig ließ und nit auch, wie die andern strafte,
so hett sein fürstlich gnaden den andern, so sie gestern richten
lassen betten, allen unrecht getan, dann dise wem die rechtoi
hauptsächer, anfenger und ursacher der uffrur, betten die andern
all verfurt, ward darbey gemelt von etlichen des rats, das sie bed
prediger betten hörn predigen, man sollt weder zehend, doengelt
noch anders geben. Also ließ der fürst etlich derselben rete, nem-
lich Cunrat Eberharten, Peter Haiden und Pauls Wackem, yeden
in sonderhait darumb verhorn, ir besag beschreyben, die in solicfaem
besagt und anzaigt, wie sie gehört, das bed prediger gemelter ma&
und ander uffi*ung ding gepredigt betten. Demnach wurd vom
fursten nach viler handlung verordnet, die gefangen noch vor mor-
genessens zu richten, von stund an umbgeschlagen , das rewter nnd
fußknecht uff den markt kamen, und alda ain ring gemacht, anch
von des fursten wegen etlich rewter, deßgleychen von rats wegoi
gemainer statt soldner und andere diener verordnet, die ge&ogen
aus dem puttelhaws herfnr an den markt in ring zu fum, wie
dann beschach, und warn Ste&n von Menzingen, doctor Johann
Dewschlin und der plind munch die ersten, die man mit ainandff'
herfur fürte, und Menzinger der erst, den man mit dem schwert richte.
[624] Weihe dis tags alhie uff dem markt gericht
worden sind:
Steffan von Menzingen, burger alhie. Doctor Johann DewscUin,
prediger. Her Hanns Schmid, Fuchs genannt, plind, Barfusser Or-
dens prediger. Hanns Kretzex, der wirt, Sebolt Stock, der m^er,
Burkhart Muller, schuster, Jörig Lochner, metzler, burger albie.
Hans Waltman, Lienhart Kewtner von Orempach. Hanns HoUen-
559
ich Ton Enzenweyler. Barthel Werder von Hütgartzbawsen: all
rtenbnrgifich nnd der uSmr halben. . . . ^ Schmid von Spilpach
HS todschlags halben, den er in gemainer statt oberkait begangen
3tt Neben denen Hessen mein gnediger herr, der marggraf ainen
issknecht, den seiner forstlich gnaden castner zu Kitzingen Ganz
Btman alhie annam and einprachte, und her Lndwig von Hntten-
tter, amptman zu Eitzingen, zwen seiner hindersessen, die ime
bge&Uen warn und er hieher forn lassen hett, anch an gemeltem
rt off dem markt im ring richten mit dem schwert, und bliben
ie todten corper also den ganzen tag am markt ligen biß in die
icht, in der sie vom todtengreber weg gefürt and aach gemelts
rts neben die gestrigen begraben worden, deren allen seien gott
nidig nnd barmherzig sein wöll!
Von der prandschatzong.
In solichem worden aoch alle pawrn in der rotenborgischen
udwer geprandschatzt, weliche prandschatzong (daran mein gnediger
enr, der marggraf ainen halbtail hette) Joachim von Bappenhaim,
irschalk, ond her Georg von Streytberg, doctor, marggrefischer
it, bed verordnete prandmaister, alspald zom halben tail einprachten
id einnamen. Das ander halbtail mosten die pawrn ongeverlich
i den nechsten dreyen oder vier wochen darnach aoch [626]
ttlen gegen ainer qoittanzen, die inen dargegen lawt hienach
anelter copey behendigt sollt werden. Man maint, das in sölicher
landflchatzong ob den zwainzig tawsend goldin in der landwer ge-
Jlen wem.
Copi der qoittanzen.
Wir, Joachim zo Bappenhaim, des hailigen römischen reichs
Innarschalk, ond Jörg von Streytberg, der rechten doctor, als
lyserlicher mayestat, aoch chorforsten, forsten ond anderer ge-
ainer stende des loblichen ponds zo Schwaben verordnete prand-
aister bekennen ond ton kond hieran öffentlich, nachdem das
)rf N off onser erfordern sich mit ons der prand ond plonder-
Itttzong halben vertragen, das wir derselben prand ond plonder-
itttzong dorch sie genzlich ond gar entricht ond bezalt sein.
tenach so sagen wir gemelte prandmaister das obgenannt dorf
*
1 Der TorDAme fehlt.
560
N fOr ans und gemaine stend des pands za Schwaben solicher
prand und plunderschatzong halben hiemit ganz quidt, ledig and los.
Za arkand ist diser brief mit ansem furgetrackten pettsdun
verpettsebiert, geben za Rotenburg uff der Tawber am tag Yincok
Petri [1 August] anno etc. 25.
Furschrift, so der marggraf den von Rotenburg an die
pundsstend geben hat.
Den erwirdigen, wolgebornen, edeln, hochgelerten,
unsern besondern, lieben, Jörgen truchsessen, frey-
herren zu Walpurg, herren zu Wolfseck, oberstem
veldhauptman, und andern verordneten pottschaften,
hauptlewten und r&ten des punds zu Schwaben, yetz
zu Ulm versamelt, samptlich and sonderlich.
Casimir, von gottes gnaden marggraf zu Brandenburg etc.
Unsern gunstlichen grus und willig, freuntlich dioist zavor. Er-
wirdigen, wolgebom, edeln, hochgelerten, ersamen und weysen, be-
sonder, lieben, gnedigen und gunstigen, lieben herren und freund!
Nachdem [627] ir on zweyfel wist, welicher gestaUt wir von dem
edeln, unserm lieben, besondem und gunstigen herren Georgei
truchsessen, frey herren zu Walpurg und Wolfseck, gemains porii
obersten veldhauptman , und etlichen bottschaften und reten vm
euch zu Bamberg befelh empfangen haben, die abgefallen gepftw^
Schaft in der Rotenburger landwer von gemains punds wegen n
prandschatzen, geben wir euch gnedi^er und dienstlicher maynnig
zu erkennen, als wir in gepflegner handlung solicher prandschatzug
gewest, das für uns komen sind burgermaister und rate zu Rotei-
burg uff der Tawber erstlich mit erzalung und beschliesslidi vt
underteniger, dienstlicher bitt, nachdem wir wisten d^ vertrag
zwuschen gemelten des punds obersten veldhauptmann und inai nd
iren burgern und inwonern der statt Rotenburg geschehen, welidia
vertrag sich auf ain summa geltz, gemainem pund zu geben, er
streckte, und dann nunmer die gepawrschaft in irer landwer aml)
ir abfallen, auch umb ain summa geltz geprandschatzt, daruff aad
sie in der statt von dem obersten veldhauptmann and die g^wr
Schaft in der landwere durch uns von gemains pands w^;en Ter-
sichert wem etc.-, das wir dann söliche straf and daraff g^(dgte
Versicherung den churfursten und fursten Meinz, Pfalz, Wnnbof
561
und andern anstossenden forsten anzaigen wollten, mit bitt von
gemsins punds wegen, allenthalben bey den Iren zu verfugen, sölicher
gÖDains ptinds Versicherung zu verschonen und gegen inen, den
VOD Rotenburg, und den iren awsserhalb rechts mit der tat nichtz
forzonemen, und ob hierüber gegen inen oder den iren ichtz tetlichs
hrgenomen wurd, sich von gemains punds wegen mit hilf und
nttong nit zu verlassen, mit dem erpieten, ob hierüber yemand,
wer der oder die wem, umb zugefuegt scheden oder anders zu inen
oder den iren spruch und vordrung zu haben vermainten, das sie
dem oder denselben gepurlichs rechtens nit vor sein wollten etc.
Dieweyl wir aber derhalben von euch kain befelh von euch, haben
wir gemelte von Rotenburg an euch gewisen und euch solichs gne-
diger und dienstlicher maynung nit wollen verhalten.
Datum Rotenburg uff der Tawber am sonntag nach Petri et
Ploli [2 Juli] anno etc. 25. [Casimir, marggraf zu Brandenburg etc. ^]
Joachim zu Bappenhaim, des hailigen römischen reichs erbmarschalk.
[628] Am sonntag Yisitationis Marie [2 Juli]
«
log main gnediger herr, marggraf Casimir mit seinem zewg und
fai^ginrolk zu roß und fuss wider hinwegk und gein Crelshain und
fflichtwang, liess daselbst, dessgleychen zu Plofelden ^ und Gera-
inttn, dahin sein fürstlich gnad etlich seiner gnaden rate und
bwgBVolk schickte, etwanvil mit dem schwert richten und sunst
tofoi.
Aber gemelt bed prandmaister bliben dannocht etlich* tag hie,
tiB äe das erst halbtaile der prandschatzung vollendt einnamen,
■d sonderlich empfieng Joachim von Bappenhaim, marschalk, in
imai gemainer pundsstende die viertawsend guldin und hundert
«ntner pulfers, halb an pulfer und halb an gelt, Inhalt vorgemelts
Vertrags, zu Wurzburg uffgericht, welichs gelt und bulfer er mit
■M hinw^k fürt und darumb quittieret, lawtend, wie hernach
1 Ans dem inhalt dieses Schreibens und aus der ei^Hhlung Zweifels
fcigt, dass jenes nicht nur von marschall Joachim , sondern auch von
Casimir unterzeichnet wurde. 2 Blaufeldcn. 3 Am untern
▼OB bL 628 hat der scbroiber beigefügt: „Notal Boy 30 centnor
Nlon ist man hinderatellig schuldig bliben etc.''
36
662
Qaittanz amb die 4000 gnldin and 100 centner baifers.
leb Joacbim za Bappenbaim, des balligen romiscben rachs
erbmarscbalk, römiscber kayserlicber , aacb byspaniscber königlicher
mayestat, aucb cbarfarsten , forsten and ander genudner stende des
löblicben pands za Schwaben verordneter prandmaister, nachdem
sich die erbern and weysen, bnrgermaister and rate der statt Roten-
barg afif der Tawber von iren and ainer ganzen gemaind wegen
daselbst von wegen diser yetzigen affirar der angeharsamen, abfelligeo
pawrschaft, darein sie aacb komen and dero anhengig gewest, ancfa
derohalben verwürkter penen and strafen, in der galdin pullen,
kayserlichen; landfriden and desselben reformation and confirmation
begriffen, mit dem wolgebomen herren, herren Georgen tradisessen^
freyberren zu Walpurg, obgemelter gemainer stende des löblichen
kaiserlichen punds zu Schwaben obersten veldhauptman, gutlidi ver-
tragen und vergleicht haben , also das sie für yegklichs haws in
der rinkmawr bemelter statt Rotenburg siben galdin und benampt-
lieb mit inen in ainer [629] summa angeschlagen, abgerechnet ond
bewilligt uff vier tawsend guldin crewtzer and patzenwerong fiir
Plünderung und prandschatzung, darzu fünfzig centner gereehts,
gekumts pulfers, wol gewegen und onenachlessig, and auch noch
fünfzig centner dergleichen pulfers oder aber für ain yegklichen
derselben fünfzig centner pulfers zeben guldin auch an krewtxff-
werung denen, so er darzu verordnen und anzaigen wurdet, alles
Inhalt der revers und bekanntnussbriefs, von Erasmus von Massloe,
Cunrat Eberharten und Thomas Zweyfeln, irem stattschreyber, als
gesandten gemelter bnrgermaister, rats und gemainde der statt
Rotenburg darüber gemeltem bauptman under iren bettschiem ge-
geben, am datum haltend uff sonntag Trinitatis [11 Joni], ^
dann mir, obgenannten Joachim, marschalk, das alles za enpfahen
von gemelten pundsstenden gewalt und befelh gegeben ist, b^eon
ich öffentlich und tun kund allermenigklich mit disem briefe, das
mir da gedachten bnrgermaister und rate zu Rotenburg von iren
und irer gemaind wegen solich obgeschriben vier tawsend galdin
für Plünderung und prandschatzung, darzu fünfhundert galdin reini-
scher für die fünfzig centner pulvers, die sich mit gdt zu beitleo
gepum, mer 20 centner beraits, gekumts and gemachts pulfers
und darzu funfzehen guldin berurter werung, so sie in die
563
lai canzeley für die brief za geben schuldig gewest sein, aber-
twurt, ausgericht, gewert und bezalt haben. Derselben vier taw-
id gnldin und fünfhundert guldin reinischer und dann der fOnf-
len guldin, in die canzley gehörig, sag und laß ich in namen
d von wegen aller gemainer stende des punds zu Schwaben und
i obersten veidhauptmans die bemelten burgermaister, rate und
mainde gemelter statt Rotenburg und alle ir nachkomen gar und
Bzlich quidt, frey, ledig und los, also das sie noch nit mer, dann
ejrssig centner gekurnts pulfers zu behendigen und zu entrichten
haklig sein.
Beß zu warem urkund hab ich mein aigen bettschier öffentlich
$j end der schrift in disen briefe getruckt, der geben ist uff din-
Bg nach [630] Yisitationis Marie [4 Juli] nach Cristi gepurt
n&ehenhundert und in 25 jaren.
Der zeyt hat pfalzgrafe Ludwig, churfurst am Rein, ain merk-
te summa pawm geschlagen und zu geharsam pracht, vil mit
m Schwert richten lassen, vil am gut gestraft und derhalb, als
an sagt, von inen ob zwaymal hundert tawsend guldin erprandschatzt.
So hett herr Jörg von Freundsperg, ritter, auch ain hawfen
iwm damals im Algew geschlagen. Deßgleychen wurden der zeyt
e pawm vor Memmingen durch das pundisch kriegsvolk und her
^rgen von Freundsperg geschlagen, ain merkliche summa pawm
tadbst erschossen, umbpracht und erschlagen.
Diser zeyt [hett] her Cunrat, des geschlechts von Dungen,
Bchof zu Wurzburg, sein land vast uberal wider ganz eingenomen,
allen stetten und andern flecken seins laods ser vil lewt und,
B sein nachrichter bekennt hett, ob fünfhundert mit dem schwert
chten, auch etlich spiessen lassen, des stifts burger und undertanen
üb merklich, groß gut geschätzt, das Silbergeschirr an vil orten
id sunst alle wer genomen. Die burger zu Wurzburg musten
dl gegen sein fürstlich gnaden als trewlos, maynaidig böswichter
nchreyben, die stattmawrn am Main und den grossen, hohen
ktnm vor Sant Burkhart über abbrechen und mnbfellen.
Die von Ochsenfurt musten marggrafe Friderichen als dem
mbbrobst zu Wurzburg vier tawsend guldin fnr sein wein, den
le die pawm ausgesoffen und veröst hetten, und dem bischof
hm tawsend guldin Schätzung für den dritten tail irs guts geben on
idere sdiwere und merkliche straf, die die armen lewt leyden musten.
36*
564
In sölichem hett aac^ p&lzgrafe Ladwig am Rein, der chor-
farst, die statt Weyssenbarg am Rein, amb das sie der affirnrigeD
pawrschaft anhengig gewest warn, auch den abt daselbst nber&lleD
and gegen ime gebandelt betten, aberzogen and belegert, mit scbiessen
and anderm die statt dermassen benötigt, das sie sich, doch [631]
äff underhandlang and vertrag, so her Raprecht, grave za Mander-
sebied etc. and Friderich von Lidwacb obgenannt von des kaiser-
lichen regiments wegen, von dem sie darzn geschickt und verordnet
warn, zwuscben dem pfalzgrafen and der statt abredten, äff gnad
und angnad ergaben, also das sie dem pfalzgrafen sollten entrichten
zeben tawsend galdin and ir bestes geschatz geben und zastellen
sollten, ine aach mit allem raisigen zewg einlassen und gestatten
mästen, etlichen bargem darinnen als affwidlem and ursachem die
köpf und vinger abschlagen zu lassen etc.
Uff montag nach Visitationis Marie [3 Jali]
haben inner bargermaister and rat des newen regiments, wie der
von dem ausschuß erwelet and gesetzt, sovil dero noch vorhanden
and nit ausgetretten warn, in craft obverleypter aid and pfficht
nechst vergangen freytags den verordneten des pnnds getan, <fie
zwen entsetzten alten bargermaister Hannsen Jagsthaimer and Con-
rat Eberharten, nachdem der dritt alt bargermaister Hans Homburg
durch schrecken der anfror in tödliche krankhait gefallen , der er
auch kurzer zeyt hernach gestorben ^, in rat erfordert, ond aWi
die newen vom ausschuß gesetzten bargermaister ond rate den
zwayen alten burgermaistem erzelt und anzaigt, wie sie, in betradrft,
das sie von dem ausschuß nit rechtmessig, wie sich der statt reckt
und altem herkomen nach gepurt, zu burgermaister ond raten er-
weit, sonder in diser uffrurigen handlung, wie man wiste, von dem
ausschuß der gemaind, dem sölichs nit gepurt hette, darza getrongen
worden wem etc., auch vermög obberurter irer getanen aid vbA
pflicht begereten und willens wern, ir ampt und regiments abzo-
tretten, und baten daruff die zwen alten burgermaister und die
andern alten des rats, so auch zogegen warn, sie die newen barger-
maistere und rat derselben irer ampter und regiments yetz nod
hinfuro zu erlassen, sie die zwen alten burgermaister mitsampt den
«
1 „Nachdem bis gestorben" ist von anderer band naohgotrageo.
565
amteni alten des rats wider [632] amb in ir alt regiment zu tretten
etc. Und haben darnff der new borgermaister nnd rat sich mit
den zwayen alten borgermaisterh nnd alten des rats, die solichs
■nnamen, yeraint and entschlossen, das off morgen dinstag [4 Jnli]
bede inner nnd ewsser rate, wie sie vor diser entsetznng gewest
Bod noch vorhanden warn, off das rathaws erfordert werden sollten,
die mit endening nnd wal wider forzonemen und zu geprauchen,
wie von alter herkomen were etc.
Uff dinstag post Visitationis Marie
rind bed inner nnd ewsser rate nff das rathaws versamelt worden,
haben anderwait enderang getan nnd gewelet nach irer alten ord-
niiDg, darinnen die alten der innem and ewssern rate wideromb
in ir alt regiment nnd an ire ambt gesetzt and geordnet warden,
inmaasai sie vor der nSrur gewest wem, ausgenomen Jörg Bermeter,
der ward wider za aim innem bnrgermaister, Emfrid Kampf, der
(itnmnen was, aus dem innem and ewssern rat und Hainrich Trab
ni sdn statt in innem rat, Iheronimas Hasel za ainem Innern
tairer an Endris Stellwagens statt, Bonifacias Wernitzer, genannt
Behaim, zu ewssern bnrgermaister, Jörig Spelt, der alt, in ewssern
nt and an das bawmgericht nnd sein sone Jörig Spelt, der jnng,
kr anch entrannen was, herausgesetzt. Deßgleychen warden alle
ndere ambt nach alter Ordnung besetzt und vemewt.
Damach, als die obgenannten pundischen prandmaister mit
inr Plünderung nnd prandschatzung vertig worden und abgeschieden,
riid Cnnrat Eberhart und ander vom rat verordnet worden, mit
den marschalk, auch obverleypter schritt, die der marggraf und
Mnchalk aim rat an die pundsstend geben betten, gein Ulm [633]
fli reyten and Inhalt derselben schrift anzupringen und zu handeln,
vie ne dann getan. Die haben damf etlich offen edickt und er-
ndihriefe von den pundsstenden erlangt, lawtende, wie hernach folgt:
• Pundisch edict.
Allen and yegkUchen, churfursten, fursten, gaistlichen und
vdtlidien, prelaten, grafen, freyen herren, vom adel und stetten,
So dem band zu Schwaben verwandt, und denen, die egerurten
kad nit zagetan sein, unsem gnedigsten, gnedigen und lieben
berren vad freunden, entpieten wir römischer [kaiserlicher] und
566
hyspanischer königlicher mayestat, charfursten, forsten und andere?
Stande des bunds za Schwaben bottschaften, haaptlewt und rate,
yetz zu Ulm versamelt, unser undertenig, willig und freantUcfi
dienst, wie sich dann gegen ainem yeden stand zu tun geport,
zuvor und fugen ewem fürstlich gnaden und gunsten und euch n
wissen, das wir mit burgermaister und rate der statt Botenborg
an der Tawber von wegen irer burger und gemaind in der statt,
auch irer undertanen in der landwer und uff dem land, die sidi
der abgefallen, uffrurigen bawrschaften mutwilliger und böser hand-
lung wider Ire oberkaiten anhengig und tailhaftig gemacht, ain
vertrag an und ufifgenomen und sie von aller pundsstend wegen
nach furgegangner handiung gesichert haben, also das gegen inen,
den von Rotenburg, iren bürgern und undertanen deßhalb awsser-
halb rechts mit der tat verrer nichtz fargenomen werd^ soll
Demselben nach und in betracht, das die berurten von BotenbiiTg
urputig sein, ob hierüber yemand, wer der oder die wem, onb
zugefugt schaden oder anders zu inen oder den iren spruch vsi
vorderung zu haben vermainten, das sie dem oder denselb^ ge-
purlichs rechtens nit vor sein wollten, so ersuchen wir daruffaim
yeden obgemelten pundsverwandten , wie den seinem stand nad
beschehen soll und sich in craft der ainigung gepurt, zum höchsta
und tuen [634] euch, die andern, dem bund (wie vor lawt) bü
zugetan, ainen yeden seinem wesen nach bitten, für sich selba da
angerurten unsern angenomen vertrag und Versicherung gegen da
von Rotenburg und den iren zu halten und an irem erpiet^ gnnga
zu haben, das auch ain yeder stand, das es von den seinen, fie
ime underworfen und zugehörig sein, auch beschehe, zum höchstai
und ernstlichsten verfugen und awsserhalb rechtz mit der tat geg^a
mer vermelten von Rotenburg und den iren in der statt und aif
dem lande nichtzit furnemen oder handeln. Daran wollen wir «as
gewisslich und unzweyfenlich verlassen und sölichs zusampt der
pillichait umb ain yeden seinem stand nach undertenigklich, gonst-
lieh, freuntlich und willig verdienen.
Geben und mit unser dreyer gemainer hauptlewt hie farg^
truckten betschiern von gemainer versamblung wegen besigelt vd
den zehenden tag July anno etc. im funfundzwainzigsten.
Sölich pundisch edict ist gein Wurzburg, Adamen von DongCBi
den grafen vonHohenloe und andern zugeschickt und v^kundt wordtt*
567
Am montag nach Eiliani [10 Juli]
mein gnedig herren, die marggrafen zu Brandenburg und die
Botenburg geweßner uffirur und anderer irrung hialb, bißher
n ainander gehapt, nach vil.underhandlung und gutlichen fur-
ilagen mittein mit ainander gutlich vertragen worden und haben
aynang wider yemewert und uffgericht Inhalt des Vertrags,
von aim rat angenomen und zugeschriben , auch von beden
1 versigelt, ufigericht und im gesetzbuch registrirt ist etc.
Abermals Ernfrid Rümpfen betreffend,
t fursichtigen, erbernund weysen herren, burger-
ster und rate der statt Rotenburg uff derTawber,
meinen gunstigen, gepietenden, lieben herren!
Erbem, fursichtigen und weysen, gunstigen, lieben herren! [635]
r erber weyshait sein mein undertenig, willig dienst mit allem
rsam, mit erpietung, was ich bin und vermag. Ich sihe yetzund,
erbarms, den jamer und' unrat, der umb unser sund willen ist
uns von gott gesandt und geschickt, darumb das wir sollen
tun und kern zu göttlicher gerechtigkait und seinen namen
iten. Ich bekenne auch yetzund für ewern ersamen weyshaiten
i unbillichs, herbs antastens, doctor Carelstatts und anderer
en gegen ewer weyshaiten mermaln getan, die ich zum tail wol
irwegen standen lassen und pessers bedacht [hett], wiewol gott
umel, uff den ewer ersamen weyshaiten und ich hoffen, wayß,
ichs auch guter maynung als ain Christ und ratzverwandter
n hab, verhofft, gott ain sonder wolgefallen daran zu tun.
1 mögend ewer ersamen weyshaiten ermessen, das ichs änderst
; verstanden habe, dann gut, und gemaint, got ain dienst zu
Nun bitt ich umb dises willen den almechtigen, ewigen
umb gnad und bai*mherzigkait, das er mir, armen, eilenden
er nach seiner grossen gute woll vergeben etc., der der weit
ir sund durch Cristum vergeben hat, wöU nicht ansehen
nbel, sonder sein grosse gute. Ich bitt auch, so ich erkenn
ubermessig handluug, ewer weyshait wollen mir vergeben etc.
' in andern sachen in der stat und uff dem lande waiß ich mich
gott und der weit frey und wol zu verantwurten etc. und bitt
erber weyshait wollen ansehen, das ich vor der zeyt mit euch
568
gleyche bürde ängstlicher, sorgklicher geferlichait getragen und ge-
mainem nutz nach höchstem vermögen gedient, in ansehen meiner
kynder und schwangern hawsfrawen, die ench bewegen sollen, onb
gottes willen den billichen zorn zu legen, in ansehnng des almech-
tigen, ewigen gottes, der kainen sander, der sich bekert, Terworft,
der euch, wie ewer erber weyshait bitten, vergeben wöll, als ir mir
vergebent, vergebent mir all mein handlang, der ich mich ans nnwisseo-
hait, guter mainung mich begeben hab, lassent aber ewem billichea
zorn und setzend ewer erber weishait für äugen mich, ewem mitbnrger,
der sein hend zu euch hebt und bekennt sich, ist im laid. Wer
hat [153] sich nye vergessen, und welcher ist nicht, der tegüd
grossers oder gleichs unrats gewertig sein muss ? Dann wir ye nicht
wissen, was uns über nacht zu banden geen wurt etc. Welicfaer f*
i
ist nicht, der nach begangner that, wann es übel hinausgeet, alier- ^
erst sein handlung bekenne? Solichs bitt ich umb gottes undnmb i
des letzten gerichtz willen, wöUts für äugen nemen sampt den ge f-
verlichen zeyten und nicht so grewlich mit mir, ewerm armen niitr "
bürgern, faren, sondern gnad [636] und barmherzigkait in aUeo
dingen etc., als uns gott furgehalten und gelernt hat, [erzaigen].
„Seyt barmherzig, so wurt euch got, mein himlischer vatter, aodi
barmherzig sein^^ etc. Ich will gern tragen die straf, die mir im
casten und keller beschehen ist, will auch willig gnagsam verschrey-
bung tun ainem erbarn rate und ganzer gemain, auch etlich tage, n
mich ewer erber weyshait leybs und lebens sichert, in ain burgeriicfae
straf, mein [sund zu] bekennen, begeben in straf, damit menigklidi
sehe, das mir das alles laid sey, das mich rew mein tat. Gott wöB
euch nun in ewer herz geben, das mich ewer erber weyshait uffnemeii
als ainen armen und mir vergebend, wie auch ench der herr am ju^-
sten tag vergeben wurt. Ich bitte euch uff das allerhöchst wai
fleyssigst umb [154] gots willen und unsers herren Jhesu Christi,
umb des hailigen gaists willen, umb meiner dienst, weyb und kpi
willen, umb diser geverlicher zeyten willen, umb mein elend «od .
armut und umb des bekennens willen, das ich von herzen tun für ewer
erber weyshait, meine herren und mitburgern, wollt mich für aine«
löblichen schwebischen bund, meinen gnedigsten, gnedigen, wirdigot
und weyseü herren, freuntlich furdern und vertretten, mir mein leba
fristen und an mir als mein gnedige, gurtsüge, barmherzig und gatig
herren, die vergeben und günstig furdern and mich nidit vei^
669
D, mir verzeihen and vergeben, als uns gott vergeben wurt etc.
verhoff, wöll mich forthin bey ewer weyshait halten und ver-
chs hiemit, das menigklich nach diser meiner öffentlich beicht
ewer vätterlichen straf soll wolge&llen au mir haben. Der all-
htig vergeh mir mein snnd und gedenk ir nicht mer nach seiner
»en barmherzigkait ! Ich bekenne mich und beger gnad, hab
1 kain zweyfel, ich wölls bey gott, bey ewer weyshait und durch
r erber weyshait, bei dem loblichen bund, wa ewer erber weis-
meinthalben handeln wollt, erfynden. Gott, der almechtig, frist
r erber weyshait in langwirigem, fridsamen regiment, mir armen
regen zu gepieten. Günstigen, lieben herren, habend barmherzig-
; mit mir , meinen weyb und kynden , gedenkt der geverlichen
t, das ir noch lewt ains mals uff die mawrn bedörft, dar/u die
benden lewft erscheinen werden, das ir noch mer lewt notturftig
i werdet. Ich sag furwar , gott lebt und ist yetznnd in seinem
iment, tut barmherzigkait, als wir wider begern, laßt mich wider
meinem betrübten, armen, eilenden weyb und kynden, durch gott
t barmherzigkait mit! Zu undertenigen, willigen diensten bin ich
seyt willig.
Datum am sonntag nach Kiliani [9 Juli] im 25 jar.
Bitt umb gnedige antwort bei disem boten etc.
Ewer erber weyshait uuderteniger burger Ernfrid Kumpf.
11] Wie verrer etlich der auffrur halben gestraft
wurden.
Dieser zeyt wurden Eilian Ettschlich, der tuchscherer, . . .^
tling, der leinenweber, bed burger zu Rotenburg, Fritz Mölkncr
I Nortenberg, der in anfang der pewrischen uffrur der pawrn
iptman, rat und profos gewest was, und .... Weydner von
ttwangen und andere mer umb ir Verhandlung, in der bewrischeu
vr Inhalt irer urgichten geübt, gefangen und alhic zu Rotenburg
ch zeyt gefangklichen enthalten.
\ dinstag nach Nativitatis Marie [12 September]
ain erber rat hie zu Rotenburg die obgenanutcn Kiliau Ett-
1 Der Tornarae fehlt; 8. 541 nennt ihn Zweifel „nin weber Imbart
Wittling genannt.**
570
schlich, N. WittJing, Fritz Mölkner und N. Weydnern aus der ge-
fangknuß herfur uff den markt im ring, den deßhalb mit langen
spiesseu die stattkuecht und diencr hielten, furn und allda nach dem
profosenrechten mit dem schwert richten und daneben etlich andere
mit ruten ausstreychcn und sunst strafen.
Am mitwoch nach Nativitatis Marie [12 September]
kam Adam von Dungen mit hilf und zuschub des bischofs zu Warz-
burg mit ainem merklichen zewg zu ross und zu fuß, plündert und
preiint Schweindorf, Hartertzhofen, Stainsfeld, Gattenhofen, OdelU-
hofen, Guckelhawsen * und anders , bcy zehen dorferu und weylern,
on die, die prandschatzt wurden, trib ob zway tawsend stuck viebs
hinwegk, schribe aiin rat und gemainer statt vehd und veiudschaft
zu von wegen aius vermainten schaden, den ime etlich rotenborgisch
in iiewrischer uffrur zu Wurzburg in seim hof getan haben sollten
[638], das doch nit war was. Aber ee dann der veindsbrief in die
statt herein kam, da prand Schweinsdorf, welichs das erst war, mit
macht.
Jörg Gruber schrib Kumpfen halb.
Den erbern, fursichtigen, weysen, burgermaisteruud
rate der statt Rotenburg uff der Tawber, meinen
gunstigen, lieben herren und freunden.
Erbern, fursichtigen, weysen, lieben herren und freund! Mein
frcuntlich, willig dienst zuvor. Lieben herren und freund! Mir
sind diese beyligende Schriften von meinem geliebsten freund Emfrid
Kumpfen, ewerin mitratsfreund, zukomen lut ires inhalts. Nun ist
mir sein kommer und ungefell ye von gutem herzen laid, dann sein
fromme eitern und er sein mir dermassen vermaint gewesen und
noch , das ich inen meins Vermögens leibs und guts zur pillicbaitt
rat, hilf und beystand in disen nöten genaigt zu erzaigen bin. Wann
nun die sach dermassen, es sey gleich etlicher maß aus jugentlichcm,
unerfarnem Unverstand, änderst gehandelt sein, dann sein schrift an-
zaigt, so bitt ich euch freuntlich als ain alter, guter Rotenberger,
ir wollet benannten meinen sone uff vcrglaitung in ansehung seiner
1 Adolshofcn, Gickelhausen.
571
kscliald widcramb bey euch einkomen lassen in ansehen seiner
ymen eitern, oder ye doch zum wenigsten uff verhör und mir un-
rhandlong vergönden, so will ich in aigner person mit im vor
ch erscbinen, in hoffnnng, zu erlangen, damit er widerumb zu hews-
gen em, weyb und kynder komen möge, dann wann es ewer
len andern des rats gegnen, so sollt ir euch zu mir versehen, das
i mit leyb und gut wollt meins Vermögens im behilflich sein. Be-
nkt sein Jugend, hat er in ketzerischen luterisch verfurung sich
bengig gemacht, das soll nymmer geschehen. £r soll und will sich
ifiir in christlicher kirchen, gaistlicher und weltlicher oberkait
Iten, wie seine eitern als ain frommer biderman. Daruff bitt ich
eh umb ain freuntliche antwurt bey disem boten, und wist von
r als von [639] ewerm alten diener, das ich euch und gemaincr
itt, da es mir gehurt, zu dienen genaigt pin von gutem herzen.
Datum Sonntag Elisabeth [19 November] anno etc. 25.
Jörig Gruber von Scherngrub.
Innligend schrift.
em erbern, hochachtparn Jörgen Grueber* , pfalz-
efischeu etc. zu Newburg rat und diener, meinem
gunstigen, lieben herren.
Mein willig und freuntlich dienst zu aller zeyt. Uochachtparcr,
sonder, gunstiger, lieber herr und von alter her allzeyt vertrew-
ber, lieber herr und freund ! Ich gib ewer erber kait als meinem
rren und vatter hiemit laidigklich zu erkennen mein grossen un-
, zaich das allergröst betruptnuss, so mir, mein eelichen weyb und
serD kynden zu verdurplicbait zusteen will, und nemlichen von
gen ains erbern rats der statt Rotenburg uff der Tawber, das sie
eh als ein bottschaft mitsampt Jörgen Spelten, dem jungen, gein
nrzburg in der pawrn rat verordnet, ja auch zum taile über mein
ifach and zuletzt drifach gutlich bitten nit erlassen haben wollen,
im erstlich ist es offenbar und kundlich, das ich weder schuld,
t oder tat, ja auch in kainen weg nye gefallens gehapt [an] der
Bporung und uffrur in der statt und uff dem land. Das ich aber
sm allem zewgknuss der warhait anzaig und dartun, so ziehe ich
lieh sölichs uff alle handlung, die wissentlich und offenbarlich
ein etc. Uffs kürzt will ich zum taile ain ciain wenig die band-
672
Inugen auzaigen, nemlich so waiG ich mich mit gottes gnaden frey,
das kain mensch uff erden ist, das mich mein leben lang änderst,
dann ain sittlichen, one rom, erlichen, redlichen, fridlichen bider-
man gehalten hab, bin auch mit mein eitern und voreitern in ero
dcrmasseu herkomen etc. Zam andern so waiG ich, das kain meoscl
mit warhait in der statt oder uff dem land mich ainichs verdaciiU
[auzaigen kann] etc., ja auch weder schuld, rat noch tat, noch und
uye gcfiallens gohapt hab. Dann anfengklich, da ain erber nt a
ratschfagen wurd, die gemain zu beschicken, inen anzuzaigen die
grosse ungeharsani und empörung der gepawrschaft in der landwer,
so sie wider ir aid und pflicht [640] wider ir oberkaiten geweltigk-
lich zu handeln unterstunden etc. , pin ich zu derselbigen zejt vm
rata wegen verordnet worden, dasselbig begern, so in Schriften ver
fasst gewest ist, zu verlesen ainer wach, der sechs sind. Das beb
ich nun in der ersten beschickung der ersten wach getan, die schrift,
wie sie gestellt ist, verlesen, und die andern fünf nach sein nidt
beschickt worden, daruff muntlich an sie begert aus befelh, weliche
die sein, die aiuem rat die gepawrschaft wollen helfen zu geharsam
und straf pringeu, das dieselbigen wollen uff ain ort hieher, tldi
angezaigt, tretten und daher steen etc. [Warn] unge verlieh bej
zwainzigen, die an das angezaigt ort tratten etc. Alda hab Mea*
ziuger vor allen [an] zu schreyen, sie wollten ain bedacht nemea.
In sölichem bedacht machet Menzinger ain rat oder anscfanß, «ia
sie das nennen etc. Da besorget sich ain rat, und pillich, gew-
lichait, wurd Jörg Bermeter und ich zu inen heraus geschickt, aitf
rats befelh in anzuzaigen, das sie sollten aim erbern i*at geharsea
sein, mit vil mer andern worten und nochmals erinnerung, der Te^
lassen Schriften volg zu tun, hernach zum andern mal abermals lM^
aus geschickt worden, da mein gnediger der herr, fürst etc. Casi-
mir, marggraf zu Brandenburg etc. ain schrift an ain rat tete Mcl
und pin also, das offenpar und kundlich ist, zum selbigen tag»
zwayeu malen vor grosser uffrur und was geverlichaiten darvorg^
west etc., hab mich auch öffentlich hören lassen, ich wöU mit meiaeB
aignen leyb selbst hinaus an die pawrn ziehen. Da ist mir ain ge*
maind ganz und gar hessig und feind worden etc. Ab aöhckfls
allem ist abzunemen, das ich weder gefallens, noch nye rat odir
tat, ja auch kain mensch uff erden nicht von mir reden oder wt
warhait dartun mag etc., mit vil andern mer gebändelter sacbei}
673
ich mnb kurz willen anderlaß etc. Ich hab aach öffentlich zu
der gemaind uff dem rathaws gesagt, sie sollten sich ain ainichen
MD, den Menzinger nit verfarn lassen, zu zwayen malen gesagt etc.
Da ist mir ain ganze gemain hessig, veind und gar zornigklich aber
äeh erznmt etc. Nach vil sölicher handlungen, darinn ich wol
ik halb bnch papir verschreyben wollt etc. [641], da die gemain
je und ye zu den pawrn verpradern und in ir tewflische bruder-
lAaft komen wollt über brief und sigel und zusagen, so meinem
gndigen fnrsten und herren , her Casimir , marggraf etc. zu Bran-
faburg etc. zugesagt und gegeben ward etc., haben sie alle
J8 zu den pawrn gewollt, als dann beschahe, das ich mich zu gott
■d der warhait getrost, das mir sölichs alles uye lieb gewest ist etc..
Mich tU handlungen bin ich deßhalben von ainem innern und ewssern
nt^ ja auch Ton ainer ganzen gemaind des ausschuß genötigt wor-
in, dtrzu mit trohelichen worten getrungen, in den rat gein Wurz-
targ zu der pawrschaft zu komen, hab darfur gebetten zum ersten
od hernach zum andern mal und also biß in das dritt mal ausge-
tretten, bat Menzinger angefangen, ich muß hinab oder durch die
^m laufen, mit mer trohelichen worten, mir auch hernach der
targermaister und rat mitsampt dem ewssern rat ernstlich angesagt,
idi soll and muß hinab in den rat zu den pawrn gen Wurzburg etc.
Fio ich also aus betrangter not, meines leybs und lebens zu ver-
iGbonen, gein Wurzburg in den pewrischen, tewflischen rat ziehen
Msen, alda biß in den newnten tag gewest, nemlichen zway tag
H Haidingsfeld und siben tag zu Wurzburg und under solichen
Aen tagen vierdhalb tag schnlthaiß, das ich genötigt ward, darzu
trngen and zwungen worden, das waiß Jörig Spelt und ob hundert,
tk darbey sein gewest, pin denselbigen tag meins leybs und lebens
iBiicber gewest in der statt Wurzburg und zu Uaidingsfeld etc., das
>ldi wissentlich ist etc., umb kurz willen etc. yetz dis mals [zu
hiebr^ben] underlaß.
Und zam letzten beschließlich will mir uffgelegt werden, ich
hb den Andreas Carelstatt über verbott ains erbern rats gehawst
M geberbergt etc. Das will ich mit kundlicher warhait dartun,
4to idi ine weder gehawst oder ja auch kain lierberig nye bestellt
kabf das ziehe ich mich uff die hawsheltcrin und hawsfraweu, so im
kwB, darbey er gewest ist, das ich mit ir kainem nye kain wort
loredt bab, dann biß in 4 wochen ungeverlich bin ichs innen wor-
574
den, das er inen geherbergt ond gehawst und [642] behalten hat
(das will ich mit gott und der warhait dartun). Ich hab iueaadi
niclit liaissen predigen, das will ich auch beweysen etc., so ich nor
zu der verantwnrtung komen mag und kan etc.
Es will mir auch gar kain antwurt über drey meine bittlicbe
schreyben von ainem erbern rat zu Rotenburg getan werden, will
daruff gott und alle mein herren und freund bitten und anrufcD,
das mir doch ain antwurt, gnugsam Sicherung und glait zu verhör
gegeben werden etc. Und über alles mein anrufen und bitt, so idi
getan hab, mich lassen doch verhorn und verantwurteu etc., will
mir kain antwurt werden, sonder ain erber rat hat mein weyb ood
kynden alle ir hab und gut inventiern lassen und darzu mein brief
und sigel und Silbergeschirr zu irem gewalt genomen etc., mich one
verhör und verantwnrtung [gestraft], gewaltigklich meinen kyudeo
das ir genomen etc., muß das alles gott und dem rechten und aller
weit clagen, umb hilf flehen und bitten, dann ich meinem eelichen
weyb und kiiiden das ir also hinzuziehen nicht gestatten kan oder
mag etc. Ist demnach aus sölichen meinen cleglichen angsten uDd
allergrössten not mein undcrtenig bitt als zu meinem heireo ond
vattcr^ ir wollend mir, ja auch meinen betrübten, eelichen weyb und
kynden zu gut bcy ainem erbern rat zu Rotenburg handeln, micb
obangezaigten Ursachen nach wider zu ganzen gnaden und barn-
herzigkait einkommen lassen, mich also lenger im eilend und schaden
und verdurplichait weyb und kind nicht pringen, dann ich in solicbcs
allem nur allain durch ir genötigte pottschaft, das ich in tewfliscben
rat zu den pawrn hab ziehen müssen, in disen unfal und verdurp-
lichait kom etc. Wellt mich mit gottes hilf aller anderer band-
lungcn als des Carlstats, des tewfels, ja alle lutterische 1er und
predig (sein sibtiler tewfel, dann der grob tewfel, der Carelstat etc.,
vor dem kan man sich hüten, ist grob und tewtsch etc.) darino
die tewtsch nation verfurt, ist gar tewflisch, gar wol verantworten.
.Will mir auch was uffge[643]legt werden des schloß halbeo
Schillingsfurst, darinn waißich mich auch zu verantwurten, so ich doch
nur gehört werden mag, oder leybs und lebens genugsam versichert
wurd etc. Wollt in sölichem allem handeln , als mein allerhöchst
vertrawen zu euch steet als meinem herren und vater, ond mir
sölichs uffs ehist, als ir vermocht, antwurt uff mein ansacben wissen
lassen, mich darnach im allerpesten meiner allergrosten not darnach
hab zu halten. In allem dem, so ich kan and vermag, erpewt ich
mich ench zu dienen willig.
Datum am montag nach sant Ursula tag [23 Oktober] im 25 jar.
EIrnfrid Kumpf.
Antwurt.
Dem erbern und achtpern Georgen Grubor von Schern-
grnb, pfälzischem rat und diener, unserm besondern,
lieben herren und freund.
Unser freuntlich dienst zuvor. Erber und achtparer, beson-
der, lieber herr und freunt! Ewer schreyben, uns yetz von wegen
ODsers burgers Ernfrid Kumpfen seiner angemasten, vermainten
entschuldigung halben getan, mit beger, den mit vergleytung zu
Terantwurtung und wider bey uns einkomen zu lassen etc., haben
m sampt inligenden genannts Ernfrid Kumpfen Schriften, an euch
teschehen, alles inhaltz hörn lesen und möchten leyden, das die
achen gemelts Rümpfen halb änderst und sölicher massen gestalt
waen, das wir euch oder andern darinn mit fugen oder glimpf
begerter maß zu handeln gestatten konten, ir sollt vor aim andern
Bit guter willfarung darinnen angesehen und bedacht werden. Aber
wir sind Ernfrid Rümpfen berurts seins vermainten entschuldigens
iermaß nit gestendig, sonder die handlung des Karelstatts, der
oew^, verfurischen 1er und der pewrischen uffrur halben, die Ern-
frid Kumpf ime gern zu vortail und uns zu venmglimpfung dichten
md angeben wollt, helt sich seinthalben weyt änderst, dann er
eacli mit verhaltener warhait zugeschriben. Dann er hat selbs
wissen, das wir in der pewrischen uffrur unsors regiments und ge-
Walts entsetzt gewest sind, und der rat, den der ausschuß damals
gemacht, selbs auch kain gewalt gehapt, sonder was der zeyt zu
kandeln gewest ist, hat alles neben, mit und durch den aus[()44]-
icfaafi der gemaind und nach desselben willen und furnemen ge-
handelt müssen werden. In sölichem sind auch die gemelten Kumpfen
tnd andere in hawfen verordnet worden, die haben solich gescheft
angenomen und gehandelt, sich darinnen, auch sunst in der aufrur
des Karelstatts und anderer verfurischer, newer 1er [halben], daraus
dise uogeharsam und emporung unser und anderer herrschaft under-
tanen und ir bös geübte beschedigung erwachsen ist, dermasseu
gehalten, das mr und gemaine uuNer statt dess gegen kayserlicher
676
I
mayestat, churfarsten , forsten und allen andern stenden des reichs
in groß, schwer ungnad, verhassang, vehd und veindschaft, ewig,
unwiderpringlich, verdurplicli beschedigung, unrecht und oachtail
konien sind, und steet nun uff dem: Als der durchleuchtig, hoch-
geborn fürst und herr, her Casimir, marggraf zu Brandenburg etc.,
und Joachim von Bappenhaim, des hailigen römischen reichs erb-
marschalk, als verordnete in namen und von w^en romischer kay- ,
serlicher mayestat, auch churfursten, fursten und anderer stend des '
punds hievor unser undertanen widerumb zu unserm geharsam ge* *
nomen und pracht, haben sie daneben uns und inen in aidspflichten i
eingepunden und uffgelegt, die ausgetretten personen als ursacher )
und schuldig solicher uffrur und empörung nicht wider einkomen ^
zu lassen, änderst dann uff gnad und ungnad und mit wissen der \
pundsstende, sind uns auch ir hab und guter zu unsem handeo r
übergeben worden. Dem will uns, wie ir zu achten habt, gemel )i
zu halten, auch fursten, herren und den vom adel, die diser ofEror }
halben beschedigt und belaidigt worden sind, gegen denselben per*
sonen straf und rechtens in vermög des landfriden und reichsord-
nung zu gestatten gepurn. Das wollten wir euch nit verhalten, <■?
dann euch in ander weg annemblich dienst zu beweysen sind wir j:
willig.
Datum freytags nach Presentationis Marie [24 November] j-
anno etc. 30 '.
Burgermaister und rate zu Rotenburg uff der Tawbff.
[645] Der ander uberzug Adam von Dungens contri
die von Rotenburg. l
Am montag nach Exaudi [14 Mai] anno etc. 26 ist Adas j:
von Dungen mer dann mit vierhundert geruster pferden, sechshnn- y
dert fußknechten und ailf stuck buchsen uff redern, damit sie sick
des merern tails zu Yelperg versamelten, auch durch Wolfen toh
Yellperg und Jörgen vom Rein geworben und gefurt wurden, vm
andern mal über die von Rotenburg und erstlich gein Oberstettei
gezogen, das mit stürmen und gewalt erobert, darob der vänds
bey 36 geschossen und beschedigt worden, darunder bej sedM
sampt ainem edelman tod hüben warn, so dapfer hetten sich A
1 Lies 25.
577
)b6rstett6n gewert. Als die veind das dorf erobert, haben
i geplnndert und omb 1800 fl. geprandschatzet und derbalb
pawm ge&agen, darnach Wildendierpach eingenomen, ge-
irt nnd gar aosgeprennt, dann von den von Dierpach kain
?er geBdiach) sonder die bawm flnhen hinwegk.
Am mitwoch darnach [16 Mai]
ie Teind neben dem Haimberger tarn in die landwer gezogen,
em gelegen bift off den Pfingstanbend [19 Mai], haben zn
ifUd das leger geschlagen, Spilbach, Lewtzendorf, Lewtzen-
, Bnchen, Oamesfeld, Wettringen, Bewpach, die dorfer nnd
yU weyler nnd hof und sonderlich den Schandhof bey der
Etotenbnrg, auch vier landtom geplündert nnd verprennt, et-
i geprandschatzt, aber nit vil pawrn gefangen, dann sie nit
ns, sonder merer tails hie zn Rotenborg in der statt warn
etlichem vieh nnd anderer hab, die sie herein geflöhet betten.
Am frejtag darnach [18 Mai],
e veind den Schandhof verprennt haben, sein sie darnach mit
geschntz für die statt gezogen, haben sich jenseyt dem tal
der Rodermalen nnd Lewtzenpronner staig uff die hohe hinder
srten gelegert, bey achtzehen schoß gegen der statt aber das
stau, deren eüich in die statt gangen, aber etlich die statt
rraichen mögen haben, sonder sind vor der statt [646] die
mder und in Hennserberg gefallen, warn anch die stain mit
ausgefällt and mit bley abergossen nnd nit aber sechs oder
fandig groß. Doch mocht ain ganzer stain oder drey dan-
in die statt gangen sein, nnd sonderlich ainer in das Bar-
doster, abor es ist nyemand kain schad darvon geschehen.
Am Pfingstabend [19 Mai]
iß wieder ab nnd aas der landwer weg gezogen, haben aber-
ain merkliche snmma viehs hinweg triben, das des merem
hinauf in das Schwabenland and sonderlich in das land zn
nberg, gein Ulm, Eßling^ nnd Hailpronnen komen, alda ver-
, vermetzelt and verzert ist.
Und wiewol die von Rotenburg etwanvil knecht von Nnrm-
and andern enden annamen nnd zn sich prachten and ain
37
578
wolgeschickten hawfen knecht beysamen h^ten, damit wol etwis
aaszarichten gewest were, so kamen doch die knecht zu spat, ood
wollten die veind der schlappen nit warten , sonder zogen mit grj
danron.
Solicher obgeschribner aberzog ond beschedigong geschach mder
etlichen pondischen fenlin, aoch mit hilf des bischofs von Won-
borg, der ain merklich gelt, die knecht zo versoldea, gein Fellpag
geschickt, aoch sonst etlich seiner r&t, sein adel ond rewter darbej
hat. So betten nahend all tombherren, Chorherren ond pfafhot
zo Warzborg ire knecht ond pferd darbey ond zogen ain tail seU» ■
mit, ond sonderlich schickt der bischof von Worzborg bey dreff- :
hondert pferd gein Lawda, ließ ober den veinden halten, ob ii '
ain widerstand geschehen wollt , das er sie retten ond in n hilf
komen möcht. Bey denselben worzborgischen rewtem war anck
gewest . . . vom Stain, des ponds haoptman, mit etwanvil rewten,
der war mit inen zo Worzborg aosgeritten, hett sich hörn lasnot ^
die von Rotenborg betten nie in den pond gewollt, sie wollten not
in handeln, das sie die hend gegen dem pond offheben mostea.
Am freytag nach Corporis Christi [1 Joni 1526]
sind die von Rotenborg mit iren knechten zo rofi ond foB I0-
gezogen, haben Wolfen von Yellperg ain dorf [647], MittettNut
genannt, geplondert ond verprennt, deßgleychen ime darvor oi
darnach etwanvil hof ond goter geplondert, verprennt ond geprud-
schätzt, sein zehenden in der landwer ond Jörig vom Reins zdieodei
zo Spilbach eingesamelt ond genomen, sonderlich Jörgen vom BA
aoch sein pawm zo Gaibeltzhofen geplondert ond verprennt
Uff mitwoch nach Bartholomei [29 Aogost] anno, s^ ^
sopra,
ist solicher krieg dorch die stend des reichs off dem reichstig 0
Speyer vertragen worden Inhalt hernach verleypts yertragBtarie&.
Vertrag zwischen Rotenborg ond Adam von Tangen ilt^
Wir Ferdinand , von gottes gnaden prinz ond in£uit in ^
Spanien, erzherzog zo Osterreich, herzog zo Borgondi etc., fi«*
zo Tyrol ond Habsporg etc., römischer kayserlicher mayesttt i>
hailigen römischen reich Statthalter, ond von denselbeo gnaden ^
I-
l
579.
Philips, marggrave zu Baden, Bemhart, bischof zu Trient, Casimir,
!Darggi^ zu Brandenburg, zu Stettin, Pomern, der Cassnben nnd
tuenden herzog, borggrave zu Nnrmberg nnd fnrst za Rügen, nnd
Srig, herzog zu Brannschweig nnd Lnnenbnrg etc., hochgemelter
r mayestat verordnet commissarien zn disem reichstag, auch chnr-
arsten, forsten nnd stende des hailigen romischen reichs und der-
elbeii bottschaften, yetz alhie zu Speyer versamelt, bekennen und
DB kund öffentlich mit disem briefe : Nachdem sich zwuschen Adamen
tm Dangen und seinen verwandten an ainem und burgermaister
md rate der statt Rotenburg uff der Tawber und den iren anders
afls etlicher injurien und beschedigungen halben, so ime, Adamen,
md deo seinen von denen von Rotenburg und den iren in vor-
Sugner entbomng der pawrschaft zugefugt sein sollen, irrung und
spen erhaben, derhalben sie zu vehden und tetlicher handlung gegen
ynander wachsen sein etc., haben wir bede tail uff ir undertenigs
npplidm und ansuchen gnediger und guter maynung für uns ver-
tagt [648], zwuschen inen gehandelt nnd nach gehapter underhan-
ddong sovil bey inen erlangt und erhalten, das sie sollich irmngen
md alles anders, wes sich in vehdlicher handlung zwuschen beden
tiilen, iren verwandten, helfem, helfershelfern und anhengem hin
lad wider tetlichs begeben und verlaufen hat, zu unserm entlichen
froch und entschaid gestellt, welichs wir zu sonderm gnedigen und
pmstigen willen von inen angenomen haben, demnach gestalt aller
hüdlung bey uns bedacht und erwegen. Sprechen und erkennen
hmff off baider tail beschehen bewilligung nach, das die furge-
lomene vehde, wes sich in vehdlicher handlung und sunst biß uff
bewt dato zwuschen baiden tailen, iren verwandten, heifern, helfers-
kelfem nnd anhengem hin und wider tetlichs begeben und mit
Worten oder werken verlaufen hat, sampt der prandschatzung und
idiatzang, sovil der noch unbezalt aussteet, genzlich uffgehaben, tod
^od ab, und kain taile dem andern derhalb etwas schuldig oder
pflichtig, auch die angezogen schmehe und itgurien kainem tail an
Mnen em, gutem, herprachten leymut in ainiche weys nachtailig
lud yerletzlich sein, und daruff sollen aUe gefangne uff ain alt,
towonlich nrphed von beden tailen ledig gegeben werden, auch die
nofdningen und Zuspruch, so yeder tail zu dem andern zu haben
^armaiiit hat, sampt costen und scheden, in obbemelten irmngen
md andera halben biß uff disen tag uffgewendt und erlitten, nffjge-
37*
580
•
haben und verglichen sein , nnd kain tail derhalb gegen dem as-
dern durch sich, die seinen oder yemands anders von seiner, seiner
verwandten, helfer, helfershelfer und anhenger wegen in ungut etwis
farnemen oder zu geschehen verschaffen, sonder sollen hiemit and
in craft dis unsers spruchs und entschaids genzlich geridit md
vertragen sein und bleyben. Sölichen unsem spruch und entschud
haben bed obgemette parteyen dankparlich angenomen und UDsem
herren, öhaimen, freund und gnedigsten herren, dem cardinal vod
erzbischofen zu Mainz etc. von unser aller wegen mit handgeliiMe
bey guten, waren trewen und glauben zugesagt und versprodies,
demselben in allen seinen puncten und artickdn stet und vest n
halten [649] und zu volziehen, darwider nit zu sein, zu tun, nod
schaffen getan werden in ainich weys, sonder alle ar^t od
geferd.
Des zu urkund sind diser entschaid zwen gleychs lawts ge-
macht und yedem tail ainer under unser, Albrecht, cardinals od
erzbischofs zu Mainz und Magdenburg etc., und Ludwigen, p&]^
grafen bey Rein, herzogen in Bayern etc., beder churfursten, se-
creten versigelt zugestellt.
Geben zu Speyer uff mitwochen nach sant Bartholomäus tag
[29 August] anno domini millesimo, quingentesimo, vlcesimo, sexto.
Groß Linharten von Schwarzenpronn betreffeni
Umb Assumptionis Marie [15 August] anno etc. im fimfiuid'
zwainzigsten jar obgemelt, als ain manung gein Kirchberg MUfB*
schriben, ward obgenannter groß Lienhart von Schwarzenpronn, deii
wie obsteet, ain hauptman in der pewrischen uffirur gewest, vtf*
kundschaft, wie er zu Lendsidel in aim wirtshaws were Qxpi^
Cunz von Yelberg gelegen '), demnach Cunrat Eberhart alter ll■^
germaister, der damals in die manung gein Kirchberg ritt, al^ii'
Gulg Raymund Beringem, den spitalmaister allhie, mit eÜidMB
rewtem gein Lendsidel geschickt und den in dem wirtzbaws diadW
begriffen, in craft des kayserlichen landfridens erstechen und mk'
pringen lassen, wie dann von aim erbem rat alhie befoUien ^
verlassen wurd.
1 Die eingeklammerten worte Bind spilerer naohtrag
BcbreiberB.
581
[tiO] Heraach folgt, wie die aasgetretten barger and
bawrn gestraft worden sein.
Und nachdem m oben gemelter bewrischen anfror, als sich
ie endet, yü barger and bawrn als offwidler, arsacher und schnl-
igen derselben vor dem, ee dann mein gnediger herr, marggraf
■nmir and Joachim, marschalk von Bappenhain, als verordnete
as ponds za Schwaben mit irem kriegsvolk hieher gein Rotenbarg
unen, alda die abgefallen barger and bawrn wider za holden ond
Uditen annamen ond straften, aoeh etlich in demselben, wie ob-
eet, als sie gelesen worden, ans dem ring entrannen, wegkomen
id gewichen, sind etlich derselben entrannen ond weggewichen an
Sit ond got gestraft ond wider einkomen, etlicher tanqoam absens
ar statt Rotenbarg, irer landwer ond gepiet relegirt, verwisen ond
urza am got gestraft ond inen die siin hab ond gater gegen be-
linng der nachstewr ond scholden gefolgt, etliche tanqoam absentes
BT statt Rotenbarg, irer landwer ond gebiet allain on verrer straf
1 got, doch die borger off bezalong nachstewr ond scholden ge-
raft worden, alles, wie hernach folgt ond verzaichnet ist.
Straf der aosgetrettnen borger etc.
Dis nachgeschriben borger sind am got gestraft worden ond
idenunb herein in die statt komen:
Jörig Spelt, der jong, gibt 100 goldin vor seiner einkonft ond
iD die borgerspflicht alspald wideromb von newem globen ond
liwem. Lorenz Diem soll geben 100 goldin, ond mit ime, wie
it Späten gäialten werden. Jheronimos Knebel gibt 10 goldin,
hwert von newem, wie ander. Hanns Oßwalt Schlosser gibt 10
ildia, Schwert, wie ander. Yeyt Rewchlin kompt off bezalong
r 7 goldin ein. Yergen Hanns, Ealtbader komen off bezalong
r 7 goldin ein.
Diso h^mach geschriben werden am got gestraft ond komen
dit wider ein, sonder bleyben daws:
Emfirid Kampf gibt 400 goldin hiezwoschen ond Unsers
rren hymelfarttag [1 M&rz bis 30 Mai 1527] [651]. Crist Hainz
lit 300 goldin. Clans Frey gibt 100 goldin. Fritz Dalkner
bt 50 goldin. Jörig Kompf gibt 50 goldin. PhiHps Schleyt,
discfaerer, gibt 40 goldin. Asmos von Meinz 10 goldin. Valentin
dnidudmer 20 goldin. Paols Schreyner 30 goldin. Ganz Kern,
582
bachtrucker, gibt 40 goldin. Joß Schad gibt 40 galdin. Jörig
HartmaD gibt 20 galdin. Uainz Spörer 10 galdin. Peter Mark
10 galdin. Sebalt Rad gibt 10 guldin. Mertin Mor 20 goldm.
Michel Heberling gibt 20 guldin. Bernhart Graßmann gibt 10 galdin:
alle hie zwaschen Ascensionis domini.
Dis hernach geschriben sollen dawssen bleyben, ire nachstewr
and schulden bezalen:
Bartel Albrecht, Peter Sayler, Jacob Vabman, Lienhart Grafi-
man, Hanns Begen, Kilian Latz, Hanns Stainberger, Hanns Maefc, ;
Barkhart Schraub, Lienhart der Crelshaimerin man, Pauls BIuüe,
Balthazar Rep, leinenweber, Melcher Mader, Cristoff Westermayer,
Dippadeppin son, Hanns Loss, Joß Hefner, Conz Schreyner, [652]
1
Michel Nadler, Hanns von Michelstatt, Marx, Hennan, die Hanikel- j
man, Jung Flöß, Jörig Schu^, der muller, Bernhart Schmid. i
Daruff sollen der abwesenden teter weyber beschickt und inen ;
die verwurkung und straf irer menner angezaigt werden, und sollen j
sich ire menner in gemainer statt oberkait nit betretten lassen, 'i
sonder wa solichs geschehe, wurd ain rat dieselben unangeneben i
der geltstraf, ain yeden nach gelegenhait seiner verwurkung nnd j
Verhandlung am leyb oder leben strafen.
Deßgleychen das sie ire schulden, so sie zu tun sein, aus-
richten und bezalen, dann ain erber rat werde yederman deßhalben
rechts verhelfen.
Und sollen daruff globen und schwem, ir leyb, hab und guter
biß uff bezalung der straf auf bemelte zeyt und zil der hymeUart
Unsers lieben herren nit zu verrücken, sonder die angeregten straf
also bezalen und dero zu gewarten.
Daruff soll zu ainer yeden gelegenhait steen, hinaus zu zidMi
oder hynnen zu bleyben, yedoch wa aine hinaus zu ziehen odff ^
ire guter zu verendem willens, so soll sie zuvor ir burgerreckt 1
aufsagen, die nachpflicht globen und schwem und die nachstewr.
wie sich vermelter nachpflicht nach gepurt, bezalen.
Actum et decretum freytags den ersten des monats Martf
anno 1527.
Disen nachfolgenden aid haben obgemelte bärgest
so wider einkomen sind, getan.
N, nachdem du hievor der bewrischen af(rar], auch derselben
583
hricDem and nrsachern anhengig, verwandt und beystendig, auch
ftlich and sanst angeschickter, angeparlicher, affirorischer red und
ladlang gewesen bist, daromb aach fluchtigen fuß gesetzt und also
iner aid, pflicht and Terwandtnuss gegen kayserlicher mayestat,
eh aim erbem rat als ain ungeharsamer zuwider gehandelt, dar-
rch die straf des kayserlichen landfridens, des rechten und hal-
len reichs Ordnung verwurkt ha[s]t, dess ain erber rat, gemaine
iftt and die Iren, auch ander in merkliche, verdurpliche besehe-
sang komen sein, darumb [653] hauptlewt und rate des löblichen
inds za Schwaben von wegen gemainer pundsstende dein und an-
rn affwidler, ursacher und ausgetrettner personen leyb und gut
n erbem rat von gemainer statt wegen umb ir erlitten besche-
Song obergeben und zugestellt hat, und wiewol ain erber rat
gen deinem leyb und gut strengklicher mit straf betten zu han-
in, so haben sie doch aus milter barmherzigkait dich mit N guldin,
e da aim rat zuforderst entrichten und den burgeraid von newem
hwem sollest, inzulassen beschlossen, und dieweyl du dann die
Iselegten summa entricht hast, so wirdestu hieneben den burgeraid
an verlesen und widerumb von newem schwem.
Daruff ist ir yedem der burgerayd in der stewrstuben aus
m burgerbuch vorgelesen worden. Den hat ir yeder mit sein ar-
ikeln wider von newem zu halten geschworn etc.
ie ausgetretten und ander schuldige bawrschaft,
wie die gestrafet worden ist.
Dis hernach geschriben sind anhaims, sollen bleyben, aber
nb ir Verhandlung der pewrischen uftnir yeder hie zwuschen und
fiagsten [1 März bis 9 Juni 1527] zu büß geben, wie hernach folgt:
Nortenberg.
Peter Oandlach 5 guldin.
Hartertzhofen.
Jung Stoltz 10 guldin.
Stainach under Entsee.
Gflg S^yferlin 20 guldin.
584
Orempach.
Jorig Tckelshaimer 10 galdin, Mathis Hanns 30 galdin, Mathis
Jorig 30 gnldin, Pauls Tckelshaimer 50 gnldin, [654] WeysUea-
hart 50 gnldin, Jörig Herman 50 gnldin, der new schmid 10 goidin,
Hanns Rewtner 10 gnldin.
Qnmpeltzhofen.
Jörig Wisser 10 gnldin, Hanns Racker 10 gnldin, Wendel
Haym 10 gnldin, Michel BetJE 20 gnldin.
Grossenharpach ^
Peter Krug 10 gnldin, Antoni Dief 10 gnldin, Hanns Dorr
30 gnldin.
Habelshaim ^
Michel Kremer 10 gnldin.
Plomweyler ■.
Martin Beck 10 gnldin.
Bimpach \
Hanns Kern 20 gnldin, Ciain Paule 10 gnldin.
Wolkersfelden.
Hanns Erhart 20 gnldin.
Brethaim.
Michel Kurz 200 gnldin, Hanns Streng 40 goidin, Sig«!'""
100 gnldin.
Hiltgartzhawsen. i
Hanns Gilg 10 gnldin.
Lewtzenpronn.
Burkhart Ber 50 gnldin.
\ Großharbach. 2 Habelsee. S Blamwoiier. 4 Obarri»'»«^
585
Lewtzendorf.
Ifichd Vogt 30 gokUn.
Reysch.
[655] Hanns Heberling 100 gnldin.
Eringshawsen.
Stephan Lindner 20 gnldin, Hanns Lang 20 gnldin, Hanns
efel 20 gnldin, Hanns Deninger 20 gnldin.
Schwarzenpronn.
Lienhart Hagen 50 gnldin.
Insingen.
Asmus Lang 30 gnldin.
Wolfskrewt
Jörig Dörnlin 10 gnldin.
Fnnkstat.
Hanns Vogt, der alt, 50 gnldin.
Wettringen.
Thoman Schaffert 20 gnldin, Hanns Herman 30 gnldin.
Osthaim K
Bayer, der wirt, 10 gnldin.
Onspach^
Hanns Herman 30 gnldin. ^
Oailnaw.
N. Wacker 20 gnldin.
Dierpach ^
Jorig Brentsch 40 gnldin, Cnnz Bopp 20 gnldin, Hanns Has
*
1 Ober, UDteröttheim. 2 Kleiiiaiispach. 3 DieUch.
586
10 guldin, Lorenz Dolman 10 goldin, Hanns Zobel, bader, 10 gnldio,
Hanns Wallhawsen, scholthaiß, 20 goldin, Jorig Abendschein 10 gnldio.
Kurnberg ^
Lienhart Schainsperger 20 gnldin.
[656] Dis hernach geschriben sollen mitsampt andern, soineo
den see zn Hegnich haben helfen fischen , denselben see wider aas-
fegen oder aim rat 100 gnldin geben:
Hafelwinden ^
Mertin Erkenprechts son, Mnlhannsen son.
Eringshawsen.
Steffan Lindners son.
Dis hernach geschriben sind ttnsgetretten und ansschewch ge-
west, komen wider ein und geben zn büß, wie hernach folgt. 66
dann sie einkomen, wollen sie bald einkomen, so soUen sie ir gelt
bald geben nnd darzu den hernach geschriben aid schwem:
Hartertzhofen.
Jacob Vogler 50 gnldin.
Spindelbach.
Endris Hollenpach 20 gnldin.
Der ayd •.
1 Kirnberg. 2 Heufelwinden. 8 Derselbe ist bis su den wort«
„zuvorderst entrichten'' gleichlautend mit dem s. 583 mitgethoilten büigcr
cid. Von dort an fRhrt er fort: Und sollest darzn disen hernach genwHÄ
aid schwem, nerolich das du hinfuro gegen kayserlicher mayestatf M^
hurgermaist^jr und rate diser statt, so altem g^pranch nach erkiest und ff
weit sein und werden , nnd deinem leben oder gultherren in pflichten obb
geharsam steen, auch zyns, galt, stewr, raiß, dienst, sehend und all «oder
gerechtigkait raichen, geben und ton, wie von alter herkomen ist, und alltfi
das in gemelter uffrur dem allem snwider gehandelt und verordnet i«t, tod
nnd ab sein soll, das du auch den bürgern nod bawrn, so wider ir obff
kait uffrurig gewest oder noch sein werden, mit nichten roer anlmg^
hilflich, rAtlioh, fnrderlich oder beystendig sein, sonder wa da dergkic^
von yemand vermerkest, sölichs deiner obrigkait sam AurderliohsteD aoMg^
und dieselben offrarigen der oberkait an leyb, leben and gat strafen belA*
wollest.
587
Nota!
Disen aid obverleypt sollen nit allain die, so yetz wider ein-
)men, sonder auch andere bawm, so uff der alten barg nit er-
hinen und doch yetz anhaims sein and bleyben, also schweren.
[658] Dis hernach geschriben geben za baß, wie hernach volgt,
id sollen hie z waschen and Pfingsten [1 M&rz bis 9 Joni 1527]
esdbig bezalen, verkawfen, aas gemainer statt oherkait, landwer
id gebiet hinweg ziehen and sich darinnen nit mer betretten lassen,
mder die ir leben lang meyden:
Nortenberg.
Hans Schmidlin 10 galdin.
Stainsfeld.
Michel Waltman 100 galdin.
Ellwingshofen ^
Claas Yckelshaimer 40 galdin.
Stainach ander Enzee.
Hanns Seyferlin 50 galdin.
Dis nachgeschriben geben nichtz, haben aach nichtz, sollen
^dit eingelassen werden, sonder wa sie etwas betten, dasselbig
irch die iren verkawfen and aus gemainer statt Rotenburg landwer
id gebieten weg ziehen, alles hie zwuschen und Pfingsten [1 M&rz
B 9 Juni 1527], auch furter ir leben lang gemainer statt ober-
lit, flecken und gebiet meyden und sich darinnen nit betretten
«Ben:
Lewtzenpronn.
Peter Hawg, Claus Hawg.
Brethain.
Hans Manch, yetz zu Munster seßhaft.
1 Elbingthofeii.
588
Oamesfeld.
Blasios Wirt, Yeyt Kraws, der kirchner.
■
Standorf. .
Jörg Elingler.
[659] Nach disen hernach gemelten soll man trachten, si(
erobern, in gefengknoss za pringen nnd weyter mit inen nach
stalt irer Terwnrknng zu handeln:
Orempach.
Symon Nasser, Latz Bewtner, Alt Schmiddaos.
Scheckenbach nff der eben ^.
Latz Stoltz.
Grossenharpach.
Endris Krieg.
Gackelhawsen.
Peter Eemer.
Schmernbach.
Eilian Brack.
Brethain.
Lienhart Metzler, Michel Hofman, Flar Hanns, Hanns P
metzler, Michel Gemolt, der new wirt, Endris Windshaimer.
Lewtzendorf.
Hanns Holenpach, Hanns Hofinan, Michel Hofman.
Insingen.
Michel oder Latz Kern.
Bettenfeld.
Hanns Elingler.
1 Obenoheokenbach.
689
[660] Wettringen.
Tawber Jörig, Pfefflin, Becken Hennslin.
Von diser hernach geschriben personen wegen soll man sich
rerrer erkundigen and bedenken:
Lewtzendorf.
Gnt Hanns.
Oebsattel.
Lay schmid.
Orempach.
Jörig Kaiser, Lienhart Wiser, Jörig Dyrolf.
Actom et decretom in consilio freytags nach Invocavit [15 März]
lo etc. 27.
591
n
AUS DER ROTENßURGER CHRONIK
DES
MICHAEL EISENHART.
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• *i)i |i,|ii «
I >/■<•<• Ula
593
Anno domini 1525 ^, nachdem dorch die prediger hie zu Roten,
rg, nemlich durch herr Caspar Cristan, commenther und pfarrer
;, auch bruder Melchor, bede teutschs ordens, der des blinden
inchs Schwester zu der ee nam, hochzeit in N. Schwarzmans
US het, sunderlich auch durch doctor Johann Teuschel, prediger,
rr Hansen Rotfuchs, blinden münchs BarfQser ordens, mitsampt
lem, der sich ausgab für ainen pauren, der auch predigt hie
serhalb der stat in der schießhütten auf dem pruel und zu Koben-
U, und etlich burger hie zu Rotenburg die luterisch und carol-
idisch ketzerey, böse und falsche 1er ser uberhant nam, aus
nderlichem simuliren, verwilligung etlicher der oberkayt, und der
ctor Andreas Carolstat sich in aigner person her gen Rotenburg
^ hie predigt, begerent auch burger hie zu werden : hat sich be-
ben anno, ut supra, an ainem dinstag nach dem sontag Oculi
n in der Fasten [21 März], das sich in der stat Rotenburg zu-
nmen tun und rottirt haben bey 30 oder 40 pawrn, gekauft
i paucken, mit der selben stolzlich, ubermütlich und frevenlich in
r stat hin und her gangen über alles verpieten ains richters und
3em rats, nachmals zu nachts aus der stat, ain tayl gen Prethen,
I tayl gen Orenbach gezogen, aldo sich am mitwuchen und don-
rstag [22. 23 Mftrz] versamelt, sein ir bey 400 zusamen kumen ^,
1 bl. 113 berichtet Eisenhart über den bauernkrieg: Anno domini 1524
1 lieh im Hegaw ain erschrockliche und vorhin unerhörte entporung von
m pawenman wider ir aigen herschaft und oberkeyt erhebt und bewegt,
ekhe nachmals in dem Elsas, Schwaben, Wirtemberg, Algew, Franken,
huriugen und Saxen und an dem Rheinstrom [sich auch erhebt], haben
in grosse aal der closter, Schlosser ellendiglich on alles erbarmen zerrissen,
»nchlagen und verbrant haben , welche darnach durch gottes und schwe-
Mien bnnds hilf innerhalb drien monatcn nydergelegt und mer, dann
hindert tausent an allen orten erschlagen worden. 2 Am rande hat
^(■^hart beigesetzt:
O male consulte gentes, cognomine tantum
Christigene, scelerum altrices fraudumque magistre,
Oblite comune bonum, o male concordes.
594
Am freyttag darnach, der was der abent Annuntiationis Marie
[24 März], haben sich inner und enser rat versammelt and be-
♦
Nimia cupidine ceci!
O patria, o magnis domus inclyta patribns olim,
Quo tua majestas, quo tua fama ruit?
Quo tua relligio? virtus quo prisca fidesque?
Quam dejecta putri squallida sorde Jaces!
Heu lachrime, heu gemitUB, o tua saltem
lucommoda doleant pectora casta brevil
Addo domini 1525 ist die groß bewrisch aufrur in teatschen landen toi
der lutherischen 1er entstanden.
Annus verginis a partu millesimus ibat,
QuingentcsimuB et vicesimus ordine quintus,
Seditiosa cobors fureret cum francioa totis
Urbibus atque agris.
Heu, heu doniine deus , quomodo obscuratum est , , . ., mutatus e^t color
oportunuR, scdet in tristicia domina gentium, sancta sedes apostolica, qotn
usquc huc taiito zelo custodisti! Conalia, contentiones et euiulatioDO,
Fccte, invidic, ambitloues, iutrusiones, persocutionesl O tempus pessimao.
O mc infelicem, cui cernere fata doderunt
Hoc 8celu8 usque adeo indignum, quod nulla piabunt
Tompora, quod nulli potorunt extinguere luctus!
Divi omnes diveque, deum pulßato precando.
A«lsit et sue jiftlictc ecclesie provide^tl
() ihinin'^, sunelc deus , nttendc hanc tue ccclesie riiinam, ne obdormii» «•
fincin , nc «licat ininiicus tuus: „Prcvalui contra Jesum et eiu» eccleiiMi''
Defecit mim sanctun et limitate sunt veritatefl a filiia hominum. Quii hooM
jam securus erit, cum in omnibu» angulis latent insidie?
Heu, qualis simulatio et negligentia, ab aliquibus dictum : |,Man oofi
vil pfaflen erschlagen, biß man mich triift^S
Es hüben sich auch in der hallischcn lantwer die uffrurischen bann
zusammen tun, zugcn in etliche dorfer, namen den pfaffen, wa« ««
betten, das solt ewangclisch sein, mantcn ali«o ubcral die bäum uff mit-
zeziehcn, oder sie zu verbrennen. Also wart ir ain grosser hanf ib
Unihikirchen versamelt. In dem zogen die von Hall mit iren buiigwB
hinaus bcy neehtlicher weyl biß gen Gotwaltzhausen , des tags erwtr
tcnts. Da sahen sie also die baurn neben Gaiinkirchen biß in zway tautest
starck in der Ordnung daherziehcn. In dem Hessen die von Hall ir reM-
pchlangon abgcn. Also zcrtranl sich der häuf, gaben die flucht, lüffen d«
bergen zu. Nachgcnds zogen ir etlicb gen Wirzburg und ander uifruritck«
baurn zu , wurden aber allenthalben geschlagen, die haben auch grtvt
Ludwig von Helfem[stain) damals zu Weinsperg mit etlichen vom adel durcli
die spieß gejagt, als nemlich Dietrich von Weiler und sein snn Hans Die-
trich von Weiler und [Hans Dietrich von] Weaterstetten, Barckhart tub
595
chickt nnd erfordert die fflnf wach ^ in deo begriffen waren all
nrger, uff das rathans *, begerent, welcher bey ainem erbern rat
en wolt, solt zum ofen sten. Sein aus der ganzen gemayn nit
er, dan 26 bey aim erbern rat beliben und bestanden, die
berigen haben sich des merertayls von stund an auf dem rathaus
ider ain rat rottirt. Ist Stephan Menzinger, mit im Laurenz
jioblach, ain presserknecht, uff die banck gesprungen, sich gegen
er gemayn also hören lasen mit verkerter gstalt und maynung, sy
oUens under die haut nemen, wa sy sich mit gelüpt ergeben wollen,
I ir ffimemen helfen verfechten, begerent 36 zu ainem ausschuß,
elchs alsbald ain fQrgang namb mit Verpflichtung an ains ayds
tat. Also in solchem liffen die gemayn den torn zu, schlugen
ie zu, erforderten und begerten die Schlüssel von torschliesser mit
ewalt, welche in alsdan behendigt warden, haben also uff beder
irtey, umb untrew und arglist zu verhüten, die selbigen nacht
it und gemayn die Schlüssel mit einander ingehapt.
Item darzwüschen ist Cunz Eberhart und Georg Bermeter vom
inem rat, Gabriel Langcnberger und Benedict Maisch vom eusem
Ht zu den paurn geschickt worden, ir fürnemen und begern zu er-
undigen und zu erfaren, haben sy kain antwurt von den paurn
logen beknmmen, dan sy sich boren haben lassen, sy sein noch
it all bey ainander.
Sein auch mitler zeit brief kommen von margrafe Casimirus,
ie verlesen sein worden ainer gemayn, in welchen er aim erbern
at.ond gemayner stat hilf und beystant zu tun angezaigt, auch wa
ot wer, in aigner person zu erscheinen, frid und ainigkayt zu
lachen, mit anderm freuutlichem erpieten. Es habons aber von
♦
Ihenheim [Ehingen], her Wolf von Eheheiin, Fritz von Neuonliausen, Georg
Polf von Nculiausen, Erbart Sturinfeder, (»org von Kaltental, der jung
Uns Spet von Hopfa [Höpfiglieim] , Wolf Rnd [Kaiih| von Ilelfenbcrg,
kVdolpli von Eltrenhofen , Kndolph von Hiirnaw [llirnlieim], (Üeickhart von
Ellingen, Bastian von Naw [Ow|, Philip von Dcrnhaiiscn, Jacob von Bern-
mieii, des vogts siin zu Göppingen, HanR Conrat [schenk von Wintcr-
Ifltton], des vogts sun zu Vaingen, zum Ictzsten das schloß Weinsperg
•üfigebrent. Es warden zu Hall ir vier der uiTruriscben entbnupt, zwun
lanach, etlich durch die backen gebrcnt, etlich die zwcn fingor abgo-
1 Am rande: Sechs wach. 2 Am rande: Vormals ist allemal die
^Itsgenwach zum ersten erfordert, zu discm mal ;ibor die Marcktwach.
38 ^^
596
der gemaya und aasschuß etlich mutwillich veracht und gar nit
nemen wollen.
An disem abent [24 März] zwüschen 5 und 6 or hat i
den hergot am kreutz geköpft und die arm abgeschlagen äff (
kirchhof zw der raine Marga *.
Am tag Annuntiationis Marie [25 März] sein inner und e
rat bey einander verhart in grosen geferlichkaiten, angsten
sorgen, haben die gemayn und 36 ausschüss den eüsem rat
innern abgefordert, welchs in gar schwerlich zu tun geant^
doch in solcher betrancknüs vom innern rot ir ayd und glQpt 1
gezelt zu werden begert, welchs in alsbald vergünt, und alsc
ayd und pflicht ledig gezelt, sein sy zu der gemain tredten.
Stephan Menzinger begert den ayd von in, welchem Hieroni
Ofner * geantwurt: „Nit dir, Menzinger, geloben mir, sunder
ganzen gemayn^^ Also hat ainer nach dem andern gelüpt
Und wie der elisser rat vom inner, also ist auch der inner
vom eüsern ir ayd und gelüpt ledig gezelt worden, und am mo
darnach [27 März] haben sy auch der gemayn müssen hnlde
solchen angsten und sorgen, das ir ains tails sich des lebens
wegen betten, dan * ye ainer separatim nach dem andern aas
ratstuben gefordert, ain yed weder gedacht, er müst sterben,
chem zwen von den außschüß vorgingen und zwen nachgienge
Nach getunem ayd und pflicht [ward] ydweder unbewist des an
haymgeschaift *.
Dominica Letare [26 März] hat Crischainz, der beck, in C
frawen capellen dem priester das messpuch vom altar geworfen
also die priester von der mess verjagt. Contigit domino CrJ
phero Bernrieder.
Au disem tag haben sich die pawrn, in der Ordnung ziel
sehen lasen im feld vorm Galgenthor.
Am montag darnach [27 März] hat Ernfrid Kumpf in
Pfarrkirchen dem priester unterm tagampt, als er sang: „A4
nos, deus salutaris noster^^, gesagt und trutzlich zugesprochen,
er sicher sein, soll er vom altar gen, hat also das messpuch he
geworfen und die schuler aus dem chor verjagt. Et sie po
«■
1 Vgl. s. 10. 2 Am rande: der erst. 3 Vgl. s. 155. 4
ye bis haymgeschafft] ist von Eisenhart später nachgetragen.
597
spensa faenmt canüca, pnlsns et omnia officia divina. Contigit
n Nasenhaosen, qni postea in Castro Yimsperg ex fractione pontis
(u periit, diffamatos cam Hof Hansen Berblein.
Die selben nacht hat man etlich der ret von Hall hereinge-
sen, nemlich Herman Boschlern und Dietrich Plancken, fryd und
igkait zu machen, sed nichil profecerunt.
Am dinstag [28 März] sein der pawrn 800 in der versam-
lg worden, und welcher in der lantwer nit kummen hat wollen,
)6n sy in mit gwalt zwungen oder im das sein genommen, als
nüch aim pawrn zu Wettring gescheen ist.
Am mitwuchen [29 März] sein zw in kumen herr Czaysolphs
1 Kosenberg pawrn, auch ir vil aus dem Schüpfergrunt.
Am freyttag [31 März] sein die pawrn in der lantwer ge-
inglicb all komen, sein ir bey 2 tausent worden, haben den
ben tag sich geleert gen Newsas \ ist Laurentz Knoblach zw
Einauszogen, sich in zw ainem hauptman versprochen. Desselben
;8 sein etlich aus den pawrn in die stat geschickt worden, ires
jeren und fümemen ain bericht geben.
Hiezwüschen sein kummen die kayserlichen und bündischen ret,
t ZQ machen, sein ungeschafft wider hinweck geritten, desgleichen
j von Nttrmberg.
Item es solten uff disen tag alle hantwercker ir beschwer und
ligen aim ausschuss fürtragen, würt gehandelt von wegen der
iwr, wag und umgelt.
Des nachts legerden sich die pawrn zwm Santhofe.
[220] * Am freyttag nach Ambrosy [7 April] hat das Kneplein
*
1 Neusitz. 2 Bl. 219 enthält folgende nicht von Eisenhart gcschrie-
le, aber gleichzeitige copie auf Ravensburger papier: Vil hail, gnad, frid
i Stareken glauben in Christo! Fursichtig, ersame und weyß, gonstige,
»e herm und bruder in Christo! Wir fugen euch zu wissen, das wir uff
L nuas] montag Faßnacht [27 Februar] ayn christenliche yersainlung ge-
bt und uns da ay-nhcUichlichen entschlossen, allain zu handien nach laut
1 Inhalt des gotlichen worts, welches man durch gelert, christenliche
omer erfaren und erlern soll. Was uns dan das selbig gotlich wort nympt
d gibt, dabey wollen wir alle zeit gern beleyben und uns bey demselben
*\ and wee beschehen lassen etc. Nachdem und wir aber vil yeynd habeni
dem gotlichen wort widerstand zu tun fürnemen, demselben nach begern
ir diemütigklichen ain wissen von euch als unsern günstigen heren und
uiser gemaynde zu haben, was wir uns doch zu euch yersehen sollen,
598
under der predig die lampen vorm sacramenthaos mit licht and dl
in die kirchen geworfen in gegenwertigkait etlicher des rats.
Am selbigen tag sein die pawm abgezogen, und ist Fritx
]\Iolkner, ir fenderig, mit etlichen der pawm gen Rotenburg komen.
Die uberigen haben sich rottirt and sein für Stetten and Scheffters-
heim gezogen , von dannen gen Mergetheim und Bischofheim * und
allenthalben die casten and keller gesturmet.
Am Karfreyttag [14 April] hat man hie zu Rotenburg alle
ampt in der kirchen uffgehept, also das man weder gesangen, nodi
gelesen, allain doctor Johan Teaschel gepredigt, kayser, küng, fursten
und berren, gaistlich und weltlich geschmegt, geschent und glest«rt,
gesprochen, sy wollen das wort gottes hindern.
Ex his hausorunt ninlti exitiale venonum
Falsis persuasi fraudibns atquo dolis.
Non Bolum vulgus, verum dementia major
Exiiperat doctoa, quos modo vulgus habet.
8cinditur binc populus varie in contraria secte.
Federa rumpuntur divinusque cultus laceratur,
Vix vacuum invenies seditione locum.
Respice nos, deus alme, precor, miserere tuorum
TaBtoresque bonos assere et perde malosl
Am sambstag, in vigilia Pasche [15 Aprü], hat der hM
müuch, her Hans Rotfux das hochwirdig sacrament gantz spotlick
veracht, aptgotterey und ketzerey gehaysen. Man hat auch wed»
fear, noch tauf gesegent.
Heu afflicta magnique prodita Christi relligio.
Quo te deplorem carmine? Nulle sufficiunt lachryme, nofii
mihi lumina totus irriget oceanus. Vituperatur nunc phebea cohois,
odiosi sunt jam sacrifici, nuUus honor sophie, relligiosonim ooi'
«
ob ir un« hilflieb und ratlicb «eyn weiten, wa wir über unser chrirtedi»
erbieten angi'tast oder überzogen wurden. Begeren demnach ajner gent^^S^
antwort von euch als unsern günstigen bom zu warten elo. Hiemit [i^
der gnad Cliristi bevolhen!
Datum in eyl an der rechten Faßnacht 1525.
Von dem cbristenlichen häufen, so versarolet gewesen iit ^
Balwingen [Baltriugen] im ried.
Den fursichtigrn, ersamcn und weysen, burgermaister irad rat, daran p"^
gemaynd der statt Ehingen, unsern gonstigen, lieben bem und [hrnätt»} ■
Christo zu banden.
1 Tauberbischofsbeim.
599
tempta jacet penitasqoe conditio roit. Hinc turba sacrata perit et
mtle nunc audit, qnicquid monachorum est. Yerticibos rasis non
dator aUas bonos.
Bpoot« SU* qaidam rumpnnt positisqae oncuUis
Federa pacta deo conjagiumque petunt.
OmDis imago dei simul expugnatur ab illis.
Se nihil in templo preter inesse volunt.
Omnis et ornatns, fecit qno rite sacerdos
Sacra deo, nihil fuit his nisi ridiciilum.
Est ingens facinus inissas celebrare, quod ajunt.
Sunt fuseque preces nihil ad superos.
Purgandis locus est non post vitam hanc animabus,
Sanctornmqne preces somnia sunt hominum.
In templo yerbam non, nisi „crede'S volat.
Am haylgen Östertag [16 April] hat man weder gesungen,
tioch gelesen.
Secnnda feria Pasche [17 April] bat doctor Andreas Carelstat
Stütz scbentlich und scbmelicb gepredigt wider das hocbwerdig sa-
cnment, und nacb dem, als ain mandat was kummen, darin ge-
jiottai, die vier alten doctores der kircben zu halten, bat ers alles
m spot gewent, gesprochen , er wiß nit elter , dan Moysen und die
Eiropheten.
In diser nacbt ist Cobenzell ^ gestürmt durch etlicb müller,
MSd and bild in Tauber geworfen.
Tercia Pasche [18 April] hat man verkündt und außgerOft
Be arückel des ausschußs, nemlicb das die jungen priester sollen
md mögen weyber nemen, wolle mau in ir pfrQnd drey jar nach-
ölgeii lassen, on das woll man ins nemen, aber die alten, erlepten
ran ' man ir lebenlanck vollet lasen pleyben. Item dicweil man
iao verkOndt hat, ist das Kneplein sampt Dyppatep Unser frawen
ittar zugelaufen und die bild heraus wollen werfen. Solcbs haben
Be fimmmen alten Christen mit gewalt erwert, sy mit gewalt aus
br kirchen triben, sein etlicb messor zuckt und entplost worden.
DtriwOschen hat sich auch Peter Sayler zertragen mit Hans Murren
iS dem kirchhofe.
Uff disen tag ist auch beschlossen worden, das man den in-
lurn rat soll endem.
«■
1 Nämlich die kirohe. 2 Liea woU.
600
Quarta Pasche [19 April] hat man tafel zu Koben»
prochen und zerschlagen. Etlich müller haben ain tau bili
in haym tragen und grose unfür getriben.
An disem tag hat doctor Carelstat widerumb gantz sc
predigt wider das hochwirdig sacrament, auch andere cerem
Proh dolor! O superi!
MysticuB ille panis non est Christas male sanis.
O pater, o hominum deus et spes una salusque,
Quo sine, que fiunt, sunt ea facta nihil,
Qui regis humane tenuissima lintea navis
Et pressam ventis nndivagarnque ratem.
Seyus ad infemas nos attrahit auster abysaos.
O deus incerte dirige puppis iter,
Ne ' sinas, ut Stygius lupns insidiator ovile
Opprimat et rabido deyoret ore gregem
O tempora horrendal '
Item dem pfarrer von Scheckenpach sein von pawm 3
weins genommen und ausgetruncken.
Quinta post Pasche [20 April] haben hie zu Rotenbi
weyber her Conrad Volckmar 1 1 malter koms genommen vor
haus und gepeut, nachmals sich understen wollen, her Mich]
senharts sampt dem schwesterhaus zu überfallen.
O genus insanum! Qui sie vos fascinat error?
Quis domon? Que vos ezagitant furie?
O populi, türme, plebs, agmina, turba, cobortes '.
An disem tag hat man erweit zu burgermayster Georg
meter, und satzten aus dem rat den alten Hans Jagsthamer,
Eberhart, Endres Stellwagen, Seyzen Schmid, und wardeo
steurstuben gesetzt Stephan Menzinger und Jheronimus Has
sein auch ir 12 verordent worden von dem ausschuß, an
alle verhöre und sach ligen soll.
An dem obgemelten donerstag nach Ostern [20 Apr
die weyber mit helnparten, gabeln und stangen in der Hafe
umbgelaufen und ser rumirt (more Amazonum), gesagt, sy
alle pfaffenheuser stürmen und plündern, sed fuit preventom
Am freyttag nach Osterh [21 April] haben alle ]
♦
1 Ne— horrenda] späterer nacbtrag Eisenbarts. 2 EHese wak
Eisenhart später nachgetragen.
601
r werden müssen nmb sicherhait willen, man het in sanst
mien (wie dan berayd understanden) all ir hab und gut, haben
3m rathans geloben und schweren müssen Stephan Menzinger
. dem ansschuß laut etlicher artickel palliato modo, also das
sagt, das sy solchs weder zwungen, noch drungen tan, hat
er ain bürgergulden müssen geben, darzu raysen, wachen und
lüten, auch arbaiten im graben.
O gens, o cunctis Erebi digniflsima penis!
Quid nostro hoc seclo, qaid tempore flpurcius isto?
Quis dormire orcum dubitet, qui talia monstra
Non Yoret? O homines» o sors, o tempora nostra!
O faror irati et contempti numinis,
0 quam multaa tocum animas peBsumdas?
O iDfelix ncelum, o laclirymabilis etas et ferroa
Vel ferro pejor, qnia diirior ipso,
Diim mala, que multaB haiiFerunt singnla gentes.
Cuncta simal complexa bines!
Am montag nach Georgy [24 April] hora prima ist der rat
mpt dem ansschuß in der pfarrkirchen erschinen, aldo der
rnd verkündigt, wie die bawren begern 200 man, ain hundert
r spieß, ain 'schlangen und ain hauptgeschoß und zway gezelde.
Q die viertelmaister geantwurt: Sy haben den bawm nichts
. noch zugesagt, sein in auch weder gelopt, noch geschworen,
was zu leyhen, raichen oder schicken. Hat pfaff Holenpach,
santer, gesagt, wie etlich, derweil sy bei dem Sandhofe gelegen
in gegenwertigkait her 'Leonharts Denners, irens cantzlers,
vil ander auß der statt sich boren haben lasen, sy wollen
Iflich und beystendig sein in irem fürnemen, leib und gut bey
issen, darumb sein sy ytzund da, dasselbig begerent, hat aber
nt mit namen genent, noch anzaigt.
An disem tag sein hundert bawren, 4 wegen, 5 karren wol-
en hie durchzogen. An sant Marxtag [25 April] hat Hans
rer, der ciain, umbschlagen lasen den ledigen gesellen, solde
sruft. In dem ist Holenpach und sein häuf wider zu der stat
IS gewüscht, ist im gesagt, man woll den bawm uff ir begern
iftlich antwurten. An disem tag sein der marggrevischen
commen und hilf und beystant zugesagt.
Am tag nach Marc! [26 April] hat man gemustert uff der
1 pürgk, hat ainem zu seinem handwergk die wuchen wollen
602
geben 2 Ti hats kainer wollen annemen. Am abent Yitalis [27 April]
hat man körn ausgeben, doch hats nit iderman genommen.
Am mit wachen nach Marci [26 April] ist Laurenz Knoblach
zu Ostheym von den bawrn zu stucken zerhauben worden, bab^
einander mit den stücken geworfen. Zum letzten haben sy im deo
köpf abgehauben und von einander gespeldt. Sy sagten, er wer
ain verretter , hab sy wollen verfüren. Vltio divina : er hat im
leben gesagt, er woU nit sterben, er woll vor 3 pfaffen erschlagen
ist im (got hab lob) kainer zu tail worden. Er ist darvor ain
morder und todschlager gewesen, iderman wissentlich, nicht dest
weniger haben in die von Rotenburg gehalten und ain wirde und
bürger lasen sein über alle sein misshandlung.
Am tag Vitalis [28 April] sein die bawrn zogen für Ipfhoven \
darnach für Maynbernheim , sich hören lasen, sy wollen bald be-
sehen, was die von Rotenburg tun.
Am abend Philippi und Jacobi ['^0 April] hat man in der
nacht das closter Anhausen geblündert und verprant. Die selben
nacht haben die von Dinckelspüel Münchrot geblündert, deßgleichen
die bawrn das closter Schwarzach. Auch so ist verprant worden
das schloß zum Reygelspergk ^, wein und trayd haben die von
Ayb ^ gepeut.
Donerstag nach Crucis [4 Mai] sein die bawrn, der schwan
häuf genant, von liaylprun gen Bischofsheim ^ kommen, haben be-
gert das gschoß, das zu Boxberg ist gewesen. Die nacht davor
sein sy gelegen zu Bucheim ^.
Am tag Johannis ante portam latinam [6 Mai] des morgens
frue hat man mit der groseu glocken drey zaichen geleut der ge-
mayn, und in der pfarrkircheu ist in fürgehalten durch her Carel
von Heßbergk , Friderich von Lydwangk , grave von Mantzschy *
des marggraven freundlich begem, wie sein gnad sich mit seinem
frawenczymmer, auch alle sein klainader her gen Rotenburg woll
tun, leyb und gut bey ine lasen, sed major pars renoit, muajsfi
indignantes et maledicentes. Fuerunt tunc certi notati, qoi postea
fuerunt decoUati. Auch ist frag tun worden, ob man den bawrn
volck schicken well oder nit, desshalb nach mittag amb 10 or die
gemain erfordert uff das rathaus.
1 Iphofen. 2 Reichelsberg. 3 Anb. 4 Tauberbisohoftboo.
5 Buchen. 6 Manderscheid.
603
Am montag {8 Mai] sein bawrn gezogen fOr das Newhaos
bei Mergetheim und am dinstag geblundert and verprent.
Am tag Gordiani et Epimachi [10 Mai] hat man gemayn
gdialten secunda hora diei, ist in fürgehalten durch geschrift, wie
sich die drey stett, nemlich Hailpran, Dinckelspühel and Wympfa
mit den bawm verbrüdert und zu in gefallen, und wie nit weniger
Rotenburg mer und hoeher genottigt wer, billig, wa es von nötten
[221] wer, solten die von Rotenburg weyb und kind verlasen und
inen, den bauren, zuziehen umb rettung des worts gots und evan-
geKums willen, mit andern vi! mer verkerten und geferbten reden
nnd Worten. Nach solchem umb 6 or sein alle bürger wider beruft,
zu geben ir stüm, ob man leut oder gschoß den pawrn schicken
soQ, woll oder nit. ' Ist das merer gewest, ja, man soll inen gschoß
ond spieß, pulver und pley schicken, ist in noch vor nachts zu-
geschickt worden Conrat Eberhart und Hans Eretzer.
Uff die nacht ward angeschlagen, zu überfallen und pochen
den Henserhof, teutzsch hof, das frauencloster , welchs doch für-
komen wart.
Am tag Nerey und Achilley, der do was der 12 tag des
monats May, umb 8 or hat man lerman geschlagen und erfordert
vnd beruft alle gelopt und geschworen uff den marckt für das
rothaus. Aldo ist ausgeruft worden durch Erasmus von Mußlor,
alle, die pfaffengüter inhaben, sollens uberantwurten dem ausschuß
Qfe rothaus bey pen und verlierung irs aigen guts. Es ist auch
solchs in etlichen gassen auch ausgeruft und geschrien worden.
Nachmals haben gaistlich und weltlich in die Ordnung müssen
tretten mit hämisch und were (ubi clerus et antiqui Christiani
nraltum ignominiose fuerunt tractati). Sein am ersten zogen für
den Henserhof, sein etlich des rots und ausschuß hinein gangen
ond das haus eingenommen, gelupt begert von dem comether, herr
Caspar vom Stain, ist im gesagt, nichts zu verrücken, noch zu
veregen byß uff ain zeit lang. Damach das munchcloster, frauen-
Uoster, schwesterhaus, teutsch haus in gleicher maß mit gelupt ein-
genonunen, zum letzten sein sy für mayster Angnstins Gümpelin
priesterhaus kommen bey der rayne Marga, dasselbig eingenommen
Und daselbst bey 1 2 aimer guts Franckenweins in ain gemayn ver-
peat und außgetruncken. Inde repleti abierunt unusquisque in
dommn suam. Eadem die omnes religiosi utriusque sexus coacti
604
fuerunt, habitum religionis deponere, monachus cncnllam, monialis
velumen.
Altera [die , 1 3 Mai] venerant missi ad rasticos Gonrados
Eberhart et Hans Kretzer.
Dominica Cantate [14 Mai] comparuerunt certi ex rusticis
in pretorio, qnibus certi articuli insinuati fuerunt, ist in gepoUen,
das geschutz zu plaitten.
Item darnach am montag fru, 15 die mensis May, ein halb
stund nach dem ausschlagen hat man gemayn geleut, ut snpra,
ist yderman zugeloffen. Also hat Florian Geyer hie in der Pfarr-
kirchen der gemayn etlich artickel fürgehalten von wegen der pauren
ir verpündtnuss und bruderschaft halben, die uff hundert und ain
jar angenomen wer und weren solt, zaigt auch *^ an, wie man nichts
anders vor het und fürnemen wolt, dan aUain was ewangelisdi
wer, und zu sunderlicher rettung des evangeliums und des worts
gottes, solten auch weder reuten, noch gult geben ain zeit lang
biß zu ausgang und endung der Sachen und weitern beschayd, allain
was alter, bekentlicher schuld sein oder weren, begeret darauf an
ain rat, ausschuss und gemayn, sich mit ayd und gelttpt den panren
und irem häufen zu verpflichten und zu verprueden, auch zu ver-
binden, das alsbald on ainigen betagt geschag. Wie es ir etlich
und sunderlichen den alten Christen nit liep was, mnsten sie dennoch
dem merern gehorchen und willfaren. Also uff disen tag ist Rotem-
burg vom reich zun paum gefallen.
In mitlerzeit und hiezwüschen hat man oben auf dem marckt
ain galgen aufgericht zu ainem schrecken und schmag etlicher,
in maynung und nach art irer bruderschaft (j^e sy ftürgaben) das
übel zu strafen, sed perverse, quia apnd illos oninis mali foit
licentia.
Darnach umb fünf or hat man zwo zeit, drey wegen mitpulfer
und stain, zwo püchsen sampt ander kriegsrüstung verordnet, zu
dem häufen und leger zu fttren. Also ist Ernfrid Kumpf, Georg
Spelt, der jünger, sampt etlichen andern bürger und pauren mit
grosem pracht durch die stat ausgeritten, haben wegen und gschot
ins leger vor Wirtzberg gefürt. Alda ist Henßle Bosle, kesler,
ir büchsenmaister gewest, welcher in der schantz vast wol getroffen
und anklopft hat.
Am monttag nach Cantate [1 5 Mai] sein drey hundert panrDi
605
das schloß zu Wirzberg zu stürmen, den berck hinauf gekrochen,
ao stonn gangen, die all ambkommen sein, ain tayl erworfen, ain
tayl erschossen, ain tayl durch feurwerck, [ain tail] in schlingen,
wie die kromatzfogel gefangen, erworgt sein.
Als solchs zu Wirzberg ergangen, in mitler zeit haben etlich
paoren hie in der stat Rotenburg und auch auswendig der stat
anschiß gemacht, durch meuterey die stat einznnemen, begerten,
nun solt sie zum Spitaltor herein lasen und die in der statt hinaus,
vennainten also in solcher offnung das tor abzulaufen und ine zu
halten. Als man aber solchs gewar und innen ward, rust man sich
zn der were, tratten zusam in die Ordnung. Etlich betten geren
drein geschlagen, dan die pauren in irem anschlag, wa es in geratten
wflrd, schon etlich und der pesten heuser gegen einander verpeut
betten, darumb das fürnemen war, sy all zu todt schlagen. Die
alten herm waren ser bekümmert, und uff das sie die hend nit
geren im plut wuschen, fanden sy in rat, man solt in das Cohen-
idler tor ofhen und sie hinausweisen on beschedigung , das also
geschag.
Dominica Yocem jocunditatis , den 21 tag des monats May,
haben Endres Wittig von Odeltzhausen ^ Hans Bttrla von Dippach ^
Qiid ander mer holocliische ^ pauren irem aigen herren das schloß
ScUllingsfurst verpränt, aus verwarla^sung Hainrich Czentgraf.
Am monttag darnach ist marggrave Casimir mit magt außzogen,
seine pauren zu castigiren und strafen. Am freyttag darnach
[28 Mai] verpran Suntheim, Westheim, Windelspach, Ilagen *.
Am monttag nach Dominica Exaudi [29 Mai] ist lier Hans Krelein,
der elter , pfarrer zu Wernitz , mitsampt vier paurn enthaupt wor-
den zu Leutershausen. Es sein auch ir 7 die finger abgehauen
worden. Item zu Neuenstiit an der Aysch 18 bürger und paurn
^thaupt. Zu Kitzingen hat man ir 58 die äugen aus lasen stechen
tmd darzu die statt verbotten.
Am freyttag vor Pfinsten [2 Juni] sein bey Kungshoven im
fanbertal durch die bundischen vier tausent paurn erschlagen wor-
fcö, darunder der von Mergetheim hundert und 22, inter quos
7 sacerdotes. Es sein auch zu Mergetheim ir 8 enthaupt worden
«■
1 AdolzhauRen. 2 Diebach. 3 Hohcnlohischo. 4 Hagenaiif
606
und geprantgschatzt umb 800 gülden. Item der von Weick^rsheiin
sein 42 in der schlacht pliben.
Am Pfingstabent [3 Juni] zu nachts hat man den galgen off
dem marckt wideramb abgeprochen.
Am montag nach Pfingsten [5 Juni] sein mer durch die bOn-
dischen bey Buttert ^ und Sulzdorf bey 8 tausent pauren erschlagen.
Ir bey 300 sein daselbst entwichen in ain schloßlin, haist Ingelstat,
nit weit von Gibeistat, dar vor der bunt den grosten schaden er-
litten, dan sie sich daraus tapfer werten, doch zuletzt erobert mit
dem Sturm, warten all erwürgt.
In solchen allen schlachten sein der büntischen über 150 nit
umbkommen. Der gemaiu poffel in stetten und uff dem lant sprachen
zu schmeung und Verachtung, der bunt hing verstrickt an der weud
an ainem nagel.
Am dritten Pfingstag [6 Juni] sein hie von Rotenburg gesant
worden zu marggrave Casimir Peter von Brem und der alt Hans
Jagsthamer, umb gnad zu erwerben.
[222] Am vierten Pfingstag [7 Juni] sein zum bunt geschidit
worden Erasmus von MQßloe, Conrat Eberhart und Thomis
Zweyfel, stattschreiber , haben gefOrt rote creutz, die sich vil und
heftig bemüt haben, umb gunst und gnad zu erlangen. Ist inen
geantwurt durch die bundsret, man woUs nit änderst, dan uff gnad
und ungnad annemen. Solchs ist verbrieft worden, wie du hernach
boren wurst.
Voigt hernach copey der verschreibung *:
Uff solchs hat ain jeglicher burger seßhaftig zu Rotenburg,
darzu auch die gaistlichen geben musen 7 gülden oder aoß der
[stat] ziehen musen.
Am donderstag nach Pfingsten [8 Juni] , als der bund die
statt Wirzburg widerumb hat eingenommen, hat man daselbst 62
enthaupt, nemlich hauptleut, fendrich, waybel und 6 des rats.
Am freyttag darnach ist Florian Geyer erstochen wordai rf
dem feld bey Rimper.
Nachmals ist der bund gezogen gen Bamberg, daselbst ir 21 est-
haupt.
Am fre}ttag nach Corporis Christi [16 Juni] hat man hie fl«
♦
1 Bütthart, 2 Dieselbe steht b. 485-486.
(
607
äff dem Haiigen plnt widerumb angefangen die ampt der
»s zu singen und lesen nach altem gepranch. Herr An-
tz sang, so laß herr Michel Eysenhart. An disem tag
angefangen zn geben and za antworten die 7 gülden in
taben.
dinstag nach Gervasy und Prothasy [20 Jnni] hat man
md Schwarzenprun verprant.
Rotenborger Kirchweyabent [17 Jnni] hat man widerumb
1 vesper, complet und metten zu singen,
balligen Eirchweytag ^ [18 Juni] ist Stephan Menzinger,
IS der kirchen von der predig ging in ainem schwartzen
angegriffen und gefencklich von den statknechten ange-
ond als man in aber den marckt fort, ruft er schreyent:
• brüder, helft!" aber nymant tet hilf.
abent Johannis Baptiste [23 Jnni] ward doctor Johann
mitsampt dem blinden münch, herr Hans genant, gefangen
Biegt. Caspar Christain, commetur und pfarrer, bmder
der des blinden münchs Schwester zu der ee nam, bede
utschs Ordens, die im teutschen hof das spil am mainsten
und angericht betten, die kamen mitsampt doctor Endres
haymlich darvon, machten sich aus dem stäup,
tag Johannis et Pauli [26 Juni] haben die uberigen teut-
*m widerumb angefangen Unser frawen mess und tagmess
, ist 13 wuchen ansten pliben.
burgermayster, auch inner und eusser rat und gmaynd
tätt Rotenburg uff der Tauber furhalten und pflicht '.
\] Am abent Petri und Pauli [28 Juni] ist marggrave
hie zw Rotenburg eingeritten mit 500 pferten, tausent
zw fuß, 200 wegen, ganz wol gerast, mit seinem pesten
welches mitten uff den marckt gefürt wart.
tag Petri und Pauli [20 Juni] sein hie zu Rotenburg
5 hundert marggrevisch und hündisch fussknecht, haben
It in zwen häufen. Der erst ist zogen in das dorf Oren-
ksselbig geplündert, nachmals mitsampt der kirchen in grünt
*
chweihe in Rothenburg war am 18 Juni, slohe oben b. 609.
i Zweifel newe pflicht von frcitag post Petri et Pauli 25 s. 5Ö0.
608
abgeprant. Der ander häuf ist zogen gen Pretheim, ain schöns
dorf, haben dasselbig aach geplündert, etlich erstochen, nemlich
Regayß, den wirt, hinderm tisch und sonst vier man, haben kirchoi
mitsampt dem dorf außgeprant, gepeut 600 haapt viehs, 30 wegen
mit plunder \
Am freyttag nach Petri und Pauli [30 Juni] wart in der stat
zw Rotenburg durch den herolt mit der trumeten affgeplosen und
alle burger und inwaner erfordert und beruft auf den marckt in
ain circkel, den die lantzknecht mit spiessen beschlossen und ge-
macht betten sampt den raysigen, bey verlirung leibs und gats.
Aldo wart angezaigt durch herr Hannsen von Seckendorf der bflrger
von Rotenburg abtrünnung vom reich und fallung zun pawm, auch
die groß und schwer ungnad, darein sy dardurch komen weren,
dardurch sy verwirkt und verfallen betten leib, er und gut, darzw
zerschlaifung der ganzen stat mit vil andern erschrecklichen, heftigen,
gestrengen werten, darob menglich erschrack, yedoch angesehen
etlicher erber und erberkayt weren sy da, in dasselbig gnedig Ter-
zeihen, doch der maß und gestalt, das sy alle ytzunt gleich don
reich und bund hulden und schweren selten, mit vil andern worten,
das alßbalt geschage mit aufgereckten fingern. Da engeg^ war
marggrave Casimirus, der von Pappenheim von des bunds wegen
und ander vil des adels.
Nachmals warden verlesen etlich bürger, die man von stund
an euthaupt, ir zehen, nemlich Peter Reichart, kQrsner, Engelbart
Goppolt, leynenweber, Georg Scholl, Schlosser, Georg PflOger, gerber,
Hans Cunrat, wirt, der Prügelin man, Thoma Haicht, alt, gerber,
Burckhart Weydnar, ain huter, Hans ßehaim, ain maurer, Schneider
Annen man, Wilhelm Besenmayr, magister arcium, olim rector
scholarum, Ludwig Schwerzin mau, herr Hans Kümpf, vicarios
altaris saucti Nicolai in parochiali [ecclesia] erat ultimus. Die korper
ließ man den gantzen tag uff dem marckt ligen in terrorem et fornüdineD.
Item es ertranen ir etlich auß dem ring, nemlich Laoreoi
1 Am raiide hat hier EiBenbart nachgetragen: Lutz Regayß, so wirt
Branthanß im stall und Hang Schinid nff dor gasson im dorf erstocbes-
Haag Clainmendlin und Marx Uammo warden vorm holtiHn, im Hajoit
genant, erstochen. Ir 12 warden zusamen gepunden und also gdsaekheo
gefurt biß gen Bucha [Buch], alda widerumb ledig gelasen.
609
n, der kürsner, Jos Schad, gerber, Fritz Dalck, metzler, Mel-
)T Schuster, Hans Mack, weingartner, wern sonst auch gericht
den.
Am samstag darnach [1 Juli] hat man enthaupt uff dem marckt
circkel, ut supra, 15, nemlich zwm ersten junkher Stephan
Qzinger, doctor Johann Tewschl prediger, der wirt von Orenpach,
lan Schmid von Spilpach, Leonhart Rentner von Orenpach,
OS Kretzer, der wirt, Burckhart Müller alias Schuster, den
iden manch (rieht er also stenent, es mislung im aber), Sebalt
cklein, metzger, Georg Lochner, metzler, Peter Läuck von
aga ^, das pewrlein von Entzenweiler, mer 2 pawm, zum letzten
lantzknecht. Sein den gantzen tag uff dem marckt gelegen,
shmals all uff dem kirchhofe zu der raine Margen begraben,
Q all on peicht und unversehen mit dem hochwirdigen sacrament
itorben, auch hats ir kainer begert. 0 deus!
Am sontag darnach, que erat dies Visitationis Marie [1 Juli],-
marggrave Casimirus mit allem volck hinweck gezogen, ist komen
I Plofelden ', daselbst etlich pawrn gefangen, nemlich 11, nach-
h kummen gen Krayelsham ^, der pawrn 4 losen enthaupten.
In die sancte Anne [26 Juli] hat man hie Grewssers Katherin,
tsampt die Begnin, schusterin, in den pranger gstelt, nachmals
statverpotten propter frumenti raptionem domini Conradi Yolkmers.
Am sambstag darnach [29 Juli] hat man gefangen herr Hansen
K^ein, pfarrer zw Neusas ^.
Am monttag darnach, in die Germani [31 Juli] hat man alle
iber von Tetewang ^ in das narrenhaus gelegt und Külwein an
t seiner hausfraw, fuerunt earum decem, umb des willen, das sy
n commeter sein wisen abgemet und das hay verpewt haben.
Am mitwuchen darnach, in die sancti Stephani, pape et mar-
is, [2 August], de sero hat man gefangen herr Hansen Herzog,
urrer zw Stainsfelt, iterum dimissus.
Am sambstag nach Laurentii [12 August] hat man Thoma
uiberger, pottenläufer von Narmberg, in pranger gstelt und mit
rten ausgestrichen.
Am freyttag nach Assumptionis Marie [18 August] hat man
1 Weigenheim. 3 BUafelden. 8 Crailsbeim. 4 Neasiti.
610
herr Georgen Rewlein, vicariam hospitalis, gefangen und am abent
Bartholomei [23 August] die stat verpotten.
Arn dinstag vor Nativitatis Marie [5 September] hat man berr
Hans Stocklein, pfarrer zw Neuaas., in pranger gstelt, ain creatz
an die stirn geprent, nac\imals in mitsampt ainem pawm von Die-
pach, mit namen N Platz mit roten ausgestrichen, quia dixit id
rusticos, er wiß 300 man in die stat zu pringen, auch ain raid
zu machen, dardurch alle mensdtieQ etc.
Eodem die erat peractio Johannis marchionis \ noviter de-
functi in Hispania.
Am dinstag nach Nativitatis Marie [12 September] hat mtn
hie enthaupt uff dem marckt Fritz Molckner von Nortenberg,
Kilian Tuchscherer «, Michel Leinaweber, Kilian Weydner absqae
confessione et provisione venerabUis sacramenti.
Am mitwuchen darnach hat Adam von ThQngen mit 80 zw
roß und etlich zw fuß abgeprant Schweinsdorf mitsampt der kirdieo,
Nortenberg weiler, Hartertzhofen, Gatenhofen, Beyeltzhofen \ Oddtz-
hofen \ die Hs^t, Gackelhausen \ Stainsfelt ain tail, Gumpeltzhofeo,
Ellmeshofen ^\ und in dem, als er solchs tet, schickt er ain feinds-
brief in die stat, beclagent, wie seiner muter, auch seiner haosfinw
in seiner behausung zw Würzberg etlich clainat, hansrat und anders
mer von der rotenburgischen pawrschaft, auch etlich bürger entwent
worden wer, auch wie im ander schmachait bewisen, des er nfl
dickermal gütlich erfordert, im kain abl^^ng wer geschehen, des-
halb er und sein helfer, auch seiner helfershelfer ir abgesagter
veint wolt sein und also sein er bewart haben. Datum des bnA
war am montag post Nativitatis Marie, [11 September] taso
domini 1525. Item sy namen mer, dan 2 tausent haipt ^riehs,
plunder etlich vil wegen vol.
Yerantwerdung ains erbern rats und gemayner stat, wfirt be-
griffen in nachfolgenden plettern ^.
Nachmals hat man hundert lantzknecht angenummen, dieuberigei
dorfer belegt.
1 Von ßrandenburg-Ansbach. 2 Kilian Ettschlich. 3 BeiekeI^
hofen. 4 Adolshofen. 5 Gickelhaasen. 6 Elbingshofon. 7 Eitea-
hart hat dieselbe hier nicht aufgenommen; sondern Turingt sie erst t^
blatt 226.
611
Am dinstag vor Michaelis [26 September] ist Hans Lochner,
n edelman von Walckertzhofen , gefencklich her uberantwart, in
m gelegt, nachmals wideramb ausgelasen.
An sant Bnrkthartz tag [14 Oktober] ist der groß Leonhart
n Schwarzenpran, ein baaptman der pawrn, zw Lentzsidel im
rtzhaas hinderm tisch von nnsern soldnern erstochen worden,
msfixas, at fertnr, a Philippo Soldner.
Am Sambstag nach Allerhailigentag [4 November] hat Adam
n Thüngen mit sein helfer 8 wegen mit wein nidergelegt zwtt-
aen Neunprnn ^ und Oberndorf, mer 3 ungeladen wegen, etlich
8 den farleuten gefangen, 4 geladen wegen sein gewesen Georg
mneters, 2 Jberonimas Hasel, die ganz uam geacht aber 800
Iden, sein gefdrt worden gen ThUngen, aldo geschätzt worden
ib 40 und 200 gülden.
Uff dis jar, anno, at supra, ist Rotenberger mess and jarmarckt
kftnt, aufgehept, an sant £ndres abent [29 November], wie vor
er, nit eingeieut, aach kain krom aufgeschlagen worden umb be-
■cknas willen fewrs und ander uutrew.
Sontag zu nachtz post Katherine [26 November] ging an mit
ir das gemayn frawenhaus, gelegt durch die wechter, die frawon
tarn gelegt, ain tail die stat verpotten.
Item dominica post Andree [3 Dezember], quc erat dominica
hrentos, de sero post horas vesperarum exivit dominus Emeramus
n venerabilissimo sacramento ad providendum uxorem Adam Hüb-
rs. In itinere occurrerunt sibi 6 perversi juvenes Lutherani et
relstadiani, in obprobrium conspuentes ac presbiterum baculis in-
luentes cum multis trophis et convitiis. Redeundo dixerunt:
^gstu den gotzen wider haim?** Qui mane comprehcnsi incar-
rati sunt, nomina Moriz Denzers, Hennen, Wendel Schneiders,
iterleins Schuster, Hans Bisen, Fridel Hansen, altera die iterum
missi.
An sant Niclas abent [5 Dezember] ging Paul Wackers haus
lü fear an von flachs derren, preventum.
Anno domini 1526 am mitwuchen post Epiphanie [10 Januar]
*collatus fuit extra portas Georg Hirt von Nassa * propter rapi-
l Kenbronn. 2 Nassau.
39*
612
nara. Eadem die deoculatus est in foro Peter Veßler von Kelber-
bach propter vini perditibnem, de quo snpra *.
Eodem anno qoarta post Jndica [21 März] sein znm Lindla*
in der nacht 4 scheurn abgeprant, darnach am donnerstag frne zw
Harppach * der landtarn und im dorf 10 scheurn.
Am Pahnabent [24 Mfirz 1526] ist der alt schultes Metzler
hie auß dem turn gelasen, hat müssen geben 200 gülden.
Am montag nach dem Palmtag [26 März] hat man N Wegner
von Pretheim uff dem markt die finger abgehawen, aus dem laut
gepotten, fuit vexillifer rusticorum.
Eadem die venerunt litere a magistro ex capitulo ordims
Johannitarum de Spira ad senatum nostrum de ablatis in Reidierti-
rod ac doroui eorum hie, restitutionem postulantes. Restitati tme
fuerunt domino Caspero vom Stain, comendatori, 60 floreni, fiiit d
cum hoc absolutus a juramento et aliis inconsuetis gravaminibus.
Iste Emeramus, de quo supra, Theutonicus dominus, apostavit,
Qxorem duxit (salva licentia) nomine Justinam Gaymanin vidma,
et pene omnes Theutonici domini Lutheriana ' secta infecti erant, M
omnis mali licentia apnd eos, inde processit in vulgus ^.
[228] Nachdem aber Adam von Thüngen mit der vorgeschribei
verantwertung weder gestild, getegt, noch vergnügt hat wollen seil,
sunder mer aus zorn, Widerwillen zw tyranney geraytzt und bcwegl,
hat er anno, nt supra, in der wuchen ante dominicam Exiiäi
[13 Mai], que erat Johannis ante portam latinam^ sich versamnett
mit seinen heifern und helfershelfer Wolfgang von Velberg, Geoff
vom Rein und ander mer ^ zw Velberg in der stat und im scbloft,
1 Eisenhart, erwähnt trotss dieser angäbe früher nirgends des PHtr
Veßler. 2 Lindlein. Großharbacli. 3 L. et. 4 Bl. 224 bildet das gedruckte
mandat des reichsregimentes vom 26 September 1526, Rotenburg nicht it-
Kugrwfen, bl. 225 folgt eine abschrift des oben augezeigten aiisschreibeM
der statt Rotenburg in snclien der Thüngner fehde vom montag nach Idto-
cavit [19 Februar] 1526. 5 Unrichtig, denn Johannes ante portam Ist»-
nam ist der 6 Mai. 6 Am rande hat hier Eisenhart nachgetragei:
Dietrich, Götz, Veitin, Georg von Thüngen, Philips von Berling, Han» toi
Beiling [Berlichingen], Veitin von Grumpach, Wilhelm von KreyelÄhei»
[KraiUheiml, Eberhart von Stetten, Georg Fuchs, Philip von Roseobog
[Rosenbergl, Caspar von Lanzdorf [Lanzendorf], Hans von Karspach, O»w«ko
auß Hessen. Wan sie haben zu der malzeit wollen gen, haben sie kn'»«
drammetter, noch ainichen aufbieter gehabt, aonder das ist ir loeansBt gf
613
mgeverlich bey 500 zu ross und 500 zu fuG, iu maß und gstalt,
üs ob sy büodisch weren und dem bunt wollten zuziehen, mit roten,
lofgeneten kreutzen.
Am montag nach Exaudi [14 Mai] sein sy zw Piabach ^ zogen
iber die Jagst, zu nachts knmmen für Oberstetten, dasselbig erobert,
ingenummen, geplündert und prantgeschatzt nmb 2 tausent und
00 gülden, darin etlich pawrn gefangen, deügleichen auch unter-
Umden gegen Tirpach ^, wiewol auf den selbigen abent nit mögen
robem, sunder am dinstag darnach [15 Mai] haben sy es erobert,
eplflndert und das merer tayl auGgeprant. Am mitwuchen [16 Mai]
aben sy geplündert und' geprant Haymberck ', daselbst den land-
VD, Schoenhove, Unter- und Oberreychenrod ^, Spindelbach, Leutzen-
orf , zwm Hegelein ^ . . . . ^. Item in der selbigen nacht ausge-
rant Buch bey Hausen . . . . ^, am donerstag [17 Mai] den land-
un bey Fünckstat . . . . ^. Am freyttag [18 Mai] früe haben sy
eplQndert und geprant Rewppach'', Wettring mitsampt dem kirch-
DTD, Ober- und Untergayina, Gammesfelt, das schloß zw Dippach ®,
nptum olim per senatum tribus millibus florenorum a Georgio vom
ein, zw Bflrckstal den Schaffhofe, Lor ^ geprantschatzt unib 42 gul-
in, Santhof. Nach mittag sein sy mit irem häufen zw ross und
^ auch mit irem geschoß gerückt uff den pergk ober der Plinck
id Kobenzeil, auch dergleichen bey der alten purck hinüber uff
BOtzenbruner hohe ^^, haben daselbst ir geschütz gegen und in die
it ab lassen gen in ainem hochmut, bey 12 oder 14 schuss on-
irerlich, der ainer uff den marckt bey der trinckstuben niderging,
or ander ins BarHlssercloster, der dritt bey Sant Johannes etc.,
ird von gnaden gottes nymant beschedigt, in dem gaistlich und
sieD, sein ander inen ainer oder drey im dorf umbgangen und haben ge-
hribon: „Haben schaden, haben schaden.*^ Und sanderlich ist Gocker der
lamcnter oder ansager ainer gewest. Ir Sprichwort zu tisch:
„Es gilt dir ains aflf ain roten baam,
Warte mein liebe kwe.
Nar, nor dapfer zwe,
Und nur noch aine oder zwael**
1 Blanbacb. 2 Wildenthierbach. 3 Heimberg. 4 Sohönbof,
^1)61^, Untereichen rot h. 5 Hechclein. 6 Hier hat Eisenhart für
>aige werte raam gelassen. 7 Reabach. 8 Diebach. 9 Lohr.
0 Uff Leuistenbruner hohe] ist von Eisenhart am Bande nachgetragen.
614
weltlich aaf den marckt, maür und thttrn liefen mit harniscb um
were, haben unser mitsampt der von Nürmberg bücbsenmaister mi
unserm grossen gschoss uff der alten purg und anderswo dapfer
zwin hinausgeschossen. In mitler zeit haben unser [229] soldner
dem Georg vom Rein sein weyler, Gaylingstorf* genant, bej
Oreubach gelegen, geplündert und abgeprant, eüich pawrn geiangeo.
Am selben abent sein bey 200 knecht von Nflrmberg ber-
kummen.
Am sambstag, am Pfingstabent [19 Mai] des morgens frfie
fingen unser veint widerumb an zu prennen und verpranten For-
pach *, Thürnhof *, Weyler, Leutzenprun, Haylckaprun *, Hemmen-
dorf, Bebenweleir ^, Schmernpach ^ mitsampt der kirchen, Rympach '
mitsampt dem landtnrn daselbst, und also sein sy mit grosem nap
und plunder mit iren häufen wider aus der lantwer gerückt und
haym zogen. Zum ersten ^ sein sy all neben Rettersheim ^ m
hole steyg hinauff komen gen Sümerich *^ zu, alda haben sie ao-
gespant zu mittemtag, nachmals gen Moss *^ bey eidler nacht konei,
nach mitternach wider aufprocheu, gefaren gen Bottelprun *^ dsff-
nach gen Obernleynach ^^ von dan gen Ratzstatt ^^ zu durch dao
Mayn den fürt hindurch geschwembd, nachmals gen Thungen, aldo
die weinfaG abgeladen, sein die vom adel ins schloß gangen« die
faß angesehen, und ainer zu dem andern gesagt: „Das faß willieli
haben.'' Jener wolt das haben, und suuderlich Remle und Gockor,
die haben sich in der sach hart bemühet. Was Remle bat ge-
pfiffen, so sein gesellen all hernach getantzt^.
Am heiigen Pfingstag [20 Mai] ist doctor Georg von Streik
perg mit ainer credenz hergeschickt worden von Onaltzpach ptf
marchionem, ipsum et suos excusaus.
Eodem die venerunt certi lanzigeri ex Franckfordia, sein also
bey 600- knecht hie im solt gelegen, wiewol pald das merer tafl
licenzirt, geurlapt. Capitaueus erat Hainrich Wirt de Ulm.
Am dinstag in Pfingstfeyertag [22 Mai] haben unser soldoer
zu Mußdorf ain peut geholt, daselbst etlich heuser verprent.
•
1 Gailshofen. 2 Yorbacb. 3 Dürrnhof. 4 HeiligenbronB.
5 Böhmweiler. 6 Schmerbach. 7 Oberrimbach. 8 Zam erstcD 1»»
getantzt] ist am rande von Eisenhart nachgetragen. 9 Tanberrettersbeiit^
10 Simringen. 11 Moos. 12 Waldbfittelbronn. 13 OberleiBieb.
14 Betsstadt.
615
In die Corporis Christi [31 Mai] in nocte obiit dominus Con-
ndos Schwarz, vicarins capelle dive virginis Marie.
Sexta feria post Corporis Christi [1 Juni] haben unser solduer
and kuecht das dorf Mitelpacli goi»Uui(lcrt un<l au'Sgopivit, gcliorl
la Wolfgang von Velberg.
Sabatho post Bonifacii [9 Juni] captus a nostris fuit dominus
Tbomas Doenner, priniissarins in Gannnesfelt, cum focaria, feria
secnnda itemm dimissus.
In vigilia Petri et Pauli [28 Juni] captus est a nostris nobilis
Leonhardus de Ehenhaim ^
Am abent Praxedis, qua erat feria sexta ante Marie Magda-
lene [20 Juli] ist Georg vom Rein mit vierzig raysig zu ross in
üe lantwer gefallen zu Elmetzhofen, den wirt geschetzt, nachmals
Mortenbergk und Lindla geprent. In dem hat man lerma geschla-
gn in der stat, ist yderman, gaistlich und weltlich, mit hämisch
nd wer uff den marck geloffen, do gestanden biß uff vesperzcit.
h dem sein die knecht mit etlichen bftrgem hinausgezogen mit fünf
Mcbsen und also erwert, das Nensas ' nit abgeprent ist worden,
unbs ausschlagen widerumb kummen.
Kachmals uff dem reichstag zu Speyer ist aller krieg, veht und
v^tschaft gericht, veraint, vertragen und aufgehept, also das beder
^1 alle gefangen one engclt ledig gelasen sollen werden, in dem
Leonbart von Ehenhaim hie ledig ist worden, so sein auch die pawrn
von Stetten von Adam von TbOngen ledig gelasen, und also wer
Terloren hab, der hab verlorn, alles quit, ledig, on weiter Zuspruch.
Uff disem reichstag ist Conrad Eberhart in todlich kranckhait
gefiadlen, nachmalH alsbald hie gestorben. Eidem adfuit Bonifacius
Behtim, Wemitzer genannt.
In die sancti Andree [30 November] captus est a nostris Lutz
Kotroff von Tirpaeh ', unus ex principalioribus in liga rusticorum.
Eadem septimana captus est Mertein Beck von Plobenweiler \
ut außgepUrgt worden umb hundert gülden.
Sabatho post festum s. Thome apostoli [22 Dezember] decol-
l^tiis fuit Michel Scherer im Pfeffleiusbad propter duas uxores.
Am Neuenjars abent [31 Dezember] expulsus virgis N. Ochsner
von Tetwang.
1 Ebingen? 2 Nenrits. 8 Diebacb. 4 Bliitnwoiler.
616
Anno domini 1526, am 26 tag Jany wart Hainrich Paar,
Lasinger, zu NOrmberg gehenckt und nachmals yom galgen ge-
stolen ^
Die nachgeschriben sein flüchtig und ansschew von Rotenburg:
Ernfrid Kumpf, Georg Kumpf, Crischainz, beck, Georg Spelt,
der jünger, Clayß Frey, kürsner, Kayrgaß Bartel, metzler, Kilgi
Lutz, Leonhart, Bernhart Grasman, kürsner, Peter Sayler in der
Glingegassen, Hans Hegen, schuster, Philip Tuchscherer^ Veltiii
Jckelshaimer, teutzsch schulmaister, Melchor N. schuster, Schelling
furman, Jacob Hau, kremer, Asmus Kremer, Hans Mack, weingarter,
herr Leonhart Tenner, vicarius capelle dive yirginis Marie, herr
Hans Holempach, primissarius in Lentzenprun, Bemhart N. schmid,
Jeronimus Hertlein, kürsner, Pauls Schreiner in der Hafengassen,
Jos Heffner in der Judengassen, Lautalinlein, Metzeldorin man,
Cuntz Keren, buchfürer, N. Blanck, Schneider, Michel Heberling,
kremer, Georg Hartman, schuster, Hans Metzner, N. Stoiberger,
schuster, Balthasar Leinaweber, der Greusserin man, Sebald Redlein,
Dippatepin ir sun, Cristoifel Sayler, Mertein Morlein, weißgerber,
Michel Kotler, Flöß, pfeufer.
Anno domini 1527 feria sexta ante Kungundis [1 März] hat
man hie zw Rotenburg im Innern rat der ausschewer und aosflficb-
tigen bürger halben also gehandelt, das Laurenz Diem, der kürsner,
soll geben hundert gülden und widerumb einkummen, Georg Speit,
der junger, soll auch geben hundert gülden und wider einkummen,
Jeronimus Kneble, alias Hertlein, kürsner, lO gülden und wider
einkummen, Hans Oswalt, Schlosser in der Glinggasse, 10 gnlden
und wider einkummen. [230] Item Ernfrid Kumpf soll geben
400 guldin und auspleiben, Georg Kumpf soll geben hundert gnlden
und auspleiben, Crischainz, beck soll geben 300 gnlden und ans-
pleyben, Georg Hartman, * schuster . . . Jos Schad, gerber . . . Pt«!*
Schreiner . . . Hans Begen , schuster . . . Philips Tuchscherer . . •
Clays Frey, kürsner . . . Fritz Dalck, metzler . . . •.
Anno domini, ut supra [1527], N. uzor Andree Apfelbacbs,
privata est auribus altera [die] Visitationis Marie [3 Juli] proptcf
furtum.
1 Dieser satz ist von Eisenhart spftter beigefügt. 2 Philipp SeU«''
3 Von Hartmann an ist hinter jedem namen eine seile unbeechriben geb**^
617
Item Grischaiuzin, beckin, ist in tarn gelegt worden umb auf-
buog halben zu bezaln die 300 gülden, quia distalit reddere ^.
Dinstag vor Jacob! [23 Jali 1527] decollatus foit Hans Hörle
n Ostheim propter furtum.
In die sancte Anne [26 Juli 1527] hat man ir vieren uff dem
irckt die finger abgehawen, nemlich Peter Kerner von Gflckel-
lusen, Symon Nusser, Hans Reutner, Bartel Scbmid, Jckelshaimer
fDant, all drey von Orenbach, qui in liga rusticorum id meruerunt
Dqoam principaliores '.
Ein new lied, wie es in der frenckischen pawrn krieg ergangen
t, im ton: „Sy sein geschickt zum stürm, zum streyt'/'
[231] £in schönes lied, wie es in allem teutschem land mit
SD pawrn ergangen ist, wo ire leger gewest, und wie sie erschla-
m und zertrennet worden sind, im ton:
ftEB get eyn frischer sammer daher,
Da werd ir hören newe mer/
1 welchem die gantz histori des pawrnkriegs begriffen ist ^.
Item die pawrn vor Würzburg haben gehapt zwen häufen, der
in genant der hell häuf, der ander genant der schwarz häuf. In
tm sigel fürten sie ain pflagschar, darneben und bey zwo hay-
ibeln.
[232] Die summa und namen der schloß, auch wem^eyn jedes
igehort hat, so durch versamlung der pawrn in stiften Bamberg,
rorzburg und brandenburgisch marggrafschaft im jar dauscnt fünf-
ondert und fünfundzwenzigsten jämerlich verbränt und verhört sind ^.
Im Stift zw Bamberg ^.
Gich, bambergisch ampt; Grub, Gabriel von Streitberg; Peuten-
)rf, Wilhelm von Wiesentaw; Neuhawsen, Eucharius von AufseG;
inftenberg, bambergisch ampt; zwey Günzendorf, der Ochsen;
^iesentaw, Wilhelm von Wiesentaw; zwey Weilerpach, der Pfre-
(der; Beissenbach, Georgen von Reissenbach; Hagkenbach, Carol
«
1 quia bis reddere] ist spftterer zusaiz Eisenharte. 2 Die weitem
itrAge anf hl. 230« betreffen den baaemkrieg nicht mehr. 3 Gedruckt
i Lilienkron, die bist. Volkslieder III, 464. 4 Gedruckt bei Lilienkron
!, 440. 5 Gedruckt bei Bensen 564 bis 566. 6 Mit den mir zu ge-
te stehenden hilfsmitteln vermag ich nicht, von allen hier folgenden namen
I Jetligen formen nachanweisen.
618
Schützen; Hallensdorf, Seckendorfer; Altesdorf, der Hewt; Pretfeld,
Endres Stubers; Greifensteyn , Streitberger ; Feilnpran, Philips
Lottinger; Sachsendorf, Cristaner; MOnzhaupt, Wiesentaw; Freyeii-
fels, der Aufseß; Wattenbach, der Koiiigsfelder; Planckenfels, der
Planckcnfelser ; Meschendorf, der Grossen; Einsfeld, der Yesten-
berger; Kulmes, der Rabensteyuer; Leyenfels, bambergisch ampt;
Wolfsperg, bambergisch ampt; Geilnreut, Wannenpach, Cunreut,
Eglofsteyner; Regeusperg, der Stieber; Cleusdorf, der Faulbacher;
Bomersfelden, der Truchsessen; Meineck, bambergisch; Stiffenbcrg,
bambergisch; Ernreut, Steffan Muffels; Gremstorf, abt Ton Mftnchperg;
Schelmberg, baiiibcrgisch ampt; Eich, stieberisch; Püdenheym, der
Stieber; Reytzendorf, der Grossen; Key nach, Eucharius von Aufseß;
Trockaw, der Grossen; Wiesenfels, der vonGich; Wftstensteyn, der von
Aufseß; Aufseß, der von Aufseß; Lätterpach, der Schünperger; Bern-
fels, der von Eglofstein; Eglofsteyn, der von Eglofsteyn; Rottenbach,
der Truchsessen; Goßweinstejm, bambergisch ampt; Schmachtenberg,
bambergisch: Ebersperg, bambergisch; Kirchhorn, Wolf von Raben-
steyn; Adlitz, Ilans Uabensteyner ; Cristans, der Grossen; Achicbts,
der Grossen; Neydsteyn, der Aufsesser; Weyer, der von Aufseß;
Mülhausen, der Eglofsteyner; Hasperg, der Schonperger; Schonbrun,
der Stieber; Gedeldorf, der von Rosenaw; Ebdern, der Forschen;
Dürnaw, 'der Forschen; Prün, der von Gich; Tresendorf, Schaun-
perger; Hohenstat, ampt von Langkheym; Metmeßdorf, bambergisch;
Redwitz, der Red witzer; Schmalz, Nordeck, Nitscben, bambergisd»;
Kütz; drei sitz Wiesenprun, Deisenrodt, Kunstat.
Im Stift zw Würzburg.
Sendelbach, würzburgisch; Altensteyn, der von Altensteyn;
Lichtensteyn , der von Lichtensteyn ; Newnpurg, würzpurgisdi;
Schwanberg, der Weinckheymer; ffohenkottenheym , Seinsheymer;
Reussenberg, der von Thüngen; Tüngen, der von Thüngen; Wemeck,
Stolperg, Trimpurg, würzpurgisch; Grumpach, Rünperg, Estenfeld,
der Grumpacher; Rostal, Rotenfels, Hohenfelsperg, Büthart, wOn-
purgisch; Reichenperg, der von Wolfskehelen; Gutenperg, wünbur-
gisch; Reichelperg, würzpurgisch bey Ayb; Brauneck, der Eycheymer
bey Biberern; Rodelse, Marx von Perlingen; Frostockheym, herr
S. von Hesperg; Lauda, Arnsteyn, Pottenburg, Berolshofen, Bobtft,
würzburgisch; Thundorf, der Schönberger; Wüdperg, wttrtibiirgiscb;
619
scbacb, würtzburgisch; Wetzbausen, der Trucksessen; Rottensteiu,
iT Zoller; Egistein, Veltiii Scbotteu; Irmelsliauseii, wQrzbargiscb;
:haamperg , Gerener ^ Scbampcrg ; Tambach , Brubacb , Lauter,
;reben, der Fachs; Altenscbombacb, Pleifelt, Heroltzbofen, der
nimbach; HaGloch, der Yestenberger; Fui*st, der Vesteuberger;
esselbausen, der von Düngen; Paßhem, der Zoluer; Michelfeld, der
unberger; Peteulawben, der Sternecken; Thuniencck, der Stumpf;
rossenlentkeym ; ZedmeGdorf, der von Gich; Bernrodt, der
eufenholzer; Eeppemeindt, der Sensheimer; Remisdorf, Rotten-
?ymer; Zabelstcin, wflrzburgisch ; Rünpach, der Zolner; Kirchen-
rbonbach, der Wichsensteiner; Stolbach, der Glieber; Heichelheym,
er Kreßheymer; Grüd, der Kreßbeymer; Walpurg, würzburgisch;
'rambarg, würzburgisch.
Margkgrevisch Schlosser.
Pucha, der von Gich; Castel, der von Castel; Rüdenhausen,
er Knotstatr Schillingsfürst, der von Hoenloe; Steffenberg, raar-
revisch; Speckfeit, der schencken von Limperg; Mejrpurg, der von
leneperg; Neuses, der Wichsteyner; Scheurnberg, der teutschen
erm bey Neckersulm; Horneck, der teutschen herrn; das Newhaus
ey Mergetheim, der teutschen herrn; Weisebrun, Wisenheyt, Erlich,
nistat, Feustheymer; Sugenheym, der Seckendorfer; Bartenstein, der
on Hohenloe; Mengersdorf, der von Hohenloe; Schnetzpach, der
tedwitzer; Lengenfeld, der von Seckendorf; Stubach, der Krels-
eymer; Dißpeck, de[r] Dürlacher; Sachsen; Presenbrun, der Lüch-
wer; Bücklingen, der Rönhofer; Kürnhofstat, der lUenberger; Bir-
aum, der Auracher; Steynbach, der Stieber; Meisendorf, der
^aufenholzer; Grossenhan, der Seckendorfer; Reichemansdorf, der
Tuchsessen; Lempach, der Hesperger; Weinsperg, wirtenbergisch ;
lohenstauf, wirtenbergisch; Madenburg, speicrisch; Deck, wirten-
ergisch; Kestenberg, speieriscb; Stauff, nassawisch.
Summa 281.
Closter:
Schwartzach, Birckling, Sulzheim, Dereß, Gangolfsberg, Frawen-
Dt, Thol, Preckenfeld, Vogelsperg, Heydenfelt, Bilhawsen, Margk-
urgkhaus, Aurach, Westerwinckel , Heylgestat, Münchrot bey
1 Etwa BU lesen: .Genen Ton**.
620
Dinckelsbael , Ebradi, Schef terberg , Pautz, Yierzehen n
Dichans, Lorch, Geroltzheim, Gegkelsheim, Ilmenpach, Lai
Stütz, Steyn, Adelperg, Riedfeit, SchlQsselaw.
On die closter, die sie geplündert, fenster, thflr, oi
schlagen and zerwost haben: Scheftersheim, Frayntal, Bnii
man, Birckenfelt, Mayng, Czimmer.
[233 1 Hort * su, ir Teutschen, und schawt an,
Das ist Lnther, der fromme man,
Kwer prophete nnd abgot,
Umb des willen ir gots gebott
Und aller seiner heyigen er,
Darzu der christlich kirchen 1er,
Alt, selig Ordination
Verachtet habt nnd abgethon,
8eyn wort ffir gotteswort gehalten.
Commnniciert in swey gestalten
Und wider ewer eyd nnd pflicht
Ewer oberkeit gar vernicht,
Allen gehorsam abgeworfen,
In stettcn, merckten und in dorfen
ZusammenglofTcn, wie die seh wein,
Manch schoen gebewd gerissen eyn,
Clöster, kirohen nnd gottee hewser,
Mflnch, pfaffen, nonncn und carthewser
Verjagt, berawbt und geplyndert
Und Gottesdienst und er verhindert.
Der heyigen bild zu stuck gehawen,
Die mutter gots und zart Junckfrawen
Ootslesterlich nnd nnbeschayden
Vergleicht den alten badmayden.
Die fürsten, die euch widerstannen,
Gescholten nnd genennt tyrannen.
Dem adel ire schloß bel^^rt,
Ire ziens, rent und dienst gewegert,
Und euch wider sie aufgebürstet.
Als die nach unglfick hat gedfirstet,
Manch burgk verwiist in teutachen landen,
Die vor dem Türken wol wer bstanden.
Das ist das evangelion,
Das ir von Lutham gelemet hon,
Der euch hat bracht in diso not,
Yetst ewer darzu lacht und spot.
Den köpf tut ziehen aus der schlingen,
1 OednMkt bei B«nMn 57&— 578.
621
So er den harnasch höret klingen,
Und will das anf den teufel legen,
Das er doch selbs hat ton erregen.
llet Luther nye kein bach geschriben,
Teutschland wer wol sn frid beliben
Und nit in soUich not gesetzet.
Er hat ain her aufs ander gehetzet.
Wie sich am anskem yetzt erfindet.
Nu so er das fewr hat angezyndet,
Wäscht er mit Pilato die hend.
Den mantel nach dem wind hinwendt
Und will euch yetzt dem teufel geben,
All. die der herrschaft widerstreben.
Die er doch vorhyn selbst yerschmecht,
Schergen genent hat nnd henckers knecht
Und den keyser ein madensack.
Darzu er selbs nit leuoken magk,
Das er zur aufmr euch ermant
Und liebe gotteskind genant
All, die darzu ton leyb und gut
Und ire hend waschen im blut,
Stift, kirchen, closter g^r zerbrechen
Und münch und pfaffen zu todt stechen.
Das hat er öffentlich geschriben
Uud fleyssig darzu angetriben
Durch ketzerische münch und pfaffen,
Falsch prediger und ander äffen,
Die sich nennen ecclesiasten.
Und sunst durch mancherley fantasten,
Als etlich scbnlmeyster, statschreyber.
Glockner, mesner und alte weyber.
Durch die er euch so lang hat gepfiffen.
Bis das ir habt zum schwert gegriffen
Und gemeynt, ir tut gar wol daran,
Weyl sie euch das gelemet han.
Man hat euch aber das maul geschmirt.
Mit falscher 1er g^r grob verffirt,
Wie ir allein aus dem Termerckt,
Das Luther yetzt die herrschaft sterckt
Wider euch armen nnderthan,
Heyat stechen, würgen, wer da kan.
Und spricht, ir seyt ins keysers acht,
Die er doch vorhin selbst veracht,
Und will euch nu aufs ergst ausmessen
Ewmeyd, des er doch auch selbst hat vergessen,
622
Den er sein obem hat ton nnd got,
Und darmit anch yerdient den todt,
Wie er das urteil euch gestolt,
Und yn sein eygen graben feit,
Dariimb ich bitt umb gottee er,
Da» ein yetlich fürst oder her
Dassclbig bey ym woll g^encken,
Und 80 ir ench sanst werden lencken,
Sich cwr erbarmen und yerschonen
Und den andern doster baß Innen,
Die euch gefärt in dises spyl,
Denen ir denn auch all su vil
Getrawet und geglewbet habt,
Zwr sach geeylt und einerplabt,
Daran ir doch nit vil gewunnen.
Solts billich vor han baß besunnen
Und nit so leichtUch zngeplatzt.
Wer euch die hawt nit so zerkratat.
Den Fpot müst ir zum schaden tragen.
Ich woyß euch warlich nit zu klagen,
Weyl ir zuvor verwarnet seyt
Durch mich und ander fromme leut,
Die ir veracht habt als die stock
Und uns genennet sew and bock,
Wolan, ich mayn, ir werd schier finden,
Welcher teyl euch und ewern kinden
Das best gelert und geraten hab,
Dann dis spyl gehet also nit ab,
Und ist noch kain recht angefangen.
Es sein noch vil, die yetzo braugen
Mit Luthera 1er und evangeli.
Die darnach singen werden Ueli.
Got last die sach nit ungestraft
Und gibt den fürsten syg und kraft
Seyn und seiner heyligen er,
Darzu der kirchen alte 1er
Zu schützen und danimb za kempfen
Und alle ketzerey sa dempfen,
Die Luther aus der gaos * gesogen.
Don Müntzer hat sein gayst betrogon.
Der ist nun hin and au%eflog^n,
Sy haben beyd gnt ding gelogen.
1 Anspielung auf Haft.
623
Thomas, der yetsgenant« geyster,
Und Lnther, aller lügen meyster,
Dm christlich yolck schentlich yerfürt
Derhalb im gleycher Ion gebürt
Mit CAwingel, StrauG und Carolstat,
Und wer mit in geschwennet hat
Den soll man inen nit vorhalten,
Sonder die sach got lassen walten
Und der herrschaft trewlich beyston,
Damit ein reformation
Verfast, und irtum werd vermitten
Im glauben und in guten sitten,
Darzu ein yeder, der beschwerdt,
Seins rechten undertruckt und gferdt
Durch list, gnnst, gab oder finanz,
Der advocaton alefanz,
Durch gaistiich oder weltlich gwalt,
Wider zu friden werd gestalt,
Und sich ain yeder laß benyegen
An gleich und recht on all betriegen.
Was gleich ist, das tut lang weren,
Zu vil ist ungsund und bricht gcren.
Wir hau zu weyt hinüber gehawen
Boy de, die man und auch die frawen,
Geystlich und weltlich, arm und reich,
Edel und unedel, all zu gleych,
Keyncr sein stand gehalten recht,
Uott ser erzirnet und verschmocht,
Min guten Schilling wol verschult,
Uns missgebraucht seiner gedult,
Darumb will er nit lenger schlafen,
Bonder ain mit dem andern strafen
Groß und klein, nyemant ausgenommen.
Die zeit ist hie, die stund ist kommen,
Drumb schickt euch nun g^dultig dreyn,
Es kan und mag nit anders seyn.
Wir müssön all zugleich bozalon
Und trincken aus des zornes schalen.
Davon Johannes hat geschriben.
Wir han die sach zu wild getribon.
An pfaffen fieng es erstlich an.
Die hoffen bleybt dem gemeynen man
Die werden nun so lang rumoren,
Biß das sie alle ding umbkoren
Und einander auch selbs verderben
624
Zu schaden in nnd iren erben.
Und alfio wird es gen auf erden,
So lang biß das wir frummer werden
Uud allen myssprauch abergeben.
Gott helf uns, das wir das erleben !
Amen.
62Ö
NACHWORT.
Nachdem 1876 meine „quellen zur geschichte des banemkriegs
Oberschwaben" als 129 band dieser bibliothek erschienen und
^«»eitig beifällig aufgenommen worden waren, fasste ich den plan,
^ch und nach die quellenschriften über den bedeutendsten und her-
^^ragendsten theil des bauernkriegs , über den aufstand in den
^kiscben landen zu sammeln und zu veröffentlichen. Kaum hatte
^ aber begonnen, diesen plan ins werk zu setzen, als ich erkannte,
88 dessen volle durchführung die kräfte eines einzelnen, namentlich
^.es im Frankenlande nicht einheimischen, nicht localkundigen bei
fitem übersteige. Ja selbst ein einheimischer forscher würde dieser
fgabe, die sich bei der engen Verbindung der Würzburger und
bfränkischen bauern mit den Odenwäldern, Neckarthalern, rhein-
inkischen und altwirtenbergischen bauern nicht auf das heutige
anken allein beschränken dürfte, sondern auch die bewegung im
emaligen Rheinfranken und in Wirtenberg mitbehandeln müsste,
Lbst bei genauer localkenntniss und voller hingäbe an seine arbeit
T mangelhaft genügen; recht durchgeführt könnte diese aufgäbe,
Ten lösung uns eine klare einsieht in die deutsche Volksbewegung
f ihrer zweiten, politischen stufe eröffnen würde, nur von einer
lehrten gesellschaft werden. Mit lebhafter freude habe ich es
Tum begrüßt, dass der historische verein von Unterfranken die
sgabe einer der allerbedeutendsten quellenschriften des fränkischen
nemkriegs, die umfassende darstellung des bischöflich würzbur-
9chen kanzlers Lorenz Fries in die band nahm und damit zwei
tnpetente gelehrte, kreisarchivar dr Schäffler und privatdocent
Henner, beide zu Würzburg, betraute. Möge diese schöne, treff-
5h durchgeführte arbeit recht bald vollendet werden! Diese arbeit
seitigte meinen ersten plan; ich konnte mich von nun an darauf
■schränken, einzelne quellenschriften über den bauernkrieg in den
Gbikischen landen zu sammeln, welche die darstellung des Lorenz
^nernkrieg 40
626
Fries ergänzen und vervollständigen. Da dieser den aufstand vom
gesichtspunkte eines bischöflichen beamten aus schildert, so lag es
mir nahe, hauptrSächlich solche Schriften zusammenzustellen, welche
den bauernkrieg von städtischem und privatem Standpunkte aus be-
trachten, um so (leider fehlt uns eine darstellung desselben von
einem manne , der den bauern und ihren bestrebungeu freundlich
gesinnt war) eine möglichst allseitige, objective gesammtautfassnng
der fränkischen Volkserhebung auf grand gleichzeitiger, einheimischer
nachrichten zu ermöglichen.
Unter den fränkischen städten sind es hauptsächlich Hall, "Weins-
berg, Windsheim und Rotenburg an der Tauber, in denen der bauern-
krieg oder doch der antheil, den diese städte an ihm genommen, gleich
nach seinem verlaufe bearbeitungen fand. Sie alle gedenke ich nach
und nach zu veröffentlichen und beginne dieses unternehmen mit der
vorstehenden ausgäbe zweier darstellnngen des aufstandes aus Roten-
burg an der Tauber. Mit Rotenburger quellen Schriften zu beginnen,
dazu bewog mich die Wichtigkeit dieser reichsstadt für die ent«?tehiing
und den gang des fränkischen bauernkriegs, der antheil, den die^^^elbe
an dem großen bauembunde genommen, und das Interesse, das die
führer der bewegung innerhalb der mauern Rotenburgs, ein Ernfrid
Kumpf, ein Menzinger, ein Dewschlin, ein Earlstadt mit Recht bcan-
spruchen können.
Rotenburg an der Tauber, die heute wegen ihres alterthümlid»w
äußern so gefeierte stadt, die im 14. und 15. Jahrhundert eine so
wichtige rolle gespielt und sich ein stattliches gebiet erworben hatte,
war 1525 längst schon von ihrer machtstellung herabgesunken. Di^
Stadt hatte es nie zu dem die bltithe der mittelalterlichen stidte
stützenden zunftregimente bringen können ; ihre regierung lag voll-
ständig in den bänden der „erberkait", die dem zuge der aristokratien
folgend immer mehr zu einer engherzigen Oligarchie auswucbs. Di<
gemeinde, welche gegenüber dem Innern rathe seit einem aufetande
1455 vom äußern rath vertreten sein sollte, welche aber, da letzterer
thatsächlich ohne allen einfluss war oder mit dem innem rath doreh
dick und dünn gieng, in Wahrheit ohne Vertretung lebte, sowie die
bauern der Rotenburger landschaft, welche durch eine natürliche, v^
türmen an den Straßenübergängen verstärkte befestigung, die »og.
landwehr eingeschlossen war, litten immer mehr unter wiUkärher^
Schaft und unter steigendem, durch die schlechte finansverwaltoBg
627
des iimern rathes bedingtem stenerdmcke. Es ist bezeichnend, dass
die bürger Rotenburgs in ihren beschwerdeschriften von öden hof-
stätten, von abgegangenen Wohnhäusern innerhalb der stadtmanern
reden konnten ! Der kirchliche zustand Rotenburgs in der stadt und
aaf dem lande war, wie allenthalben, unerquicklich. So waren hier
alle bedingungen gegeben, um das volk zum aufstände zu leiten. Wie
in allen städten begann auch in Rotenburg die bewegung auf kirch-
lichem gebiete, wortgewandte, feurige prediger wie Dewschlin und der
„blinde mönch" wussten die neue lehre um so rascher zum siege zu
führen, als der altgläubige pfarrer Newkaim beseitigt wurde und sein
nachfolger Christan ein entschiedener anhänger des „evangeliums" war.
Bei der läge der gemeinde gegenüber dem stadtregimente konnte die
bewegung nicht lange auf- kirchlichem boden allein verharren; gerade
die prediger, welche schon frtLher mit dem rathe gehadert hatten, selbst
waren es, welche den aufruhr auf das weltliche gebiet hinüberpflanzten.
Als dann vollends mit Karlstadt der kirchliche radicalismus in Roten-
burg einzog, war die dauer der bewegung besiegelt. Der rath stand
machtlos, gebieter in der stadt wurde die gemeinde oder vielmehr ihr
talentvoller, energischer und ehrgeiziger führer Stephan von Menzin-
gen, ein in der stadt verburgrechteter , in ihrem gebiete als herr
VonReinsbürg ansessiger edelmann. Was seine eigentlichen absiebten
Waren, wissen wir nicht; ob nur das streben, räche an dem rathe, der
ihn beleidigt hatte, zu nehmen, ihn leitete, ob er als agent des un-
iiüugen markgrafen Casimir von Brandenburg- Ansbach, dessen lehens-
luann und rath er war, handelte, um diesem den besitz der wichtigen
«tadt ta gewinnen, ob wahres mitgefühl mit seinen mitbürgem und
religiöser eifer ihn anspornten, das sagen uns unsere quellen nicht.
Botenburg bekam unter Menzingers führung nach dem stürze des alten
raths eine freiere Verfassung, konnte aber, nachdem seine bauern zu
dem fränkischen häufen gefallen waren und seine bürger offen mit den-
selben sympathisierten, die Verbrüderung mit dem fränkischen bauem-
heere nicht verweigern und wurde so vom geschicke des letztern mit-
betroffen. Die Vernichtung desselben war auch die Wiederherstellung
des alten zustandes in staat, gemeinde und kirche zu Rotenburg. Die
f&hrer des Rotenburger volkes aber bluteten unter dem Schwerte des
henkers oder mussten flüchtig die Vaterstadt meiden. Die Rotenburger
bauern endlich mussten nicht nur der strafe des schwäbischen bundes
und des innern rathes sich unterwerfen, sondern mussten zudem zn-
40*
628
dem zusehen , wie Adam von Thüngen, welcher wegen eines angeblich)
im banemkrieg zu Würzbnrg darch die Rotenburgischen erlittene-^
Schadens der stadt Rotenburg fehde ankündigte, mit seinen adeligei]
genossen fast alle ihre Ortschaften abbrannte.
Diese verhängnissvollen geschicke Rotenburgs in den jahreo
1524 bis 1526 fanden in dieser stadt selbst zwei gleichzeitige be-
schreiber in dem stadtschreiber Thomas Zweifel und in dem barfusser-
mönche Michael Eisenhart.
1) Die reinschrift der umfassenden arbeit Zweifels besitzt die
Stadt Rotenburg selbst. Dieselbe enthält 660 von ihrem Schreiber
selbst foliirte blätter (in folio) von starkem, schönem papier, das
theils ein einhorn, theils eine tiaraähnliche kröne zum Wasserzeichen
hat. Voran geht ein vom Schreiber des ganzen bandes angefertigtes,
ungentigendes register, von dem aber nur noch 8 blätter erhalten, der
rest verloren gegangen ist. Am ende des bandes stehen noch drei un-
beschriebene blätter. Die handschrift ist schön geschrieben, ihr ver-
fertiger war meister in der canzleischrift des angehenden 1 Bten Jahr-
hunderts. Eingetheilt ist sie in abtheilungen, die aber keineswegs
durch besondere titel abgegrenzt oder auch nur äusserlich etwa durch
grössern Zwischenraum kenntlich gemacht sind. Jede dieser abthei-
lungen ist in 60 fortlaufend nummerierte Paragraphen eingetheilt
Die aufschriften sind in grösserer schrift, zuweilen auch in zinnober
angefertigt. Der band ist in holzdeckel gebunden und mit schwein^
leder überzogen. Von seinen beiden messingschnallen fehlt noiunehr
die untere. Der bnchbinder hat die foliierung mehrfach abgeschnitten,
ein mangel, den der Schreiber des bandes selbst wieder gut machte,
indem er die weggeschnittenen oder durchschnittenen zahlen atifs
neue eintrug. Eine band des 1 6ten Jahrhunderts schrieb auf den deckel
als titel: „beschreibung der bawren aufhihr anno 1525", was ein«
jüngere band nochmals wiederholt hat.
Eine zweite handschrift der zweifelischen ge.<3chichte besitze ich
selbst, dieselbe wurde mir 1868 von meinem freunde, pro fessor dr Wil-
helm Zipperer in Würzburg verehrt. Woher sie stammt, vermag ich
nicht zu sagen. Diese zweite handschrift umfasst 943 beschriebene,
erst von mir paginierten folioseiten, denen 4 leere blätter vorangehen
und 33 unbeschriebene selten folgen. Der einband ist neu. Geschrieben
wurde dieselbe nach eigener angäbe zwischen dem 18 September 1605
nnd 10 april 1606; wer ihr verfertiger war, ist mir unbekannt g«-
629
lieben. Diese handschrift ist copie des vorbeschriebenen Rotenburger
riginals, nnterscheidet sich aber dadurch sehr von demselben, dass
e die titnlatnren, Satzverbindungen, Wiederholungen u. s. w. ganz
eglässt oder doch stark kürzt. Die wenigen stellen, in denen sie die
igaben des originales zu ergänzen wusste, habe ich in den anmerkun-
in (unter B) wiedergegeben, im übrigen ist dieselbe gegenüber dem
'haltenen originale ohne belang.
Als Verfasser dieser geschichte Rotenburgs während des bauem-
riegs nennt sich mehrmals (z. b. s. 72) Thomas Zweifel, stadtschreiber
1 Rotenburg. Es ist mir nicht gelungen, über diesen mann außer
)ineii eigenen angaben noch weitere nachrichten zu sammeln. Sein
eburtsort, sein geburtsjahr, sein studiengang, sein eintritt in den
;otenburger stadtdienst, sein todesjahr, dies alles ist mir unbekannt
eblieben. Nach eigener angäbe aber war Zweifel laie, verheirathet
ad familienvater (s. 19). Sein werk beweist, dass er ein gebildeter
lann war. Seine politische richtung betreffend , war Zweifel durch
ad durch conservativ, er ist unbedingter anhänger des Rotenburger
igarchenregiments und heftiger gegner der neuen, von der revo-
ition herbeigeführten stadtverfassung, die er mehrfach als unrecht-
ässig, ungiltig bezeichnet. Mit geuugthuung erzält er denn auch die
iederaufrichtung des alten regiments (s. 594 bis 595). Bei Zweifels
»nstiger redseligkeit und offenem bekenntnisse seiner politischen
rundsätze ist es auffallend, dass er sorgsam jedes urtheil über Luther
srmeidet und nur über Karlstadt und die demagogischen Rotenburger
sformatoren den stab bricht. Man darf ihn aber deshalb keineswegs
m Lutheranern zuzählen. Freilich bedauert er (s. 13), dass „das
iilig ewangelium und gottes wort" auf weltliche dinge angewandt
arde, allein die bedeutung dieser stelle, welche an sich Zweifel als
ihänger der lutherischen sache bekunden dürfte, wird durch Zweifel
Ibst wieder dadurch abgeschwächt, dass er (s. 268) sichtlich gegen
arlstadt den katholischen begriff des altarsacramentes vertritt. Ich
9chte deshalb annehmen, dass Zweifel 1525, wie tausende seiner
itgenos«en, innerlich dem alten glauben treu blieb, Luthers auftreten
B eine reform innerhalb der alten kirche ansah und somit über den
»gensatz Luthers zu dieser sich nicht klar bewusst wurde. Anzuer-
»nnen ist sein mannesmuth, mit dem er selbst in den schlimmsten
gen seine politische Überzeugung vertrat und aussprach. Schon beim
»ginne des Jahres warnte er den rath und wollte namentlich ent-
630
schiedenes vorgehen gegen Karlstadt (s. 17); später aber, als es sich
um den bnnd Rotenburgs mit den banern handelte, war Zweifel es
allein, der offen, ohne Umschweife den Standpunkt des rechts vertrat
und diesen bund ablehnte (s. 315. 331). Auch den bauemfdhrem
selbst gegenüber machte er von seiner anschauung der dinge kein
hehl (s. 448). Dieser muth befähigte ihn auch, für seine stadt den
schweren gang in das lager des siegreichen schwäbischen bundes gen
Heidingsfeld zu thun und hier durch bitten und Vorstellungen der-
selben möglichst günstige Unterwerfungsbedingungen auszuwirken
(s. 469 bis 79). Als es sich ferner um hinrichtung der Rotenbnrger
rädelsführer durch den gesandten des schwäbischen bundes, markgraf
Casimir von Brandenburg handelte, zeigte er sich als humaner mann,
dadurch dass er viele der bedrohten nicht mit ihrem wahren namen,
sondern nach ihren localbenennungen in die verhängnissvolle todesliste
eintrug und deren genauere bezeichnung rundweg verweigerte ; er hat
dadurch manchen köpf vor dem henk erschwerte errettet. Nur gegen
die eigentlichen urheber der Rotenburger empörung, gegen die praedi-
kanten, gegen Ernfrid Kumpf und insbesondere gegen Menzinger
erscheint er unerbittlich. Ohne ein wort des tadeis erzählt er die
grausame haltung der Rotenburger erberkeit gegen den flüchtig
umherirrenden Kumpf und mit genugthuung die vereitelten versnche
der gemahlin Menzingers, ihren eheherrn vom schaffotte zu erretten.
Gegen Menzinger überhaupt zeigt sich Zweifel bedenklich eingenom-
men; er lässt keine gelegenheit vorbei, ohne dessen herrschsueht nnd
wankelmüthigkeit eingehend zu schildern (z. b. s. 199), und auf die
eigenmächtige verschenkung zweier messgewänder, die dem Roten-
burger frauenkloster gehörten, durch denselben an bauern fährer, wo-
bei freilich Menzinger bedenklich genug die silbernen kreuze ablöste,
aber nicht dem rathe einhändigte, kommt Zweifel widerholt zu spre
chen. Für ihn ist Menzinger eine unlautere persönlichkeit; nur ans
dem gründe lässt er denselben das steureramt sich ertheilen, um „sich
begrasen" zu können.
Zweifels werk zeichnet sich in doppelter hinsieht aus. Einni»!
hat derselbe sämmtliche akten in seine darstellung wörtlich verwoben,
welche das städtische archiv zu Rotenburg zur zeit seiner arbeit über
die Volkserhebung besass ; waren früher noch andere derartige Schrift-
stücke vorhanden, welche Zweifel nicht mehr auffinden konnte oder von
denen er bestimmt wusste, dass sie verschleppt worden und verloreag^
631
gtjigen seien, so ermangelt er nicht, darauf ausdrücklich aufmerksam zu
machen, und liefert eben durch diese entschuldigung den beweis, dass
er uns alle ihm zugänglichen Eotenburger bauernkriegsakten mit-
theilt. Von welcher Wichtigkeit diese umfassende mittheilung der
reinen, ungetrübten Zeugnisse über die Vorgänge von 1525 sind, wie
diese den werth der zweifelischen geschichte steigern, darüber weiter
sich auszusprechen hiesse eulen nach Athen tragen. Zugänglich aber
war in jenen tagen das städtische archiv Zweifeln nur als städtischem
l>eamten, und auch diesem war eine solche umfassende Verarbeitung
von archivalien nur in folge direkter erlaubniss des rathes mög-
lich. Wir werden deshalb schwerlich irren, wenn wir behaupten,
dass Zweifel sein werk im auftrage des rathes verfasst hat, dass
dasselbe die officielle darstellung der geschicke Eotenburgs während
des bauemkrieges ist. Durch diese annähme aber finden wir weiter
auch den feierlichen stil der zweifelischen darstellung und das stete
bestreben Zweifels, die haltung der erberkeit zu erklären, zu ent-
schuldigen und zu beschönigen, erklärt.
Einen zweiten vorzug des zweifelschen werkes möchte ich in
seiner anläge, in seinem aufbaue erblicken. Die ersten Jahrzehnte des
16ten Jahrhunderts sind bekanntermassen sehr reich an städtechroniken
Tind geschichtlichen darstellungen localen inhaltes überhaupt. Aber
Vie wenige dieser arbeiten genügen nach ihrer formellen seite höhern
ansprüchen! Die große mehrzahl derselben besteht eben nur in
schlichter aneinanderreihung alles dem jeweiligen Verfasser bekannten
oder wichtig scheinenden stofi^es, ohne dass sich derselbe um hervor-
hebung des Innern Zusammenhangs der von ihm geschilderten Vor-
gänge und ihrer Ursachen viel bekümmerte. Nach dieser seite hin hat
der humanismus und die von ihm so eifrig betriebene pflege und Ver-
breitung der alten geschichtsschreiber nur ganz spärliche fruchte ge-
tragen, oder sollte dieser allgemeine fehler der deutschen geschichts-
arbeiten des 16ten Jahrhunderts ein zeugniss dafür sein, dass der ein-
fluss des humanismus im allgemeinen überschätzt wird? Sei dem, wie
wolle, in Zweifels werk haben wir eine arbeit vor uns, welche plan-
mäßig angelegt und nach bestimmten gesichtspunkten aufgebaut ist.
Nach Zweifels anschauung sind die verkündiger der neuen lehre
in Rotenburg die urheber des aufruhrs ; nachdem er demgemäss in
einer eigenen einleitung deren treiben und dessen Zusammenhang mit
der Volkserhebung erörtert hat, schildert er, wie das aufgestachelte volk
632
auf dem lande sieh erhebt nnd im zusammenhange damit die bürger
in der stadt der gewalt sich bemächtigen und eine neue Verfassung
erzwingen. Die bürger oder genauer gesagt ihr ansschnss sncht auch
den Rotenbnrger bauem gerecht zu werden, lässt sich in Verhand-
lungen ein und verspricht denselben eventuell sogar hilfe. Da aber
diese bauem in den großen fränkischen häufen eintreten, da nun
dieser als ihr rechtsnachfolger sich gebährdet, und da die burgerschaft
jeden widerstand gegen dieselben hintertreibt, so wird die stadt trot«
aller gegenbemtihungen der erberkeit und des mit Rotenburg erb-
verbündeten markgrafen Casimir von Brandenburg zum verbängniss-
vollen bunde mit den fränkischen bauern getrieben. Die letzte folge
dieses Schrittes aber ist die schwere bestrafung der stadt und ihrer
unterthanen durch den schwäbischen bund und das verderben de«
ganzen Rotenburger gebietes durch die Thüngener fehde.
Ebenso aber, wie Zweifel seine geschichte planmässig aufbant
und ein ereigniss aus dem andern hervorwachsen lässt, bemüht er
sich, die handelnden und treibenden personen zu charakterisieren. Man
betrachte z. b. seine darstellung Menzingers, Cunrat Eberharts und
namentlich die des bürgermeisters Georg Bermeters. Wie scharf ge-
zeichnet treten diese männer mit ihren bestrebungen, ansichten und
fehlem hervor! Wie gut schildert Zweifel auch die haltlose, anfge
hetzte gemeinde, die heute sich zum schütz- und trutzbündnisse mit
dem markgrafen Casimir bewegen lässt und morgen schon den banera-
bund erzwingt, die jetzt ihrem führer Menzinger zujubelt und dann
denselben stumpfsinnig ins gefängniss werfen lässt!
Diesen Vorzügen des zweifelischen Werkes stehen indessen auch
große mängel gegenüber. Dasselbe ist unläugbar tendentiös; seiner
richtung gemäß nimmt Zweifel entschieden partei für die Roten-
burger erberkeit, hat kein wort des tadeis für deren wüste rachgier
nach Unterwerfung ihrer gegner und bemüht sich, diese letztem nach
möglichkeit herabzusetzen. Sich selbst aber ins hellste licht zu setzen
versäumt er an keiner passenden stelle.
Auch formell hat seine arbeit ihre mängel : sichtlich wird die-
selbe im zweiten theile eilfertiger, große stellen bestehen hier nur
in aneinanderreihung von archivalien ohne alle Verbindung, wichtige
dinge, wie das verschwinden Karlstadts aus Rotenburg und die
Thüngener fehde werden entweder gar nicht oder nur obenhin be-
handelt. Ein eigentlicher schluss endlich fehlt vollständig. Das ganx«
633
k hindnrcli machen sich schlechte stilisiening der Sätze, nimöthige
lerholang von Überschriften nnd bindesätzen , auslassnng von
(onennamen, anakolnthe, übergroße, in sich nicht zasammenhän-
le Perioden und große willkühr der Orthographie breit. Dem
ke fehlt nnlängbar die letzte feile. Zweifel hat dasselbe nicht
ig ansgearbeitet, es ist nur im rohban vollendet, der verputz ist
»rblieben. Wie das so gekommen, wissen wir nicht, schmerzlich
nissen wir gerade hier bessere nachrichten über Zweifels leben.
ihn der tod üter seiner arbeit überrascht, hat er vor deren vollen
dignng Rotenburgs dienst verlassen ?
Aus dem soeben gesagten folgt ferner, dass das Rotenburger
nplar nicht das autograph Zweifels ist, denn dasselbe ist vollendete
zleischrift, während nach dem gesagten Zweifels autograph nur den
rakter eines conceptes gehabt haben kann. Da dieses aber dem
rauche, welchen der rath von Zweifels gesehichte machen wollte,
it genügte, so Hess dieser (so haben wir uns die existenz der Röten-
der reinschrift zu erklären) das zweifelische coneept durch den oben
rs genannten Substituten des stadtschreibers und notar Valentin
ner abschreiben und dadurch ein schönes, leicht lesbares exemplar
eilen. Das coneept Zweifels aber gieng verloren, da es nunmehr
thlos erschien. Dass aber Denner wirklich das vorhandene Röten-
der exemplar geschrieben, bezeugt er selbst. S. 436 sagt nämlich
selbe, das dort mitgetheilte markgräfische geleite habe er mit
mer band abgeschrieben, und die band, welche diese angäbe nieder-
ieb, hat den ganzen codex angefertigt. Nur sehr seltene, kurze
len sind von einer andern gleichzeitigen band nachgetragen, z. b.
64 der tod Hans Homburgs, ein eintrag, der wohl auf einen leser
buches aus den kreisen der erberkeit zurückzuführen ist. So schön
r auch Denner geschrieben hat, so hat er doch den text Zweifels
it nur nicht verbessert, sondern offenbar verschlimmert. Ihm wer-
die zahlreichen kleinen auslassungen, die willkürliche Orthographie,
. andere formfehler zuzuschreiben sein. Er hat auch die oben er-
inte paragraphierung des zweifelischen textes so mangelhaft an-
iracht, dass häuüg ganze reihen solcher Paragraphen ohne Ziffer in
ler reinschrift geblieben sind. Von ihm endlich rührt auch die
ierung des bandes her, die aber ebenfalls nachlässig durchgeführt
(8. z. b. 8. 35. 134).
Die zeit schließlich, in der Zweifel seine gesehichte geschrieben
634
hat, kennen wir nicht genau; wie aber ans s. 589 sich ergibt, war die-
selbe 1527, wenn auch wohl schon begonnen, so doch noch nicht voll-
endet. Die frische aber, mit der Zweifel das von ihm selbst miter-
lebte zu erzählen weiß, bürgt dafür, dass er jedenfalls nur wenige
jähre nacb dem bauemkriege seine arbeit durchgeführt hat.
Da derselbe seiner geschichte keinen eigentlichen titel gegeben hat,
so wählte ich als solchen ^Rotenburg an der Tauber im bauemkrieg.*
Bisher war Zweifels werk (abgesehen von dem abdrucke mancher akten
aus ihm bei ßensen, geschichte des bauernkrieg? in Ostfranken) noch
nicht veröffentlicht; benutzt wurde dasselbe bisher von den Rot«n-
burger Chronisten , sodann vermittelst eines spätem Rotenburger aus-
zuges (nicht direkt) von Johann Georg Lehmus, de Carolstadii mora
Rotenburgica, in unserer zeit endlich tiamentlich von Bensen und in-
direkt durch Bensens darstellung von Zimmermann, Jörg und andern
bauernkriegsschriftstellem.
Eine ausgäbe hätte Zweifels geschichte schon lange verdient:
dieselbe macht uns allerdings nicht mit der entwicklung des fränki-
schen bauernkriegs an sich, wie dies Fries thut, bekannt, aber sie gibt
uns ein ausführliches, farbenreiches bild der Volksbewegung innerhalb
einer bedeutenden reichsstadt, wie wir ein solches nicht zum zweiten-
male haben. Da aber diese reichsstadt mitten in der bewegung stand,
ein heerd derselben war, so sind die Vorgänge in ihren mauern war
gleich auch für die allgemeine geschichte des bauernkrieges von
hohem belange.
2) Ganz anderer art als Zweifels eingehende, officielle darstel-
lung der Rotenburger geschicke 1525 und 152G ist die erzählnng
derselben ereignisse durch Michael Eisenhart.
Eisenbarts autograph ist gegenwärtig eigenthum des k. krei?-
archives zu Nürnberg. Dasselbe bildet einen in rothes Schweinsleder
gebundenen folioband. Voran gehen zwei leere blätter, dann M'X&i
ein blatt inhaltsangabe und fünf unbeschriebene bogen. Der text am-
fasst sodann 300 foliierte blätter, von denen aber der anfang ^
auch aus der mitte mehrere, z. b. 22,-35, 40 bis 47, 61, 72, 87, u.s.w.
fehlen. Ausgeschnitten ist bl. 236. Den schlnss bilden die unbe-
scliriebenen blätter 301 bis 324. Eisenhart« Schrift ist sehr kleii,
schwer lesbar und in lateinischen Sätzen voll abkürzungen.
Copien dieses autographs mit zum theile selbständigen fort-
setzungen befinden sich in Rotenburg, Nürnberg (kreisarchiv), "»
635
tichen (Staatsbibliothek, cod. germ. 4996); da aber Eisenbarts anto-
ph vorhanden ist, sind sie sämmtlich für unsere zwecke werthlos.
Michael Eisenhart stammt aas einer angesehenen Rotenbnrger
lilie, zu deren geschichte er bl. 105 beitrage gibt, und die von
ddrich III ein wappen erhielt (bl. 104**). Eisenhart trat in das bar-
»erkloster seiner Vaterstadt ein, blieb im gegensatze zu so vielen
ler conventgenossen jederzeit aufs eifrigste der alten kirche zuge-
n und verliess deshalb 1544 Rotenburg, als hier das Lutherthum
giltig siegte, auf immer. Über seine letzten jähre vermag ich
hts mitzutheilen.
Sein werk ist eine Rotenburger chronik. Ihr anfang ist verloren
l war es schon, wie die vorhandenen abschriften bezeugen, um
[)0. Der noch vorhandene xneil beginnt mit dem 10 Jahrhundert
1 reicht bis 1536. Schon vom 10 Jahrhundert an bietet er bis auf
de zeit herab eine fülle von nachrichten, z. b. über die grafen von
tenburg, die städtekriege , deren Ursprung und werth zu erforschen
ht unlohnend sein dürfte. Benützt hat Eisenhart nach eigener an-
De Königshofen, Aventin, u. a. Mir scheint es aber, als ob bei
lenhart sich theilweise nachrichten erhalten haben, welche wir jetzt
' keine frühere quelle mehr zurückführen können. Mit anerkennens-
rthem eifer hat derselbe fortwährend an seiner chronik gearbeitet
i immer wieder auf dem rande, den er zu diesem zwecke sehr breit
aseen hatte, Verbesserungen und nachtrage angebracht. Auch ganze
btter mit solchen nachtragen, sowie drucksachen, alte akten, wie sie
n eben erreichbar waren, z. b. über Ulrich von Wirtenberg (bl. 174
( 90), reichstagsabschiede, Volkslieder, z. b. über herzog Christoph
a Baiem, und dgl. hat er seinem buche einverleibt.
Seine nachtrage über den bauernkrieg (bl. 218 ff.) sind tage-
ßhartig, wohl gleichzeitig aufgezeichnet. Am rande und zum theile
lon im haupttexte macht er seinen gefühlen über die reformation
d den bauernkrieg in mehr, denn barbarischen hexametem und
tichen luft. Eisenbarts angaben ergänzen öfters aufs willkom-
nste die darstellung Zweifels, wenngleich sie auch nie auf das
;entliche wesen der bewegung eingeben. Eisenhart stand 1525 als
tschiedener anhänger der alten lehre eben in Rotenburg zu isoliert,
i aus den besten quellen schöpfen zu können. So erklären sich auch
Inder liehe Verwechselungen, z. b. der kaiserlichen commissarien Man-
racheid und Ludwag mit den gesandten des markgrafen Casimir
636
(8. 602) n. s. w. Seine angaben schienen mir aber hanptsftchlich de»-
halb einer Veröffentlichung werth zu sein, weil dieselben getreu die
Stimmung der altgläubigen minderheit in Rotenburg über die refo^
mation und die ereignisse von 1525 wiedergeben.
Den schluss der eisenhartischen nachrichten über den bauern*
krieg bilden (bl. 233** bis 235) abschriften des Schreibens blschof
Conrads von Würzburg an seine ritterschaft wegen Schadenersatz vom
montag nach st Catherinen tag (27 november) 1525 und des Vertrags
dieses bischofs mit seinem adel vom mittwoch nach st Lienharts
tag (8 november) 1525, den schluss der ganzen eisenhartischeo
Chronik aber urgichten von Rotenburger Wiedertäufern und nach-
richten über diese.
Den abschnitt Eisenbarts über dX bauemkrieg hat schon 1760.
freilich sehr ungenügend, Reinhart in seinen beitragen zur hist^rie
des Frankenlands I, 161 ff. veröffentlicht. Andere abschnitte aas |
Eisenhart hat Bensen in der Zeitschrift für wirtenbergisch Franken, ?
z. b. die über den städtekrieg von 1381, die eroberung von Maicnfcls ^
1441 (bd. III, 91, 95) und in den mittheilungen des Ansbacher histori-
schen Vereins (bd. 38 über den Rotenburger bürgermeister Tobl«) '
mitgetheilt. .>
Zweifel und Eisenhart schreiben in der neuhochdeutschen kans*
leisprache, haben aber viel aus ihrem heimischen dialekte, ja auch au
dem mittelhochdeutschen beibehalten. Es war sehr verlockend, ihre
spracheigenthümlichkeiten eingehend zu behandeln, insbesondere ihitB
feinen und vom heutigen vielfach abweichenden gebrauch der casw
und praepositionen festzustellen. Da aber hier zu solchem beginneB
kein räum gegeben sein kann, begnüge ich mich, im folgenden das
auffallende und von unserer spräche abweichende aus Zweifels «d
Eisenbarts vocalismus, consonantismus, flexion, Wortbildung aml sp-
tax zusammenzustellen ^.
I. Vocale.
1) Im allgemeinen: Alte schärfung und kürze der vocal«
findet sich nicht gerade häufig, z. b.: botte 64. cappittel 380. ^
1 E. bedeutet im folgenden Eisenhart. Die nicht also bezeichneten hei-
spiele sind aus Zweifel.
637
itten 456. gebott 48. hinnemmniig 270. Inff 11. InfPen 96. polli-
f46. pottschaft 46. suff3A6. vatter 31. verbott 17. verloffen
14. Kulnffll. £. bottenlanfer 609. genottigt 603. geratten 605.
!fcn 623. taflPel 599. tratten 605. verbotten 605. verretter 602.
Widerstand gegen den timlant ist sehr hänfig, s. beispiele nnter
Heate nicht üblicher amlant erscheint in: gelgeln 370. geweiten
'9. geweitig 515. geweltigklich 431. grösslich 505. hefner 58.
rt P42. hindersesse 38. legem 93 (ebenso stets in leger, geleger,
jerung n. s. w.) menig 15. mewrer 323. spennung 75. spörer 122.
tttgeld 129. stettmaister 375. stettmawrn 424. £. er wäscht 621.
2j Im besondern: A. 1) für e: angesatzt 433. bekanntnnss
1. benampt 304. besatzt^475. besatzteii 345. besatzung 412.
mocht 146. ersatznng 480. gelart 24. ge^iatzbnch 129. gesatzt
4. hatz 101. nachtin 534. obstat 378. sandbott 485. stallten
Wendalin 117. Eisenhart: gestalt 623. lerman 603. kromatz-
el 605. satzten 600. zertrant 594. 2) für nmlant ä: achtzen
2. ampten 46. aafern 441. bekantnnss 451. betrangnng 432.
rangt 91. erzalang 560. gevarlichait 109. margrafisch 447.
le 445. raten 364. schafiin 24. tatlich 238. orsacher 487.
enhart: angsten 596. 3) für i: hamasch 257 (neben gewöhn-
lerm hämisch). 4) für o: bewag 65. erhaben 579. geharsam 48
stets, ebenso in geharsamlich n. s. w.). hab 572. pastporten 415.
377. nberhaben 527. nfferhaben 189. nfigehaben 7. verwar-
ft 292. wa 17 (so stets, ebenso in seinen Zusammensetzungen z. b.
Iiin, wazn). E.: clainat 610. inwaner 608. wa 597. verwar-
mng 605. 5) für ü: grandonnerstag 190. 6) für ai: E. Jagst-
aer 600. 7) für an: E. Piabach 613. geurlapt 614. 8) einge-
oben: samatin 277.
E. 1) für a: bekennt 563. Casper 328. des 9. desselbig 65.
Dstperkait 403. erber 267. erberkait 164. ernennt 529. gekennt
6. gesendt 380. hert 498. hertigklich 242. leger (so stets, eben-
in dessen Verbindungen heerleger, legem, legerhaft u. s. w.). mar-
f 253. Mertin 230. Necker 424. obemennt 530. stettmaister
5. stettmawrn 424. Veitin 545. verhegen 153. verprennt 577.
drberkait 608. genent 601. gespeldt 602. getegt 612. verprent
3. wend 606. 2) für umlaut ä, ist bei Zweifel und Eisenhart so
elmässig, dass ausnahmen, wie täten 201. tätlich 448. £. ver-
638
pränt 605. wäscht 621, sehr selten sind. 3) für i, ie: besess 220.
heruff 282. kurisser 443. 4) für o: bewegen 79. clainet 342, er
wegen 477. gepflegner 560. gewegen 485. tretzig 203. überheben
401. wir wellen 260. E. verantwertnng 612. er well 602. 5) für
Umlaut 0 und oe: ergetzen 194. pen 444. schwern 147. umbstcst
107. E. derren611. schweren 601. 6) für u: Rotenberger 570.
ze (selten bei infinitiven), wir westen 499. E. comether 603. Win-
berg 605. 7) für umlaut ü: E. hochwerdig 599. 8) für ai: menzisch
534. Crelshaim 561. 9) ausgefallen, häufig, ja regelmäßig in der
endung ^en.~ sowie r vorangeht z. b.: ich acht 24. bawr 336. den
441. eben 588. gest 110. gfar 171. globt 166. gnug 516. grad
313. grichtzacten 195. guts 13. gwalt 359. ler 20. lern 26.
lieb 13. mawT 336. mer 370. meni 41. on 22. om 23. seltxaBS
92. spam 84. schwern 174. schwum 59. stewr 11. uffböm 9.
warn 12. weld 137. wein 125. wem 13. E. bawrn 601. glcstert
598. glüpt 596. gschoss 603. gschriftlich 601. gstalt 613. gwalt
623. steurstuben 600. woU 601. 10) eingeschoben: ainest 83. be-
leiben 442. beldest 294. canzelev 563. ehest 525. holeten 346.
höret 379. Karel 365. saget 378. uberig 179. underhandeloog
579. E. beleiben 595. fenderig 598. geren 605. uberig 595.
11) angefügt, namentlich beim Zeitwort: bedorfe 9. briefe 193.
burgermaistere 564. destere 113. drewe (drei) 489. flnhe 202. ge-
wartende 149. ime 52. ine 12. käme 10. nachdeme 252. ofobti«
12. rate 224. sagende 9. sähe 454. schribe 570. stende 73.
streckete 353. stunde 11. taile 254. tet« 11. verläse 56. ziehende
93. £. frue 602. »olde 601. verhöre 600.
I. 1) für a: kurisser 443. 2) für umlaut i: tringt 533.
3) für e: ich bedlhe 487. befilhung 440. guldin 561. nechtui 110.
pdigt 52. pritterin 365. rifir 38. samatin 277. 43 für u: bewisl
481. gewist 203. wisten 491. E. unbewist 596. 5) für omlait
ü: erwirdeu 480. glaubwirdig 383. wirde 354. wisten 91. K. *«•
geivndet 621. erxirnet 62a hochwirdig 600. wirde 602. Vnxtr
berg 605. 6) tur ei: derglychen 5. drifach 571. erdrich 504. ii-
gedenk 437. inhaimisch 514. inlassen 475. innemen 13. sid*
298. sither 510. trifuss 305. swifach 571. £. dri 593. 7) ftr
ie: anligend 400. bapir 269. hüben 13. gewirig 348. glidei 33.
sieht 44. sihe 23. stig 365. vermiten 44. versieht 44. vwsihe 25.
TWtmigen 162. tbeologi 19. xunUckeB 401. 8) aosg^kll»: haiig«-
639
^er 526. profand 312. E. hailgen 606. küng 598. Rangs-
fren 605. 9) eingeschoben: boßist 234. ebist 425. berberig 9.
rlg 324. kirchmenig 292. menig 295. miltist 339. silberin 377.
lisch 4.
le. 1) fftr e: diemntig 373. 2) für i: gebierg 17. liecbt 31.
ilienge 287. E. ziens 620. 3) für n: krieg 588. unverdrießlich
1. verdrieß 35. 4) für ü: betriegen 257. betrieglichen 501.
gen 121. nngestiem 38. E. betriegen 623. 5) für ei: entschied
. verwies 72.
0. 1) für a: chorfreytag 187. hornplosen 368. nodler 342.
verporgen 453. E. abgethon 620. aldo 601. beyston 623.
615. hon (haben) 620. krom611. kromatzfogel 605. rot 596.
;han8 603. ton (getan) 621. nffplosen 608. 2) für e: erschrecklich
f«. flohen 510. E. nmbkoren 623. 3) für ö: aussonen 311. be-
bigen 514. corper 458. emplosen 439. erstom 351. getrost 12.
Iser 304. hörn 61. konden 42. loblich 371. löcheret 192. mo-
iid 282. monch 507. od 371. pos 372. schlosslin 459. todten
7. toriin 387. verhör 109. vorster 152. E. aptgotterey 598.
? 592. dorfer 594. geköpft 596. genottigt 603. grost 606.
eher 603. hohe 613. hören 623. morder 602. ' offnnng 604.
ffel 606. schlosslin 606. todlich 615. unerhört 593. verhöre
0. 4) für n: bronn 405. dorften 211. erkondigen 88. forcht 11.
r (nhr) 74. kommer 570. Neckersolm 437. onbewust 40. onge-
• 433. pronnen 93. rom 526. ton 481. verwonderang 533.
ongeverlich 613. or 602. 5) für ü: bedorfe 9. bekomert 376.
romen 508. dorfen 323. erfoUnng 418. forchten 55. gesont 145.
rzen 67. E. erworgen 605.
Ö. 1) für e: verkören 497. 2) für o: gewollt 573. ^spörer 122.
st 380. wollend 189. wollet 546. 3) für n: förcht 380. 4) für
bekömmem 187. berömen 419. dürft 377. forchten 468. höner
6. onbekömert 312.
U *. 1) für a: entstund 18. funden 14. getun 400. tun (ge-
in) 94. verstund 96. weylund 468. zwung 496. E. getun 596.
ilung 609. tun 593. 2) für ä: gegenwurtig 247. gege uwurtigkait
2. gulte 331. 3) für e: verdurplich 44. verdurptnuss 410. 4) für
e: behulflich 483. ich beschluss 227. Dunkelspuhel 440. geputen
*
1 Eisenhart Bchreibt für u auch w, s. b. in zw.
640
369. gesunt 283. Gnlg 580. kurbe (kirchweihe) 42. kursnre 324.
Inffen 96. pfenung 456. verpnten 70. verlurn 412. verwarft 568.
verwurkt 363. verwurkung 459. er wurdet 562. wurken 386, eDdlich
ausnahmslos in: zwoschen und dessen Zusammensetzungen (darzwa-
sehen, hiezwnschen) und in der endung -nuss. E. du wurst 606.
5) für o: antwurt 12 (ebenso in dessen ableitungen: antwurten, yw-
antwurten, verantwurtung). drummetter 612. emputen 205. entnin-
nen 453. entschlussen 19. erhub. 253. fluhe 202. frumbkait 176.
fürt 437. gekurnt 485. kumpt 469. nachzug 452. nunnen 132.
schwurn 551. suff 346. trucken 132. trutzig 315. trummen 479.
tumb 9. uflpbuten 165. vergult 406. wu 341. zugen 93. zuu
233. E. angenummen 610. antwurt 597. antwurten 601. dniin*
metter 612. kummen 597 (ebenso in Verbindungen: bekummeiL zn-
samenknmmen). snnder 596. sunderlich 593. suiist 601. tmtag
36. trutzlich 596. wuche 601 (ebenso mitwuchen 593). 6) für ö:
ich but 163. fluhe 448. furderung 4 Gl. ich gund 236. knndea
371. ich kunt 197. ich lug 378. muglich 109. munchisch 26.
uffhuben 551. urputig 6. vermug 161. zuge 39. E. fmmmer
624. Kungshoven 605. munchcloster 603. 7) für ü: angepurend
343. bemuwen 75. berumbt 147. bmfen 12. buchlin 17. burger
179. bürgerlich 125. buttelhaws 127. buttner 58. darüber 145.
ersturmpten 205. erwürgen 530. fluchtig 443. fund 29. furter 9.
gegrundt 32. gelupt 99. gepurt 43. gluckUchen 301. glupt 225.
gutem 14. gutig 465. krugen 346. künden 371. kursner 324.
lügenhaft 369. mued 370. munch 507. ich must 200. Nunn-
berg 535. pfrund 508. pruefung 25. pundnuss 145. rüg 132.
rustung 336. stund 108. tur 377. uberfuer 254. uffmrisch, tw-
furisch 7. ^verfurn 49. verwuesten 14, sodann ausnahmslos in far.
über und deren Verbindungen. E. bekümmert, bundischen 605.
bnrgermaister 600. erwürgt 606. fru 604. für 603. gelupt 603.
galt 604. schuler 596. stucken 602. stürmen 604. übel 604.
überfallen 600. uberig 607. verrücken 603. 8) far au: lut 570.
nachpur 76 (so regelmässig, ebenso in seinen Verbindungen: genach-
burt, nachpurlich, nachpurschaft). trurig 84. tugenlich 175. ^
einzelnstehend und in Verbindungen, ebenso uss. E. uff 601.
U- 1) für i, ie nur bei E.: lüffen 594. stüm 603. würt 610.
zwüschen 596. 2) fOr ö: müncherey 27. E. küng 598. münch
607. vergünt 596. 3) für u: E. pürgk 601.
Ai, ay. l) für a: zwainrig 372. zwangksailen 173 2) fOr e:
ablainen 79. aintweder 26. aintweders 279. lainen 510. vier-
taümaister 128. 3) für ie: abgeschaiden 5. abschaid 492. beschai-
dflii 107. entschaiden 223. 4) für an, en: frayen 28. E. hay 609.
haygabel 617. haipt 610. Kanm der erwäbnang bedarf es, dass ai
regelmässig für ei steht.
An, aw^ 1) für a: anbend 79. 2) für o: £. Laurenz 602.
3) für an, en: gedawcht 249. gerawen 250. lawgen 92. stawr 128.
traw. 256. trawen 190. verstawm 128.
Ei, ey. l) für e: gein (so stets für gen), leingst 234. 2) für
i« ie: Bastlein 324. leyt (liegt) 298. paradeys 108. pbilosophey 5.
sein (sind) 93. £. Mertein 615. sein 600.
En, ew. 1) für ie: anzeucht 511. fleußt 27. gebewt 29.
schewßt 437. zewgt 47. zeucht 534, zuzeucht 89. 2) für o:
«üsrewten 27. ansgerewd 107. 3) für ü: deweht (dünkt) bedeweht
533. 4) für au: eindewchen 370. mewrer 323. E. glewben 622.
5) tfSa ftn regelmässig; mäur (plur. von mauer) steht ganz verein-
Mh 614. 6) für ei: drew 344. erreugen 97. rewmen 192.
IL Consonanten.
B. 1) für p: bäbstlich 410. banzer 342. bapir 269. ber-
^men 196. biokel 404. bulfer 303. embören 481. embömng
481. gebafel 461. E. brangen 622. geblündert 602. 2) ein-
S^esehoben: £. abgehauben 602. zerhauben 602 (neben abgehauen
B05). melb 415. 3) angefügt zu m: ambt 18. befrembden 140.
t^emmbt 147. beschirmbt 254. embsig 426. frembd 30. frumb
176. fomembst 381. gedembt 154. gezimben 215. nemblich 10.
^imbt 138. rewmbten 389. sambt 240. stymb 344. nmb 17.
^tnformblich 171. unzimblich 354. vernembt 33. verdamblich 32,
Endlich in der endung -tumb. E. namb 595. umbschlagen 601.
^) f&r m: gemurbel 55. murbelung 10. 5) für chw: kurbe (kirch-
^^reih) 42.
P. 1) für b: alspald 149. gepachen 121. painen 99. pan 10.
l^wm 153. pergen 219. pestem 76. pier 124, ich pin 298. plat
^69. plat 132. pringen 86. pronnen 93. puchsen 92. purde
^70. erhept 189. erlanpten 59. gehapt 13. gelupt 99. glanpt
1 Für aw steht ow in abhowen 124.
Bwankritf 41
642
330. glopten 59. hapt 101. ranplioh 13. stirpt 249. or-
lanp 448. E. gepranoh 607. messpuch 596. pald 614. peioht
609. pergk 613. pesten 605. pley 603. pliben 605. pkt
605. prnel 593. ptLchsen 604. pürgk 601. iiflj[)losen 608. auf*
geliept611. erlept 599. gehapt 617. gelopt 603. gelnpt 603.
geurlapt 614. liep 604. raup 614. stanp 607. 2) verdoppelt:
cappelle 508. oappittelfrowen 380. Jacopp 324. 3) angefägt sa m:
ampten 46. benamptlicli 562. bestimpt 149. erstnrmpten 205.
geraumpt 508. kompt 24. sampt 149. schempten 172. E. ampt
607. gelüpt 595. sampt 600. verprant 602.
Pf. für f: scharpf 302. scherpf 3. onderschlaipfen 17.
PL für v: prophand 437.
P. für b: poffel 606.
D. 1) für g: uffwidler 361. zweyd 372. 2) für t: angedastSi
bedewren 99. dapfer 19. dewfel 199. dief 361. dinte 201.
disob 199. döricbt 279. dreffen 314. dreyben 305. dringen 184.
drinckstnben 153. eindewcben 370. gedtunel 55. nnangedast 324.
ausgerewd 107. erfrewd 455. erredt 26. geried 84. glubd 318.
gmid 236. kond 46. es prand 570. qnidt 560. redten 495. rodt
501. nnwerd 116. verpewd 59. verwand 97. werd 116. wollend
84. zedel 289, regelmässig in binden, binder, nnden, nnder nnd üiren
Verbindungen. £. berayd 601. clainader 602. dapfer 614. danmder
605. der 601. tredten.596. dmmmetter 612. eydel 614. nr
antwerdung 612. 3) ausgefallen: glnb 501. 4) eingesehoben:
fendlin 151. kandelgiesser 327. konden 42. mendlin 12. ▼er
gönden 571. £. Clainmendlin 608. donderstag 606.
T. 1) für d: betrangt 91. tom 344. trechsler 362. vemitea
44. £. betrancknüss 596. 2) ausgefallen: achzehen 519. Benedik
390. bergamen 196. beschedig 255. biten 301. enhalten 53&
frevenlicb 145. geliebst 570. gewaltetig 279. is 327. mark 344
Obs 122. ordenlicb 320. platner 122. predig 258. roten 298.
selbs 26. vertewschen 176. £. engegen 608. engelt 615. freven-
licb 593. gots 603. berget 596. het 601. mark 615. mitler 595.
mittemach 614. predig 607. 3) angefügt: anderstwa 235. ^
truptnuss 571. dannocht 22. dennocht 291. erlauptnun 380*
kanten 346. landlewftig 177. lebenthaftig 288. lewft 42. vc^
durptnuss 173. weytlewftig 422. E. freyttag 605. monttag 605.
G. 1) für cb: Erig 579. trugseß 232. £. betagt 604. fcndeng
643
98. msLgt 605. sohmag 604. 2) für h: verziegen 344. zewgt 47.
legen 344. E. geschage 608. schmegen 598. 3) für i (j) E. Marga
03. Kilga 616. 4) für k: marggrefiscli 514. 5) fehlend: margre-
fleh 369. mom 259. yorgeener 60. vorgener 52. £. benyegen
23. 6) angefügt: Gwilhelm 194. £. gemainglich 597. 7) yerst&r-
end za k antrettend: begengknas 5. besorgknnss 236. betmgkt
140. ertrengken 235. gefengknoss 22. gezewgknnss 117. hinwegk
.99. ringk 570. trangknoss 488. trengken 545. wegk 377.
«wgknnss 97. S. anch Wortbildung anf gklich. £. borgk 620. hand-
rergk 601. magk 621. pergk 613. pürgk 601.
S, ck. 1) für g: hin weck 292. rinkmawr 340. nbersohwenk-
ich 383. E. berck 605. besorcknoss 611. hinweck 609. leben-
anck 599. lencken 621. pnrck 613. Cklich s. Wortbildung.
GIl 1) für c: supplichation 34. 2) für g: schlachen 41.
ichlecht 132. £. mntwillich 596. 3) für h: befilche 260. verleioht
(23. zeucht 89. ziech 308. ansieht 478. ausschewoh 586.
leschach 52. beschicht 44. geschach 496. geschieht 120. schew-
hen 13. sieht 44. verfachen 40. versieht 44. weiehwasser 5.
S. yerschmaeht 621. 4) für k: backen 180. 5) ausgefallen: gley
tl8. nit 23. £. nit.
H. 1) für g: ainich 38. ainieherlay 333'. ansehiahen 162.
ehlahen 36. zohe 447. 2) fehlend: er (eher) 113. fro 256. froloeken
175. kirehof 458, sodann in gen, sten u. s. w. £. schmeung 606. 3) an-
gefügt: herhaisehen 481. herkundigen 341. herlangen 329. hör 130.
L. 1) für n: kandelgiesser 122. 2) für r: halblerer 135.
t) verdoppelt: allstädtisch 18. pollieey. 4) ausgefallen: fal 263.
prel 398. wolt 604. solten 603.
M. 1) für n: naehbenamt 205. Nurmberg 535. E. Nurmberg
»14. 2) far nt: empem 333 K embieten 421. empfrembden 277.
mpforen 257. emplößen 419. offempar 32. 3) für w: mir 30.
t) ausgefallen: gedumel 55. himel 371. kumen 597.
N." 1) für d: £. widerstannen 620. 2) für 1: trummen 479.
I) für m: Crauthain 437. tum 361 (ebenso in dessen zusammen-
etznngen ecktum, kirehtum, landtum). £. tum 617. 4) fehlend:
nfung 363. befelhe (inf.) 407. dan 103. man 343. pan 10. plut-
Ufltig 132, £. bekentlich 604. commeter 609. dan 604. donerstag
1 Aber entpörung 496, entborung 679. £. entporung 698.
41»
644
600. lerma 615. verpran 605. yoUet 599; namentlich bei Zeitwör-
tern auf -nen häufig z. b. begegen 302. ereogen 97. eroffen 266.
flöhen 211. gewappet 340. lawgen 92. offen 449. orden 409.
rechen 548. verorden 419. yerrechen 525. verzaychet 540. zittert
489. E. lencken 621. 5) eingeschoben: habems 143. hewsling 571.
mainst 465. tonen 421. weninger 371. zedeln 520. £. mainst 607.
R. 1) far n: verr 439 (ebenso indessen Verbindungen verrer,
soverr ausnahmslos). 2) ausgefallen: kerner 98. dauss 71. danssen
257. doben 377. eisen 360. S. her 600, hergot 596. veregen
603. verhart 596.
S. 1) für r: was 91. wasen 493. £. was 603. 2) für i:
besess 220. geest 545. 3) für ss: gewiser 430. schliesen 107.
US 512. £. besorcknüs 508. grosen 596. kesler 604. lasen 596
(ebenso auslasen 611, verlasen 603). mesner 621. musen 606.
Begelmässig steht s aber für ss vor t, z. b.: allergrost 574. ang^
dast 86. angemast 575. emplost 439. gefast 12. lest 548. miut
200. verfast 497. wisten 91. E. heyst 621. müst 596. ▼e^
fast 623. 4) ausgefallen: allerhubscht 234. eilend 313. kürzt 571.
vollend 61. willtu 377. E. vollet 599. 5) angefügt: weyts 155.
W. 1) für h: fruw 18. muw 77 (ebenso bemuwen 75) mw 10
(ebenso beruwen 116. geruwig 338. ruwen 273). trowen 203.
trowwort 465.
Z. ^ für s: Balthazar 328. ditz 305: beinahe regelmftsng
nacht: gewaltz 86. grichtzacten 195. inhaltz 441. nachtz 57.
nichtz 27. pankgeltz 120. ratzperson 267. seltzams 92 (ja selbst
selzam 208). E. lantzknecht 608. wirtzhaus 611. 2) für x: datz 121.
nL Flexion.
1. Declination. a) Sehr häufig unterbleibt die beugung: z. h
ampt gen. plur. 112. befestigung plur. 14. ding plur. 12. hand-
lung plur. 15. handwerck plur. 118. hof plur. 343. kind plur. 16.
zil plur. 421. diser gemain statt 18. ein offen ediet 17. emstUdi
weg plur. 13. far und sorgen 212. hab und gutem 14. in grossen
und ciain stetten 371. ir alt gepreuoh 139. ir vorgetan pflicht 81.
ire beschwerd plur. 145. irer wort gen. 226. knecht und pferdea 9.
*
1 Eisenhart schreibt auch cz b. b. frauencsimer , Csentffraf 606.
Ciwingel 628.
645
meinen weyb und kinden 200. sein rosenfarb blnt 371. nnser weyb
und kind 344.
b) Abweichende bengnng: Die weiblichen A-stämme folgen regel-
mftsaig auch im singnlar der analogie der N-stAmme, z. b. forbitten
467. forschriften d64. kirchen 510. Schriften 349. staben 449.
£. kirchen 599. wachen 601.
Die plnralendnng -er ist noch nicht dnrchgedmngen, z. b. ambten
18 (neben amptem 258) empten gen. 278. gliden 33. kinden 19.
leyben 439. schlössen 240. weld 137 (gen. weide 804, dat. weiden
235). weyben 189. £. haipt 610. dorfen 620. Mann 'bildet im
ploral menner and mannen 218. Gewalt hat im dat. pl. geweiten
369, anhang im plaral anheng 55. E hängen im pl^ral an befel-
habere 485. bargermaistere 475. Nar einmal findet sich ein plaral
auf -ich, kindHch 120.
c) Pronominalflexion: ime ' dat sing. 12. ine acc sing. 12.
inen acc. sing. 305. ine dat. plar. 225. inen dat. plar. 145.
£. ewr gen. 622. in dat. plar. pl. 600, ine dat. plar. 601. ir gen.
plar. Für dies erscheint ditz 305 plar. 435 gen. sing, für selbst fast
regelmässig selbs, für solch, welch regelmässig solich, welich, (sehr
selten sölh 168. sölhe 378. sölhs 383, weihe 558), bei Eisenhart
aber solch, welch.
Beliebt sind zasammenziehnngen , wie aim 92. seim 552.
habens 595. hats 602. ichs 567. mans 24. sollens 603. wolls
606. wordene 25, wobei s aach plaralisch sein kann, sodann beim
artikel (ausser den heate noch üblichen) ins (in des gen.) ins (in es)
138, 621. uSm nffs 571. vorm 596. zan 123.
d) Von' „zwei** laaten die formen : zwen masc. zwa fem (zwo bei
Zweifel äosserst selten, alleingebräachlich aber bei Eisenhart) zway
neatr. Zway findet sich aber aach schon als maso. gebraucht,
I. b. zway gesant 37. Für beide erscheint als masc. and fem. bed
458, 460.
2) Conjagation. a) abweichende personalendnngen: L sing.: ich
befllohe 260 and befilh 261. dartan 571. han 295. pin 298. ver-
sihe 25. tan 568 (neben tae 295). wir 503; ü. sing.: hasta 236.
magsta 295. masta 295. taesta 377. wirdesta 583. willta 377.
wnrsta 25. £. da warst 606; HL sing.: er is 327. wirdet 419.
*
1 Im dient auch als reflexiram, s. b. off im 8elb6 145.
646
wurdet 562. E. würt 610; L plnr.: wir han 64. hand 439. woU
292. wellen 260. E. wir han 623; ü. plnr.: ir werdt 225. wollet
546. E. ir werd 622. Hänfig nimmt die zweite pers. plnr. die
endnng der dritten an, z. b.: ir konden 189. mögend 282. sollend
446. tragent 514. werden 492. werdent 49. werent 474. wollend
191. wnrdent 54, ebenso die imperative: fliehend 286. lassent 568.
vergebent 568. wollend 384. E. ir hon 620. Bei der dritten per».
plnr. ist die alte endnng -ent bei weitem seltener, als -en; haben
bildet: sie hand 364. E. sie han 621; sein hat: sie sein 93. seind
551. seint 47. seinen 501. E. sein 600. (Das prssteritom von
sein lantet bei Zweifel nnd Eisenhart war, seltener was, desseo ploral
waren, sehr selten wasen 493, das particip wesend 49, gewest 47 und
gewesen.)
b) Zweifel nnd Eisenhart vermeiden gerne das tonlose e nneerer
conjngation. Dasselbe wird abgeworfen oder ansgestosseo, z. b. ich
verhofipfc 567, namentlich beim optativ, z. b.: man docht 177. hab
602. hett 12. schult 315. tet 16. well 602. woU 601. For-
men, wie begereten 564. besoldet 23. betrohet 254. geartet 23.
gemcket 262. gesaget 386. ' holeten 346. kenneten 469. lawtet
199. raiseten 14. redet 459, sind nicht häufig zn finden.
Insbesondere fällt dieses e bei formen anf -en, also namentlich
beim Infinitiv ans, sowie der stamm auf r, 1, endet, z. b. bewam 15.
erolem 96. erstem 351. kern 567. lern 26. mem 41. qnitien
33. schwern 147. spam 84. nffhöm 9. verfam 49. wein 125.
wem 13. E. anskem 601. begem 601. spnm 358. (Perfekta nd
Optative: schwom 364. schwnm 527. verlnm 412. warn 12).
Anch die contrahierten Infinitive mögen hier genannt werden: gen und
dessen composita, sten ^ nnd seine Verbindungen (bei £. einmal ftoB
in beyston 623) lan 492 (neben ungleich häufigerm lassen), ton, to-
wie das zusammengezogene particip: stende 73 (neben stenent 609).
Tritt femer die endnng -et, -ete zu einem stamme, der anf d, t endet,
so wird sie fast regelmässig mit diesem contrahiert, z. b.: antworten
(antworteten) 228. forchten (fürchteten) 447. furchten (fBrchteioi)
567. gewarten (gewarteten) 302. lawt 118. lewt (läutet) 258. ob-
lawt 67. reten (redeten) 273, ebenso vermuten 155. verwuesten 14.
warten 454. E. er rust (rüstet) 605. spot (spottet) 620. Namentüeb
m
1 Einmal lautet der infinitir von stehen standen 567.
647
hänilg erscheint diese contraction beim part. perf., z. b. angedast 84.
bereit 562. betracht 434. erdicht 56. erkalt 417. erlencht 21.
geacht 26. gednlt 17. gehut 387. gelewt 110. gericht 16. ge-
rast 301. gestalt 27. gestatt 20. getrost 12. veracht 17. ver-
tntwnrt 21. vergiüt 406. yerpflicht 113. verschnlt 121. zermtt
467. £. abktnt 611. anfgericht 604. enthanpt 605. geacht
611. geantwnrt 596. geleut 602. gepeut 600. geret 601. ver-
acht 596. zerwnst 620. Ja selbst d tritt an die stelle dieses con-
trahirten t, z. b. verpewd 59. verwand 97. ungeverd 320. E. ge-
schwembd 614. gestild 612. Tritt die endnng -et an ein Zeitwert
auf -nen, so kann -net in -ent umgestellt werden, z. b. verordent
154. £. gesegent 598. verordent 600. Die gleiche Umstellung
wendet Zweifel im Perfectnm an, nm endendes e zu vermeiden, z. b.
solche perfecta, beziehungsweise optative sind: begeret 370. erzelet
369. höret 509. brandschatzet 447. redet 459. saget 378.
stellet 195. verharret 366. zaiget 361.
Hingegen liebt Zweifel die dritte pers. sing, des perfectums der
starken conjugation auf e enden zu lassen, z. b. sähe 454. schribe
570. stunde 11. tete 11. zohe 447. zuge 160. Ebenso erscheint
endendes e nicht selten in part. prsBS. z. b. begerende 505. bittende
534. farende 93. geende 116. gewartende 149. lawtende 118.
ligende 88. reytende 93. schreyende 51. stende 73. wesende 278.
wonende 117. ziehende 93.
c) Häufig fällt die vorsilbe ge beim part. aus, z. b. anzaigt 440.
bliben 13. danckt 370. funden 464. gangen 35. geben 545.
ghiwpt 373. grundt 192. kawft 143. komen 93. pracht 72.
praueht 137. schickt 478. tan 298 und tun 94. truncken 151.
tnmgen 465. zogen 151. zwungen 465 ^ E. anklopft 604. an-
zaigt 601. ausgeben 602. gangen 603. kummen 609. pliben
606. predigt 600. tredten 596. trungen 601. tun 596. zogen
602. zwungen 597. Hingegen verwendet Eisenhart ge auch
gleich zweimal in gprantgschatzt 606 (prantgeschatzt 613. miss-
gepraucht 623).
d) Formen der schwachen conjugation, die von den heutigen ab-
weichen, sind: bekent part. 563. besatzten 345. bewist 481. er-
nennt 529. gekennt 546. gesatzt 324. gesendt 380. gewollt
1 Zusammengesogen ist gessen 130.
648
573. obernennt 530. obstat 378 (neben obstet 148) stallten 56.
verprennt 577 (neben prand 570 und geprannt 432). westen 499
nnd wisten 491. E. genent 601. satzten 600 (aber gesetzt 600).
vergünt 596. verprent 603 (neben verbrant 593).
Folgende schwache formen sind von starken Zeitwörtern ge-
bildet: anrnften 447. bedingt 144. beruft 32. beweyst 504. er-
hept 530 (neben erhaben 225). erkiest 586. gemft 460. Q%
hept 460 (neben uff gehaben 158. vergleicht 485. K anfgehept6ll.
ausgeruft 603. beruft 603. erhept 593. vergleicht 620.
e) Folgende starke formen weichen von den jetzigen ab:
a bieten statt o: angehaben 24. bewag 65 (plur. bewagen 207 and
bewogen 251). erhaben 579. hab 572. aberhaben 527. nffer
haben 189. nffgehaben 158. warden 454; e statt o: bewegen 79.
erwogen 477. gepflogen 560; o statt a: verporgen perf. 453:
0 statt n: schwom 364 (neben schwuren 12); o statt au: nffge-
loffen 200. verlofPen 464 (neben verlaufen 579); u statt a: entstand
18. funden 14. getun 400. stunde 11. verstund 96. zwang
496; u statt ie: luff 199. lufi'en 96. zuluff 11; u für o: entrannen
453. entschlussen 19 (aber beschloss 41). erhub 253. fluhen 577.
uffhuben 551. verlum 412. zug 55 (neben zog 454, zohe 447)
plur. zugen 95. E. geloffen 604 (gelaufen 600). getun 596.
liffen 595 (lüffen 594). ton 621. zugen 594 (zogen 594).
Starke formen von schwachen Zeitwörtern sind: betrung 496.
gepachen 121. schied (schadete) 6. stach 210. Veraltet sind: g^
hollen 116. verpran (intrans.) 605.
ünregelmässig sind: befelhe (inf.) 407. gang! 28. tonea
(inf.) 421.
IV. Wortbildung.
1) Nicht häufig fehlt die vorsilbe ge bei hauptwörtem nnd td-
jectiven, z. b. annem 219. botsbrief 43. far 145. ferlichait 481.
leibding 357. prechen 341. träid 217. £. trayd 602.
2) Hauptwörter, die auf -en enden, werfen regelmftssig die»
endung im singular nom. und acc. ab, z. b.: bronn 405. frid 313.
galg 365. glaub 434. hawf 189. nutz 283. missfall 18. miss-
traw 85. traw 256. vertraw 251. widerwill 74. E. häuf 594.
3) Tritt die endung -kait an ein auf g, ch endendes wort, so tw-
schmilzt sie mit diesem ausgang in ch, z. b.: beschwerlichait 254.
649
gaistlicliaite 339. geferlichait 383. gleichait 182. gntlichait 51.
haimlichait 372. herrlichait 177. pillicbait 191. scbwachait 441.
sorgklichait 265. nnvermnglichait 476. verdechtlichait 85. zier-
lichait 6. E. schmacliait 610.
4) Feminina, die jetzt aaf e enden, enden auf in: kettin 365.
kirchweyhin 509. mettin 258. weytin 375.
5) Die deminntivendung ist bei Zweifel lin (einmal aber kindle
526), bei Eisenhart lin und lein.
6) Beliebt ist die endnng nnss: bedingnnss 422. bekenntnnss
557. bekömemnss 207. betruptnnss 57. bewegnnss 51. be-
zwangknnss 407. erlanptnnss 58. gedecbtnnss 277. gefengknnss
22. gepnmnss 46. gezewgknuss 117. glnptnn^s 4. pnndnnss 332.
sewmnass 207. trangknuss 488. verdurptnnss 410. verpnndnnss
329. verzaichnnss 148. zewgknnss 97.
7) Sehr zahlreich sind die eine handlnng ausdrückenden snb-
stantiva anf nng, z. b.: annemnng 523. anrednng 44. ansagung 23.
ansnehnng 553. anzaignng 293. anfsatzung 178. anstragnng
319. befestnng 14. befilhnng 440. begabnng 4. begemng
225. benotignng 279. beschawrnng 328. beschirmnng 498.
beschwemng 432. betrangung 402. costnng 283. einfnrung 10.
empfahnng 372. endnng 212. ersnchnng 487. furbringnng 132.
ftirhaltnng 51. farkomnng 219. gebnng 270. handhabnng
266. hinnemnng 379. hnetnng 180. hnldnng 235. lernnng
33. mnrbelnng 10. nidertmcknng 39. nyesnng 392. rottie-
nmg 65. schntznng 285. todschlagnng 283. nncostnng 360.
imemng 258. yerainnng 253. verclainnng 116. verglaytnng 158.
vergleichnng 250. verharrnng 40. verhömng 25. verknndnng 12.
Yermaidnng 187. vermannng 126. verprechnng 434. versagnng
20. verweysnng 18. znsagnng 263. znkomnng 523. znschrey-
bnng 502.
8) Abweichendes Geschlecht, a) masc: bank 55 (aber bei
Eisenhart 595 fem.) beschütz 121. datz 121. fei 295. gewalt
163. hatz 101. lonsncht 31. inst 370. missfallen 114. miss-
traw 85. pracht 472. stift 211. tanf 258. vertraw 251. ver-
trawen 200. E. fnrt 614. pracht 604. b) fem.: bericht 335.
gehaimbd 208. geharsam 526. gezelt 214. revers 562. profand
312. prophand 403. nbermass 177. nffmr 212. nngeharsam 255.
Terhor 158. zeit 473, (bei Eisenhart 604 masc.) namentlich aber
650
alle Wörter anf -noss mit einziger ausnähme von betraptnnjBS (nentr.)
571. c) nentr.: oonvent 380. halbtaile 561. ort 572.
9) Adjectiva und adverbia haben gerne vor der endting -lieh die
Silbe en, z. b.: beschaidenlich 212. betrohenlich 12. christeDlieh
371. frevenlich 13. fngenlich 483. ordenlichi samenlich 71
(samentlich 35). trefPenlich 44. tngenlich 175. nnertregenlich 472.
nnvermögenlich 472. nnwidersprechenlich 511. onzweyfenlich 112.
10) Adjectiva und adverbien, deren stamm anf g, k endet, ?6r-
stärken diesen in ck, gk| z. b. : anfangklich 514. besorgklioh 446.
betrangklich 297. diemutigklich 520. forsichtigklich 426. ge-
ruwigklich 83. gewaltigklich 448. gezwnngklich 502. gnedigkM
470. gntwilligklich 440. laidigklich 571. manigfeltigkUch 432.
mechtigklich 193. mwigklich 219. nndertenigklich 460. nnschol-
digklich 468. verfengklich 75. willigklich 502. zomigklich
573; £. diemutigklich 597. gefenoklioh 607 (aber auch ellendiglich
593). Analog sind: erberclich 525. E. gemainglich 597.
11) Adverbia auf -lieh hängen häufigen an: benantlichen 485.
beschwerlichen 97. betrieglichen 501. bürgerlichen 125. christ-
lichen 418. erberolichen 525. erlichen 401. ernstlichen 453.
freuntlichen 344. fursichtigklichen 248. gefangklichen 569. g**
trewlichen 528. gewaltigklichen 395. glanplichen 529. g\^'
liehen 301. gnedigklichen 495. heftigklichen 530. herzlichen 514.
kreftigklichen 395. muglichen 246. muntliohen 425. nemliehei
528. schriftlichen 425. schwerlichen 494. sonderlichen 312.
teglichen 415. trohlichen 503. angeschicklichen 172. zimlicheA
401. E. diemutigklichen 597.
V. Syntaktisches.
1) Wenn ein collectivbegrlff subject ist, so steht das davon ab-
hängige, namentlich^ das Zeitwert häufig im plural, z. b.: ain havf
lagen 487. bewag ain rat und getrösten sieh 58. das beer sind uff-
prochen 487. der merer tail wisten 113. der ausschoss sassen 412.
der new rat kamen 221. der zusatz ... sie begeben 205. die stat
Weinsperg, die ergaben sich 205. Dagegen findet sich auch: dii
ufiFrnm und zertfennungen . . . geraicht 97.
2) Stehen ein oder zwei hauptwörter abhängig von einem nV
stantiv im genetiv, so kann die genetivbezeichnung (der artÖEsi)
fehlen: bezalnng nachsteur und schulden 581. ertodtong bnrgerii^
651
bawm 445, farkomttng anfmrn 219. verjagnng weib und kinder
203. verlassnng nnser weyb und kynden 524. verderbang land
and lewt 471. verdurplichait weyb und kind 574. verwuestnng
Land und lewt 433. nberantwnrinng hämisch and wer 551.
3) Das einfache zeitwort wird öfters umschrieben mit sein, thnn,
werden, s. b.: ich bin gewarien 201. er ist warten 272. sie sein
sitzen 483. rewter tun schaden 249. tet ermanen 496. teten er-
seien 56. teten zuziehen 447. tun befelhen 57. wir haben tun
hencken 187. ward sich zusamentun 14. ward sich zusamen-
rotiem 14.
4) Das part. perf. vertritt ohne hilfszeitwort das perfectnm,
m.b.: als die commissarien angezaigt 194. als er komen 259. da-
Tor sie protestiert 489. die auch gestellt 241. so davor gelegen
488. was er gehapt 258. weliche er angenomen 488.
Zum Schlüsse noch einiges über meine ausgäbe. Wie in band
129 dieser bibliothek, so habe ich auch hier nur jene consonanten-
liSnfiingen vereinfacht, die ofPenbar willkürliche Schöpfungen der
liandschriften sind, also schreibe ich z. b. nie vnndt, khombt u. s. w'.,
flondem stets dafür und, kombt. Die eingereihten akten habe ich
aimmtlich widergegeben bis auf die von Eisenhart mitgetheilten bei-
den aktenstücke des Würzburger bischofs Conrad (s. oben 036), denn
diese werden in bälde in der schäffler-hennerischen ausgäbe des
Xorenz Fries in viel besserem texte veröffentlicht werden und sind
sudem kein eigentlicher bestandtheil der eisenhartischen erzählung
des bauemkriegs. Aus gleichem gründe Hess ich auch das s. 460
angegebene schreiben Nürnbergs aus. Auch die s. 381 verzeichneten
Aktenstücke glaubte ich unbedenklich weglassen zu dürfen, weil
Zweifel auch diese nicht in seine darstellung wahrhaft aufgenommen
lat, weil sie vielmehr als fremdartiges einschiebsei erscheinen, weil
Zweifel von . ihnen keinen besonders guten text bietet, und weil eben-
desshalb eine wiedergäbe seines textes, da diese akten theils nach
eriginalien oder guten copien des hohenlohischen archives bei Üchsle
sehon gedruckt sind, theils in der eben genannten friesischen ausgäbe
abermals zum abdrucke gelangen werden, ganz überflüssig erschien.
Von manchen oben gebotenen aktenstücken existieren noch die
origmalien oder doch bessere abschriften. Ich schwankte lange, ob ich
nieht diese an die stelle der zweifelischen texte setzen sollte, kam aber
652
nach reiflicher überlegang von diesem gedanken ab. Es ist nämlich
bekannt, dass die frühere zeit keinen sinn für wortgetreue wider^be
von archivalien hatte, ein fehler, an dem auch Zweifel redlich antheil
nimmt. Dadurch, dass er seine akten nach seiner Orthographie um-
schuf und auch sonst kleine auslassungen und zusätze anbrachte, hat
Zweifel diesen akten seinen Stempel aufgedrückt, sie zu integrierendeo
bestandtheilen seines Werkes gemacht ; wir dürfen daher ihm nicht
etwas unterschieben, was er nicht selbst in sein werk aufgenommen
hat. Sowie wir uns für abdruck dieser akten entscheiden, haben wir
uns lediglich an seinen text zu halten. Ob dieser besser oder schlim-
mer, als seine vorläge ist, ist hier ganz gleichgiltig, wir geben hier j»
kein urkundenbuch, sondern nicht mehr, nicht weniger, denn Zweifels
geschichtsdarstelluug.
Mit anmerkungen glaubte ich sehr sparsam umgehen zu sollen;
namentlich habe ich alle ortserklärungen in das register verschoben.
Diesem aber widmete ich möglichste Sorgfalt. Die worterklänmgen
in demselben stützen sich zumeist auf Fromanus ausgäbe des baieri-
schen Wörterbuches von Schmeller und auf Lexers mittelhochdeutsches
Wörterbuch.
653
BERICHTIGUNGEN.
R. 68, s. 6 V. o. ins werden unser 1. inner and ewsser.
8. 146, s. 7 y. n. da hast 1. das bat.
8. 155, s. 10 y. o. fei 1. fei.
8. 155, z. 15 y. u. rastfreund l. ratsfrennd.
8. 156, s. 7 V. o. wieder 1. wie der.
8. 220, s. 4 y. o. borgaraids 1. burgeraids.
8. 237, z. 9 y. u. uuf 1. auf.
8. 242, z. 15 y. o. nies 1. sein.
8. 261, z 2 y. u. Ketzern 1. Kretzem.
8. 288, z. 18 y. u. scbagen 1. scblagen.
8. 301, z. 3 y. o. wie 1. mit.
8. 318, z. 7 y. o. Holropach 1. Holenpach, ebenso 329, z. 5 y. o.
8. 342, z. 13 y. o. bayen 1. haym.
8. 370, z. 18 y. n. orden 1. enden.
8. 443, z. 15 y. u. sohloßgattem 1. scboßgattern.
8. 447, z. 20 y. o. 8tettwang 1. Stettberg.
8. 447, z. 4 y. u. Brettwer 1. Bettwer.
8. 449, z. 6 y. o. baunkunft 1. baimkunft.
8. 479, z. 15 y. o. uff bemein 1. ausbemeln.
8. 490, z. 8 y. o. nennen 1. nemen.
8. 491, z. 4 y. u. yor 1. ror.
8. 495, z. 2 y. o. geban 1. geben.
8. 572, z. 16 y. o. nach 1. wacb.
654
REGISTER.
B. bedeutet baierisches, bad. B. badisches bezirksamt, O. wirtenbergisches oberamt, P ladi«
unter B, K unter C, T unter D, V unter P, Y unter J. Aw steht anter an, ew unter ei,
ay nnter ai, ey nnter ei.
Aachen 6.
Ab Bein, ungiltig sein 550. 553. 554.
587.
Abendschein, Jörg, von Diebach 586.
Abentewr, bestehen sein, 141. 163.
Abentewrisch 234.
Aberhalten, abgewinnen 459.
Abfallen, subst. 560.
Abfellig, abfallend, abgefallen 51.160.
210. 211. 249. 250. 258. 386. 485.
518. 557. 562.
Abfretzen, abweiden 397.
Abgehauben, abgehauen 602.
Abgehen, fortgehen 510. ■
Abbin, hinab 7.
Abklag, absage 111; abklageschrift
111.
Abkünden, auf künden 611.
Ablainen, ablehnen 79. 95. 195. 210.
239. 273. 282. 302. 317. 319.
349. 369. 419. 452. 473. 508.
528. 558.
AblasB 3. 4.
Ablaufen, das thor, 608.
Ablegung, ersatz 610.
Ablesen, wein lesen 130.
Abmalen, darstellen 4.
Abschaid, abschied 492. 533.
Abschaiden, subst. 366.
Abschlag, Weigerung 147. 191. 293.
497. 609.
Abschlegig antwurt 106. 109.
Absteen, absitzen 479.
Abstricken, beseitigen 97. 173.
Abtaidingen, sich lassen, sich abfinden
lassen 351.
Abthun, beseitigen 490.
Abtrag, ersatz 200. 485.
Abtreiben, beseitigen 9. 456.
Abtretten, fortgehen 81. 201. 229.
Abtringen, abgewinnen 365.
Abtrünnung, abfall 608.
Abtuung, Vernichtung 488.
Abweisen, abbringen 40.
Abwerfen, sich von einer hemcbtft,
557.
Abwesen subst. 18. 50. 195. 267.
356.
Abwesenlich, abwesend 60.
Abwezel, Wechsel 468.
Abziehen subst. 524.
Achichts, Eichig, B. Pegnits? 618.
Achten, abschätzen 611.
Adelberg, O. Schorndorf 620.
Adelsheim, bad. Odenwald, Albrecbt
von, 151. 469. 470. 517. 5S4.585.
Adelshofen, B. Rotenburg a/Ttnber
464. 496. 610.
Adlitz, B. PegnitiE 618.
Adolzhausen, O. Mergentheim 383.
384. 387. 391. 467. 570. 605.
Affen, falsch prediger und andere, 621.
Affengespenst, tnigbild 132.
Aftermontag, dienstag 298.
Afterret, afterrede 25.
Ayb B. Aub.
Aichen, B. HeilBbronn Eich 618.
Aichhomin, die, 217.
665
f, nnns 371.
einmal 83.
^, einfach 354. 371. 373.
g;kait, einfalt 465.
einig 38. 63. 419. 453. 455.
486. 520. 523. 524. 573.
rlay 333. 483. 524.
einstimmig 344, aliiis 393.
lg, bündnisB 111. 141. 180.
251. 255. 353. 354. 450. 566.
igs verwandte, verbündete 207.
}er, entweder 26. 83.
lers 29. 279.
, bündniFS 15. 232. 248. 250.
255. 266. 274. 276. 281. 283.
353. 464. 477. 514.515. 567;
I and pfänden nm verwurkt,
»eben, 363.
itig, einzeln 101.
l, einsein 337.
•und, der, in Mittelfranken
271. 367. 446. 447.
it, Bartbel, von Rotenburg 12.
17.
t, Kariufl, 229.
wo 11. 366. 424. 456. 458.
473. 536. 539. 544. 572.
iier 601. 611. 614.
, schalkbeit 623.
hieher 394.
eyl 360.
tarnen, alle zusammen 121.
t, soeben erst 456. 464. 568.
bscht 234.
nigklich 562.
npt, alle zusammen 323.
ilacht, aller art 81.
nigst, der, minimus 200.
r bauern 14. 243. 263. 518.
535. 563. 593.
t, bereits 63. 66. 211. 242.
336.
It 343.
}t, sonderliches, Chiffres 431.
Als gester, gestern 46.313; als heint,
heute 537.
Altarist, messpriester 217.
Altendorf, B. Bamberg I, Altesdorf 6 18.
Altenschonbach, B. Gerolzhofen 619.
Altenstein, B. Ebern 396. 405. 618.
die von, 618.
Altstadt, Thüringen 16.
Altstädtischer geist 18.
Amazonen, rumiren more Amazonum
600.
Amorbach, bair. Odenwald 438.
Amt, gesungene messe 21. 503. 598.
607.
Anblasen, anzeigen die ankauft eines
fremden durch signalblasen 102.
103.
Anbringen, vertrag 37. 147. 352. 353.
370. 447.
Anbringen, vortragen 152.
Ander, anders 495.
Anderswa 417; anderstwa 235.
Änderst das, ausser dass 468.
Anderwait, anderweits 301. 565.
Angeben, verklagen 115. 504.
Angeber, anstifter 37. 543.
Angeen, sich in bewegung setzen 547.
Angemat, zumuthung 311.
Angeparend, gebührend 343.
Angewinnen, gewinnen 16.
Angezundt, mit Ungnaden gegen einen
sein, 484.
Angreifen, ergreifen 607.
Anhaim, nach, zu hause 42. 44. 46.
189. 267. 316; gewöhnliche form
aber ist anhaims.
Anhaimbs 420.
Anhaimisch adv. 79.
Anhalten, hinhalten 147.
Anhang, anhänger 509; plur. an-
heng 55.
Anhausen a Wemitz, kloster 27 1 . 294.
314. 405. 602.
Anheben, anfangen 130.
Anheber, anfönger 500.
656
Anhengig, anhängend 515. 520. 571.
Anhowt, heute 146. 231. 530.
Ankeren, anwenden 264. 395. 403.
426. 502. 528.
Ankörnen, antroffen 305. 314.
Anlangen siibst., Vorstellung 19.
Anlass, Waffenstillstand 145.
Anlaufen, subst^ Zulauf 275.
Anlaufen, ersuchen 482. 483.
Anlernen, lehren 545.
Anligen, ersuchen 21.
Anligen, mitthun 47.
Anligcnd, subst. Beschwerde 370. 400.
Anmanen, warnen 12. 19.
Annem, angenehm 219.
Annemcn, gefangen nehmen 559.
Annemiich, annehmbar 183. 477;
annemblich 576.
Anncmung, gefangennähme 523.
Anprickeln, antreiben 194.
Anredung, anrede 44,
Anregen, subst. antrag 455.
Anregung, aufstachlung 504.
Anregung, bezugnahme 467.
Anrennen, reiterangriff 453.
Anrichten, anstiften 543.
Ansag, ankündigung 46.
Ansagen, ankündigen 37. 70. 204.
274. 468. 573.
Ansager, ankündiger 613.
Ansagung, ankündigung 23. 470.
Ansbach, Mittelfranken 17. 18. 55. 74.
99. 113. 131. 159. 207. 235 bis
237. 247. 261. 269. 270. 272. 273.
275. 276. 279. 287. 290. 308. 315.
341. 365. 383. 386. 399. 512. 513.
614.
Anschlahen, anschlagen 162.
Anschreiben, aufschreiben 377. 526.
Anschreien, anrufen 510.
AnsesBig, domicilierend 360.
Anstand, Waffenstillstand 144. 151.
454.
Anstehen bleiben, unterbleiben 350.
607.
Anstossen, angrenzen 561.
Anstossen, anzünden 314. 391.
Anstrengen, anfahren 15.
Ansuchen, besachen 494.
Ansuchen, ersuchen 24. 26. 430.511.
517.
Ansuchung, bitte 553.
Antasten, angreifen 10.
Antasten, subst. 567.
Antastung 265.
Antragen, tragen 127.
Antwurten, überantworten 38. 217.
262. 339. 468. 531. 536.
Anwesen, subst. 163. 283.
Anzaigung 293.
Anziehen, beschuldigen 147. 511.
Anziehen, erwähnen 579.
Anziehen sich, sich berufen auf 391
Anziehen, subst. anzug 457.
Anzug, beschuldigung 214. 215.
Apel, Hanns, von Rotenburg 58. 144.
Apfelbach, Andreas, 616.
Aptgotterey, abgötteroi 598.
Arbeiten, sich, sich bemühen 498.
Arberg, graf von, 7.
Archshofen, O. Mergentheim 150.
Argwonigkait, verdacht 257.
Armprost, armbrust 551. 554.
Arnolt, Mathis, von Kotenburg 329.
Arnstein, B. Karlstadt 404. 618.
Art, gegend 143. 204. 243. 271. 407.
446. 458. 530.
Art und natur, die angeborene, tem-
pcrament 503.
Artikel, die zwölf, 288. 289. 298.
299. 308. 351. 460.
Artikelsweis verzeichnet 418.
Articulirt, die einzelnen punkte tnf*
führend 65. 350. 551.
Aschach s. Waldaschach.
Atzung, verköstigung 399.
Aub, B. Ochsenfort 207. 228. 226-
231. 238. 240. 244. 262. 602.618.
Aufbieten, zur malxeit, zum
laden 612.
657
n, sich, sich auflehnen 620.
eftirdern 441, s. ewfern.
, aufbewahren 426.
, gefangen nehmen 7.
is, Bubst.y hinterlegtes gut
auferlegen 548.
ersinnen, zumessen 521.
(4.
lg, mchrung. 173.
emporstrecken 608.
5m. 464. 480. 553. 004. 569.
ei weitem hliufiger ist die
ffrur.
nflage, Steuer 77. 178; plur.
cn 354.
;cn, vertagen 199.
\ufsees), B. Ebermannsstadt
iie von, 618.
ü^ucharlus von, 617. 618.
, sich empören 318.
Verorderung 363.
1, sich, sich empören 435.
, aufwiegler 157. 454; viel
r ist uffwidler.
, aufschieben 434.
lg, aufschub 617.
.sstcchen 479. 605. 612.
4. 186. 529.
, bischof 529.
, buchdrucker 530.
, Gögginger thor 530.
srordon 3.
Hammelburg 896. 405. 416.
die, fränk. edelleute 619.
3n, erwirken 418.
n, durch verbürgen befreien
1, ausbedingen 487.
reinigen 586.
ig, flüchtig 551. 616.
darlegen 521.
ar, darthuung 521.
leg
Ausgiessen, bitten, 510.
Aushemeln (von bammel?), auswählen
552. 625.
Aushencken, einen über die mawr, 164.
Auskern, subst. 621.
Auskriegen, krieg enden 467.
Auslassen, frei lassen 611.
Auslösen, die wirtsrechnung für einen
bezahlen 106.
Ausmergeln, bedrücken 173.
Ausmesson 621.
Auspcwten, beute theilen 88. 210. 217.
Auspldbcn, nicht zurückkehren 616.
Ausrichten, bezahlen 486. 582.
Ausrichtung, aussteuer 379.
Ausrufung, bekanntmacbung 494.
AuBschcw, flüclitig 616; ausschewch
586.
Ausschewer, flüchtling 616.
Ausschlagen (der abendglocke) , eine
Zeitbestimmung 62. 70. 76. 364.
475. 604. 615.
Ausschreion, ausrufen 479. 547. 548.
549.
Ausschuss, ausschussmitglied , plur.
ausschüss 596.
Ausspannen, zu mittag, 614.
Awssen, ausserhalb 548.
Awsserthalb 492t
Aussonen, aussöhnen 311.
Ausstreichen, mit gerten, ruthen, ge-
richtliche strafe 570. 609. 610. 615.
Austilgen, ausrotten 14.
Austrag, Vollendung 333.
Austragung, Vollendung 319.
Austretten, sich entfernen 369. 471.
507. 509. 543. 564. 576. 581. 583.
586.
Anstretten subst. 524.
Austun, ausstreichen 544.
Aus- und einheben, das geschütz, 390.
Aus- und einwebern, inner- und
ausserhalb der Stadt Weberei be-
treiben 85. 252. 255.
Auswarten, abwarten 215.
42
658
Aus warten, einem geschftfte obliegen
291.
Ausweichen, sich entfernen 536.
Auswendig, ausserhalb 14. 72. 114
126. 147. 180. 336. 337. 338. 345.
459. 478. 518. 535. 605.
Auswendig, auswHrtig 18. 90. 127.
163. 178. 350. 387. 454. 479.
484.
Auswendig scbain, Vorspiegelung 33.
Ausziehen, subst. auszng 506.
Ausziehen, sich, sich entziehen 520.
Auszugig, hinhaltend 147.
Ave Maria läuten 507.
Papst Leo X 3. 6. 7.
Pacem, kreuzbild oder reliquiarium
zum küssen für die laien 341.
Bachen, brod backen 180.
Backen, brennen einen durch die, ge-
richtliche strafe 595.
Baden, markgraf von, 243.
Baden, markgraf Philipp 579.
Bader, Mathis, von Obcröstheim 385
bis 387.
Bader, Simon, von Oberöstheim 385.
386.
Baderhandwerker 135.
Badmayd, balneatrix 620.
Bayer, Lienhart, von Kotenburg 231.
Bayer, wirt von Ostheim 585.
Baiern 14. 403.
Baiern, bauern 529.
Baiorn, herzöge 529.
Baiern, reiter 518. 534.
Balbierer, barbier 135. 340.
Balbirer, Endris, von Rotenburg 326.
Balbirer, Hanns, von Rotenburg 326.
601.
Ballenberg, bad. Odenwald 311.
Ballcnberger s. Metzler.
Ballenberger, Jörg, gen. Höckner 228.
326.
Palmweihe 5. 12.
Baltringer häufen (in Oberschwaben)
243. 260. 597. 598.
Bamberg 236. 415. 460. 509. 517 hls
22. 534. 537. 560. 606.
Bamberg, bauern 430. 609. 617. 618.
Bamberg, bisthnm, stift 117. 617.
618.
Bamberg, landschaft 509.
Bamberger, Fridel, 230. 322.
Bamberger, Hans, 230. 322. 325.
Bamberger, Thoma, 609.
Bank masc. 55. 120.
Bankgeld, abgäbe für benütznug der
fleischbank 120.
Banz, B. Staffelstein 619.
Banzermacher, panzerschmid 327.342.
Pappenheim, marschall Joachim tod.
518. 536 bis 39. 346 bis 48. 550
bis 53. 559 bis 63. 565. 576. 581.
608.
Barchat, Jos, von Rotenburg 324. 341.
Barchat, Oswald, von Rotenburg 230.
322. 374.
Barfüsser s. Rotenburg, barfüsser.
Bärnfels, B. Pegnitz 618.
Bart, Hans, landsknecht 416.
Bartenstein, O. Gerabronn 619.
Basel 4.
Passion, Christi leidensgeschiehte Ter-
lesen 258.
Pasteyen 491. 492.
Bastheim, B. Mellrichstadt , Paßhem
619.
Bastian, wirt zu Frankenheim 387.
Pastporten, geleitsbrief 415.
Batzenwahrung 485. 562.
Bauernführer 35 bis 41. 47. 59. 6a
67. 68. 72. 88. 113. 143. 151. 152.
157. 164. 165. 188. 190.211.21?.
224. 226. 231. 233. 234. 238.257.
261. 269. 270. 277. 282. 289. 298.
300 bis 2. 306. 307. 310. Sil.
313. 315 bis 20. 331 bis 38. 347
bis 68. 376 bis 78. 382 bis 85-
388. 391 bis 98. 401 bis 6. 408.
411. 414 bis 24. 426 bis 28. 432
bis 35. 437. 438. 440. 444 bis 46,
659
449. 451. 452. 454 bis 58.
467 biß 69 489. 490. 493.
)06. 509. 519. 541. 542. 544.
').55. 569. 571. 573. 580. 681.
511. 612. 615. 617.
leister, dorfvorstand 35. 37.
l. 188. 214.
faffen 342.
2cbt, gemeines, 356.
ht 517.
ter 179. 390. 409. 418. 424.
einrieb, lasinger 616.
.rx, von Mergontbeim 399. 400.
'endel, scbulmeister 504. 505.
ind, Hans, landsknecbt 416.
iler 8. Böbmweiler.
* stets für bftcker.
anns, von Rotenburg 324.
ans, von Wettringen (Beck
in) 60. 589.
•rig, von Rotenburg 325. 327.
ienbart, von Rotenburg 58.
J25.
its, von Rotenburg 58. 67 bis
t3. 144. 226. 262. 269. 286.
J07. 340.
irtin, von Blumweiler60. 542.
il5.
Hennsin von Sulzdorf 385.
, bedenkzeit, beratbung 250.
174. 543. 556. 572. 604.
D, für einen sorgen 478. 526.
)31. 634. 575.
I, verdienen 505.
2her mainung, unter der be-
ig 422.
188, bedingung 422.
, dürfen 569.
i, dürfen 272.
D, sich, eidlich aussagen 21.
imt 354. 506.
er, bevollmächtigter 228. 485.
►27. 528. 551.
er, ein sonderer, 506.
ief 18.
Befelhe inf. 17.
Befelhscbrift 17.
Befestigen, bestätigen 129.
Befestung, feste 14.
Befilhung, befehl 440.
Bcfriden , siclierheit gewähren 444.
Begabung, ge^chenk 4.
Begawtzen, anbellen 256.
Begeben, geben 181.
Begeben, sich, einwilligen 469.
Begebnen, zu, fällen 182.
Begegen, begegnen 302. 511.
Begegnen, entgegentreten 462; mit
antwurt, 9.
Begen, Hans, von Rotenburg 58. 144.
217. 582. 616.
Begengknuss, Seelengottesdienst 5.
Begere, fem-, verlangen 528. 537.
Bcgerung 225.
Begnaden, begünstigen 380.
Begnin, die, von Rotenburg 609.
Begi'asen, sich, sich bereichern 406.
Begreifen, ergreifen 383. 424. 478.
580.
Begreifen, enthalten, sehr häufig, z. b.
193. 302. 508. 634. 595. 610.
Begreifen, verfassen 301. 540.
Begünstigung, erlaubniss 302.
Behaim, Böhmen 383.
Behaim, Hans, von Brettheim 37.
Behaim, Hans, von Rotenburg 541.
552. 608.
Behaim, Thoman, von Rotenburg 228.
Behalten, aufenthalt geben 574.
Behalten, behaupten, bewahren 499.
500. 501. 502. 518.
Behanden, einhändigen 428; die ge-
wöhnliche form dafür ist bebendigen.
Behend igung 148.
Behendlistig 58.
Beherzigen, sich einer sache, in be-
tracht ziehen 497.
Beherzlich, eindringend 12.
Behulflich, behilflich 483.
Beibriefe, nebenvertrag 193. 196.
42»
Beicht, öffentliche, 569.
Beiclitbrief, beichliettel 3.
Buichtgeld 5.
Bcigasscn, nebengassen 138.
Beihcl, bei! 404.
Beilegung, beUUnd 38. 284.
I'einlieh , den diebeliirn verschulden,
133.
Beyuein, Bubsl. 543.
Beysener, Haniis, von Ohrenbach 542.
Bujtcn, warten 293.
Bciveeen, anwepenheit 109. HO. 111.
172. 203. 246. 253, 321. 369.
364.
Bekanntnuss, fem. 461 (bekenntnuas
557).
BekanntDaBsfarief, schriftlichee be-
kenn Imps 5Q^.
Bekennen, siil.Bt. 568.
Bekcnctlich , geitfiadig 6. 604 ; be-
k«nntlicli Urkunden 180.
Bekla^-en, klagen 500.
kümmern^, bektini-
187. 199. 207. 255. 262,
376.
. 468,
I, kum
r 207.
Belaiten, begleiten 166. 365. 368.
Belegen, besetzen 6t0,
Beteiben, bleiben (hlufig) 51, 80. 82.
92, 442. 501. 595.
Belewmut. im rufe Blehend 467.
Bemanigon, verunehren 161.
Bemberg, 0. Gerahronn 47,
Bemuwen, bemühen 75, 107. 193. 524.
Benamptlich, namentlich 562.
Benannt liehen, namentlich 485,
Benedoyen 24.
Benemen, wegaehmen 22.
Benennen, auf eine pfrQnde nomi-
nieren 508.
Ben legen, sich, begnügen 623.
Benotigen, zwingen 457. 458. 513.
531. 564.
Benötignng 279, 315, 333.
Benagig, lufrieden 197, 209.
Ber, Bnrkhart, von Leuxenbronn iU.
Berayd, bereits 601.
Berait, bereitet 562.
Berck, herg 605.
Beretigen, berathen 292.
Beroyter, berittener frUcbtenaufehBr
'a<if kloatergütcrn 300.
Bcrgauien, pergament 196,
Mergel, B. Uffenlieim 432. 447, 463,
481.
Beringer, Gilg Raimund, tod BoIcD'
blirg 152. 221. :;24. 226. 580,
Herler, Jorig, von Koten bürg 286, 326,
Berli ch in gen (Bariin gen), 0 KünielMi,
Gülz von, 211, 212.
Berlichingen, Hanns von, 612.
Bert ich ingen, Mi»t.\ v,.ii. G18,
Berlieliingen, Philips von, 612.
Bermeter, Georg, von Rotenburg 55.
56. 67 bia 69, 165, 216, 232 256,
270, 272 bis 79. 282, 315. 329.
368, 378. 389. 406. 448. 449, 493.
498. 533, 539 565, 572.595,600,
611, B. auch Rotenburg, bfirgu-
Bcrnbaimer, Johannes, raGoch in
Rotenburg 34.
Bernbart N, Bcbnelder 616,
Bernhausen, O. Stuttgart, Jacob tod,
595.
BernhauHen, Philipp von, 206. 59i*
Bernbeim (Burgbernheim , B. UScb-
beim), Adam von, an Rotenbnif
516. 517,
Bern rieder . Christoph, prieatcr n
Rotenburg 596,
Beriirodt, Bernrenth, A. Lichleafdt
619,
Berolibofen (Gerolihofen ?) 618.
Beruiiien berüinen, berOhmen 8. Ü-
4 9, 508,
Beiu"en,befiihon 116. 145. 25S.I8;-
443. 471, 475. 624.
Besag, anssage 558.
661
besetzt 475. 477.
len, beschieden 107. 108. 362.
507.
lenlich, gebührlich 212.
len, sich erzeigen 61. 146.
'Hing, beschirmnng 328.
:en, vorladen 146 203. 228.
361. 369. 370. 549. 555. 572.
:ung 572.
sen, einschiessen 153.
^en, schlagen 43.
Eisen, abschliessen, fertig stel-
J5. 525. 526. 608.
sscr (in fraiienklöstern) 379.
sser und verwarer der pro-
88.
sslich, schliesslich 399. 410.
Ö73.
iseu, geschlossen 458.
ae knaben , spottname für
er 25.
ben, aufschreiben 552. 558.
bcn, vorladen 278. 429.
en, anrufen 469.
»en kundschafte schriftliches
iss 468.
len, erkenntlich sein 298.
478.
ien, verschulden 298.
z, schütz 323. 498.
)re, besch werde 120.
irlich haben, lästig finden
irlichen, schwerlich 97.
irnuss, besch werde, sehr häufig,
12. 103. 224. 347. 426. 531.
irung 119. 432. 476.
, besichtigen 602.
besitz 220.
I, besetzt 508.
n, sicher stellen 311.
nus 611; besorgknuss 508.
'er, Wilhelm, Schulmeister zn
Rotenburg 58. 144. 194. 202. 328.
542. 552. 608.
Besprachen, anreden 261.
Besonder, sondern, häufig, z. b. 528.
534.
Besorgen, sich, befürchten, 572.
Bcsteen, bleiben 21. 397. 595. 620.
Besteen, miethen 389. 390.
Besteenwein, weinabgabe als lau-
demium 182.
Bestellen, anordnen 510.
Bestendig, dauernd 13.
Bestendig, eingestehend 282.
Bestimmen, bestellen 149.
Besuchen, durchsuchen 388.
Betagen, auf bestimmten tag vorladen
399. 520.
Betagt, bedacht 604.
Betaidingen, vermitteln 151. 369.
Petcnlawben s. Botenlaubon.
Betrancknüss, bcdrängniss 596; be-
trangknuss 71. 266. 279. 315. 510.
514. 532.
Betranglich, zwingend 305. 524; be-
trangklich 297. 335.
Betrangksal 215. 284.
Betrangung 432.
Betretten, antreffen 18. 157. 205. 277.
414. 582. 587.
Btitriegen, betrügen 257.
Betrieglicheu, betrügerisch 501.
Betrohenlich , drohend 12. 512; bo-
trohelich 531; betrohlich 258. 315.
Betruptnuss, neutr. betrübniss 571.
Bettenfeld, B. Kotenburg 60. 72. 95.
165. 224. 542. 588.
Pettschaftring, sigelring 256.
Bettwar, B. Rotenburg 59. 368. 447.
464. 496. 497.
Betz, Michel, von Gumpelshofen 584.
Betz, Michel, von Ohrenbach 542.
Peiilendorf, B. Bamberg I (Pcuten-
dorf) 617.
Beurlauben, entlassen 11.
Beurlin, Endris, von Schonach 499.
662
Bewschel, Sixt, 236. 322.
Beutel, gemeiner, 175. 178. 180. 200.
344.
Pewten, als beute vertheilen 87. 600.
602. 608.
Pewtmaister 87. 212.
Pewtpfennig, beuteantheil 236.
Bevor, voran 528.
Bevorbehalten, vorbebalten 342.
Bevorgeben, vorziehen 40. 101.
Bevorhaben, vorhaben 43. 46.
Bevoran, voran 260.
Bevorsteen, vorbebalten sein 197.
Bewaren, verwahren 526.
Bcwarung, Verwahrung 526.
Bewegig, unruhig 16.
Beweglich, begründet 148. 163. 305.
Bcwegnuss, antrieb 51. 56. 263.
Beweißer, vorwoieer 527.
Beweyslich, beweisbar 200.
Beweysung, gnedige, 514. 516.
Bewenden, verwenden 339.
Bezig, beschuldigung 505.
Bezimmern, hausbauen 511.
Bezolt, Hans, von Ochsenfurt 313.351
bis 353. 357. 362. 417. 420. 422.
427. 544. 555.
Bezolt, Mertin, von Kotenburg 328.
Bezwangknuss, zwang 497. 498.
Bezwingen, zwingen 449. 531.
rfaffcnhaus,priesterwohnung 552. 600.
Pfaffheit 5. 578.
Pfalz am Rhein 421.
Pfalz, bauern 212. 60. 563.
Pfalz, herzog Friedrich 277. 278.
Pfalz, kurfürst Ludwig 159. 211. 212.
243. 309. 424. 432. 452. 453. 470.
473.487.488.536.560.563.564.580.
Pfalzgrafen, die, 407.
Pfalz-Neuburg , herzog Ottheinrich
424. 452. 453. 470.
Pfalz- Neuburg, rath 571. 675.
Pfarr, pfarrei 16. 120. 146. 292.
Pfarr, pfarrkirche 519.
Pfarrlichos amt 16.
Pfefflin von Wettringen 589.
Pfendstube, s. Kotenburg, pfendstube.
Pfenning, zehren seinen, auf eigene
kosten leben 251. 283 285.468.538.
Pfenung, dicker, 454.
Pfenungmaister 456.
Pferde, geraisige, 205.
Pfeyfer, Muselin, von Rotenburg 325.
Pfeyfer, Symon, möncb von Roten-
burg 34.
Pfister, Caspar, Würzburger fiscal
8 bis 10.
Pfister, Plans, gen. Metzler, von Brett*
heim 59. 60. 67. 336. 542. 588.
Pflast«rgeld 125.
Pflasterer 178.
Pfleglich, herkömmlich 353 ; an pfleg-
lichen orten 511.
Pflegschaft, vermögensverwaltung525.
Pflicht, eidesverhältniss, schwur, sehr
häuflg z. b. 522. 550. 581. 607.
Pflichtig, verpflichtet 50. 82. 182.
191. 285. 419. 579.
Pflichtverwandt 48.
Pfluger, Jörg, von Rotenburg 58. 144.
229. 328. 552. 608.
Pfrefelder, die, edelleute 617,
Philosophey 5.
Biberach, Wirten berg 233.
Bibcrter grund s. markt Bibart
Bibra, Wolfgang von, comthur m
Morgentheim 18. 26. 164. 453.480.
481.
Bieberehren, B. Ochsenfurt, Biberero
618.
Biegner, Hans, 541.
Biegner, Thomas, von Rotenburg 286.
329.
Bieringen, O. Künzelsau 311.
Bietigheim O. Besigheim 261.
Bigamie 615.
Bildersturm 16. 596. 598 bis 600. 620.
Bildhausen, B Kitzingen, häufen tob,
396. 416. 430 443. 619.
Bimele, krämer in Rotenburg 340.
663
en, B. Ausbach 447.
!, A. Neustadt a/Aisoh 271.
10. (Prcckenfeld) 019?
(, Melchior von, 246 bis 56.
n, B. Scheinfeld, (Bücklin-
ri. 405. 619.
, B. Neustadt a/Aisch 619.
ins, von Kotenburg 611.
bittend 109. 203. 334. 396.
10. 440. 525. 531. 534. 574.
befelh 429.
begleiten 604.
ictrich, von Hall 101. 308.
17.
auls, von Rotenburg 582.
tls, B. Ebermannsstadt 618.
ilser, die, 618.
sim, Rheinprovinz- 165.
&8 erste, ander, dritte, zum
. 547.
rustharnischschmid 122.327.
alten, siegen 162.
n den feind, 375.
O. Gerabronn 613.
1, O. Gerabronn 561. 609.
Unterpleichfold.
•ger(v. Plettenberg), Johann,
chof von Würzburg 9. 10.
11, O. Stuttgart 375.
le, bei Rotenburg 613.
in den bock spannen 511.
er, O. Mergentheim 60. 542.
15.
babseligkeiten 482. 483. 485.
>8. 610. 614.
hatzung ü06. 507. 520. 559.
^, schlagen einen, 132.
-larktbibart?) 618.
I, Wirtenberg 271. 366. 307.
76.
plündern 603.
um unter dem haasdach 344.
Bodengeld (bodenguldin). Rotenburger
tranksteuer 75. 77. 119 bis 24.
126 bis 32. 134 bis 36. 169. 173.
179.
Bodenseer bauern 243. 260.
Bodenstein, s. Karlstadt.
Po6t 4.
Poffel, pöbel 606.
Bogner, Llenhart, 80.
Böhmweiler, O. Gerabronn (Beben-
weiler) 517. 614.
Polen 7.
Pollicey 363.
Pommersfelden, B. Höchstadt in Mit-
telfranken 618.
Bonn, Jörg, von Rotenburg 231.
Bopfingen, O. Neresheim 157.
Bopp, Cunz, von Diebach 585.
Bopp, Endris, von Rotenburg 58. 144.
Bopp, Fritz, von Rotenburg 325.
Bopp, Jörg, von Rottenburg 324. 340.
Borkirche, emporkirche 172. 253.
256. 364.
Portatenbrief 3.
Pörtlin, schmale borte 378.
Pos (böse), bosheit 372.
Boshaftig, boshaft 495. 496.
Bosle, Henßle, von Rotenburg 604*
Böslistig 533.
Boss, Hans, von Rotenburg 362.
Poswichtspawrn, die, 489.
Botenlauben (Petenlawben) , B. Kis-
singen 619.
Bots marter schwören 72.
Botsbrief, schriftlicher bofehl 43.
Pottenburg (Bettenburg, B. Königs-
hofen?) 618.
Bottenlawfer, berufsbote 178. 609.
Boxberg, bad. Odenwald 71. 602.
Pracht, masc. 472. 604.
Brack, Kilian, von Schmerbach (Fin-
sterlohr) 88. 542. 588.
Practic (practica), kniff 40. 533. 540.
545.
Practicim, subst. 36. 367.
664
Practicirn, verb. 21. 277.
Bramberg, B. Ebern, Pramburg 619.
Prand, Michel, von Wettringen 59. 60.
Brandenburg, markgraf Albrecbt s.
Mainz.
Brandenbarg- Ansbach , markgraf Al-
brecht 8. deutschorden.
Brandenburg-Ansbach , markgraf Ca-
simir 15. 17. 39. 40. 45. 53 bis
57. 63 bis 65. 72 bis 76. 99. 111
bis 114. 116. 141. 142. 145. 160.
180. 181. 207 bis 210. 231. 232.
237. 246 bis 256. 266. 268 bis
270. 272 bis 279. 281 bis 283. 287
bis 290. 308. 309. 314. 315. 319.
320. 323. 328. 330. 334. 335. 361.
365 bis 369. 378. 394. 399. 403.
409. 413. 415. 416. 429. 431. 432.
435. 436. 445 bis 447. 449. 450.
454. 460 bis 463. 467. 477. 479.
480. 482 bis 484. 489. 497. 498.
511. 513 bis 515. 518bis524. 528
bis 530. 53-2 bis 540. 542. 643.
546 bis 555. 557 bis 561. 565.
567. 572. 573. 576. 579. 581. 595.
596. 601. 602. 605 bis 609. 614.
617. 619 ; dessen gemahlin 285.
Brandenburg- Ansbach, markgraf Frie-
drich, 8. Würzburg, domprobst.
Brandenburg - Ansbach, markgraf Jo-
hann 610.
Brandenburg- Ansbach, markgraf Jörg
159.
Brandenburg - Ansbacher bauern 54.
77. 90. 99. 112 bis 114. 231.239.
270 bis 273. 278. 288. 292 bis 296.
299. 309. 314. 365 bis 367. 388.
392. 393. 402. 409. 431. 432. 438.
439. 445 bis 448. 451 bis 453.
456bi8460. 479 bis 484. 489. 512.
514. 519. 535. 546. 561. 605.
Brandenburg - Ansbacher landschaft
270. 272. 278. 282. 288.
Brandenburg - Ansbacher ritterschaft
270. 288.
Brandmaistor, brandschatzungsco
missar 537. 559. 561. 562. 56
Prangen, sich brüsten 622.
Pranger, stellen in den, 609. 61
Brant, Hans, von Brettheim 608,
Brannau, Oberösterreich 529.
Brauneck, O. Mergentheim 333. ,'
404. 618.
Brannschweig, herzog Erich 579.
Prochen, subst., gebrechen 341.
Preckeufeld, Birkenfeld? Gl 9.
Predig, predigt 63. 146. 153. !
373. 510. 516. 598. 607 ; plur.
digen 10.
Predigambt 11.
Premen (Brem), Peter von, 14.
237. 268. 278. 364. 464. 477. i
516. 532. 606.
Brenck, Lienhart, gen. Grosslieni
60. 67. 152. 164. 317. 318.
bis 353. 542. 580. 611.
Prennen , verbrennen 235. 438. 4
517. 570. 614. 615.
Brentsch, Jörg, von Diebach 585
Brenz, Johann, reformator 4.
Presenbrunn 619.
Presserknecht, executionsdiener 51
Bretten, bad. Pfalz 260.
Brettheim , O. Gerabronn 36 bis l
40. 42. 46. 47. 50. 55. 59 bis 61. -
305. 336. 407. 413. 494. 498. oc
542. 584. 587. 588. 593. 608. 61
Pretzfeld, B. EbermannsUdt, (Pretfd
618.
Prenssen 7. 508.
Prewkessel, Marx, von Mergenthei
399. 400.
Brief, blatt papier 7.
Brief, Urkunde 164. 563.
Briefsantwurter, böte 304. 468.
Priesterchen 16. 178. 428. 599. 61
Principal, die, obrigkeiten 486.
Principalanfenger 520.
Prinnen, ardere 294.
Britterin, brettem 365.
665
Brixen, bischof von, 529.
BrodhauB 180.
Brodmesser 551. 554.
Brodtaxe 129.
Prtifand fem., proviant 312.
Profos 88. 152. 153. 349. 356. 542.569.
Profopenrecht 570.
Bronzendorfer, Bartholomeus, 286. 328.
Bronzendorfer, Heinrich, 228. 326.
Prophaud, fem. proviant 403. 410.437.
Prophandraaister 538.
Prothers , Henusin , von Schillings-
furst 386.
Proviand, fem. 88. 235. 299. s. pro-
fand, prophand.
Proviandmaister 152. 212.
Bmbach s. Biirgprcppach.
Pruchig, wortbrüchig 279.
Bruderhartinann , Jetzt Klostorliof,
O. Gerabronn 620.
Bniderschaftgeld saecnlarisicrt 133.
Pmef, pachen ain, 121. 180.
Pruefung, beruf ung oder prüfiing? 25.
Pruel. brühl 93. 298. 299. 593.
Prügelin, die, von Rotenburg 608.
Prnndel, Lorenz, von Rotenburg 58.
144.
Brünn (Prün), B. Pegnitz 618.
Bubeln, es bubelt 210.
Buben, unendliche, 212.
Buch (Buchen), O. Oerabronn 577.
608. 613.
Buchan (Pucha^ B. Kulmbach 619.
Buchdrucker 58. 144. 366. 530.541.
581. 616.
Bnchelberg, Buchclberger, Walther,
obervog^ in Kirchberg 292 bis 295.
309. 466.
Bachen, bad. Odenwald 602.
Bücher, vernichtet von den baucrn 489.
Bnchfürer, buchdrucker 616.
Büchsen auf rädern 457. 576.
Büchsenmeister 245. 268. 851. 360.
362. 604. 614.
Bücklingen s. Birklingen.
Püdenheim s. Buttenheim.
Pulvermacher 385. 392. 405. 448.
Palvermeister 388.
Pund, kein leichter tuch kaufen, dann
cilf, 129.
Bund, schwäbischer, 15. 16. 54. 56.
70. 154. 157. 160. 170. 234bis236.
242 bis 244. 246. 248. 257 bis 261.
264.265. 271. 272. 279.280. 283.
308. 309. 3 1 7. 323. 328. 366 bis 368.
370. 374 bis 376. 393. 395. 403
407. 413. 414. 420 bis 422. 424.
431. 432. 436 bis 439. 445. 446.
450. 452 bis 459. 461 bis 464. 466.
469 bis 481. 483 bis 488. 492. 498.
503. 507 bis 510. 512 bis 524. 527
bis 531. 533 bis 53'». 537 bis 541.
544. 546 bis 548. 550. 551. 553.
559 bis 566. 568. 569. 576. 578.
58 1. 583. 593. 597. 605 bis 608. 613.
Pundnups, fem. 180. 317. 332. 334.
349. 350.
Pundaverwandter, verbündeter 328.
Burgbernheim, B. Uffenheim 447. 481.
538. 539. 546. 547.
Burgergiilden , taxe bei bürgerauf-
nahmen 179. 601.
Bürgerin, bürgeriunen 557.
Bürgerliche sachen, strafen mit dem
diebstum umb, 178.
Bürgerlichen, strafen einen, 125.
Bürgerliches mitleyden 97.
Burgerrecht, gemeines, 356.
Burgerspflicht globen , bürgereid
schwören 581.
Hurggailenrcnth (Geilenreut), B. Eber-
mannstadt 618. *
Burggrub (Grub), B. Ebermannstadt
617.
Burggrumbach (Grumbach), B. Würz-
burg 404.
Burgkundstadt (Kunstat), B. Lichten-
fels 618.
Burgpreppach (Brubach), B. Königs-
hofen 396. 405. 619.
666
Burgst^ll, B. Rotenburg 517. 613.
Burkhart , Ilainrich , von Rotenburg
228.
Bulla (Burria), Hans, von Diebacb
467. 605.
Buschler f Hermann, von Hall 101.
491. 597.
Buttelhaws 519. 555. 558.
Buttenheim (Püdenheim) , B. Bam-
berg 1 618.
Bütthart, B. Ochsenfurt 152. 222. 223.
258. 404. 606. 618.
Butner (büttner), böttcher 58. 119.
230. 286. 321. 322. 343. 374.
Buttner, Caspar, von Rotenburg 231.
322.
Buttner, Fritz, von Mergentheim 152.
Buttner, Fritz, von Rotenburg 230.
322.
Buttner, Mcrtin, von Rotenburg 231.
322.
Buttner, Peter, von Rotenburg 23 1.322.
Kacbelbodeu,. Oswalt, von Rotenburg
325.
Cadülsburg, B. Fürth 253. 278.
Kai nach (Key nach j, B. Ebermanustadt
618.
Kayrgapp s. Karges.
Kaiser, Jörg, von Ohrenbach 589.
Kaiser, Jos, von Ilabelsce 36.
Kniberbach, 0. Gerabronn 612.
Kaltbader, der, von Rotenburg 581.
Kaltenthal, O. Stuttgart, Jörg von,
206. 595.
Kanimergericht, kaiserliches, 66. 79.
103. 116. 156. 165. 169. 192. 193.
195. 196. 259. 260.
Kandelgiesser , kannengiesser 122.
327. 342.
Kanten, Kanne 346.
Kannstatt, Wirtenberg 260.
Canonist 8.
Canzlcr , Wendaliii , von Tauber-
bischofshoim 117.
Canzleytruchcn, amtskasse 541,
Capitaneus, r&delsführer 507.
Cappittelfrawen, ordensschwestemSSO.
Caps, büchse 3.
Karelstain, s. Karlstadt.
Karges (Kayrgass), Barthel, von Roten-
burg 541. 616.
Kargescn son von Rotenburg 544.
Karlstadt, dr. Andreas, (Bodensteio)
3. 16 bis 21. 26. 92. 93. 146. 160
bis 163. 258. 365. 366. 368. 370
bis 374. 459. 505 bis 507. 523.
537. 540 bis 543. 545. 657. 558.
567. 573 bis 575. 593. 599. 600.
607. 611. 620.
Karrenbüchse, gescbütz 299.
Karsbach, B. Gemünden, Hans tod,
612.
Cartawnen (schiesst 50 Ti schwere
kugeln) 539.
Karten, karten spielen 67.
Carthäuser 620.
Kasel, Stefian, von Rotenburg 228.
Casper, Mertin, von Rotenburg 322.
Castell, B. Gerolzhofen 271. 367.404.
619.
Castell, die von, 619.
Kasten, gemeiner, 101.135.239.546.
Castigiren, strafen 605.
Kccklich adv. 272.
Kcydel, Jörig, von Rotenburg 229. ^28.
Koynach s. Kainach.
Külberbach, Asmus, von Rotenburg
325.
Keller, Jörg, von Rotenburg 58. 144.
149.
KcUerey, Verwaltung der herrj^cluft-
lichen weingeDllle 288.
Kellner, Claus, von Rotenburg 3^?.
Kcppemcindt s. Koppenwind.
Kerbe, rcchnungsholz 39.
Ccremonialia 600.
Kern, umkehren 567.
Kerg, Jos, von Rotenburg 217.
Kern, Balthazar, von Rotenburg 328.
Kern, Casper, von Rotenburg 328.
667
uchdrncker ron Roten-
4. 366. 541. 581. 616.
von Oberrlmpach 88.
on Rotenburg 231.320.
der Lutz, von In singen
er 98. 99.
von Gickelhansen 60.
151. 542. 617.
•
von Rotenburg 327.
ermann von Franken-
leinpfalz 619.
J65.
en in den gössen, die
ketten absperren 123.
(Cristainz) von Roten-
;. 108. HO. 114. 144.
16. 226. 286. 317. 330.
56. 367. 373. 378. 379.
48. 509. 517. 540.542.
)81. 616; dessen frau
ar, deutscbcomthur und
Rotenburg 8. 9. 12. 17.
6. 131. 132. 182. 258.
14.519. 537. 540. 543.
)7.
Pegnitz 618.
ilten, altgläubigen 599.
p, von Rotenburg 329.
616.-
hen mit einem, schwan-
1.
3 im, 396.
3ken todte, mit dem
3r 361.
ircbhorn), B. Pegnitz
Kirch berg, O. Gerabronn 14. 72. 218
bis 219. 271. 273. 291 bis 297.
299. 300. 308. 309. 361. 465. 466.
491 bis 493. 580.
Kircbenberaubnng 59.
Kircbengepreng, alt, bäbstlich, 410.
Kirchengeschmejd 341.
Kirchmenig, pfarrgemeinde 292.
Kirchner, sacristan 588.
Kirchschönbach (Kirchenschonbach),
B. Gerolzhofen 619.
Kirchthürme, geschütz auf den, 93.
Kirchweyhin, fem. 509.
Cirkel, kreis 608. 609.
Kirnberg, B. Rotenburg 586.
Kitzingen a'Main 16. 98. 351. 454.
457. 479. 480. 605.
Kitzingen, amtmann, kastner 559.
Clagartikcl 107.
Klagen, trans. verb., beklagen 622.
Clagzedel, schriftliche besch werde 118.
131. 139 156. 383.
Ciain, Paule, 584.
Clainmutigkait 11.
Clainftt plur. 610; klainader 602;
clainet plur. 342 ; clainot plur. 344.
345. 346. 403; clainoter 178.257.
340. 377. 389. 390. 449. 453.
Clainmendlin , Hang, von Brettheim
608.
Klauengeld, viehsteuer 10. 65. 75.
77. 124. 133. 526. 558.
Klecklin, Johannes, priester 401.
Oleen , Dietrich von , deutschmeister
8. 26. 72. 73. 204. 205. 211. 212.
Cleglich angst 574.
Kleinallmerspann, O. Gerabronn 219.
Kleinanpbach, O. Gerabronn 585.
Cleusdorf s. Gleusdorf.
Klingler, Endris, von Rotenburg 395.
410.
Klingler, Hans, von Bettenfeld 60.
72. 95. 165. 224. 262. 301. 542.
588.
Klingler, Jörg, von Standorf 588.
668
Kloster, offenes (ohne strenge clausur)
380.
Kloster, versperrtes (mit strenger
clausur) 380.
Klosterzimmern (Czimmer), B. NÖrd-
lingcn 620.
Klug, der, von Gammesfeld 147.
Knebel, Cunz, von Rotenburg 325.
Knebel, Kneble, alias Hertlein, Jero-
nimus, 581. 616.
Kneplein, Kneplin, der, von Roten-
burg 209. 545. 597 bis 599.
Knoblach, Hans, von Schweinsdorf
257.
Knoblach, Lorenz, von Rotenburg 35.
58. 144. 267 bis 258. 542. 595 bis
597. 602.
Knoblauch , diener des Rotenburger
Johannitcrcomthurs 222.
Knock, anhöbe bei Rotenburg 99.
Knotstat s. Gnodstadt.
Kobclzell , Kobenzell , kapeile vor
Rotenburg 12. 343. 593. 599. 600.
613.
Kocher, fluss 445.
Kocherstetten, O. Künzelsau 117.
Koler, Melcher, vor Rotenburg 321.
Koler, oberster bauptmann des frän-
kischen haufens 319.
Collectanea, annemeu , anlegen 545.
Colmberg, B. Ansbach 411.
Komburg, stift, O. Hall 237. 259.
341. 346.
Coraontur, der, s. Christan.
Komraer, kummer 670.
Commissarien, kaiserliche, in Roten-
burg 165 bis 204. 206. 231. 597.
602.
Comun, commun, gemeinde 22. 23.
25. 74. 97. 98. 173. 242. 266. 373.
Communismus 13.
Complet, kirchliche tageszeit2ö8.607.
Concilium 183. 184. 186.
Konig, Cnnz, Stubenknecht 326.
Königsegger berg, O. Saulgau 404.
Königsfelder (von Königsfeld, B. Eber-
mannstadt) die, 018.
Königshofen, bad. B. Tauberbischofs-
heim 424. 452. 453.
Königshofen, Schlacht 452. 453. 456.
459. 466. 605. 606.
Convent, neutr. 380.
Kopp, Jacopp, von Rotenburg 324.
Kopp, Johannes, priester 401.
Koppen wind (Kepperaeindt), B. Bam*
berg II 619.
Korn, Jörig, von Rotenburg 228. 541.
Kornhöfstadt > Kümhofstat j, B. Schein-
feld 619.
Correction, strafe 546.
Costen, sing. 106. 392. 514.
Costung, aufwand 283. 387.
Kotler, Michel, von Rotenburg 616.
Kraft, Hans, von Rotenburg 23 1 ;dessen
tocbtermann 542.
Krailsheim , wirt. Jaxtkreis 17. 45.
271. 278. 294. 561. 609.
Krailsheim, die von, 619.
Krailsheim, Caspar von, 295.
Krailsheim , Wilhelm von, 466. 491.
492. 602.
Kranz, Fritz, von Rotenburg 58. 229.
329.
Kranz, Hans, von Rotenburg 224. 326.
Kraws, Hans, vun Wettringeo 59.
144. 494.
Kraws, vogt von Gammesfeld 588.
Krautheim, bad. B. Box berg 421.422.
437. 438. 446. 453.
Krebenmacher , Endris, von Roten-
burg 325.
Krebs, Hans, von Rotenburg 3".*4. 341.
Credenz, beglaubigungsschreiWn 39.
45. 166. 167. 183. 246. 247. 28«^.
352. 353.
Credenzgeschirr, geschenk 478.
Creftig, rechtskräftig, giltig 190. l91.
Kreglingen, O. Mergentheim 195.257.
334.
Krelein, Hans, pfarrer zu Wömitz 60^-
669
8. Krailsheim.
erin, Lienhart, mann der,
^smns, von Rotenburg 324.
iastlein, von Rotenburg 324.
Jacob, von Rotenburg 340.
iieubart. von Rotenburg 329.
Micbel, von Habelsee 584.
Stoffel, von Rotenburg 324.
^eyt, von Scbillingsfürst 386.
er, die, fränkische edelleute
istoffel, von Rotenburg 50.
5. 326.
Hans , von Rotenburg 35.
. 67 bis 69. 144. 149. 226.
52. 269. 286. 302. 317. 318.
26. 406. 541. 544. 552. 555.
^)8. 603. 604. 609.
»rennen , auf die stime zur
ein, 610.
rothe, abzeicben des schwä-
I bunds 606. 613.
ährung 485. 480. 562.
erkenn ungszeichen 548.
rüg?), Endris, vonGroßhar-
.88.
pörung 519.
?fte 431.
irciber 211.
, fränkische edelleute 618.
rambudc 611.
ogel. krametsvogel 605.
, herausstrecken eine öffent-
sum zeichen des wirtschaften s
eter, von Großharbach 584.
Is (Kulmes), h. Pegnitz 618.
I, bad. B. Tauberbischofsheim
Hans, vonRotenburg 325.609.
Hans, von Rotenburg 228.
Kumpf, Emfrid, von Rotenburg 13.
17 bis 19. 21. 55. 56. 86. 92. 93.
216. 227. 249. 273. 274. 286. 287.
329. 331. 334. 338. 348. 360. 362.
365. 384. 393 bis 398. 401. 402.
405. 406. 408 bis 411. 415 bis 420.
423 bis 427. 429. 430. 442. 443.
445. 446. 448. 449. 456. 467. 490.
504. 505. 524 bis 534. 540. 544.
545. ,565. 567 bis 576. 581. 596.
604. 616.
Kumpf, Georg, von Rotenburg 248.
328. 365. 420. 506. 517. 533. 541.
581. 616.
Kumpf, Hanns, priester 542. 552. 608.
Kundlich, bekannt 434.554.572.573.
Kunegundenberg, der, bei Burgbern-
heim 447.
Künftig, zukünftig 18.
Küng, könig 598.
Cunrat, Hans, von Rotenburg 35.
326. 541. 542. 608.
Cunreuth, B. Forchheim 618.
Kunstat s. Burgkundstadt.
Cunz, Cunzlin, Rotenburger stadtboto
426. 456.
Kupfer, Mertin, 230.
Kupper, Hans, von Rotenburg 329.
Küps (Kütz), B. Kronach 618.
Kurbc, kirchweihe 42.
Kurisser, cuirassier 443.
Kurz, kurzum 538; kurzumb 496.
Kurz, Michel, von Brettheini 37. 542.
584.
Kurz, Sigel, von Brottheim 37. 584.
Kurz, kürze 97. 112. 189.
Kürzt, uffs, 571.
Kutterolf, Kuttroff, Lutz, von Wil-
denthierbach 60. 67. 95. 143. 152.
542. 615.
Kütz 6. Küps.
Czimmer s. Klosterzimmern.
Da ncchsten, nächstens 240; gewöhn-
lich steht den nechsten.
Tach plur., hier häuser 465.
67U
afel, gemälde 10. 599. 600.
*ag, der jüngste, 568.
fagampt, haupt messe des tages 596.
Togmesse, frühmesse 607,
Tagsatzung, furneroen ein schriftlich,
440.
Daliaimen, daheim 383.
Dahin, wohin 488.
Tailhaftig, theilnehmend 466.
Dalk, Dalkner, Fritz, von Rotenburg
58. 67 bis 69. 144. 541. 544. 581.
609. 616.
Tambach, B. 8UffeIstcin 619.
Dan, denn 595.
Daniden, herunten 234. 358. 378. 387.
398; darniden 256.
Dannoch, dennoch 11. 71; die ge-
wöhnliche form ist dannocht, z. b.:
19. 146. 276. 366. 439. 505.
Tapfer, ansehnlich 19. 153. 164. 194.
195. 283. 288. 291. 334. 335. 383.
445. 467. 614.
Dar-, sehr hAufig in adverbialen Zu-
sammensetzungen, z. b. darab, dar-
durch, darfnr, dargcgen, darhinder,
darmit, darniden, darvor, darzu,
darzwuschen.
Dargeben, geben 449.
Darlegen, geben 14. 449.
Darleihen, leihen 390. 471.
Darmit das, auf dass 341.
Darstrecken, vorstrecken 472.
Darvor sein, verhindern 572.
Darzuhalten, anhalten 138.
Dasolbsthin 539.
Dasmals, damals 388.
Dassen, dass 324.
Tiltlich furnemen 13. 70. 266. 367.
Tätliche injurien 195. 200.
Tattern, Tataren 161.
Datz, taxo 121; plur. tAtzen 354.
Tawber, Jörig, von Wettringen 335
bis 37. 542. 589.
Tauber, fluss 88. 206. 211. 237. 365.
420. 424. 447. 452. 599.
Tauberbischoftheim, badisch 117. 358.
431. 438. 598. 602.
Tauberhaufen 151 bis 54. 164. 165.
188 bis 91. 206 bis 9. 213 bis 15.
222 bis 32. 237 bis 40. 244. 24:».
247. 248. 252. 257. 261 bis 65.
269 bis 72. 277. 282 bis 87. 296.
332. 351. 420. 421. 452. 453. 467.
598. 601 bis 3. 605. 606.
Tauberrain, der, 37.
Tauberrettersheim, B.Ochsenfnrt 614.
Tauberecheckenbach , B. Rotenburg
36. 88. 464. 496. 497. 600.
Tauberzeil, B. Rotenburg 88. 33S
438. 447. 542.
Tanf, masc. 27. 77. 258. 373. 54Ö
Tausendfundig 77.
Daus, dawss, draussen 71. 85. 92.
581; dawssen 257. 304. 581.
Taziren, feststellen 303.
Teck, O. Kirchheim 619.
Decker, dachdecker 121. 178. 227 .
323. 341.
Deckweber, teppichweber 324.
Tedingen, unterhandeln 262.
Tegen, durch gerichtliche verhind-
lung befriedigen 612.
Teidingslewt, vermittler 214.
Deisenrodt s. Theisenort.
Tenebre, lAuten das, um 1 1 Uhr früb
läuten 507. 519.
Deninger, Hans, von EhringshsaKD
585.
Denner, Leonhart, pfarrverwescr ▼<»
Leuzenbronn 60. 78. 95. 96. 164.
317. 318. 320. 851. 352.378.542.
601. 616.
Denner, Lorenz, von Rotenburg 72. 78.
111.216.276.286.330.406.497,525.
Denner, Thoman, pfarrer zu Gsmiw»'
feld 615.
Denner, Valentin, notar 117. 377
384. 385. 392. 486.
Dennocht, dennoch 291. 815. 4(
434. 478. 496. 500; s. danoocb
671
•iz, voi) Rotenburg 611.
11 und wider 12.
leshalb 553.
lerobalbcn 6C2.
weil GOl.
icbc tageszeit 504.
159. 269. 369. 415. 515.
jr300. 310. 378. 414. 420.
433. 461. 501. 505. 622.
Jcflto eher 113.
liUter 582.
orort von Rotenburg 131.
447. 609.
'itz , Rotenburger ratbs-
7.
j, von Sclionach 88.
"euscbel, Jobann, prediger
irg 8 bis 11. 17. 18. 21
58. 327. 519. 537. 539.
545. 555 bis 58. 593.
609.
, kaiser Karl V 5 bis 8.
243.
gn, deutschorden 7 bis 9.
54.104.205. 299. 424. 619.
;n,deut8cbmei9ter Dietrich
8. 26. 72. 73. 204. 205.
Bn, bocbmeister Albrecht
nscommcnden s. Dinkels-
gentheim, Rotenburg,
jutsch 616.
[Dcisenrodt) , B. Kronach
Uassfurt 296. 405. 619.
i. »Scheinfeld 431.
iligcnthal.
mhänger des Thomas von
thom istisch 4.
8. Domeneck.
J. Kissingen 618.
.Karlstadt 404. 611. 614
Thüngen, die von 618. 619.
Thüngen, Adam von, 566. 570. 576
bis 80. 610 bis 15.
Thüngen, Conrad von, s. Würzburg,
bisch of.
Thüngen, Dietrich von, 612.
Thüngen, Götz von, 612.
Thüngen, Jörg von, 612.
Thüngen, Veitin von, 612.
Thüringen 425. 593.
Thurnau (Düruawi, B. Kulmbach 618.
Dichaus s. Tückelhausen.
Dichten, erdichten 575.
Dick, oft, 502; dickermals 154, zum
dickermal 610, zum dickern mal
17. 496.
Dicbach, B. Rotenburg 59 bis 61. 335.
387. 397. 398. 417. 418.420.501.
585. 610. 613.
Diebsthurm 121. 125. 127. 133. 135.
137. 138. 178.
Dief, Antoni, von Großharbach 584.
Diem, Lorenz, von Rotenburg 541.
552. 581. 609. 616.
Diemboth, O. Gerabronn 219.
Diemutig 24. 373. 483. 521. 522;
dicmutigklich 520; diemutigklichen
597.
Dienstlich, nützlich 92. 265. 361.
409.561; dienstlich bitt 512.560.
Dienstlich, setzen und nehmen, 354.
Dienstperkait 470. 471. 511.
Dierbach s. Diebach und Wilden-
thierbach.
Dierolf, Jörg, von Ohrenbach 36. 589.
Dierolf, Lutz, von Ohrenbach 35.
Diespeck, B. Neustadt a Aisch 431.
619.
Diewcyl, weil 339.
Dinkelsbühl, Mittelfranken 72. 73.
101. 102. 218. 219.259.265.270.
272. 288. 289. 291. 292. 294 bis
99. 305 bis 8. 316. 329 bis 32. 428.
429. 440. 441. 466. 491. 492. 528.
602. 603. 619.
672
Dinkelsbübl, deutschhaas 299. 306.
307.
Dinkelsbühl, kloster 299. 807.
Dyppatep 599; Uippadeppin son 582.
616.
Tirol 529.
Discbinger, Thonian, 394. 408.
Discipel, jünger 540.
Dismals 446.
Do, da 499.
Doben, droben 377. 386.
Doctor, der, 8. Dewscblin.
Doctores, die vier alten, der kircbe
599.
Tod, antwurten in, ausliefern dem
tod 468.
Todschlagiing 283. 471.
Dolman, Lorenz, von Diebach 586.
Domeneck (Thumeneckj, B. Neckar-
siilm 619.
Dnminitistis, dominicanisch 27.
Donau, fluss 157.
Dorfbecken, dorfbäcker 121.
Dörfen, bedürfen 502.
Dorfkcmmathen, B. Dinkelsbübl 306.
Dorfmaister, ortsvorstand 35. 36. 42.
49. 292. 300. 347. 496. 512. 546.
Dorfmenig, dorfbevölkerung 465.
Dorfthor, thor im dorfetter 527.
Dörnlin, Jörg, von Wolfskreut 585.
Dörrmenz, O. Gerabronn 219.
Dorß, Michd, von Rotenburg 328.
Dottenheim, B. Uffenbeim 150. 512.
514.
Tractiren, verhandeln 545.
Traid, getreide 340. 341. 342. 343.
344. 346. 491. 602.
Traids, getreide 344.
Traisdorf, B. Rotenburg 502.
Trang tun, bedrängen 298.
Trangknuss, zwang 488.
Trangksal 333; tranksal 285.
, Trappierer, beamterdcsdeutschordens,
der für kleidung etc. sorgt, 480.
Traw, treue 256. 449.
Trawen, treue 190. 192. 203. 225.
255. 283. 423.
Treffen mit einem, sieb schlagen 314.
Treglich, erträglich 90.
Tressendorf, B. Bayreuth 018.
Tretzig, trotzig 203. 365.
Drew, drei 377 ; drcwe 259. 489.
Dri, drei 593.
Trib, viehtrieb 489.
Trient, bischofBembart von 529. 579.
Trier, fiscal von, 6.
Trier, kurfürst von, 243. 424.452.
453. 470. 488.
Drifach, dreifach 571.
Trifuss, dreifuss 305. •
Trimberg, B. Hammelburg 369. 404.
618.
Dringkgeschirren 206.
Trinkstube 39. 153. 273. 335. 378.
Trisol, schätz 155.
Trockau, B. Pegnitz 618.
Trohe, drohung 215. 489.
Trohelich, drohend 573; trohlich503,
trohlichen 503.
Trost, getrost 380.
Tröstung, geleite 238.
Trowen, drohen 203. 305.
Trowwort 465. 498.
Trüb, Heinrich, von Rotenburg U.
15. 299. 301. 309. 361. 362. 409.
415. 419. 442. 565.
Truche, truhe 59. 377. 378.
Truchsess, Albrecht, 416.
Truchsessen, die, fränkische cdellente
618. 619.
Trucken, trocken 132. 154.
Trucken, auf den feind, angreifen 458.
Trugsess, truchsess 232.
Trumelschlagen 35; trumel8chlager36.
Trummen, trommel 479.
Drummettcr, trompeter 612.
Trurig, traurig 84.
Trutzig, trotzig 36. 315.
Trutzlich, trotzig 696.
Tübingen 260.
673
lerer 58. 114. 132. 229. 325.
369.
herer, Kilian , s. Ettschlich.
erer, Philipp, s. Schleit.
auBen (Dichaus), B. Ochsen-
OS. 620.
:h, tanglich 175.
che, domkirche 7; tnmb 9.
, Jorig, von Rotenburg 329.
, Hans, von Rotenburg 228.
8. Th fingen.
>6dankt 126.
h, O. Cicrabronn 219.
iten, ächten 503.
bedürfen 347.
»29. 530.
109. 214. 620.
i, türkisch 9.
r, fränkische edelleute 619.
) stets für thnrm, z. b. 93.
10. 617.
»r versperrte, gefängniss für
eher 121. 125.
einkerkern 511.
thürmer 102. 103. 387.
Jacob, von Rotenburg 340.
ans, von Großharbach 584.
s. Thurnau.
f, O. Mergentheim 614.
gen, B. Dinkelsbühl 306.
^rmnndschaft 379.
ene 588.
, Caspar, von Rotenburg 324.
, Cunrat, von Rotenburg 21.
. 55. 86. 96. 104. 106. 108.
16. 155. 156. 165. 168. 169.
11. 212. 286. 291. 297. 302.
25. 326. 331. 334. 338. 348.
64. 367. 378. 430. 469 bis
4 bis 87. 525. 526. 535 bis
8. 562. 564. 580. 595. 600.
04. 606. 615.
Hans, 297. 298.
Kiiian, von Rotenburg 268.
übdem}, Unterfranken 618.
Ebersberg, B. Hassfurt 618.
£brach, B. Bamberg ü 271. 404. 406.
619.
Ecclesiasten, prsdicanten 621.
Eck, dr, 4.
Eckthurm 563.
Egerd, brach land 466. 491. 492.
Egloffstein, B. Forchheim, die von, 618.
Eglstein, bürg im Bambergischen 619.
Eebafb, gesetzmässigkeit 528.
Ehaft, triftig 425.
Ehenheim, fränk. geschlecht, Leon-
hart von, 616.
Ehingen a Donau 698.
Ehingen a/Neckar, Burkart von, 595.
Ehingen a/Neckar, Rudolf von, 206.
Ehingen a Neckar, Wolf von, 695.
Ehringshausen, O. Gerabronn 586. 586.
Ehrl (Erlich), B. Bamberg I 619.
Eich 8. Aichen.
Eichenau, O. Gerabronn 219.
Eycheymer, die, fränk. geschlecht 618.
Eichstädt, Hans von, 324. 341.
Eid, geben den, beeidigen 364.
Eidspflicht, geben, die, beeidigen 358.
Eylend, eilends 269. 313. 474. 501.
Ein, s. auch ain.
Einantwurten, übergeben 350. 508.
Einbinden, ausbedingen 311. 676.
Einbrechen, abbrechen 356.
Einbringen, einen gefangenen an einen
ort bringen 559.
Einbringen, einnehmen 559.
Einerplaben, hineinplumpen 622.
Einflöhen, flüchten in einen ort etwas
411.
Einfurung, Verdächtigung 10.
Eingeben, einräumen 89. 389. 469. 529.
Eingeben, verklagen 380.
Einkommen, einziehen 464. 539. 681.
582. 586.
Einkommen, lassen einen in seine
sUdt, 651. 571. 674. 676. 676. 616.
Einkunft, ankunft 681.
Einlegen, wider einen, angreifen 4.
43
674
Einlegen, in den tum, einsperren 607.
Einlejben, einschliessen 197.
Einleuten, einen markt, 611.
Einmengen, einen in den bauernkricg,
494.
Einmischen, bnrger unter die knechte,
529.
Einnemen, aufnehmen 389.
Einnemen, besetzen 458. 467. 508. 543.
Einpringung, antrag 134.
Einpringung, herbeiführung 379.
Einreyssung, weitlewftige, propagatio
450.
Einreyten subst. 469. 478.
Einsagen, verklagen 399.
Einschlagen, sich, sich einschränken
401.
Einsfeld (Ailsfeld, Ober-, Unter-, B.
Pegnitz?) 618.
Eintewchen, eintauchen 287. 370.
Eintrunnig, von seiner gesellschaft
losgelöst? 16.
Einziehen subst. 479.
Einziehen, sich, sich beschränken 398.
Eysen, eisern 360; eysin 385.
Eisen, schlagen einen in die, fesseln
407. 420. 506.
Eysenhart, Georg, von Rotenburg 328.
Eisenhart, Michael, chronist 600. 607.
Eysenhut, Albrecht, von Öhringen
212. 313. 382.
Eiserne steine, kugeln 360. 385. 391.
402.
Eytel, ausschliesslich, nichts als 541.
614.
Elbingshofen, B. Rotenburg 587. 610.
615.
Elen, Hanns, von Rotenburg 217.
Ellwangen, wirt. Jaztkreis 259. 406.
407.
Ell wanger häufen 259. 261. 270. 272.
288. 289. 291. 297 bis 99. 306
bis 8. 406. 407.
Ellwanger, Hans, von Rotenburg 58.
72. 144. 230. 822.
Elsass 14. 593.
Elsasszabem, schlacht 431.
Eltershofen, O. Hall, Rudolf v(
595.
Embieten, entbieten 421.
Emeramus, deutschordenspriei
612.
Empern, entbehren 89. 333. '
Empfahcn, so stets im inf.
pfangen z. B. 23. 176. 33
516. 562.
Empfahung 372.
Empfrembdcn, entfremden 2*
Empfuren, entfuhren 257.
Emplössen, entblössen 419; ei
317. 439.
Empörig, aufrührig 15. 16. €
Empörisch 444.
Ende, bedeutet stets ort.
Endlich, endgiltig, z. b. 42. 1'
302. 479.
Endsee, B. Rotenburg 36. 447. 2
Endung 212. 604.
Engegen, zugegen 608.
Engelmesse, frühamt im ad^
Engelsdorf (Erlcsdorf, kobi
enclave in Unterfranken?)
Engelt, crsatz 615.
Enhalten, enthalten 536.
Enmordents, morgen 364.
Entchrist, antichrist 4. 23.
Entgelt, ono, ohne Vergeltung l
Entgelten, büssen 521.
Entgeltnuss, Vergeltung 533.
Enthalt, aufenthalt 283. 285.
Enthalten, aufheben, aufentha
7. 11. 18. 19. 21. 92. 1(
373. 340. 426. 483.
Enthalten, aufrecht halten 2\
Enthalten, sich, sich aufha
17. 129, 163. 267. 267. 8
401. 405. 422. 467. 496. ö
Entlin, Hans, von Rotenburg S
Entrichten, beseitigen 225.
Entrichten, erlegen 559. 568.
675
%, ende 197. 279. 483. 484.
iden , sich , sich trennen 25.
d, entscheid 91.
ttang, ahwerfang 173.
n, entlegen 379.
n , sich eines gehots , nicht
en 501.
ing, ahsetzung 565.
men, erwerben 498.
TS 315.
□, sich erwehren 496.
iiler, O. Gerabronn 542. 554.
)09.
113.
i Roterodamus 4.
j, von Rotenburg 229. 324. 340.
vornehm 267. 346. 474. 514.
it, die, die vornehme bürger-
164. 210. 251.523. 549.608.
die, 10. 174. 175. 287. 364.
»d, erbarmen 466.
, durch bitten bestimmen 456.
550. 553.
er gottes 24.
erdreich 504.
, ereignen 97. 104. 219. 416.
, widerwertiges, der gemeinde
n, ereignen 75.
i, finden 32. 455. 526. 530.
369. 621.
g, erfüllnng 418.
-n, fordern 552. 559. 565. 595.
508. 610.
ting, auffordening 496.
, aufgeben 182. 458.
, dagegen 394.
I, sich ereignen 45. 464. 605.
eim, B. Uffenheim 438.
3, rergaten 194. 515. 544.
ng 546.
Erhaimen, su hanse 279.
Erhalten, aufrecht halten 6.
Erhart, Hans, von Wolkersfelden 584.
Erheben, erlangen 183. 193. 417. 477.
Eritag, dienstag 98.
Erkanntnuss 123. 126. 129. 132. 134.
136. 161. 177. 178. 180. 342. 364.
384. 504.
Erkecken, muth fassen 461.
Erkennen, bekennen 471.
Erkenprecht, Hans, von Rotenburg
324.
Erkenprecht, Martin, ron Heufei-
winden 586.
Erkenntnuss 182. 384.
Erkondigen 88. 99. 5l6. 532.
Erkunden, erkundigen 543.
Erkundigen, einen mit seinem namen,
549.
Erkundigen, verkünden 427.
Erlauben, beurlauben 52. 505.
Erlauptnuss, erlaubniss 58. 85. 121.
176. 180. 257. 380. 479. 490. 491.
506. 551. 554.
Erlbach, B. Neustadt a/Aisch 866.
367. 429. 447.
Erlebt, betagt 487. 599.
Erleyden, dulden 21. 45. 83. 97. 258.
275. 370. 409.
Erleydlich, erträglich 173. 200.
Erlernen, erkundigen 223.
Erlich s. Ehrl.
Ermiltern, mildern 119.
Ermreuth (Emreuth), B. Forchheim'
618.
Em, ernte 120. 347; emd 406.
Ernennt, genannt 529.
Emholt, herold 447.
Erniderlegen , niederwerfen 154. 157.
160. 314. 371.
Erobern, festnehmen 588.
Eroffen (eröffen), eröffnen 148. 149.
266. 474.
Er5sen, leeren 419.
Erprandiehatzen 663.
43
676
Erputig, orbötig 379.
Erregen, anregen 25.
Erregen, sich, sich erheben 22.
•Ersatzung, ersetzung 480.
Ersaugen, aussaugen 173.
Erschainen, sich zeigen 163. 545.
Erschallen, lassen aus, 137.
Erschatzen, durch brandschatzen ge-
winnen 509.
Ersch eilen, ruchbar werden 208.
Erschossen, mit hilfe sein, zu hilfe
kommen 114.
Erschicsslich, erspriesslich 236.
Erschrockenlich, erschrecklich 19. 155.
279. 455. 475. 479; erschrocklich
523. 593. 608.
Ersehen, sich, sich umsehen 549.
Ersettigen, sättigen 346.
Ersetzen, wiedereinsetzen 478.
Erspricssen, trans., helfen 462. 464.
Erst, in der, im an fang 43.
Erstatten, bezahlen 505.
Erstatten, ersetzen 418. 419.
Erstattung, beistand 393.
Erstattung, ersatz 200. 250.
Erstlich, stets zuerst, z. b. 15. 100.
217. 329. 437. 560.
Erstorn, zerstören 351.
Ersuchbrief, bittbrief 665.
Ersuchen, suchen 497.
Ersuchung, bitte 487.
Ertodtung, tödtung 445,
Ertrennen, zertrennen 90.
Erung, geschenk 410.
Erwegen,de8lebenssich,preisgeben596.
Erweyterung, ausbreitung 39.
Erwerben, werben 606.
Erwerfen, zu tod werfen 605.
Erwinden, mangeln 96. 246. 304.
Erworgen, erwürgen 605.
Erzberg, B. Rotenburg 497. 498.
Erzbube 19.
Erzewgen, herschaffen 257.
Essende dinge, victualien 123. 126.
134. 136.
Essende Verehrung, geschenk an vic-
tualien 178.
Essfeld, B. Ochsenfurt 458.
Esslingen 104. 167. 206. 239. 258
bis 261. 269. 374 bis 376. 577.
Estenfeld, B. Würzburg 404. 618.
Etlicher, mancher 12. 183. 450. 461.
Etsch, die, landschaft an der Etscb
529.
Ettschlich, Kilian, 35. 52. 55. 58, 114.
144. 149. 155. 194. 262. 269. 302.
341. 510.540. 541. 556. 569.570.
610.
Ettschlich, Lorenz, 328.
Etwavil 72. 97. 397.
Etwan, irgendwo, hie und da 41^.
504. 519.
Etwan, vormals 503.
Btwan, verstürkend zutretend in tJ-
jectiven nur in etwanlang 383, so-
dann sehr häufig in etwanvil, i. b.
10. 101. 205. 339. 419. 518. 578.
Etwar, jemand 293.
Etzel, Jacob Ott, herold 547.
Etzen, speisen 17. 20. 484.
Etzliche, manche 342.
Evangelium s. reformation.
Ewfern, erhöhen 10. 292; s. aufen.
Ewlerin, Katharina, priorin des Rot«n*
burger frauenklosters 152. 153.
Ewiggilt 126; ewigzinsgeld 180.
Executorialmandate 195.
Expens, ausgaben 198.
Vahman , Jacob , gen. Han 55. 80.
256. 324. 541. 582. 616.
Vaihingen, wirt. Neckarkreis 205.261.
595.
Falkennetlin, falkennette], kanoDe,die
75 <H. eiBen schoss, 233. 299.
Fallen, als Steuer eingehen 569.
Fallen, aus der siadt, sich flücbteo
479.
Fallen, mit ungcnaden auf einen, 16-
Fällung, die, zun pawm 608.
Fantasten 621.
677
läufig, z.b. 13. 109.212.
Jll.
lacher 128.
ren 568.
ssen 550.
ner, lehensabgabe 124.
ie, fränk. geschleoht 618.
'9. 570. 576. 579. 615.
;n todtlichei 125.
iliing 579.
183. 186. 401.
i8, von Rotenburg 230.
ilnprunn), B.Ebormann-
ms, von Rotenburg 228.
', knnde vom anzug der
ehdebrief 570. 610.
suschrciben, vehde an-
:95.
, kanonen, die 15 bis
ichossen, 153. 188. 214.
Ol.
8.
lirmbrief 514. 527.
Hall 576. 578. 612.
E von, 580.
f von, 465. 466. 576.
13. 615.
lern 547.
3) beeresabth eilung 151.
44. 488. 539. 578.
uifgericbtem , mit flie-
e 345.
:licb)annemen,gefangen-
1. 537.
47. 88. 93. 233. 234.
ndrich 157. 454.
31.
bt beachten 12. 13. 14.
ichtbcachtung 40.
oreinkommen 253.
Yerantwerdang, Verantwortung 610.
612.
Verarbeiten, robstoff umarbeiten 128.
Verargwonen, verdächtigen 505.
Verben, einen buchstaben, solireiben
201.
Verbriefen, beurkunden 606.
Verclainung, berabwürdigung 116.
•
Verdacht, fallen in, 420.
Verdächtlicbait 85.
Verdechtlich, verdächtig 144.
Verdecken, verheimlichen 461.
Verdengklich, bedenklich 442.
Verdorben trans., part. verderbt 461.
474. 482. 502.
Verdient, im dienste stehend 95.
Verdriess, verdruss 35. 110. 235. 316.
454. 458. 490. 532.
VerdurpHch, verderben bringend 44.
95. 103. 128. 141. 170. 173. 265.
267. 284. 285. 295. 525. 531. 576.
583; verderplich 43.
Verdurplichait 524. 571. 574.
Verdurptnuss , verderbniss 173. 410.
Vereren, ehrengeschenk geben 206.
Vererung,tnn,ehrenge8chenkgeben549.
Veretzen, verfüttern 305.
Veretzung 143.
Verfachen, verfangen 40.
Verfahen, verfangen 40. 60. 90. 169.
615.
Verfallen, haben leib, er und guter,
608.
Verfangen, sich, unternehmen 86.
Verfassen, vertragen 262. 543.
Verfassen, sich, sich versorgen 385.
Verfassung, vertrag 145. 263.
Verfechten, vertheidigen 237. 330.
595.
Verfendeln, getreide verkaufen 347.
409.
Verfengklich sein, verfangen 75.
Verfertigen, abfortigung 426.
Verfurisch 7. 19. 20. 32. 161. 575.
Verg, Jos, von Rotenburg 228.
678
Yergeo, Hans, von Kotenburg 581.
Vergehen, zu gründe gehen 33. 390.
412.
Yergeweltigen 10. 215. 263. 333.
Vergeweltiger 399.
Vergeweltigung 254.
Verglailen ( vergley ten), geleite geben 6 .
94. 290. 299. 300. 301. 361. 435.
464.
Verglaytung 158. 546. 570. 575.
Vergleichen, ersetzen 418. 439. 481;
part. vergleicht 562. 620. verglichen
580.
Vergleichung , ersatz 250. 414. 418.
Vergnügen, befriedigen 252.312.349.
385. 612.
Vergönden, vergönnen 571.
Vergrunden, ergründen 371.
Vergalt, vergoldet 406.
Vergünt, vergönnt 596.
Verhaft, fem. 520; annemen zur, 520.
Verhalten, verborgen halten 292. 346.
374. 516. 523. 529. 536. 561. 575.
576.
Verhalten, vorenthalten 520.
Verhandlung, vergehen 512. 617.532.
569. 582. 583.
Verharrung, Verzögerung 40.
Verhassung, hass 576.
Verhegen, verhagen 453.
Verhemmen, versperren 130.
Verheugen, zulassen 210.
Verhewlung, Verhöhnung 258.
Verhoffentlich, hoffentlich 425.
Verhör, fem. 109. 159. 521.
Verhöre, neutr. 600.
Verhörung, verhör 25. 302.
Verkert, vom rechten abgewendet 595.
603.
Verkommen, zuvorkommen 54. 442.
Verkören, in andern besitz bringen 497.
Verkundigen, erkundigen 557.
Verkundschaften,au8kundschaften580.
Verkundung 12.
Verlaaa, vertrauen 409.
Verlassen, erlassen 572.
Verlassen, vereinbaren 73. 228. 580.
Verlaufen, aus einander laufen 308.
Verlebt, abgelebt 177.
Verlegen, erlegen 175.
Verlegen, an unrechten ort Ic^n 544«
Verlegung, freihalten 547.
Verletzlich, schädlich 34. 579.
Ferlichait, gefahr 481. 526.
Verliedern, verliederlichen 159.
Verlieren, sich, sich verlaufen 466.
Vermachen, verschliessen 292.
Verroainen, meinen 557.
Vermaint, willkommen 450.
Vermaint, gewollt, angenommen 71.
72. 74. 76. 79.80. 114. 116. 147.
195. 198. 428 471. 570. 576.
Vermaint, sein einem, 570.
Vermaledeyen 6.
Vermanen, ermahnen 105. 438.
Vermanung 226.
Vermerken, merken 14.
Vermetzeln, vieh schlachten 577.
Vermug, vermöge 161. 162.
Vermuglich, vermöglich 178.
Vemewen, erneuem 524. 665; ve^
newem 567.
Vemichtigung, herabsetzung 3.
Verordent, verordnet 154.
Verordnen, anordnen 474. 543. 550.
553. 558. 587 ; sonst hat verordnen
die bedeutung von abordnen, s. b.
8. 104. 233. 333. 406. 518. 600.
Verordnung gottes 225.
Verosen, verössen, aufbrauchen 239.
419. 449. 563.
Verpewten, als beute theilen 59. 211.
307. 315. 346. 396. 404. 405 603.
605. 609.
Verpflichtung, verbündnisa 189. 313.
299.
Verpottbrief 416.
Verpraten, einen lassen, 375.
V erprechen, brechen 450.
Verprechung, schold 434.
679
len, einen, d. i. in effigie 6.
len, häuser abbrennen 469.
82. 483. 512. 514. 577.
en, perf. verpran 605.
anss 185. 186. 211. 265. 305.
28. 387. 450. 604.
,, verbieten 70.
en, ins werk setzen 365.
en, verbrüdern 604.
ne 439.
n, verrechnen 526.
3n, in Processen aufwenden
, verrücken 522. 536. 603.
emer, ausnahmslos, z. b. 10.
02. 425.
in, vertragen 95.
in, vollziehen 11.
n, abziehen 474.
, anklagen 161. 171. 380.
05. 520.
lg, beschuldigung 20. 116.
Ten, anordnen 147. 152. 195.
35. 512. 535. 580.
Ken, sich, 127.
>en, verbergen 345.
3n, vergangen 34. 487. 524.
;en, wein, 181.
en, einer Versicherung, 561.
t, sein leib und lebens, 545.
rbung, thun, 568.
ien, verdienen 383. 483. 502.
tzen, lassen einen, 375.
iren, siegeln 464. 487.
, erwarten 42. 200.
, subst. 243.
, sich, sich vorsehen 15.
g, vorsieht 153.
I, verfallen 195.
n, Sicherheit gewähren 560.
ung, sicherstellung 489.531.
56.
i, besolden 471. 578.
n, einschliessen 84.
Versperning, aufbewahmng 409.
Versprechen, einen als nntergebenen
vertreten 333.
Yerstaint, durch marksteine abgegrenzt
182.
Verstand , Verständigung , bedingung
350. 460. 544.
Verstand , einverständniss , bündniss
14. 40. 64. 80. 91. 153. 180. 266.
Verstawrn, versteuern 127.
Verstellen, bestellen 448.
Verstendnuss , bündniss 15. 39. 111.
141. 208. 248. 253. 281. 477. 516.
Veratrecken, vollstrecken 329.
Verstöm, zerstören 355.
Verstricken, binden 426.
Verstrickt, hängen an der wand, 606.
Vertagen, gerichtstag ansetzen einem
579.
Vertagt, betagt 177.
Vertaidingen , vermitteln 189. 197.
487. 513.
Vertetlich, zustellen einem guter, zum
gebrauche 428.
Vertewschen, verdeutschen 176; ver-
tewtschen 215.
Vertiefen, sich, sich einlassen in etwas
189. 250. 252. 275. 284.
Vertiefung 98. 114. 189. 191. 215.
226.
Fertigen, abfertigen 462. 469.
Vertragen, enthoben 38. 528.
Vertragen, sich, sich aussöhnen 498.
512. 517. 562.
Vertragsbriefe 199.
Vertraw, niasc. 251.
Vertrewlich, ein, herr 571.
Vertreyben, das vieh, zum verkaufe
forttreiben 294.
Verwachen, wache stehen 132.
Verwachten, wachsteuer zahlen 122.
Verwandt, in beziehung stehend, be-
theiligt, unterthan, verbündet; sehr
häufig, z. b. 20. 114. 219. 300.
361. 579.
680
VerwandtDuss, beziehung, bündniss
20. 38. 43. 48. 49. 64. 68. 320.
455.
Verwaren, bewahren 510.
YerwarlasBung, vernachläBsig^ng 605.
Verwarten, bewachen 478.
Verweyslich nachrede, vorwarf 163.
Verweysung, tadel 18.
Yerwenung, erwähnung 557.
Verwidembt, dotiert 400.
Verwies, verweis 72.
Verwilligung, bewillignng 593.
Verwonderung, Verwunderung 533.
Verzaichnen, aufzeichnen 390. 540.
549. 557. 581.
Verzaichnuss , aufzeichnung 63. 72.
84. 118. 145. 186. 321. 413. 539.
548. 549. 552 ; plur. verzaichnussen
303.
Verzeihen, sich, verzichten 8.
Verzicchen, verziehen 537 ; verziegen
481.
Vorziehen, hinziehen 43. 56. 64. 66.
270. 342. 456.
Verziehen, verschleppen 390.
Verzifen, jämmerlich zu gründe gehen
412.
Vessler, Peter, von Kttlberbach 612.
VcHtenberger, die, fränk. geschlecht
618. 619.
Fetzen, fahne 47. 528.
Feuchtwangen, Mittelfranken 253. 345.
399. 561.
Feucht Wangen, Henslin von, 72.
Feuerwerk 604.
Fewrstet , besichtigen , feuerschan
halten 146.
Feustheyroer, die, frAnk. goschlecht
619.
Vicari 379; vicarier 78. 345.
Fichtelgebirge 17.
Viere, vier 489.
Viertailjar, viertailjares 119. 124. 133.
Viertelmeister 128. 137. 176. 224.
286. 403. 444. 601.
Vierzehnheiligen( 1 4 nothelfer), B 8taf-
feUtein 619.
Vigilien 5. 177.
Fildern, gegend bei Stuttgart 375.
Filsthal, Wirtenberg 259.
Finanz, geldwucher 623.
Finger, abhauen, strafe 564. 595. 605.
612. 617.
Finkenmewslin 235.
Finsterlohr, O. Mergentheim 500.501.
542.
Finsterlohr, Philipp von, 290.
Finsterlohr, Wilhelm von, 151. 189.
191. 213. 227. 263.
Virnsberg, B. Ansbach 597.
Fiscal , geistlicher, s. Trier, Würabnrg.
Fiscal, kaiserlicher, s. Mart
Vischer, Thoma, von Rotenburg 324.
Visieren, wein abeichen 130.
Visierer 130. 178.
Flachs derren, flachs rösten 611.
Fladenweyhen, kuchenweihe 9.
Flaiscb man, Hans, von Rotenburg 329.
Flaischman, Lienhart, von RoteDborg
329
Flaischman, Steffan , von Rotenburg
328.
Fleh lieh, flehend 109. 401. 424. 453.
476.
Fleischessen an fasttagen 5.
Fleischhaas, Schlachthaus 129. 180.
372.
Flemisch, flämisch 181.
Flohen, flehen 510.
Flohen, flöhen, flüchten 21 1. 237. 346.
350. 356. 360.411. 453.466.483.
499. 577.
Flöhnen, flüchten 293.
Flöss, Hans, von Rotenburg 228. 324.
340. 541. 582. 616.
Flucht, reden auf die, nicht offsn
reden 294.
Flugreden, schlecht, thorichte, 279.
Flur, Flurhaim, Hans, vonfirettheiffi
37. 588.
681
Fhrer, feldhüter 120. 178. 180. 304.
363.
Flurer, Wilhelm. 304.
Flurheyer, feldhüter 153.
Vogelgesang, Lienhart, ron Rotenburg
325.
Yogelsburg (Vogelsperg), B. Yolkacb
619.
Vogler, Jacob, von Hartershofen 47.
586.
Vogt, Hans, der alte, von Funkstadt
585.
Vogt, Michel, von Lenzendorf 88. 585.
Volfam, Terfahren 587.
Volfüning des eids 551. 554.
Volkach, Unterfranken 271.
Volkmaner, Volckmar, Cunrat, priester
217. 600. 609.
Volkomenlicb, vollkommen 161.
Vollend, vollends 61. 151. 271. 277.
304; vollendt 561. vollet 599.
Volstrecken, den ansspruch, 304.
Vor, vorher 92. 147. 209. 339.
Vorab, voran 285.
VorauR, ehrenpreis 491. 492.
Vorausdingen, zum voraus ausnehmen
263.
Vorbach, B. Rotenburg 614.
Yorbacbzimmern, O.Mergentheim 152.
Vorbehaben, vorbehalten 115.
Forchheim, Oberfranken 523.
Forcht, furcht 11. 71. 407. 453. 488.
489. 490. 529.
Förcht, furcht 380.
Vorderlich, bis, zwu stund ; dess, über
4000 4J2. 473.
Fordern, vorladen 12.
Vorgecr, vorgttnger 2 1 ; vorgeener60.
vorgener 52. 71. 78.
Yorhanfen, avantgarde 314.
Vorhin, zuerst 230. 336. 593.
Vorhof, bauernhof bei einer bürg 517.
Vorkaufsrecht 176. 181.
Vorkommen, zuvorkommen 173.
Vorrat, vorberathung 444.
Forschen, die, fränk. geschlecht 618.
Forschung haben, nachforschen 403.
Forst, B. Schweinfurt 619.
Yorsteen, widerstehen 41. 511.
Vorster, Endris, von Rotenburg 231.
322.
Vorster, Lienhart, von Rotenburg 231.
286. 374.
Vortreber, die, die in der avantgarde
458.
Frag, einnehmen die, 332.
Fraidigkait, unerschrockenheit 24.
Franciscerkl oster 33.
Franciscenorden der 3. regel 220.
Francistis, franciscanisch 27.
Frankenhaim, Jos, deutscher Schul-
meister 374.
Frankenhausen, Thüringen 425.
Frankenheim , B. Rotenburg 385 bis
388.
Frankenland 14. 16. 159. 236. 270.
271. 404.
Frankenwein 603.
Frankfurt 4. 614.
Fränkischer häufen 159. 160. 237.
271. 272. 277. 282 bis 287. 289.
290. 295 bis 297. 300 bis 304. 306.
308. 312. 313. 315 bis 326. 339.
341 bis 344. 347 bis 368. 374. 376
bis 378. 381 bis 400. 420 bis 424.
426 bis 464. 466 bis 468. 470 bis
473. 475. 478. 479. 481 bis 490.
506. 515. 544. 563. 571. 573. 579.
593. 594. 601 bis 606. 617 bis620;
dessen artikel 356 bis 357. sigel
620.
Frankreich 7. 309.
Frauenroth, B. Kissingen 619.
Frauenthal, (Frayntal), O. Mergent-
heim 620.
Frawenzimmer. hofdamen 283. 602.
Frayntal, s. Frauenthal.
Frei stehen, frei sein 333.
Freund, verwandter 380; freundschaft
125. 137. 174.
682
Freundaberg, (Tirol) Jörg von, 309.
563.
Frevel, verwegen 434.
Frewlin, das, eine grftfin von Hohen-
lohe 384. 386 bis 389. 467.
Frewlin, Georg, von Rotenburg 325.
Frey, Bartholomäus, von Rotenburg
216. 217. 330 390.
Frey, Claus, von Rotenburg 85. 144.
149. 155. 315. 541. 544. 545. 581.
616.
Frey, Han», von Rotenburg 328.
F'reyen, privilegieren 350.
FreienfclF, B. Ebermannstadt 618.
Freyknecbt 454.
Freyung, asyl 385.
Fridbrief, schirmbrief 489.
Fridbrucbig 546.
Fridel, Hans, von Rotenburg 58. 144.
149. 328. 611.
Fridriam, friedfertig 338. 569.
Friedberg, Oberbaiern 529.
Frieß, Hans, von Rotenburg 249.
324. 340.
Fröhstockheim , B. Kitzingen 271.
404. 618.
Frommen, vortheil 505.
Frommer, ein, vom adel 521.
Fronen, frondienste 354.
Fronfeste 532.
Fronweger, wäger an der stadtwage
178.
Fru. frühe 604; frue 602. 612.
Fruchtpariich, erfolgreich 530.
Frumal, morgenessen 394.
Frumbkait, bravheit 176.
Fruw, frühe, so stets bei Zweifel, zum
fruwsten 68 536.
Fuchs, Cunz, gen. Pflastercunzlin 259.
Fuchs, die, fränk. geschlecht 619.
Fuchs, Georg, edelmann 612.
Fugen, verfügen 477.
Fugen, zufügen 87. 546.
Fugenlich, füglich 483.
Fuld, Hans von, zu Rotenburg 325.403.
Fulda 421.
Fuldische art 159. 421.
Fnldner, Cunz, Yon Rotenburg 325.
Fund, erfindungen 29.
Fundieren, gründen 380.
Funkstadt, O. Gerabronn 585. 613.
Für, fuhr 298. 384.
Furan, fortan 24. 466. 651. 554.
Furaus, fort und fort 212.
Furderer, befoi-derer 468.
Furderlich, befördernd 551. 554. 587.
Furdern, befördern 568.
Furdern, sich, sich beeilen 114.
Furderung, beforderung 461. 462.
Furfordem, vorladen 6.
Furgang, fortgang 497. 518. 595.
Furhalten, vorhalten 6.
Furhaltung, vorhält 51.
Furiren, sich in die Stadt, 539.
Furierer 489.
Furkewfler, kleinhändler 138.
Furkommen, zukommen 386.
Furkommen, zuvorkommen 13. 56.
171. 190. 191. 192.215.220.433.
462. 501. 603.
Furkomung, zuYorkommung 219.
Fnmemen, brauchen sein, 529.
Furo, fortan 553.
Furohin, weiterhin 129. 134. 136.
Furpas, weiterhin 10. 341.
Furpringer, Hans, Yon Rotenbiug
216. 280. 330. 364. 409. 499.
Furpringung, antrag 26. 29. 32. 34.
136.
Furschieben, befördern 20. 161.
Fursehen, versorgen 349. ,
Fursichtigklichen adv. 248.
Fürsprech, anwalt 119.
Furt, fort 457.
Furt, masc. 614.
Furten, fortan 67, sonst steht immer
hiefür furter.
Furterhin, weiterhin 477.
Furtermer, fortan 8.
Furters, fortan 348.
683
lin, weiterhin 569.
agen, anzeigen 22.
agen, nützen 448.
egiich, nützlich 144. 264. 282.
enden, anwenden 109. 168. 170.
). 190. 193. 244. 264. 450. 478.
7.
ehen, weiterziehen 299.
halten gegen eine klage, 468.
setzen fluchtigen, 583.
•n, hair. Allgän 529.
rmaister der bauem 143.
rtuchweis, tuch kaufen, 129.
i'ung, gewonlich, ungeverliche,
7.
3tatt, Hans, von Rotenburg 325.
statt, Jorig, von Rotenburg 325.
Rtadt, O. Gerabronn 219. 271.
J. 299. 300. 361. 466.
sishofen s. Gailshofen.
orf, wirt. Jaztkreis 261.
orfer häufen 261.
nkirchen, O. Hall 594.
au (Ober- Unter), B. Rotenburg
3. 585. 613. •
bofen, B. Rotenburg 36. 37. 87.
>. 408. 409. 578. 614.
lan, Claus, von Rotenburg 341.
lanin, Justina, 612.
ilinger, Bastlin, von Rotenburg
1.
lieh, geistig 372.
lichait, die, 428; gaistlichaite
d,
liehe« beschlossen, roönche 379.
lose leute, spöttisch für geist-
he 132.
der aufrurig, in Rotenburg 552.
1. 606.
nesfeld, O. Gkrabronn 47 bis 49.
5. 495. 542. 577. 588. 613. 615.
olfsberg, B.Neustadt a Saale 619.
;eben, die, gastgeber 129.
lalt, beherbergend 505.
mg, gasterei 135.
Gattenhofen, B. Rotenburg 364. 464.
496. 570. 610.
Gau, im. Rotenburger landvogtei 150.
Gaul, raisiger, 360; plur. gewl 233.
394.
Gebawrsam, bauerschaft 520.
Gebhart, Hans, von Rotenburg 828.
Gebierg, gebirge 17.
Geböfel, gepöfel, pöbel 10. 11. 13.
14. 153. 217. 253. 275. 287.816.
461.
Gebotbrief 37. 38. 42. 46. 105; ge-
botsbrief : 46.
Gebsattel, B. Rotenburg 35. 60. 67.
69 bis 71. 79. 87. 351, 352. 589.
Gebub, das, 316.
Gebung der antwurt 270.
Gedawcht, dünkte 249. 370.
Gedechtig, erinnerlich 281. 359.
Gedeclilnuss, fem. 128. 277. 372. 399.
411.
Gedelsdorf s. Gödelsdorf.
Gedembt, gezAhmt 154.
Gedenken, denken 622.
Geding, bedingung 137.
Gedumel, getümmel 55.
Gefallen, fUllig sein 133. 474.
Gefarlich, gefUhrlich 522.
Gefasst, versehen 405. 417.
Gefengklich annemen 509. 519. 521.
523
Gefengklich einlegen 521.
Gefengklich enthalten 399. 569.
Gefengklich füren 510. 608.
Gefengklich uberantwurten 611.
Gefengknuss fem. 22. 588 ; neutr. 52 1.
Gefengknuss, annemen zu, 522. 523.
570.
Geferbte rede 603.
Geferd, geverd, geföhrdung 180. 197.
580.
Geferlichait, gevarlichait, gefahr 1 09.
250. 383. 408. 416. 525. 531. 532.
534. 568. 572; geferlichkait 576.
Gefreite, privilegierte richter 51.
684
Gefreandt, verwandt 346.
Gkgenantwnrt, er widerung 201.
Gegen tail, gfgner 156.
Gegenwertigkait 72. 74. 1 16. 1 18. 598.
601.
Gegenwärtig 247. 254. 333. 347. 485.
519. 551.
Gegenwurtigkait 172. 281. 302. 490.
526. 536.
Gegkelsheim, ein kloster (wo?) 620.
Gegnen, begegnen 571.
Gehaimbd, geheimniss 53. 84. 139.
155. 169. 208. 261.
Geharsam, so stets bei Zweifel, z. b.
24. 94.
Gebarsam, die, 27. 361. 526; ge-
harsame 27.
Gebarsam, masc. 576.
Gebarsainkait 27. 494.
Gebe, eile 41. 412.
Gebellen, übereinstimmen 14. 116.373.
Geberzigt, guten mutbes 395.
Geyer, Florian, ritter 313. 351 bis
53. 368. 362. 364. 366 367. 377.
378. 417. 420. 422. 454. 469. 544.
555. 604. 606.
Geyer, Lorenz, von Rotenburg 231.
Gei Inreut s. Burggailenreutb.
Gein, stets bei Zweifel für gen, z. b.
499.
Geislingen, Wirtenberg 259.
Geissendorfer, Baltbasar, von Obren-
bacb 35.
Geissendorfer , Hans, von Obren-
bacb 35.
Geissendorfer, Jörg, von Obrenbacb
496.
Geissendorfer, Matbis, von Obren-
bacb 35.
Geysslinger, Hans, 324; s. Gayss-
linger.
Geyster, der, 623.
Geistlicbe bei den banern 60. 78.
157. 164. 295 317. 383. 447. 448.
542. 601. 605. 609.
Gekurnt, gekörnt 485. 486. 562. 563.
Gelart, gelebrt 24.
Geleben, nachkommen 263. 444.
Gelewft, gelänfe 10.
Geleycb mess ig 174.
Gelgeln 370. 453.
G^lieben, gefallen 219.
Geligen, ins wocbenbett kommen 361.
Gelitt, befriedigt 349.
Gelten, kübel 305.
Geltmarkt, erdacht sein auf einen,
der pfaffliait 5.
Gelübde, sich ergeben mit, 595.
Gemacht, vorräthig, fertig 385. 39
440.
Gemabel 283. 285.
Gemain, gemeinde 42. 131. 134. 138
176. 426, 465. 499. 500. 696;
maine 445.
Gemayn halten 603; gemayn Hüten
253. 280. 604.
Gemainden, die, die gemeinen bürger
180.
Gemainschaft, gemeinde 323.
Gemurbel, gemurmel 55. 183. 253.
275. 507.
Gemussirt, mussivisch versiert 378.
Gemuwt, bemüht 412.
Genacbpurt, benachbart 97.
Gentner 119. 321. 322. 343.
Genugsam, genügend 574.
Gepawrn, bauem 40. 90. 157. 529.
Gepawrschaft , bauerschaft 185. 319.
262. 264. 303. 308. 417. 530.681.
560. 572.
Gepewen, gebäudc 178.
Gepietiger, deutscbordensbeamter 8.
18. 73.
Gepurnuss, gebühr 46. 162. 178.
Gerabronn, wirt. Jaxtkreis 561.
G^raisige, kriegsgerüstete reiter 2^'^-
206. 222. 277. 452. 468. 479. 55t
Geraisiger zeug 478.
Geraitschaft, bereitschaft, häufig, t»^-
160. 207. 351. 404. 518.
685
hen, entbehren 333. 392. 398.
ben, ratben 232. 498.
irtsbofen, O. Krailsbelm 293.
bt, reobts 371.
hi, recht bereitet 485. 562.
btigkait, gerccbtsame 550. 553.
».
en, versprechen 486.
I, gern 605. 623.'
ht, das letzte, 5G8.
g, Michel, von Rotenburg 228.
gkweis, ringsum 483.
chsheim (Gcrolzhcim) , bad. B.
iiberbiscbofsbcim 206. 620.
anien, primae in, 3.
>lt, Michel, von Bretheim 588.
stein, Rheinland 165.
zbofen, Uuterfranken 271. 404.
tig, geräthe 33.
vig, ruhig 338. 439; geruwig-
:b 83. 86.
sbuch 129; gesetzbuch 81. 567.
eil, geschelle 410.
icktcr, abgesandter 96.
rift 22. 162. 603.
riftlich 482.
utzwagen 393.
weigend, geschweige 450.
wurm, schwärm 4,
ncn, abschied nehmen 365.
end, sehend 25.
3, sein 82.
cen, setzen 82.
3, mutwilliges, 153.
nen, ansinnen 481.
t freund 133; gesipt freund-
ift 137.
1, B. Ansbach 447.
t, gesühnt 145.
nst , machen sein , trugbild
9
., Spiel 277.
idig, bekennend 226.
m, kosten 131.
, gestern 46 ; gester des tags 45.
Gesterig 140. 539; gesterigs tags 43.
48; gestrigs tags 57. 64. 75. 301.
336.
Gestert 298.
Gestimmen, bestimmen 361.
Gestracks, auf der stelle 515.
Gestreng, streng 148. 395.
Gestrigen, die, 559.
Gestuef, pferdebufspuren ? 99.
Gesundlich wolfart 397.
Getat, that 427.
Getrett, fussspuren 99.
Getrost, guten muthes 431.
Grever, gevere, gefahr 43. 172.
Gevertigt, bereit liegend 423.
Gevolgig sein, folgen 444.
Gew, gftu 159. 432. 438. 456. 457.
Gewalt, stets masc.
Gewaltig, gcwalt habend, regierend 13.
29. 91. 505; die gewaltigen 15.
Gewaltig, gcwaltthätig 367. 394.
Gewaltigklich , mit gewalt 292. 448.
Gewaltsam, zwang, macht 79.85. 339.
Gewappet, gewaffnef 340. 342. 343;
gewappnet 342.
Gcwarsam, Sicherheit, sicherer ort
72. 222. 261. 309. 333. 365. 433.
436.
Gewarten, gewärtig sein, häufig, z. b.
10. 141. 276. 333. 416. 512.
Geweitig, gcwaltthätig 515.
Geweltigklich , mit gewalt 431. 572.
Gewer, wehre 48.
Gowerber, handwerker 432.
Gewierig, zustimmend 163. 348. 531.
Gewillt, willens 37. 160. 266. 392. 478.
Gewisse, fem. gewissheit 406.
Gewisslich, bestimmt 234. 377. 529.
566; gewisslicben 485.
Gezelt fem. 214. 225. 301. 316; neutr.
362. 364. 365. 473.
Gezeyten, zeitcn 97.
Gczewge, zeuge 116.
Gezewgknuss, zeugniss 117.
Gezirk, gegeud 308.
Oeiwnngklicli,
GickelhmiaeD, B. Roteobarg 36. 60.
67. bi2. 570. 588. 610. 617.
GiebelaUdt, B. Ochaenrurt 394. 454.
606.
Oiech, B. Bamberg I 617.
Oiecb, Conrai) und Hans von, 416.
Olech, die TOD, 61B. 619.
Oilg, Hans, Ton HilgeTshausen 584.
Qilglin, Dinkelibühler iUdtknecht
lOS.
GEllablüsung 119. 122. 134. 138.
Giltherr 586.
Oiltbübnsr IIS. 126 1S4. 136.
Glait, iMtB rar geleite; ein lebendig,
Biinve^arde 436.
Glnrt«ii. geleitu geben 464.
GlaHer,Jürg, tod Rotenburg 324.340.
642.
Olaeer, Micticl, von Rotenburg 340.
642.
Glaser, Peter, von Rotenburg 324.
340. 642.
Glftner, PbilipB, yon Rotenburg 324.
340. 642.
Glaubbadig, glaubvOrdig 396. 461.
Glef, gleich 418.
Gleichmcsilg, tür boide theile Tor-
theilhaft 200. 826.
Gleaaberg, B. WQriburg 313.
Glewben, glauben 622.
Glouedorf (Clensdorf), B. Ebern 618.
Olieber, wohl fOr Staber 619.
Glimpßg, Bii«tlindig 83.
Gl imp rieh Hfl, enticbnldigang 74. 76.
Glöckner 621.
Gtori 24. 288. 29B.
GlöSBioning, erlttulorung 373.
tJliih, guliibilB 500. 601; glnpt 225.
OluptnuBs, gelöbnina 4. 29. 123. 126.
134. !36.
Omand, Wirt. Rematbal 308. 309.
GmündBr baiifcn 307.
Gnodatadt (KnotaUt), B. Ochaenfurt,
die von, 619.
Gnorcbo , ein bcMitcber edelokanm.
612.
Gnug, gnugen, genüge 530. 566.
Gnugen, lufrieden aein 442.
Gnugig, sufTieden 193. 526.
Gnugsam, genügonil 531. 568.
Goeker, ein edelnmnn? 613. 614.
GiideWurf (Gedpldorf), B.Ebern 618.
Goldachmid, Anton, ron KotenbDrf
324.
Goldacbmid, JUrig, von Botenbiiri
324. 341.
Qaldachniid, Stephan, von Rotenbn'E
228. 324 341.
Göppingen, Wirtenberg 595.
Goppolt Engelbart, von Kotenlia^
54 b.'jQ 608.
OösBwdiialeln B. Pegniu 618.
^iotslelivn, piVüLiilp 508.
Gotiier, kirchenicbniuck 842; gott<^
lier 497.
Gottglaubcn, der, 77.
Gotlliebh abend 854,
Üc,lt8fi.irphiig 31. 354.
(iottRKch»>itn 258.
GottwollRbaiiaDU, 0. Hall 694.
tiOtzlesteniDg 358.
Graben, arbeiten im, ein« bflifcr-
pflicfat 601.
Graber , Anton , brandenbaigiacb«
aecretlr 39 bia 40. 45. 64. 57. »
74. 246 bia 56.
Qrad, gerade 318.
Orammatica, die, 371.
Oramacfaaft, nnmnth 186.
Graamaidiin, graamagd 11.
Graaaman, Bembart, von Rotenburg
641. 682. 616.
Graasnan, Lienb*rt, von Rolenbnif
541. 682, 618.
Greding, B. Beiingriea 277. 278.
Greifenatein, B. Ebermannitadt 618.
Grel, grell 396.
Gremadorf, B. HCchatadt a/Aiicb 618.
Orenita, grviiae IIS.
687
Gret, kanfhans 479.
Grewsser, Ganz, von Rotenburg 325.
327.
Grewsserin, Katherin, 183. 541. 609.
616.
Greuth (Grüd), B. Höchstadt alAisch
619.
Grychsendorfer, Valentin, 194.
Grill, Peter, von Rotenburg 231. 286.
Gr3rniniigkait 524.
Grymmigklicb 412.
Groß, Lienbart 60. 67. 152. 164.
317. 318. 351. 542. 580. 611; s.
Brenk.
Großen, die. Nürnberger gescblecht
618.
Großenau (Grossenban) , B. Müncb-
berg 619.
Oroßharbacb, B. Rotenburg 584. 588.
612.
Oroßharbacb, landtburm 612.
Großgartacb, O. Heilbronn 431.
Großlangbeim (Grossenlentkeym), B.
Kitzingen 271. 619.
Grub 8. Burggrub.
Grub, Martin, von Rotenburg 325.
Grube, grab 59.
Gruber von Scberngrub, Jörg, 570
bis 76.
Grud s. Greutb.
Grumbacb (Burggrumbach, B. Würz-
burg), die von, 619.
Grumbacb, Veitin 612. 618.
Grund, fränkiscb für thal 160. 270.
271. 459; s. auch Aischgrnnd,
Schüpfergrund, Taubergrund.
Grund, zu, gründlich 189.
Grundrechnung 193. 197.
Gmndt, gegründet 192.
Grünsfeld, bad. B. Tauberbischofs-
heim 152. 206.
Guckelhausen s. Gickelhausen.
Güglingen, 0. Brackenheim 261.
Guldin, golden 378. 485.
Gulthönr, gilthühner 126.
Gültlingen, 0. Nagold, der von, 299.
Gümpelin, Augustin, chorherr zu
Feuchtwang 345. 346. 398. 399. 603.
Gumpelshofen, B. Rotenburg 584. 610.
Gundelsbeim, O. Neckarsulm 210.
211. 264.
Gundlach, Peter, von Nordenberg 583.
Gundter, Cunz, von Rotenburg 328.
Gunstlich, gnädig 111. 287. 308.380.
468. 510. 512. 534. r)38. 560. 566.
Günzburg a Donau, bair. Schwaben
236.
Gunzendorf, R. Bamberg I 617.
Gunzenhausen, Mittelfranken 314.
Gut, Hans, von Leuzendorf 589.
Gutenberg s. Guttenberg.
Gutcnstetten, B.Neustadt a'Ai8ch431.
Gut gewinnen, beute machen 546.
Gutlich bitten 571.
Gutlichait 44. 51.
Gutman, Cunz, kastner in Kitzingen
559.
Guttenberg (Gut^nberg), B. Würz-
burg 404. 618.
Gwilhelm, Wilhelm 194. 202.
Habelsee, B. Rotenburg 36. 517. 584.
Habender befelh 273.
Ilabensteyner (Rabensteyner?), Hans,
618.
Habern, haber 143. 539.
Habhaft, vermöglich 35. 283. 541.
Hackenbüchsen 47. 93.
Häffner s. Hefner.
Haft, masc, hinderniss 95.
Haftung, haft 532.
Hagen, Lienbart, von Schwarzen-
bronn 542. 585.
Hagenau, B. Rotenburg 605.
Hagenbach (Hagkenbach), B. Eber-
mannstadt 617.
Hay, heu 6«i9.
Haichtel (Haicht), Thoman, von Roten-
burg 328. 541. 552. 608.
Haiden, Peter, von Rotenburg 216.
217. 330. 658.
B&jgabel, heugabel 61 T
HailtnaD. HttnB, 144.
Ha;tmftii, M[chel, von Botunburg 68.
Haim, Gilg, von Ohrenl)«ch 542.
Haim, Hano, tod GaÜBhoreu 87.
Haim , Wendel , Ton OurnpelBhofen
684.
Haim, Wendel, von Obreabach 35. 36.
Hajmat, wald bei Brettheim 608.
HairoriiTderi) !ST.
Haimlkh, gchelmniE'svi,]] 372.
Hailtillchail, golteimnlsa 373.
Ilaymseliaffrn 51Mi.
HaioiteUen, an heimstellen 140. 190.
226. 281.
Halber«tadt 3.
Hatbich lange 299.
Halhtnile. nciitr. 561.
Hitlcli^rbcj'g^tetteit, Halmerstetten b.
NiedoiBt eilen.
Hall, Mathli, von Rotenburg 328.
Hall, ScbwflbiscUhall 4. 101. 102.218.
219. 237. 259. 261. 265. 291. 293.
374, 376. 387. 428. 429. 440. 461.
462. 492. 694. 595. 697.
Haller baiicra 219. 261. 694. 695.
Hallcr landwelir 261. 594.
Haller, Niclaus, von KOrnberg 102.
103. 108.
Hatlenidorr ( H allen »d o rf) , B. Forcb-
heim 618.
HallBtadi, 8. Bamberg I 609.
HaUgericht, bochgericbt 93.
Halten, beachten 596.
Halten, behandeln 651.
Halten, beherbergen 17. 20.21.482.
511. 640. 603.
Hambilhl, B. Neustadt a/A!«cb 431.
Hamme, Marx, van Breitheim 608.
Han, Hans, von Ührenbach 87.
Han, Jacob, b. Valiinun.
Hbd, Malbii, von Rotenburg 336.
HandbQchBen 455.
Handel, proceaa 449.
Uandregligen, beecbirmen 497.
Handgebenden, mit, trewen, mit band-
Bchlag 86. IST. 198. 199.
Handgelabte 580; handgelapt 99.
Handgeachntz 456.
Handhaben, echirmen, hKufig, %. b.
335. 312. 410. 508.
Handhabung 266. 284. 316. 319. 3S3.
363.
Händler, Unterhändler 65. 104.
Handler der uffrurigen handlung 507.
Handion, doH, laudomium 13. 65. IS.
77. 121 bi924. 126bia28. 133. lU.
13G. 169. 173. 182. 348. 354. 3.>6.
Handior, gewehr 453.
Handvesten, beschirmen 219.
Handticrende leirte, handel treibradt
283. 385.
Handticrer 433.
HandtiGTung , handel und gewerl»
253. 255.
Hanikelman, Herman, 583.
Ilanikelman , Martin (Man), raa
Rotenbui^ 326. 662.
Hundvrcrksknecht, geselle 46.
Hanns, einen zu einem groba,
Haiini., Msibl?". von Ohrenbach 581.
Harlang, B. Rotenburg 497. 498.
Harnasch 267. 403. 475. 639. 564.5».
621; gen-ölinlich steht harn isi-i.
Hart, tl. ßoterburg ASi. 496. 610.
Hmrersltufcn, B. Rotenburg 47. 104.
570. S83. Ö86. 6 0,
Hartman, Jörg, Ton Sotenborg Ml-
64*. 582. 616.
Hau, Hane, von Diebach 685.
Haaberg, frfink. bürg 618.
Hasel, JcToniraus, von Rotenbuig M.
65. 67 bis 69. 91. 108. 109. 116.
166. 216. 330. 436. 464. 460. 4fi4.
477. 536 biR 3i*. i)6.V liOO. 611.
Easenkopr, aufselxen ei neu, top
werden 448.
Hassrnrt, Unterfranken 396. 404.
Hasaloch, B. Marktheid«ifeld Gl9.
689
, steben in einem, hetze 101.
, der gewaltige, hauptheer 222.
en, der verlorne, 222.
; (Hauck), Claus, von Leuzen-
»nn 542. 587.
f, Peter, von Leuzenbronn 587.
tgeschoss 443. 601.
tgeschutz 14. 225. 319. 459.
tgiit, capital 382.
trecbt, todfall 13. 65. 75. 77.
l bis 24. 126 bis 28. 133. 134.
;. 169. 173. 182. 348. 354. 356.
tsäcber, anstiftcr 558.
tstuck, geschütz 214.
adeliger sitz 87. 211. 359. 363.
. 404. 417. 420. 427.
handwerksherberge 127.
hausflur 92. 389.
ratbhaus? 107. 377, 543.
neben einem, zu halten wissen
•
i\f Antoni, von Rotenburg 328.
n, behausen 17. 18. 20. 161.
. 506. 545. 573. 574.
n, O. Gerabronn 305. 335. 613.
ir, laufen durch die, plündern,
*
^enoss, insasse 508.
lialtung, ungeschickte, 8.
v^irt, ehemann 557.
istreyt, Oswalt, von Boten-
g 14.
und leger, agitator 60. 65.
. 382. 507. 522. 543.
ling, Hans, von Keusch 585.
ling, Michel, von Botenburg
r. 340. 582. 616.
3b Spruch, urtheil über hab und
434.
dein, 0. Gerabronn 613.
jr, Winzer 130. 229. 324. 344.
eleger 422. 470. 538. 547.
2ger 442. 536. 539. 547.
»auckcn 479.
Bauerteig 22.
Hefel, Hans, von Ebringshausen 585.
Heffen, heffe 623.
Hefner, töpfer 58. 121. 144. 227.
323. 341.
Hofner, Hans, von Botenburg 325.
Hefner, Jos, von Botonburg 286. 542.
582. 616.
Hefner, Lienbart, von Wettringen 494.
Hefner, Wolf, von Boten bürg 828.
Hegauer bauern 14. 260. 593.
Hegenau (Heg^ich), O. Gerabronn 586.
Heidelberg am Neckar 211. 212. 431.
Heidcnfeld, B. Schweinfurt 619.
Heidenheim, B. Gunzenhausen 314.
Heidingsfeld, B. Würzburg 313. 315.
316. 318. 326. 332. 334. 335. 347
bis 53. 361. 368. 378. 382. 384.
385. 391. 394. 395. 397.402 bis 5.
407. 410. 411. 415. 420 bis 22.
449. 455 bis 60. 462. 468 bis 70.
473. 479. 484. 487 bis 89. 506.
513. 515. 522. 541. 573.
Heilbronn am Neckar 210 bis 12. 236.
242. 260. 305. 310 bis 12. 329
bis 32. 381. 577. 602. 603.
Heiligenbronn, O. Gcrabronn 614.
Heiligengeld, kirchenvermögen 133;
heiligengut 344.
Heiligenstadt, B. Ebermannstadt 619.
Heiligenthal (Thol), B. Schweinfurt
619.
Heimberg, O. Gerabronn 613.
Heimberg, landthurm 577. 613.
Heinacht, heute nacht 294.
Heint, heute 237. 342. 395. 439. 537.
Helber, Casper, von Botenburg 324.
Heibert, Heller werths 497.
Held,Cunrat, von Botenburg 216. 331.
Helfenberg, 0. Marbach 206. 595.
Helfenstein, graf Ludwig von, 205.
366. 594.
Heli, singen, 622.
Hemmendorf, B. Botenburg 614.
Henlin, Hans, schwarzenbergischer
vogt 431.
rakritg
44
690
Uennenberg, Sachsen-Meiningen 461.
619.
Hennenberg, graf Wilhelm von, 460.
461. 488.
Hennse, Michel, von Ohrenbach 542,
Henser 8. Rotenburg, Johanniter.
IlerauBnemen, befreien 519.
Heraussetzen, absetzen 565.
Herben, beherbergen 17.
Herberg, liegen zu, wohnen 391.
Herbergen, beherbergen 17. 18. 20.
506. 573. 574; part. gehcrbert 545.
Herberig, herberge 9. 166. 199. 206.
393. 429. 449. 469. 470. 547. 548.
558. 573.
Herbuldshausen , O. Gerabronn 219.
Herbort, Claus, kastner in Ansbach 17.
Herbsthiihner, lehensabgabe 124.
Herbstwolle 181.
Herdan, fortan 349.
Herdan, von einem orte weg 480.
Herfngeu, sich herbegeben 385.
Herfur, hervor 510. 588.
Herfurpringen, erzeugen 11.
Herfurtun^ das gcschutz, 146.
Hergot, crucifix 544. 596.
Herliaischen, erheischen 481.
Herkomen, ankunft 395.
Herkundigen, erkundigen 341.
Herlangen, erlangen 329.
Herman, Hans, von Kleinansbach 585.
Herman,Han8, von Wettringen 60. 585.
Herman, Jörg, von Ohrenbach 584.
Hernachmals, nachmals 409.
Herniden, unten 205. 256. 385.
Heroltzhofen, Heroldshausen, O.Qera-
bronn? 619.
Herrenberg, wirt. Neckarkreis 271.
Herrenzimmern, O. Mergentheim 152.
Herrngrieß bei Obermässing, Mittel-
franken 277.
Herrnwinden, B. Rotenburg 493. 494.
Hart, hart 498.
Hertigkait, härte 476. 510.
Hertlein, Jeronimus 616.
Heruff, hierauf 282.
Herwider, wieder 62. 300. 491.
Herwiderumb, wiederum 46. 85. 91.
98. 251. 285. 333. 350. 362. 481.
Herzog, ein landsknecht 416.
Herzog, Hans, pfarrer zu Steinsfeld
609.
Hesclbcrg, der, Mittel franken 40.
Hessberg bei Hildburghausen, die von
299. 619.
Hessberg, Bernhart von, 432.
Hessberg, Karel von, 602.
Hessberg, Sigmund von, 246 bis 56.
299. 314. 618.
Hessen 420. 421. 612.
Hessen, landgraf 243. 309. 403. 421.
425. 432. 443.
Hessig, gehässig, häufig z. b. 5. 39.
144. 214. 318. 416. 573.
Hotzel, Ludwig, von Rotenburg 325.
Hetzer, Burkhart, von Rotenburg 228.
326.
Hetzer, Jost, 328.
Heuchelheim, B. Höcbstadt an der Aiflch
616.
Heufeiwinden, 0. Gerabronn 586.
Hewflen, sich, sich häufen 24.
Heun, der, von Rotenburg 611.
Hewsling, häuslich 571.
Hewt, die, fränk. geschlecht 618.
Hiedisset, diesseits 212.
Hienebcn, daneben 446. 583.
Hiewescn, anwesenheit 417.
Hiozwuschen, dazwischen 524. 525.
528. 530. 597.
Hiez wuschen dinstngs 512.
Hiezwuschen und . . ., zwischen hier
und . . . 300. 395. 426. 581. 582.
583. 587.
Hilflich, beiständig, häufig, i. b. 59.
111. 248. 324. 495. 551. 601.
Hilgartshausen , O. Oerabronn 61.
559. 584.
Hin sein, verloren sein 217.
HinaoBWÜschen, lu der ttadt, 601.
691
setzen, vertiachlässigen 193.
324. 356.
einem sitzen, hintersasse eines
409.
;ang, compromiss 143. 190.
201. 304.
ehen, auf einen compromit-
194.
issen, früher gegeben 444.
essen, hintersassen 38. 190.
559.
stzen, anheimstellen 214. 215.
ichpringen , ad referendum
sn 286. 319. 474.
tellig, restierend 561.
ng haben, verhindert sein
433.
fortan 543.
Q, fortan 294. 399.
, fortan 380. 472. 492, 512.
351. 564.
fortan 426. 495.
lin, fortan 134.
3, beseitigen 44.
g, fahrlässig 445.
onung, wegnähme 379.
herinnen 164. 336. 338. 842.
386. 582.
g^en, erhalten 347.
nken, verschenken 556.
hauen, über die schnür hauen
E, hinweg 597. 609 ; hinwegk
306. 577.
rumb, wiederum 47. 168. 245.
m, einem das seinige, 574.
Wendel, bauernkanzler 381.
n, B. Nördlingen, Rudolf von,
3org, von Nassach 611.
die, 617.
inen anbringen, 506.
g (Hohenberg), B. Würzburg
Hochme7er,Caspar,yonRotenburg 23 1.
Hochwerdig, hochwürdig 599.
Hochwirdigkait , bischöflicher titel
432. 433.
Hochzejt, fest 42.
Hochzeyter, Jacob, von Rotenburg 328.
Hockner (höckner), kleinkrämer 135.
230. 323. 340.
Hof, Hansen, Berblein 597.
Höfen, beherbergen 20. 161.
Hofmann, Claus, amtmann zu 8chil-
lingsfürst 386 bis 91.
Hofman, Endris, von Rotenburg 329.
Hofman, Fritz, von Rotenburg 231.
322.
Hofman, Hans, von Leuzendorf 588.
Hofman, Jos, von Rotenburg 58. 144.
Hofman, Lienhart, von Reichelshofen
496.
Hofman, Ludwig, notar 211. 312.
Hofman, Michel, von Brettheim 37.
588.
Hofman, Michel, von Leuzendorf 588.
Hofman, Wendel, von Wettringen 494.
Hofstet, Stätten, wo häuser gestan-
den 122. 132. 133.
Hofstet, öde, 181.
Hohe, adv. 97. 413.
Hohe, höhe 577.
Hobeln, abhowen die, 387.
Hohenberg s. Höchberg.
Hohenberg, schwäbische grafschaft
527.
Hoheneck, B. Uffenheim 512.
Hoheneck, amtmann 510 bis 13.
Hohenfelsberg , würzburgische bürg
618.
Hohenkottonheim, B. Scheinfeld 271.
367. 404. 618.
Hohenlohe, grafen, herrschaft 143.
157 bis 59. 204. 212. 418. 426.
428. 467. 468. 566. 619.
Hohenlohe, graf Albrecht 158. 204.
386. 387. 391; dessen gemahlin
424. 454.
ii
692
Hohenlohe, graf Jörg 158. 204. 387.
391.
Hoheulohe, graf Wolfgang 381. 383.
384. 387 bis 91. 467 ; dessen
Schwester 384. 386. 387. 389. 390.
467.
Hohenlohische amtleute 382.
Hohenlohischo baucrn 143. 157 bis 59.
204 bis 6. 210 bis 12. 326. 381
bis 91. 424. 437. 438. 440. 453.
467. 468. 605; ihre artikel 158
bis 59.
Hohenstadt, B. Hersbruck 618.
Hohenstaufen 259. 619.
Hohentwiel 530.
Hohlach, B. Uffenheim 395.
Holgarten, der, bei Würzburg 460.
HoUenpach, Endris, von Spindelbach
586.
HoUenpach, Hans, frühmesser zu
Leuzenbronn 60. 78. 217. 224.227.
262. 301. 317 bis 20. 542.601.616.
HoUenpach, Hans, von Enzenweiler
542. 554. 558. 609.
HoUenpach, Hans, von Leuzendorf
588.
HoUenpach, Martin von Rotenburg
329.
Holwangen, zu gefallen reden 545.
Hönlich, höhnisch 256.
Höpfigheim, O. Marbach 206. 595.
Hör, Uhr 74. 130. 547. 548.
Hörle, Hans, von Östheim 617.
Hörn, Barthel, von Rotenburg 329.
Hörn, Casper, von Rotenburg 325.
Hörn, Jörg, von Rotenburg 325.
Hornberg, O. Gerabronn 294.
Homburg, Hans, der alte, von Roten-
burg 156. 191 bis 97. 199. 201
bis 4. 212. 400. 564.
Homburg, Hans, der junge, von
Rotenburg 193 bis 97. 199. 201
bis 4.
Horneck, O. Neckarsulm 210. 211.
260. 619.
Homer, Jörg, von Rotenburg 35. 36.
212. 329. 526. 541.
Homer, Jos, von Rotenburg 329.
Homer, Lutz, von Rotenburg 328.
Homplosen, eine Zeitbestimmung 368.
Hosenbendel 506.
Hübner, Adam, 611,
Hubner (Huber), Hans, von Roten —
bürg 85. 96. 144. 149. 556.
Hubschhans von Sindringen 212.
Huck, Lienhart, von Rotenburg 32rTr
Hueten, viehhüten 120. 182; hüte- :
304. 305. 387.
Huctung des viehs 180.
Hufnagel, Martin, von Rotenburg 5 ^
144.
Hulden, huldigen 474. 512. 514. 51 6.
596. 608.
Huldung 235. 479. 503. 547.
Humbsen, brummein 199.
Hurn, hure 4.
Huss, reformator 622.
Huter, hutmacher 58. 137. 144. 181.
228. 231. 286. 324. 340. 552. 608.
Hütten, Ludwig von, 559.
Hütten, Ulrich voU; 4.
Hutzen, hetzen 540.
Jacob, Hans, von Finsterlohr 500.
Jacob, Hans, von Rotenburg 328.
Jacob, Michel, von Rotenburg 328.
Jacobs, Jacob, von Rotenburg 155.
216. 329. 332.
Jagdfreiheit gefordert 123. 158.
Jagst, fluss 613.
Jagsthaimer, Hans, der alte, voo
Rotenburg 11. 15. 86. 156. 191.
192. 197. 212. 326. 347. 348.464.
477. 535 bis 38. 558. 564. 600. 606.
Jagsthaimer, Hans, der junge, ton
Rotenburg 216. 249. 285. 286. 330.
Jagsthaimer, Lienhart von Boten-
burg 268. 326.
Jahr, ein bündniss annehmen auf, 101.
604.
Icht, etwas 551.
693
Ichtz, etwas 414. 509.
ichts, nichts 299.
Ichtsig, etwas 10, sonst steht immer
ichtzit, z. h. 65. 107. 242. 406. 557.
Tckelshaimer, Bartel, Yon Rotenburg
542. 617.
Tckelshaimer, Clans, yon ßlbings-
hofen 587.
Tckelshaimer, Clans, von Gailshofen
365.
Tckelshaimer, J5rg, von Ohrenbach
35 bis 37. 542. 584.
Tckelshaimer, Panls, yon Ohren-
bach 47.
Tckelshaimer, Valentin, Schulmeister
in Rotenburg 11. 58. 93. 96. 143.
144. 194. 541. 545. 581. 616.
Tde, jede 311.
Iderman (yderman) 602. 604. 615.
Tdweder, jeder 596; yedweder 596.
Jeger, Enderlin, von Schillingsfürst
386. 387.
Jeger, Hans, von Schillingsfürst 386.
387.
Jeger, Peter, yon Schillingsfürst 386.
387.
Tendert, irgendwo 215.
Jenhalb, jenseits 212.
Tetlich, jeder 622.
TetKond, jetzt 342. 497. 567. 569;
yetzunden 269. 496.
Iglicher, jeder 601.
nienberger, die, f rank. Geschlecht 619.
niesheim, B. Uffenheim 59. 60. 365.
447.
Ilmbach (Ilmenpach), B. Gerolzhofen
620.
Imbart, weher yon Rotenburg 541.
569.
Indnlgenz, ablass 3.
Inehalten, festhalten 605.
Ingedenk, eingedenk 437.
In gegen, in gegenwart 117. 494.
Ingolstadt, B. Ochsenfurt, schlacht
457 bis 59. 606.
Ingolstadt, Oberbaiern 4.
Inlassen, einlassen 475. 583.
In lawt, nach laut 445.
Innemen, einnehmen 14. 139.
Innsbruck 529.
Insingen, B. Rotenburg 59 bis 61.
258. 335. 585. 588.
Inyentarinm, machen den, 377.
Inwaner, einwohner 608.
Inwendig, einheimisch 514.
Inwendig, innerhalb 72. 336. 337.
Joachimsthal, böhm. Erzgebirge 383.
Joch s. objoch.
Johannitisch , zum Johanniterorden
gehörig 27.
Jorig, Mathis, yon Ohrenbach 584.
Ipf, berg im O. Neresheim 157.
Iphofen, B. Scheinfeld 160. 261. 262.
269. 271. 402. 602.
Tpig, üppig, nichtnutzig 183.
Ipsheim, B. Uffenheim 431. 432.
Irmelshausen , B. Eönigshofen 619.
Irrig, streitig 492.
Irrung, zwist 567. 579.
Ttzund, jetzt 601; yizant 608.
Jubileus 19.
Juden 10. 11. 545.
Judengesuch, wncher 179.
Jungherschaft, gutsherrschaft 13.
Jungker, gutsherr 365; junkherr 510.
Laden, brodladen 121.
Lfiden, führen auf einem, 390.
Laden, einladen 557.
Lader, Hans, von Rotenburg 325.
Laidig, betrübt 306. 376.
Laidigkait, betrübniss 571.
Laienpraedicanten 11. 12. 593.
Lainen, lehnen 510.
Lan, lassen 492.
Landlew ftig, landläufig 177.
Landsart, gegend 16. 457. 471.
Landsherr 495.
Landthurm, thurm in der Rotenburger
landwehre 47. 93. 577. 612. 613.
Landwehr s. Hall, Rotenburg.
694
Lang, Erasmns, von Insingen 60. 855.
Lang, Hans, von Ehringshausen 585.
Lang, Matbias, cardinal 329.
Langen, gereichen 243. 497.
Langen, reichen 491.
Langenberger, Gabriel, von Rotenburg
14. 50. 55. 67 bis 69. 228. 326. 595.
Langenbarg, O. Gerabronn 158.
Langheim, B. Licbtenfels 618. 620.
Langksamer, zu, zeyt, zögernd 494.
Langwirig, lange dauernd 569.
Lankbaim, Jobst, von Rotenburg 324.
Lantzknecht 608. 609. 610.
Lanzendorf, B. Berneck, Caspar von,
612.
Lasen, lassen 596.
Lasinger, salpetersieder ? 616.
Latinus, ein gelehrter, humanist 11.
Lattenpacb s. Leiterbach.
Läuck, Peter, von Weigenheim 609.
Lauda, bad. B. Tauberbisch ofsheim
152. 190. 206 bis 8. 404. 424. 438.
578. 618.
Laufenholzer (Leufenholzer), die, Löf-
felholz 619.
Lauffon am Neckar, O. Besigbeim 260.
Laugen, läugnen 92. 461.
Laupheim, wirt. Donaukreis 235.
Lautalinlein von Rotenburg 616.
Lawtenscblager, Jörig, von Roten-
burg 324.
Lauter, ß. Kissingen 619.
Lawtpar, ruchbar 23.
Lay, schmid von Gebsattel 587.
Lebenhaftig, lebendig 298; lebent-
haftig 288.
Lebkuchner, N. von Rotenburg 541.
Lech, fluss 529.
Ledig geben, freilassen 579; ledig
lassen 608. 615.
Legen, löschen 611.
Legation 286.
Leger, stets für lager, ebenso die ab-
leitungen legem, belegem u. s. w.
Legergeschutz 395.
Legerhaftig, bettlägerig 67.
Lehrberg, B. Ansbach 253.
Leibding, leibgeding 357. 423.
Leibeigenschaft 13. 75. 77. 122. 124.
127. 128. 133. 134. 136. 169.399.
400.
Leibgeding 180.357.379.423.426.430.
Leibgedingsbriefe 149.
Leicht, gering, niederstehend 42.
Leyden sich, sich gedulden 501.
Leienfels, B. Pegnitz 618.
Leymut, leumund 579.
Leinen Weber, Balthazar, von Roten-
burg 541. 616.
Leinenweber, Michel, von Rotenburg
610.
Leinenweberzeichen auf dem tuohe 138.
Leingst, längst 234.
Leipheim, B. Günzburg an der Donaa
157. 236.
Leiterbach (Lattenpacb), B. 8taflfel-
stein 618.
Lembach, B. Hassfurt 619.
Lenden, wenden 410. 455. 462.
Lendsiedel, O. Gerabronn 219. 292.
293. 295. 466. 580. 611.
Lengen feld, B. Ansbach 619.
Lenget, uffs, spätestens 430.
Lenkerstetten, O. Gerabronn 465.
Lerma, schlagen, 615; lerman 603.
Lernen, lehren 30. 264. 568.
Lemung, lernen 33.
Lesig, lässig 420.
Letzen, verletzen 412.
Letz, erquickung 372.
Letz, schutzwehr 491.
Letzt (letzst), zuletzt, häufig, s. b.
10. 104. 229. 345. 449.
Leucken, läugnen 621.
Leutenbach, B. Feachtwangen 432.
Leutershausen, B.Ansbach 131.447.
605.
Leuzenbronn, B. Rotenburg 60. 78.
164. 217. 224. 317. 851. 358. 542.
577. 584. 587. 614. 616.
695
bronner höhe, steige 577. 613.
dorf, O. Gerabronn 61. 88.
585. 587 bis 89. 613.
ereignisse, sehr häufig, z. b. 42.
207. 335. 417. 508.
sterbende, 569.
t, Hans, Yon Rotenburg 58.
ren, beurlauben 614.
, O. Mergentheim 304. 517.
istein, B. Ebern 618.
istein, die von, 618.
eibe, lichterweihe 5, 12.
h 8. Ludwag.
lügen 121.
rt, der grosse, s. Gross und
ck.
rt, Rotenburger knecht 395.
lg, verköstigung 38. 164. 311.
•g, O. Hall 237. 498.
'g, herren, schenken von, 160.
619.
'g, schenk Asmus von, 160.
Fi'iedrich, kaplan 507 bis 9.
n, O. Gerabronn 612. 615.
nsee, der, bei Rotenburg 93.
r, Stephan, von Eh ringshausen
; dessen söhn 586.
lausen, O. Gerabronn 271.293
)5.
et, durchlöchert 192.
et, die stub wird, 202.
T, Jörg, von Rotenburg 286.
552. 558. 609.
tr, Hans, edelmann 611.
olz, Sebalt, von Rotenburg 72.
76. 268. 326. 409. 526.
olz, Thoman, 529.
olz s. auch Laufenholzer.
B. Rotenburg 613.
:ht, masc, gier nach beloh-
; 31.
O. Welzheim 259. 620.
loss), Hanns, von Rotenburg
541. 582.
Losament, herberge 548.
Losamen t, losung? 612.
Losamenter, ansager 613.
Lösen, erlösen 121.
Lösen, zeche zahlen für einen, 206.
Losung, zeichen, geben einem 458.
Lothringen, herzog 431. 432.
Lottinger, Philips, fränk. edelmann
618.
Lüchawer, die, Fichtelgebirger ge-
schlecht 619.
Ludwag (Lidwach), B. Bamberg I;
Friedrich von 165 bis 204. 206.
239. 244. 564. 602.
Lügenhaft, lügnerisch 369; lugen-
haftig 22.
Luginsland, der, auf dem Wachsen-
berg bei Rotenburg 99.
Lullig, Cunz, von lUesheim 59. 60.
257. 258.
Lust, masc. 370.
Lut, laut 570.
Luther, lutherisch 4. 6. 16. 26. 372.
571. 574. 593. 594. 611. 612;
s. auch reformation.
Lutz, Kilian, von Rotenburg 55. 58.
72. 144. 582. 616.
Lutz, Mathis, von Rotenburg 326.
Lutzelburg, Luxemburg 7.
Machtbote, bevollmächtigter 485.
Mack, Hans, von Rotenburg 325. 542.
582. 609. 616.
Mack, Lionhart, von Kotenburg 541.
Madensack, Schimpfwort 621.
Madenburg, Rheinpfalz 619.
Mader, Melcher, von Rotenburg 541.
582. 616.
Magdeburg 3.
Magt, macht 605.
Mayer, Claus, von Rotenburg 58.
144.
Mayer, Cunz, von Colmberg 411.
Maihingen, B. Nördlingen 620.
Main, fluss 159. 262. 458. 460. 563.
614.
696
Mainberg (Meypurg), B. Schweinfurt
461. 619.
Mainbernheim, B. Kitzingen 602.
Maineck (Meineck), B. Lichtenfels
618.
Mainst, meist 465. 525. 607.
Mainz 6. 7 ; Erasmas von, 542. 581.
Mainz, erzstift 117. 211. 358. 424.
Mainz, km fürst Albrecht 3. 243. 560.
580.
Mainz, Statthalter 211. 424.
Mainzische reiter 518. 534.
Malbarghawsen s. Marienburghausen.
Malbcök, Michel, von Rotenburg 328.
Maisch, Benedikt, von Rotenburg 199.
216. 390. 391. 411. 541. 595.
Malzeit, einnehmen die, 313.
Manbrief, aufgebot 421. 422.
Manderscheid, Rheinlande, graf Ru-
precht von, 165 bis 204. 206. 239.
244. 564. 602.
Maniger, mancher 15.549; maniger-
lay 528.
Manigfeltigklich 432.
Manir, nianier 27.
Mann, gegensatz zu geselle 12.
Mansfeld, Thüringen, grafen von, 425.
Mantel , hinwenden den , nach dem
wind 621.
Manung, aufgebot 438.
Manung, Verwaltung? 219. 291. 580.
Manungsbriefe, aufgebot 455.
Marbach, wirt. Neckarkreis 260.
Marienburghausen (Malberghawsen),
B. Hassflirt 396. 405. 619.
Mark, gemarkung 130. 131.
Mark, Peter, von Rotenburg 58. 144.
230. 541. 582.
Markeisheim, O. Mergentheim 152.
154. 165. 214. 217. 257.
Markgrüfische bauern s. branden-
burgische.
Markgröningen, O. Ludwigsburg 261.
Marktbibart (Bobart), B. Scheinfeld
160. 618.
Marktbibarter grund 160. 270. 271.
Marktbürgel s. Bergel.
Markterlbach s. Erlbach.
Mart, dr Caspar, kaiserlicher fiscal
258 bis 61. 269.
Marterschwurn, fluchen 336.
Marx, Hans, von Rotenburg 328.
Maß, kommen auf ein, überein*
kommen 535.
Massfeld (Ober-, Unter-), Sachwn-
Meining^n 443.
Mathes, Christ, von Westheim 487.
Mauern , leute bedürfen auf die,
569.
Maul, schmieren einen über das,
täuschen 621.
Mawrer, Sebastian, s. Rab.
Mechtig, machtbesitzend über einen
24. 87. 95. 164. 250. 252. 254.
416. 427. 433. 505.
Mechtig stark 459.
Mechtigcn, sich eines, für einen ban-
deln 95. 194.
Mechtigcn, sich eines befehls, 491.
Mechtigklich, vollmächtig 193. 196.
198. 244; mechtigklichen 301.
Medensdorf (Metmeßdorf), B. Bam-
berg I 618.
Meineck s. Maineok.
Meypurg s. Mainberg.
Melanchthon 4.
Melb, mehl 414. 415. 418. 419.
Melcher (Melchor ) , deutschordcns-
priester 8. 593. 607.
Melsamcr, der, 293. 294.
Meisendorf (Ober-, Unter-), B. Bam-
berg n 619.
Melwag, öffentliche mehlwago 179.
Memmingen, bair. Schwaben 517.518.
530. 535. 563.
Mene, gespann Zugpferde 394. 395.
410. 425.
Mengorsdorf, H. Baireuth 619.
Menig, mancher 15; menigklich 523.
Menig, menge 295.
697
Menschenfund , menschenerfindungen
6.
Menschen tand 77.
Menzingen, bad. B. Bretten, Stephan
von, Menzinger 17. 18. 51 bis 53.
55. 56. 58. 59. 62. 65. 71 bis 73.
76. 78 bis 80. 82. 84. 86. 93. 106.
108. 114. 117. 118. 144. 149. 105.
170 bis 72. 174. 187. 190. 192
bis 95. 197 bis 204. 216. 226. 227.
230. 256. 270. 272 bis 79. 282.
286. 291. 302. 315. 317. 334. 338.
348. 361. 367 bis 70. 374. 377
bis 79. 406. 435. 454. 455. 460.
461. 494. 506. 507. 509.510. 519
bis 24. 532. 533. 539. 540. 542
bis 45. 555 bis 58. 572. 573. 595.
596. 600. 601. 607. 609; dessen
hansfrau Margaretha 520 bis 24.
557. 558.
Her, mähre 370. 382. 617.
Merer, das, majorität 326. 327. 329.
330. 340. 344. 349. 461. 544. 604.
Mergentheim a Tauber 71. 152. 164.
165. 206 bis 8. 399. 400. 420. 453.
480. 481. 598. 603. 605. 619.
Mergentheim, dentschcomthnr 18. 26.
164. 453. 480. 481.
Merklin, Hans, von Diebach 387.
388.
Merklin, Lienhart, von Botenbnrg
329.
Mei*tin, Hans, von Rotenburg 329.
Meschendorf s. Moschendorf.
Messe 4. 30. 135. 258. 370 bis 74.
503. 507. 545. 596 bis 99. 607.
Messe, deutsche, 373. 555.
Messe, die teuflische, 410.
Messelhausen, bad. B. Tauberbischofs-
heim 619.
Messen, messe lesen 31.
Messhalten, messe lesen 177.
Messierer, messe leser 410.
Messinger berg bei Eichstädt 277.
Metmeßdorf s. Medenadorf.
Metten, kirchliche tagzeit 607; mettin
258.
Metzelder in, mann der, 616.
Metzler, stets für metzger, z. b. 35.
119. 229. 328. 541. 616.
Metzler, Endris, von Rotenburg 325.
Metzler, Hans, s. Pfister.
Metzler, Jörg, von Ballenberg 211.
311.
Metzler, Lienhart, gen. Bayer, von
Brettheim 37. 588.
Metzler, Wolf, von Rotenburg 325.
Motzner, Hans, von Rotenburg 228.
616.
Mewrer, maurer 328. 341. 552.
Mewter, Kilian, 91.
Michelfeld, B. Kitzingen 619.
Michelstatt, Hans, von Rotenburg 582.
Miltenberg, bair. Odenwald 381. 438.
Miltigkait, gnade 480.
Mir, wir 30. 33. 77. 89. 106. 107.
120. 130. 131. 140. 167.323.328.
329. 383. 437. 438. 493. 499. 500.
501. 502.
Missfall, maso. 18. 458; missfallen,
masc. 1 1 4.
Missfellig, unzufrieden 91. 146. 163.
334. 365.
Misshandeln, übel thun 558.
Misshandlung , schlechte that 549.
553. 602.
Missife, sendbrief 426.
Missreden, üble rede 187.
Misstat, missethat 511.
Misstraw, masc. 85.
Missverstand, irrige auffassung 13.
Mistlau; O. Gerabronn 219.
Mitanhengig, roitbetheiligt 287.
Mitler zeyt, indessen 595.
Mitratsfreund 570.
Mittel , Vermittlungsvorschlag 473.
498. 532. 567.
Mittelbach, O. Gerabronn 578. 616.
Mittler, vermittler 532.
Mitursacher 506.
698
Möckmühl, O. Neckarsalm 431.
Mölkner, Cunz, von Nordenberg 153.
Mölkner, Endris, von Rotenburg 325.
Mölkner, Fritz, von Norden berg 4.
47. 59. 60. 67. 68. 88. 95. 96.
542. 569. 570. 598. 610.
Mölkner, Gilg, von Rotenburg 325.
Mönch, der blinde, s. Scbmid, Hans.
Mönchsroth, B. Dinkelsbühl 259. 298.
306. 405. 602. 619. ♦
Monstranz, gefUss zum aussetzen der
consecriürten hostie 33. 340. 341.
343. 344.
Moos, B. Würzburg 614.
Mor (Morlein), Mertin, von Roten-
burg 582. 616.
Mörderturn 133.
Mordio, rettiol hilferuf 40.
Mom, morgen 259.
Mörtlich, mörderisch 13.
Mosbach, bad. Pfalz 260.
Moschendorf (Meschendorf) , B. P^-
nitz 618.
Mued, müde 370.
Muffel, Stephan, 618.
Muglich, möglich, häufig z. b. 109.
183; müglich 90.
Muglichen adv. 246.
Mühlhausen, B. Uöchstadt an der Aisch
618.
Mühlhausen, Thüringen 425. 443.
Mul, mühle 71.
Mulhannsen söhn von Ueufelwinden
586.
Muller, Burkhart, von Rotenburg 286.
321. 542. 544. 552. 556 bis 58. 609.
Muller, Simon, von Rotenburg 58. 144.
Münch, Hans, von Brettheim 37. 47.
582.
Münchberg, Oberfranken 618.
Müncherey, die, 27.
Munchisch 26.
Münchroth s. Mönchsroth.
Münchsteinach (Steyn), B, Neustadt
an der Aisch 620.
Mundbotte, apostel 31.
Münnerstadt, Unterfranken 8. 359.
Münster, O. Mergentbeim 587.
Munster seh warzacb s. Schwarzach.
Muntlich, mündlich 48.
Münz, münze 179; grobe, schwAbische,
486.
Münz, münzstätte 7.
Münzer, Thomas, 622. 623.
Münzhaupt, eine fränk. bürg 618.
Murbelung, gemurrael 10. 96. 253.
273.
Murr, Hans, von Rotenburg 599.
Murr, Michel, von Rotenburg 328.
Musdorf, O. Grerabronn 614.
Mussessen, zwang 193.
MuBsler, der, s. Mussloe.
Mussloe, Erasmus von, 15. 39. 40..
70. 72. 73. 89. 116. 155. 156. 204^
216. 249. 256. 329. 345. 346. 877-
378. 381. 382. 469 bis 79. 48«
bis 87. 496. 500. 562. 603. 606.
Mussloe, Hans von, 326. 381. 882.
Mussiggenger, bürger, die nicht ge-
werbe treiben, 325.
Mutung, zumuthung 218.
Muw, stets für mühe, z. b. 77. 107.
200. 390. 406. 515.
Nah, Jorig, licentiat 326.
Nachfolgen lassen, ausfolgen 599.
Nachgends, hierauf 594.
Nachgreyfen, fahnden 195.
Nachgriff, fahndung 198. 200.
Nachmalen, nachmals 13. 46. 313.
394. 462.
Nachpaur 489, sonst steht immer
nachpur, z. b. 76. 106. 214. 484.
Nachpflicht, abzugsgeld 179. 682.
Nachpur, Albrecht, von Rotenburg
58. 72. 144.
Nachpurlich 103. 104. 111.215.464.
Nachpurschaft 390. 417. 478; halten
gute, 468.
Nachraisen, heerfolge leisten 883.
Nachsteaer, abzugsgeld 1 19. 120. lU-
699
124. 126. 127. 132. 134. 136. 138.
173. 177. 179. 581. 582.
Nacht, sagen yon einem vil guter,
grÜBse überbringen 235.
Nachtin, gestern 534.
Nachtsold, nemen, übernachten 165.
Nadler, Michel, 582.
Nagel, Fritz, von Taubersell 88.
Nagel, Hainz, Yon Tauberschecken-
bach 88.
Nagengast, Lienhart, von Rotenburg
231.
Nahend, beinahe 36. 219. 279. 335.
678.
Nahend, nahe 71. 246. 297. 306. 346.
Näher, bringen es, leichtere bedingun-
gen erwirken 474.
Nam, raub 298. 510. 520. 547. 611.
Namen, im, ausdrücklich 295.
Narrenbaus, legen in das, strafe 609.
Narrenwerk 56. 224.
Narriren, erzählen 482.
Nasenbans, priester in Kotenburg 597.
Nassau, land 619.
Nassau, O. Mergentheim 611.
Kata, Jos, mönch zu Rotenburg 34.
Nararra 7.
Naws, hinaus 131. 844.
Kebenbrief, nebenvertrag 196. 199.
203. 534.
Necbst, jüngst 262. 268.
Nechsten aubends, gestern 467.
Nechten, gestern 83. 90. 201. 203.
473.
Kechthin, gestern 49. 74. 206.
Nechtig, gestrig 71. 81. 91.
Nechtin, gestern HO. 163.
Neckar, flnss 424.
Neckarhaufen , Neckarthaler häufen
210 bis 12. 310 bis 12. 351. 424.
452. 453.
Neckarsulm 204. 424. 437. 454. 619.
Nef, Hans, yon Rotenburg 522.
Neidenstein (Neydsteyn), B. Eber-
mannstadt 618.
Nejthart, Christoph, von Rotenburg
328.
Nemlich, namentlich, häufig z. b. 14.
110. 227. 312. 422. 597.
Nesselbach (Ober-, Unter-), B. Uffen-
heim 512.
Neubrunn, B. Marktheidenfeld 611.
Neuburg an der Donau 571. 575.
Neuenburg (Newnpurg), B. Höchstadt
an der Aisch 271. 404. 618.
Neuenstein, O. Öhringen 158.
Neuhaus, O. Mergentheim 164. 206.
404. 603. 619.
Neuhausen, B. Bamberg II 617.
Neuhausen, O. Esslingen, Fritz von,
206. 595.
Neuhausen, Wolf von, 595.
Neusess, B. Ebermannstadt*6 1 9.
Neusitz, B. Rotenburg 93. 95. 96.
99. 112. 142. 517. 597. 615.
Neusitz, pfarrer 609. 610.
Neustadt an der Aisch, Mittelfranken
271. 278. 365 bis 67. 392. 393.
402. 431. 438. 439. 446. 447. 519.
535 bis 37. 605.
Neustädterhaufen s. brandenburgische
bauern.
New, in der erst und, im anfang 48.
Newkaim, Johannes, pfarrer zu Roten-
burg 8.
Newlichs 497.
Nichtz 18; gewöhnlich steht nichtzit,
z. b. 12. 158. 238. 336. 400. 517.
Niedergehen, zu boden fallen 613.
Niederland 212.
Niederländische knechte 1 59. 2 1 2. 309.
Niederlegen, besiegen 457. 593. 611.
Niederschlagen, sich, sich niederlassen
234.
Niederstetten, O. Gerabronn 88. 151.
413. 416. 427. 506. 528.
Niedertrucken, unterdrücken 13.27
278. 421.
Niedertruckung 39.
Niederwerfen, auffangen 235. 431. 530.
700
Niederwinden, O. Gerabronn 219.
Nyergend 16.
Nyosen, geniesson 372.
Niesten (Nitschen), B. Lichtenfela 618.
Nyesung, genusa 372.
Nymen, nimmer 30.
Nitschen s. Niesten.
Noch dannocbt 499.
Nodler, nadler 342.
Non, kirchliche tagzeit Ö04.
Nonnenheirathen 220.
Nordeck, ß. Kronach 618.
Nordenberg, B. Rotenburg 47. 69.
60. 88. 143. 153. 204. 542. 569.
583. 587. 610. 615.
Nördlingen 4. 429. 440. 490.
Notari 114 bis 116.
Noten, n^thigen 63. 112. 151. 320.
493; nottigen 603.
Notschlangcn , kanonen, die 25 and
30 % eisen schiessen, 233. 851.
Notzwang 179.
Nufer, Endris, gen. Rösch, pfarrer
in Tauberzeil 78. 447. 448. 542.
Nufer, Fritz, von Rotenburg 328.
Nun, nur 25.
Nunnen, nennen 132.
Nur, verstürkend, die, vest sein 158.
Nürnberg 4. 15. 71. 97. 98. 100 bis
110. 117. 244 bis 46. 266. 430.
460 bis 63. 577. 616.
Nürnberger bauem 246.
Nusser, Peter, von Rotenburg 328.
Nasser, Simon, von Ohrenbach 35
bis 37. 60. 588. 617.
Nutz, nutzen, z. b. 13. 124. 283. 339.
426. 568.
Nutz, nützlich 430.
Nutzpar, verwendbar 347.
Nutzung, ertrftgniss 508.
Ober, oberhalb, über 12. 85. 150. 204.
351. 361. 366. 458. 578.
Obernennt, obgenannt 530.
OberallgUuer landsknechte 233.
Obereichenroth, O. G^rabronn 613.
Obergailnau, B. Rotenburg 618; s.
Gailnau.
Oberhand, obrigkeit 12. 362. 476.
Oberherr, obrigkeit 20. 320; die ober-
herren 492.
Oberkait, so ausnahmslos für ob-
rigkeit.
Oberlaimbach, B. Schwabach 432.
Oberleinach, B. Würzburg 614.
Oberlendisch, oberschwäbiscb 243.
Obermässing, B. Beilngries 277. 378.
Oberndorf, B. Marktheidenfeld 611.
Oberöstheim, B. Rotenburg, 8. östheim.
Oberrimbach, O. Mergentheim 88.
304. 584. 614.
Oberrimbach, landthnrm 614.
Oberscheckenbach, B. Rotenburg 588.
Oberstetten, O. Gerabronn 48. 49.
143 bis 45. 150. 189. 190. 203.
226. 302. 303. 317. 494. 501. 502.
527. 528. 576. 577. 598. 613. 615.
Obertheres s. Theres.
Ob joch, ob auch 43.
Obligen, anliegen 41.
Obmenner, aufseher 344.
Obs, obst 122.
Observanzclosterlin 367.
Ochs, Hans, von Rotenburg 256.324.
340. 374.
Ochsen, die, fränk. geschlecht 617.
Ochsenfurt, Unterfranken 238. 262.
296. 300. 313. 457. 484. 563. 564.
Ochsenfurt, schultheiss Bezolt 313.
351 bis 53. 357. 362. 417. 420.
422. 427. 544. 555.
Ochsenfurt, stadtschreiber 415. 544.
Ochsenfui-tor gäu 432. 438. 456. 457.
Odeltzhawsen, Ottelzhawsen 8. Adolz-
hausen.
Odeltzhofen s. Adelshofen.
Odenwald 211.
Odenwäldcr häufen 310 bis 12. 351.
395. 424. 430. 45.2. 453. 467.
Öoolampadius 4.
Offen (offen j, öflnen 148. 160. 449.
701
, manifestuB 571.
fhen 171.
38atzang8recht 285. 292.
r), Cunz, von Rotenburg
J3. 144. 187. 190. 224.
365.
limas, von Rotenburg 85.
149. 187. 190. 325. 326.
517. 596.
f, ansbacbiscber kanzler
.261.514 bis 16.532.533.
L dem, oftmals 48 1 ; öfter-
leiden, strafe 616.
B. Rotenburg 35 bis 38.
6. 47. 60.61.87. 88. 407.
539. 542. 558. 584. 588.
607 bis 9. 614. 617.
der neue scbmid von, 584.
der wirtb von, 609.
e 5. 9.
Nirt. Jaxtkreis 157. 211.
424. 437. 438. 446. 453.
^, obne Weigerung 33.
dv. 40.
ig, obne nacblass 562;
sig 485. 486.
ine gefUhrduug 433.
8. Ansbach.
3chen 199.
gäbe 5.
opfer gehen 10.
3. 602. 604.
len 409.
ung verboten 604.
einrichtung 412.
)rdnen 44. 166. 219. 419.
565.
•eten in die, 603. 605.
Öhringen.
Thüringen 16.
itliches gewand 178. 343.
Ort, neutr. 372.
Ort, viertelgulden 45. 119. 426.
Osiander 4.
Österreich, erzhorzog Ferdinand 205.
243. 529. 578.
Österreich, brandenburgischer lehen-
träger in, 253.
Österreichisches zeichen auf patenten
des schwftb. bundes 466.
Osswalt, Cunz, von Rotenburg 325.
475. 581.
Osswalt, Hans, von Rotenburg 616.
Ostheim,' B. Gunzenhausen 314.
Östheim (Ober-, Unter-), B. Roten-
burg 37. 59. 257. 258. 385.^ 453.
685. 602. 617.
Östheim, pfarrer 383.
Ott, Jacob, von Rotenburg 328.
Ottingen, U. Nördlingen 314.
Ottingen, grafen von, 157.
Ottnat, Jos, von Rotenburg 325.
Ow (schwäb. geschlecht), Sebastian
von, 206. 595.
Quidt 560. 563.
Quitiern 43; quittiert 561.
Quittanz 448. 486. 631. 534. 559.
Quittung 537.
Rah, Cunz, von Rotenburg 135. 324.
341.
Rab, Sebastian, von Qebsattel (auch
Mawrer, Stainmetz genannt) 60.
262. 301. 351. 352.
Rabenstein, B.Pegnitz, die von, 314.
618.
Rabenstein, Wolf von, 618.
Rachsal, räche 162. 216.
Rachtung, Vermittlung 96. 450.
Rad (Redlein), Schalt, von Roten-
burg 641. 682. 616.
Raichen, gereichen 38. 43. 44. 65.
68. 82. 90. 266. 280. 282. 286.
533.
Rain, Jörg vom, 91. 497. 576. 678.
612 bis 16.
Rain, Karel vom, 365.
702
Rais, kriegHzug 212. 422. 506. 586.
Raisen, heerfolge leisten 14. 120.
121. 126. 132. 134. 136. 137. 138.
341. 342. 343. 344. 601.
Raisgeld, kriegssteuer 122. 177.
Raisige, geharnischte reiter 233. 458.
472. 547. 608.
Raiswagen 47. 93. 160. 188. 362.
364. 365. 404. 443. 453. 455.
Raitznng, anreizung 545.
Rappen nester , rauhnester 395. 396.
403.
Rast, die sonne geht zur, 333.
Rat, roth 377. 466.
Rat, Yorrath 260.
Rat, finden in, beschliessen 9. 605.
Räthe, kaiserliche, 165.
Rathherren 519. 541.
RAtig werden, beschliessen 50. 52.
Ratlich (retlich) rathgebend 104. 248.
291. 299. 339. 384. 551. 583.
586.
Ratschlag, rechtsgutachten 449.
Ratschlagen, werden zu, 572.
Ratsfraaen, conventschwestern 380.
Ratsfreund, rathsmitglied 463. 467.
475.
Ratstag 17.
Ratzverwandter, rathsmitglied 567.
Rauh von Winnenden, Wolf, 206.
595.
Ravensburg, Oberschwaben 234.
Ravensburger papier 597.
Rawfer, Streiter 24.
Rauplich, räuberisch 13.
Rebental, refectorium 11.
Recess, ain schriftlich, 319.
Rechberg, 0. Gmünd, Wilhelm von,
151.
Rechen, rechnen 548.
Rechenberg, zu lesen zweifelsohne
Spielberg, B. Gunzenhausen 314.
Recht, das göttliche, 169.
Rechte, die päbstlichen, canonisches
rocht 6.
Rechtgeschaffen, rechtschaffen 22. 25
233.
Red, boren, reden hören 481.
Reden, versprechen 601.
Redlein, Redlin Sebald, von Roten-
burg 541. 616; 8. Rad.
Redlin, machen das, am Schlüsse
eines bewaffneten umznges 346.
Redlin, Michel, von Rotenburg 58 .
144.
Redlinfurer 517. 518.
Redwitz, B. Lichtenfels 618.
Redwitz, die von, 618. 619.
Referirn, sich, sich beziehen 298.
Refir, bezirk 38.
Reformation 3 bis 34. 42. 43. 45.
62. 76 bis 78. 92. 97. 98. 10/.
107. 120 bis 23. 126 bis 28. 132
bis 36. 138. 146. 161 bis 63. US.
177. 178. 182 bis 86. 188. 191.
213. 218 bis 21. 225. 258. 864.
288. 292. 298. 300. 803. 306.
316. 317. 319 bis 21. 323 bii33.
336. 357. 360. 363. 370 bis 74.
379 bis 81. 398 bis 401. 405. 406.
408. 410. 411. 423. 428. 433 bis
85. 441. 448. 459. 503 bis 9. 619.
537. 540. 544 bU 46. 549. 550.
555 bis 58. 567. 668. 571. 573
bis 76. 593 bis 96. 598 bis 600.
603 bis 5. 607. 609 bis 12. 620-
bis 24.
Regayss, Lutz, von Brettheim 608.
Regensberg, B. Forchheim 618.
Regierer, die vordersten, 14.
Regiment, kaiserliches 66. 75. 79.
103. 108 bis 10. 115. 116. 163.
165 bis 204. 206. 231. 239bii44.
258 bis 60. 266. 270. 883. 53S.
564. 612.
Rehgaiss (Rehhans), Hans, Roten-
burger landknecht 38. 889.
Reichardsroth, B. Rotenborg 87. 88.
93. 499. 500. 6 IS.
Rejchart, Ludwig, TonBotenbmg 8S8.
703
art, Peter, von Rotenbarg 126.
. 542. 552. 608.
ilsberg bei Aub, B. Ochsen-
; 223. 231. 238. 240. 244. 245.
. 404. 602. 618.
3lshofen, B.Rotenburg 496. 610.
3Dbacb, B. DinkeUbühl? 546.
3Dberg, B. Würzburg 404.618.
ÜD, Veyt, von Rotenburg 322.
•
oiannRdorf, B. Bamberg II 619.
in, N., von Rotenburg 231. 541.
8. Rain.
n von Gailshofen 409.
bürg, O. Gerabronn 522.
h, Hans, von Rotenburg 328.
mbach (Rüssenbach), B. Eber-
nnstadt 617.
3nbacb, Georg von, 617.
ndorf, B. Pegnitz 618.
ieren 581.
3, ein edelmann? 614.
sdorf (Reupelsdorf, B. Volkach ?)
).
en, verordnen pferde ins, 375.
er, Hans, von Rotenburg 324.
fan, der, 547; rennfendlin 452.
3. 458. 478; rennfenlin 157.
?.
Balthazar, 582.
iern 508.
ch, rfttlich oder rettend? 498.
tadt, B. Karlsstadt 614.
ach, O. Gerabronn 61. 577. 613.
hlin 8. Reichlin.
lin s. Reyhlin.
3in, Jörg, vicari 610.
len, reimen 192.
;h, B. Rotenburg 585.
lenberg, B. Gemünden 404. 618.
T, Hans, von Bieringen 311.
aer, Hans, von Gailshofen 37.
aer, Hans, von Ohren bach 584.
J,
aer, Jörg, von Ohrenbach 542.
Rewtner, Lienhart, von Ohrenbach
558. 609.
Rewtner, Lutz, von Ohrenbach 36.
37. 542. 588.
Revers, fem. 562.
Rhein 7. 14. 212. 593.
Rheinhausen, bad. B. Bruchsal 260.
Rheinische gülden 562.
Rhön, gebirge 159.
Richten, hinrichten 552. 554. 557.
558. 609.
Richten, vertragen 580.
Richtung, austrag 461.
Ried oder egerden 491. 492.
Ried, das, Donauried bei Ulm 236.
Riedfeld, B. Neustadt an der Aisch
271. 367. 40f). 620.
Ries, Anton, von Rotenburg 341.
Ries, Hans, von Rotenburg 326. 328.
Ries, landschaft 11. 157.297.307.314.
Riesbauern, die, 314 bis 15.
Riexingen, 0. Vaihingen, Bleickart
von, 595.
Riexingen, zwei von, 206.
Rifir, bezirk 38.
Rimbach (Rünpach), B. Volkach 619.
Rimpar (Rünperg), B. Würzburg 404.
606. 618.
Ring (ringk), kreisförmige Versamm-
lung, räum innerhalb dieser 52.
56. 549. 552. 553. 555. 558. 559.
570. 581. 608.
Ringerung, Verringerung 379. 477,
Ringkmawr 486. 513. 550; rink-
maur 340. 485. 562.
Ris, Hanns, s. Ries.
Ritsch, brandenburgischer böte 53.
55. 70 bis 73. 76. 111. 113. 141.
Rödelsee, B. Kitzingen 271. 404. 618.
Rodt, rotte 501.
Rodt 8. Reichardsroth.
Rom 3. 4. 6.
Rom, rühm 526. 572.
Römer, Lienhart, von Rotenburg 322.
Rönhofer, die, fränk. geschlecht 619.
704
Rösch, Endris, pfarror in Tauber-
zell 78. 447. 448. 552.
Rosenau, die von, fränk. geschlecht
618.
Rosenberg, bad. B. Adelsheim, Cunz
von, 151. 191.
Rosenberg, Hans von, 15L 189.213.
227. 263.
Rosenberg, Philipp von, 612.
Rosenberg, Zeisolf von, 88. 99. 143.
151. 189 bis 91. 213. 227. 263.
403. 413. 414. 416. 417. 506. 528.
597.
Roscnberger bauem 88. 95. 143. 151.
189 bis 91. 213. 227. 263. 297.
Rosenfarb, adj. 371.
Rossstall (Rostal), B. Fürth 404. 618.
Rot, rath 596. 603.
Rotemberg (Rottenbauer, B. Würz-
burg?) 404.
Rotenburg an der Tauber 9 bis 1 1. 14.
16 bis 19. 26. 35. 39. 41. 49. 59.
60. 63. 69. 71. 73. 74. 88. 90. 91.
95.99. 116. 117. 143.159.163.165.
206. 208. 219. 223. 224. 236. 238.
246. 248. 250. 253. 254. 268. 270.
273. 275. 283. 301. 303. 316 bis
20. 326. 329. 335 bis 37. 350.
351. 365. 366. 368. 371. 375. 377.
381. 382. 388. 389. 406. 414. 415.
419 bis 21. 450. 453 bis 55. 459.
461. 464. 467. 469. 472. 474. 475.
485. 486. 490. 505 bis 7. 512.
514. 515. 518 bis 22. 625. 529.
533 bis 36. 539. 547. 548. 553.
560 bis 62. 569 bis 71. 575 bis
578. 581 bis 83. 593. 595. 597.
598. 600 bis 8. 610. 612 bis 17.
Rotenburg, alte bürg 539. 546. 552.
554. 555. 586. 601. 613. 614.
Rotenburg, alte Unser lieben frauen
kapelle 78. 217. 508. 541. 696.
615. 616.
Rotenburg, alter auflauf (von 1455) 8 1 .
Rotenburg, auBschußB 53. 65. 67 bis
69. 61 bis 73. 76 bis 87. 89 bis 96.
98 bis 119. 123. 126. 126. 129.
132. 134. 136. 137. 139 bis 50.
153 bis 57. 160 bis 76. 194 bis 97.
199 bis 204. 206 bis 10. 212 bis
82. 238 bis 40. 242. 244 bis 48.
250. 252 bis 67. 269. 270. 273
bis 77. 279 bis 87. 289 bis 91.
300 bis 4. 312. 313. 315 bis 21.
323. 327. 331. 332. 334. 335.339.
341. 342. 345. 346. 348 bis 50.
352 bis 65. 367 bis 70. 374. 378.
379. 394. 400. 402. 403. 406 bis 8.
411 bis 14. 423. 425. 428. 435.
437. 439 bis 42. 446. 449. 450.
452. 456. 460. 461. 469. 470. 476.
478. 486. 487. 493. 499 bis 501.
506. 507. 522. 531. 534. 640. 541.
543 bis 45. 655. 556. 564. 572.
573. 575. 595 bis 98. 600 bis 4;
dessen kanzleitruhe 541 ; dessen
zwölf geheime, zwölfer 156. 362.
364. 600.
Rotenburg, barfüsser 8. 11. 26 bis 34.
146. 343. 345. 384. 390. 414. 416.
418. 427. 467. 507. 540. 644. 546.
577. 593. 603. 613.
Rotenburg, bauemgericht 665.
Rotenburg, baumeister 179. 217. 390.
418. 424.
Rotenburg, brodhaus 121. 180.
Rotenburg, bruderhaus 507.
Rotenburg, buchdrucker 8. Kern.
Rotenburg, bürgerbuch 683.
Rotenburg, bürgereid 82. 683.
Rotenburg, burgergulden, bürgerauf-
nahmetaxe 179.
Rotenburg , bürgermeister (innerer)
11. 13 bis 15. 17 bis 19. 21. 35.
87 bis 41. 47. 48. 60. 64. 55. 67.
60. 63. 66. 69. 70 bis 76. 85. 86.
89. 94. 97. 101. 104. 111. 113.
116. 165. 156. 167 bis 69. 171. 172.
174 bis 76. 185. 187. 193. 196.
198. 204. 207 bis 9. 216. 218.
705
220. 226. 232. 236. 240. 248. 254
bis 57. 259 bis 61. 268. 269. 272
bis 74. 279. 281. 285. 287. 291.
296. 297. 300. 806. 308. 312. 315.
321. 329. 332 bis 39. 344. 347.
353. 358. 360. 362 bis 64. 367
bis 70. 374. 377. 378. 384. 385.
389. 390. 392 bis 94. 396. 398
bis 403. 405 bis 8. 411. 413. 417.
419. 420. 423 bis 25. 427 bis 29.
436 bis 42. 446 bis 50. 452. 454
bis 56. 462. 463. 465. 466. 469.
470. 475. 478. 479. 481. 482. 484
bis 87. 490. 491. 493 bis 96. 498
bis 505. 507 bis 17. 519 bis 25.
528. 531 bis 35. 537 bis 40. 549
bis 53. 555. 560. 562 bis 67. 570.
573. 576. 579. 580. 586. 600. 607 ;
8. aucb Uermeter, Mussloe, Eras-
mUS TOD.
RoteDburg, bürgermeister , äusserer,
216. 281. 285. 461. 469. 551. 565.
Rotenburg, Burgthor 541.
Rotenburg, büttelhaus 519. 555. 558.
Rotenburg, Clingengasse 541. 616.
Rotenburg, Clingenthor 72. 146. 368.
Rotenburg, Clingen wache 595.
Rotenburg , Deutschcommende,
Deutschhaus, Deutschherren 8. 12.
17. 18. 339. 340. 341. 343 bis
45. 350. 503. 504. 508. 519. 543.
593.603.-607.612; Deutschcomthur
s. Chris tan, Newkaim.
Rotenburg, einung mit Brandenburg
39. 40. 73 bis 76. 111. 113. 141.
180. 181. 207 bis 9. 248. 250.
251. 253. 255. 265. 266. 274. 276.
281. 283 bis 85. 315. 320. 464.
477. 514 bis 16. 532. 567.
Kotenburg, fleischhaus 129. 180. 372.
Rotenburg, frauenhaus, gemeines, 611.
Rotenburg, frauenkloster 80. 152. 153.
164. 220. 221. 839 bis 41. 843
bis 45. 348. 350. 877. 379 bis 81.
655. 603.
Bauernkrieg
Rotenburg, Qalgengasse 541.
Rotenburg, Galgonthor 146. 365. 467.
596.
Rotenburg, gemeinde 10. 13. 15. 18.
21. 22. 25. 41. 50 bis 53. 55 bis 57.
60 bis 64. 66 bis 70. 73 bis 76.
80 bis 85. 87. 90. 91. 93. 96 bis 98.
100. 101. 103. 106. 107. 109 bis 11.
113 bis 15. 145. 147. 149. 152.
163. 164. 166 bis 204. 209. 210.
212. 214. 216 bis 19. 224 bis 32.
239 bis 42. 244. 245. 253. 256.
262. 263. 266. 269. 273. 275. 276.
280 bis 87. 290. 301. 302. 318.
321 bis 29. 332 bis 37, 339 bis 47.
350. 352 bis 56. 359 bis 64. 375.
379. 392. 397. 398. 400. 401. 405.
406. 419. 425. 426.428.438.450.
456. 462. 469. 470 bis 72. 485.
486. 510. 514. St33. 534. 540. 541.
543 bis 45. 550 bis 52. 555 bis 57.
562. 563. 566. 568. 572. 573. 595.
596. 601 bis 4. 607; deren artikel
118 bis 39. 156. 169. 597.
Rotenburg, gesetzbuch 81. 129. 567.
Rotenburg, Hafengasse 256. 541. 600.
616.
Rotenburg, Heiliges blut 256. 607.
Rotenburg, Hennserberg 577.
Rotenburg, Johanniter (Hennser) 87.
132. 164. 222. 223. 335. 339 bis 46.
350. 356. 360. 397. 400. 401. 405.
406. 408. 414. 417 bis 19. 427.
436. 437. 442. 448. 450 bis 52.
506. 593. 603. 609. 612. 613.
Rotenburg, Juden 10. 11. 545.
Rotenburg, Judengasse 616.
Rotenburg, Judenkirchhof 10. 11. 62.
80. 110. 345. 552. 556. 609.
Rotenburg, kapello zur reinen Maria
s. neue Unser lieben frauen ka-
peile.
Rotenburg, kirchweihe 509. 607.
Rotenburg, Kobelzeller thor 146. 336.
606.
45
706
Rotenburg, klöster (insgemein) 839
bis 50. 419.
Rotenburg, klosterhof 300.
Rotenburg, landknechte 38. 39. 47.
133. 273. 274. 367.
Rotenburg, landwehr 14. 35. 42. 46.
54. 77. 88. 104. 113. 114. 124.
127. 150. 190. 238. 300. 381. 407.
416. 417. 420. 437. 438. 447. 448.
455. 457. 464. 465. 470. 474. 481.
499. 500. 514. 517. 519. 523. 547.
549. 560. 566. 572. 577. 578. 581.
587. 597. 614. 615; deren land-
tbürme 47. 93. 577. 612 bis 14;
vogteien 150. 526.
Rotenburg, markt 115. 346. 365. 548
bis 52. 558. 559. 570. 603 bis 5.
607 bis 9. 612 bis 15. 617.
Rotenburg, marktwacbe 556. 595.
Rotenburg, messe und jarmarkt 611.
Rotenburg, neue Unser lieben frauen
kapelle 10. 11. 345. 536. 552. 596.
603.
Rotenburg, neue stadtordnung 173
bis 182.
Rotenburg, neues pfaffenbaus 552.
Rotenburg, pfarrer s. Christan, New-
kaim.
Rotenburg, pfarrkircbo zu st. Jacob
21. 146. 150. 172. 224. 227. 253.
281. 320. 345. 364. 373. 510.
519. 525. 541. 596. 598. 599. 601.
602. 604. 608; deren sacraments-
haus 598.
Rotenburg, Pfefflinsbad 615.
Rotenburg, Pfefflinsgasse 501.
Rotenburg, pfendstube 65. 69. 71.
82. 148. 155. 156. 194.
Rotenburg, pflaster 127.
Rotenburg, prediger, s. Dewschlin.
Rotenburg, pulvermacher 385. 392.
405. 448.
Rotenburg, rath (innerer) 9 bis 13.
15. 17 bis 26. 35. 37 bis 76. 78
bis 91. 98. 97 bis 118. 122. 123.
125. 126. 128. 129. 13
136 bis 72. 193 bis 204. ;
212. 214 bis 16. 218 bii
238 bis 63. 265 bis 70. 2
289 bis 91. 293 bis 97. 3
315 bis 23. 326. 327. 31
367 bis 74. 376 bis 79. 3
389. 391 bis 430. 435 bi
446. 448 bis 52. 454 bii
bis 78. 480 bis 87. 491
507 bis 17. 519 bis 40. 5
549 bis 56. 558. 560. bi
579. 580. 582. 583. 586.
bis 96. 598. 599. 601. C
607. 610. 612. 613. 616.
Rotenburg, rath, äusserer I
bis 52. 56. 57. 60 bis 6
67. 69 bis 72. 79 bis 84.
112. 125. 128. 139. 14
174. 187. 216. 219. 25
266. 267. 270. 273 bis 77. 2
290. 301. 312. 313. 315.
321. 323. 326. 327. 331.
338. 339. 341. 346 bis
352. 359 bis 65. 367 bis
378. 394. 406 bis 8. 413.
450. 456. 460. 461. 469.
531. 534. 549 bis 51. i
573. 594 bis 97.
Rotenburg, rathaus 19. 21.
55. 63. 70. 81. 92. 100.
108. 136. 140. 147 bis
166. 183. 184. 201. 227.
364. 377. 449. 510. 540.
554 bis 56. 565. 573. ;
bis 4.
Rotenburg, rathhaus, altes,
Rotenburg, rathstnbe, große,
65. 71. 81. 89. 100. 103.
160. 166. 199. 201. 250.
449. 596.
Rotenburg, rathstnbe, kleine,
liehe, alte, 100. 107. 115
Rotenburg, reformation, s. rtt
überhaupt
707
fiotenbarg, ricbter (stadtrichter) 35.
36. 62. 120. 121. 129. 135. 138.
174. 179. 217. 593.
Rotenburg, richter, äusserer, 174.
Botenburg, richter, gefreite, 193. 195.
Rotenburg, Rüdermüblo 577.
Rotenburg, Röderthor 11. 70.
Rotenburg, St. Blasius 326.
Rotenburg, St. Lienbart 343.
Rotenburg, St. Wolfgang 72.343.520.
Rotenburg, schiesshütte 11. 593.,
Rotenburg, Scbmidgasse 256.
Botenburg, schule 505; scbuler 596.
Hotenburg, Schulmeister 58. 144. 202.
504. 505. 552. 608. 616.
Rotenburg, schwesterhaus 220. 221.
306. 339. 345. 350. 600. 603.
Rotenburg, spital 67. 81. 143. 150.
169. 257. 305. 335. 390. 394. 395.
400. 410. 419. 425. 580. 610.
Rotenburg, Spitalthor 67. 336. 605.
Botenburg, stadtbote 425. 426.
Botenburg, Stadtgericht 174.
Rotenburg, stadtknechte 133. 178.
510. 519. 549. 551. 558. 570. 607.
Rotenburg, Stadtschreiber, s. Zweifel.
Rotenburg, Stadtschreibers Substitut
257. 392.
Rotenburg, stadtzimmcrmeister 390.
Rotenburg, Steuerbuch 544.
Rotenburg, Steuerstube 180. 370. 377.
378. 405. 544. 583. 600. 607.
Rotenburg, steurer, steuerherron 132.
150. 154. 156. 172. 175. 176. 178.
191 bis 93. 196. 197. 216. 221.
222. 377. 406. 506. 507. 544. 565.
Rotenburg, thore 11. 55. 60. 62.63.
67. 70 bis 73. 76. 85. 86. 92. 96.
110. 123. 146. 165. 169. 170. 180.
335 bis 37. 365. 368. 369. 467.
494. 538. 541. 543.546.595.596.
605.
Rotenburg, trinkstube 39. 153. 273.
335. 378. 613.
Rotenburg, viertelmeister (die vier
gemeinen meister, die verordneten
meistcr der handwerke) 128. 187.
176. 224. 286. 408. 444. 601.
Rotenburg, wachen, bürgerabtheilnn-
gen 50 bis 58. 543. 555. 556, 572.
595.
Rotenburg, wappen 365.
Rotenburg , Werkmeister , gemeiner,
352. 416.
Rotenburg, Zeitrechnung, uhr49. 115.
548.
Rotenburger bauern 35 bis 51. 54.
55. 59 bis 70. 72 bis 79. 86 bis 91.
93 bis 96. 98 bis 100. 104 bis 7.
109 bis 14. 117. 118. 125. 126.
133. 140 bis 45. 147.151. 152. 164.
165. 168. 169. 171. 188 bis 91.
194 bis 99. 208. 213 bis 15. 219.
220. 223 bis 32. 237 bis 40. 244.
249. 252. 257. 258. 262 bis 66.
302 bis 5. 317. 335 bis 38. 349.
350. 357. 359. 362 bis 64. 368.
388. 397. 398. 407. 413. 416. 417.
420. 422. 427. 428. 438. 439. 447.
448. 453. 455, 457. 458. 464. 465.
470. 471. 473 bis 76. 481 bis 84.
487. 493 bis 503. 507. 513 bis 23.
527. 528. 533 bis 35. 539 bis 44.
546. 547. 551. 553 bis 56. 558
bis 61. 566. 569 bis 89. 593. 595
bis 98. 600 bis 2. 605. 607 bis 10.
612. 617.
Rotenburger (Rotenberger), ein guter,
alter, sein 570.
Roterodamus, Erasmus 4.
Rotfuchs s. Schmid, gen. Fuchs.
Roth am See, O. Gerabronn 294.
Rothaus, rathaus 603.
Rothenfels, B. Lohr 404. 618.
Röttenbach, B. Höchstadt a/Aisch 618.
Rottenheymer, die, die von Rotenhan
619.
Rottenstein, B. Königsbofen 396. 405.
619.
Rottieren, sieb, sich zusammenrotten
45»
708
14. 16. 86. 39. 169. 271. 596.
598.
Rottierung 65. 75. 168.
Röttingen, B. Ochsenfurt 207. 222.
257. 365. 366. 393. 394.
Rottmeister, rottenführer 88.
Rotweys, rotten weise 151.
Rack, zu, hinterrücks 115. 161. 464.
546.
Racker, Claus, von Rotenburg 328.
Rucker, Hans, von Gumpelshofen 584.
Ruckes brot, roggenbrod 121.
Rückeltshofen, B. Rotenburg 464.
Rüdenbausen , B. Grerolzbofen 404.
619.
Rudolf, Micbel, von Rotenburg 328.
Rüg, rüge 132.
Rügen, rügen 363.
Humelin, Hans, von Rotenburg 324.
Rumiren, rumoren 600.
Rumor, lärm 275; rumoren 623.
RumoriFch 253.
Rünpach s. Rimbacb.
Rünperg s. Rimpar und Rimbacb.
Rüssenbach s. Reissenbacb.
Rustigung, rüstung 207.
Rüstung, manen in, 407.
Ruw, rube 10. 42. 183. 184. 186.
243. 334. 363. 411. 427. 501.
532.
Ruw, sich stellen in, sich in rube-
stand begeben 487.
Ruwen, ruhen 273. 492. 507.
Ruwig, ruhig 272. 315. 359 j ruwig-
klicb 219.
Sachsen, B. Heilsbronn 619.
Sachsen, herzog Friedrich 16.
Sachsen, herzog Georg 425. 432.
Sachsen, land 3. 14. 593.
Sachsendorf, B. Ebermannstadt 618.
Sacramentshaus 598.
Sacramentsstreit 16. 17. 20. 161. 258.
370 bis 74. 459. 543. 545. 598
bis 600. 611. 620.
Sag, nach, nach laut 508.
Sayler, Ghristoffel, von Rote
286. 541. 616.
Sayler, Hans, von Rotenburg S
Sayler, Peter, von Rotenburg 12
209. 230. 256. 541. 546. 582
616.
Salzburg 14. 529.
Salzburg, erzbischof 529.
Salzburger bauem 529.
SaU weihe 5. 12.
Sam, so 22.
Samatin, von sammt 277. 377.
555
Samblung , klösterlicher verein
Samenlich , sämmtlich 71; sa
lieh 35. 98. 281.
Samen thaftig, sämmtlich 527.
Samet, von sammt 544.
Samptlich, sämtlich 103. 109.
186. 191. 284. 380.
St. Jacobsland, Spanien 530.
Sandbotte, sendbote 485.
Sander, Erhart, von Kotenboif
Sandhof, B. Rotenburg 142. I4t
305. 577. 597. 601. 613.
Sattel, Hans, von Rotenburg
Satzung, anordnung 82.
Schad, Jos, von Rotenburg f
194. 286. 329. 542. 552. 5
616.
Schadpar, schaden bringend
Schaff, Stephan, von Schi!
386.
Schaffen, ausrichten, thur
394.
Schaffen, befehlen 401. 4?
Schaffert, Thoman, von
585.
Schafhof, B. Rotenburg
Schäftersheim , O. Merge
151 bis 54. 213. 336
Schainsperger , Lienhar^
bcrg 586.
Schalkhaftig 373.
Schamlott, seng aus kan
709
Schanzen, za einer feste, angreifen
376.
Scharmützeln 234. 314.
Scharpf, scharf 4. 83. 302. 327.
Scbarpfsinnig 371. 373.
Schlitzen, lösegeld abnehmen 615.
Schätzung, brandschatznng 663. 579.
Schawben , talarartiges mftnnerkleid
127.
Schaumberg, B. Kronach 619.
Schanmberg, die von, (Schamberger,
8chaunperger) 618. 619.
Scheckenbach s. Tauberscheckenbach.
Schefer, Hans, Rotenbnrger söldner
365. 366.
Scheff, Jörg, von Frankenheim 387.
Scheffer, Hans, von Schonach 499.
Scheffer, Thoman, von Wettringen
542.
Schefterberg? ein kloster 619.
Schein, vorwand 337. 490.
Schelk, plar. von schalk 540.
Schellen, ertönen 504.
Schellenberg (Schelmperg), B. Forch-
heim 618.
Schellig, zornig 199.
Schelling, ein fuhrmann 616.
Schemel, Johans, von Rotenburg
216.
Schenk, Hans, von Rotenburg 326.
Schencken, erlich einem fnrsten, 539.
Scherer, Michel, 615.
Scberpf, schärfe 3. 315.
Scheuerberg, O. Neckarsulm 204. 205.
210. 211. 619.
Schewchen, scheuen 13.
Schewrn, pokal 478.
Schickerlich, geziemend 167.
Schiedlich, verträglich 167.
Schierst, baldigst 107. 270. 292. 348.
392. 435. 436.
Schiessen, die gab oder voraus (ehren-
preis) bei einem, 491. 492.
Schiessen, ob er wol die statt nit
sohuss, 474.
Schilling, verschulden einen guten,
623.
Schillingsfdrst , B. Rotenburg 381
bis 91. 395. 403. 404. 414 bis 16.
418. 440. 448. 455. 467. 468. 506.
574. 605. 619.
Schillingsfürst, amt 382 bis 84. 388.
391.
Schillingsfürst, amtmann 87 bis 90.
384. 386. 467.
Schillingsfürst, freiung 385.
Schimpf, spiel 410.
Schlachen, schlagen 41; schlahen 36.
74. 96. 335.
Schlachtordnung, machen mit be-
schlossner Wagenburg eine, 458.
Schlag, plur. schleg, wiesgrund 305.
Schlaifen, zerstören 431.
Schlaifen, sich aus einer sache, sich
ziehen 287.
Schlangen s. feldschlangen.
Schlappen, warten der, 578.
Schlatterman, Lienhart, von Roten-
burg 325.
Schlecht, bös 464.
Schlecht, schlicht 311.
Schlechts, schlechthin 373.
Schlegel, Blasius, von Rotenburg 322.
Schleyt (Tuchscherer) , Philipp, von
Rotenburg 17. 540. 581. 616.
Schlick, Heinrich, graf, 383. 467. 468.
Schliesen, beschliessen 107.
Schlosser, Hainz, 416.
Schlüsselau, B. Bamberg U ^20.
Schlüsselfeld, B. Höcbstadt an der
Aisch, Hans von, 416.
Schmachait, schmach 610.
Schmachschrift, Schmähschrift 557.
Schm ichtenberg, B. Hassfurt 618.
Schmag, schmach 604.
Schmalz s. Schmolz.
Schmegen, schmähen 598.
Schmche, Schmähung 193. 196. 198.
200. 416.
Schmer, fett 122.
SehmeTteeh, O. MergcntlMiin 8S. &B8L SASmkerger fßebtmprwfa , dicfrl
614. gocUccbt 6IB.
Echmenng. ■chniUiiiiig C0€. EcköDbronn, B- Bolrnbnrj 306.
echmitl, Buthelmcs. gea. Yckeli- ächönbroDii. B. Bunbctg 61S.
huma- Ml. 617. Schon dorier, die, _-■- -i-cLii
Scbmid, Bemhut, tod Batcoboj^ ?.i.r„---. '.--..,'.:: na ■ ■.'■.
28«. 541. 58S. Schönhof, '■ >_. rit; l- "13.
Sebmid. a>n>. der alte, tod Ofaran- BcbSntbal . O. KSntelna 157. I
bwb bfS. JOi SlO.
Schipid. Cnni. tod 6tiä0i^Mnt Schopf, Linhart. toh Kotenboif 3
386. SAÖmfttter. bUgatta- 4«.
Schmid. Hu*, TOD Befcito0ftiH Schott Velli«, «n edelnaM «11
3«. 387. ?.V-,- j -■ ■• 36?.
Scbmid. Haof. geii.Fach». der blinde Sfliraab. Boikhart. 5S?.
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374. 519. f37. 540. »45. b*6. 55« > "^ . i{ I
bii 58. 593. 598, 607. 609. S.!i.-t_t^r Uici. v^n t^ttilargJ
Scbmid. Bang, tod Brettbeiai 608. Sefaieib^ld ,fBi nrkvndcDaufe
Schmid. Jürf. tob Botnbois 326. gong, i'H-i.
Schmid, KiiUn . von Spielba^ 559. ;SchrerDer, Cnci. tod BotCDboi!
Schmid, Lienk. 309. Schnnrr. Limbart. von Bot«
Schmid. Hathi». too Rotenboif 329. iSl. Sii.
Scfamid. Philipe, (üldner 273. 374. Scbrnoer. Uelcber. too Bo«
475. 611. 23'). 321.
Scbmid. SejT. tob BaUnbnrg 3IL ^cbrerner. Paul». TonBoUaba
60t\ 5«1. «16,
Scbmid. Seri. eaplan 326. fchnrner. Peter, res Boteabi
Sc^Eiidiiui'i^ii. Sixt. tob BotcBbnjg 3^i.
541. Selirift, dgctor. lebrer der
SebBiidliB, Hans, tob XoTdenb^ 3. 4. 373.
14'\ 5#7. sthrütcn, ia. Fobiiftllch il
ScbmOli 'Scbmali . B. Ktvoacb 618. ^cKi'^c. ia. fa^MD ^-50.
Scfanabel. Botenbnrgn spitaiki>«cbt 572. «lellea »iv.
ScbccTiifr. Hanf, tod Botenbar^ 325. Schrüler -irciaflner w^
Scbaerder. Wendel, tod Butenborg kijlier "': ^ "i.
«II. So Gcrmbiv
ggbtiJgraaB. die. Tiju Botrabcrg ?41. SeL-.i-ä ^ctchi. Jvr^ 5
6ö8. Schci. sciulhiv-i y>.
Scbain. oraire 491, Sccilitfc. tih-ia s-, tax
-•'•*abmeh <S:hnea;4cit . B. ScbJdinieL »^-äa}cf<^
711
fergrtind, der, bad. B. Tauber-
hofshcim 424. 438. 452. 597.
inger, Stephan, von Nürnberg
tab, Lienhart,yonNürnbergl02.
er, Hennsin, von Schönbronn
sr, Melchior, 609.
3r, Peterlein, 611.
m, erdwall 180.
äl, Michel, von Rotenburg 325.
3D, die, fränk. geschlecht 618.
iiDg, schlitz 285.
>, Mathis, von Rotenburg 324.
>en 14. 271. 381. 407. 431. 577.
»en, banernaufstand 14. 157.
381. 473. 518. 535. 593.
)i8ch Hall 8. Hall.
>i8che münze 486.
iberg, B. Kitzingen 271. 404.
men 623.
■z, Ciinrat, von Rotenburg 326.
z, Ulrich, von Rotenburg 326.
z, Veyt, von Rotenburg 328.
zach, B. Volkach 271. 296.
602.
zenberg, B. Scheinfeld, Hans
431. 543. 549. 555. 557.
zenbronn, O. Mergentheim 60.
164. 317. 351 bis 53. 542.
585. 607. 611.
zer häufen 602. 617.
zman, Lienhart, von Roten-
216. 249. 365. 544. 593.
zwälder bauern 235. 260.
r, Schwiegervater 67.
Qfurt 16. 351. 359. 396. 404.
460. 487 bis 89.
nfnrter bauernlandtag 428 bis
432 bis 36. 440 bis 42. 454
.6. 460. 461.
Qfurter gäu 159.
Schweinsdorf, B. Rotenburg 257. 570.
610.
Schwemmen, durch den fürt, über-
setzen 614.
Schwerlichen adv. 494.
Schwemi schwören 550. 581. 582.
583. 586.
Schwertfeger, Wolf, von Rotenburg
328.
Schwerzin, Ludwig, mann der, 608.
Sockel, Hans, von Rotenburg 231.
Seckendorf, B. Fürth, die von, 618.
619.
Seckendorf- Aberdar, Hans von, 246
bis 56. 549. 551. 553. 608.
Seckler, Caspar, von Rotenburg 324.
340.
Seckler, Dietrich, von Rotenburg 229.
324. 341.
Seckler, Ludwig, von Rotenburg 286.
324. 341. (608?).
Seeknechte, landsknechte vom Boden-
see 233. 309.
Seemaister, Hans, von Rotenburg
329.
Seybot, Lutz, von Steinach 387.
Seybot, Thoman, von Rotenburg
229. 324. 341.
Seydensticker, Heinrich, von Roten-
burg 324. 341.
Seyder, seit 92; seydher 21. 258.
391. 540.
Seyferlin, Gilg, von Steinach 583.
Seyferlin, Hans, von Steinach 587.
Seinsheim, B. Eitzingen, die von,
618, 619.
Seytainmal, sintemal 77; seytomal
269; seytmal 225.
Seibrecht, Martin, von Rotenburg 324.
Selber 465; selbst 469; gewöhnliche
form ist selbs.
Selbs aigen, sein, stewr 544.
Selbstrichter, richter in eigener saohe
433.
Selbfltwillig, eigenen willens 31.
712
Sei messe, messe für abgestorbene 5.
Sendolbacb, B. Ebern 618.
Senftenberg, B. Bamberg I 617.
Separatim 596.
Sessbaftig 606.
Sessler, Hans, von Rotenburg 231.
322.
Setzen, einsetzen 540. 564.
Setzen, sich, sich vertragen 297.
Sewbot, Hans, von Rotenburg 328.
Sewen, plur. von sau 121.
Sewmnnss, versänmniss 207.
Siber, Ciinz, von Rotenburg 122.
Sicherhait, sicheres geleite 433. 489.
490, 517. 547.
Sicherlich, in Sicherheit 530.
Sichern, Sicherheit verbürgen 486.
512. 547. 566.
Sicherung, sicherstelinng 461. 531.
546. 574.
Sichcrungsbrief, schutzbritf 89.
Sickingen, Franz von, 7.
8ider, seither 298; sither 510.
Sighaftig 154.
Silbergeschirr 211. 346. 403. 563.
574.
Silberin, silbern 377. 378. 406. 544.
Silbcrkremer, Lienhart, von Roten-
burg 324. 340.
Simmringen, O. Mergentheira 614.
Simuliren, sundcrliches, 593.
Syn, Jörg, von Schäftcrsheim 117.
Sinagog 10. 11.
Sindicus der bauern 542.
Sindringen, O. Öhringen 212.
Sitz, edelsitz 363; sitzlin 516. 517.
Sitz, fürstlicher, residenz 211.
So, relativ 86. 325. 335. 439. 479.
537. 640.
So, wenn 334. 536. 537.
So, wie 567.
Solde, ausrufen, Söldner werben 601.
Soldner s. Schmid, Philips.
Solennitet 6.
Soliicitirer der uffnir 60.
Sonder, besonder adj., hftufig, z.b. 506.
509. 532.
Sonder, sondern, sehr h Aufig, z. b.
509.
Sonderhait, in, einzeln 558.
Sonderlich, insbesondere, häufig, i. b.
453. 502; sonderlichen 312. 501.
Sondheim, B. Uffenheim 605.
Sophisterey 5.
Sophy, Sophia in Bulgarien 530.
Sorg, Steffan, von Würzburg 454.
Sorgklich, bedenklich 568.
Sorgklichkait, gefahr 265.
Sorgveltig, vorsorglich 525.
Sorgveltigkait, gefahr 240.
Sorgknuss, bcHorgniss 531. 534.
Soverr, soferne 286. 333. 495.
Spaciern, herumstreichen 36.
Spaltig, uneins 175.
Spanien 243. 530. 610.
Spanier 7.
Spat, spät 578.
Spät von Höpfighcim, Hans, 206. 595.
Spatz, stehen in solichem, in gleicher
läge sein 450.
Speckfeld, B. Scheinfeld 160. 367.
395. 404. 619.
Speher, spion 403.
Speier, reichstag von 1526 421. 578
bis 80. 612. 615.
Speier, stift 619.
Spelt, Gabriel, von Rotenburg 328.
Spelt, Jörg, der alte, von Rotenburg
58. 86. 114. 144. 149. 156. 157.
202. 206. 249. 280. 330. 565.
Spelt, Jörg, der junge, von Roten-
burg 327. 362. 365. 366. 384. 393
bis 98. 403. 410. 411. 419. 420.
423 bis 27. 430. 445. 446. 448.
449. 456 bis 58. 517. 524 bis 34.
541. 565. 571. 573. 581. 614. 616.
Spelten, spalten 602.
Spelter, Hans, Rotcnbnrger land-
knecht 38. 47. 273. 274. 326. 367.
475. 494.
713
blechschmid 342.
streitig 492.
, Spannung 75.
eyt (der thore am abend)
oviand 293.
, O. Gerabronn 188. 493.
')9. 577. 578. 607. 609.
regor, secretarius 26.
jagen diircb die, 205. 366.
)4.
aufen durch die, 573.
513.
cb, O. Gerabronn 686. 613.
le, Pferdegespann des spitals
iteben sorgklich und, 518.
tn, steben in der uffrur am,
spörer), sporenmacber 122.
42.
einrieb, von Botenburg 324.
32.
Heinrieb, von Mergentheim
30.
Vlertin, von Schonach 499.
iathis, von Rotenburg 324.
rter 181. 500. 524.
inspruch 506.
jcbiedsprucb 204. 301. 580.
ief, Schiedspruch 204.
vi, vermittler 214.
icbspüren 505.
1 , Steffan , von Rotenburg
ter, in Hall titel des bürger-
s 375. 466.
5 (Stiffenberg) , B. Staffel-
18.
3gend südlich von Roten-
7.
er, Hans, von Rotenburg
rallus, von Rotenburg 324.
Stainer, Hainrich, bucbdrucker zu
Augsburg 530.
Stainmetz, drEucharius, 18.19.449.
488 bis 90.
Stainmetz, Sebastian, s. Rab.
Standorf, 0. Mergentbeim 588.
Stattbaftig, vermöglich 42. 455.
Statthaftig vollmacht 433.
Stattlich, geziemend 46 1.470. 535. 558.
Stattmaister, städtischer baumeister
17S.
Stawd, Lienhart, von Rotenburg 58.
144. 149. 149. 544.
Stauff, bürg in Nassau 619.
Stawr, Steuer 128.
Stcblin, geben in die band einem
weisse, 479.
Stecknaw, Steffan, von Rotenburg 325.
Steffenberg s. Steffansberg.
Stehen, zu einem, halten 595.
Stehen , andere zu sich lassen , als
mitverkäufer annehmen 293.
Steigerwald, der. Mittelfranken 159.
160. 271.
Steygzewg, sturmgerttthe 412.
Stein, Caspar vom. Rotenburger Jo-
hannitercomthur 87. 203. 222.603.
612.
Stein, N vom, hauptmann des schwäb.
bunds 578.
Steyn, kloster, s. Münchsteinach.
Steinach, B. Rotenburg 36. 387. 583.
587.
Steinbach, B. Würzburg 619.
Steine, steinerne kanonenkngeln 89.
188. 299. 325. 362. 365. 376. 385.
393. 470. 577. 604.
Steine, eiserne, 385. 391. 402.
Steine, sechs, achtpfündige, 577.
Steinsfeld, B. Rotenburg 60. 364.
570. 587. 610.
Steinsfeld, pfarrer 609.
Stellen, aufstellen, verfassen 18. 550.
572.
Stellen, fahnden 18.
714
Stellen, pferdc einstellen 469.
Stellwagcn, Eudris, von Rotenburg
154. 156. 191. 192. 197. 212. 326.
400. 565. 600.
Stenent, stehend 609.
Stephansberg, B. Kitzingen 271. 367.
404. 619.
Sterneck, die, fränk. geschlecht 619.
Stcttberg, B. Ansbach (verdruckt steht
Stottwang) 447.
Statten, O. Krailsheim, Erhart von,
612.
Stetten, s. Oberstettcn.
Stcttgeld, marktstondgelt 129. 181.
Stettiiiaister s. stadtmeister.
Stettmawrn, Stadtmauern 424.
Steuer, stütze 468.
Steuern, stützen 145.
Steuerherren, steurer, steuerstube s.
Rotenburg.
Steuerstube, setzen einen in die, 600.
Stoureramt 369.
Sticke), Uans, von Rotenburg 322.
Stiebor, die,fränk.geschlccht618. 619.
Stieber, Hans, von Rotenburg 329.
Stieber, Jörg, von Rotenburg 328.
Stiefbruder, befinden einen als, 214.
Sticrlin, Uans, von Zimmern 152.
StiÜenberg s. Staffclberg.
Stift, masc. 211. 563.
Still stehen, ruhig bleiben 481.
Still sitzen, ruhig bleiben 481.
Stillen, zur ruhe bringen 351. 556.
557. 612.
Stimmen, einnemcn die, sammeln 374.
Stock, Lienhart, von Rotenburg 51.
52. 58. 108. 144. 149. 157. 556.
Stock (Stöcklin), Sebolt, von Roten-
burg 58. 67 bis 69. 144. 541. 544.
552. 556. 558. 609.
Stöcklein, Hans, pfarrer zu Nousitz
609. 610.
Stöcken, in den stock legen 511.
Stolbach, fränk. bürg 619.
Stolbergcr, schuster 616.
Stoll, Mertin, von Rotenburg 325.
Stpllberg,B.Gerolzbofen271. 404.618.
Stoltz, jung, von Hartershofen 583.
Stoltz, Lutz, von Oberscheckcnbach
588.
Stoltz, Lutz, von Ohrenbach 542.
Stoltz, Wendel, von Ohrenbach 36.
Stolzlich 593.
Storzen, stürzen 67.
Strafthurm 121. 123. 127. 133. 135.
1H7. 138. 178. 424.
Strassburg 4. 21. 101. 186. 188.
Strassburg, bischof 2 1 1 . 469. 470. 488.
Strauss, dr, 623.
Strauss, Hans, von Rotenburg 326.
Strebel, Michel, von Rotenburg 58.
144. 325.
Streben, die, 619.
Streich, trucken, unblutige schlage 132.
Streit berg, B. Ebermannstadt, die von
618.
Streitberg, Gabriel von, 617.
Streitberg, Georg von, 559. 614.
Streng, Hans, von Brettheim 37. 584.
Strengkhait , titel fürstlicher rftthe
249. 250. 476. 512.
Strengklich, mit strenge 430. 583.
Stro 538. 539.
Stroluntz, Michel, von Rotenburg 58.
144. 382.
Stroluntzin, die, von Rotenburg 468.
Stübach, B. Neustadt an der Aisch 431.
619.
Stubenknecht 326.
Stuber, Endres, edelmann (Stieber?)
618.
Studelzcug, Webstuhl 386.
Stumpf, die, fränk. geschlecht 619.
Stumpf, unhöflich 270.
Stumpfs, plötzlich 40. 394.
Sturm, läuten über den feind, 456.
Sturm, Jacob, 230. 232. 233.
Sturmfeder, Eberhart, 206. 595.
Sturtzel, dr Jacob, 91. 93. 141. 149.
Stuttgart 243. 260.
716
Stutzen, blochgeschirr 346.
Stylung einer Urkunde 196.
Sugenlieim, B. Scheinfeld 619.
Sulz, H. Rotenburg 257. 333. 334.620.
Sulz, thcil von Kirchberg, O. Gera-
bronn 271. 294.
Sulzdorf, B. Ochsenfurt 467.458.606.
Sulzdorf, 0. Hall? 387.
Sulzheim, B. Gerolthofen 619.
Sunder, sondern 596.
Sunderlich, insbesondere 593. 604.
Supplicationzcdel , bittschrift 118;
supplioationschrift 488.
supplichation 34.
Sunst, ausnahmslos für sonst, z. b. 12.
Suster, Schuster 124.
Übel, Hans, von Rotenburg 326.
Übel reden einem 540. 541.
Ubeltetigo, die, 365.
Über das, wiewohl 506.
Uberainen, vereinigen 82.
Überbleiben, unterbleiben 399.
Übereilen, einen, 465.
Uberfaren, übertreten 254. 312.
Uberfarer, Übertreter 20. 363. 474.475.
Uberfarung, Übertretung 435. 444.
Uberflussigkait, uberfluss 161.
Übergeben, aufgeben 624.
Übergeben, überbieten 280.
Überheben, entheben 311. 401. 497.
537.
Uberig, übrig 179. 268. 271. 431.
448. 489. 595. 598. 607. 610.
Uberig sein, enthoben sein 421.
Überkommen, bekommen 347.
Überlegen, überladen 354.
Ubermass, fem. 418.
Ubermengt, majorisiert 518.
Übermütlich, übermüthig 593.
Ubersaufen, sich, sich betrink^i 412.
Überschlagen, schätzen 99.
Uberschwenklich 467.
übersetzen, überlasten 234. 854. 518.
Übertragen, vertragen 97.
Uberwelzig, überströmend 15.
Uffenheim, Mittelfranken 45. 438.
439. 456. 457. 463. 464.
Uffenthalten, aufenthalt geben 505.
Uffenthaltung, aufrcchthaltung 285.
Ufferhaben, aufgehoben 364. 551. 554.
Uffgehaben, aufgehoben 7. 579. 580.
Uffgehept, aufgehoben 460.
Uifgestanden, auf rührig 11.
Ufflag, gebot 459. 508.
Uffm, auf dem 402.
Uffmanung, anfgebot 437.
Ufifnemen, anstellen 380.
Uffplosen, aufblasen 608.
Uffrecken, emporstrecken 256.
Uffrur, fem. sehr häufig, z. b. 14.
376. 416. 501. 587.
Uffirur, predigen zu, 555.
Uffrurisch, aufrührisch, häufig, z. b.
16. 111. 234. 361. 444. 595.
Uffsatz, Verordnung 29; uffsatzung 27.
U£betzig, aufsessig 505.
Uffwegig, aufrührisch 66.
UfTwidler, aufwiegler 37. 60. 361.
424. 479. 487. 490. 507. 509. 518
bis 520. 540. 542. 552. 554. 564.
581. 583.
Uhr, kleine, 548.
Ul, Hans, von Rotenburg 229.
Ullstadt, B. Scheinfeld 619.
Ulm, 4. 101. 157. 186. 235. 236.
243. 244. 246. 259. 325. 463. 518.
525. 530. 560. 565. 566. 577. 614.
Umberdar, immerdar 51.
Umbfallen, abfallen 212. 232. 365.
479. 492.
Umbfellen, umstossen 563.
Umbfragen, abstimmung leiten 383.
467.
Umbfuren, hinhalten 66.
Umbgehen, herumgehen 613.
Umblaufen, herumlaufen 600.
Umbgelt, umgelt 75. 77. 119 bis 124.
126. 127. 129. 130. 134 bis 136.
169. 173. 176. 178. 192. 597.
Umbher, herum 190. 845. 346. 877. 386.
716
Umbkoinmen, herumkommen 346.
UrabschlagcD, austrommeln 45. 558.
Umbschlagen, knechte werben 454.
601.
Umbschlagen, umwerfen 287.
Umbschlaif, umweg 99.
ürobziehen, herumziehen 17. 529.
Umbziehen, umzingeln 529.
Unabfellig bleiben, nicht abfallen 243.
Unabgengklich 371.
Unabschlegig, zustimmend 191. 299.
380. 439. 468.
Unainen, sich entzweien 295.
Unart, masc. 13. 173.
Unaufgehept, nicht aufgehoben 326.
Unausgeprait, verborgen 118.
Unausgeschrien, nicht verleumdet 203.
Unbedacht, ohne rücksicht 464.
Unbedacht sein, nicht überlegt haben
249.
Unbehawen, Hans, von Rotenburg
325.
Unbenötigt, ohne zwang 31.
Unbcschawrt, unbeschirrat 127.
Unbundig, nicht bindend 185. 551.
554.
Uncosten, der, 91. 421. 472.
Uncostung, Unkosten 360.
Underdienstlich, dienstbar 200.
Underfahen, unterfangen 379.
Underhaltung , ernfthrung 384. 400.
540.
Underkewfler, Zwischenkäufer 178.
Underprochen, verhindern 336.
Underred, zwischenrede 104. 253.
Underrichtung, mittheilung 49.
Underschicdlich, mit eingehender er-
klilrung 254.
Underschlaif, underschlupf 21. 285.
483.
Underschlaifen, Unterschlupf geben
20. 21. 506; undorschlaipfen 17.
Undersesscn, hintersassen 39. 54. 112.
113. 182 190.
Undertenige, unterthanen 481.
Undertenigkait, leisten, 494.
Underwegen, unterwegs 456. 457.
Underwegen bleiben, unterbleiben 507.
Underwegen stehen lassen, unterlassen
567.
Unerbaut, in schlechtem banlicheD
zustand 422.
Unerdacht, unerhört.' 7 7 .
Unerleydlich, unerträglich 119.
Unertregenlich 472.
Unerung, Verunehrung 258.
Unfellig Zufall, Unglück 610.
Unfleyss 11.
Unformblich 171.
Unfridlich, nicht friedfertig 444.
Unfur, unfug 130. 600.
Ungefell, Unfälle 97. 570.
Ungeharsam, fem. 465. 516. 572.
Ungenötigt, ohne folter 555. 556.
Ungeortert, unbeendet 360.
Ungeprennt, unverbrannt 432.
Ungeruwig, unruhig 336.
Ungeruwig, dies geld war ser, 558.
Ungeschafft, ohne erfolg 597.
Ungeschatzt, nicht besteuert 312.
Ungeschichten, von, unversehens 458.
Ungesparter dienst 383.
Ungessen, nüchtern 452.
Ungestiem, ungestüm 38.
Ungcwaigert, ohne Weigerung 66.
196.
Ungewinnlich, uneinnehmbar 242.
Ungezweyfelt , ohne zweifei 91. 419.
421.
Ungnaden , stehen in, gegen einen
515. '
Unhuld, Ungnade 485.
Unkewschen, mit einer nenne, 154.
Unlang, nicht lange 18; unlangs
232#
Unleydlich, unerträglich 112. 114.
510.
Unlust, schaden und, 87.
Unmussig, fleissig 59.
Unnachtailigf ohne nachtheil 821.433.
717
unnütz adj. 5. 342.
Ünruw, anrahe 371.
Unscbiedlich, nützlicb 58.
Unser frawen messe 607.
Unsicher, gefährdet 200. 467. 573.
nnterallgäiier knechte 233.
nntereichenroth, O. Gcrabronn 613.
l^ntergailnau, B. RotcDbnrg 613.
Cnterlaitnbach, B. Scbwabach 432.
Cnterostheim, B. Rotenburg 37. 257.
iJnterpleichfeld (Pleifelt), B. Würz-
barg 619.
Ontreglich, unerträglich 5.
XJnuberwintlicb 200.
tjnnberzogen , nicht angegriffen 275.
311.
Unverderbt, nicht zu gründe gerichtet
473. /
XJnyerdriesslich, unverdrossen 301.
XJnverlengt, unverzögert 468.
Unvermögenlich, unmöglich 472.
Unvermöglichait, armut 476; unver-
mnglichait 476.
Unverordnet, ohne abgesandt zu sein
541.
Unverporgen, bekannt 533.
Unverweyslich, tadelfrey 513.
Unverworren, mit etwas sein, nichts
zu thun haben wollen mit etwas 378.
Unverzogen, ohne aufschub 34; un-
verzogenlich 74. 292.
Unweyslich, thöricht 25.
Unwerd, unlieb 454.
Unwiderpringlich, unersetzlich 576.
Unwidersprechenlich, unleugbar 511.
Unwerte, böse worte 76.
Unzweyfenlich , ohne zweifei 112.
243. 282. 285. 299. 666.
Urbanus Regius 4.
Urfershcim, B. Uffenheim 447. 481
bis 484. 510 bis 514.
Urgicht, bekenntuiss 545. 569.
Urkund, briefliche, 210. 508.
Urlauben, entlassen 11. 13. 380.
Urphehde, alte, gewonlicbe, 579.
Urputig, erbötig 6. 74. 98. 162. 304.
351. 380. 487. 509. 566.
Ursachen, verursachen 459.
Urstende, auferstehung 161.
UrtÄÜbrief 157.
Usschuss 78, gewöhnlich ist aus-
schuss.
Usssönen 486.
Utrecht, bischof von, 309.
Wa, regelmässig für wo.
Wach haben, wachen 414.
Wachfrey, frei von wachen und wach-
geld 138.
Wacbgeld 124. 173. 294.
Wachmaister 152.
Wachs, briefe verschliessen mit, 292.
Wachslin (wechslin), trucken in ein,
nicht vergessen 146. 216.
Wachsen, sich entwickeln 462.
Wacker, Jos, von Ostheim 69.
Wacker, Michel, von Rotenburg 328.
Wacker, N., von Gailnau 585.
Wacker, Pauls, von Rotenburg 216.
330. 658. 611.
Wachsenberg, der, bei Rotenburg 96
bis 99.
Waffend, bewaffnet 344.
Wag, öffentliche stadtwage 123. 124.
126. 128. 130. 132. 134. 136. 137.
179. 484. 697.
Waggeld (weggeld) 119 bis 121. 124.
128. 132. 136. 173. 179.
Wagenburg 237. 452. 453. 458.
Wagenpferd 547.
Wagner, Hainz, von Rotenburg 324.'
Wagner, Michel, von Brettheim 37.
Wägncr, Peter, von Brettheim 37. 60.
612.
Waibel 60. 234. 424.
Waiblingen, wirt. Neckarkreis 260.
Waid, gesessen sein der, 97.
Waidlich 37t.
Waigern, verweigern 188. 448. 452.
454. 472. 520.
Walch, Wilhelmi von Rotenburg 325.
• xv/
Wald, Hanns vom, 386.
Waldascbach, B. Kissingen 396. 404.
619.
Waldburg, O. Kavcnsburg, trucbsess
Georg von, '232 bis 35. 243. 259.
366. 367. 375. 376. 466. 469 bis
79. 484 bis 86. 513. 514.516 bis
24. 527. 528. 531. 534. 550. 560.
562.
Waldbüttolbronn , B. Würzburg 614.
Waldscc, wirt. Donaukreis 233.
Walkertshofen, B. Rotenburg 611.
Wallburg (Walpurg) , B. Hassfurt
619.
Wallbaußen, Hans, von Diebach 586.
Waltor, Hninz, von Rotenburg 325.
Waltman, Hans, kaplan im Rot«n-
burger spital 257.
Waltman, Hans, von Rotenburg 129.
228. 326. 558.
Waltman, Jörig, von Rotenburg 228.
Waltman, Michel, von Steinsfcld 60.
587.
Waltz, Andreas, von Rotenburg 257.
607.
Wan, wo 163.
Wankcl, verUnderlich 204.
Wann, als, denn 23. 24. 465.
Wannbach (Wannciipach), B. Eber-
mannstadt 618.
Wahrhaft, adj. 325.
Warnen, den schaden eines, 505.
Wart, liegen auf der, 431.
"Wartgeld für landsknechto 45.
Warts, wärts 456.
W^aruff, worauf 145.
Was, etwas 534. 572.
W'asser, gepieten , befehlen gegen
fcuersgefahr sich mit wasservor-
rath zu versehen 146.
Wasserhewser, bürgen in der tiefe
356.
Wattenbach, B. Heilbronn 618.
Weber, W'ilhelm, flurheyer 153.
Webern, weberei treiben, auch wan-
deln und handeln übcrhanpt 8r>.
92. 252. 255.
Wechsel, darleyhen aus dem, 195.
Wechterswinkel, B. Mellrichstadt 3»
405. 619.
Weckelweiler, O. GerabroDn 31
466.
Wedel und fug, zeit und
156.
Weder, ausser 483.
Weg, hinweg 517.
Wogern, vcrwaigern 489.
Weggeld, Wägegeld 119. 124. 13
Wogner s. Wagner.
Wegweichen, fliehen 552. 681.
Wegweisen, fortschaffen 18. 468.
Weybsbildor, frauenspersonen 38
Weichen, sich entfernen 536. 58 -
Weychselbawm , Hans, von R
bürg 324.
Weich Wasser, Weihwasser 5.
W^eickersheim , O. Morgentheim 15^^
605.
Weydner, Burkhart, von Botenbwy
58. 144. 541. 552. 608.
Weydner, Jörg, von Gebsattel 35.
542.
Weydner, Kilian, 610.
Weydner, N. von Dettwang 669. 570.
Weydner, Peter, von Rotenburg 231.
Weigand , kastner von Miltenberg
381.
Wcigcnheim, B. Uffenheim 609.
Weyglin, Peter, von Ansbach 235.
236.
Weyglin, Steffan, 235 bis 37.
Weiher, B. Ebermannstadt 618.
Weiler, O. Mergentheim 614.
Weiler, O. W'eiusberg, Dietrich von,
205. 206. 594.
Weiler, Hans Dietrich von, 594.
Weilersbach (Weilerpach), O. Eber-
mannstadt 617.
Weiltingen, B. Dinkelsbühl 310.
Weylund, weiland 468.
2.
0.
I.
719
n, O. Ravensburg 234.
er vertrag 243.
er, Eucharius, von Roten-
9.
eintrunken 96.
'mer, die, frUnk. geschiccht
er, Michel, von Rotenburg
202. 205. 210. 211. 236.
^. 395. 403. 424. 431.594.
j echloss 205. 206. 595.
2r häufen 204 bis 6. 210
237. 243. 260. 271. 305.
9 bis 13. 351. 358. 375.
). 424. 431. 437. 438. 446.
i. 602. ■
;r mord 205. 206. 366. 367.
t 595.
3r thal 204. 407. 420. 421.
jrer 178.
nhart, von Ohrenbach 60.
L
thun einem, 183.
•g, ünterelaass 564.
nn, B. Ebern 619.
•, Endris, von Rotenburg
?cter, von Rotenburg 326.
Jörg, von Rotenburg 325.
eite 375.
g, weitläufig 422.
it 155.
rälsch 4.
1, Italien 309.
nd 606.
imkehren 295.
erden, umkehren 367.
weniger 371. 418.
Is gesandter seinen auftrag
;en 166.
bottschaft 282.
Vortrag eines gesandten 39.
104. 144. 224. 246. 247.
282. 287 bis 89. 316. 352. 464.
471. 538.
Werdeck, O. Gerabronn 447.
Werder, Barthel, von Hilgartshausen
559.
Werkmaister, baumeister 352. 416.
Wem, Lienhart, von Rotenburg 325.
Werneck, B. Schweinfurt 404. 618.
Werner, Hans, von Rotenburg 228.
Werner, Jobst, von Rotenburg 483.
Werner, Niclaus, von Rotenburg 326.
Wernitz s. Wörnitz.
Wernitzer, Bonifacius, gen. Beham
217. 270 bis 79. 282. 315. 325.
326. 331. 361. 362. 389. 555. 565.
615.
Wernitzer, Hans Wilhelm, gen. Be-
haim 366. 397. 409. 508.
Wernitzer, Karel, 67 bis 09. 193 bis
96. 199. 201 bis 4. 216. 267. 268.
280. 535 bis 38.
Wernitzer, Oswalt, 326.
Wcrthoim am Main 236.
Wesen, ändern sein, 487.
Wesen, bitten einen seinem, nach
566.
Wesen, bleiben lassen im, 417.
Westermayer, Christoffel, von Roten-
burg 231. 582.
Westerstotten, O. Ulm, Hans Dietrich
von, 205. 594.
Westheim, B. Uffenheim 150. 481
bis 84. 487. 488. 510 bis 14. 516.
605.
Wettringen, B. Rotenburg 37. 59. 60.
258. 335. 494. 497. 542. 577. 585.
589. 597. 613.
Wetzhausen, B. Königshofen 390.405.
619.
Wichsenstein, B. Pegnitz; die von,
314. 619.
Wider, zuwider 5. 23. 43. 58. 146.
148. 163. 210. 218. 251. 253. 321.
331. 515.
Widerantwurt, entgegnung 402.
720
WidcraDtwurten , zarückgeben 299.
307.
Widerantwurtung , zurückgäbe 486.
WiderChrist, antichrist 32.
Widereferung, Wiederholung 109,
Widerfaren, zugestellt werden 356.
Widerfechten, bestreiten 317.
Widern, sich, sich weigern 58. 36t.
495.
Widerpringen, ersatz 279.
Widerscbrift, entgcgnung 16. 205.
Widersessig, widersetzlich 203.
Widcrtail, gegner 156. 162.
Widertreyben , rechtliches , recht-
licher anspruch 220.
Widerwertig, feindselig 5. 83. 97. 98.
208. 211. 215. 275. 287. 300. 305.
350. 392. 393. 416. 439. 464.
Widerwill, Widerwillen 74.
Wiesenbronn, B. Gerolzhofen 618.
Wiesenfels, B. Ebormannstadt 618.
Wiesenthau, B. Forchheim 617.
Wiesenthau, die von, 618.
Wiesenthau, Wilhelm von, 617.
Wiesenthau, Wolf Christoph von,
538, 555.
Wiesentheid, B. Gerolzhofen 619.
Wildbader, der, von Kotenburg, 424.
425.
Wildberg, B, Königshofen 396. 405.
618.
Wildenthierbach , O. Gerabronn 60.
67. 95. 143. 152. 347. 348. 527.
528. 542. 577. 605. 613. 615.
Wilfart, willfahrung 288.
Willigen, bewilligen 11.
Wimpfen am Neckar 260. 305. 310bi8
12. 329 bis 32. 603.
Wind, verncmen den, Veränderung der
läge 457.
Windclsbach, B. Rotenburg 447. 605.
Windenmacher 242.
Windsheim, Mittclfranken 89. 102.
365. 396. 408. 409. 414. 415. 419.
427. 428. 436. 437. 440 bis 42.
447. 450 bis 52. 482 bis 84. 487
bis 90. 511. 514. 529. 537.
Windsheimer, Endris, von Brettheim
60. 336. 588.
Windsheimer, Lutz, von Frankenheim
386.
Winterstetten , O. Waldsee , Hani
Cunrat, schenk von, 205. 595.
Wirs, erregen ein, 25.
Wirt, Blasius, von Gammesfeld 542.
588.
Wirt, Heinrich, von Ulm 614.
Wirtenberg 577. 619.
Wirtenberg, herzog 530.
Wirtenberger bauern 258 bis 61. 271.
272. 366 bis 68. 370. 374 bis 76.
420. 593.
Wirtshaus, legen einen in ein, 521. ^
Wiscr, Lienhart, von Ohrenbach 589.
Wissentlich, bekannt 573. 602.
Wisser, Jörg, von Gumpelshofen 584.
Witlelshofen. B. Dinkelsbühl 306.
Wittenberg 4. 6. 16.
Wittich, Endris, von Adelshausen
383 bis 85. 387. 391. 467. 605.
Wittling, der, von Kotenburg 541.
569. 570.
Wol und wee, sich lassen tun, sich
gefallen lassen 509.
Wolfen, gesessen sein unter den, 97.
Wolfegg, O. Waldsee 560.
Wolfsberg. B. Pegnitz 618.
Wolfskehl, fränk. geschlecbt 390.
618.
Wolfskreut, O. Gerabronn 585.
Wolfstein, B. Naila, Balthasar von,
(Wolfenst^iner) 99. 232 bis 34. 237.
Wolkersfelden, O. Gerabronn 304.
517. 584.
Wolle, flämische, 181.
Wormessig, vom wurm angefressen
309.
Worms 6 bis 8.
Worms, bischof 7.
Worms, Stift 311. 312.
72 J
B. Rotenburg 497.
Pfarror 605.
ttes 8. rcformation.
cht wissen das, nicht wört-
issen 555.
schwören mit gelerten, vor-
chenen 551. 554.
341. 502.
woche 601. 607. 612.
riist 97.
eichen 10. 11.
wehen .^86.
, in gostalt eines, sich zn-
n thnn 40.
, O. Leiitkirch 232 bis 36.
g 8. 9. 12. 23. 26. 159. 236.
19. 332. 336. 338. 351. 365.
76. 384.396. 405. 407. 410.
16. 420. 425. 427. 428. 430
;. 439 bis 41. 443 bis 48.
154 bis 57. 460. 466. 470.
73. 475. 478. 479. 488. 606.
47.561.563. 566. 570. 571.
78. 594. 604 bis 6. 610. 617.
•g, bisch of Conrad von Thün-
. 12. 19. 26. 159. 160. 212.
00. 310. 351. 424. 431. 432.
52. 453. 471. 472. 474. 488.
•08. r60. 563. 570. 578.
•g, bisthnm 8. 117. 222. 223.
•63. 578. 617 bis 19.
'g,domcapitel, domherren 238.
g, domprediger 9.
g, domprobst 159. 238. 310.
g, geistlicher fiscal 8 bis 10.
26.
g, gemeinde 479.
■g> hofgericht 19.
•g, Jiidenplatz 479.
g, oberes thor 479.
g, rath 479.
g, Renn weg 479.
g, St. Bnrkhart 668.
rief?
Wurzbnrg, schloss Unser lieben frauen
berg 159. 160. 313. 351. 366. 376.
394. 395. 402 bis 4. 411. 412.
420. 443. 452. 605.
Würzburg, Schlnpferlinsmühlo 479.
Wurzbnrg, Unser franen kapelle anf
dem Jndenplatz 479.
Wurzbnrg, weihbischof 9. 10.
Würzbnrger banem 159. 160. 663,
s. frftnk. häufen.
Würzbnrger reiter 634. 578.
Wnrzweihe, Krfinterweihe 5. 12.
Wflstenstein, B. Ebermannstadt 618.
Zabelstein, B. Oerolxhofen 271. 296.
396. 408. 416. 619.
Zadel, mangel 347. 348.
Zaichen, zeigen 571.
Zarg, feste 317. 342. 422. 458. 459.
Ze, zu, hÄufig, z. b. 297. 303. 520.
Zedel, Zettel 289. 334. 349. 377. 396.
418. 478. 549. 554.
Zedeln, der, zettcl 520.
Zedmesdorf s. Zettmannsdorf.
Zehender, Ulrich, von Rotenburg 224.
326.
Zehnten 10. 13. *65. 75. 77. 110.
121 bis 24. 127. 128. 130. 133.
134. 169. 181. 352. 354.356.357.
362. 550. 553. 558. 578.
Zeytigung, zeitung 235 bis 37. 260.
261. 277. 280. 294. 368, 374. 376.
396. 406. 443. 480. 481; zeytnng
431.
Zelt, fem. 473. 604.
Zentgraf, Heinrich, secretarins 381.
382. 384. 386. 387. 414. 455. 467.
468. 605.
Zerbrechen, zerstören 14. 277. 383.
388. 621.
Zerhauben, zerhauen 602.
Zerrynnen, ausgehen 121.
Zerschlaifon, zerstören 418. 431.
Zerschlaifnng 608.
Zerspaltnng, Uneinigkeit 225.
Zertrennen 414.
46
722
Zernng 280. 283
Zerwasten, verwüsten 620.
Zettmannsdorf (Zedmesdorf), B. Bam-
berg II 618.
Zeng, raisiger, geharnisclite reitor
7. 69. 96. 98. 99. 282. 273. 275.
314. 421. 459. 478. 478. 479. 564.
Zewgknnss, fem. 97. 571.
Ziegen, ziehen 499. 500.
Ziegler, Hans, von Rotenbarg 58.
144. 328.
Ziegler, Jos, von Rotenbarg 117.
Ziehen, sich, sich beziehen 571. 573.
Zier gottes, Kirchenschmuck 497.
Zierlichait, feierlichkeit 6.
Zimmermann , Lienhart, von Roten-
burg 228.
Zimmerman, Peter, von Rotenburg
325.
Zimmern, bad. B. Tauberbischofsheim
152.
Zinkenblasen 366.
Zinsgeld 881. 382. 424; zinsgulden 119.
Zinshühner 121 bis 124. 126.
Zinsvorbot 556.
Zittert, zitternd 489.
Zobel, Hans, von Diebach 586.
Zoll 75. 77. 123. 124. 126. 127. 133.
134. 136. 137. 169. 181.
Zoller, die, fränk. geschlecht 619.
Zollern, graf Joachim von, 95. 101.
107. 302. 527. 528.
Zomigklich, erzürnen 573.
Zufellig, zufallend 211. 240. 245.
Zugewandt, angehörig 508. 519.
Zukomung, ankunft 523.
Zukunft, ankunft 410. 413. 455. 508.
510. 522.
Zukunftig, er ist, zu richten 371.
Zulenden, sich, zustossen 414.
Zumessen, zufügen 279. 304.
Zun, zu den 123. 236. 278. 343. 604.
608.
Zunft, gefordert in Rotenbarg 119.
122. 187.
Zunftig werden 137.
Zuordnen, beigeben 518. 519. 525.
537.
Zuplatzen, losfahren 622.
Zürich 4.
Zurichten, za stände bringen 10.
Zur], Pauls, von Rotenburg 58. 144.
328.
Zu ruck 8. ruck.
Zusagung, verheissung 263.
Zusammenrottieren , sich, 14. 168.
190. 204. 217. 335. 337. 544 593.
Znsammenrottiernng 14. 37.
Zusampt 373. 566.
Zusatz, besatzung 159. 205. 392.
393. 420. 458. 518.
Zusatz, eilender, 244.
Zuschlaichen, zustecken 76.
Zuschreybung, Zuschrift 502.
Zuschub, Unterstützung 570.
Zuspruch, forderung 579.
Zustehen lassen , zukommen lassen
418.
Zustendig, zugehörig 254.
Zuversichtigklich 529.
Zuvor, vorher 431. 566.
Zuvorab, zuerst 474.
Zuvoran, zuerst 130. 426. 531.
Zuwegsetzen, rüsten 146.
Zwangksal, zwang 490; plur. zwangk-
sailen 173.
Zwayung, zwitracht 19.
Zweibrücken, herzog von, 470.
Zweifel, Thomas, Rotenburger stadt-
schreiber 17 bis 19. 49. 62. 65.
69. 72. 73. 105. 155. 156. 174.
194. 224. 236. 257. 258. 280, 281.
305. 331. 364. 381. 383. 392.
397. 406. 413. 436. 437. 442. 448.
451. 452. 469 bis 79. 483 bis 88.
490. 540. 549. 551. 562. 606.
Zwejd, zweige 372.
Zwerchmayer, im, Rotenbnrger land-
vogtei 150. 526.
Zwifach 571.
723
Zwifeltig, zweifach 133.
Zwin, zweimal 614.
Zwingli 4. 623.
Zwir, zweimal 295.
Zwitrechtig, uneins 86, 514.
Zwitrechtigkait, Zwietracht 8*
Zwo 272. 604, gewöhnlich steht zwu.
z. B. 57. 180. 233. 315. 430.
549.
Zwölfer, 8. Rotenburg, ausflchnss.
Zwnschen, stets für zwischen, z. B.
83.
Zwuschen hie und nächsten dinstags
511.
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